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Rachows Prachtgrundkärpfling (Nothobranchius rachovii) – ein Fisch im Wettlauf gegen die Zeit
Der hier vorgestellte Killifisch zählt zu den farbenfrohsten Juwelen der Aquaristik. Wer sich für solche saisonalen Arten begeistert, dem bietet sich in dieser Art ein idealer, wenn auch nicht anspruchsloser Pflegling. | von Hubert Zientek (Polen)
Der kleine, bis etwa 5,5 cm lange und kurzlebige (im Aquarium gewöhnlich bis etwa 1,5 Jahre) Rachows Prachtgrundkärpfling aus Afrika zählt zur Familie der Nothobranchiidae. Mit dem Artepitheton ehrte Erstbeschreiber Ernst Ahl den bedeutenden deutschen Aquarianer und Amateur-Ichthyologen Arthur Rachow. Das Männchen ist etwas größer und deutlich farbenprächtiger – die Fische strahlen geradezu in fantastischen Farben, die je nach Herkunftsort variieren können.
Als Duboisi-Fan in Kigoma – ein Porträt des Weißpunkt-Brabantbuntbarsches – Teil 3
In diesem dritten und letzten Teil seiner Artikelserie dreht sich alles um das reichhaltige und faszinierende Verhaltensspektrum von Tropheus duboisi. | von Frank Schneidewind
Ad Konings schrieb im Vorwort seines ersten Buches über Tanganjika-Cichliden 1988 richtig: „Siebzehn Jahre versorgen, züchten und lesen über diese Buntbarsche hat nicht annähernd so viel Informationen gebracht, wie zwei Stunden in diesem See zu tauchen.“ Dies sehe und empfinde ich grundsätzlich ähnlich. Freiwasserbeobachtungen sind unerlässlich für Studium und Verständnis der Ökologie und des Verhaltens von Arten. }
Behauste Schleimer
Sie sind in jedem Riffaquarium vorhanden – zwar nicht bei jedem beliebt, jedoch in mehrfacher Hinsicht außergewöhnlich! | von Rolf Hebbinghaus
Okay, es sei sogleich gestanden: „Behauste Schleimer“, ein solches Taxon existiert weder im Tier- noch im Pflanzenreich – stattdessen handelt es sich um eine bloße Komposition des Autors! Die allerdings schon Grundlegendes andeutet, nämlich auf welche Art und Weise sich die vorgestellten Wesen ernähren und wie sie sich vor Feinden schützen.
Leben die meisten Muscheln (Bivalvia) stationär und filtrieren mit den Kiemen sehr kleine Organismen sowie organische Schwebestoffe aus dem eingesaugten Wasser, so gibt es unten den Schnecken (Gastropoda) nur ganz wenige festsitzende Geschwebefresser. Manche Schnecken erscheinen bloß festgewachsen, so die vom Nordseestrand bekannten Napfschnecken (Patellidae), die, bei Ebbe hermetisch an Steinen festgesaugt, nachts sehr wohl umherwandern, um Algen abzuweiden. Und auch die im selben Lebensraum anzutreffenden Pantoffelschnecken (Crepidula), die reine Filtrierer sind, leben nach ihrer vagilen Jugendphase zwar ständig sesshaft, sind aber ebenfalls nicht angewachsen. Einzig bei den – rein marinen – Wurmschnecken (Vermetidae), von deren eigentümlichem Leben dieser Aufsatz handelt, verschmilzt tatsächlich das Kalkgehäuse mit dem Substrat.
Ein Kardinälchen mit ungewohnten Farben
Kuehne’s Kardinalfisch ist eine reizvolle Alternative zu den bekannteren Arten – aber leider aquaristisch ganz wenig verbreitet. | von Sebastian Wolf
Die Benennung der Art ist jüngeren Datums und stammt aus dem Jahr 2019 (Bohlen et al.), gleichwohl sie schon länger bekannt war, aber immer etwas mysteriös blieb. So wurde sie oftmals als Tanichthys thacbaensis bezeichnet, ein Phantom aus dem nördlichen Vietnam, das seit der Erstbeschreibung nicht mehr gefunden wurde. Teilweise hält sich dieser Name bis heute. Die Vorstellung in der Aquaristikliteratur mit Angaben zur Pflege und Vermehrung erfolgte bereits einige Jahre vor der formalen Beschreibung (Bohlen 2010; Seidel 2012). Den Sprung in die kommerzielle Aquaristik schaffte T. kuehnei bisher allerdings nicht.
Drückerfische – schön – und ganz schön ruppig!
Sie besitzen alle Eigenschaften, die einen Fisch interessant machen – und einige andere, ziemlich problematische… | von Rolf Hebbinghaus
Ihre Gestalt ist so typisch, dass man Drückerfische (Balistidae) mit anderen Fischen kaum verwechseln kann: Ein rhombisch geformter, seitlich komprimierter Köper, ein übergroßer Kopf mit kleinem Maul und hochliegenden Augen, eine lange Rückenflosse, der eine gleichgroße Afterflosse gegenübersteht. Durch ihre sehr derbe Haut fühlen sich Balistiden fast wie gepanzert an. Nur unter ihren nächsten Verwandten, den Feilenfischen (Monacanthidae), gibt es ein paar Arten, die man aus der Entfernung für einen Drückerfisch halten könnte. Die meisten Feilenfische sind hingegen viel schmaler und kleinköpfiger. Doch faszinieren uns Drückerfische nicht nur durch ihre eindrucksvolle Gestalt, sondern auch aufgrund ihres umfangreichen Verhaltensrepertoires und Lernvermögens, das schon viele Ethologen zu Studien und Experimenten angeregt hat. Kommt dann noch eine attraktive Färbung hinzu, verleiten die meist in Babygröße angebotenen Fische leicht zu einem vorschnellen Kauf.
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