Aquarianer interessieren sich für Wasserpflanzen, weil sie Biodiversität spannend finden oder weil die Gewächse ästhetisch aussehen – für die ersten Menschen in Europa dagegen waren Wasserpflanzen eine willkommene Ergänzung des Speiseplans. | von Martinus Fesq-Martin

Teich- und Seerosen sind die Zierde jedes Gartenteichs, ein Ausdruck von Harmonie in der Grenzschicht zwischen Wasser und Luftraum. Der französische Maler Claude Monet hat in seinen berühmten Gemälden genau diese Stimmung der Kontemplation eingefangen, ein träger Sommernachmittag am Ufer eines nährstoffreichen Teiches, auf dem die Seerosen blühen – und platsch, ein stark muskulöser Mann mit ausgeprägten Überaugenwülsten und rötlichen Haaren durchbricht die Wasseroberfläche und taucht mit ananasgelben Pflanzenteilen auf. Kein Quellgeist oder Nöck, sondern ein Neandertaler!

Die Lippenblütler (Lamiaceae) umfassen etwa 230 Gattungen und 7.000 Arten; unter Aquarianern ist insbesondere die Gattung Pogostemon bekannt. Eine aquaristisch neue, dekorative Aquarienpflanze dieser Familie aus Südamerika gehört zur Gattung Hyptis mit dem deutschen Namen Buschminze. | von Christel Kasselmann

Mitte Februar 2020, glücklicherweise vor Beginn der Corona-Krise, unternahmen meine US-amerikanischen Freunde Cara Wade, Vin Kutty und ich gemeinsam mit unserem einheimischen Reiseführer Hernando eine aquabotanische Studienreise nach Zentral-Kolumbien. Wir untersuchten Flüsse südlich der Stadt Villavicencio auf interessante Wasser- und Sumpfpflanzen. Die aquaristisch neue Pflanze Hyptis laciniata (Purpur-Buschminze) fanden wir auf dem Weg nach San José, drei Kilometer südlich San Martin im Río Iraca in einer Höhe von 402 m ü. NN. Der Fluss kreuzt an dieser Stelle die Straße.
Auf dem offenen Gelände eines ehemaligen Schwimmbades wuchsen in intensivem Sonnenlicht und in humusreichem, nassem Lehm blühende Ludwigia inclinata var. verticillata und Eichhornia diversifolia. An beschatteten Randgebieten sahen wir im Restwasser des Flusses Egeria najas, blühende Eriocaulon caulescens mit vielen Ausläufern sowie eine noch unbestimmte, großwüchsige Eriocaulon-Art mit zahlreichen Jungpflanzen an den Blütenständen. Außerhalb des einstigen Schwimmbades zeigte sich der Fluss jedoch ursprünglich, mit dichtem Baumbestand.

Bei der Gestaltung von Paludarien sind der Fantasie kaum Grenzen gesetzt – sowohl was technische Lösungen betrifft als auch im Hinblick auf Konzept und Einrichtung. Zwei ganz besondere Becken präsentiert hier ein absoluter Fachmann aus den USA. | von Matthew Schwartz

Mein Interesse am Gärtnern und Gestalten erwachte im Teenageralter, als ich bereits Amphibien und Reptilien pflegte. Irgendwann taucht man tiefer in die Materie ein, in meinem Fall hieß das: die Bepflanzungsmöglichkeiten mit tropischen Arten im Miniaturformat erkunden. Die Suche nach Möglichkeiten der Gestaltung wird nie langweilig. Viele Pflanzen stellen spezielle klimatische Anforderungen, die sich in Glasbecken hervorragend erfüllen lassen. Anhand grundsätzlicher Überlegungen und zweier Beispiele möchte ich meine Vorgehensweise erläutern.

Samolus valerandi wurde schon vor dem Ersten Weltkrieg in den botanischen Gärten Berlin-Dahlem und Hamburg kultiviert. Im Jahr 1951 kam sie in den Zoofachhandel. Vorübergehend von Neuimporten verdrängt, ist sie jetzt wieder in der Aquaristik präsent.| von Christel Kasselmann

Samolus valerandi, auch Salzbunge oder Bachbunge, gehörte zur Bepflanzung meines ersten Aquariums vor fast 50 Jahren. Die Rosetten wuchsen prächtig und erreichten Durchmesser von 15 cm. Ich war stolz auf das gute Wachstum, da die Art als schwierig zu kultivieren galt. In den Folgejahren lag mein Fokus mehr auf den vielen neuen Aquarienpflanzen und die Salzbunge geriet in Vergessenheit, auch war sie nur noch gelegentlich im Fachhandel vertreten.

Die Pflanze kommt endemisch in einem eng begrenzten Gebiet in Sarawak (Borneo) vor. Obwohl sie in alkalischem Milieu in der Natur prächtige Bestände bildet, gelingt ihre Kultur bisher nur mäßig erfolgreich. Unsere Autorin liefert ausführliche ökologische Daten und fasst bestehende Erfahrungen zusammen. | Von Christel Kasselmann

Borneo ist die drittgrößte Insel der Welt. Sie gliedert sich in ­einen malaiischen und einen indonesischen Teil. Im Februar 2016 und im Oktober 2017 besuchte ich den malaiischen Bundesstaat Sarawak im Nordwesten der Tropeninsel.
Aus Borneo wurden in den vergangenen 20 Jahren viele neue Crypto­coryne-Arten beschrieben. Reist man durch das Land, stellt man bestürzt fest, wie rasant die gerade erst entdeckten Fundorte mitsamt ihren Arten durch den Menschen zerstört werden. Das Land wird hemmungslos durch die Anlage von Ölpalmen-Plantagen ausgebeutet, Regenwälder werden abgeholzt, Hügel abgetragen, der Untergrund eingeebnet und der Boden mit Herbiziden verseucht, um gigantische Monokulturen anzulegen. In wenigen Jahren wird vernichtet, was die Natur über Jahrmillionen geschaffen hat.