Samolus valerandi wurde schon vor dem Ersten Weltkrieg in den botanischen Gärten Berlin-Dahlem und Hamburg kultiviert. Im Jahr 1951 kam sie in den Zoofachhandel. Vorübergehend von Neuimporten verdrängt, ist sie jetzt wieder in der Aquaristik präsent.| von Christel Kasselmann

Samolus valerandi, auch Salzbunge oder Bachbunge, gehörte zur Bepflanzung meines ersten Aquariums vor fast 50 Jahren. Die Rosetten wuchsen prächtig und erreichten Durchmesser von 15 cm. Ich war stolz auf das gute Wachstum, da die Art als schwierig zu kultivieren galt. In den Folgejahren lag mein Fokus mehr auf den vielen neuen Aquarienpflanzen und die Salzbunge geriet in Vergessenheit, auch war sie nur noch gelegentlich im Fachhandel vertreten.

Die Pflanze kommt endemisch in einem eng begrenzten Gebiet in Sarawak (Borneo) vor. Obwohl sie in alkalischem Milieu in der Natur prächtige Bestände bildet, gelingt ihre Kultur bisher nur mäßig erfolgreich. Unsere Autorin liefert ausführliche ökologische Daten und fasst bestehende Erfahrungen zusammen. | Von Christel Kasselmann

Borneo ist die drittgrößte Insel der Welt. Sie gliedert sich in ­einen malaiischen und einen indonesischen Teil. Im Februar 2016 und im Oktober 2017 besuchte ich den malaiischen Bundesstaat Sarawak im Nordwesten der Tropeninsel.
Aus Borneo wurden in den vergangenen 20 Jahren viele neue Crypto­coryne-Arten beschrieben. Reist man durch das Land, stellt man bestürzt fest, wie rasant die gerade erst entdeckten Fundorte mitsamt ihren Arten durch den Menschen zerstört werden. Das Land wird hemmungslos durch die Anlage von Ölpalmen-Plantagen ausgebeutet, Regenwälder werden abgeholzt, Hügel abgetragen, der Untergrund eingeebnet und der Boden mit Herbiziden verseucht, um gigantische Monokulturen anzulegen. In wenigen Jahren wird vernichtet, was die Natur über Jahrmillionen geschaffen hat.

Etliche Arten der formenreichen Gattung Ranunculus gedeihen in feuchten Lebensräumen, beispielsweise an den Ufern von Gewässern. Mit ihren weißen oder gelben Blüten fallen sie oft schon von Weitem auf. | von Rainer Stawikowski

Begeistert man sich für Libellen, Amphibien und Reptilien und will diese Tiere in ihren natür­lichen Lebensräumen beobachten, begibt man sich gern und häufig an die Ufer verschiedenartigster Gewässer. Ob seichte Tümpel, mehr oder weniger tiefe Weiher, in Wiesen eingeschnit­tene Gräben, schnell fließende Bäche oder kräftig strömende Flüsse – sie alle können Lebensraum für ganz ­bestimmte Vertreter der Odonato- und der Herpetofauna sein.
Mitunter stößt man auf solchen Exkursionen nicht nur auf die erhofften (oder sogar auf gar nicht erwartete) Insekten, Lurche und Kriechtiere, sondern auch auf schöne, seltene oder sonstwie bemerkenswerte Sumpf- und Wasserpflanzen.

Das Sumpfdickblatt ist eine bei uns noch wenig bekannte Aquarienpflanze. Unsere Autorin berichtet über ihre Erfahrungen mit der Kultur sowie über Anpflanzungen im jahreszeitlichen Wechsel im Botanischen Garten Berlin-Dahlem. | von Christel Kasselmann

In den USA gibt es einige sehr ak­tive Pflanzen-Enthusiasten, die in den vergangenen Jahren vermehrt nordamerikanische Sumpf- und Wasserpflanzen auf ihre Eignung für die Kultur im Aquarium testeten. Einige Arten, die die Tests bestanden, ge­langen nach und nach auch in den ­europäischen Zoofachhandel. Nicht jede der neuen Spezies aus Nord­amerika ist allerdings für das Normal­aquarium empfehlenswert; manche werden wohl wieder verschwinden. Das hier vorgestellte Sumpfdickblatt gehört zu den geeigneten, jedoch langsam wachsenden Neuheiten.
Den wissenschaftlichen Namen Penthorum sedoides las ich vor zwei Jahren das erste Mal. Über einen Online-Handel bestellte ich im Frühjahr 2018 einen Topf, um die Art auszuprobieren. Anhand der Blattstruktur war leicht feststellbar, dass die gelieferten Pflanzen im Gewächshaus kultiviert worden waren. Also teilte ich die Por­tion auf: Die eine Hälfte pflanzte ich submers in den Vordergrund eines Aquariums, die andere emers in ein Mini-Gewächshaus, um sowohl über als auch unter Wasser die weitere Entwicklung beobachten zu können.

Der Indische Wasserwedel (Hygrophila difformis) wird seit vielen Jahrzehnten als dekorative Aquarienpflanze kultiviert. Nun kommt eine ähnliche Pflanze hinzu: Hygrophila triflora. Unsere Autorin stellt die Art erstmals aquaristisch vor. | von Christel Kasselmann

Vor gut zwei Jahren erhielt ich durch die Wasserpflanzengärtnerei Tropica eine unbekannte Sumpfpflanze mit der Bitte um Bestimmung. Die Pflanzen stammten aus der Gewächshauskultur.
Die erhaltene Portion teilte ich auf: Eine Hälfte setzte ich emers in eine Schale mit nasser Erde, die andere submers in mein Aquarium. Unter Wasser bildeten sich schnell rotbraune Blattspreiten, die in ihrer Form an die ganzrandigen Landblätter von ­Hygrophila difformis erinnerten. Der Indische Wasserwedel, seit vielen ­Jahren eine beliebte Aquarienpflanze, entwickelt als Sumpfpflanze genau solche Blätter mit gesägtem Rand, ­unter Wasser bilden sich jedoch die bei Aquarianern gut bekannten charak­teristischen Fiederblätter mit leuchtend hellgrüner Färbung. Deshalb hielt ich die neue Aquarienpflanze zunächst für eine rotbraune Farbform von H. difformis.