Bekanntlich wurde Ancistrus sp. jahrzehntelang falsch als „Blauer Antennenwels“ (A. dolichopterus) bezeichnet. Dabei kann man sich fast die Augen ausgucken, um an den Tieren irgendetwas Blaues zu entdecken! Weitere Trivial- und Kosenamen, die mir für diesen Loricariiden schon unterkamen, sind „Brauner Ancistrus“, „Saugmaul“, „Knutschi“, „Putzerwels“, „Algen“- oder „Scheibenputzer“, einige weisen bereits auf die Nützlichkeit dieses Algenfressers hin. Insbesondere jugendliche Tiere – Exemplare bis etwa sechs Zentimeter Länge – erledigen diese Aufgabe wirklich sehr zuverlässig.

Es gibt wenige Menschen, die sich freuen, wenn diese Plagegeister im Frühjahr auftauchen und uns bis in den Spätsommer nerven. Aber der Aquarianer denkt eben auch an seine Pfleglinge, und die freuen sich über nichts mehr als über schwarze Mückenlarven, die Larven der Stechmücke.

In Deutschland gibt es etwa 46 Arten von Stechmücken (Culicidae), Tendenz steigend (dank Klimaerwärmung). Als „Hausmücken“ werden im Wesentlichen zwei blutsaugende Vertreter dieser Gruppe bezeichnet: Culex pipiens und Culiseta annulata. Sie lassen sich gern in menschlichen Siedlungen nieder und vermehren sich dort auch. Dafür benötigen sie organisch belastete Gewässer, die nicht oder nur sehr wenig bewegt sind. Dort hinein legen die Imagines vom späten Frühjahr an ihre Eier. Die schlüpfenden Larven ernähren sich von organischem Material, das sie mit ihrem Mundapparat aus dem Wasser filtern.

Will man nicht lange nach Mückenlarven suchen, kann man solche „Gewässer“ auch selbst anlegen. Der Ansatz einer derartigen Lebendfutterkultur ist einfach: Ein Gefäß mit Wasser an einem halbschattigen Standort aufstellen, eine Handvoll Heu, Stroh oder Brennnesseln hinein, eventuell noch mit etwas Hühnermist oder ungewaschenen Eierschalen „verfeinern“ – fertig. Schon entsteht eine mehr oder weniger stinkende Jauche, die für die Mückenweibchen unwiderstehlich ist. Die ersten Gelege lassen nicht lange auf sich warten. Die Gelege der Stechmücke nennt man „Schiffchen“. Sie schwimmen an der Wasseroberfläche, sind etwa sechs Millimeter lang und enthalten 200 bis 300 Eier. Frisch geschlüpfte Larven sind etwa einen Millimeter lang und somit ideales Futter für Fischnachwuchs. Manchmal bringe ich sie in Aquarien mit Jungfischen ein. Die nach und nach schlüpfenden Larven dienen den Fischchen über Tage hinweg als Lebendfutter.

Natürlich sind solche „Häppchen“ für ausgewachsene Fische nicht sehr ergiebig. Lässt man die Schiffchen im Larvenansatz, wachsen die geschlüpften Larven sehr schnell heran. Mit einem Kescher lassen sich die Larven einfach „ernten“. Dazu stellt man ein Gefäß mit sauberem Wasser bereit , zieht das Netz knapp unterhalb der Oberfläche kreisend durch den Ansatz und entleert es in das Gefäß. Die Ausbeute ist beachtlich! Larven in allen Entwicklungsstufen sind zu finden, aber auch viele Schiffchen und Heureste. Die muss man absammeln und in den Ansatz zurückgeben. Zwei Zehn-Liter-Eimer – mein erster Ansatz – erwiesen sich nicht als ideal für die Larven-Produktion. Also startete ich einen zweiten Versuch mit einer 100-Liter- Zinkwanne. Ich stellte sie am selben Standort auf und gab eine kleine Menge Stroh mit Hühnermist auf den Boden. Darauf entleerte ich die alten Ansätze. Damit die Halme am Boden blieben, legte ich ein zugeschnittenes Putzgitter darüber und beschwerte es am Rand mit Steinen, damit bei meinen Kescherzügen nichts mehr aufwirbeln konnte. Um zu verhindern, dass Vögel in der Wanne ertrinken, legte ich nach dem Auffüllen noch einen Ast hinein. Der Ansatz entwickelte sich gut, und meine Fische freuten sich regelmäßig über hochwertiges Lebendfutter. Petra Fitz

Wer jedes Jahr viele Zäpfchen der Schwarzerle (Alnus glutinosa) zur Färbung seines Aquarienwassers oder zum Erzeugen eines „gewissen Schwarzwasser-Klimas“ benötigt, sollte sich vielleicht schon im Sommer Gedanken machen, woher er sie günstig bekommt. Bei Stückpreisen von zwölf Cent bis zu Kilopreisen von 144 Euro – und das sind jeweils die niedrigsten Preise, die ich finden konnte – ist es natürlich sinnvoll und lohnend, die Zäpfchen jetzt im Herbst selbst zu sammeln. Jedes Jahr im Juli oder August ziehe ich bei uns an die Flussufer und halte Ausschau nach Schwarzerlen. Dieses Jahr wird sehr gut, denn es hängen viele Zäpfchen an den Bäumen! Bei meinen Spaziergängen suche ich mir auch schon die Bäume aus, die ich im Herbst, bevor die großen Regen durchziehen, „abernten“ kann. Dabei ist mir nicht nur die Menge der hängenden Zapfen wichtig, sondern auch, dass sie einfach, ohne Leiter, zu erreichen sind. Nach dem Pflücken im Herbst trockne ich die Zäpfchen drei bis fünf Tage auf einer Folie. Denn selbst, wenn es nicht geregnet hat, haben die Früchte der Schwarzerlen immer etwas Restfeuchte, da sie ja meist an Flüssen oder in deren Nähe stehen. Trockene Erlenzäpfchen lassen sich bedenkenlos mehrere Jahre lagern und verwenden. Zum Schluss noch ein Hinweis. Bei Erlenzäpfchen gilt: Weniger ist mehr – egal, ob man sie zur Färbung des Wassers oder als Futter für Garnelen und andere Krebse oder für Harnischwelse benutzen möchte. Die Zäpfchen geben innerhalb kürzester Zeit große Mengen an Gerb- und Huminstoffen ab, die bei einer zu hohen Dosierung giftig wirken und im schlimmsten Fall den Tod der Fische verursachen können. „Schwarzwasser“ sollte immer in erster Linie aus Laub hergestellt werden. Erlenzäpfchen dienen nur zur Unterstützung und sind in Kleinstmengen zu verwenden (siehe auch den Beitrag „Schwarzwasser, selbst gebraut“ in DATZ 7/2013). Viel Spaß beim Sammeln und Erleben in der schönen, herbstlichen Natur! Mario Hamann

Wer kennt nicht dieses Problem? Ganz plötzlich braucht man mehr Platz, weil sich irgendwelche Fische nicht vertragen oder auf einmal Jungfische da sind. Aber man kann kein weiteres Aquarium aufstellen oder hat gerade kein leeres Becken zur Hand. Also bleibt nichts anderes übrig, als ein vorhandenes Bassin zu unterteilen. Vor diesem Problem stand ich schon öfter und hatte nie eine zufriedenstellende Lösung. Das Einkleben einer Trennscheibe kam nicht in Betracht. Frank Selinger

den vollständigen Artikel finden Sie in Ausgabe 10/2013

Mein Fischfreund Eckhard überrascht mich immer wieder mit Tricks aus „Aquarianers Mottenkiste“. Viele dieser Kniffe sind mir neu, ich bin ja erst seit den 1960er-Jahren aquaristisch aktiv. Eckhard ist ungefähr zehn Jahre älter als ich, diese Zeit fehlt mir eben. Neulich war ich in seinem Zuchtkeller, um mir bei dem versierten Welszüchter einige Harnischwelse abzuholen, Nachzuchten von L 162 (Panaqolus maccus) und L 134 (Peckoltia compta). Die Fischchen waren etwa drei Zentimeter lang. Der Nachwuchs wird in den Aufzuchtaquarien optimal gehalten. Zu den Besonderheiten gehört es, dass Welsfreak Eckhard fast jedem Jungwels seine eigene Höhle bietet. Reinhold Wawrzynski

den vollständigen Artikel finden Sie in Ausgabe 10/2013