Aplocheilus panchax „Manipur“
Vor einiger Zeit gelang Aquarium Glaser die Einfuhr eines bildhübschen Hechtlings aus dem nordindischen Bundesstaat Manipur. Gegenwärtig ist wissenschaftlich nur die Art Aplocheilus panchax in diesem Formenkreis anerkannt, die von China über große Teile Indiens, Burmas und Indochinas (Thailand, Vietnam, Kambodscha, Laos) sowie Indonesiens verbreitet ist. Selbstverständlich sehen die Tiere überall unterschiedlich aus, ...

Nannostomus anduzei
Nach längerer Zeit konnte Aquarium Glaser wieder einmal eine der kleinsten Fischarten des Amazonas-Beckens importieren: Nannostomus anduzei. Die Tiere werden – inklusive Schwanzflosse – keine 2 cm lang. Der aktuelle Import kam über Manaus, es handelt sich also um brasilianische Tiere; die der Erstbeschreibung zugrunde liegenden Exem­plare stammten aus dem Departamento Amazonas in Venezuela. Optisch gibt es keinen Unterschied zwischen venezolanischen und brasilianischen Tieren.

margin-right: 20px; margin-bottom: 10pxLiosomadoras oncinus
Der Jaguarwels (Liosomadoras oncinus) gehört zu den Seltenheiten im Hobby. Auch in den großen Museumssammlungen der Welt ist die Art nur spärlich vertreten, weshalb das Wissen um diese Tiere gering ist. Im Aquarium gehören sie zu den sehr empfindlichen Pfleglingen, an die sich nur geübte Aquarianer heranwagen sollten. Die Art neigt zu Pilz- und bakteriellen Erkrankungen. Beidem kann man nur mit optimaler Wasserpflege entgegenwirken, günstig ist die Pflege in weichem, leicht saurem Wasser (pH 5,5–6,5), denn das mögen weder Pilze noch krank machende Bakterien...

Rasbora paucisqualis
Diese Art ist ein niedlicher, etwa 3–4 cm lang werdender Bärbling aus Thailand. Gesammelt wurden die fotografierten Tiere u. a. im Ataran, einem Fluss, dessen Oberlauf in Thailand liegt (wo er auch als Kasat bezeichnet wird) und dessen größerer, unterer Teil durch Burma fließt...

von Frank Schäfer

Xiphophorus variatus „Puente Escalanar“
Die Ahnen dieser Papageienplatys wurden im Jahr 2002 in Puente Escalanar, Veracruz, Mexiko von Liebhabern gesammelt. Seither begeistern die Tiere hauptsächlich die Freunde der Lebendgebärenden; im regulären Handel tauchen sie unseres Wissens nur sehr selten auf.
Besonderes Kennzeichen ist der sichelförmige Schwanzwurzelfleck, den alle Exemplare, Männchen und Weibchen, zeigen. Bei den Männchen  gibt es zwei Färbungstypen: Exemplare mit Tigerstreifen auf den Flanken des Vorderkörpers und solche, die hier gepunktet sind. Dominante getigerte Exemplare werden quittegelb, bei den gepunkteten ist viel blauer Schimmer im Vorderkörper. Besonders schön sind die himmelblauen Schuppen, die manche Männchen der getigerten Form in der Mitte des Vorderkörpers aufweisen.
Es sind lebhafte Tiere, deren Verhalten sehr ursprünglich geblieben ist. Bei Beunruhigung schließen sie sich zu einem Schwarm zusammen, was man bei den schon seit hundert Jahren domestizierten Stämmen nur noch selten beobachten kann.

margin-right: 20px; margin-bottom: 10pxMacrobrachium equidens
Die Bestimmung von Langarmgarnelen ist kniffelig, da sich die Arten ziemlich ähnlich sehen und zudem farblich variabel sind. Macrobrachium equidens unterscheidet sich nach den Angaben in den Bestimmungswerken der Welternährungsorganisation FAO von ähnlichen Arten der indopazifischen Region durch das Vorhandensein zweier Stachel am Vorderkörper. Da die aus Thailand importierten Tiere diese Stacheln aufweisen, haben wir sie als M. equidens bestimmt. Sehr ähnlich und aus aquaristischer Sicht vergleichbar ist z. B. M. idae, die auch aus Thailand zu uns kommt.
Die extem langen Arme von M. equidens sind schon beeindruckend. Männchen setzen sie bei Kommentkämpfen ein: Wie Hirsche oder Sumo-Ringer schieben sie sich damit hin und her, wobei sie ermitteln, wer der Stärkere ist. Die Damen schauen zu, der Gewinner hat beste Chancen, zur Paarung akzeptiert zu werden. Die Zucht unter Aquarienbedingungen ist aufwendig, da sich die Larven nur in Salzwasser entwickeln. Erwachsene Tiere leben im Süßwasser.
M. equidens gehört zu den zu Speisezwecken stark befischten Garnelen und wird oft in Aquakultur gehalten. Flüchtlinge aus den Zuchtbetrieben sind in Westafrika und Brasilien verwildert und bilden dort heute große Bestände. Die ursprüngliche Heimat dieser Garnele ist der gesamte indopazifische Raum.
von Frank Schäfer

Aphanius similis (= A. mento „Zengen“)
Die nordafrikanisch-europäisch-asiatischen Killifische der Gattung Aphanius können meist nur im Herbst und Winter im Handel angeboten werden, denn die Züchter dieser Fische pflegen sie gewöhnlich in Freilandanlagen. Da Aphanius zwar kältetolerant, nicht jedoch winterhart sind, werden die Fische im Spätherbst abgefischt und frostfrei überwintert. Zu diesem Zeitpunkt geben die Züchter dann den überschüssigen Nachwuchs ab.
So kamen jetzt auch wieder einige A. similis in den Handel. Vielen Aquarianern ist diese Art auch als Fundortvariante „Zengen“ (das liegt rund 90 km nordwestlich vom Typusfundort von A. similis, Akgöl) von A. mento bekannt, da A. similis (beschrieben 1948) lange Zeit als Synonym zu A. mento galt; A. similis kommt ausschließlich in Teilen der Türkei vor. Ihre schönste Färbung zeigen territoriale Männchen nur während der Fortpflanzungszeit. Dann sind sie blauschwarz mit wundervoll irisierenden, blaugrünen Glanzpunkten. Jetzt in der Ruhephase kann man die Farbenpracht nur erahnen. Leider ist A. similis, wie so viele seiner Gattung, vom Aussterben bedroht, da die Salzmarschen, in denen er ausschließlich lebt, stark verschmutzt wurden. Pflege und Nachzucht im Aquarium können ihn vor dem Schicksal bewahren, ganz auszusterben.


margin-right: 20px; margin-bottom: 10pxAphanius similis (= A. mento „Zengen“)

Desmocaris trispinosa
Diese Zwerggarnele stammt aus dem tropischen Afrika. Die Maximallänge liegt bei rund 4 cm. Die Art ist gut im Aquarium zu züchten, die Jungtiere sind nach dem Entlassen bereits sehr groß und können in reinem Süßwasser aufgezogen werden. Einzigartig ist das herrliche Schwebeverhalten der Tiere, das sie allerdings nur in Aquarien ohne Strömung zeigen.
Text und Fotos von Frank Schäfer

Pangio cf. filinaris
Gelegentlich wird eine kleine Art der Dornaugen (Pangio) aus Vietnam importiert, die wir bei Aquarium Glaser wegen ihrer netten Gesichtszeichnung, die an einen Wasch- oder Pandabären erinnert, hausintern als „Panda-Dornauge“ oder auch „Banditen-Dornauge“ bezeichnen. Von allen wissenschaftlich beschriebenen Dornaugen-Arten ähnelt sie am meisten P. filinaris. Mit dieser Art hat sie auch die röhrenförmig ausgezogenen Nasenöffnungen gemeinsam, auf die sich das Artepitheton „filinaris“ (= „mit fadenförmiger Nase“) bezieht. Es ist allerdings auch möglich, dass es sich um eine wissenschaftlich noch nicht erfasste Art handelt.
Dieses Dornauge wird nur 4–5 cm lang. Der Laich, den man oft durch die Bauchseite der Weibchen schimmern sieht, ist grün gefärbt. Die Pflege entspricht der aller Dornaugen, ideal sind dicht abgedeckte, nicht zu stark gefilterte Aquarien mit weichem Bodengrund, in dem sich auch gerne etwas Mulm entwickeln darf. Bezüglich der Futteraufnahme sind diese „Schnäuzelchen für alles“ völlig anspruchslos.


margin-right: 20px; margin-bottom: 10pxCtenops nobilis
Schokoladenguramis sind sehr schöne und stark spezialisierte Labyrinthfische für fortge­schrittene Aquarianer. Es gibt drei Gattungen von Schokoladenguramis, nämlich Sphaerichthys mit vier Arten, Parasphaerichthys mit zwei Arten und Ctenops, die nur eine Art enthält, den indischen Spitzkopfgurami, C. nobilis. Dieser ist der größte Schokoladengurami und wird etwa 8–10 cm lang. Es handelt sich um maulbrütende Fische, bei denen die Männchen die Brut austragen. Untereinander sind die Tiere zur Brutzeit äußerst unverträglich.
Der subtropische Spitzkopfgurami benötigt nicht ganzjährig gleich bleibende Temperaturen, sondern man muss den Verlauf der Jahreszeiten mit heißen, trockenen Sommern und kühlen, niederschlagsreichen Monsunzeiten imitieren, um den Lebensbedürfnissen der Art im Aquarium gerecht zu werden. Dafür ist der Spitzkopfgurami anspruchlos, was das Wasser angeht: Bekannte Aquarienfische, die den Lebensraum in der Natur teilen, sind etwa der Zebrabärbling (Danio rerio), die Prachtbarbe (Pethia conchonius) oder der Zwergfadenfisch (Colisa lalia). Pflanzen und artfremde Fische werden ignoriert. Allein gehalten sind Spitzkopfguramis oft scheu und fressen schlecht. Am besten pflegt man sie daher in Gesellschaft anderer, friedlicher Fische, wie der oben genannten Arten.

Farlowella hahni
Farlowella-Arten sind faszinierende Geschöpfe. Diese Saugwelse ähneln mehr einem Stöckchen als einem Fisch. Mit derzeit 26 anerkannten Arten sind sie über ganz Südamerika verbreitet. Ihre Bestimmung ist leider oftmals problematisch. Aus Paraguay sind derzeit vier Spezies bekannt: F. hahni, F. isbruckeri, F. jauruensis und F. paraguayensis. Die aktuellen Importe ähneln davon am ehesten F. hahni.
Es sind in jedem Fall sehr attraktive Fische. Die Weibchen haben einen deutlich stärkeren Bauchumfang als die Männchen. Farlowella-Vertreter konnten schon häufiger im Aquarium nachgezüchtet werden. Die Tiere laichen offen ab, das Männchen bewacht die Eier. Farlowella hahni erreicht eine Maximallänge von etwas über 20  cm.

Datnioides quadrifasciatus
Manche Aquarienfische sind eher Haustier als nur reines Beobachtungsobjekt. Sie werden größer als üblich und kommunizieren mit ihrem Pfleger. Oftmals ist nicht klar, wer wen intensiver beobachtet: das Wirbeltier vor der Scheibe das dahinter oder umgekehrt. Datnioides quadrifasciatus gehört eindeutig in diese Kategorie. Mit maximal 30–40 cm Länge (die meisten Exemplare in der Natur werden allerdings nur um die 20 cm lang) sind es große Fische für geräumige Aquarien. Das Wasser für diese Art sollte hart sein, und vor allem muss der pH-Wert über 8 liegen, denn dieser Tigerbarsch kommt auch oft in Brackwasser vor und verträgt weiches, saures Wasser sehr schlecht.
Diese Raubfische werden so zahm, dass sie Futter (am besten aufgetaute, ganze Fische passender Größe) von der Pinzette nehmen. Sie fressen sie auch aus den Fingern, aber bei größeren Exemplaren kann das schmerzhaft werden …
In jüngerer Zeit wird D. quadrifasciatus, der aus Vietnam für das Hobby importiert wird, mit D. polota aus Indien synonymisiert. Dieser Auffassung folgen wir nicht, da D. polota aus Indien (Typuslokalität: Ästuare des Ganges in Indien) farblich deutlich von den Vietnamesen abweicht. Allerdings ist der Name D. quadrifasciatus aufgrund der aktuellen zoologischen Nomenklaturregeln nicht verfügbar, sodass davon ausgegangen werden muss, dass im Falle einer Revision der Tigerbarsche eine Namensänderung fällig wird.   

von Frank Schäfer

Xiphophorus variatus „La Laguna“
Diese bildschöne Wildvariante des Papageienplatys stammt aus dem Bundesstaat San Luis Potosi in Mexiko; die Laguna de la Media Luna ist ein beliebtes Ausflugziel.
Die Besonderheit des Platy-Stammes liegt in den Flossenrändern der Rücken- und Schwanzflosse voll ausgefärbter Männchen, der sogenannten Alpha-Männchen. Nicht immer zeigen alle Exemplare diese Farben in voller Intensität; es ist günstig, mehrere Männchen gemeinsam zu pflegen, das stimuliert das Konkurrenzverhalten und sorgt für prächtige Farben.

margin-right: 20px; margin-bottom: 10pxCorydoras serratus
Zu den begehrtesten Panzerwelsen gehört dieser Vertreter aus der Region des oberen Rio Negro in Brasilien. Da sattelschnäuzige Corydoras eher Einzelgänger sind, können sie nicht in größeren Stückzahlen gefangen werden. In Japan wurden zeitweise unglaubliche Preise bezahlt, was solche Fische lange Zeit zu Top-Raritäten machte.
Interessant ist, dass Nachzuchttiere unterschiedlich gefärbt sind, manche weisen statt einer durchgehenden Rückenbinde nämlich nur einen senkrechten Streifen unter der Rückenflosse auf – obwohl ausschließlich mit Tieren gezüchtet wird, die durch eine breite Rückenbinde optisch dem Ideal entsprechen. Auch bei Wildfängen wurde diese Variabilität festgestellt, doch blieb ohne Nachzucht zuerst die Unsicherheit, ob es sich dabei nicht um weitere, verwandte Arten handelt.
Aquarium Glaser hat jetzt wieder einmal voll ausgewachsene (7–8 cm lange) Wildfänge dieses schönen Panzerwelses erhalten. Sie zeigen die bereits erwähnte Varianz in der Färbung, die meisten haben jedoch die breite Rückenbinde.

Melanotaenia pygmaea
Dieser niedliche australische Regenbogenfisch ist nur sehr selten im Handel. Das Artepitheton pygmaea deutet auf eine geringe Körpergröße hin. Tatsächlich sind die Tiere mit etwa 4 cm bereits ausgefärbt. Laut Literatur erreichen Männchen eine maximale Länge von 7 cm, die Weibchen bleiben stets unter 5 cm.
Die Art ist nur aus einem sehr kleinen Gebiet bekannt und endemisch in Zuflüssen des Prince Regent River in der Kimberly-Region des Bundesstaates Western Australia. Die Aquarienstämme der 1974 entdeckten und 1978 beschriebenen Art gehen wahrscheinlich auf Aufsammlungen aus den Jahren 1992 und 1994 zurück.

von Frank Schäfer