Eleganter Salmler
Einen ungewöhnlichen Federsalmler importierte Aquarium Glaser erstmals in einigen Exemplaren aus Kolumbien: Argonectes longiceps. Obwohl die Art unauffällig gefärbt ist, wirkt sie mit ihrem schwarzweißen Schwanzflossenmuster durchaus attraktiv. Die friedlichen Tiere haben eine normale, also waagerechte Schwimmhaltung, während die nah verwandten Hemiodus-Arten typische Schrägsteher sind. Die in der Literatur angegebene ­Maximallänge liegt bei ungefähr 25 Zentimetern (Standardlänge, also ohne Schwanzflosse).

margin-right: 20px; margin-bottom: 10pxGroßer Kampffisch
Der größte schaumnestbauende Kampffisch ist Betta simorum. Die sehr schlanken Tiere erreichen eine Standardlänge von über sieben und eine Gesamtlänge von fast neun Zentimetern. Sie leben in den Schwarzwassersümpfen der Provinzen Jambi und Riau (Sumatra) sowie bei Pontianak in West-Kalimantan (Borneo). Die Art ist sehr eng verwandt mit dem Kampffisch B. bellica, der ebenfalls auf Sumatra vorkommt (und zwar in der Umgebung von Medan), dessen Hauptverbreitungsgebiet jedoch in Malaysia liegt. Beide Spezies lassen sich optisch kaum ausein­anderhalten.

Winziger Wels
Gewöhnlich werden die „klassischen“ Welse mit langen Barteln ziemlich groß und darum häufig als „Raubwelse“ bezeichnet. Die Liebhaber solcher Fische verfügen über wirklich geräumige Aquarien, um ihre Lieblinge möglichst gut pflegen zu können. Es gibt allerdings eine Art in Paraguay, die sich sogar für Nano-Aquarien eignet. Bislang wurden aus der Natur noch keine Exemplare bekannt, die länger waren als rund vier Zentimeter: Microglanis carlae. Mit etwa 2,5 Zentimetern Standardlänge sind die Tierchen bereits geschlechtsreif.

Frank Schäfer

Prächtige Indianerbarbe
Wegen der ausgezogenen Flossenstrahlen, die erwachsene Männchen der bekanntesten Art der Gattung – Dawkinsia filamentosa – zeigen, werden sie auch als Indianerbarben bezeichnet. Die Rückenflosse erinnert an den Federschmuck eines Prärie-Indianerhäuptlings. Diese Fische sind auf den Süden Indiens und Sri Lanka beschränkt, manche sind sehr weit verbreitet, andere kommen nur lokal vor, und eine der seltensten ist D. rubrotincta aus dem Einzug des Cauvery-Flusses. Aquarium Glaser importierte sie erst kürzlich.

margin-right: 20px; margin-bottom: 10pxBrackige Grundel
Die Lehmgrundel (Batanga oder Dormitator lebretonis) wurde schon 1905 für die Aquaristik eingeführt. Seither hat sie immer ihre Freunde gefunden, war aber nie weit verbreitet. Das liegt wohl an der stattlichen Gesamt­länge, die die entlang der westafrikanischen Küste weit verbreitete Grundel erreichen kann (in der Literatur werden bis zu 15 Zentimeter angegeben), und daran, dass man glaubt, sie in Brackwasser pflegen zu müssen. Wie bei den meisten Brackwasserfischen ist allerdings weniger das Salz und vielmehr der pH-Wert wichtig: Grundsätzlich sollte er nicht unter pH 8 sinken.

Rare Prinzessin
„Prinzessinnen“ gehören zu den Favoriten aus der Vielfalt der Buntbarsche des Tanganjikasees. Die einfach gefärbten, aber eleganten Fische wirken auch deshalb so attraktiv, weil sie fast immer die Flossen schön gespreizt tragen. Man sollte sich von dem Populärnamen für den Formenkreis um Neolamprologus pulcher, N. brichardi & Co. aber nicht täuschen lassen. Die Fische sind weder besonders empfindlich noch zart besaitet, sondern durchsetzungskräftige Zwergbuntbarsche. Typisch für N. olivaceous sind die Längsstreifen auf den Körperseiten, die andere Prinzessinnen so nicht zeigen.

Frank Schäfer

Schöner Panzerwels
Aquarium Glaser importierte prächtige Panzerwelse aus Brasilien, die farblich fast exakt auf die Art Corydoras parallelus passen. Sie stammen jedoch aus dem Rio Jamanxim, einem Tapajós-Zufluss, gehören einer wissenschaftlich noch nicht beschriebenen Spezies an und erhielten von Ian Fuller die Codenummer CW 127. Es handelt sich um den Rundschnäuzer zu dem aus dem gleichen Gebiet stammenden Langschnäuzer C. bifasciatus, der für die Aquaristik zurzeit nicht in nennenswerter Stückzahl zur Verfügung steht.

margin-right: 20px; margin-bottom: 10pxBlauer Killifisch
Die Edelsteinkärpflinge (Cyprinodon variegatus), die gerade im Handel angeboten werden, stammen von einem Garagendach im südlichen Deutschland. Dort leben sie jetzt schon viele Jahre und vermehren sich fröhlich. Es ist ihnen egal, ob die Sonne brennt oder der Regen prasselt, sie machen alles mit. Nur einfrieren dürfen sie nicht, denn das vertragen nicht einmal Edelsteinkärpflinge. Aber starke Temperaturschwankungen (bis zu 20 °C im Tag-Nacht-Wechsel) und ständige, rasche Änderungen im Salzgehalt nehmen sie anstandslos hin.

Bunter Kampffisch
Manchmal weiß man nicht, was man mehr bewundern soll: das züchterische Können der Betta-Freaks oder ihre Kreativität beim Erfinden neuer Namen. Dieser Kampffisch heißt Betta splendens „Pla Kat Halfmoon Galaxy Candy“! Wie auch immer – diese Candy (englisch = Bonbons, Süßigkeiten) sind wahre Schönheiten; jedes Tier ist individuell gemustert und gescheckt, also ein Unikat. Abgesehen von der besonderen Färbung und dem drolligen Namen sind sie jedoch typische Siamesische Kampffische.

Frank Schäfer

Prächtige Grundel
Sieht man die Schläfergrundel Giuris margaritacea aus dem indo-westpazifischen Raum, wo sie weit verbreitet ist, zum ersten Mal, denkt man unwillkürlich an eine zu groß geratene australische Tüpfelgrundel (Mogurnda). Ein wesentlicher Unterschied zwischen den beiden Gattungen liegt darin, dass sich die winzigen Larven von Giuris im Meer entwickeln, die deutlich größeren von Mogurnda hingegen im Süßwasser. Aquarium Glaser importierte jetzt einige 15 bis 20 Zentimeter lange, prächtige Exemplare dieses Fisches, der in der älteren Aquarienliteratur auch als Ophieleotris aporos (Manila­grundel) bezeichnet wird.

margin-right: 20px; margin-bottom: 10pxHübsche Schmerle
Die Bachschmerlen Asiens sind eine ungeheuer artenreiche Fischgruppe. Ähnlich wie bei den Panzerwelsen in Südamerika ist ein großer Teil wissenschaftlich noch gar nicht erfasst. Eine gut erkennbare Art ist die Zodiak-Schmerle (Mesonoemacheilus triangularis) aus Süd-In­dien, wo sie endemisch in den Western Ghats vorkommt. Mesonoema­cheilus unterscheidet sich von Nema­cheilus nur in einigen kleineren anatomischen Details. Die hübsche Schmerle wird rund sechs Zentimeter lang und ist einfach zu pflegen.

Großwüchsiger Salmler
Zu den wissenschaftlich am längsten bekannten Leporinus-Arten gehört L. friderici. Er wurde bereits 1794 unter dem Namen Salmo friderici aus Surinam beschrieben. Zurzeit gibt es hübsche, fünf bis sieben Zentime­ter lange indonesische Nachzuchten dieser gut und gerne 40 Zentimeter lang werdenden Großsalmler. In ihrem Verhalten kann man sie am besten mit Buntbarschen vergleichen. Sie fechten unter sich – durchaus ruppig – eine Rangordnung aus, weshalb man kaum jemals ein Exemplar mit un­beschädigten Flossen sieht. Dennoch sollten sie in Gruppen gepflegt werden.

Frank Schäfer

Orangeroter Krebs
Dieser intensiv gefärbte Krebs stammt aus Papua-Neuguinea, wo er auf der Vogelkop-Halbinsel zu finden ist. Bei „Irianto Red“ handelt es sich um eine Farbvariante der erst 2015 wissenschaftlich beschriebenen Art Cherax snowden. Der „normal“    gefärbte C. snowden war vor seiner Erstbeschreibung als C. sp. „Orange Tip“ in der Aquaristik verbreitet. Die knallige Orangefärbung von „Irianto Red“ ist – soweit bekannt – bei Nachzuchten reinerbig. Der recht friedliche Krebs wird etwa zwölf Zentimeter lang (ohne Scheren).

margin-right: 20px; margin-bottom: 10pxHübscher Zwergblaubarsch
Den niedlichen „Flame Red“-Zwergblaubarsch (Dario hysginon) importiert Aquarium Glaser mehr oder weniger regelmäßig. Er stammt aus Birma (Einzug des Irrawaddy, Myitkyina District, Kachin State). Gemeinsam mit dem Flame Red kommt in der Natur ein weiterer Zwergblaubarsch vor, der bereits in der Erstbeschreibung erwähnt wird: „Black Tiger“. Bezüglich der messbaren Werte unterscheidet sich Flame Red nicht von Black Tiger, darum werden beide „offiziell“ lediglich als Farbvarianten der Spezies D. hysginon geführt.

Süßer Kugelfisch aus Thailand

Der erste tropische Süßwasserkugelfisch, der 1903 für die Aquaristik importiert und auch bald nachgezüchtet wurde, war der Gemeine oder Glühaugenkugelfisch (Leiodon cutcutia), damals noch als Tetraodon cutcutia bekannt. Die Art bleibt mit maximal neun Zentimetern Länge ziemlich klein, ist attraktiv gefärbt und einfach zu halten, aber unberechenbar bissig gegen Artgenossen und andere Fische. Wissenschaftlich beschrieben wurde L. cutcutia aus dem Ganges in Indien. Da es sich um eine reine Süßwasserart handelt, die sogar Brackwasser meidet, ist es erstaunlich, dass dieser Kugelfisch auch in Thailand vorkommt.

Frank Schäfer