Rückmeldungen zur jeweiligen DATZ-Ausgabe

Zum Leserbrief über Altum-Skalare, den wir keinem in jüngerer Zeit erschienenen Artikel zuordnen konnten, erreichte uns ein Hinweis von Herr Volker Diekmann, der freundlicherweise etwas nachforschte: Der zitierte Beitrag von Herr Schmidt-Focke über diese majestätischen Fische erschien vor 48 Jahren, im Aquarien Magazin 02/73 („Wiederentdeckt: Der Hohe Segelflosser: Neuimporte von Pterophyllum altum“).
Wir danken Herr Diekmann für die Info, so weit zurückliegend hatten wir nämlich nicht gesucht …
Redaktion

Von Robert Brunner erhielten wir das Foto eines aus der Haut fahrenden Wasserflohs. Der Bildautor schreibt dazu: „Das Foto entstand in einem Zuchtbecken für Wasserflöhe. Da es sich um Wildfänge handelte und sich Daphnien doch stark den Haltungsbedingungen anpassen, ist eine endgültige Bestimmung nicht ganz einfach, ich glaube aber, es handelte sich um die Art Daphnia pulex.“
Die Redaktion

Sehr geehrter Herr Wolf,
da ich auch heute noch Salmler züchte, habe ich den Artikel von Wolfram Enders mit Interesse gelesen. Über Hyphessobrycon takasei und H. wadai habe ich meine Erfahrungen auch schon in der DATZ veröffentlicht. Aber damit hat Herr Enders sicher auch keine Schwierigkeiten bei der Nachzucht, die relativ leicht ist. Mit Hemigrammus coeruleus sieht das schon anders aus. Da kann ich ihm und weiteren Interessierten Leserinnen und Lesern folgende DATZ-Artikel von Peter und Martin Hoffmann empfehlen, die vielleicht zu einem Zuchterfolg beitragen können: „Roter Chamäleonsalmler – eine sonderbare Geschichte“ (DATZ 10/2004, S. 10) und „XXL - Nachzucht des Chamäleonsalmlers“ (DATZ 9/2017, S.44).
Mit freundlichen Grüßen,
Peter Hoffmann

Sehr geehrte Damen und Herren,
der verstorbene Dr. Eduard Schmidt-Focke schrieb in seinem Beitrag „Wiederentdeckt“:
„Der hohe Segelflosser. Neuimporte von Pterophyllum altum. Die erste Bekanntschaft mit diesen eleganten Tieren machte ich bei Josef Swanka in Hamburg. Ihm wurden von Aquarium Hamburg Wildfänge von Pterophyllum altum zu Zuchtzwecken zur Verfügung gestellt. Obwohl Herr Swanka über die natürliche Lebensweise dieser sensiblen Fische nicht genau Bescheid wusste, gelang ihm die Zucht – eine erstaunliche Leistung. Das Hamburger Leitungswasser hatte damals ungefähr 10 °dH. Die Aufzucht der Jungtiere im Hamburger Leitungswasser machte unüberwindliche Schwierigkeiten: Hungerformen mit kleinem Körper, extrem langen Flossen und eingefallener Bauchpartie waren die Folge von falscher Haltung und noch nicht erkannten Krankheiten. Im Jahre 1959 brachte Kyle Sweglesi, Inhaber des Rainbow-Aquariums in Chicago, vier Pterophyllum altum zusammen mit grünen Diskusfischen von einer Fangreise mit. Der Importeur und Fischkenner Heiko Bleher brachte 1972 Pterophyllum altum wieder nach Deutschland. Er entdeckte sie in einem Fluß von ungefähr 5 m Tiefe, pH-Wert 5,8–6,2; Wasserhärte 1 °dH. Die Fische versteckten sich in einem dichten Gestrüpp von dünnen Ästen und umgefallenen Baumstämmen an den Uferzonen. Es war ein Seitenfluss des Río Orinoco. Fische von 45 cm Länge wurden gefangen. Eingeborene glaubten jedoch, noch größere Fische gesehen zu haben.“
Ich selbst besuchte vor ca. 25 Jahren Kölle Zoo in Stuttgart-Zuffenhausen. Im Eingangsbereich stand ein großes Aquarium mit ca. 30 Pterophyllum altum. Sie waren 40 cm hoch. Die Größenangaben in manchen Aquarienbüchern können nicht stimmen. Herr Friedhelm Meier-Böke schreibt in einem Beitrag, die Fische würden im Wildleben 80 cm hoch. Die heutigen Pterophyllum altum werden nicht mehr von Venezuela exportiert, denn es gibt ein Ausfuhrverbot, sondern über Bogotá (Kolumbien). In Bogotá ist es viel kühler als in Venezuela. Die Fische haben zu lange anhaltende Unterkühlung, die meisten sterben beim Importeur. Meine 25 cm hohen Pterophyllum-altum-Wildfänge starben an einer Panikreaktion: Ein Fisch erschrak und riss alle mit in den Tod – die Tiere verletzten sich an den Scheiben tödlich.
Mit freundlichen Grüßen
Jürgen Singer

Anmerkung d. Red.: Der Leserbrief entstammt einem handschriftlichen Manuskript, das mit der Bitte um Veröffentlichung zugeschickt wurde. Unseres Wissens bezieht es sich nicht auf einen (in jüngster Zeit in der DATZ) veröffentlichten Beitrag. Selbstverständlich drucken wir auch Beiträge und Geschichten für das Forum ab, in denen es nicht um Hinweise auf kürzlich veröffentlichte Ausgaben geht, liebe Leserinnen und Leser – handschriftliche, schreibmaschinengeschriebene wie auch digital übermittelte.

Es ist interessant festzustellen, wie räumlich und zeitlich begrenzt so manche in umfangreichen wissenschaftlichen Untersuchungen gewonnenen Erkenntnisse nur gültig sind. In dem Beitrag von Andrea Daschner: „,Erschreckt Nemo‘: Wie reagieren Clownfische im Korallenriff auf die Begegnung mit Menschen?“ wird erklärt, warum Amphiprion clarkii durch seine Scheu vor dem Menschen wenig Chancen auf ein Überleben hat.
In anderen Meeresgebieten haben Fische derselben Art ganz andere Verhaltensweisen. So zeigt A. clarkii z. B. bei den Malediven keinerlei Scheu vor dem Menschen, ja, er schwimmt ihm sogar entgegen und greift ihn auch an, wenn er der Anemone zu nahe kommt. Wie oft hat mich so ein Anemonenfisch an den Haaren gezupft, um mich zu vertreiben.
Leider ist es nicht mehr möglich festzustellen, ob A. clarkii bei den Malediven von Natur aus weniger Scheu vor dem Menschen oder gelernt hat, dass von diesem keine Gefahr ausgeht und er bei dessen Ankunft auch nicht in seine Anemone zu flüchten braucht.
Viele andere Fische haben sich ebenfalls an die ständige Anwesenheit des Menschen gewöhnt. Vom Clownfisch weiß man spätestens seit H. Fricke (der dies schon in den 1970er-Jahren feststellte), dass er sehr lernfähig ist. Warum sollte er also diese Anpassung nicht schaffen?     
Meiner Meinung nach geht von der Anwesenheit des Menschen keine große Gefahr für den Clownfisch aus, wohl aber durch seine ständig ansteigenden schädigenden Einflüsse auf die Umwelt.
Dr. Horst Moosleitner