Dietrich Rössel ist Rechtsanwalt in Königstein im Taunus und spezialisiert auf Tierrecht.

Tierhalter kennen das Problem: Wer versorgt während des Urlaubs die tierischen Mitbewohner? Oft ist eine Lösung mithilfe von Freunden nicht möglich, und man muss auf bezahlte Helfer zurückgreifen. Mit einem solchen Fall hatte sich das Finanzgericht Düsseldorf zu befassen: Während der Abwesenheit der Tierhalter sorgte sich eine bezahlte Betreuerin um das Tier. Die entstandenen Kosten wollten dessen Besitzer steuerlich absetzen, und sie zogen, nachdem sie mit ihrem Begehren zunächst gescheitert waren, vor Gericht.

Carsten Träger, Jahrgang 1973, ist Umweltpolitiker und Berichterstatter für Artenschutz in der SPD-Fraktion des Deutschen Bundestags. Anlässlich der Diskussion um ein mögliches Verbot der Einfuhr und Haltung von Wildtieren, wie es im Koalitionsvertrag zwischen CDU, CSU und SPD („Deutschlands Zukunft gestalten“) für die 18. Legislaturperiode im November 2013 gefordert wird (siehe DATZ 11/2014), führte die DATZ-Redaktion folgendes Gespräch mit dem MdB.

Leider ist das Interesse an Souvenirs in Gestalt seltener und geschützter Tiere oder Teile von ihnen ungebrochen groß. Der Besitz von Imitationen hingegen kann selbstverständlich nicht verboten werden. Das musste eine städtische Naturschutzbehörde erfahren, die versuchte, künstliche Elefantenstoßzähne zu beschlagnahmen. Als die Eigentümerin der Imitate die Vermarktungsgenehmigung beantragte, wurde sie mit der Rechtsauffassung der Stadt konfrontiert, sie dürfe die künstlichen Stoßzähne nicht einmal besitzen, und die Zähne wurden konfisziert.

Die letzten Jahre waren für Tierhalter, die mit ihrem Vermieter im Streit lagen, sehr erfreulich, denn die Rechtsprechung entwickelte sich sehr zu ihren Gunsten. Tierhaltung stößt allerdings weiterhin an ihre rechtlichen Grenzen, wenn entweder die Pfleglinge selbst oder aber das tierbezogene Verhalten ihrer Besitzer den Hausfrieden stören. So kann der Vermieter durchaus seine Mieter zur Ordnung rufen oder die Haltung von an sich zulässigen Tieren verbieten, wenn sie unzumutbare Belästigungen auslöst. Dauerhaft aus einer Wohnung strömender, von Tieren verursachter Gestank beispielsweise ist nicht hinzunehmen. Auch ein Benehmen von Tierliebhabern, das Dritte unmittelbar stört, braucht der Vermieter nicht zu dulden. So hatte sich das Amtsgericht München (Az. 424 C 28654/13) kürzlich mit dem Fall eines Tierfreundes zu befassen, der die Futterreste seiner Lieblinge durch das Fenster entsorgte – sie fielen dann schon einmal auf Passanten. Natürlich verwundert es überhaupt nicht, dass das Gericht ein solches Gebaren nicht hinzunehmen bereit war und seinen Urheber zur Unterlassung verurteilte. Dietrich Rössel ist Rechtsanwalt in Königstein (Taunus) und spezialisiert auf Tierrecht

Seit 1994 sind gefährliche Tiere immer wieder Thema in der DATZ. Nachdem einige Landesregelungen in jüngster Vergangenheit auch Fische erfassten, ist in Nordrhein- Westfalen in Kürze ebenfalls mit einer derartigen Verordnung zu rechnen. Einer Pressemitteilung des Landes-Umweltministeriums vom 21. Oktober ist der – nach Auffassung des Verfassers – erste rechtliche Fehler zu entnehmen: Wieder einmal soll die Maßnahme nur private Tierhalter treffen, damit stellt sie einen Verstoß gegen den Gleichheitsgrundsatz des Grundgesetz- Artikels 3 dar.