Die Gattung mit dem sympathisch kurzen und eingängigen Namen Pao wurde 2013 von Kottelat geschaffen und beherbergt bisher 13, ehemals in den Gattung Monotrete und Tetraodon geführte, Süßwasser bewohnende Kugelfische Südostasiens. Der Name hat seinen Ursprung in den lokalen Bezeichnungen der Fische in Laos und Thailand. Einige Vertreter sind unter Kugelfisch-Aquarianern gut bekannt, darunter etwa der durch seine Hautausstülpungen skurril wirkende P. baileyi oder der ventral sehr auffällig gefärbte P. palembangensis.
Pao abei gehört zu den „jüngeren“ Arten der Gattung. In der Erstbeschreibung wird als Standardlänge 10,3 cm angegeben. Die Art stammt aus den Fluss-Systemen des Chao Phraya, Meklong und Mekong in Kambodscha, Laos und Thailand; im Internet finden sich auch Bilder von Exemplaren aus der chinesischen Provinz Yunnan. Die Typuslokalität liegt im Mekongbecken bei Xe Bang Fai, Provinz Khammouan (Laos). Es handelt sich um einen vornehmlich Fließgewässer bewohnenden Mollusken- und gelegentlichen Fischfresser, und er gehört zweifelsohne zu den schönsten Kugelfischarten: Die adulten Tiere bekommen eine dunkelbraune Grundfärbung mit zahllosen, besonders an den Flanken großen und auffälligen runden, weißen bis orangefarbenen Flecken – eine Pracht!
Die Art ist sporadisch als Wildfang aus dem Handel erhältlich, wie gegen Ende des letzten Jahres. Ab und an werden zudem Nachzuchten angeboten, so ist auch das abgebildete Tier (ca. 7 cm SL) hierzulande geschlüpft. Nach anfänglicher Einzelhaltung durfte es in ein großes, mit wendigen Karpfenfischen besetztes Aquarium umziehen – Pao abei gilt als relativ verträglich. Nur: Irgendwann waren an anderen Fischen leichte Flossenschäden bemerkbar, für die nur ein Übeltäter infrage kam …
Die Unverträglichkeit vieler Kugelfische ist zwar bedauerlich, die Haltung an sich aber einfach. Mein halbstarkes Exemplar liebt Regenwürmer und gefrorene Stinte, die Eigenproduktion der aus anderen Becken abgesammelten Schnecken reicht bei solch starken Fressern relativ schnell nicht mehr aus. Ein aufwendig gestaltetes Pflanzenbecken ist nicht ratsam, oft werden Blätter gezielt abgebissen. Das Ganze stellt sich also wie folgt dar: Eine Vergesellschaftung mit Schnecken und den üblichen Krebstieren ist unmöglich, mit Pflanzen und Fischen immerhin riskant. Steine, Sand und Holz werden aber akzeptiert … Dennoch ist es schön, dass auch solche Raritäten hin und wieder vermehrt werden, denn es sind tolle Beobachtungsobjekte.
von Sebastian Wolf

Vaillantella maassi
Vertreter der eigenartigen Gattung Vaillantella (man unterscheidet derzeit drei Arten) haben eine über den gesamten Rücken verlaufende, bandförmige Dorsale, während alle anderen Schmerlen relativ kurze, dreieckige Rückenflossen besitzen.
Vaillantella sind Schwarzwasserbewohner und werden 12–15 cm lang, bleiben gewöhnlich aber kleiner. Vaillantella maassi ist in den Torfsumpfgebieten Malaysias und Borneos verbreitet, einem durch Trockenlegung extrem gefährdeten Lebensraum. Die Fische müssen als hochgradig bedroht eingestuft werden – ihr Fang kann helfen, wenigstens Teile dieser Biotope als Wirtschafträume zu erhalten und ist aktiver Umwelt- und Artenschutz.
Vaillantella maassi wurde bislang nur sehr selten im Aquarium gepflegt. Man sollte sie analog zu den gut bekannten Dornaugen halten. Die sehr große, gegabelte Schwanzflosse ermöglicht einen explosiven Vortrieb. Das Aquarium muss lückenlos abgedeckt sein, damit die Tiere nicht auf dem Trockenen landen, wenn sie von dem bekannten Wandertrieb gepackt werden, den viele Schmerlen zeitweilig zeigen.

Odontobutis obscurus
Erstmals importierte Aquarium Glaser diese interessante Raubgrundel, die etwa 20 cm lang werden kann. Das natürliche Verbreitungsgebiet umfasst Teile Chinas, Koreas und Japans; es handelt sich um eine Art der gemäßigten Zone, die eine kühle Überwinterung braucht und auch im übrigen Jahr nicht zu warm gepflegt werden sollte (18–24 °C).
Die Import-Tiere stammen vermutlich aus der chinesischen Provinz Zhejiang. Interessant ist diese Art vor allem deshalb, weil sie im Gegensatz zu anderen, ähnlichen Schläfergrundeln – etwa Oxyeleotris marmorata – ihr gesamtes Leben im Süßwasser verbringt, also auch die Larvenaufzucht im Aquarium möglich sein sollte.
Über das Verhalten kann noch nicht viel gesagt werden, bei Aquarium Glaser erwiesen sich die Tiere untereinander als verträglich. Lebendfutter (Tubifex, Rote Mückenlarven) wurde bereitwillig akzeptiert. Die Fische graben sich gerne ein, es sollte darum kein allzu grober Bodengrund ausgewählt werden.

Parotocinclus eppleyi
Eine der allerkleinsten Harnischwels-Arten ist Parotocinclus eppleyi, der „Peppermint-Oto“. Die Art ist mit 3 cm Länge (ohne Schwanzflosse) voll ausgewachsen, aber solche Tiere sind bereits als XXL-Format zu sehen und äußerst selten. Gewöhnlich ist die Art, die im oberen und mittleren Orinoko verbreitet ist, 0,5–1 cm kleiner.
Diese niedlichen Zwerge gelten als heikel, vor allem in der Eingewöhnungsphase. Man sollte ihnen immer totes Laub und Wurzeln geben, die schon lange im Wasser gelegen haben und einen entsprechenden Bewuchs aufweisen. Zusätzlich sind Futtertabletten ein gutes Nahrungsmittel für Parotocinclus-Arten. Wie so oft scheint auch bei diesen Tieren entscheidend zu sein, mit wie viel Sachverstand sie in ihrer Heimat nach dem Fang behandelt wurden. Die Exemplare aus dem aktuellen Import aus Venezuela sind sehr stabil und machen keinerlei Probleme!
Text und Fotos von Frank Schäfer

Balroglanis schultzi
Die Trugdornwelse erfreuen sich einer zunehmenden Beliebtheit, seit es regelmäßig gelingt, sie auch zu vermehren. Alle Arten haben – soweit bekannt – eine innere Befruchtung, die Weibchen laichen später ohne Anwesenheit eines Männchens in einer Höhle ab. Als Laichhöhle haben sich selbst getöpferte, nur auf einer Seite offene, mit Angelschnur oder dergleichen in mittleren Wasserschichten waagerecht fixierte Tonröhren bewährt. Die Öffnung der Röhre sollte nur knapp breiter sein als die Spannweite der bei den Trugdornwelsen starr abgespreizt getragenen Brustflossen.
Die meisten Trugdornwelse sind nacht- oder dämmerungsaktiv. Von vielen Arten ist bekannt, dass sie, knapp unter der Wasseroberfläche schwimmend, Jagd auf ins Wasser gefallene Landinsekten machen.
Balroglanis (früher: Centromochlus) schultzi stammt aus den Einzügen der Oberläufe des Rio Xingu und des Rio Tocantins in Brasilien. Die Art wird etwas über 10 cm lang; jedes Exemplar hat ein individuelles Punktmuster. Die nach unten gerichteten Augen sind mit einer Schutzhaut überzogen, wodurch das Auge wie getrübt wirkt. Wozu diese anatomische Besonderheit dient, ist unbekannt.
Mit der Abgrenzung der (ursprünglich Unter-)Gattungen Balroglanis und Duringlanis gab Grant 2015 seiner Begeisterung für Tolkiens Mittelerde-Universum (Silmarillion, Der Hobbit, Der Herr der Ringe) Ausdruck; mit einem Balrog (die zweite Worthälfte, -glanis, bezieht sich auf das Artepitheton unseres heimischen Welses, Silurus glanis) hat B. schultzi freilich nichts gemeinsam, denn die Balrogs waren kampfwütige Dämonen, gefallene Engel, die einem bösen Dunklen Herrscher dienten. Balroglanis schultzi hingegen ist ein völlig friedlicher Geselle, der mit Tolkiens Balrogs lediglich die Eigenschaft teilt, dass sie Dunkelheit sehr schätzen.
von Frank Schäfer

margin-right: 20px; margin-bottom: 10pxSinobdella sinensis
Das Sortiment an Stachelaalen wurde jüngst um eine eher ungewöhnliche Art erweitert, die (vermutlich) erstmalig kommerziell verfügbar ist. Vorgestellt wurde sie anhand eines Einzeltieres bereits 1994 in der DATZ. Die Herkunft steckt doppelt im wissenschaftlichen Namen, doch trifft man die Art außer auf dem chinesischen Festland auch noch auf Taiwan und im nördlichen Vietnam an.
In der Literatur wird sie teilweise noch Macrognathus aculeatus genannt. Dies ist darauf zurückzuführen, dass zwei verschiedene Arten unter diesem Namen beschrieben wurden, die ältere Beschreibung für die auch heute noch so bezeichneten Tiere aus Indonesien gültig ist und für die Tiere aus der jüngeren Beschreibung ein neuer Name gefunden werden musste. Der nächste verfügbare war Rhynchobdella sinensis (Bleeker, 1870), und 1994 wurde dann der auch aktuell gültige Gattungsname aufgestellt. Die Gattung wird gemeinhin als monotypisch betrachtet.
Allzu viel weiß man nicht über S. sinensis. Als Lebensraum werden vor allem Flüsse genannt, die Nahrung besteht aus Insekten und deren Larven, Würmern und Krebstieren. Eine Untersuchung des Magen-Darm-Traktes lässt vermuten, dass die Art auch Garnelen (Macrobranchium nipponense und Exopalaemon modestus) frisst. Das Genom ist vollständig entschlüsselt, und man weiß, dass Seepopulationen eine niedrige genetische Vielfalt aufweisen. In ihrer Heimat nutzt man die Tiere als (wirtschaftlich eher unbedeutende) Speisefische, und sie gelten als nicht gefährdet. Unterscheiden lässt sich dieser Stachelaal von seinen Verwandten durch die Form der Schnauze, charakteristisch sind zudem der helle Rücken und die dunkleren Seiten, die hellen Flecken im weichstrahligen Teil der Rückenflosse und ein weißer Saum am Rand der Afterflosse. Die unpaaren Flossen sind verwachsen.
Als Bewohner der Subtropen braucht der China-Stachelaal kein beheiztes Aquarium und lässt sich dauerhaft sicher optimal bei nicht zu hohen Zimmertemperaturen halten. Meine drei Exemplare mit einer Größe zwischen 9,5 und knapp 12 cm waren vom ersten Tag an wenig scheu, fast schon zutraulich, und fraßen diverses Lebend- (Schmetterlingsmückenlarven, Enchyträen) und Frostfutter (Artemia, schwarze und rote Mückenlarven).
Auch untereinander sind sie umgänglich. Hin und wieder sieht man sie gemeinsam in einer Höhle ruhen, des Abends warten sie an der Frontscheibe auf Futtergaben. Wasserwechsel mit etwas kühlerem Frischwasser bringen die Tiere ebenfalls dazu, aus ihrem Versteck zu lugen. Eingegraben habe ich sie noch nicht gesehen, aber eine auf dem Bodensubstrat dicht aufliegende, bepflanzte Schaumstoffmatte wird gerne unterwandert. Das Aquarium weist keine nennenswerte Strömung auf, den Tieren scheint das nichts auszumachen.
Zwei Exemplare sind wesentlich dunkler gefärbt als das dritte Tier, das eher gelblich braune und ganz leicht grünliche Flanken aufweist. Eine nette Bereicherung des China-Sortiments jedenfalls – vielleicht startet ja jemand einen Vermehrungsversuch. Und wer mehr über Stachelaale generell wissen möchte, dem sei die September-/Oktober-Ausgabe unserer Schwesterzeitschrift AMAZONAS empfohlen, in der diese Fischgruppe in einem hervorragenden Titelthema behandelt wird (wenngleich Sinobdella sinensis nicht dabei ist).
von Sebastian Wolf

margin-right: 20px; margin-bottom: 10pxGymnochanda flamea
Alle Glasbarsche der Gattung Gymnochanda (G. filamentosa, G. flamea, G. limi, G.ploegi und G. verae) sind reine Süßwasserfische, die man in der Natur in Schwarzwasser findet; bei Aquarienhaltung dieser Tiere sollte man dem Wasser daher keinesfalls Salz zugeben.
Nur bei zwei Arten, nämlich G. flamea (Süd-Borneo) und G. filamentosa (Malaysia, Sumatra (?), West-Borneo), haben die Männchen fadenartig lang ausgezogene Rücken- und Afterflossenstrahlen, rot bei G. flamea, weißlich blau bei G. filamentosa.
Die Pflege der niedlichen, maximal 4 cm langen Tiere ist nicht sehr schwierig, jedoch fressen sie ausschließlich Lebendfutter. Frisch geschlüpfte Artemia-Nauplien eignen sich ausgezeichnet als Ernährungsgrundlage. Untereinander sind sie sehr friedlich, auch gegenüber anderen Fischen, doch sollte man diese Kostbarkeiten – wenn überhaupt – nur mit anderen winzigen und friedlichen Arten vergesellschaften. Weiches, leicht saures Wasser (pH 6–7) und eine Temperatur von 24–28 °C sind zu empfehlen.
Die Tiere sind Eierleger ohne Brutpflege. Die Eier werden in feinfiedrigen Pflanzen abgesetzt. Über eine erfolgreiche Aufzucht ist meines Wissens bislang noch nicht berichtet worden.

Umbra krameri
Die Hundsfische (Umbra) sind Eiszeitrelikte und heutzutage nur in Resten ihres ursprünglichen Areals zu finden. Drei Arten haben in die Jetztzeit überdauert, zwei in Nordamerika und eine in Europa. Die europäische Art (Umbra krameri) ist wegen Lebensraumzerstörung vom Aussterben bedroht.
Hundsfische sind an extreme Lebensräume angepasst: moorige Gewässer mit stark schwankendem Sauerstoffgehalt, krassen Temperaturschwankungen und niedrigem pH-Wert. Früher waren sie deshalb beliebte Aquarienfische. Heute gehören sie wegen ihrer unscheinbaren Färbung zu den absoluten Raritäten.
Auch wenn man es ihnen nicht ansieht: Hundsfische sind relativ enge Verwandte der Hechte (Esox)! Sie bleiben allerdings viel kleiner: Länger als 10 cm werden sie kaum, meist liegen sie deutlich darunter. Hundsfische verfügen über eine Schwimmblasenatmung und können ihren gesamten Sauerstoffbedarf über atmosphärische Luft decken.
Aquarium Glaser hat jetzt Umbra krameri als Nachzuchten erhalten. Da die amerikanische Art U. pygmaea der vom Aussterben bedrohten U. krameri sehr ähnlich ist, gehen wohl viele Meldungen über Funde des Europäischen Hundsfisches in Europa in Wirklichkeit auf U. pygmaea zurück. Auch wenn U. pygmaea bereits vor 1913 in Deutschland heimisch gemacht wurde, sollte man unbedingt beachten, dass das Aussetzen von Tieren sehr zu Recht eine strafbare Handlung ist, ganz egal, ob es sich um fremdländische oder einheimische Arten handelt.
Umbra krameri und U. pygmaea kann man anhand der Struktur der Rückenflosse voneinander unterscheiden. U. krameri hat nur einen Stachelstrahl und alle Weichstrahlen der Rückenflosse sind ungefähr gleich lang, während U. pygmaea drei Stachelstrahlen besitzt und die Strahlenlänge vom Anfang der Rückenflosse zur Mitte langsam ansteigt, die ersten Strahlen also deutlich kürzer als die in der Mitte der Flosse sind.
Im Aquarium und Gartenteich sind Hundsfische absolut anspruchslos und leicht zu halten. Man biete ihnen nach Möglichkeit torfiges Wasser. Eine Heizung ist nicht nur überflüssig, sondern sogar schädlich. Hundsfische sind also unbedingt Fische für Energiesparer. Gefressen wird jegliches Frost- und Lebendfutter passender Größe. Untereinander können sie etwas zänkisch sein, darum sorge man für reichlich Versteckmöglichkeiten.
Die Weibchen werden größer als die Männchen. Hundsfische betreiben Brutpflege. Die Weibchen (!) bauen Nester am Boden zwischen dichten Pflanzenbeständen und bewachen aggressiv Laich und Larven. Zur Nachzucht ist eine kalte Überwinterung (4–8 °C, weniger als 8 Stunden Beleuchtung pro Tag) notwendig, gelaicht wird ab 13 °C und bei länger werdenden Beleuchtungsphasen.

Serrasalmus humeralis
Die Bestimmung vieler Piranha-Arten ist nur schwer möglich. Eine der am frühesten beschriebenen und darum mit vielen taxonomischen Problemen behaftete Piranha-Arten ist Serrasalmus humeralis. Valenciennes war 1850 der Erstbeschreiber, aber es steht außer Frage, dass er das Typusexemplar, für das er „Amazonas“ als Typenfundort angab, von Castelnau erhalten hatte. Valenciennes‘ Beschreibung ist kein Bild beigefügt. Das holte Castelnau 1855 nach und korrigierte zugleich den Typenfundort zu „Araguaia“. Man muss also davon ausgehen, dass S. humeralis im Tocantins-Einzug vorkommt. Die Zeichnung von Castelnau ist sehr detailgetreu und es gibt keinen Grund, anzunehmen, dass sie in den wesentlichen Einzelheiten nicht der Natur entspricht.
Die Piranhas, die Aquarium Glaser jetzt aus dem Tocantins-Einzug als Serraslmus humeralis importierte, gleichen in allen wichtigen Bestimmungsmerkmalen (Schulterfleck, Zeichnung der Schwanzflosse, Körperform, Färbung) der Zeichnung Castelnaus, wurden aber bislang in der aquaristischen und wissenschaftlichen Literatur mehrheitlich als S. eigenmanni identifiziert. Letztere Art wurde 1929 anhand eines Exemplars aus Guyana beschrieben. Wenn S. humeralis und S. eigenmanni artgleich wären, so wäre der gültige Name S. humeralis. Derzeit gehe ich jedoch davon aus, dass beide Arten valide und einander nur sehr ähnlich sind.
Serrasalmus humeralis wird rund 20 cm lang. Er gehört in die Gruppe flossenfressender Piranhas, die im Aquarium dauerhaft am besten einzeln gepflegt werden, wenn man Wert auf unbeschädigte Exemplare legt. Aus unvorhersagbaren Gründen kommt es bei Gruppenhaltung der Piranhas vom flossenfressenden Verhaltenstypus zudem häufig dazu, dass das Rudel – oft nach monatelangem Zusammenleben – ein Individuum ausguckt und mobbt. Dazu wird das Mobbingopfer mit einer Bissmarke unmittelbar vor der Rückenflosse markiert. Gewöhnlich wird der gemobbte Fisch nach einigen Tagen vom restlichen Rudel gefressen, unabhängig vom vorhandenen Nahrungsangebot. Der Versuch einer Gruppenhaltung bedingt im Übrigen wirklich sehr große Aquarien, in Becken unter 150 cm Kantenlänge sind solche Versuche von vornherein aussichtslos.

Priapella olmecae
Die Gattung Priapella umfasst derzeit sechs beschriebene Arten, von denen P. intermedia und P. compressa bisweilen im Handel auftauchen. Alle Priapella-Arten sind Oberflächenfische, die in der Natur an relativ stark strömendes Wasser angepasst sind. Hier stehen sie im Schwarm mit dem Kopf gegen die Strömung und springen nach kleinen Insekten, die ihre Hauptnahrung bilden. Besonders auffallend sind die leuchtend blauen Augen, die es an Leuchtkraft leicht mit denen der Leuchtaugenfische (Aplocheilichthys) aufnehmen können.
Die Pflege der schönen Tiere im Aquarium ist nicht schwer. Man sollte sie allerdings im Schwarm halten, damit ihre volle Schönheit zur Geltung kommt, und sie sind bei paarweiser Haltung auch oft sehr scheu. Es handelt sich um äußerst friedliche Fische. Die Tiere mögen ein gut ausgeleuchtetes Aquarium mit kräftiger Filterung, die Temperatur sollte im Bereich von 21–26 °C liegen. Mittelhartes bis hartes Wasser mit einem pH-Wert über 7,5 ist zu bevorzugen. Gefressen wird jegliches übliche Futter, allerdings nicht vom Boden. Pflanzen werden von P. olmecae nicht beschädigt.

margin-right: 20px; margin-bottom: 10pxHyphessobrycon paepkei
Der Goldschulter-Schmucksalmler, Hyphessobrycon paepkei, wurde erst vor wenigen Jahren wissenschaftlich beschrieben. Die der Erstbeschreibung zugrunde liegenden Exemplare stammten aus der Anlage von Aquarium Glaser. Verbreitet ist die Art im Rio Negro in Brasilien. Anfangs kam sie nur in kleinen Stückzahlen als Beifang – vor allem mit Hyphessobrycon socolofi –, aber seit einiger Zeit ist dieser wunderschöne Schmucksalmler rein sortiert verfügbar.
Die Farbkombination – nur ein roter Punkt im oberen Lappen der Schwanzflosse (vs. flächig rote Caudalis oder in beiden Lappen der Flosse ein roter Punkt bei anderen Schmucksalmlern) und ein von einer golden schimmernden Zone eingerahmter Humeralfleck – definiert die Art sehr gut und macht sie innerhalb der komplexen „rosy tetra clade“ sicher erkennbar.
Bezüglich der Pflege unterscheiden sich die höchstens 5 cm langen Tiere nicht von anderen ähnlichen und aquaristisch gut bekannten Arten, wie den Phantom- und Schmucksalmlern.

Betta krataios
Die Gattung Betta – also die Kampffische – ist ein herausragendes Beispiel dafür, welchen unschätzbaren Beitrag zur Kenntnis der Biodiversität die Aquarienkunde leistet. Die Zahl der wissenschaftlich akzeptierten Arten ist seit der Gründung der Labyrinthfischgemeinschaften in den späten 1970er-Jahren von weniger als zehn auf über 70 angestiegen.
Die Unterscheidung der Arten ist nicht immer einfach, das liegt auf der Hand. Innerhalb der Gruppe der maulbrütenden Kampffische galt jedoch B. dimidiata aus dem Kapuas-Einzug auf Borneo (indonesischer Teil der Insel, der Kalimantan heißt) lange Zeit als so abweichend, dass die Art als einzige Spezies in der nach ihr benannten Artengruppe geführt wurde. Die ersten B. dimidiata kamen durch Privatinitiative nach Europa. Sie entsprachen mit ihren fast schon überdimensional lang ausgezogenen Flossen und der lanzettförmigen Schwanzflosse sehr gut dem Bild, das man von dieser Art hat.
Aber später, als in den 1990er-Jahren auch kommerzielle Importe hereinkamen, staunte man nicht schlecht, dass es auch rundschwänzige Männchen gibt. Diese Rundschwänze wurden 2006 als eigene Art beschrieben, nämlich als B. kratai­os. Die der Beschreibung zugrunde liegenden Tiere stammten aus dem Großhandel in Singapur und sollten in der Umgebung von Mandor (Provinz Kalimantan Barat) gefangen worden sein. In der Natur wurden Exemplare später in der Nähe von Pontiak, Sanggau und Mandor gefunden.
Die nur 4–5 cm langen Tiere sind Schwarzwasserbewohner und können sich erheblich kräftiger färben, als es das beigefügte Bild vermuten lässt. Leider lassen sich in Fotoaquarien nicht immer die Bedingungen schaffen, die die Tiere in Fortpflanzungsstimmung – und somit optimale Ausfärbung – bringen.
von Frank Schäfer