Rückmeldungen zur jeweiligen DATZ-Ausgabe

kilroy kbDiese kleine Sepie gehört zur Familie der Stummelschwanz-Sepien (Sepiolidae), kleinen rundlichen Tintenfischen mit acht kurzen Armen, einem Paar einziehbarer Tentakel und je einer kleinen, rundlichen Flosse seitlich am Mantelende. Die meisten Arten leben benthisch in küstennahem Flachwasser.

Die Familie der Stummelschwanz-Sepien umfasst 17 Genera mit über 70 Spezies. Die Unterscheidung der einzelnen Arten und selbst der Gattungen ist schwierig, viele Formen lassen sich nur anhand von Differenzen der Arme und Saugnäpfe geschlechtsreifer Männchen sicher bestimmen.

Die hier abgebildete, nur etwa drei Zentimeter lange Sepie (wahrscheinlich ein Mitglied der Gattung Euprymna) entdeckte ich bei Ebbe in einem Gezeitentümpel der Philippinen-Insel Panay. Tagsüber vergraben sich diese Tiere im Sand, in der Nacht gehen sie auf die Jagd nach kleinen Garnelen und anderen Krebsen.

Die Arten der Gattung Euprymna besitzen Leuchtorgane im Inneren ihrer Mantelhöhlen, deren Licht von symbiotischen, biolumineszenten Bakterien erzeugt wird.

Die Aquarienhaltung dieser empfindlichen Winzlinge ist schwierig, gelegentlich werden Stummelschwanz-Sepien aber im Zoohandel angeboten. Autorin: Maren Gaulke

koi kreiselOft spricht man von Fischschwärmen, wo es noch keine Fischschwärme gibt. Viele Fische in Süßgewässern und im Meer bilden eher lockere Gruppen, die sich selten wie richtige Schwärme bewegen. Ein typisches Schwarmmerkmal ist harmonisches Schwimmen von über 100 Tieren in einer Richtung mit anscheinend abgestimmten Richtungswechseln. Selten erlebt man so etwas im Süßwasser – und noch viel seltener in einem Gartenteich.

Das Bild des „Koi-Kreisels“ entstand im Loro-Park (Teneriffa) während der Fütterung, den Kreisel konnte ich nur in einem kurzen Augenblick mit einem einzigen Foto festhalten. Die scheinbar harmonische Ordnung wurde durch den Futterneid der Tiere rasch aufgehoben.

Von einem Schwarm kann man hier sicher nicht sprechen. Wie viele Kois in dem Teich leben, ist selbst den Betreibern des Parks nicht klar; gezählt wurden die Tiere noch nie. Sie vermehren sich ohne jegliches Zutun, und auch ohne Zuchtauswahl sind echte Schönheiten dabei. Autor: André Luty

limnomysis benedeni_01Vor sechs Jahren wurde zum ersten Mal die Donau-Schwebegarnele als neozoische Art im Bodensee nachgewiesen. Ich selbst hatte erst 2010 die Gelegenheit zu einem persönlichen Treffen mit Limnomysis benedeni, obwohl ich schon seit 20 Jahren das Plankton des Bodensees mikroskopisch untersuche.

Fundort war die Insel Reichenau, die am „Gnadensee“ genannten Teil des Bodensees liegt. Hier war ich eigentlich auf der Jagd nach dem Raubwasserfloh (Polyphemus pediculus), von dem ich wusste, dass er sich gern im Schatten unterhalb eines Stegs um dessen Pfähle herum aufhält. Deshalb zog ich eine Probe im Wasser unterhalb dieses Stegs und eine weitere im freien Wasser davor. Ich kontrollierte beide an Ort und Stelle und entdeckte in der „Unter-Steg-Probe“ zwei Augenpaare, die sich erst bei genauem Hinsehen Süßwassergarnelen zuordnen ließen. Ich hatte zwei Exemplare von acht bis zehn Millimetern Länge erwischt. In der Probe aus dem offenen Wasser ließ sich dagegen keine Garnele finden. Autor: Martin Kreutz

den vollständigen Artikel finden Sie in Ausgabe 09/12

zwergkrpflingDer Zwergkärpfling (Heterandria formosa) ist einer der kleinsten Lebendgebärenden Zahnkarpfen, und auch der Nachwuchs ist winzig. Die Weibchen gebären über einen Zeitraum von mehreren Wochen alle paar Tage einige Jungtiere, denen die erwachsenen Artgenossen nicht nachstellen. Die Jungen haben einen gering ausgeprägten Fluchttrieb und schließen sich bald der Gruppe an.

Zufällig gelang es mir, die Geburt einer kleinen H. formosa aus nächster Nähe zu beobachten. Im unmittelbaren Größenvergleich zur Mutter schien mir das Jungtier gar nicht mehr so klein. Vielleicht war der „Kleine“ aber auch etwas zu groß geraten, denn die Geburt zog sich eine ganze Weile hin. Diese Chance ließ ich mir natürlich nicht entgehen und holte sofort die Kamera hervor, um ein paar Bilder von dem Ereignis zu schießen. Nach einer Weile machte ich mir dann aber Sorgen, ob das Weibchen es überhaupt schaffen würde. Das Jungtier hing nämlich schon recht lange und machte gar keine Anstalten, den Geburtskanal zu verlassen. Ich überlegte sogar, ob es sinnvoll sei, Geburtshilfe zu leisten …

Glücklicherweise entschied sich der kleine Zwergkärpfling dann aber doch noch, auf natürliche Weise das Licht der Welt zu erblicken, sodass mein Eingreifen nicht nötig wurde. Autorin: Elke Weiand

kaninchen1kaninchen2Unter der Rubrik „Aufgetaucht“ stellte Daniel Heerz in der Februar-Ausgabe dieser Zeitschrift den äußerst selten importierten Goldfleck-Kaninchenfisch (Siganus guttatus) vor, den er bei einem Importeur entdeckt hatte. Einige Angaben bedürfen einer Ergänzung.

Der Fisch ist nicht, wie angegeben, im tropischen West-Pazifik weit verbreitet, sondern auf einen relativ kleinen Bereich beschränkt, der den östlichen Indischen Ozean (Andamanen, Indonesien) bis zu den Philip­pinen umfasst. Östlich und südlich davon lebt der äußerlich nur an der Färbung, nicht aber an den Körper­maßen und -proportionen unterscheidbare Wellenlinien-Kaninchenfisch (S. lineatus), der statt der Tüpfel feine Längslinien besitzt, die gegen den Bauch und zum Schwanz hin in Punktreihen aufgelöst sein können. Beide Arten besitzen einen gelben Schwanzfleck, der somit nicht nur für S. guttatus kennzeichnend ist – bei jener Art war er dennoch namensgebend.

Interessant ist ferner, dass im Raum Sri Lanka–Südindien–Lakkadiven wieder eine mit Linien gezeichnete Form auftaucht, gleich der aus dem östlichen West-Pazifik. Manche Autoren glauben, dass sie eine eigene Art darstellt, da diese Population einige tausend Kilometer von der anderen entfernt vorkommt. Debelius und Kuiter nennen sie auch „Sri-Lanka-Kaninchenfisch“ (Siganus cf. lineatus, auch Siganus sp.).

Aber umgekehrt gibt es eben auch die Auffassung, dass es sich wegen der übereinstimmenden Körpermaße nur um Farbvarianten einer einzigen Art handelt, die dann den Indo-West-Pazifik besiedelte und S. guttatus heißen müsste.

Autor: Horst Moosleitner