Wer war dieser Mann, der nur aus Vornamen zu bestehen schien? A. C. L. G. Günther wurde am 3. Oktober 1830 in Esslingen am Neckar im Land Württemberg geboren. Die Briten nennen ihn auch gern Albert Charles Lewis Gotthilf Günther. Ursprünglich Mediziner, wurde er einer der historisch produktivsten Zoologen, die sich auf Ichthyologie und Herpetologie spezialisierten.
Mit 23 Jahren erwarb er bereits seinen ersten Doktortitel. 1853 erschien in Stuttgart das Buch „Die Fische des Neckars, untersucht und beschrieben von Dr. A. Günther“. Es steht im Internet digitalisiert zur Verfügung. 1857 promovierte er in Medizin. London, genauer das Britische Museum für Naturgeschichte, war damals eines der wichtigsten Zentren naturkundlicher Forschung. So bewarb sich Günther bei John Edward Gray, dem Kurator für Fische am Londo- ner Museum. Er bekam die Assistentenstelle und übernahm 1875 die Leitung. Von 1859 bis 1870 erschien der fast 5.000 Seiten fassende „Catalogue of the Fishes in the British Museum“, in dem 8.525 Fischarten erfasst sind.

Friedrichshafen – vom 7. bis 9. März lockt die internationale Messe für Angeln, Fliegenfischen und Aquaristik die Fans der bunten Unterwasserwelten an den Bodensee. Neben dem breiten Produkt- Portfolio von 160 Ausstellern aus zehn Nationen bietet die Messe zahlreiche Test- und Vortragsforen zu den Themen Angeln, Reisen und Aquaristik. Auf der 23. Aqua-Fisch kommen Angler und Aquarianer auf ihre Kosten. In diesem Jahr nimmt die Messe eine Ausstellungsfläche von rund 15.000 Quadratmetern ein. Halle A7 wird zur ersten Anlaufstelle für Angelfreunde, Halle B5 ist der Aquaristik reserviert. „Ausprobieren und Mitmachen“, lautet die Devise im Foyer Ost. Im dortigen Schaubecken können die Messe-Besucher den Fisch des Jahres 2014 betrachten, den Stör. „Keine Messe ohne Shoppen. Außer als Informations- Plattform hat sich die Aqua-Fisch auch als starke Einkaufsmeile etabliert“, beschreibt Projektleiterin Petra Rathgeber die Veranstaltung. Schwerpunktthema am Stand des Landesfischereiverbands Baden-Württemberg ist die „kleine Wasserkraft“, die Nutzung hydraulischer Energie durch dezentral stationierte, kleine Wasserkraftwerke. Die Fischereiforschungsstelle Baden-Württemberg erklärt, wie sich die Ausbreitung amerikanischer Signalkrebse zum Schutz der heimischen Tiere kontrollieren lässt und veranschaulicht das mit einer Fließrinne und lebenden Flusskrebsen. Traditionell elementarer Messebestandteil sind die Vortragsforen. In Halle B5 geht es unter anderem um Zwergflusskrebse, Guppys, Algen, LED-Technik und Biotop- Aquarien. Das Projektteam der 23. Aqua-Fisch – ausschließlich Frauen – lässt sich auch den Weltfrauentag nicht durchs Netz gehen. So steht am Samstag, dem 8. März, das weibliche Publikum im Mittelpunkt: Die ersten 1.000 Damen dürfen sich auf eine kleine Willkommensüberraschung freuen! Neu in Friedrichshafen ist das Finale des ersten Biotop- Aquaristik-Wettbewerbs, den die Messe mit den Partnern JBL und der Zeitschrift „aquarisik“ ausrichtet. Öffnungszeiten und Eintrittspreise: Die Aqua-Fisch ist am Freitag, 7. März, und Samstag, 8. März, von 9 bis 18 und am Sonntag, 9. März, von 9 bis 17 Uhr geöffnet. Die Tageskarte kostet 9,50 Euro, ermäßigt sieben Euro. Für Familien gibt es ein Familienticket für 25 Euro. Weitere Informationen, Bilder und das Vortragsprogramm unter: www.aquafisch.de.
Wolfgang Köhle

Wer jetzt ein Rezept mit Zutaten aus dem heimischen Aquarium erwartet, der irrt. Es gab zwar reichlich Fisch und auch Frühstück, doch in keiner für den Fisch so unglücklichen Konstellation wie beispielsweise auf einer Brötchenhälfte oder in einer Konserve. Natürlich geht es um das traditionelle vorweihnachtliche Frühstück in der DATZRedaktion. Doch so ganz traditionell lief es dieses Mal nicht ab. Aufgrund terminlicher Koordinationsschwierigkeiten fand das lang ersehnte und sehr beliebte Ereignis nicht – wie gewohnt – auf einem der letzten Adventssonntage statt, sondern am 19. Januar, war also eher als Neujahrsempfang zu titulieren. Gegen zehn Uhr an diesem Sonntagmorgen trafen die ersten hungrigen Mäuler ein. Leider hatte Burkhard Schmidt auch in diesem Jahr sein Weihnachtsmann-Outfit nicht wiederfinden können, hatte aber wenigstens einen „alten Sack“ im Schlepptau: Fischflüsterer Uwe Werner war nämlich mit von der Partie. Viele weitere AKZ-Mitglieder und sogar Besuch aus den fernen Niederlanden trudelten nach und nach ein. Kein Weg war zu weit. Wie gewohnt gab es dieses Jahr wieder liebevoll zubereitete und schmackhaft mit Gürkchen und Tomaten dekorierte Brötchen. Salami, Käse und vor allem Mett – die Gastgeber hatten alle Geschütze aufgefahren. Zwei Kaffeemaschinen blubberten im Akkord. Wie ein Rudel jagender Haie umkreisten die Besucher zunächst nur das Buffet, doch nachdem der erste Bissen für gut befunden worden war, schlug die hungrige Meute zu. Es dauerte nicht lange, bis sich die Platten leerten und sich die nun nicht mehr hungernde Truppe den wirklich wichtigen Dingen zuwandte: Fisch! Man könnte sagen, der Fisch war in aller Munde, denn nun wurde in jeder Ecke der Redaktion gefachsimpelt, diskutiert und zwischendurch immer wieder ein Häppchen gegessen. Eines der am heftigsten erörterten Themen waren die leer stehenden Aquarien der Redaktion. An Besatzvorschlägen dürfte es nun nicht mehr mangeln, sodass wir hoffen, demnächst eines der Redaktionsbecken unter der Rubrik „Blickfang“ in einer DATZ-Ausgabe wiederzufinden. Endlich – im Hintergrund ein bekanntes Geräusch: So hört es sich an, wenn eine Styroporbox geöffnet wird! Die Hauptdarsteller betraten die Bühne. Aquarienfische in allen Variationen, Zwergcichliden, Killifische, Lebendgebärende und Welse, aber auch Garnelen hatten ihren Auftritt. So kam es, dass mancher der nach Gelsenkirchen gereisten Aquarianer über seinen Tellerrand hinausschaute und feststellen durfte, dass es neben Apistogramma auch noch viele andere schöne und pflegenswerte Wasserbewohner gibt. Als Fazit halten wir fest, dass das DATZ-Aquarianerfrühstück wieder eine sehr gelungene und amüsante Veranstaltung war, deren Besuch sich lohnte. Bleibt zu hoffen, dass diese nette Tradition noch lange bestehen wird! Vielen Dank an die DATZRedaktion!
Sebastian Korte und Matthias Machmüller  

Schwere Schäden an den Korallen in der Tiefsee belegte eine Studie, die nach der Explosion der Ölbohrplattform „Deepwater Horizon“ im Golf von Mexiko durchgeführt wurde. Am 20. April 2010 war es zu der bisher wohl größten Umweltkatastrophe in Amerika gekommen – eine Konsequenz aus mehreren Schlampereien und Versehen durch BP, Halliburton und Transocean, so ein Abschlussbericht der US-Kommission. Forscher inspizierten drei bis vier Monate, nachdem das Bohrloch endlich verschlossen worden war, elf Standorte von Tiefseekorallen mit einem Tauchroboter. An diesen Stellen in 290 bis 2.600 Metern Tiefe, alle über 20 Kilometer vom Unglücksort entfernt, wurden keine Schäden beobachtet. Im November 2010 untersuchten Helen White vom Haverford College (Pennsylvania) und ihre 14 Kollegen eine Region in 1.370 Metern Tiefe und in elf Kilometern Entfernung von der ehemaligen Ölplattform mithilfe eines Tauchroboters sowie im Dezember erneut mit dem Tauchboot Alvin – und dort zeigten die Korallenkolonien starke Anzeichen von Stress, die so in den letzten zehn Jahren nirgendwo im Golf von Mexiko dokumentiert worden waren: Sie wiesen Gewebeverlust sowie Skleriten- Vergößerung auf und litten unter einer exzessiven Schleimproduktion. Außerdem waren die Korallen von einer braunen, flockigen Masse bedeckt – mit ziemlich hoher Wahrscheinlichkeit Öl von der „Deepwater- Horizon“-Bohrung. Obendrein waren die kommensal mit den Nesseltieren lebenden Schlangensterne ausgebleicht. Bei 46 Prozent der an dieser Stelle lebenden 43 Korallenarten waren über die Hälfte der Kolonien geschädigt, bei fast einem Viertel der empfindlichen Ökosysteme waren über 90 Prozent der Korallen betroffen. „Das Vorhandensein kürzlich geschädigter und gestorbener Korallen unter dem Pfad einer dokumentierten Ölfahne, die aus der Macondo-Quelle hervorsprudelte, liefert schlagende Beweise dafür, dass das Öl einen Einfluss auf TiefseeÖkosysteme hat“, bilanzieren die Forscher. „Unsere Ergebnisse unterstreichen die unvorhersehbare Natur des Unglücks in Bezug auf seine Größe, Freisetzung in der Tiefe und Auswirkungen auf Ökosysteme in der Tiefsee.“
Oliver Mengedoht
Literatur White, H. K., W. Cho, T. M. Shank, E. E. Cordes, A. M. Quattrini, R. K. Nelson, R. Camilli, A. W. J. Demopoulos, C. R. German, J. M. Brooks, H. H. Roberts, W. Shedd, C. M. Reddy & C. R. Fisher (2012): Impact of the deepwater horizon oil spill on a deep-water coral community in the Gulf of Mexico. – PNAS Early Edition. DOI: 10.1073/pnas.1118029109.

In den ersten 30 Jahren seines Bestehens avancierte das Berliner Zoo-Aquarium zu einer Institution von Weltruf, doch dann veränderte eine Bombennacht alles. Unter Mühen, von Begeisterung und Tierliebe getragen, wurde das Haus nicht nur wiedererrichtet, sondern erneut zu einem weltweit führenden und geachteten Impulsgeber der Vivaristik aufgebaut, dessen Vielfalt der gezeigten Lebensräume heute einzigartig ist. | Von Marco Hasselmann

Der Zweite Weltkrieg hinterlässt eine Trümmerwüste. Berlin liegt in Schutt und Asche. Das Zoo-Aquarium existiert nicht mehr. Das vorrangige Ziel der Tiergärtner besteht erst einmal darin, die wenigen überlebenden Zootiere zu sichern und im zu beinahe 100 Prozent zerstörten Areal des Zoologischen Gartens zu versorgen. Zunächst werden unter Katharina Heinroth, der Witwe des gerade verstorbenen Direktors Oskar Heinroth, und Werner Schröder, später Direktor des Hauses, zunächst jedoch kaufmännischer Leiter des Zoos, die nicht völlig zerstörten Gebäude wiedererrichtet. Ein eventueller Neuaufbau des Aquariums hat – vorerst – keine Priorität. Schröder, selbst leidenschaftlicher Aquarianer und seit Langem mit der Familie Heinroth bekannt, lässt die Idee eines neuen Aquarienhauses am Zoo jedoch nicht aus den Augen und beginnt, wenn auch spät, mit der Enttrümmerung des zerstörten Prachtbaus.

den vollständigen Artikel finden Sie in Ausgabe 2/2014