Rückmeldungen zur jeweiligen DATZ-Ausgabe

Wie das Foto zeigt, sind manche Harnischwelse (Ancistrus sp.) wahre Künstler unter den Aquarienfischen. Wie ein kleiner Bildhauer nagte mein Wels aus Zucchini-Scheiben die weichen Teile so kunstvoll heraus, dass nur noch die Schale in Form eines Rings übrig blieb. Das war aber keinesfalls ein ­Zufallsprodukt, sondern es wiederholte sich mehrere Male.
Andere Antennenwelse zeigten sich bei mir bisher weniger künstlerisch begabt.
Wolfgang Sieder

Seit vielen Jahren beziehe ich die DATZ und freue mich auf jedes neue Heft.
Zurzeit betreibe ich fünf Süßwasserbecken (300, 120, 100, 45 und 15 Liter Inhalt). Seit meinem siebten Lebensjahr habe ich Aquarien, im Krieg mit einheimischen Fischen besetzt. Mein erstes Warmwasserbecken war ein 60-­Liter-Gestellbassin mit Makropoden und Guppys.
Nach einigen Jahren Pause (Studium, Kinder, Praxisgründung) kamen wieder Fische ins Haus, seit 1960 ohne Unterbrechung.
Die Berichte im Juni-Heft haben mich dazu angeregt, einen kleinen Beitrag zum Titelthema beizusteuern. Im Jahr 2006 qualifizierte sich einer meiner Söhne für die Ironman-WM in Hawaii, womit ein großer Wunsch zu seinem 50. Geburtstag in ­Erfüllung ging. Das geschah nur zehn Monate nach dem Tod meines Mannes, ich war damals ziemlich fertig. Hawaii erwies sich als die beste Therapie, um aus dem Tief wieder herauszukommen.
Nach 14 Tagen Big Island gönnten wir uns noch eine Woche Urlaub in Waimanalo auf Oahu. Dort stand natürlich der Besuch des Sealife-Parks an erster Stelle. Er nimmt ein Areal von 0,25 Quadratkilometern ein und bietet seinen Besuchern riesige Aquarien mit über 4.000 Arten von Meerestieren, darunter Mönchsrobben und Delfine (mit Vorführungen), in einem großen Zylinder-Becken Stachelrochen und viele tropische Fische. Im „Rochen-Ballett“ füttert eine Taucherin die Knorpelfische.
Die Grüne Meeresschildkröte (Chelonia mydas) wird hier nachgezüchtet, und die Jungtiere werden mit einer Länge von 30 Zentimetern freigelassen. Ich fragte mich: Wohin werden sie wohl Jahre später zur Eiablage schwimmen? Die Antwort bekam ich im Haus des Meeres in Wien: Sie folgen ihren wilden Artgenossen zu deren Ablagestränden.
Insgesamt hat mir die Anlage in Waimanalo gut gefallen, sie ist sehenswert, wenn auch „typisch amerikanisch“ (der Eintrittspreis beträgt 32 US-Dollar).
Im Lauf der Jahre habe ich etliche Zoos und Aquarien besucht: Stuttgart, Monaco und Teneriffa 2017, Triest 2018, Genua 2019 und natürlich das Haus der Natur in Salzburg, in Wien Schönbrunn und das Haus des Meeres. Einige Einrichtungen waren enttäuschend (Triest und Genua), von anderen war ich begeistert ­(Monaco, Wilhelma, Haus des Meeres).
Unser Grundstück (7.000 Quadratmeter) in Burmoos nördlich von Salzburg ist ein Moorgrund, hinter dem Haus befindet sich ein 300 Qua­dratmeter großer ausgebaggerter Torfstich mit Ringelnattern und vielen Fröschen – herrlich zum Schwimmen!
An den Ufern stehen präch­tige Rhododendren, eine Wildblumenwiese, einheimische Stauden und Gehölze schließen sich an. Alles gedeiht ohne Dünger und Spritzmittel.
Für mich ist das ein Pa­radies, und ich hoffe, es noch einige Jahre genießen zu können – mit 89 keine Selbstverständlichkeit. Ich bin dankbar für jeden neuen Tag!

Hilde Olbrich

Sehr geehrte Redaktion,
vor einiger Zeit kaufte ich in einem großen Garten- und Zoomarkt eine Tüte getrockneter Wasserflöhe, die von meinen Fischen auch gleich angenommen wurden. Was mich beim Füttern aber wunderte: Einige Partikel sanken schnell zu Boden, wie Steine.
Nach einiger Zeit wimmelte es an den Aquarienscheiben von Schnecken. Sie waren nicht größer als zwei Millimeter und ließen sich bei der kleinsten Berührung oder Störung sofort fallen.
Darauf schrieb ich die ­Firma an und äußerte die ­Vermutung, dass die Tüte mit den „naturgetrockneten“ Flöhen auch Schnecken enthalten haben musste, die sich wohl – wie viele Gastropoden – eingekapselt hatten, um die Trockenphase zu überleben. Zur Antwort bekam ich die Auskunft, dass man sich bei dem betreffenden Lieferanten erkundigt habe, der in seinem Lagerbestand jedoch keine Auffälligkeiten festgestellt hätte.
Gibt es Leser, die Ähnliches erlebt oder von solchen Erlebnissen gehört haben? Um welche Schnecken handelt es sich? In Deutschland kommen sie wohl nicht vor?

Heinz Nickel

Googelt man im Internet und sucht unter dem Stichwort „Aquariendekoration“ nach Bildern, weiß man oft nicht, ob man schmunzeln, lästern oder sich für andere schämen soll. Von den vielen angebotenen Accessoi­res sind die meisten nämlich unterstes Niveau.
Mit „Nemo-Fischen“ haben sich mittlerweile ja selbst kritische Kunststoffverweigerer unter den Aqua­rianern irgendwie abgefunden.
Seit ungefähr 20 Jahren gibt es „SpongeBob“-Unterwasserfiguren, die vor allem für „Kinderaquarien“ nach wie vor sehr beliebt zu sein scheinen. Was wäre ich glücklich gewesen, hätte es in meiner Kindheit „Fix und Foxi“ und später „Akim“, „Sigurd“ oder „Falk“ unter Wasser gegeben! „Tarzan“ in einem verkrauteten Pflan­zenbecken wäre auch nicht schlecht gewesen und Obelix’ Hinkelstein bei manchen Buntbarschen bestimmt gut angekommen, vielleicht sogar als Laichsubstrat?
Asiatisch anmutende Drachen scheinen im Trend zu liegen. Aber warum ist noch kein Hersteller darauf gekommen, Drachen für den deutschen Geschmack herzustellen? Sie ließen sich doch prächtig ergänzen mit Figuren von Jung-Siegfried, Krim- und Brunhild – und „Rheingold“ statt Rheinsand als Bodengrund …
Aber immerhin gibt es versunkene Schiffe und Autos nach abendländischem Gusto. Die „Santa Maria“ von Christopher Columbus gehört dazu, aber auch die ­„Titanic“, aus deren vier Schornsteinen Luftblasen emporsteigen.
Für Aquarianer der 1968er-Generation finden sich Hippie-Busse und ­Brezelfenster-Autos, deren Originale seinerzeit aus Wolfsburg kamen.
Griechische weiße Säulen, ägyptische Pyramiden und Grabstätten nebst Pharaonen tauchen für weitere Zielgruppen auf. Findige Aquarianer germanischer Provenienz bauen sich womöglich ihre Hünengräber selbst, man muss ja nicht ­alles kaufen.
Bei den Gebäuden für Unterwassergärten scheinen buddhistische Tempel modern zu sein. Doch hat sich schon einmal jemand überlegt, wie wohl euro­päische Kirchen – ob in Gotik-, Romanik- oder Barock-Dekor – zwischen Wasserpest und Pfennigkraut zur Geltung kämen?
Der Gipfel der Geschmacklosigkeit aber – jedenfalls für mich – sind ­Figuren und Büsten von Buddha als Schmuck in asiatischen Wasserkelch-Dschungel-„Biotop-Aqua­rien“. Dabei sind etliche ­Internet-Anbieter nicht ein­mal in der Lage, die unterschiedlichen Kopf- und ­Körperformen ihrer (Miss-)Gestalten vernünftig zu benennen. So werden manch­mal Engel oder Tänzerinnen ebenso als „Buddhas“ feilgeboten wie grinsende, beleibte Mönche.
Auch wer dem Buddhismus nicht zugetan oder nicht tiefreligiös ist, sollte einmal ein bisschen nachdenken und diese Religion – wie natürlich jede andere auch – respektieren und solche Figuren eben nicht als Zierrat für seine Vivarien verwenden. Er darf sich auch einmal fragen, ob er wohl Marienstatuen, Weihnachtskrippen oder einen naturnah gestalteten Gol­gatha-Hügel mitsamt Kreuz in einem Aqua­rium sehen möchte? Irgendwann sollte der Spaß nämlich ein Ende haben.

Reinhold Wawrzynski

Sehr geehrter Herr Reize,
mir ist aufgefallen, dass es eine Chorococcum-Alge offensichtlich nicht gibt; hier werde ich über Google in Richtung „Bodenbakterien“ geleitet. Heißt die Alge Chlorococcum?
Ihren Beitrag finde ich sehr interessant, und ich wünsche mir einen Folge­artikel, der das Aquarium beschreibt (Bodengrund, Mitbewohner ...) und darstellt, wie die Muscheln die hohe Temperatur auf die Dauer vertragen, wie Sie die Futteralge am Leben halten und wie Sie düngen, ohne dass der mit den ­Algen zu den Muscheln ­ge­langende Dünger toxisch auf die Mollusken wirkt.
Ist es nicht gefährlich, Muscheln aus dem Freiland ins heimische Aquarium zu überführen? Sie sind doch ziemlich häufig von Würmern (Cercarien) befallen.
Zu der Grünalge habe ich nicht viele Informationen gefunden. So interessiert mich beispielsweise, ob sie eher kältere oder eher wärmere Temperaturen benötigt. Und: Wo finde ich sie überhaupt?
Also, eine Fortsetzung der Geschichte wäre sehr schön, auch zum Süßwasserschwamm, über die unterschiedlichen Haltungsbedingungen und so wei­ter …

Viola Schenklin

Sehr geehrte Frau Schenklin,
Sie haben Recht, es muss Chlorococcum heißen (ein dummer Tippfehler), danke für den Hinweis!
Die Algen kultiviere ich seit 30 Jahren in einer Glasröhre von vier Litern Inhalt. Sie stammen ursprünglich aus der Algensammlung des Kölner Botanischen In­stituts. Am Spülbecken des Labors standen die alten Kulturen nach der Verdünnung immer herum, und in den ersten Jahren goss ich alles in die Röhre. Chlorococcum setzte sich dann als dominante Alge durch.
Die Kultur ist denkbar einfach. Alle drei bis vier ­Monate lasse ich die Hälfte des Wassers ab, fülle Leitungswasser nach und gebe eine Kappe Volldünger hinzu. Das Gefäß ist einen ­Meter lang, dahinter brennt eine Leuchtstoffröhre, die eine schöne Raumbeleuchtung abgibt. Belüftet wird das Ganze ausschließlich mit Raumluft.
Inzwischen setzen die Algen sich nicht mehr nur an der Lampenseite am Glas fest, was bei nicht axenischen Kulturen (Reinkulturen) üblich ist.
Die Algen sind ubiquitär, so findet man sie beispielsweise in abgestandenem Blumenvasen-Wasser. In Böden und in natür­lichen Gewässern gibt es ebenfalls genug davon, eine planktonische Art wird bestimmt dabei sein. Aber ich kann Ihnen auch gern eine „Portion“ schicken. Selbst gedüngte Grünalgen sind übrigens nicht toxisch.
Die Röhre zu Hause war für mich so etwas wie der „seelische“ Ausgleich zu meiner Arbeit im Labor, die Kultur läuft seit Langem. Ich mag es pragmatisch: 40 bis 50 Milliliter, je nach Dichte, fülle ich morgens und abends in das Aquarium, sodass das Wasser leicht trüb ist. Die Pflanzen und Tiere in dem 54-Liter-Becken haben sich dadurch nicht verändert. Ein 90-prozentiger Wasserwechsel erfolgt alle zwei bis drei Monate.
Der Bodengrund besteht aus Vogelsand, drei Zentimeter hoch. Er beherbergt viele Turmdeckelschnecken, die ihn durchpflügen und auf­lockern. Javamoos ist die einzige Pflanze. Bei den Fischen handelt es sich um einen 40 Jahre alten Stamm des Zwergkärpflings (Heterandria formosa), die auf ein einziges Pärchen zurückgehen.
Alle zwölf Muscheln sind noch vorhanden und halten ihre Schalen fest geschlossen. Wie es ihnen jetzt geht, kann ich nicht sagen. Ihr Schalenwachstum kann sich auch bei Hunger fortsetzen, während die Tiere selbst schrumpfen. Seit Oktober ­leben sie nun in dieser Umgebung, und jetzt heißt es einfach weiter warten.
Die Schwämme haben sich während des Winters in ihrem Habitus nicht verändert. Mal sehen, was im Sommer mit ihnen passiert.
Ingo Botho Reize