margin-right: 20px; margin-bottom: 10pxDie Hinweise des Auswärtigen Amtes sind alles andere als ermunternd. Von einer der höchsten Mordraten auf der Welt ist da zu lesen. Davon, dass bewaffnete Überfälle an der Tagesordnung sind und Schusswaffen rücksichtslos gebraucht werden. Angriffe auf Busse, Taxen und Touristen gehören zum Alltag in Guatemala … | von Ernst Sosna

Vor 20 Jahren hatte ich zum ersten Mal die Gelegenheit, dieses wunderschöne Land in Mittelamerika mit seinen einzigartigen Landschaften und seiner beeindruckenden Tierwelt zu erleben. Viele Flüsse begeisterten mich mit ihrem klaren Wasser und überwältigenden Artenreichtum, sodass ich mir vornahm, diesen Besuch eines Tages zu wiederholen. Jetzt ist es so weit.
Eine Station ist Flores, eine Stadt auf einer Insel im Peten-See. Damals war der Peten das größte zusammenhängende Regenwaldgebiet Mittelamerikas. Die Pisten dorthin verdienten den Namen „Straße“ nicht. Heute führen breite Asphaltbänder in diese Gegend, gesäumt von Palmenplantagen, so weit das Auge reicht. Ihnen und den endlosen Viehweiden wurden weite Teile des Waldes geopfert.
Der 16 Quadratkilometer große ­Nationalpark Tikal bei Flores sieht aus wie eine Regenwaldinsel im Weideland. Die Tiere eines ehemals riesigen Areals finden hier auf engstem Raum eine letzte Überlebensmöglichkeit. Entsprechend häufig sieht man sie, trotz der Besucherströme, die täglich in den Park einfallen. Da huscht ein Ozelot am helllichten Tag über den Weg, streifen Nasenbären durch das Unterholz, lärmen Langarmaffen in den Wipfeln der Bäume.
Die Tempelanlagen von Tikal dürfen nicht mehr bestiegen werden. Die Spuren an den eindrucksvollen Gebäuden, die die Touristenmassen in wenigen Jahrzehnten hinterließen, waren schlimmer als die der Natur in Jahrhunderten. Jetzt bewahrt man sie vor weiteren Schäden. Die Hinterlassenschaften der Mayas beeindrucken sowohl durch ihre monumentale Größe als auch durch ihre wundervolle Lage in der immergrünen Umgebung.
Nahe der Grenze zu Belize geht es hinunter an den Lago de Izabal. Regenwald? Fehlanzeige! Die seeartige Erweiterung des Río Polochic steht unter dem Einfluss der Gezeiten. Bei Flut drückt das Meer sein Wasser weit in die Mündungszone. Der Schwarzgürtelbuntbarsch (Vieja maculicauda) ist hier allgegenwärtig, seine Salzverträglichkeit seit Langem bekannt. Sie begünstigte seine Ausbreitung auf der atlantischen Seite der Landbrücke, ­sodass er von allen mittelamerikanischen Cichliden das größte Vorkommensgebiet hat.

den vollständigen Artikel finden Sie in Ausgabe 10/2017

margin-right: 20px; margin-bottom: 10pxTauchgänge ins glasklare Wasser der türkischen Ägäis gleichen einer Zeitreise in die maritime Vergangenheit dieser Mittelmeerregion. Fische und Schildkröten leben bei neuzeitlichen und antiken Wracks, uralte Steinanker und zahlreiche Amphoren schmücken ebenso wie riesige Schwämme Tauchplätze mit atemberaubender Sicht.
| Von Cornelia und Falk Wieland

Rund um Kaş reichen malerische Gebirgszüge bis ans Meer. Weit gereiste Menschen schildern die lykische Küste als einen der schönsten Plätze der Welt. Die Berge der Teke-Halbinsel, ein Ausläufer des Taurus-Gebirges, erschweren den Landzugang. So ist Kaş vor allem eine Hafenstadt geblieben, die von den beiden Flug­häfen Dalaman und Antalya jeweils erst nach dreistündiger Autofahrt über kleine Straßen zu erreichen ist.

Die Meeresbucht vor Kaş
Die kleine Provinzstadt ist ein malerisch an den Gebirgshang gebauter Ort mit weniger als 5.000 Einwohnern. Von den Hellenen unter dem Namen Antiphellos errichtet, war Kaş ein ­bedeutender Schwammfischer- und Handelshafen. Wo heute die Ausflugsschiffe und Tauchboote schaukeln, wurden einst Eicheln, Schwämme und Zedernholz verladen. Unter römischer Verwaltung galt Kaş als die wichtigste Stadt der Region. Zurzeit präsentiert das für türkische Verhältnisse nahezu kosmopolitische Städtchen eine Mischung aus alter Kultur und orientalischer Gastfreundschaft.
Die Stadt ist auffallend grün. Palmen und uralte Olivenbäume bestimmen das Bild. Gassen voller freund­licher Menschen begrüßen uns vielsprachig. Die über und über mit Blüten bedeckten Bougainvilleen und rote Granatäpfel schwanken im Seewind, der Hafen- und Schiffsdiesel-Geräusche heranweht. Kaş hat eine ausgezeichnete Gastronomie. Man könnte gut allein zum Baden und Schlemmen hierher reisen.
Der zentrale Platz mit dem Atatürk-Denkmal, der Moschee und den ver­lockenden Lokalen präsentiert Kaş als typisch türkische Kleinstadt. Der seit uralter Zeit bestehende Hafen, die pittoresken Gassen mit den alten Häusern im griechischen Baustil und die lykischen Sarkophage lassen noch viel vom Flair der weltoffenen Antike des Antiphellos spüren. In Sichtweite des Hafens liegt, nur vier Seemeilen entfernt, Griechenlands östlichste Insel – Meis – und bezeugt die enge Nachbarschaft der Kulturen.
Die lykische Küste mit ihrer spannenden Geschichte findet mit den antiken Stätten von Kekova, Myra, Patara, Letoon und Xanthos ganz nah bei Kaş ihre Fortsetzung. Sankt Nikolaus, der Schutzheilige der Seefahrer und Kinder, wurde in Patara geboren und hatte in Myra seine Kirche.
Empfehlenswert ist aber auch ein Ausflug ins wilde Flusstal von Saklikent, wo außergewöhnliche Gastronomie und „Action“ am Wasser eine er­lebenswerte Verbindung eingehen.

den vollständigen Artikel finden Sie in Ausgabe 9/2017

margin-right: 20px; margin-bottom: 10pxThermalbäder gibt es in Europa etliche, die vielfältige ­Lebensgemeinschaft des Warmbachs im österreichischen Villach ist jedoch einzigartig. | Von Uwe Dost

Der Villacher Warmbach, der Abfluss der Therme Villach, ist ein – wenn auch nur sehr kleiner – Tropenbach in Kärnten. Ausreißer aus einer Zuchtanstalt für tro­pische Pflanzen und Fische, aber wohl auch Aquarianer sorgten für vielfäl­tiges exotisches Leben mitten in Europa. Allerdings gelang es nur wenigen Arten, sich selbst erhaltende Popula­tionen zu bilden.

Fischen verboten
Erstmals besuchte ich den Warmbach Ostern 2011 und war sogleich begeistert von den üppigen Wasserpflanzenbeständen. Eine Veröffentlichung des Lebensmittelministeriums Österreichs („Aquatische Neobiota in Österreich“) listet die aquatischen Neophyta auf. Das sonnige Kärnten weist von allen österreichischen Bundesländern mit 61 Arten die meisten exotischen Wasserpflanzen auf; 15 Spezies kommen ausschließlich im Villacher Warmbach vor.
Bei meinen drei Besuchen traf ich stets folgende Pflanzenarten an: den Genoppten Wasserkelch, Wendts Wasserkelch, den Indischen Wasserfreund, das Kriechende Heusenkraut, die Muschelblume, das Mexikanische Eichenblatt und die Gemeine Sumpfschraube (siehe Kasten).

Aller Anfang ist schwer
Auf den ersten Metern hinter dem Thermenauslass zwischen Warmbader Straße und Bahndamm ist aquatisches Leben im Warmbach rar. Wasserpflanzen gibt es keine, Fische nur manchmal und dann Einzelexemplare. Im Juni 2016 sah ich dort einen ­großen Karpfen und einen Hemichromis. Jenseits des Bahndamms direkt hinter der Straßenbrücke waren stets dichte Gruppen von Cryptocoryne wendtii auszumachen.
Ende April 2011 war das gesamte Bachbett bereits nach wenigen weiteren Metern stark verkrautet und wies undurchdringliche, auch über der Oberfläche wachsende Bestände von Indischem Wasserfreund (Hygrophila polysperma) und Mexikanischem Eichenblatt (Shinnersia rivularis) auf. An den Ufern gedieh Heusenkraut (Ludwigia cf. repens).

den vollständigen Artikel finden Sie in Ausgabe 8/2017

margin-right: 20px; margin-bottom: 10pxIn Kärnten, in der Nähe von Klagenfurt am Wörthersee, wohnt ein Teil der Verwandtschaft unseres Autors, weshalb er früher den einen oder anderen Familienurlaub in Österreich ­verbrachte. Als Aquarianer an allem Leben im und am Wasser interessiert, besuchte er dann immer die Gewässer der Umgebung, aber erst in fortgeschrittenem Alter „entdeckte“ er ein außergewöhnliches Fließgewässer, einen „Tropenbach“ mitten in Europa: den Abfluss der Thermalquellen von Villach. | von Uwe Dost


Dabei war der Warmbach in ­Villach in Aquarianerkreisen schon vor Jahrzehnten für seine tropischen Wasserpflanzen und ­Fische berühmt. So bemerkte Feucht (1967), dass er – Spross eines Aqua­rianers – bereits in jungen Jahren gern dem Fachsimpeln seines Vaters und dessen Gesinnungsgenossen lauschte. Immer wieder war von einem „Zierfischparadies, einem Mekka mitten in Europa“, die Rede, von einem tropisch warmen Bach mit herrlichen Urwald­fischen und -pflanzen.
Dessen genaue Lage jedoch wurde als geheimes Insiderwissen gehandelt und der Allgemeinheit nicht preisgegeben. Feucht hatte nur vage Angaben – „irgendwo in Kärnten, nicht allzu weit von der Grenze zu Jugoslawien“ –, als er sich selbst Jahre später auf die Suche nach diesem Eldorado begab. Nach „ermüdenden Fußmärschen und einigen Fehlschlägen“ fand er schließlich den geheimnisvollen Bach.
Übrigens gab Feucht nach seiner erfolgreichen Suche den Bitten der Aquarien-Magazin-Redaktion, seinem Artikel eine Kartenskizze beizufügen, nicht nach, befürchtete er doch, dass unvernünftige Hobbyisten diesen traumhaft schönen Biotop plündern könnten ...


den vollständigen Artikel finden Sie in Ausgabe 7/2017

margin-right: 20px; margin-bottom: 10pxZu den Fischen, die auch außerhalb der Aquaristik gut bekannt sind, zählt der Rote Neon­salmler. Wegen seiner ungewöhnlichen, beinahe unnatürlich wirkenden prächtigen Färbung gehört dieser Salmler schon seit seiner Entdeckung vor 65 Jahren zu den beliebtesten ­Pfleglingen im Gesellschaftsaquarium. | Von Wolfgang Staeck


Bereits vor über 20 Jahren berichtete Geisler (1994), dass vom Roten Neonsalmler zwischen 1977 und 1981 jährlich zwölf bis 16 und im Jahr 1992 sogar 25 Millionen Stück aus dem Einzugsgebiet des Rio Negro in Brasilien exportiert wurden. Diese Zahlen werden durch aktuelle Ver­öffentlichungen bestätigt (Chao 2001; dos Anjos et al. 2007): Im Jahr 2005 war Paracheirodon axelrodi mit rund 22 Millionen Exemplaren bei Weitem der wichtigste und am häufigsten aus dem brasilianischen Bundesstaat Amazonas exportierte Aquarienfisch. Die Ausfuhr dieser Tiere erbrachte Einnahmen in Höhe von über einer Millionen US-Dollar. Hinzu kommen weitere Exporte aus den Einzugsgebieten des oberen Orinoco in Venezuela und insbesondere in Kolumbien.

den vollständigen Artikel finden Sie in Ausgabe 6/2017