Peruanischer Piranha
Aquarium Glaser importierte eine ganze Anzahl acht bis neun Zentimeter langer Jung-Piranhas aus Peru, Angehörige der hauptsächlich Flossen fressenden Gattung Serrasalmus. Die Farbmerkmale deuten auf S. compressus, der ebenfalls in der Sendung enthalten war, aber eine kleinere Fleckung und schmalere Bänder in After- und Schwanzflosse hat. Möglicherweise handelt sich um eine wissenschaftlich noch nicht erfasste Art, was angesichts der wirren Systematik dieser Gattung allerdings schwierig zu ergründen ist.

margin-right: 20px; margin-bottom: 10pxGraziler Nadelhecht
Gegenwärtig werden vier Potamorrhaphis-Arten unterschieden, wahrscheinlich sind die zurzeit aus Peru importierten Tiere P. labiatus zuzuordnen. Die Unterschiede zu P. guianensis, die in der wissenschaftlichen Literatur genannt werden, sind am lebenden Fisch nicht zu erkennen. Bei den eingeführten Exemplaren sind vom dunklen Seitenstreifen zum Rücken verlaufende Striche ausgebildet, während das Seitenband bei P. guianensis glatt begrenzt ist. Potamorrhaphis labiatus wird etwa 18 Zentimeter lang.

Indischer Wels
Erstmals wurden zwei Exemplare einer Batasio-Art aus Nord-Bengalen importiert, Vertreter der erst 2006 ­wissenschaftlich beschriebenen Spezies B. fasciolatus. Dass die Verhält­nisse in dieser ­Gattung schwierig sind, mag man daran ersehen, dass die Tiere bereits 1941 in einer ichthyologischen Studie untersucht und abgebildet, jedoch als B. tengana falsch bestimmt wurden. Die Pflege der acht bis neun Zentimeter lang werdenden friedlichen Welse im Aqua­rium ist einfach. In der Natur kommen die Fische in Bächen vor.

Frank Schäfer

Südamerikanische Süßwassergrundel
Von der pazifischen Seite Kolumbiens kommen nicht sehr viele beliebte Fische zu uns, eine Ausnahme ist der Kaisersalmler (Nematobrycon palmeri). Als Beifang in einer solchen Sendung fand sich eine hübsche, rund vier Zentimeter lange Grundel. Hemieleo­tris latifasciata kann ungefähr zwölf Zentimeter lang werden. Man findet sie gewöhnlich in reinem Süßwasser, aber die Larvenentwicklung findet im Meer statt. Im Gegensatz zu vielen anderen Grundeln
ist H. latifasciata kein Bodenfisch, sondern schwimmt frei im Wasser.



margin-right: 20px; margin-bottom: 10pxNeue Salmler-Zuchtform
Eine sehr interessante und hübsche Neuzüchtung ist der „Smoke Tetra“. Seine Identität mit dem Schwarzen Neon (Hyphessobrycon herbertaxelrodi) lässt sich nur vermuten, aber es passt keine andere aquaristisch bekannte Art so recht zu den Tieren. Zwei Eigenschaften machen diesen Fisch liebenswert: das ausgeprägte Schwarmverhalten und die intensive Schwarzfärbung, die sehr schön mit dem hellen Kopf kontrastiert. Aquarium Glaser erhält die Tiere als Nachzucht
aus Singapur.

Riesiger Wels
Die Welse der Gattung Sperata kann man einfach an dem schwarzen Punkt in der Fettflosse erkennen; die vier zurzeit anerkannten Arten zu unterscheiden ist hingegen kniffelig. Sperata acicularis ist der einzige Vertreter der Gattung in Birma. Wie seine Gattungsgenossen wird er riesig groß: der Rekord liegt bei 180 Zentimetern Länge, gewöhnlich sind jedoch 30 bis 40. Da diese Welse beliebte Speisefische sind, wird auch ihre Aquakultur versucht, die jedoch bisher nicht so richtig gelingt. Sperata-Arten sind Grubenlaicher, die ihre Eier und Jungtiere bewachen.

Frank Schäfer

Europäischer Barsch
Perca fluviatilis ist einer der häufigsten und am weitesten verbreiteten Fische Europas. Er ist ökologisch sehr anpassungsfähig. Die erreichbare Größe hängt stark von den Lebensumständen ab. In manchen Gewässern wird der Flussbarsch nie länger als acht, in anderen bis zu 50 Zentimeter lang; das ist nicht genetisch bedingt. Trotz der hübschen Färbung werden Flussbarsche nicht oft im Aquarium gepflegt, da sie schwierig einzugewöhnen sind. Anfangs sind sie äußerst schreckhaft und dadurch auch krankheitsanfällig. Hier ist Fingerspitzengefühl gefordert; für Anfänger eignet sich Perca darum nicht.


margin-right: 20px; margin-bottom: 10pxPeruanischer Messerfisch
Gymnotus chaviro stammt aus Peru, wo die Art zusammen mit dem nahen Verwandten G. carapo im oberen Einzug des Río Yurua lebt. Die Bänderzeichnung ist arttypisch. Da beide Spezies gemeinsam vorkommen können, ist damit zu rechnen, dass sie auch gleichzeitig importiert werden. Das größte bislang bekannte Exemplar von G. chaviro war 27,5 Zentimeter lang. Besonders interessant ist, dass es sich um innerartlich friedfertige Fische handelt, die sich zu mehreren im Aquarium pflegen lassen.

Ostafrikanischer Maulbrüter
Bereits 1911 gelangte ein klein bleibender maulbrütender Buntbarsch nach Deutschland, der als Pseudocreni­labrus philander dispersus aquaristisch bekannt wurde. Im Jahr 1990 wurde der „Messingmaulbrüter“ erneut wissenschaftlich untersucht, wobei festgestellt wurde, dass er nicht mit P. philander dispersus übereinstimmt; daraufhin wurde er als P. multicolor victoriae beschrieben. Seither schwimmt der Fisch unter beiden Bezeichnungen in den Aquarien der Welt. Aquarium Glaser hat zurzeit einen sehr hübschen Stamm im Angebot.

Frank Schäfer

Westafrikanischer Schlammspringer
Periophthalmus barbarus gehört mit maximal 15 ­Zentimetern Gesamtlänge zu den größeren Arten seiner Gattung. Die Männchen sind untereinander sehr aggressiv, es ist kaum möglich, zwei von ihnen auf Dauer in einem Aquaterrarium gemeinsam zu pflegen. Die Weibchen sind etwas verträglicher. Man kann das Aggressions-Level in einer Gruppe dieser Schlammspringer mit dem bestimmter Buntbarsche, etwa Tropheus- oder Petrochromis-Arten, vergleichen.


margin-right: 20px; margin-bottom: 10pxNigerianischer Nilhecht
Aus Nigeria erhält Aquarium Glaser häufiger Mormyrus rume. Wegen der Farben wird man die Art sicher nicht pflegen, aber es handelt sich um interessante Tiere, die – wie alle Mormyriden – eine „Sprache“ aus elektrischen Impulsen entwickelt haben und ein im Vergleich zur Körpermasse riesiges Gehirn besitzen. Das Aquarium für diese Fische sollte möglichst geräumig und versteckreich eingerichtet sein. Viele Betrachter erinnert dieser Nilhecht an einen Delfin; tatsächlich ist die Ähnlichkeit verblüffend, wenn man ihn von vorn betrachtet.


Südostasiatischer Stichling
Dieser thailändische Winzling wird höchstens drei ­Zentimeter lang. Die Geschlechter sind bei Indostomus crocodilus einfach zu unterscheiden. Die Männchen zeigen einen breiten, weißen Saum an Rücken- und Afterflosse sowie an den Bauchflossen. Während der Laichzeit sind die Weibchen zudem fülliger. Die Männchen treiben Brutpflege, sie bewachen Gelege und Larven in Röhren (etwa Bambus) bis zum Freischwimmen. Die Kost für die ruhigen, friedlichen, sich meist langsam bewegenden Fische sollte aus feinstem Lebendfutter bestehen.

Frank Schäfer

Aparter Salmler
Nach vielen Jahren gelang Aquarium Glaser wieder einmal der Import des schönen Salmlers Pseudochalceus kyburzi aus Kolumbien. Er wird gewöhnlich rund fünf, maximal acht Zentimeter lang und ist am ­besten mit den bekannten Kaisertetras (Nematobrycon) vergleichbar. Der Artname ehrt übrigens den Entdecker von N. palmeri, den inzwischen verstorbenen Exporteur William A. Kyburz (Kolumbien). Pseudochalceus kyburzi gehört zu den wenigen Salmlern mit Brutpflege.


margin-right: 20px; margin-bottom: 10pxZarte Zwergbarbe
Achtbinden-Trugbarben sind sehr zarte, leicht durchscheinende Zwergbarben (drei bis vier Zentimeter lang) aus den Schwarzwassern Malaysias und Indonesiens. ­Beschrieben wurde Eirmotus octozona 1959 anhand von Exemplaren aus dem Zoohandel, die angeblich aus Thailand (Bung Borapet) stammten. Dort wurde sie aber nie wieder gefunden. Fischfänger sammelten sie früher im Torfsumpfwald von Ayer Hitam in Johor (Malaysia). Dieser Wald ist durch Ölpalmen-Anbau leider weitgehend vernichtet, weswegen vermutlich alle Fische, die dort lebten, ausgestorben sind.


Beliebter Wespenwels
Die Wespenwelse (Gattung Akysis) erfreuen sich bei Aquarianern zunehmender Beliebtheit. Ihren deutschen Namen tragen sie, weil sie an der Basis der Rücken- und Brustflossen eine Giftdrüse besitzen. Der Stich mit den Stacheln dieser Flossen ist sehr schmerzhaft, aber harmlos (Allergiker sollten vorsichtig sein). Akysis portellus wird vier bis fünf Zentimeter lang und stammt aus ­Klarwasserbächen im Sittang-Einzug (Birma). Man sollte die friedlichen Tiere immer in Trupps in Aquarien pflegen, die stellenweise feinen Sand als Bodengrund enthalten, denn Wespenwelse graben sich gern in das Substrat ein.

Frank Schäfer