Rückmeldungen zur jeweiligen DATZ-Ausgabe

In DATZ 12/2017 schrieb Reinhold Wawrzynski über die Verwendung von Korkröhren in Aquarien.
Ein Vorteil dieses Materials ist sein natürliches Aussehen, ein Nachteil, dass es innerhalb einiger Jahre verrottet und dabei Stoffe an das Wasser abgibt. Bei den in der Aquaristik üblichen Wasserwechsel-Intervallen ist das sicher kein Problem, solange man keine Fische pflegt, die empfindlich auf organische Belastung reagieren (in deren Aquarien man besser auch keine Hölzer verwendet). Wawrzynski schilderte mehrere Methoden, um den Auftrieb der Korkröhren zu kompensieren, damit sie in Bodennähe platziert werden können.
Nun gibt es aber Aqua­rientiere, die oberflächen­orientiert leben. Für sie kann man die Röhren „un­beschwert“ verwenden. Zunächst ragen sie noch deutlich über den Wasserspiegel hinaus, nach einigen Tagen haben sie aber so viel Wasser aufgenommen, dass sie sich überwiegend unter der Wasserlinie befinden und dabei sehr natürlich aussehen.
Man kann die Röhren frei treiben lassen, aber auch so fixieren, dass sie sich gut einsehen lassen und die Wasserpflanzen nicht in ihrem Vollschatten hungern müssen. Das gelingt, indem man sie mit Aquariensaugern und Kabelbindern oder Angelschnur an einer Scheibe befestigt.
Oder man führt Kabelbinder oder Angelschnur durch einen Schlitz zwischen den Deckscheiben und befestigt sie dort. Auch das Einklemmen zwischen einer Steinplatte und Aquarienscheibe oder in einer größeren Holzwurzel ist möglich.
Kleinere Röhren werden bereits durch Pflanzen an ­ihrem Platz gehalten, etwa Vallisnerien oder flutenden Gewächsen wie Hornfarn, Nixkraut und Hornkraut. Zwischen Schwimmpflanzen fixierte oder frei schwimmende Röhren folgen Veränderungen des Wasserstands, was durchaus Vorteile haben kann.
Je nach Dicke saugen sich die Korkrinden innerhalb weniger bis vieler Monate so voll, dass sie sinken. Bei fixierten Röhren ist das unproblematisch, sie bleiben ja an ihrem Platz.
Gesunkene Röhren kann man auf dem Boden liegen lassen und an der Oberfläche neue platzieren. Auch eine senkrechte Aufstellung ist möglich, was besonders reizvoll ist, wenn die nach vorn weisende Seite etwas offen steht.
Man kann benutzte Röhren übrigens trocknen lassen, anschließend treiben sie wieder oben.
Schwimmende Korkröhren verwende ich seit über zehn Jahren, einige tatsächlich über diesen gesamten Zeitraum. Man bekommt sie in den unterschiedlichsten Formaten in Terraristik-Abteilungen des Zoohandels. Sucht man größere Stücke, lohnt auch der Blick in die Nagerabteilung.
Bewährt haben solche Korkröhren sich bei aquatisch lebenden Amphibien wie Zwergkrallenfröschen oder Schwimmwühlen, die gern darin ruhen und von dort bequem die Wasseroberfläche zum Atmen erreichen. Dasselbe gilt für Flösselaale und viele Labyrinthfische.
Vor allem maulbrütende Männchen vieler Kampffisch- und Schlangenkopf­arten schätzen den Komfort und die Deckung solcher Röhren, Schaumnester fand ich auch schon darin. Verschließt man ein Ende einer kleinen Korkröhre mit einem Flaschenkorken, erhält man einen optisch ansprechenden Ersatz für die früher oft als Laichhöhle verwendeten Filmdosen, die ja immer seltener als Abfall im Haushalt anfallen.
Weitgehend unverzichtbar sind die Röhren bei der Pflege von Schlangenkopf­fischen. Selbst eingespielte Paare pflegen bisweilen einen derart robusten Umgang miteinander, dass ein geeignetes Versteck entscheidet, ob die Kontrahenten über­leben. Ideal sind Röhren, die mehr als körperlang sind bei einem Innendurchmesser, der nur wenig größer
ist als der Durchmesser des schutzsuchenden Fisches. Sie sollten an der Oberseite ein Loch aufweisen, das es dem Tier erlaubt, Luft zu atmen, ohne die Röhre zu verlassen.
Die Verwendung eines ausreichend großen Aqua­riums, in dem der Unterle­gene einfach ausweichen kann, ist oft nicht möglich, würde es doch das ganze Zimmer ausfüllen. In einem solchen Becken könnte man die Fische kaum noch be­obachten. Rechtzeitiges Herausfangen kann aufgrund der Abwesenheit des Aqua­rianers scheitern (geprügelt wird oft nachts).
Außerdem gehören Rüpeleien bei Arten wie Channa bankanensis zum Vorspiel, sodass eine Trennung der Partner die Fortpflanzung nur verhindern würde.
Klaus de Leuw

Durch eine Unachtsamkeit seitens der Redaktion wurde einer der an der vorgestellten Studie beteiligten Wissenschaftler als Autor des Beitrags „Tropische Korallen spiegeln die Ozeanversauerung wider“ genannt. Den Magazin-Artikels hat jedoch Susanne Eickhoff (ZMT) verfasst.
Außerdem wurde es versäumt, den Bildautor zu nennen: Braddock K. Linsley.
Redaktion

In seinem Artikel über Polycentrus und Polycentropsis erwähnt Uwe Werner unter anderem, dass laut Literatur und nach seiner Vermutung der Vielstachler Polycentrus schomburgkii in den Guyana-Ländern auch in Brackwasser vorkommt. Das kann ich voll und ganz bestätigen.
Im Februar 2017 war ich von Johan Chevalier, dem damaligen Leiter des Réser­-ve Naturelle Nationale de l’Amana, einem großen Schutzgebiet im Nordwesten Französisch-Guayanas, eingeladen, zehn Tage im Gästehaus seiner Einrichtung zu wohnen, um dabei zu helfen, die Süß- und Brackwasser­fische sowie die Garnelen des Reservats zu kartieren. Das ermöglichte es mir, in Ecken zu gelangen, die sonst nur den Park-Rangern – und Wilderern – zugänglich sind.
Besonders beeindruckte mich ein viele Quadratkilometer großer, von der Küste abgeschnittener Mangrovensumpf namens Savane Cercelle in der Nähe von Mana.
Die Savane Cercelle hat seit vielen Jahren keinen direkten Kontakt mit dem Meer, nur bei Sturmfluten soll ein Eintrag frischen Meerwassers möglich sein. Dementsprechend ist auch fast kein Einfluss der Gezeiten festzustellen.
Zwei Ranger durfte ich bei ihrer Patrouille im Kanu begleiten, um auch in den abgelegenen Teilen des Sumpfes zu fischen. Nach etwa 90 Minuten Paddeln erreichten wir das Zentrum des Gebiets.
Hier erwies sich das Fischen zwischen und unter den Wurzeln der Mangrovenbäume als am ergiebigsten. Erwartungsgemäß gingen jungen Tarpone (Megalops atlanticus), Lebendgebärende (Poecilia viviparae, Micropoecilia parae, M. picta) und Eierlegende Zahnkarpfen (Kryptolebias marmoratus) sowie Grundeln (Eleotris amblyopsis, Dormitator lopho­cephalus) ins Netz.
Aber auch zwei Arten, die man gemeinhin als Süßwasserfische betrachtet, konnte ich in großen Stückzahlen nachweisen. Zum einen war das der Killifisch Anableps­oides (Rivulus) lungi, zum anderen eben P. schomburgkii. Vor allem die Vielstach­-ler kamen in einer unglaub­lichen Dichte vor und machten insgesamt knapp ein Viertel der gefangenen Fische aus.
Den Salzgehalt ermittelte ich mittels Refraktometer. Er betrug 1,2 Prozent, also knapp ein Drittel von dem des Meerwassers.
Während meines Aufenthaltes regnete es jeden Tag mehr als reichlich, der Fe­bruar gehört in Französisch-Guayana zur Regenzeit. Man darf also annehmen, dass während der Trockenzeit die Salinität in der Savane Cercelle noch beträchtlich ansteigt.
Oliver Helker

Wie das Foto zeigt, sind manche Harnischwelse (Ancistrus sp.) wahre Künstler unter den Aquarienfischen. Wie ein kleiner Bildhauer nagte mein Wels aus Zucchini-Scheiben die weichen Teile so kunstvoll heraus, dass nur noch die Schale in Form eines Rings übrig blieb. Das war aber keinesfalls ein ­Zufallsprodukt, sondern es wiederholte sich mehrere Male.
Andere Antennenwelse zeigten sich bei mir bisher weniger künstlerisch begabt.
Wolfgang Sieder

Seit vielen Jahren beziehe ich die DATZ und freue mich auf jedes neue Heft.
Zurzeit betreibe ich fünf Süßwasserbecken (300, 120, 100, 45 und 15 Liter Inhalt). Seit meinem siebten Lebensjahr habe ich Aquarien, im Krieg mit einheimischen Fischen besetzt. Mein erstes Warmwasserbecken war ein 60-­Liter-Gestellbassin mit Makropoden und Guppys.
Nach einigen Jahren Pause (Studium, Kinder, Praxisgründung) kamen wieder Fische ins Haus, seit 1960 ohne Unterbrechung.
Die Berichte im Juni-Heft haben mich dazu angeregt, einen kleinen Beitrag zum Titelthema beizusteuern. Im Jahr 2006 qualifizierte sich einer meiner Söhne für die Ironman-WM in Hawaii, womit ein großer Wunsch zu seinem 50. Geburtstag in ­Erfüllung ging. Das geschah nur zehn Monate nach dem Tod meines Mannes, ich war damals ziemlich fertig. Hawaii erwies sich als die beste Therapie, um aus dem Tief wieder herauszukommen.
Nach 14 Tagen Big Island gönnten wir uns noch eine Woche Urlaub in Waimanalo auf Oahu. Dort stand natürlich der Besuch des Sealife-Parks an erster Stelle. Er nimmt ein Areal von 0,25 Quadratkilometern ein und bietet seinen Besuchern riesige Aquarien mit über 4.000 Arten von Meerestieren, darunter Mönchsrobben und Delfine (mit Vorführungen), in einem großen Zylinder-Becken Stachelrochen und viele tropische Fische. Im „Rochen-Ballett“ füttert eine Taucherin die Knorpelfische.
Die Grüne Meeresschildkröte (Chelonia mydas) wird hier nachgezüchtet, und die Jungtiere werden mit einer Länge von 30 Zentimetern freigelassen. Ich fragte mich: Wohin werden sie wohl Jahre später zur Eiablage schwimmen? Die Antwort bekam ich im Haus des Meeres in Wien: Sie folgen ihren wilden Artgenossen zu deren Ablagestränden.
Insgesamt hat mir die Anlage in Waimanalo gut gefallen, sie ist sehenswert, wenn auch „typisch amerikanisch“ (der Eintrittspreis beträgt 32 US-Dollar).
Im Lauf der Jahre habe ich etliche Zoos und Aquarien besucht: Stuttgart, Monaco und Teneriffa 2017, Triest 2018, Genua 2019 und natürlich das Haus der Natur in Salzburg, in Wien Schönbrunn und das Haus des Meeres. Einige Einrichtungen waren enttäuschend (Triest und Genua), von anderen war ich begeistert ­(Monaco, Wilhelma, Haus des Meeres).
Unser Grundstück (7.000 Quadratmeter) in Burmoos nördlich von Salzburg ist ein Moorgrund, hinter dem Haus befindet sich ein 300 Qua­dratmeter großer ausgebaggerter Torfstich mit Ringelnattern und vielen Fröschen – herrlich zum Schwimmen!
An den Ufern stehen präch­tige Rhododendren, eine Wildblumenwiese, einheimische Stauden und Gehölze schließen sich an. Alles gedeiht ohne Dünger und Spritzmittel.
Für mich ist das ein Pa­radies, und ich hoffe, es noch einige Jahre genießen zu können – mit 89 keine Selbstverständlichkeit. Ich bin dankbar für jeden neuen Tag!

Hilde Olbrich