Rückmeldungen zur jeweiligen DATZ-Ausgabe

margin-right: 20px; margin-bottom: 10pxAbgesehen davon, dass Rupert Riedl seine grundlegenden Erkenntnisse über Meereshöhlen nicht in der Adria, sondern im Tyrrhenischen Meer (Expeditionen 1948 bis 1953) gewann, habe ich folgende Anmerkungen zu dem Beitrag von Falk und Cornelia Wieland:
1. Die Geschlechtsöffnung der Holothurien (hier Holothuria tubulosa) liegt nicht unterhalb des Tentakelkranzes (wie angegeben), sondern im „Nacken“. Hätten die Autoren die Samenab­gabe abgewartet, hätten sie auch gesehen, wo sie erfolgt.
Das Aufrichten des Körpers mit Ausschütten der ­Geschlechtsprodukte findet nicht nur nachts statt, sondern bereits ab den Nach­mittagsstunden (etwa ab 16 Uhr).
2. Der blaue Bauchfleck
des Schriftbarsches beginnt nicht erst nachts im Kunstlicht zu leuchten, sondern ist tagsüber am kräftigsten und verblasst nachts aber auch im Aquarium (wo ebenfalls Kunstlicht herrscht).
3. Es gibt nicht nur die genannten drei Arten von Drachenköpfen im Seichtwas­-ser der Adria, sondern auch eine vierte: Scorpaena ma­durensis. Sie ähnelt den anderen, kleineren Spezies und wird daher meist nicht erkannt (sie ist auch bei Riedl nicht namentlich aufgeführt), unterscheidet sich aber durch einige kurze, einfache „Kinnbarteln“.
4. Die Rote Meerbarbe ist ­keine „normale Begegnung“, sondern eher selten in den von Tauchern besuchten Regionen, da sie meist erst ab 100 Metern Tiefe vorkommt. Bei den in Gruppen vor Seegraswiesen liegenden Tieren handelt es sich meist um Mullus surmuletus.
Das abgebildete Tier ist ebenfalls ein Exemplar dieser Art, nämlich in der Ruhefärbung, und nicht etwa ein Angehöriger der Spezies M. barbatus. Die Flecke in der Rückenflosse sind zwar nur schwach erkennbar, aber M. barbatus besitzt gar keine; außerdem ist der Kopf von M. barbatus kürzer und das Profil steiler.
Die Römer beobachteten übrigens nicht das normale Farbenspiel der Barben entzückt, sondern ergötzten sich am wunderbaren Farbwechsel des Erglühens und Verblassens der sterbenden Tiere vor, während und nach deren qualvollem Tod.
 Horst Moosleitner

Horst Moosleitner schreibt
in seinem Leserbrief, dass Rupert Riedl seine grundlegenden Erkenntnisse der Expeditionen von 1948 bis 1953 im Tyrrhenischen Meer gewonnen habe.
Im Originalwerk – „Bio­logie der Meereshöhlen“, Karte Untersuchungsgebiete im West-Mediterran und in der Adria, Seite 28 – lässt sich nachschlagen, dass vor Kroatien Meereshöhlen mindestens bei Rovinij, um Porec, um Krk, um Rab, um Marjan, Hvar und Cavtat untersucht wurden. Wir behaupten also nichts Falsches, wenn in unserem Text steht, dass das Riedl-Team auch kroatische Meereshöhlen in der Nähe des beschriebenen Zielgebietes Šolta, neun Seemeilen vor Split, erforschte. In der Adria finden sich die Untersuchungsgebiete des Riedelschen Teams, verglichen mit anderen Mittelmeer-Regionen, sogar recht dicht eingezeichnet.
Zu den weiteren Kritikpunkten:
1. Die Geschlechtsöffnung der Holothurien liegt unmittelbar hinter dem Tentakelkranz. Allein wenn Holothurien aufgerichtet sind, könnte man diese Lage als „Nacken“ interpretieren (es handelt sich schließlich um Wirbellose!). Da wir die Fortpflanzung der Holothurien ausschließlich nachts beobachteten, schilderten wir sie folglich als nächtliches Geschehen.
2. Wir beobachteten Schriftbarsche im prallen Sonnenlicht, und der blaue Fleck schien uns unter den grel­len Lichtbedingungen einer hochsommerlich beleuchteten Seegraswiese nicht sehr auffallend. Beim Nachttauchen empfanden wir diesen Fleck im Schein der Unterwasserlampen als stark phosphoreszierend. Sicher ist diese Schilderung eine Augenblicksbeobachtung und ein subjektiver Eindruck. Wir beobachteten Schriftbarsche stets im Meer und können zu ihrem Aussehen in Aquarien, wo sie womöglich unter Stress stehen, nichts schreiben.
3. Hier hat Moosleitner na­türlich Recht, in unserem ­Artikel sind nur die Arten aufgezählt, die wir beobachteten. Dass es eine vierte ­adriatinische Spezies gibt, war uns beim Schreiben des Artikels tatsächlich nicht bewusst.
4. Bei der Bestimmung der fotografierten Meerbarbe orientierten wir uns an Patrick Louisys „Meeresfische: Westeuropa und Mittelmeer“. Wir hielten die Art für Mullus barbatus, weil diverse Mullus-Arten nachts aus großer ­Tiefe (zehn bis 30 Meter) aufsteigen, weil der Fisch auf dem Foto nahezu farblose Rückenflossen hat, weil ein rosafarbener Grundton vorherrscht und weil das Auge relativ groß scheint (was ­unseres Erachtens alles für M. barbatus spricht) und weil außerdem kein richtiger, vom Auge ausgehender Längsstreifen zu sehen ist, wie er für M. barbatus beschrieben wird.
Es ist uns bewusst, dass Artbestimmungen anhand von Fotos kritisch und manchmal nicht sicher möglich sind.
Ferner ist uns durchaus bekannt, dass die alten Römer Barben in viel zu engen Glasvasen auf Festtafeln präsentierten, um deren Farbwechsel unter Stress zur ­Unterhaltung zu verfolgen. Wir berichteten dieses Tun wertfrei, eben als geschichtlichen Aspekt zu dieser Fischart. Selbstverständlich kann dieses Treiben nach heutigem Verständnis von Tier- und Naturschutz nicht als „geschmackvolle“ Unterhaltung gelten.
Aber wir wollten naturkundliche und historische Fakten erzählen; es war nicht unsere Absicht, die Moralvorstellungen der Römer und unsere heutigen wertend nebeneinanderzustellen. Falk und Cornelia  Wieland

margin-right: 20px; margin-bottom: 10pxUnter anderem erörterte Roland Schreiber in der Januar-Ausgabe der DATZ die Verwendung von Tubifex und Glanzwürmern als Lebendfutter. Bei der interessanten Lektüre erinnerte ich mich sogleich an einen Fund, den ich vor vier Jahren gemacht hatte.
Damals reinigte ich den verschlammten, vornehmlich mit Schaumstoffwürfeln bestückten Biofilter unseres Buntbarsch-Aquariums. In dem Filter vermehrten sich rote Posthornschnecken explosionsartig. Was ich beim Abschütten des Schlamms nach der Reinigung des Schaumstoffs entdeckte, verunsicherte mich: Auf dem Boden des Eimers krochen feine, rote Würmer umher.
Die Tierchen mussten im Filterschlamm „gewachsen“ sein. Für Tubifex schienen sie mir zu kurz. Unter dem USB-Mikroskop offenbarte sich ihre Struktur. Sie waren etwa 0,2 Millimeter dick und rund zehn Millimeter lang. Zoomte ich die Aufnahme heran, konnte ich erkennen, dass die „Segmente“ wohl durch den stark gefalteten Darm der Tiere entstanden. Leider war die Auflösung für eine genauere Betrachtung zu gering.
Unseren Fischen (Oreochromis sp.) schienen diese Filterbewohner nicht geschadet zu haben. Vermutlich hatte ich die Würmchen mit Wasserlinsen, die wir den Buntbarschen regelmäßig verabreichen, aus un­serem Naturteich eingeschleppt.
Kann mir ein DATZ-Leser sagen, um welche Würmer es sich handelt und ob sie sensibleren Aquarienbewohnern lästig werden könnten? Oder habe ich hier sogar wertvolles Lebendfutter gefunden? Petra Fitz

margin-right: 20px; margin-bottom: 10pxDen Beitrag „Von Goldstücken und Silberpfeilen“ von Uwe Dost in der März-Aus­gabe las ich sehr aufmerksam, rief er mir doch lang zurückliegende Erlebnisse mit diesen „besonderen“ Halbschnabelhechten lebhaft in Erinnerung.
Anfang der 1980er-Jahre bekam ich von einem Großimporteur zwei etwa fünf Zentimeter lange Wildfänge von Dermogenys pusilla. Die beiden Halbschnäbler setzte ich in ein speziell einge­richtetes 50-Liter-Aquarium ohne weitere Mitbewohner. Leider starb aus ungeklärter Ursache nach etwa drei Wochen eines der Tiere.
Der überlebende Fisch, ein Weibchen, gedieh prächtig und wurde abwechslungsreich mit Larven der Stechmücke (Culex pipiens), stummelflügeligen Fruchtfliegen (Drosophila melanogaster) und Silberfischchen (Lepisma saccharina) gefüttert; von diesen Urinsekten bekam er täglich zwei Stück und war offenbar sehr davon angetan. Kaum hatte ich die Silberfischchen ins Wasser gesetzt, erfasste der Halbschnabelhecht sie mittels Seitwärtsstoß und verspeiste sie genüsslich.
Nach etwa einem dreiviertel Jahr – das Dermogenys-Weibchen hatte, offenbar dank der abwechslungsreichen Ernährung, die imposante Länge von gut zehn Zentimetern erreicht – bekam ich von einem befreundeten Aquarianer ein Männchen.
Nach der üblichen Quarantäne setzte ich die beiden Tiere zusammen. Anfangs wurde das viel schmächti­gere Männchen noch vom Weibchen bedrängt, konnte sich aber in dem dicht wuchernden ­Bogormoos (Taxiphyllum barbieri) in Sicherheit bringen.
Nach einigen Tagen duldete das Weibchen den neuen Partner in seiner Nähe, und der begann mit seiner ausgeprägten Balz.
Nach weiteren dreieinhalb Monaten – ich hatte die Hoffnung auf Nachwuchs schon aufgegeben – bemerkte ich im Bogormoos nahe der Wasseroberfläche die ersten Jungfische. Unverzüglich fing ich die Alttiere aus dem Aquarium und setzte sie in ein parallel eingerichtetes Becken mit gemeinsamer Wasserzirkulation.
An die Jungfische – ich zählte 23 – verfütterte ich so lange Nauplien von Artemia salina, gesiebte Daphnia sp. und Cyclops sp., bis sie die ausgewachsenen Wasserflöhe und Hüpferlinge sowie stummelflügelige Fruchtfliegen bewältigten.
In Abständen von etwa eineinhalb Monaten gebar das Weibchen nun seine Jungen. Die Zahl der geborenen (und entdeckten) Jungen variierte erheblich. Beim vierten Wurf zählte ich 96 Exemplare! Danach stellte ich gut vier Monate lang keinen frisch geborenen Nachwuchs mehr fest.
Obwohl ich das Aquarium in der Regel stets gut verschloss, lag eines Morgens das Weibchen vertrocknet auf dem Fußboden. Der of­fene Spalt der Deckscheibe war kaum einen Zentimeter breit!
Da ich beruflich mehrere Monate ins Ausland musste, gab ich meine Nachzuchten an einen befreundeten Zoofachhändler ab und pflegte seither – leider – nie wieder Halbschnabelhechte.
Hans Esterbauer

margin-right: 20px; margin-bottom: 10pxFrank Schäfer stellt in sei­ner Magazin-Kolumne „Aufgetaucht“ nicht ganz alltäg­liche Fische vor. Besonders interessant in der März-Ausgabe fand ich die Platy-Form, die in den verschiedenen Foren der Freunde Lebendgebärender Zahnkarpfen als „La Laguna“ bekannt ist. Auch auf ­diversen Ausstellungen war sie schon zu sehen, und ich halte ebenfalls eine Gruppe dieser prächtigen Poeciliiden. Das Foto in DATZ 3 wird der Schönheit dieser Fische allerdings nicht annähernd gerecht!
Bei der Geburt sind diese Kärpflinge ziemlich grau und noch fleckenlos. Wachsen sie heran, kann man beobachten, dass sie immer mehr schwarze Tüpfel bekommen, die bei adulten Tieren sogar ziemlich groß werden. Die dunkle, flächige Zeichnung kann dann durchaus 50 bis 60 Prozent der Körperoberfläche bedecken, das betrifft beide Geschlechter.
Die Fische heißen ja auch nicht umsonst Xiphophorus variatus, und die namens­gebende Varia­bilität lässt sich bei diesem Stamm besonders gut beobachten. Kein Fisch sieht aus wie der andere. Es gibt Tiere, die so schwach gemustert sind wie die beiden auf dem Foto im März-Heft, und andere, die vor lauter Flecken fast schwarz aussehen.
Die Männchen zeichnen sich zudem durch eine kräf­tige Rotfärbung aus. Beim heranwachsenden Jungfisch setzt sie auf der Schwanz­flosse ein; es beginnt mit ­einer leicht orangefarbenen Tönung, die mit der Zeit ­immer intensiver wird und schließlich in ein plakatives Rot übergeht. Bei manchen Individuen bekommt die Caudale außerdem noch einen markanten tiefschwarzen Saum.
In meinem Stamm treten Männchen auf, bei denen sich die rote Farbe auch über den Körper bis zu den Brustflossen erstreckt, sie sind aber Ausnahmen. Bei den meisten Exemplaren beschränkt sich das Rot auf die Schwanzflosse, und auf den Flanken liegt lediglich ein ­roter Schimmer.
Die Rückenflosse der Männchen ist gelb, ihre Strahlen sind schwarz, ihr Saum ebenfalls, was besonders hübsch aussieht, wenn die Flosse bei der Balz vor den Weibchen oder zum Imponieren vor anderen Männchen aufgestellt wird.
Den Weibchen fehlt dieses Farbenspiel; sie sind grau, von leicht bis ziemlich durchgehend schwarz gesprenkelt. Man erkennt sie ziemlich früh an ihrem dunklen Trächtigkeitsfleck, den sie schon zeigen, wenn sie vermutlich noch gar nicht ­geschlechtsreif sind. Später werden sie zudem schön rundlich und größer als die Männchen.
margin-right: 20px; margin-bottom: 10pxMein Becken für diese Platys ist nicht sehr dicht ­bepflanzt, weil ich die Fische ja beobachten will. In einer solchen Umgebung werden die meisten der Jungen zwar gefressen, aber es kommen ausreichend viele durch, sodass mein Stamm beständig wächst. Besonders gefährlich scheint es für die Jungen zu sein, wenn sie gerade geboren sind. Ein paar Tage später schwimmen sie aber bereits furchtlos umher und werden von ihren adulten Artgenossen weitgehend ignoriert oder bestenfalls halbherzig verfolgt.
Mein Stamm umfasst zurzeit gut 60 Tiere, da gibt es viel zu sehen und zu beobachten. Eine strenge Hierarchie existiert nicht. Selbst
die noch jungen Männchen umwerben eifrig die Weibchen und wohl auch mit ­Erfolg, denn der Druck verteilt sich auf so viele Indi­viduen, dass selbst das größte Männchen nicht überall gleichzeitig sein kann. Die Weibchen werden von den Freiern eifrig umworben, aber nicht so heftig bedrängt, wie ich es bei an­deren Arten von Zahnkarpfen schon sah.
Diese Platy-Wildform ist einmal etwas völlig anderes, und wer Spaß an solchen ­Fischen hat, der sollte sich unbedingt ein paar Exem­plare besorgen. Sie stechen aus dem eher eintönigen Bild, das die meisten Zuchtformen bieten, erfrischend deutlich hervor.
Natürlich versuche ich, meinen Stamm sich möglichst ungestört entwickeln zu lassen, es handelt sich ja um eine Wildform. Ich entferne lediglich die kleinen Frühmännchen, damit die Tiere nicht von Generation zu Generation immer kleinwüchsiger werden.
Mir gefällt das variable Aussehen dieser Kärpflinge, ich sitze gern und lange vor ihrem Aquarium und schaue ihnen bei ihrem immer lebhaften Treiben zu.
Volker Diekmann

Literatur
Bremer, H. (1997): Aquarienfische gesund ernähren. – Verlag Eugen ­Ulmer, Stuttgart.
Westhäuser, C. (2016): Stechmückenlarven – „Schwarze Mückenlarven“. – www.tuempeln.de.