Homaloptera confuzona
Flossensauger gehören in die Schmerlenverwandtschaft. Die wohl schönsten Vertreter findet man in der Gattung Homaloptera. Es gibt mehrere eng verwandte und ähnlich aussehende Arten. Im Deutschen bezeichnet man sie gerne als „Sattelfleckschmerlen“, im Englischen werden die Tiere „lizard loaches“ genannt, also „Eidechsenschmerlen“.
Eine sehr schöne Plattschmerle aus dem Einzug des Mekong unterhalb der Khone Falls in Laos und Kambodscha sowie aus kleinen Küstenflüssen im südöstlichen Thailand ist Homaloptera confuzona. Sie ist eng mit südthailändischen H. parclitella und der indonesischen H. orthogoniata verwandt. In der Pflege sind die bis zu 8 cm langen Tiere anspruchsvoll: Sie verlangen ein keimarmes Milieu, das Wasser sollte unbedingt mit Huminstoffen aus Torf, Erlenzäpfchen oder Laub angereichert werden, sonst sind die Tiere sehr empfänglich für Parasiten. Zusätzlich haben diese Fische als Fließwasserbewohner einen hohen Sauerstoffbedarf. Das Wasser sollte darum nicht zu warm sein, 22–25 °C sind ideal. Anfangs wird Lebendfutter bevorzugt, später nehmen die Tiere auch Frost- und Trockenfutter an.
Die schönen Fische sind sehr friedlich, imponieren aber untereinander gerne in harmlosen Rangordnungskämpfen, die sehr interessant anzusehen sind.

Lentipes ikeae
Die Grundelunterfamilie Sicydiinae umfasst gegenwärtig neun Gattungen mit 129 Arten. Es sind durchwegs strömungsliebende Tiere, die in der Natur vorwiegend in klaren Bächen vorkommen und sich von Aufwuchs und Kleintieren ernähren. Die Larvalentwicklung erfolgt im Meer. Besonders populär sind einige Neongrundeln der Gattung Stiphodon, Vertreter anderer Gattungen kommen nur sehr selten in den Handel.
Aquarium Glaser hat die Art Lentipes ikeae (oben) aus Indonesien erhalten. Man kennt sie von Java und Bali, sie wurde im Jahr 2014 wissenschaftlich beschrieben. Die Maximalgröße von L. ikeae liegt bei 4–5 cm. Es sind friedliche und gesellige Tiere, die mit ihrem stark ausgeprägten, aus den Bauchflossen gebildeten Saugnapf auch gerne mal – wie in der Natur – aus dem Wasser herausklettern. In der Natur überwinden sie so Wasserfälle. Im Aquarium sollte man darum für eine gute Abdeckung sorgen, sonst könnte der Wandertrieb fatale Folgen haben.
Der Artname bezieht sich übrigens nicht auf das schwedische Möbelhaus, sondern ehrt die Mitarbeiterin des Museum Zoologicum Bogoriense in Bogor, Java, Frau Ike Rachmatika.

margin-right: 20px; margin-bottom: 10pxPapyrocranus afer
Die Messerfische sind mit drei Arten im  tropischen Afrika sehr weit verbreitet. Mit etwa 60 cm Gesamtlänge gehört Papyrocranus afer zu den großen Vertretern, während eine zweite afrikanische Art, die ebenfalls in Nigeria vorkommt, Xenomystus nigri, mit 15–20 cm Endlänge zu den kleinsten (Altwelt-)Messerfischen zählt.
Aquaristische Erfahrungsberichte zu P. afer liegen seltsamerweise kaum vor, obwohl zumindest einige Farbformen sehr attraktiv gezeichnet sind. Allerdings gibt es einen Zuchtbericht von Ong Kay Yong, der in der TFH 1965 erschien. Demnach handelt es sich bei der Art um einen paternalen Brutpfleger.
Untereinander sollen die Tiere bissig sein. Ich persönlich konnte keine erhöhte Unverträglichkeit beobachten, 15–20 cm lange P. afer lebten friedlich in größerer Zahl (etwa 50 Exemplare) zusammen. Längerfristig habe ich die Art aber noch nicht persönlich gepflegt.
Grundsätzlich handelt es sich bei Papyrocranus um dämmerungs- und nachtaktive Raubfische, die ähnlich wie ihre aquaristisch besser bekannten asiatischen Verwandten der Gattung Chitala zu pflegen sind. Obwohl sich bei P. afer mehrere geografisch zuzuordnende Farbformen finden, wurden diese bisher nicht als eigenständige Arten oder Unterarten beschrieben. Warum das so ist, entzieht sich meiner Kenntnis. Die üblicherweise aus Nigeria importierten Farbvarianten sind eher unscheinbar, es gibt hell gefleckte und dunkel gefleckte Formen.
Papyrocranus-Vertreter sind obligatorische Luftatmer, die regelmäßig an die Wasseroberfläche schwimmen und dort Luft holen.

von Frank Schäfer

Aplocheilus panchax „Manipur“
Vor einiger Zeit gelang Aquarium Glaser die Einfuhr eines bildhübschen Hechtlings aus dem nordindischen Bundesstaat Manipur. Gegenwärtig ist wissenschaftlich nur die Art Aplocheilus panchax in diesem Formenkreis anerkannt, die von China über große Teile Indiens, Burmas und Indochinas (Thailand, Vietnam, Kambodscha, Laos) sowie Indonesiens verbreitet ist. Selbstverständlich sehen die Tiere überall unterschiedlich aus, ...

Nannostomus anduzei
Nach längerer Zeit konnte Aquarium Glaser wieder einmal eine der kleinsten Fischarten des Amazonas-Beckens importieren: Nannostomus anduzei. Die Tiere werden – inklusive Schwanzflosse – keine 2 cm lang. Der aktuelle Import kam über Manaus, es handelt sich also um brasilianische Tiere; die der Erstbeschreibung zugrunde liegenden Exem­plare stammten aus dem Departamento Amazonas in Venezuela. Optisch gibt es keinen Unterschied zwischen venezolanischen und brasilianischen Tieren.

margin-right: 20px; margin-bottom: 10pxLiosomadoras oncinus
Der Jaguarwels (Liosomadoras oncinus) gehört zu den Seltenheiten im Hobby. Auch in den großen Museumssammlungen der Welt ist die Art nur spärlich vertreten, weshalb das Wissen um diese Tiere gering ist. Im Aquarium gehören sie zu den sehr empfindlichen Pfleglingen, an die sich nur geübte Aquarianer heranwagen sollten. Die Art neigt zu Pilz- und bakteriellen Erkrankungen. Beidem kann man nur mit optimaler Wasserpflege entgegenwirken, günstig ist die Pflege in weichem, leicht saurem Wasser (pH 5,5–6,5), denn das mögen weder Pilze noch krank machende Bakterien...

Rasbora paucisqualis
Diese Art ist ein niedlicher, etwa 3–4 cm lang werdender Bärbling aus Thailand. Gesammelt wurden die fotografierten Tiere u. a. im Ataran, einem Fluss, dessen Oberlauf in Thailand liegt (wo er auch als Kasat bezeichnet wird) und dessen größerer, unterer Teil durch Burma fließt...

von Frank Schäfer

Xiphophorus variatus „Puente Escalanar“
Die Ahnen dieser Papageienplatys wurden im Jahr 2002 in Puente Escalanar, Veracruz, Mexiko von Liebhabern gesammelt. Seither begeistern die Tiere hauptsächlich die Freunde der Lebendgebärenden; im regulären Handel tauchen sie unseres Wissens nur sehr selten auf.
Besonderes Kennzeichen ist der sichelförmige Schwanzwurzelfleck, den alle Exemplare, Männchen und Weibchen, zeigen. Bei den Männchen  gibt es zwei Färbungstypen: Exemplare mit Tigerstreifen auf den Flanken des Vorderkörpers und solche, die hier gepunktet sind. Dominante getigerte Exemplare werden quittegelb, bei den gepunkteten ist viel blauer Schimmer im Vorderkörper. Besonders schön sind die himmelblauen Schuppen, die manche Männchen der getigerten Form in der Mitte des Vorderkörpers aufweisen.
Es sind lebhafte Tiere, deren Verhalten sehr ursprünglich geblieben ist. Bei Beunruhigung schließen sie sich zu einem Schwarm zusammen, was man bei den schon seit hundert Jahren domestizierten Stämmen nur noch selten beobachten kann.

margin-right: 20px; margin-bottom: 10pxMacrobrachium equidens
Die Bestimmung von Langarmgarnelen ist kniffelig, da sich die Arten ziemlich ähnlich sehen und zudem farblich variabel sind. Macrobrachium equidens unterscheidet sich nach den Angaben in den Bestimmungswerken der Welternährungsorganisation FAO von ähnlichen Arten der indopazifischen Region durch das Vorhandensein zweier Stachel am Vorderkörper. Da die aus Thailand importierten Tiere diese Stacheln aufweisen, haben wir sie als M. equidens bestimmt. Sehr ähnlich und aus aquaristischer Sicht vergleichbar ist z. B. M. idae, die auch aus Thailand zu uns kommt.
Die extem langen Arme von M. equidens sind schon beeindruckend. Männchen setzen sie bei Kommentkämpfen ein: Wie Hirsche oder Sumo-Ringer schieben sie sich damit hin und her, wobei sie ermitteln, wer der Stärkere ist. Die Damen schauen zu, der Gewinner hat beste Chancen, zur Paarung akzeptiert zu werden. Die Zucht unter Aquarienbedingungen ist aufwendig, da sich die Larven nur in Salzwasser entwickeln. Erwachsene Tiere leben im Süßwasser.
M. equidens gehört zu den zu Speisezwecken stark befischten Garnelen und wird oft in Aquakultur gehalten. Flüchtlinge aus den Zuchtbetrieben sind in Westafrika und Brasilien verwildert und bilden dort heute große Bestände. Die ursprüngliche Heimat dieser Garnele ist der gesamte indopazifische Raum.
von Frank Schäfer

Aphanius similis (= A. mento „Zengen“)
Die nordafrikanisch-europäisch-asiatischen Killifische der Gattung Aphanius können meist nur im Herbst und Winter im Handel angeboten werden, denn die Züchter dieser Fische pflegen sie gewöhnlich in Freilandanlagen. Da Aphanius zwar kältetolerant, nicht jedoch winterhart sind, werden die Fische im Spätherbst abgefischt und frostfrei überwintert. Zu diesem Zeitpunkt geben die Züchter dann den überschüssigen Nachwuchs ab.
So kamen jetzt auch wieder einige A. similis in den Handel. Vielen Aquarianern ist diese Art auch als Fundortvariante „Zengen“ (das liegt rund 90 km nordwestlich vom Typusfundort von A. similis, Akgöl) von A. mento bekannt, da A. similis (beschrieben 1948) lange Zeit als Synonym zu A. mento galt; A. similis kommt ausschließlich in Teilen der Türkei vor. Ihre schönste Färbung zeigen territoriale Männchen nur während der Fortpflanzungszeit. Dann sind sie blauschwarz mit wundervoll irisierenden, blaugrünen Glanzpunkten. Jetzt in der Ruhephase kann man die Farbenpracht nur erahnen. Leider ist A. similis, wie so viele seiner Gattung, vom Aussterben bedroht, da die Salzmarschen, in denen er ausschließlich lebt, stark verschmutzt wurden. Pflege und Nachzucht im Aquarium können ihn vor dem Schicksal bewahren, ganz auszusterben.


margin-right: 20px; margin-bottom: 10pxAphanius similis (= A. mento „Zengen“)

Desmocaris trispinosa
Diese Zwerggarnele stammt aus dem tropischen Afrika. Die Maximallänge liegt bei rund 4 cm. Die Art ist gut im Aquarium zu züchten, die Jungtiere sind nach dem Entlassen bereits sehr groß und können in reinem Süßwasser aufgezogen werden. Einzigartig ist das herrliche Schwebeverhalten der Tiere, das sie allerdings nur in Aquarien ohne Strömung zeigen.
Text und Fotos von Frank Schäfer

Pangio cf. filinaris
Gelegentlich wird eine kleine Art der Dornaugen (Pangio) aus Vietnam importiert, die wir bei Aquarium Glaser wegen ihrer netten Gesichtszeichnung, die an einen Wasch- oder Pandabären erinnert, hausintern als „Panda-Dornauge“ oder auch „Banditen-Dornauge“ bezeichnen. Von allen wissenschaftlich beschriebenen Dornaugen-Arten ähnelt sie am meisten P. filinaris. Mit dieser Art hat sie auch die röhrenförmig ausgezogenen Nasenöffnungen gemeinsam, auf die sich das Artepitheton „filinaris“ (= „mit fadenförmiger Nase“) bezieht. Es ist allerdings auch möglich, dass es sich um eine wissenschaftlich noch nicht erfasste Art handelt.
Dieses Dornauge wird nur 4–5 cm lang. Der Laich, den man oft durch die Bauchseite der Weibchen schimmern sieht, ist grün gefärbt. Die Pflege entspricht der aller Dornaugen, ideal sind dicht abgedeckte, nicht zu stark gefilterte Aquarien mit weichem Bodengrund, in dem sich auch gerne etwas Mulm entwickeln darf. Bezüglich der Futteraufnahme sind diese „Schnäuzelchen für alles“ völlig anspruchslos.


margin-right: 20px; margin-bottom: 10pxCtenops nobilis
Schokoladenguramis sind sehr schöne und stark spezialisierte Labyrinthfische für fortge­schrittene Aquarianer. Es gibt drei Gattungen von Schokoladenguramis, nämlich Sphaerichthys mit vier Arten, Parasphaerichthys mit zwei Arten und Ctenops, die nur eine Art enthält, den indischen Spitzkopfgurami, C. nobilis. Dieser ist der größte Schokoladengurami und wird etwa 8–10 cm lang. Es handelt sich um maulbrütende Fische, bei denen die Männchen die Brut austragen. Untereinander sind die Tiere zur Brutzeit äußerst unverträglich.
Der subtropische Spitzkopfgurami benötigt nicht ganzjährig gleich bleibende Temperaturen, sondern man muss den Verlauf der Jahreszeiten mit heißen, trockenen Sommern und kühlen, niederschlagsreichen Monsunzeiten imitieren, um den Lebensbedürfnissen der Art im Aquarium gerecht zu werden. Dafür ist der Spitzkopfgurami anspruchlos, was das Wasser angeht: Bekannte Aquarienfische, die den Lebensraum in der Natur teilen, sind etwa der Zebrabärbling (Danio rerio), die Prachtbarbe (Pethia conchonius) oder der Zwergfadenfisch (Colisa lalia). Pflanzen und artfremde Fische werden ignoriert. Allein gehalten sind Spitzkopfguramis oft scheu und fressen schlecht. Am besten pflegt man sie daher in Gesellschaft anderer, friedlicher Fische, wie der oben genannten Arten.

Farlowella hahni
Farlowella-Arten sind faszinierende Geschöpfe. Diese Saugwelse ähneln mehr einem Stöckchen als einem Fisch. Mit derzeit 26 anerkannten Arten sind sie über ganz Südamerika verbreitet. Ihre Bestimmung ist leider oftmals problematisch. Aus Paraguay sind derzeit vier Spezies bekannt: F. hahni, F. isbruckeri, F. jauruensis und F. paraguayensis. Die aktuellen Importe ähneln davon am ehesten F. hahni.
Es sind in jedem Fall sehr attraktive Fische. Die Weibchen haben einen deutlich stärkeren Bauchumfang als die Männchen. Farlowella-Vertreter konnten schon häufiger im Aquarium nachgezüchtet werden. Die Tiere laichen offen ab, das Männchen bewacht die Eier. Farlowella hahni erreicht eine Maximallänge von etwas über 20  cm.

Datnioides quadrifasciatus
Manche Aquarienfische sind eher Haustier als nur reines Beobachtungsobjekt. Sie werden größer als üblich und kommunizieren mit ihrem Pfleger. Oftmals ist nicht klar, wer wen intensiver beobachtet: das Wirbeltier vor der Scheibe das dahinter oder umgekehrt. Datnioides quadrifasciatus gehört eindeutig in diese Kategorie. Mit maximal 30–40 cm Länge (die meisten Exemplare in der Natur werden allerdings nur um die 20 cm lang) sind es große Fische für geräumige Aquarien. Das Wasser für diese Art sollte hart sein, und vor allem muss der pH-Wert über 8 liegen, denn dieser Tigerbarsch kommt auch oft in Brackwasser vor und verträgt weiches, saures Wasser sehr schlecht.
Diese Raubfische werden so zahm, dass sie Futter (am besten aufgetaute, ganze Fische passender Größe) von der Pinzette nehmen. Sie fressen sie auch aus den Fingern, aber bei größeren Exemplaren kann das schmerzhaft werden …
In jüngerer Zeit wird D. quadrifasciatus, der aus Vietnam für das Hobby importiert wird, mit D. polota aus Indien synonymisiert. Dieser Auffassung folgen wir nicht, da D. polota aus Indien (Typuslokalität: Ästuare des Ganges in Indien) farblich deutlich von den Vietnamesen abweicht. Allerdings ist der Name D. quadrifasciatus aufgrund der aktuellen zoologischen Nomenklaturregeln nicht verfügbar, sodass davon ausgegangen werden muss, dass im Falle einer Revision der Tigerbarsche eine Namensänderung fällig wird.   

von Frank Schäfer