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Neue L-Nummern aus Santarém
Zwei kleine Harnischwelse mit der seitens der Exporteure relativ ungenauen Herkunftsangabe „Gegend um Santarém“, deren Erstimport schon mehrere Jahre zurückliegt und die in der heimischen Aquaristik inzwischen eine gewisse Verbreitung erfahren haben, erhalten hier nun endlich ihre L-Nummern.
Hypancistrus sp. (L 450) zählt zu den zahlreichen ‚getigerten‘ Arten/Formen dieser Gattung, die bei Aquarianern besonders beliebt sind. Sie ist eine der etwas größer werdenden Arten (oder Formen) und soll bis zu 15 Zentimeter Totallänge (TL) erreichen.
Wie viele seiner Gattungsgenossen zeigt auch L 450 eine relativ große Variabilität bezüglich der Körperfärbung und -musterung. Die Abbildung zeigt ein besonders hübsch und kontrastreich gefärbtes Exemplar.
Die Aquarienhaltung sollte Hypancistrus-gerecht bei relativ hohen Temperaturen (26 bis 30 °C) und hohem Sauerstoffgehalt des Wassers erfolgen; sie ist dann relativ problemlos.
Die Tiere gehen an die meisten der handelsüblichen Futtersorten. Sie brauchen natürlich Röhren und andere Verstecke, um sich wohl zu fühlen. Dann stellt sich auch Nachwuchs im Aquarium ein. Die Nachzucht ist inzwischen mehrfach gelungen; die Erstnachzucht von L 450 darf sich wohl Sven Seidel vom Welsladen in Chemnitz auf die Fahnen schreiben.
Bei L 451 handelt es sich um einen Vertreter der Gattung Peckoltia. Die mittelgroßen Tiere zeigen ein verwaschenes Muster aus hell- und dunkelbraunen Streifen und Flecken auf dem Körper und den Flossen.
Die Haltung von L 451 ist ebenfalls problemlos; etwas höhere Haltungstemperaturen sind zu empfehlen, und Holz und Verstecke dürfen bei der Aquarieneinrichtung natürlich nicht fehlen.
Einige der importierten Tiere wiesen als Besonderheit acht anstatt (Peckoltia-typisch) sieben Weichstrahlen in der Rückenflosse auf.
Da L 450 und L 451 wissenschaftlich noch nicht beschriebene Arten sind, dürfen sie zurzeit nicht aus Brasilien ausgeführt werden (Anatole 2009). Bleibt für uns Aquarianer nur zu hoffen, dass die diesbezüglichen Regelungen bald gelockert werden, so dass wir uns wieder an interessanten Neuimporten aus diesem Land erfreuen können – zumal Fischfang und -export für viele Brasilianer ja eine nicht unwichtige Einnahmequelle darstellen.
Walter Lechner
Anmerkung der Redaktion: Die noch offenen L-Nummern 442 bis 449 erscheinen in einer der nächsten Ausgaben.
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