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Die Logemänner

Dank moderner Navigationsgeräte lässt sich leicht herausfinden, wo Oststeinbek, die neue Granelenmetropole, liegt. Aber das ist gar nicht nötig, Internet genügt. Wir waren trotzdem da.

Von Claus Schaefer

 

 

Es ist gar nicht so lange her, dass die beiden Brüder Frank und Carsten Logemann die Aquaristik überhaupt wieder als Hobby für sich entdeckten. Ende der 90er-Jahre schaffte sich jeder eine Kombination an und staffierte sie als Gesellschaftsbecken aus.

Dann kamen die Garnelen und schlugen wieder beide gleichzeitig in ihren Bann.

2007 wurde das Gewerbe angemeldet. Seither floriert „Frank und Carstens Garnelenhaus“, das seit Kurzem in Oststeinbek bei Hamburg ansässig ist.

Genug Arbeit für zwei

Man muss schon wissen, wohin man will: Kein Schild, das für so eine berühmte Einrichtung wie das Garnelenhaus Werbung machte oder gar den Weg dorthin wiese. Dabei wäre Oststeinbek – so kommt es dem unvoreingenommenen Reisenden vor – sicher für jede Attraktion dankbar.

Roter Backsteinbau – was sonst in dieser Gegend? – mit viel Grün drumherum. Frank nimmt den Besuch in standesgemäßer Tracht (Garnele auf schwarzer T-Shirt-Brust) in Empfang. Carsten ist oben an den Schreibtisch gekettet und kann sich erst später losreißen.

Im Keller zwei nahezu gleichgroße Räume hintereinander, an deren Wänden die Aquarien in Reih und Glied stehen. Alle wirken wie frisch geputzt und eben neu befüllt, aber das ist hier Standard und nicht des Besuchs wegen geschehen.

Das Garnelenhaus ist keine Nebentätigkeit und auch kein Acht-Stunden-Job. „Wenn alles gut läuft, können wir gegen 20 Uhr Feierabend machen.“ Aber die Logemänner fangen nicht erst mittags an zu arbeiten.  Ohne große Pausen ist der Zehn-bis-Zwölf-Stunden-Tag die Regel. Dann kommen oft noch Messen und andere Pflichtveranstaltungen an den Wochenenden hinzu. Von Einsatz und Ausdauer spricht hier niemand, aber ohne geht es nicht – das ist selbstverständlich.

Und Urlaub? „Was ist das?“ Immerhin war letztes Jahr eine Reise nach Japan drin, aber  natürlich wegen der Garnelen. Auf der Route standen die berühmtesten Garnelenzüchter aus dem Ursprungsland des Garnelenwahns und natürlich Amanos Naturaquarienmuseum nebst Gesprächen mit dem Meister. Immerhin ist das Garnelenhaus offizieller Importeur der Amano-Produkte.

Seit Kurzem gehört ein wei­terer japanischer Spezialist zu den Lieferanten der Logemänner: Takayuki Shirakura ist nicht nur einer der angesehensten Garnelenzüchter im Land der aufgehenden Sonne, sondern auch erfolgreicher Produzent von hochwertigem Bodengrund, Spezialfutter und Mineralpräparaten, die dank der Logemänner nun auch in Europa zu haben sind.

Nicht erst damit ist man in Oststeinbek auch zum Importeur und Grossisten geworden, obwohl seit der Sortimenterweiterung die Lagerkapazitäten nicht mehr viel Freiraum lassen. Dabei ist der Umzug noch gar nicht so lange her.

Hobby? Garnelen!

Aber natürlich sind und bleiben die Garnelen, mit denen ja alles angefangen hat, die Hauptdarsteller. Lediglich die neuen Schnecken haben eine größere Nebenrolle bekommen.

Aber die Garnelen sind nicht nur Geschäftsobjekt. Sie sind hier eine Herzensangelegenheit. Schon bald nach der Einfuhr gelang die Vermehrung diverser Sulawesi-Garnelen.

Natürlich vermehren sich auch andere Arten hier im Keller, aber damit könnte man kein Geschäft aufziehen – selbstverständlich werden Garnelen und Schnecken eingekauft, allerdings nur aus vertrauenswür­digen Quellen.

Und ein Ladengeschäft ist das Garnelenhaus auch nie gewesen, sondern von Anfang an ein reines Versandhandelshaus, das seine Geschäfte vor allem über das Internet abwickelt.

Trotzdem darf manchmal ein treuer Kunde einen Blick werfen, wenn der Zeitplan nicht zu eng ist. Allerdings ist ohne Terminabsprache nichts drin.

Apropos Zeitplan: Wo die  beiden die Zeit hernehmen und auch noch grundgescheite und zudem manchmal witzige Bücher über Garnelen – worüber sonst? – schreiben, traut man sich schon gar nicht mehr zu  fragen.

Die beiden Aquarienkombinationen, mit denen alles wieder anfing, gibt es noch. Sie stehen völlig verkrautet an der Stirnwand des einen Keller­raumes: „Da sind sogar noch Fische drin.“

Kontakt zum Garnelenhaus

Internet: http://www.garnelenhaus.de

E-Mail: hallo@garnelenhaus.de;

Tel.: (040) 98237709;

Besuch: ausschließlich nach Absprache.

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