margin-right: 20px; margin-bottom: 10pxHat sich der Fischembryo im Ei entwickelt, waren unsere Nachzuchtbemühungen erfolgreich. Dem zarten Organismus steht aber noch ein wichtiger Schritt bevor: Er muss die Eihülle durchstoßen. Wie gelingt es ihm, die feste Schale aufzubrechen? | Von Roland Schreiber


Eier, wir brauchen Eier!“ Als eingefleischter Aquarianer fühlte ich mich von diesem fast schon legendären Satz des ­ehemaligen Fußball-Nationaltorhüters Oliver Kahn natürlich sofort angesprochen. Das Thema ist für uns vor allem deshalb
so interessant, weil ein überwiegen­-der Teil der Aquarienfische zu den ­eierlegenden Arten gehört, deren Nachwuchs durch eine feste Schale, eben das Ei, geschützt ist. Über Fischlaich wurde schon einiges geschrieben, aber haben Sie sich schon ein­-mal gefragt, wie es dem kleinen Em­bryo eigentlich gelingt, während des Schlupfvorgangs die harte Eihülle zu durchbrechen?

Kein Ei gleicht dem anderen
Eines der Themen, die für uns die Aquaristik so interessant und gleichzeitig so schwierig machen, ist zweifellos die Vermehrung der einzelnen Fischarten. Im Lauf der Evolution bildeten sich hier verschiedene „Methoden“ heraus. Neben der Viviparie (lat. viviparus = „lebendgebärend“) und der Ei-Lebend-Geburt oder Ovoviviparie (oviparus = „Eier legend“), einer ganz speziellen Art und Weise der Fortpflanzung, ist die Oviparie bei den Knochenfischen (Teleostei) die häufigste Fortpflanzungsstrategie.

den vollständigen Artikel finden Sie in Ausgabe 6/2017

margin-right: 20px; margin-bottom: 10pxWer Grundeln pflegt, sollte sich nicht nur an ihrer Vielgestaltigkeit und ihren Farben erfreuen, sondern auch einmal einen genaueren Blick auf ihre Gelege werfen. | Von Uwe Werner


Der Formenkreis der Grundeln ist sowohl vom Körperbau als auch vom Verhalten her von faszinierender Vielfalt: Die Natur kombiniert Quappenköpfe, dicke Lippen und Riesenmäuler mit zylindrischer Torpedoform, erfindet Flossenfüße, Saugscheiben und fetzenähnliche Flossenfahnen und verknüpft diese sehenswerten Merkmale obendrein mit hochspezialisiertem Verhalten bei Nahrungserwerb, innerartlichen Rangeleien, Balz, Fortpflanzungsverhalten und Brutpflege.
Hinzu kommt, dass es bezüglich der Ei-Entwicklung unterschiedliche Typen gibt. Eingefleischte Aquarianer sollten sich eigentlich für die Größe und Form, die jeweilige Art der Aufhängung und die Entwicklung der Eier interessieren.
„Sollten“, schreibe ich, weil es mich wundert, dass Veröffentlichungen über Grundeln meist gar nicht auf deren Eier und ihre Entwicklung eingehen. Überhaupt führt die weltweit verbreitete Unterordnung der Grundelartigen (Gobioidei) trotz der genannten Besonderheiten ein regelrechtes Mauerblümchendasein in der Aquaristik, obwohl es wahrscheinlich über 2.000 Arten gibt! Da muss man sich schon fragen, warum so viele Aquarianer diese interessanten Fische einfach zu übersehen scheinen.

den vollständigen Artikel finden Sie in Ausgabe 6/2017

margin-right: 20px; margin-bottom: 10pxUnser Titelthema bietet sich an, dieses hochinteressante Verhalten im Rahmen der Brutpflege ­verschiedener südamerikanischer Buntbarsche noch einmal zu ­betrachten. | Von Rainer Stawikowski


Vor gut sechs Jahren schilderte ich in der DATZ meine Aqua­rienbeobachtungen an einem – bis heute – wissenschaftlich nicht beschriebenen Buntbarsch aus dem oberen Negro- und Orinoco-Einzug (Brasilien und Venezuela). Aequidens sp. „Atabapo“ ist ein larvophiler Maulbrüter, der „vorzugsweise auf transportablen Unterlagen, also auf abgestorbenen Blättern der Ufervegetation (Falllaub) oder auf kleinen Holz- oder Rindenstückchen“ laicht (Stawikow­ski 2011).
Ein solches Verhalten – das Absetzen des Geleges auf einer beweglichen Unterlage – war erstmals in den 1970er-Jahren entdeckt, beschrieben und – natürlich – zu erklären versucht worden. Barlow (1974) hatte es an ­einem offenbrütenden „Blaupunktbarsch“ – Andinoacara (damals noch Aequidens) coeruleopunctatus – in einem Zufluss des Gatun-Sees (Panama) verfolgt. Knapp zehn Jahre später veröffentlichte Townshend (1983) ganz ähnliche Beobachtungen: „Nach einigen Tagen der Balz und des Sub­stratputzens laichen die Fische, und zwar bevorzugt auf Fallaubblättern, so daß sie in der Lage sind, ihre Gelege, die je nach Größe der Weibchen 150 bis knapp 800 Eier umfassen, bei Gefahr in versteckreiche Uferzonen oder bei Wasserstandschwankungen in flachere Bereiche beziehungsweise aus schnell strömenden in ruhigere Abschnitte zu transportieren“ (zitiert nach Stawikowski & Werner 1998).

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