Von manchen Fischarten heißt es sogar, dass sie „nachgewiesenermaßen erst nach Fütterung mit Mückenlarven Laich ansetzen“ (Baensch et al. 1992).
Die Unterordnungen der Mücken (Nematocera) und der Fliegen (Brachycera) zählen zur Ordnung der Zweiflügler (Diptera), die weltweit über 144.000 Arten umfasst (Menzel 2017).
Aquarianer verwenden als Fischfutter vor allem die Entwicklungsstadien aus den Familien der Büschelmücken (Chaoboridae), der Zuckmücken (Chironomidae) und der Stechmücken (Culicidae), die uns als weiße, rote und schwarze Mückenlarven bekannt sind. Sie besitzen nicht nur einen hohen Nährwert, sondern sind auch fast das ganze Jahr über verfügbar und lassen sich teils sogar einfach kultivieren. Ich habe mich intensiv mit diesen Lebendfuttersorten befasst und gehe hier auf viele bisher weniger bekannte Details zur Formenvielfalt, zur Kultivierung dieser Tiere und zu ihren Nährwerten sowie auf weitere Besonderheiten ein.
Der erste Teil beschäftigt sich mit der Familie der Büschelmücken (Chaoboridae), deren Larven aufgrund ihrer hellen, oft transparenten Gestalt als „Glasstäbchen“ oder „weiße Mückenlarven“ bezeichnet werden.

Eiskalte Räuber
Büschelmücken sind, außer in der Antarktis, weltweit anzutreffen. Anders als die Stechmücken (Familie Culicidae) fallen sie dem Menschen nicht übermäßig zur Last, da ihre Imagines kein Blut saugen.
Deutliche Erkennungszeichen der aquatischen Larven sind ihre nahezu durchsichtige Erscheinung, ihre waagerechte Schwimmhaltung sowie die beiden Paare dunkel pigmentierter Tracheenblasen im Thorax und im siebten Hinterleibssegment. Diese mit verschiedenen Gasen (Sauerstoff, Methan, Stickstoff) gefüllten hydrostatischen Apparate befähigen die Larven, ihren Körper in einer horizontalen Lage zu halten, und sorgen für einen Druckausgleich in unterschiedlichen Wassertiefen (Burrows & Dorosenko 2014; Damant 1924; Krogh 1911; Teraguchi 1975). Der Gasaustausch, also die Sauerstoffaufnahme, erfolgt unabhängig davon ausschließlich über die Hautoberfläche.

den vollständigen Artikel finden Sie in Ausgabe 1/2018