Akribisch stellt der Autor die Biologie der unterschiedlichen Nashornarten dar. Die möglichen Eckpunkte der Reiseumstände rollt er anschließend in kleinteiliger Detektivarbeit auf. Und dann beginnt die Reisebeschreibung. Eine Delegation hochrangiger indischer Würdenträger begab sich über die persische Königsstraße innerhalb von vier Jahren nach Westen. Sie transportierte eine große Zahl von Geschenken für den römischen Kaiser Octavian (oder Augustus), eine Art Musterkollektion aus dem Orient. Dazu gehörte eine komplette Menagerie, denn außer dem Nashorn wurden noch Elefanten, Schlangen (Python, Kobra), Tiger, ein Helmkasuar und Vertreter vieler weiterer Tierarten mitgeführt. Im Winter des Jahres 20 vor unserer Zeitrechnung erreichte die Gesandtschaft den Kaiser in seiner Winterresidenz auf der Mittelmeerinsel Samos. Bei dieser Gelegenheit wurden jedoch nur die Tiger übergeben. Die größeren Tiere erreichten Rom auf dem Seeweg über Alexandria. Dann folgt das Kapitel über das grausame Sterben des Nashorns in Rom – doch davon soll hier nichts verraten werden! Den Schluss des Buchs bildet ein sehr interessantes Kapitel über weitere Nashörner, die Augusta folgten. Dazu gehört natürlich auch die Erläuterung, welches Tier Albrecht Dürer als Vorlage diente. Insgesamt ist „Augusta – das erste Panzernashorn in Europa“ ein sehr instruktives Buch, eine Fundgrube für Leserinnen und Leser, die über die Vivaristik hinaus naturgeschichtlich interessiert sind. Hans-Peter Ziemek D ATZ Buch