Bislang trennten geringe Unterschiede im Blütenbau die Gattungen Hemianthus und ­Micranthemum. Nach molekularen und morphologischen Untersuchungen wurden alle ­Hemianthus-Arten in das Genus Micranthemum überführt. | von Christel Kasselmann

Moderne Forschungsmethoden führten in den vergangenen Jahren zu zahlreichen Neueinteilungen bei Pflanzenfamilien und Gattungen. Auch die große Familie der Braunwurzgewächse (Scrophulariaceae) wurde nach phylogenetischen (stammesgeschichtlichen) Analysen aufgespalten. So gehören Bacopa und Limnophila neuerdings zu den Wegerichgewächsen (Plantaginaceae), und Lindernia und Micranthemum (einschließlich Hemianthus) sind der Familie der Büchsenkräuter (Linderniaceae) zugeordnet. Trotz schon erfolgter umfangreicher Gen-Analysen zur Klärung der Verwandtschaftsverhältnisse sind die ­Arbeiten keineswegs abgeschlossen, sondern nur ein erster Schritt zur ­taxonomischen Neubewertung vieler Gattungen und Arten.
Fischer et al. (2013) untersuchten die phylogenetischen Beziehungen der Familie Linderniaceae. Der Arbeit ist zu entnehmen, dass im Stammbaum das Genus Micranthemum am nächsten mit Lindernia verwandt ist. Aus dieser Gattung werden die einander ähnlichen Arten L. parvifolia und L. rotundifolia in Aquarien kultiviert.

Pogostemon deccanensis ist eine empfehlenswerte und häufig kultivierte Aquarienpflanze. Sie wurde im Jahr 2010 als P. erectus eingeführt. Unsere Autorin fand heraus, dass die Art damals falsch bestimmt wurde. | von Christel Kasselmann

Die Gattung Pogostemon umfasst 79 Arten, von denen bisher fünf in Aquarien kultiviert werden. Als Erste wurde P. stellatus 1978 ein­geführt. Diese Spezies besitzt eine ­große Variationsbreite, und es sind mehrere Wuchsformen bekannt.
Viel Aufmerksamkeit erhielt die Einfuhr des Kleinen Wassersterns (P. helferi) im Jahr 2004. Die thailändische Art ist bis heute eine beliebte Aqua­rienpflanze.
Pogostemon quadrifolius kam als P. stellatus „Octopus“ in den Handel. Der Handelsname war völlig irreführend, denn die Blattquirle weisen ziemlich konstant vier Blätter auf (und nicht acht).
Auch P. sampsonii aus China wurde zunächst unter einer anderen Bezeichnung, nämlich als P. cf. pumilus, verbreitet; mit diesem Taxon ist die ­Pflanze allerdings eng verwandt.
Der häufig kultivierte P. erectus, um den es in diesem Artikel geht, wurde 2010 unter der falschen Bezeichnung Rotala verticillaris eingeführt. Nach meinen Untersuchungen trifft auch der Name P. erectus für die häufig gehandelte Pflanze nicht zu. Es wird wohl lange dauern, bis sich der neue Name – P. deccanensis – durchgesetzt hat.

von Petra Fitz

Kennen Sie das: Stängelpflanzen, die einfach nicht dort bleiben, wohin man sie gesetzt hat? Besonders nervte mich das bei einer Gruppe des Blütenstiellosen Wasserfreunds (Limnophila sessiliflora). Zumindest unter meinen Kulturbedingungen treiben die schnell wachsenden Stängelpflanzen nach einem Rückschnitt nur spärlich aus. Deshalb erwies es sich als sinnvoll, die Pflanzen alle zehn bis 14 Tage komplett aus dem Aquarium zu nehmen, auf die richtige Länge zu schneiden und dann nur die oberen Hälften (mit Triebspitzen) wieder einzusetzen.

Der erste Teil behandelte die Wuchsparameter „unter Wasser“. Nun geht es um den Energie-Lieferanten der Pflanzen: das Licht. | von Petra Fitz

Passen die Wasserparameter und Pflanzenauswahl zusammen, kann es noch an der Beleuchtung liegen, wenn die Aquarienpflanzen nicht wachsen wollen, denn auch sie muss „stimmen“. Licht ist nicht gleich Licht, und seitdem es LED-Beleuchtungen gibt, erst recht nicht.
Ein Leuchtmittel wird durch seine Lichtqualität und Lichtleistung beschrieben. Die Lichtleistung, die für ein Aquarium benötigt wird, wurde bisher meist in Watt pro Liter ange­geben.
Diese Faustregel lässt sich bei LED-Leuchtmitteln nicht anwenden, denn LED sind in der Regel effizienter. Das heißt, mit einem Watt Strom wird hier mehr Licht erzeugt als bei Leuchtstoffröhren. Besser ist es also, den Licht­bedarf von Aquarien(pflanzen) als direkte Lichtleistung (Lumen pro Liter) oder Beleuchtungsstärke in Wuchs­höhe (Lux) anzugeben.

Gut gedeihende Pflanzen bereichern jedes Aquarium. Klappt es mit dem Wachstum nicht so recht, gilt es, die Ursachen zu ergründen. | von Petra Fitz

In meinem Beitrag in DATZ 7/2018 („Algenfreie Aquarien …“) legte ich dar, dass das Wachstum der Aquarienpflanzen entscheidend dazu beiträgt, wie algenreich oder algenarm ein Aquarium letztlich ist. Die Grundlage für gut oder schlecht wachsende Wasserpflanzen ist immer die Nährstoffsituation in dem betreffenden Becken (pflanzenfressende Tiere einmal außen vor gelassen). Das auf Seite 54 oben abgebildete Schema kann dabei helfen, die Ursachen für Algenprobleme in bepflanzten Aqua­rien zu ergründen und dann Lösungsansätze zu erarbeiten.
Ziemlich einfach ist das Vorgehen bei Algen und gutem Pflanzenwuchs, also bei einem Überschuss an Nährstoffen. Hier kann man zunächst mit häufigeren Wasserwechseln und we­niger Düngergaben experimentieren. Sollte das keine Besserung bringen, reduziert man die Beleuchtungszeit (minimal zwölf Stunden) oder die Lichtzufuhr (Dimmen, Schwimmpflanzen).