von Sebastian Wolf


Im Herbst vergangenen Jahres war es so weit: Mit dem Umbau der Aquarienanlage musste ein neues Filtersystem her. Das alte, bestehend aus einer über jedem Becken eingesetzten, zentral von einem Kompressor mit Luft versorgten Eigenkreation (vom Prinzip her ein Rieselfilter), hatte aus verschiedenen Gründen ausgedient. Strombetriebene Innen- oder Außenfilter kamen nicht infrage, darum also die Suche nach guten Lufthebern. „Gut“ soll heißen: lange Laufzeiten, unkomplizierte Säuberung der Bauteile, die Luftblasen erzeugen, eine entsprechend hohe, auch durch Ventile einfach regelbare Förderleistung – und idealerweise möglichst geräuscharmer Betrieb. Denn nach Beginn der Mund-Nasenschutz-Ära konnte ich dank der selber gebauten, geräuschintensiven Filterung viele Besucher nur noch undeutlich verstehen, das wurde langsam anstrengend.
Da ich keine über die ganze Schmalseite der Becken laufenden Mattenfilter installieren wollte, kombinierte ich den unten beschriebenen Tschechischen Lufthebefilter (TLH) zudem mit einem Eigenbau. Das Ergebnis lässt sich am besten als „Schwimmender Tschechischer Lufthebefilter (STLH)“ beschreiben – Sie lesen hier also eine Kombination der DATZ-Rubriken „Testlauf“ und „Wasserdicht“, ein „Wasserdichter Testlauf“ sozusagen!

Ein innovatives Bauprinzip
Vorweg: Es geht hier nicht um quantitative Ergebnisse, also um exakte, vergleichende Angaben der geförderten Luft- und Wasservolumina (der unterschiedlichen Ausführungen oder im Verhältnis zu anderen Herstellern), sondern um eine qualitative Einschätzung im Hinblick auf die im ersten Absatz genannten Kriterien. Meine Wahl fiel auf die GN-Luftheber, diese gibt es schon seit ein paar Jahren (siehe Fitz in DATZ 8/2015). Auch wenn sie in der Funktionsweise den TLH ähnlich sind, so besteht doch eine bauliche Abweichung betreffend des Antriebsteils, also des untersten Abschnitts des Lufthebers, in dem die eingespeiste Luft in das Wasser eintritt. Dieses besteht aus zwei ineinander passenden Stücken mit gezahnten inneren Rändern. Sind beide Teile des Antriebes zusammengesteckt, ergeben sich die Luftlöcher durch Aussparungen in diesen Rändern. Die einzelnen Luftauslässe sind außerdem in unterschiedlicher Höhe im Antriebsteil angeordnet und größer als die anderer TLH – das Bild sollte einen Eindruck geben, zudem finden sich weitere Infos zum Bauprinzip auf der Herstellerhomepage. Versprochen wird dort ein TLH, der die Standzeit „üblicher“ TLH weit übertreffe. Ein Hauptkriterium für mich, denn die mir unliebste aquaristische Tätigkeit ist das Entnehmen, Auseinanderbauen und Säubern von Bestandteilen eines Filters.
Eingesetzt habe ich alle vier verfügbaren Modelle, die sich im Rohrdurchmesser (12, 16, 20 & 25 mm) und der Eintauchtiefe (15, 20, 25 & 30 cm) unterscheiden. Alle genannten Größen gibt es sowohl in einer gebogenen (Steig- und Auslaufrohr an einem Stück) als auch in einer gesteckten Ausführung (Steig- und Auslaufrohr sind durch ein Winkelstück verbunden). Letztere ist laut Hersteller etwas weniger leistungsstark, lässt sich aber platzsparender verbauen.

Vorbereitungen: der Weg zum STLH
Mit den neuen Lufthebern wollte ich Becken mit Fassungsvermögen zwischen 45 l und 600 l bestücken, entsprechend wählte ich für alle von bis zu 100 l die Variante mit 16 mm Durchmesser, für größere Aquarien die Variante mit 20 mm bzw. 25 mm Durchmesser. Teilweise kürzte ich die Steigrohre etwas – zum einen, um von vornherein zu vermeiden, dass der Gegendruck durch die Eintauchtiefe des Steigrohres zu einer starken Abnahme der geförderten Wassermenge führt. Zum anderen aber auch, da der Filter schwimmen und auch bei Wasserwechseln nicht auf dem Boden aufliegen sollte, denn diverse Fischarten entwickeln regelrecht selbstmörderische Tendenzen, was das Hineinquetschen zwischen Filtermatte und Substrat (oder Glaswand) bei Beunruhigung anbelangt.
Warum überhaupt ein schwimmender Filter? Ich fand es ganz praktisch, Filter einzusetzen, die sich an ändernde Wasserstände anpassen, die teils nützlich sind, etwa bei der Zucht von Labyrinthfischen oder wenn man Ausbruchskünstler (wie Stachelaale) neu einsetzt, die auf keinen Fall aus Neugier als Trockenfisch enden sollen. Oder auch, wenn man bei einer nötigen chemischen Behandlung (z. B. von Blaualgen) aus schwäbischer Sparsamkeit die Kosten der Heilmittel durch die Reduzierung der Wassermenge senken will. Was natürlich nicht heißen soll, dass sich bei mir Blaualgen und andere Unliebsamkeiten die Klinke in die Hand geben, es soll nur verdeutlicht werden: Ein TLH, der sich unabhängig von einem schwankenden Wasserstand betreiben lässt, kann nützlich sein!
Die Umsetzung dieses Vorhabens war leicht – als Schwimmer dienten rechteckige, 2–3 cm dicke Styroporstücke, die ja nach Becken- und Filtermattengröße zwischen 10 x 10 cm und 15 x 15 cm maßen. In diese schnitt ich Aussparungen ein, deren Breite etwas geringer war als der Durchmesser von Steig- und Auslaufrohr. Das Steigrohr wurde dann einfach mit sanftem Druck durch diese Aussparung eingefügt, das waagrechte Auslaufrohr kam auf der Oberseite der Platte zu liegen – das war es schon! Zu Reinigungszwecken lässt sich das Ganze wunderbar schnell auseinandernehmen.
Die aus einer Filtermatte erhaltenen Schaumstoffblöcke schnitt ich in etwas kürzeren Längen und Breiten zurecht als die jeweils verwendeten Schwimmer aus Styropor: Damit sollte sichergestellt sein, dass zwischen Glaswand und Schaumstoff keine allzu engen Spalten entstünden, die zur Todesfalle werden. Die Höhe der Filterblöcke betrug je nach Beckenvolumen zwischen 12 und 25 cm. Über zwei Drittel dieser Höhe wurde mit einem scharfen Messer ein Schlitz eingeschnitten, der zum Einführen des Steigrohres diente. Grundsätzlich eine sehr simple Methode, auch wenn die neuen Matten anfangs teils leicht auftrieben, nach Einlaufen lagen sie allerdings sehr gut im Wasser.
Der Schwimmer wurde im Lauf der Zeit leicht nach unten gezogen, dennoch liegt der Wasserauslass mit dieser Methode immer ca. 2 cm über dem Wasserspiegel. Den geringen Verlust der geförderten Wassermenge vernachlässige ich gerne zugunsten der Vorteile, auch deshalb, weil bauliche Maßnahmen zur Befestigung des Filters unnötig waren.

Er läuft und läuft … und läuft
Zurück zum TLH – nach fünfmonatiger Laufzeit kann das Fazit gezogen werden: Der GN-Luftheber überzeugt voll und ganz. Eine derart lange Laufzeit ohne Reinigungsmaßnahme des Antriebsteils habe ich noch bei keinem anderen TLH erlebt, prinzipiell hätte keiner der eingesetzten bisher dringend gereinigt werden müssen – unabhängig vom Modell, der geförderten Wassermenge und dem Besatz.
In reichlich besetzten Becken war erwartungsgemäß die Reinigung des Filtermaterials aber früher nötig als bei schwach bevölkerten, und so schaute ich mir diverse Antriebsteile beim Mattenputz gleich mit an. Bevor ich auf das neue System gewechselt hatte, mussten in meinem dauerhaft am stärksten gefütterten Becken (200 l, 25 Schachbrettschmerlen und zehn Bärblinge) die Antriebsteile und sonstigen kritischen Stellen des Filter-Eigenbaus, des klassischen Lufthebers wie auch des Motorinnenfilters nach spätestens 2–3 Wochen dringend gründlich gesäubert werden. Nach der Probereinigung des Antriebsteils von GN-Lufthebern dagegen konnte ich nur einen moderat stärkeren Wasserdurchfluss (+ ca. 15 %) im Vergleich zum dreckigen Zustand vorher feststellen - ein Hinweis auf lange Standdauer.
Mit einer kleinen Schlauchbürste lassen sich die beiden Hälften von anhaftendem Kalk und Biofilm befreien, das geht schnell und ohne viel Druck. Auch praktisch: Per kurzem Blick lässt sich hervorragend abschätzen, ob man gut geputzt hat. Nur beim Auseinandernehmen des Antriebes ist Vorsicht angebracht, um die Befestigung nicht zu zerstören. Bei adäquatem Wasserdurchfluss laufen die Luftheber ganz ohne große Spritzer, und der leise Betrieb ist eine Wohltat. Damit eignen sie sich auch für Wohnräume und sehr sensible Gemüter sowie für Konversationen von Maske zu Maske.

Auch der beste Luftheber ersetzt keine individuelle Vorbereitung und Planung
Bei der Filterung über Luft gibt es einiges, das unwissentlich falsch gemacht werden kann (es sei hier nochmals auf die Beiträge von Fitz in DATZ 8/2015 verwiesen, die einen gelungenen Überblick geben). Vor allem bei der Luftzufuhr, bei der so große Gegendrücke entstehen können, dass die Förderleistung miserabel wird.
Meine Anlage wird über einen Kompressor betrieben, an den Luftleitungen aus PVC-Rohren angeschlossen sind, die möglichst nahe an die einzelnen Regale heranreichen, um Strömungswiderstände durch zu lange, enge Silikonschläuche gering zu halten. Nach Inbetriebnahme musste über Absperrventile (Gardena 4/6 mm) teils noch die geförderte Luftmenge in vielen Becken reduziert werden, da sie so stark war, dass die geförderte Wassermenge dadurch wieder reduziert wurde.
Jeder baut seine Anlage nach seinem Gusto, damit sind die Anforderungen an die Filterung über Luftheber auch jeweils anders und müssen individuell geplant werden. Dankenswerterweise erhielt ich von einem der Entwickler der GN-Luftheber, Matthias Singer, von ihm ermittelte Pumpenkennlinien (gibt es diese eigentlich auch von anderen TLH?), von denen ich hier die zwei für die größeren Lufthebermodelle teilen möchte. Über diese lässt sich einsehen, wie viel Luft bei welchem Druck (in mbar, dies entspricht cm Wassersäule) gefördert werden muss, um den angegebenen Wasserdurchlauf zu erzielen. Und es wird erkennbar: Je tiefer das Steigrohr im Wasser liegt, desto größer wird die benötigte Luftmenge, damit die Luftheber gut arbeiten können. Beherzigt man diese Faktoren, lassen sich die GN-Luftheber optimal einsetzen und erfreuen mit einem geringen Reinigungsaufwand, sehr leisem Betrieb und einem tollen Preis, d. h. in Relation geringen Anschaffungskosten. Damit werden sie attraktiv für wirklich alle, die ihre Becken über Luft filtern wollen.
Meine Eigenkonstruktion hat sich übrigens schnell und ungewöhnlich deutlich als ein bevorzugter Aufenthaltsort für so manche Fischart herausgestellt – der Liegeplatz auf der Oberseite der Schaumstoffmatte, mit schützendem Dach aus Styropor relativ nah an der Wasseroberfläche, scheint vielen meiner Pfleglinge sehr zu behagen, und so wird er genutzt als Beobachtungspunkt, Versteck und Ort zur Eiablage. Das aber nur am Rande, der Platz reicht an dieser Stelle nicht für mehr …
Text und Fotos von Sebastian Wolf

von Sebastian Wolf



Jedes zweite Weihnachten treffen wir uns bei unseren Eltern im großen Haus im Fichtelgebirge. Wir, das sind Karin, Rainer und Wolfgang Schamel – die beiden Letzteren sind seit früher Jugend begeisterte Aquarianer. Mit der Zeit wurden wir selbst Eltern und aus diesem Grund ist zu den Familientreffen immer viel los. Vor zehn Jahren schenkte Opa jedem Enkelkind ein leeres Briefmarkenalbum, und Oma verteilte die über das Jahr gesammelten Briefmarken gerecht. Doch nach ein paar Tagen waren alle Marken abgelöst, gepresst und einsortiert, da kam die Frage auf, wie wir unsere Kinder bei schlechtem Wetter weiter beschäftigen konnten.
Es entstand die Idee, einfach selber Briefmarken zu malen. Damit sie aussehen wie echte, wurden Vorlagen erstellt und ausgedruckt. Für Mario und Karli war sofort klar, dass sie gemeinsam eine Serie über Kaltwasserfische malen würden. Um unsere Kinder (und ehrlicherweise auch uns selber) noch weiter zu motivieren, gründeten wir eine eigene Post, die „Deutsche Schamelpost“. Die gemalten Marken wurden verkleinert, vervielfältigt, ausgeschnitten und in die Alben einsortiert. So sind in zehn Jahren über 400 Marken entstanden. Eine Zähnung der Marken erachteten wir als nicht notwendig, da die ersten Marken auch unperforiert waren und heute schließlich ganz viel wert sind …
Ein wichtiges Anliegen der Aquaristik ist, das Interesse und die Freude an der Natur zu wecken und zu fördern. Denn leider ist trotz öffentlich gestiegenen Bewusstseins um den globalen Klimawandel und Verlust der biologischen Vielfalt festzustellen, dass es mit der Wahrnehmung von Natur und einem damit verknüpften Bewusstsein nicht immer zum Besten bestellt ist. Gerade wir Aquarianer sollten uns daher in der Natur- und Umweltpädagogik engagieren, die die Natur als begrenzte Ressource und schützenswertes Gut betrachtet. In Deutschland hat die Umweltpädagogik ihren Ursprung in den 1970er-Jahren, als durch den sauren Regen Umweltbelastungen in das öffentliche Bewusstsein gerieten.
Prägende Werte werden laut einer Studie der Cornell University in New York bereits vor dem elften Lebensjahr weitergegeben (Späker 2016). In der Tat waren Menschen, die sich der Lösung von Umweltproblemen widmen, meist schon in der Kindheit eng mit der Natur verbunden. Es zeigt sich allerdings, dass die Natur zusehends aus dem alltäglichen Erfahrungs- und Interessenshorizont von Kindern verschwindet (Späker 2016). Vor diesem Naturentfremdungsprozess wollten wir unsere Kinder bewahren. Mithilfe der Aquarien in unseren Wohnzimmern erkundeten wir gemeinsam die Natur der Fische und schufen Erlebnisse, die in Erinnerung bleiben sollten. Das könnte dazu beitragen, dass die Kinder die Natur später wertschätzen und erhalten wollen.
Mit viel Eifer seitens der Kinder und der Erwachsenen entstanden also eigene Fischbriefmarken. Wir tauchten beim Abmalen der Fische regelrecht in die Aquarien ein. Es galt, jedes noch so unscheinbare Detail am Fisch zu entdecken und auf der eigenen Marke festzuhalten. In der Tat ist es auch in unserer modernen Zeit immer noch üblich, dass Biologiestudenten am Mikroskop eine Zelle oder ein kleines Insekt möglichst detailgetreu nachzeichnen. Beim gemeinsamen Studieren von Fischen beginnt man unweigerlich, auch über ihre Besonderheiten und Verhaltensweisen zu sprechen. Wieso besitzen manche Fische an der Afterflosse Eiflecken? Aus welchem Grund jagt ein Fisch immer wieder einen anderen? Es entwickelt sich ein Dialog über die Natur. Und wenn am Ende eine neue Markenserie im Album steckt, ist die Freude doppelt groß.
Nun kennen Sie die Hintergründe und wissen, weshalb es so viele Fischmotive bei der Schamelpost gibt. Einige sind hier abgebildet. Noch mehr finden sie auf unserer Homepage (http://www.schamelpost.de). Übrigens, der neue rote Cichlide, Hemichromis exsul, den wir in der DATZ vorgestellt hatten (Schamel & Schamel 2020), wurde auch schon verewigt, ebenso haben wir die L-Welse in einer Serie gewürdigt. In diesem wie in anderen Fällen wurde allerdings nur von Fotos abgemalt, was wir als gleichermaßen sinnvoll erlebten.
Liebe Leser, haben Sie Lust bekommen, mit eigenen Fischmarken dabei zu sein? Vielleicht bereitet es Ihnen oder Ihren Kindern auch Freude, Briefmarken zu malen und damit ganz nebenbei die Naturverbundenheit zu fördern. Sie sind herzlich dazu eingeladen! Melden Sie sich einfach über den Kontakt auf unserer Homepage. Wir schicken Ihnen gerne Vorlagen zu. Und wenn jemand eine Marke seines Lieblingsfisches haben möchte, aber nicht selber malen mag, kann er sich auch bei uns melden …
Rainer und Wolfgang danken allen fleißigen Schamelpostfischmarkenmalern, Leonas, Elija, June, Mario, Livia, Karl, Lara, Karin, Maria und Anke, sowie Sonja Weihrauch und Anke Trotzeck für die Durchsicht des Manuskripts.

Text und Fotos von Wolfgang W. Schamel und
Rainer K. Schamel

Wir möchten noch auf Folgendes hinweisen: Der Freude am eigenen Malen soll dies natürlich nicht im Weg stehen – selber erstellte Briefmarken sind jedoch ausschließlich für den privaten Gebrauch gedacht und dürfen auf keinen Fall auf Briefen aufgeklebt verschickt werden, die kein amtlich gültiges Postwertzeichen haben. Dies könnte als Briefmarkenfälschung aufgefasst werden, was gesetzliche Konsequenzen nach sich ziehen kann. Schamelpostmarken können keine gültigen Briefmarken ersetzen!
Redaktion, nach Hinweis vom Autor

von Sebastian Wolf



Das Tolle an Oryzias-Arten ist: Die Vermehrung ist im Freien wie im Haus wenig aufwendig: Einerseits, weil die Weibchen ihren befruchteten Laich mit sich herumtragen, bevor sie ihn an einem Substrat abstreifen, andererseits aber auch, weil die Eier recht unempfindlich in der Handhabung und in der Zeitigung sind. Nicht zuletzt: Die Jungen sind nach dem Schlupf schon recht groß, die Aufzucht ist anspruchslos.
Bei der Vermehrung respektive gezielten Zucht drehen sich Fragen häufig um die Entnahme der Eier. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass zumindest die Arten O. dancena, O. javanicus, O. latipes, O. pectoralis, O. sakaizumii und O. songkhramensis ihre frisch geschlüpften Jungtiere fressen – in dicht bepflanzten Becken entkommen vielleicht einzelne, aber das ist dann wenig effektiv. Es bietet sich deshalb an, sich einen an die eigenen Verhältnisse (zur Verfügung stehender Platz, Zeit und Geduld) angepassten Ablauf zurechtzulegen. Dabei kann ein wenig simples, kostengünstiges Zubehör nützlich sein.

Eiablage: der Minimopp
So ganz genau weiß man bei Reisfischen nie, wo man die Eier suchen muss. Beliebt sind in jedem Fall faserige oder porige Materialien. So hat sich auch bei diesen Kleinfischen die Verwendung von Laichmopps durchgesetzt – entweder im Haltungsbecken selber oder in einem separaten Zuchtbecken.
Nun gibt es ja Gründe, warum man den Laich kontrollieren möchte – etwa um die Zahl der Eier abzuschätzen. Die herkömmlichen Wollmopps sind da nicht sehr hilfreich. Auch wenn man sie kleiner bastelt und deshalb schneller durchsuchen kann – anhaftende Wassertropfen sehen den Eiern je nach Lichteinfall recht ähnlich. Eleganter geht es mit einem anderen Material: Bastelfilz (vermutlich aus Polyester), den es in Form 20 x 30 cm großer, dünner Zuschnitte für wenig Geld in Bastelläden gibt, ist in vielen Farben erhältlich und lässt sich mit einer scharfen Schere leicht bearbeiten.
Aus einem einzelnen Stück Filz der genannten Maße, zwei Weinkorken und vier Kabelbindern lassen sich vier Minimopps herstellen: Ein etwa 10 x 15 cm langes Stück schneidet man an einer langen Seite mehrfach parallel im Abstand von 0,5–1 cm ein, und zwar bis 1–2 cm vor dem gegenüberliegenden Ende. Die nicht eingeschnittene lange Seite wird dann um einen Weinkorken gelegt, mittels Kabelbinder befestigt, und man erhält einen kleinen Mopp mit 15–20 teilweise übereinander liegenden Streifen. Er bietet eine gern genommene Eiablagestelle, lässt sich hervorragend kontrollieren und tropft nicht, auch wenn er vollgesaugt ist. Auf grünem Vlies sind die Eier sehr gut sichtbar.
Eine Problematik soll allerdings nicht verschwiegen werden: Auch durch solche Kunstfasern kann Mikroplastik in die Umwelt gelangen. Im Gegensatz zu Kleidung besteht bei diesen Minimopps aber kein Grund, sie zu waschen. Und sollten sie einmal nicht mehr gebraucht werden, lassen sie sich vielleicht noch als Füllmaterial irgendwo im Haushalt verwenden, oder man gibt sie einem anderen Aquarianer weiter.

Eientnahme: der Eierdraht
Abgelegten Laich zu sammeln funktioniert höchstens in absolut spartanischen (sprich: weitgehend leeren) Behältern. In einem bepflanzten Biotop Eier zu suchen, ist sinnlose Zeitverschwendung – das empfand ich schon als Kind an Ostern so. Viele Halter setzen deshalb die gewünschten Zuchttiere separat oder fangen nach der Eiablage die Elterntiere heraus. Zumindest letztere Option braucht Platz.
Es kann unter bestimmten Umständen allerdings nötig werden, dem Reisfisch-Weibchen die Eier wegzunehmen, bevor es diese irgendwo ablegt, etwa wenn man kein separates Behältnis zur Eiablage zur Verfügung hat, die Eier aber unbedingt vollzählig „gerettet“ werden sollen (etwa um eine Population zu erhalten).
Das einzige dafür nötige Material ist ein etwa 8–10 cm langes Stück weichen, biegsamen Bindedrahts aus dem Baumarkt. Dieses wird an einem Ende zu einer Öse (Durchmesser > 1 cm) verdrillt, das andere Ende formt man derart zurecht, dass man es bequem mit Daumen und Zeigefinger halten kann. Damit kann man die über Filamente am Weibchen haftenden Eier absammeln.
Das „eiernde“ Weibchen wird dafür mit einem feinmaschigen Kescher herausgefangen und im Kescher auf eine flache Unterlage gelegt. Nachdem es seitlich liegend ganz sanft mit den Fingern fixiert ist, setzt man die Öse zwischen Bauch und Eiern an und streift Letztere durch eine nach unten (vom Körper des Weibchens weg) gerichtete Bewegung ab. Durch die abgerundete Bauweise dieses „Instruments“ kann es auch dann nicht zu Verletzungen kommen, wenn sich das Weibchen währenddessen bewegt – das wichtigste Kriterium bei dieser Art des Eiersammelns!
Bei allen eingangs erwähnten Arten hat das funktioniert, ohne dass jemals eines der Weibchen davon Schaden genommen hätte. Mindestvoraussetzung ist aber immer, dass die Tiere eingewöhnt sind und generell nicht gestresst wirken! Neueinsteigern möchte ich ganz dringend ans Herz legen, die beschriebene Prozedur erst bei einem erfahrenen Züchter anzuschauen bzw. erst etwas Übung im Handling mit Reisfischen zu sammeln.

Larvenfang und -messung: der Edelstahl-Schöpfer
Der Einfachheit halber abgekürzt mit ESS und auch geeignet für andere, oberflächennah lebende Jungfische. Ob man aus einem mit adulten Tieren besetzten Becken Schlüpflinge retten möchte, aus dem Zeitigungsbehälter die nach und nach schlüpfenden Exemplare abfischen will oder in einem Aufzuchtbehälter unterschiedliche große Jungtiere separieren muss – man kommt unter Umständen nicht um ein Abfischen kleiner Reisfische herum. Dafür braucht es oft etwas, womit sich auch auf engem Raum noch hantieren lässt – Kescher scheiden da meistens aus.
Selber gebastelte Schöpfkellen haben den Nachteil, dass die entstehende Wasserverdrängung die Zielobjekte wahlweise vorzeitig verschreckt oder im Schöpfer verwirbelt. Nicht so mit dem ESS. Alles, was es braucht, ist ein etwa 7 x 4 cm großes Stück Edelstahlgaze mit feiner Maschenweite von 0,5 mm – diese ist etwa im Zoofachhandel unter dem Namen Drosophilagaze erhältlich, online finden sich manchmal kleinere Stücke für wenig Geld.
An einer kurzen Seite schneidet man dieses Stück halbkreisförmig zurecht, das andere Ende biegt man zu einem Griff zusammen, der für Daumen und Zeigefinger groß genug ist. Selbst einzelne Jungfische aus einer kleinen, offenen Wasserfläche – umgeben von Schwimmpflanzen – he­rauszufischen, ist damit kein Problem mehr, sondern erfordert allenfalls etwas Übung: Mit rascher Bewegung wird der Schöpfer unter den Jungfisch geschoben und dann hochgehoben. Da wenig Wasserbewegung entsteht, flüchten die anvisierten Jungtiere kaum, und auch weitere, wenig entfernt an der Wasseroberfläche schwimmende Exemplare bleiben in aller Regel an Ort und Stelle. So lassen sich in wenigen Minuten Dutzende Fische einzeln und gefahrlos herausfischen und umsetzen. Im Gitter bleibt auch immer etwas Wasser hängen, sodass diese Prozedur absolut kein Risiko für die Larve darstellt. Ein weiterer nutzbarer Effekt ist: Mithilfe eines Fotos der auf dem Drahtgitter liegenden Larve lässt sich deren Länge näherungsweise bestimmen (das ist toll, um etwa Artikel mit ein paar Daten aufzupeppen) – einfach, indem die Anzahl der Gitteröffnungen addiert wird, über die sich die Larve erstreckt. Genauer wird es dann, wenn noch die Dicke der Drahtgaze bekannt ist (diese wird dann dazu addiert), und die Maschenweite überprüft wird. So kann man sich schnell, unkompliziert und ohne die Larve zu schädigen einen Überblick verschaffen.

von von Ivan Simeonov

Ein Sommeraufenthalt im Freien tut so einigen Fischarten gut. Sie entwickeln intensive Farben, ernähren sich von Insektenlarven und Anflugnahrung und werden durch Temperaturschwankungen abgehärtet. Es spricht viel dafür, dass man einige Arten in den Monaten ohne „r“, also von Anfang Mai bis Ende August, draußen pflegt und vermehrt. Bleibt nur die Frage, in welchen Behältnissen eine solche Hälterung Erfolg verspricht.
Einige Aquarianer benutzen Mörtelwannen, die aber sehr dünnwandig sind, was starke Temperaturschwankungen begünstigt. Im Rahmen meines „Aquatorium“-Projekts konnte ich beobachten, dass Medaka (im Sinne von Zuchtformen von Oryzias latipes) die Eiproduktion einstellen, wenn sie Unterschieden zwischen 30 °C tagsüber und 20 °C nachts ausgesetzt sind.
Die Alternative wären Behälter aus einem Material mit guten Dämmeigenschaften. Ein geeignetes Produkt fand ich im industriellen Bereich. Große technische Anlagen bekommen Trockeneis in großen Styroporboxen geliefert, die danach aufgrund der sperrigen Maße entsorgt werden müssen. Mit einer Wandstärke von ca. 3 cm eignen sie sich sehr gut, um Temperaturschwankungen abzumildern oder zu verhindern. Mit einer Länge und Tiefe von je ca. 80 cm und einer Breite von 60 cm bieten die Boxen auch ein ausreichendes Volumen für viele unserer Pfleglinge. Wenn man freundlich bei betreffenden Unternehmen anfragt, bekommt man solche Boxen oft geschenkt oder zumindest sehr preiswert.
Da jede Box aus zwei Teilen besteht und Styropor nicht wasserdicht ist, muss zusätzlich eine Folie in der Box verlegt werden. Die übliche Teichfolie ist für die Geometrie der Box nicht gut geeignet, und es entstehen große Falten in den Ecken. Auch hierfür fand ich eine Lösung durch Zufall. Ich stand mit meinem Leergut vor dem Pfandautomaten und stellte fest, dass dieser einer Störung hatte und man den Knopf „Mitarbeiter kommt“ drücken musste. Die freundliche Mitarbeiterin sagte zu mir, dass nur der Behälter voll sei und die Störung sofort behoben werde. Sie verschwand hinter der Wand und kam kurz darauf mit einem riesigen Plastiksack voller gepresster Plastikflaschen zurück. Das war die geeignete Abdichtung der Styroporbox! Ich lief hinterher und bat sie um einen neuen Plastiksack. Dieser kostete 1 €, er hatte die Aufschrift „K 360L“, und wie ich später bemerkte, handelte es sich tatsächlich um die Angabe des Volumens. Die Box fasst knapp 400 l fasst und der Sack passt damit gut hinein.
Für das „Low-Budget-Sommerprojekt“ wollte ich noch eine Lösung für die Wasserbewegung und den Gasaustausch finden, ohne dass Stromkosten entstehen. Die Entscheidung fiel für eine solarbetriebene Pumpe, die samt Modul für 30 € zu bekommen war. So konnten um die 100 Medaka für insgesamt 31 € den ganzen Sommer draußen verbringen und für reichlich Nachwuchs sorgen. Die Box wird diesen Sommer zweifelsfrei wieder aufgestellt!

von Sebastian Wolf

Die Haltung von Süßwassermuscheln im Aquarium ist eine eher ambivalente Sache: Gekauft werden sie sicher gerne, sie kosten nicht so viel, und es ist verlockend, mal etwas anderes in sein Wirbellosen-Sammelsurium zu setzen. Dass das nicht die besten Voraussetzungen sind, um an diesen Mollusken länger als nur ein paar Wochen Freude zu haben, stellt sich relativ bald heraus, und so wird der eine oder andere Käufer sicher schnell vom Muschelhalter zum Schalensammler.
Meistens wird dann eine unzureichende Nahrungsversorgung vermutet, und so findet man schwammige bis wilde Anleitungen zum Füttern, denn eine oft gehörte Einschätzung ist sicher nicht falsch: Es ist schwierig, in einem normal gefilterten Aquarium einem filtrierenden Organismus genug feinste, schwebende Partikel zuzuführen. Mit „normal gefilterten“ Aquarien meine ich hier solche, in denen ein luft- oder motorbetriebener Filter alle sichtbaren Schwebeteilchen herausfischt – wer möchte schon trübes Wasser ansehen? Gleichzeitig soll aber das zugeführte Feinstfutter die Muscheln auch über längere Zeit erreichen, und dafür braucht es eben laut gängiger Meinung eine Wasserumwälzung.
Meine ersten Haltungsversuche mit diesen Mollusken (Körbchenmuscheln, Corbicula spp.) waren denn auch ein riskanter Kompromiss: Wasserumwälzung mithilfe von Strömungspumpen und keine Filterung. Ein guter Teil des zugeführten Feinstfutters landete so sicherlich im Bodengrund. Das erschien mir bald nicht mehr zielführend. Zudem stellte sich heraus, dass die gekauften Muscheln eindeutig höhere Wassertemperaturen bevorzugten – diese habe ich nur in Becken, die nicht extra durchströmt werden. Aber auch hier bestand die Frage nach einer zielgerichteten Zuführung von Staubfutter – ohne Strömung würde das Futter zwar weniger im Becken verteilt, dafür aber absinken und nicht mehr in der Schwebe sein. Zudem waren die in denselben Becken aufgezogenen Fische ganz erpicht auf das feine Zusatzfutter – neu gekaufte Muscheln schließen aber ihre Schalen, wenn Fische um sie herum den Boden durchpicken.
Die passende Lösung kam mir in den Sinn, nachdem ich weitere neu erworbene Körbchenmuscheln nicht frei auf das Substrat, sondern in eine Pe­trischale von 9 cm Durchmesser mit einer flachen Sand-Kiesschicht gesetzt hatte. In einem Aquarium mit einer Substratschicht von 3 cm Höhe oder mehr sieht man von gesunden Körbchenmuscheln nämlich nicht viel – sie tauchen ab, maximal ist noch ein Stück Schale erkennbar. Da sie in der Petrischale nun maximal halb vergraben waren, ließen sie sich wesentlich besser beobachten.
Bei der Zugabe eines Huminstoffpräparates fiel mir zufällig auf, dass die Tiere auch in strömungsarmen Becken durch ihren Sipho (Ein- und Ausströmöffnung) in einem kleinen Bereich um sich herum eine ganz feine Wasserströmung erzeugten. Ließe sich diese nicht entsprechend nutzen, wenn man das Futter um die Muscheln konzentrierte, noch dazu abgeschirmt von den gierigen Fischmäulern? Alles möglich mit der „Muschelglocke“! Ein runder Plastikbecher, 10 cm im Durchmesser, passt mit der offenen Seite gut über die Petrischale und kann leicht in den Boden gedrückt werden. Ein in den (jetzt nach oben gerichteten) Becherboden gesteckter Alustab ermöglicht die bequeme Handhabung, ein paar kleine Löcher lassen die Luft entweichen – fertig.
Ein Wasseraustausch mit dem Wasser außerhalb des Bechers kommt damit fast ganz zum Erliegen. Über ein weiteres Loch oben im Becher wird das zu einer Suspension aufgeschwemmte Staubfutter mittels Pipette zugegeben. Dabei handelt es sich um eine Eigenmischung aus Sojamehl, Staubfutter für Jungfische, Chlorella-Pulver und getrockneten Stadien des Heubazillus (Bacillus subtilis).
Nur wenige gröbere Teilchen dieses Futters sinken sofort ab, der größte Teil bleibt länger in der Wassersäule. Einige Zeit nach Zugabe öffnen auch die bisher verschlossenen Muscheln ihre Schalen, und man kann sie beim Filtrieren beobachten. Durch diese Aktivität schaffen sich die Muscheln offensichtlich genug Staubfutter heran – ein paar Stunden nach der Fütterung wird der Becher entfernt, Futterreste sind kaum noch zu erkennen. War das Futterangebot dagegen viel zu reichlich, ist das leicht auszumachen: Dann erhebt sich nämlich tatsächlich eine Wolke an Staubfutter beim Hochheben des Bechers.
Mit der passenden Menge muss man experimentieren – für die beiden abgebildeten, 1,5–2 cm großen Muscheln habe ich für die Fotodokumentation eine halbe Pipette der wässrigen Futtersuspension zugeführt und den Becher nach fünf Stunden wieder entfernt. Hat man die passende Menge gefunden, hilft die Verwendung der Muschelglocke, auch besonders in stärker durchströmten Becken, dass nicht zu viel Futter verloren geht. Somit muss man auch nicht auf eine konventionelle Filterung verzichten, vorausgesetzt, die Muscheln hält man in einem definierten Bereich, den man vom restlichen Becken eben zeitweise abkapseln kann.
Wie sich im Lauf der Zeit dann noch herausstellte, benötigen Körbchenmuscheln nicht kontinuierlich Staubfutterzufuhr, zumindest nicht, wenn sie in einem wirklich gut eingefahrenen Becken mit feinkörnigem Substrat gehalten werden, in dem man andere, nicht filtrierende Bewohner regelmäßig füttert. Denn was so ziemlich alle aquaristischen Steckbriefe und Beschreibungen verschweigen: Körbchenmuscheln besitzen einen alternativen Mechanismus zur Nahrungszufuhr, der unabhängig vom Filtrieren ist. Dazu benutzen sie ihren Fuß („pedal feeding“). Das ist aber wieder eine andere Geschichte …
von Sebastian Wolf