Weitere Beiträge vorheriger Ausgaben
Ein ganzer Schwung neuer Harnischwelse
Im Jahr 1988 führten wir hier in der DATZ die Vorgehensweise ein, importierte Harnischwelse, die noch nicht wissenschaftlich beschrieben sind, mit Codenummern zu versehen, den L-Nummern – eine absolute Erfolgsgeschichte. Noch heute sind selbst solche Arten, die mittlerweile einen wissenschaftlichen Namen tragen, im Hobby unter ihrer L-Nummer bekannt, beispielsweise L 046, Hypancistrus zebra. Auch in dieser Ausgabe der DATZ stellen unsere versierten Autoren wieder gleich eine ganze Reihe neuer Harnischwelse vor und vergeben auch etliche L-Nummern.
Ein neuer Kaktuswels zwischen Pseudacanthicus pitanga L 024 und P. pirarara L 025
Text und Fotos von Markus Kaluza
Die Gattung Pseudacanthicus gehört zu den imposantesten Erscheinungen unter den uns bekannten Harnischwelsen. Die Kombination aus ihrer Körpergröße von über 30 cm, den oft kräftig gefärbten Flossen und den markanten Odontoden am gesamten Körper hat den Tieren früh ihren populären Namen „Kaktuswelse“ eingebracht. Besonders die farbintensiven Arten P. pitanga L 024 und P. pirarara L 025 haben den Ruf dieser Gruppe geprägt. Sie stehen als orange-rot beflosste Riesen sinnbildlich für die Faszination, die diese Loricariiden ausstrahlen. Nun gesellt sich eine neue Art hinzu
Als Duboisi-Fan in Kigoma – ein Porträt des Weißpunkt-Brabantbuntbarsches Teil 1
Auf den Spuren von Wolfgang Staeck und auf dem Weg zu den Wurzeln seiner eigenen aquaristischen Vergangenheit reist unser Autor in die Heimat eines seiner Lieblingsfische. | von Frank Schneidewind
Mitte der 1970er-Jahre erwarb mein Vater Weißpunkt-Brabantbuntbarsche (Tropheus duboisi), die durch ihre kontrastreiche Jugendfärbung unsere ganze Familie begeisterten. Gemeinsam hatten wir dazu einen in der Region bekannten Züchter besucht, der noch viele weitere Tropheus-Arten vermehrte. Zum damaligen Zeitpunkt waren jene Buntbarsche ausgesprochen rar und begehrt, die Nachfrage deutlich größer als das Angebot und diese Kostbarkeiten daher unverschämt teuer.
Behauste Schleimer
Sie sind in jedem Riffaquarium vorhanden – zwar nicht bei jedem beliebt, jedoch in mehrfacher Hinsicht außergewöhnlich! | von Rolf Hebbinghaus
Okay, es sei sogleich gestanden: „Behauste Schleimer“, ein solches Taxon existiert weder im Tier- noch im Pflanzenreich – stattdessen handelt es sich um eine bloße Komposition des Autors! Die allerdings schon Grundlegendes andeutet, nämlich auf welche Art und Weise sich die vorgestellten Wesen ernähren und wie sie sich vor Feinden schützen.
Leben die meisten Muscheln (Bivalvia) stationär und filtrieren mit den Kiemen sehr kleine Organismen sowie organische Schwebestoffe aus dem eingesaugten Wasser, so gibt es unten den Schnecken (Gastropoda) nur ganz wenige festsitzende Geschwebefresser. Manche Schnecken erscheinen bloß festgewachsen, so die vom Nordseestrand bekannten Napfschnecken (Patellidae), die, bei Ebbe hermetisch an Steinen festgesaugt, nachts sehr wohl umherwandern, um Algen abzuweiden. Und auch die im selben Lebensraum anzutreffenden Pantoffelschnecken (Crepidula), die reine Filtrierer sind, leben nach ihrer vagilen Jugendphase zwar ständig sesshaft, sind aber ebenfalls nicht angewachsen. Einzig bei den – rein marinen – Wurmschnecken (Vermetidae), von deren eigentümlichem Leben dieser Aufsatz handelt, verschmilzt tatsächlich das Kalkgehäuse mit dem Substrat.
Ein Kardinälchen mit ungewohnten Farben
Kuehne’s Kardinalfisch ist eine reizvolle Alternative zu den bekannteren Arten – aber leider aquaristisch ganz wenig verbreitet. | von Sebastian Wolf
Die Benennung der Art ist jüngeren Datums und stammt aus dem Jahr 2019 (Bohlen et al.), gleichwohl sie schon länger bekannt war, aber immer etwas mysteriös blieb. So wurde sie oftmals als Tanichthys thacbaensis bezeichnet, ein Phantom aus dem nördlichen Vietnam, das seit der Erstbeschreibung nicht mehr gefunden wurde. Teilweise hält sich dieser Name bis heute. Die Vorstellung in der Aquaristikliteratur mit Angaben zur Pflege und Vermehrung erfolgte bereits einige Jahre vor der formalen Beschreibung (Bohlen 2010; Seidel 2012). Den Sprung in die kommerzielle Aquaristik schaffte T. kuehnei bisher allerdings nicht.
Der Rote Tiger, eine neue Guppy-Zuchtform
Die hier vorgestellte Variante trägt Eigenschaften, die bei anderen Guppy-Stämmen selten sind. Inwiefern sie weiterentwickelt und irgendwann zu einer Hochzuchtform wird, hängt davon ab, ob sich mehr Aquarianer mit ihr beschäftigen wollen. | von Sebastian Wolf
Die hektische, ja fast manische Tätigkeit asiatischer Züchter bescherte der Aquaristik in den vergangenen Jahren viele neue Guppy-Zuchtformen. Oft sind sie in optischer Hinsicht spektakulär und außerordentlich bunt. Sehr fantasievoll sind die mitgelieferten Namen. Hilfreicher als Kreationen wie „Jumbo Green Dragon“ wären natürlich Hinweise auf Flossenformen und Grundfarbe in den jeweiligen Bezeichnungen, wie sie etwa bei altetablierten Hochzuchtformen zu finden sind. Das Durcheinander vergrößert sich, je mehr neue Varianten und beliebig vergebene Bezeichnungen kursieren.
Seite 1 von 5









