Rückmeldungen zur jeweiligen DATZ-Ausgabe

margin-right: 20px; margin-bottom: 10pxUnter anderem erörterte Roland Schreiber in der Januar-Ausgabe der DATZ die Verwendung von Tubifex und Glanzwürmern als Lebendfutter. Bei der interessanten Lektüre erinnerte ich mich sogleich an einen Fund, den ich vor vier Jahren gemacht hatte.
Damals reinigte ich den verschlammten, vornehmlich mit Schaumstoffwürfeln bestückten Biofilter unseres Buntbarsch-Aquariums. In dem Filter vermehrten sich rote Posthornschnecken explosionsartig. Was ich beim Abschütten des Schlamms nach der Reinigung des Schaumstoffs entdeckte, verunsicherte mich: Auf dem Boden des Eimers krochen feine, rote Würmer umher.
Die Tierchen mussten im Filterschlamm „gewachsen“ sein. Für Tubifex schienen sie mir zu kurz. Unter dem USB-Mikroskop offenbarte sich ihre Struktur. Sie waren etwa 0,2 Millimeter dick und rund zehn Millimeter lang. Zoomte ich die Aufnahme heran, konnte ich erkennen, dass die „Segmente“ wohl durch den stark gefalteten Darm der Tiere entstanden. Leider war die Auflösung für eine genauere Betrachtung zu gering.
Unseren Fischen (Oreochromis sp.) schienen diese Filterbewohner nicht geschadet zu haben. Vermutlich hatte ich die Würmchen mit Wasserlinsen, die wir den Buntbarschen regelmäßig verabreichen, aus un­serem Naturteich eingeschleppt.
Kann mir ein DATZ-Leser sagen, um welche Würmer es sich handelt und ob sie sensibleren Aquarienbewohnern lästig werden könnten? Oder habe ich hier sogar wertvolles Lebendfutter gefunden? Petra Fitz

margin-right: 20px; margin-bottom: 10pxDen Beitrag „Von Goldstücken und Silberpfeilen“ von Uwe Dost in der März-Aus­gabe las ich sehr aufmerksam, rief er mir doch lang zurückliegende Erlebnisse mit diesen „besonderen“ Halbschnabelhechten lebhaft in Erinnerung.
Anfang der 1980er-Jahre bekam ich von einem Großimporteur zwei etwa fünf Zentimeter lange Wildfänge von Dermogenys pusilla. Die beiden Halbschnäbler setzte ich in ein speziell einge­richtetes 50-Liter-Aquarium ohne weitere Mitbewohner. Leider starb aus ungeklärter Ursache nach etwa drei Wochen eines der Tiere.
Der überlebende Fisch, ein Weibchen, gedieh prächtig und wurde abwechslungsreich mit Larven der Stechmücke (Culex pipiens), stummelflügeligen Fruchtfliegen (Drosophila melanogaster) und Silberfischchen (Lepisma saccharina) gefüttert; von diesen Urinsekten bekam er täglich zwei Stück und war offenbar sehr davon angetan. Kaum hatte ich die Silberfischchen ins Wasser gesetzt, erfasste der Halbschnabelhecht sie mittels Seitwärtsstoß und verspeiste sie genüsslich.
Nach etwa einem dreiviertel Jahr – das Dermogenys-Weibchen hatte, offenbar dank der abwechslungsreichen Ernährung, die imposante Länge von gut zehn Zentimetern erreicht – bekam ich von einem befreundeten Aquarianer ein Männchen.
Nach der üblichen Quarantäne setzte ich die beiden Tiere zusammen. Anfangs wurde das viel schmächti­gere Männchen noch vom Weibchen bedrängt, konnte sich aber in dem dicht wuchernden ­Bogormoos (Taxiphyllum barbieri) in Sicherheit bringen.
Nach einigen Tagen duldete das Weibchen den neuen Partner in seiner Nähe, und der begann mit seiner ausgeprägten Balz.
Nach weiteren dreieinhalb Monaten – ich hatte die Hoffnung auf Nachwuchs schon aufgegeben – bemerkte ich im Bogormoos nahe der Wasseroberfläche die ersten Jungfische. Unverzüglich fing ich die Alttiere aus dem Aquarium und setzte sie in ein parallel eingerichtetes Becken mit gemeinsamer Wasserzirkulation.
An die Jungfische – ich zählte 23 – verfütterte ich so lange Nauplien von Artemia salina, gesiebte Daphnia sp. und Cyclops sp., bis sie die ausgewachsenen Wasserflöhe und Hüpferlinge sowie stummelflügelige Fruchtfliegen bewältigten.
In Abständen von etwa eineinhalb Monaten gebar das Weibchen nun seine Jungen. Die Zahl der geborenen (und entdeckten) Jungen variierte erheblich. Beim vierten Wurf zählte ich 96 Exemplare! Danach stellte ich gut vier Monate lang keinen frisch geborenen Nachwuchs mehr fest.
Obwohl ich das Aquarium in der Regel stets gut verschloss, lag eines Morgens das Weibchen vertrocknet auf dem Fußboden. Der of­fene Spalt der Deckscheibe war kaum einen Zentimeter breit!
Da ich beruflich mehrere Monate ins Ausland musste, gab ich meine Nachzuchten an einen befreundeten Zoofachhändler ab und pflegte seither – leider – nie wieder Halbschnabelhechte.
Hans Esterbauer

margin-right: 20px; margin-bottom: 10pxFrank Schäfer stellt in sei­ner Magazin-Kolumne „Aufgetaucht“ nicht ganz alltäg­liche Fische vor. Besonders interessant in der März-Ausgabe fand ich die Platy-Form, die in den verschiedenen Foren der Freunde Lebendgebärender Zahnkarpfen als „La Laguna“ bekannt ist. Auch auf ­diversen Ausstellungen war sie schon zu sehen, und ich halte ebenfalls eine Gruppe dieser prächtigen Poeciliiden. Das Foto in DATZ 3 wird der Schönheit dieser Fische allerdings nicht annähernd gerecht!
Bei der Geburt sind diese Kärpflinge ziemlich grau und noch fleckenlos. Wachsen sie heran, kann man beobachten, dass sie immer mehr schwarze Tüpfel bekommen, die bei adulten Tieren sogar ziemlich groß werden. Die dunkle, flächige Zeichnung kann dann durchaus 50 bis 60 Prozent der Körperoberfläche bedecken, das betrifft beide Geschlechter.
Die Fische heißen ja auch nicht umsonst Xiphophorus variatus, und die namens­gebende Varia­bilität lässt sich bei diesem Stamm besonders gut beobachten. Kein Fisch sieht aus wie der andere. Es gibt Tiere, die so schwach gemustert sind wie die beiden auf dem Foto im März-Heft, und andere, die vor lauter Flecken fast schwarz aussehen.
Die Männchen zeichnen sich zudem durch eine kräf­tige Rotfärbung aus. Beim heranwachsenden Jungfisch setzt sie auf der Schwanz­flosse ein; es beginnt mit ­einer leicht orangefarbenen Tönung, die mit der Zeit ­immer intensiver wird und schließlich in ein plakatives Rot übergeht. Bei manchen Individuen bekommt die Caudale außerdem noch einen markanten tiefschwarzen Saum.
In meinem Stamm treten Männchen auf, bei denen sich die rote Farbe auch über den Körper bis zu den Brustflossen erstreckt, sie sind aber Ausnahmen. Bei den meisten Exemplaren beschränkt sich das Rot auf die Schwanzflosse, und auf den Flanken liegt lediglich ein ­roter Schimmer.
Die Rückenflosse der Männchen ist gelb, ihre Strahlen sind schwarz, ihr Saum ebenfalls, was besonders hübsch aussieht, wenn die Flosse bei der Balz vor den Weibchen oder zum Imponieren vor anderen Männchen aufgestellt wird.
Den Weibchen fehlt dieses Farbenspiel; sie sind grau, von leicht bis ziemlich durchgehend schwarz gesprenkelt. Man erkennt sie ziemlich früh an ihrem dunklen Trächtigkeitsfleck, den sie schon zeigen, wenn sie vermutlich noch gar nicht ­geschlechtsreif sind. Später werden sie zudem schön rundlich und größer als die Männchen.
margin-right: 20px; margin-bottom: 10pxMein Becken für diese Platys ist nicht sehr dicht ­bepflanzt, weil ich die Fische ja beobachten will. In einer solchen Umgebung werden die meisten der Jungen zwar gefressen, aber es kommen ausreichend viele durch, sodass mein Stamm beständig wächst. Besonders gefährlich scheint es für die Jungen zu sein, wenn sie gerade geboren sind. Ein paar Tage später schwimmen sie aber bereits furchtlos umher und werden von ihren adulten Artgenossen weitgehend ignoriert oder bestenfalls halbherzig verfolgt.
Mein Stamm umfasst zurzeit gut 60 Tiere, da gibt es viel zu sehen und zu beobachten. Eine strenge Hierarchie existiert nicht. Selbst
die noch jungen Männchen umwerben eifrig die Weibchen und wohl auch mit ­Erfolg, denn der Druck verteilt sich auf so viele Indi­viduen, dass selbst das größte Männchen nicht überall gleichzeitig sein kann. Die Weibchen werden von den Freiern eifrig umworben, aber nicht so heftig bedrängt, wie ich es bei an­deren Arten von Zahnkarpfen schon sah.
Diese Platy-Wildform ist einmal etwas völlig anderes, und wer Spaß an solchen ­Fischen hat, der sollte sich unbedingt ein paar Exem­plare besorgen. Sie stechen aus dem eher eintönigen Bild, das die meisten Zuchtformen bieten, erfrischend deutlich hervor.
Natürlich versuche ich, meinen Stamm sich möglichst ungestört entwickeln zu lassen, es handelt sich ja um eine Wildform. Ich entferne lediglich die kleinen Frühmännchen, damit die Tiere nicht von Generation zu Generation immer kleinwüchsiger werden.
Mir gefällt das variable Aussehen dieser Kärpflinge, ich sitze gern und lange vor ihrem Aquarium und schaue ihnen bei ihrem immer lebhaften Treiben zu.
Volker Diekmann

Literatur
Bremer, H. (1997): Aquarienfische gesund ernähren. – Verlag Eugen ­Ulmer, Stuttgart.
Westhäuser, C. (2016): Stechmückenlarven – „Schwarze Mückenlarven“. – www.tuempeln.de.

Wahrscheinlich hätte ich gar nicht darauf hinweisen müssen, weil Sie es längst selbst bemerkt haben: Die Bildunterschrift zu unserem „Igelfisch“ in der Februar-Aus­gabe ist falsch. Korrekt muss sie lauten: „Seehase (Cyclo­pterus lumpus).“
Wieder so eine Nachlässigkeit dieser Redaktion ...
Rainer Stawikowski

margin-right: 20px; margin-bottom: 10pxDass die Diversität der Mücken (Nematocera) viel höher ist als landläufig angenommen, verwundert nicht. Allein unter den Stechmücken (Familie Culicidae) findet man zurzeit 49 Arten in Deutschland, über 100 in ­Europa, tausende auf den Südkontinenten. Dazu zählt auch die in Europa weit verbreitete schwarze Stechmücke (Culex pipiens), deren Larven wegen ihres massenhaften Vorkommens und ihrer Agilität als Fischfutter beliebt sind.
Die Culex-Arten haben Larven, die ein abdominales Atemrohr besitzen und damit die Wasseroberfläche pene­trieren können, um auch in zumindest partiell anoxischen Gewässern erfolgreich leben zu können. Durch dieses Rohr gelangt atmosphä­rische Luft in die Larve.
Das Titelbild von DATZ 1/2017 zeigt nun nicht, wie angegeben, zwei schwarze Mückenlarven, sondern Vertreter der Stechmückengattung Anopheles, die man eher als „grüne Mücken­larven“ bezeichnen könnte. Das Atemrohr fehlt. Diese Larven weisen eine unauffällige Atemöffnung an einem der hinteren Abdominal-Segmente auf. Zum Genus Anopheles gehören übrigens auch die die Malaria über­tragenden Mücken.
Hat man die Vielfalt der Stechmücken verinnerlicht, fällt es auch einfacher zu verstehen, warum es manchmal mehr, manchmal weniger juckt, wenn man von ihnen gestochen wird. Es sind eben verschiedene Arten, die uns heimsuchen, abhängig von Ort und Jahreszeit.
Johannes Dürbaum

Der Begriff „schwarze Mückenlarven“ wird manchmal – im engeren Sinn – ausschließlich für die Jugendstadien der Gemeinen Stechmücke (Culex pipiens) verwendet, enthält aber – im weiteren Sinn – ein viel breiteres Artenspektrum, das alle Larven der Familie Culic­idae (Stechmücken) umfasst (Bremer 1997).
Auch Westhäuser (2016) bemerkt auf seiner Internetseite „Alles über Lebend­futter“: „Unter den Sammelbegriff ‚Schwarze Mückenlarven‘ fallen in der Aqua­ristik die Larven und die Puppen der verschiedenen Stechmückenarten (Culic­idae). Von den fünf in Deutschland vorkommenden Arten sind für uns die Gattungen Culex sowie Aedes interessant.“
Hier ist noch die Gattung Anopheles hinzuzufügen, deren Spezies fast weltweit (mit Ausnahme einiger im Pazifik und Atlantik gelegener Inseln) anzutreffen sind. Innerhalb dieser Gattung, die ebenfalls den Culiciden zugerechnet wird, wurden in Deutschland bis heute sechs Arten nachgewiesen (A. al­geriensis, A. atroparvus, A. claviger, A. maculipennis, A. messeae und A. plumbeus).
Die auf DATZ 1/2017 ab­gebildeten „schwarzen Mückenlarven“ (Anopheles sp.) fing ich in meinem Gartenteich in Nordbayern. Sie sind bereits beim Fang aufgrund ihrer irisierenden Grünfärbung, ihres kleineren Körpers sowie ihrer waagerechten Haltung direkt unter der Wasseroberfläche deutlich von den Larven der Gemeinen Stechmücke zu unterscheiden. Bei näherem Betrachten erkennt man die von Johannes Dürbaum erwähnten beiden Atemöffnungen auf der Rückseite des achten Hinterleibsegments („fehlendes Atemrohr“), mit deren Hilfe Sauerstoff aufgenommen wird.
Ein weiterer Unterschied zu Culex besteht darin, dass Anopheles-Larven nicht in jauchigem Wasser anzutreffen sind.
Als Nahrung dienen den Larven der beiden Gattungen kleinste Algenzellen, ­Detritus sowie Mikroorga­nismen, wobei Anopheles-Larven ihren Kopf um 180 Grad drehen und ihre Beute auch von der Wasserober­fläche aufnehmen können.
Die Vermehrung erfolgt bei Anopheles-Mücken durch die Abgabe einzelner elliptischer Eier an der Wasseroberfläche, während Culex-Arten ganze Eipakete (200 bis 300 längliche Eier) als ­„Eischiffchen“ absetzen.
Erst mit dem Schlupf der Imago, der fertigen Mücke, werden die Angehörigen der beiden Gattungen ihrer Bezeichnung „Stechmücke“ gerecht und ernähren sich während der Fortpflanzungszeit von Warmblüterblut (allerdings ausschließlich die Weibchen).
Auch das vollständig entwickelte Anopheles-Insekt lässt sich relativ einfach anhand seiner charakteristischen Körperhaltung von den Vertretern der Genera Culex und Aedes unterscheiden: Anopheles-Mücken stellen ihren gesamten Körper weitgehend gerade und meist in einem Winkel von 30 bis 45 Grad zum Untergrund, während die Arten der beiden anderen Gattungen ihr Hinterteil zum Untergrund hin senken.
Übrigens sind – streng genommen – nicht einmal die Larven von C. pipiens schwarz, zumindest nicht kurz nach ihrem Schlupf.
Die Pigmentierung setzt erst nach ein bis zwei Tagen ein, wie das beigefügte Bild der gerade aus den Eiern schlüpfenden Culex-Larven zeigt.
Nicht nur die Vertreter des Genus Anopheles („Fieber- oder Malariamücken“), sondern Mücken allgemein sind als Überträger einiger gefährlicher Viren (Zika- und Usutu-Virus, West-Nil-, Dengue- und Gelbfieber, Malaria ...) gefürchtet.
Während man bisher das Risiko einer Malaria-Infektion in Deutschland als gering einschätzte, da den Viren die dafür notwendigen klimatischen Bedingungen fehlten, ist dieses Thema in Zeiten von Klimaveränderung und Globalisierung nicht mehr ganz so harmlos.
Nicht erst mit dem verstärkten Auftreten der Asia­tischen Tigermücke (Aedes albopictus) vor sechs Jahren in Deutschland richtet sich der Blick der Forscher auf diese bisher weitgehend vernachlässigte Bedrohung.
Roland Schreiber

Literatur
Bremer, H. (1997): Aquarienfische gesund ernähren. – Verlag Eugen ­Ulmer, Stuttgart.
Westhäuser, C. (2016): Stechmückenlarven – „Schwarze Mückenlarven“. – www.tuempeln.de.