Rückmeldungen zur jeweiligen DATZ-Ausgabe

Jeder kennt das: Hält man sich länger im ­Wasser auf – Badewanne, Schwimmbad –, verändern sich Finger und Zehen. Im Internet gibt es zahlreiche Erklärungen dafür, wissenschaftlich inter­essante und glaubhafte wie spekulativ hypothetische.
Mir als Aquarianer gefällt dieser Ansatz: Der Schrumpelzustand ist ein Relikt aus unserer frühen Jäger- und Sammlerzeit. Als es noch keine Fangnetze gab, musste man seine Hände benutzen. Mit schrumpeligen Fingern lassen sich glitschige Wassertiere viel besser greifen, mit glatten rutscht man leicht ab; in Strömungen und Strudeln ist man hilflos.
Zum Glück schrumpeln auch die Zehen im Wasser. So war es unseren Vorfahren möglich, selbst in reißenden Flüssen ihrer Beute sicher nachzustellen.
Wer mit dem Handkescher ungeschickt im Aquarium hantiert, um Fische oder anderes Getier zu fangen, sollte den Methoden aus früheren Zeiten vertrauen; mit den Händen geht es bestimmt besser! Die Zehen dürfen in den Socken bleiben.

Reinhold Wawrzynski

Ehrlich gesagt, habe ich keine Ahnung, wie der Pflanzenkeimling (Senf?) in das Aquarium gelangte. Jedenfalls packte ein Weibchen von Melanotaenia praecox den Spross und versuchte mehr oder weniger erfolgreich, ihn hinunterzuschlucken. Nach einem Tag (!) konnte ich das Ganze nicht mehr mit ansehen, und ich beschloss, das Pflänzchen behutsam zu entfernen.
Als ich vorn, also vor dem Maul des Fisches, vorsichtig an dem Keimling zog, bewegte sich hinten tatsächlich sein „Schwanzende“, das sah richtig gruselig aus!
Dann zog ich beherzt, aber vorsichtig an der Pflanze, und es gelang mir tatsächlich, das Fischchen aus seiner misslichen Lage zu befreien. Zu meiner Erleichterung überstand es die Prozedur unbeschadet!
Ja, ja, wenn die Augen größer sind als der Magen …
Petra Fitz

Leider ist bei der Richtigstellung in der April-Ausgabe schon wieder etwas danebengegangen. Die Abbildung von Uwe Dost zeigt keine ­Höcker- (Grapt­emys pseudogeographica), sondern eine Schmuckschildkröte (Trach­emys scripta) im Plattenwechsel.
Mit den roten Flecken (Streifen?) am nicht ganz sichtbaren Hals könnte es sich um einen Hybriden ­zwischen T. scripta scripta (Gelbwangen-) und T. s. elegans (Rotwangen-Schmuckschildkröte) oder aber um den Nachkommen eines solchen Hybriden handeln.
Martin Leonard Voss

Anmerkung der Redaktion: Dieser neuerliche, überflüssige Fehler ist nicht dem Bildautor anzulasten, denn Uwe Dost hatte sein Foto korrekt mit T. scripta bezeichnet. Vielmehr ist der Redaktion hier ein dummer Flüchtigkeitsfehler unterlaufen.
Bei dieser Gelegenheit: Dass im Inhaltsverzeichnis von DATZ 4 auf Seite 5 zwei Fotos aus unserem Pflanzen-Beitrag (Rotala rotundifolia, Seite 44) erschienen sind und das eigentlich vorgesehene Bild zu dem Sternflecksalmler-Artikel (Pristella maxillaris, Seite 55) „unter den Tisch gefallen ist“, beruht übrigens auf einer technischen Panne und ist nicht etwa dem alternden Redakteur zuzuschreiben.
Unsere Leser werden diese Pannen sicher mit Fassung tragen …
Rainer Stawikowski

Ganz begeistert war ich, als uns die Hotelleitung in un­serem letzten Urlaub mit einem individuellen Miniteich im Garten unseres Bungalows überraschte. Wir waren in Mui Ne (Vietnam), und dort ist es üblich, wie in vielen südostasiatischen Ländern, größere Thai-Kübel in Gärten und Parks aufzustellen, ebenso vor Geschäften, Restaurants, Museen, Tempeln und Wohnhäusern. Kübel für Gäste in Hotelanlagen kannte ich bislang nicht.
Auf den ersten Blick schauen diese Gefäße wie große, mit Wasser gefüllte Blumentöpfe aus – aber Vivarianer sehen natürlich mehr! Thai-Kübel ähneln Aquarien, sie haben ein großes Volumen (etwa 100 Liter) und sind gewöhnlich gut bepflanzt. Häufig bilden herrlich blühende Seerosen (Nymphaea spp.) einen Blickfang. Die übrige Begrünung besteht vielfach aus Wasserpest (Egeria sp.), Hornkraut (Ceratophyllum sp.) oder Grundnesseln (Hydrilla verticillata). Interessante Schwimmpflanzen wie die Vielwurzelige Teich- oder Wasserlinse (Spirodela polyrhiza) und Salvinia-Arten gibt es ebenfalls.
Asiatische Fische sieht man fast nie in solchen Behälterneher bunte Platy- und Guppy-Zuchtformen, die leider nicht zu meinen Favoriten gehören. Wahrscheinlich sind sie auch zur Mücken­bekämpfung gedacht.
So war ich glücklich, hier meinen eigenen kleinen „Biotop“ zu haben, ganz ohne Fische, aber mit verschiedenen Wasserschnecken und einer tollen Vege­tation. Neben den obligato­rischen Seerosenblüten begeisterte mich eine Stängelpflanze, ähnlich dem Nixkraut, die fast den ganzen Behälter überwuchert hatte. Um welche Art handelte es sich? Natürlich wollte ich einige Ableger nach Hause mitnehmen.
Ein vietnamesischer Mitarbeiter des Hauses, Herr Hung, besuchte uns fast täglich und erledigte gärtnerische Arbeiten in unserer kleinen Anlage. Auch die Pflege des Wasserbeckens gehörte dazu. Er war ein freundlicher, zuvorkommender Mann. Wir verständigten uns mit Händen und Füßen, denn seine englischen Sprachkenntnisse waren recht bescheiden. Er freute sich darüber, dass ich an dem „Gartenteich“ Gefallen fand, unsere Unterhaltung drehte sich fast ausschließlich um dieses Thema.
Eines Tages kam ich am späten Nachmittag von einem Ausflug zurück. Herr Hung wartete schon neben dem Kübel und strahlte mich an: „Look here, verry clean!“ Stolz präsentierte er den „aufgeräumten“ Kleinstteich. Er hatte fast alle Schwimmblätter der Seerose entfernt. Von den Nixkraut-ähnlichen Pflanzen war fast nichts mehr zu sehen, Herr Hung hatte wohl Unkraut gejätet … Schnecken waren auch nur noch ganz wenige da. Und um mir eine ganz besondere Freude zu bereiten, hatte er vier Guppy-Männchen eingesetzt!
Herr Hung strahlte noch immer: „You are happy?“
„Oh yes – it’s beautiful …“Reinhold Wawrzynski

Anmerkung der Redaktion: Bei der Pflanze handelt es sich tatsächlich um ein Najas-Gewächs, worauf der Habitus, die vielen Verzweigungen und kleinen Zähnchen am Blattrand hindeuten. Es dürfte sich um N. indica handeln, eine Art, die in viernamesischen Pflanzkübeln sehr häufig anzutreffen ist, oft zusammen mit Guppys.
Christel Kasselmann

Einer meiner ersten Cich­liden war der Zebrabuntbarsch, damals als Cichla­soma nigrofasciatum bekannt. Dieser Liebe blieb ich über Jahrzehnte treu; immer wieder pflegte ich mit Unterbrechungen diese kleinen Fische mit der prägnanten Färbung.
Nach und nach kamen in den 1970er- und 1980er-Jahren Wildfangtiere aus Costa Rica, Honduras oder Panama dazu, die ursprünglich als Lokalformen oder Farbmorphen betrachtet wurden.
Vor einigen Jahren tauchten fast himmelblaue „Ze­bras“ auf, die in den USA als „Honduran Red Point“ bezeichnet wurden. Bei diesen Fischen scheinen sich die Fachleute immer noch nicht einig zu sein, ob es sich um eine bisher nicht beschriebene Spezies oder lediglich um eine Farbmorphe, Population oder gar Zuchtform einer der bekannten Arten handelt (siehe auch den Beitrag von Hans-Peter Ziemek in DATZ 4/2018, der nicht ausschließen mag, dass es sich hier um eine eigene Art handelt).
Michi Tobler, ein Schweizer Ichthyologe, hatte diese Fische in DATZ 8/2007 erstmals vorgestellt: „Variable Zebras: Die kleinen Blauen aus Honduras“. Er hielt „Honduran Red Point“ ebenfalls für eine natürliche Form, die im Nordosten von Honduras vorkommt. Rusty Wessel soll sie im Jahr 2006 im Papaloteca-Einzug (einem Flusssystem, das nördlich der von Bussing ange­gebenen Nordgrenze der Verbreitung von Amatitlania nigrofasciata liegt) und im Südosten bis zum Río los Amadros und Patuca-Becken gefunden haben.
Toblers Tiere sollen aus dem Río Mongo (Papaloteca-System) stammen. Um weitere Klarheit zu schaffen, kündigte er umfangreiche Studien an. Das ist nun zehn Jahre her; mir ist nicht bekannt, ob sich inzwischen etwas Konkretes ergeben hat.
Gibt es DATZ-Leser, die mehr darüber wissen?!
Berthold Weber