Pangio cf. filinaris
Gelegentlich wird eine kleine Art der Dornaugen (Pangio) aus Vietnam importiert, die wir bei Aquarium Glaser wegen ihrer netten Gesichtszeichnung, die an einen Wasch- oder Pandabären erinnert, hausintern als „Panda-Dornauge“ oder auch „Banditen-Dornauge“ bezeichnen. Von allen wissenschaftlich beschriebenen Dornaugen-Arten ähnelt sie am meisten P. filinaris. Mit dieser Art hat sie auch die röhrenförmig ausgezogenen Nasenöffnungen gemeinsam, auf die sich das Artepitheton „filinaris“ (= „mit fadenförmiger Nase“) bezieht. Es ist allerdings auch möglich, dass es sich um eine wissenschaftlich noch nicht erfasste Art handelt.
Dieses Dornauge wird nur 4–5 cm lang. Der Laich, den man oft durch die Bauchseite der Weibchen schimmern sieht, ist grün gefärbt. Die Pflege entspricht der aller Dornaugen, ideal sind dicht abgedeckte, nicht zu stark gefilterte Aquarien mit weichem Bodengrund, in dem sich auch gerne etwas Mulm entwickeln darf. Bezüglich der Futteraufnahme sind diese „Schnäuzelchen für alles“ völlig anspruchslos.


margin-right: 20px; margin-bottom: 10pxCtenops nobilis
Schokoladenguramis sind sehr schöne und stark spezialisierte Labyrinthfische für fortge­schrittene Aquarianer. Es gibt drei Gattungen von Schokoladenguramis, nämlich Sphaerichthys mit vier Arten, Parasphaerichthys mit zwei Arten und Ctenops, die nur eine Art enthält, den indischen Spitzkopfgurami, C. nobilis. Dieser ist der größte Schokoladengurami und wird etwa 8–10 cm lang. Es handelt sich um maulbrütende Fische, bei denen die Männchen die Brut austragen. Untereinander sind die Tiere zur Brutzeit äußerst unverträglich.
Der subtropische Spitzkopfgurami benötigt nicht ganzjährig gleich bleibende Temperaturen, sondern man muss den Verlauf der Jahreszeiten mit heißen, trockenen Sommern und kühlen, niederschlagsreichen Monsunzeiten imitieren, um den Lebensbedürfnissen der Art im Aquarium gerecht zu werden. Dafür ist der Spitzkopfgurami anspruchlos, was das Wasser angeht: Bekannte Aquarienfische, die den Lebensraum in der Natur teilen, sind etwa der Zebrabärbling (Danio rerio), die Prachtbarbe (Pethia conchonius) oder der Zwergfadenfisch (Colisa lalia). Pflanzen und artfremde Fische werden ignoriert. Allein gehalten sind Spitzkopfguramis oft scheu und fressen schlecht. Am besten pflegt man sie daher in Gesellschaft anderer, friedlicher Fische, wie der oben genannten Arten.

Farlowella hahni
Farlowella-Arten sind faszinierende Geschöpfe. Diese Saugwelse ähneln mehr einem Stöckchen als einem Fisch. Mit derzeit 26 anerkannten Arten sind sie über ganz Südamerika verbreitet. Ihre Bestimmung ist leider oftmals problematisch. Aus Paraguay sind derzeit vier Spezies bekannt: F. hahni, F. isbruckeri, F. jauruensis und F. paraguayensis. Die aktuellen Importe ähneln davon am ehesten F. hahni.
Es sind in jedem Fall sehr attraktive Fische. Die Weibchen haben einen deutlich stärkeren Bauchumfang als die Männchen. Farlowella-Vertreter konnten schon häufiger im Aquarium nachgezüchtet werden. Die Tiere laichen offen ab, das Männchen bewacht die Eier. Farlowella hahni erreicht eine Maximallänge von etwas über 20  cm.

Datnioides quadrifasciatus
Manche Aquarienfische sind eher Haustier als nur reines Beobachtungsobjekt. Sie werden größer als üblich und kommunizieren mit ihrem Pfleger. Oftmals ist nicht klar, wer wen intensiver beobachtet: das Wirbeltier vor der Scheibe das dahinter oder umgekehrt. Datnioides quadrifasciatus gehört eindeutig in diese Kategorie. Mit maximal 30–40 cm Länge (die meisten Exemplare in der Natur werden allerdings nur um die 20 cm lang) sind es große Fische für geräumige Aquarien. Das Wasser für diese Art sollte hart sein, und vor allem muss der pH-Wert über 8 liegen, denn dieser Tigerbarsch kommt auch oft in Brackwasser vor und verträgt weiches, saures Wasser sehr schlecht.
Diese Raubfische werden so zahm, dass sie Futter (am besten aufgetaute, ganze Fische passender Größe) von der Pinzette nehmen. Sie fressen sie auch aus den Fingern, aber bei größeren Exemplaren kann das schmerzhaft werden …
In jüngerer Zeit wird D. quadrifasciatus, der aus Vietnam für das Hobby importiert wird, mit D. polota aus Indien synonymisiert. Dieser Auffassung folgen wir nicht, da D. polota aus Indien (Typuslokalität: Ästuare des Ganges in Indien) farblich deutlich von den Vietnamesen abweicht. Allerdings ist der Name D. quadrifasciatus aufgrund der aktuellen zoologischen Nomenklaturregeln nicht verfügbar, sodass davon ausgegangen werden muss, dass im Falle einer Revision der Tigerbarsche eine Namensänderung fällig wird.   

von Frank Schäfer

Xiphophorus variatus „La Laguna“
Diese bildschöne Wildvariante des Papageienplatys stammt aus dem Bundesstaat San Luis Potosi in Mexiko; die Laguna de la Media Luna ist ein beliebtes Ausflugziel.
Die Besonderheit des Platy-Stammes liegt in den Flossenrändern der Rücken- und Schwanzflosse voll ausgefärbter Männchen, der sogenannten Alpha-Männchen. Nicht immer zeigen alle Exemplare diese Farben in voller Intensität; es ist günstig, mehrere Männchen gemeinsam zu pflegen, das stimuliert das Konkurrenzverhalten und sorgt für prächtige Farben.

margin-right: 20px; margin-bottom: 10pxCorydoras serratus
Zu den begehrtesten Panzerwelsen gehört dieser Vertreter aus der Region des oberen Rio Negro in Brasilien. Da sattelschnäuzige Corydoras eher Einzelgänger sind, können sie nicht in größeren Stückzahlen gefangen werden. In Japan wurden zeitweise unglaubliche Preise bezahlt, was solche Fische lange Zeit zu Top-Raritäten machte.
Interessant ist, dass Nachzuchttiere unterschiedlich gefärbt sind, manche weisen statt einer durchgehenden Rückenbinde nämlich nur einen senkrechten Streifen unter der Rückenflosse auf – obwohl ausschließlich mit Tieren gezüchtet wird, die durch eine breite Rückenbinde optisch dem Ideal entsprechen. Auch bei Wildfängen wurde diese Variabilität festgestellt, doch blieb ohne Nachzucht zuerst die Unsicherheit, ob es sich dabei nicht um weitere, verwandte Arten handelt.
Aquarium Glaser hat jetzt wieder einmal voll ausgewachsene (7–8 cm lange) Wildfänge dieses schönen Panzerwelses erhalten. Sie zeigen die bereits erwähnte Varianz in der Färbung, die meisten haben jedoch die breite Rückenbinde.

Melanotaenia pygmaea
Dieser niedliche australische Regenbogenfisch ist nur sehr selten im Handel. Das Artepitheton pygmaea deutet auf eine geringe Körpergröße hin. Tatsächlich sind die Tiere mit etwa 4 cm bereits ausgefärbt. Laut Literatur erreichen Männchen eine maximale Länge von 7 cm, die Weibchen bleiben stets unter 5 cm.
Die Art ist nur aus einem sehr kleinen Gebiet bekannt und endemisch in Zuflüssen des Prince Regent River in der Kimberly-Region des Bundesstaates Western Australia. Die Aquarienstämme der 1974 entdeckten und 1978 beschriebenen Art gehen wahrscheinlich auf Aufsammlungen aus den Jahren 1992 und 1994 zurück.

von Frank Schäfer

Leuchtender Bärbling
Unter den Schwarzwasser bewohnenden Bärblingen ist Trigonopoma pauciperforatum (früher Rasbora pauciperforata) einer der hübschesten. Der gewöhnlich bis zu 4 cm, laut manchen Literaturangaben auch bis zu 7 cm lange Fisch sieht fast wie eine Zwillingsart des Glühlichtsalmlers (Hemigrammus erythrozonus) aus dem Essequibo River (Guyana) aus, wenngleich seine Schnauze wesentlich spitzer ist und er natürlich keine Fettflosse besitzt. Aquarium Glaser erhielt kürzlich wieder einmal Tiere aus Indonesien.

margin-right: 20px; margin-bottom: 10pxGöttlicher Kampffisch
Die Zahl der bekannten maulbrütenden Kampffische ist in den letzten 30 Jahren geradezu explodiert. Kannte man in den frühen 1980er-Jahren lediglich rund zehn Arten, sind es heute weit über 70. Betta apollon wurde 2006 beschrieben und stammt aus Waldbächen im Hügelland westlich von Narathiwat (Thailand). Die Spezies gehört in den engeren Verwandtschaftskreis um B. pugnax. Sie wurde nach Apollon benannt, dem griechischen Gott der Schönheit und Eleganz – ein treffender Name für die friedliche, nur 4–5 cm lange Art.

Prächtiger Zwergbuntbarsch
Dicrossus maculatus zählt zu den schönsten Zwergbuntbarschen. Allerdings ist die Art sehr anspruchsvoll bezüglich der Wasserbeschaffenheit, jedenfalls bei der Nachzucht. Dann benötigen die Tiere nahezu destilliertes Wasser mit einem pH-Wert um 5. Jegliche bakterielle Belastung wird kaum toleriert. Die Männchen sind mit 8–10 cm Länge mehr als doppelt so groß wie die Weibchen. Man sollte die Tiere im Haremsverband pflegen, also pro Männchen 3–7 Weibchen, was ihrem Verhalten in der Natur entspricht.    

Frank Schäfer

Eleganter Salmler
Einen ungewöhnlichen Federsalmler importierte Aquarium Glaser erstmals in einigen Exemplaren aus Kolumbien: Argonectes longiceps. Obwohl die Art unauffällig gefärbt ist, wirkt sie mit ihrem schwarzweißen Schwanzflossenmuster durchaus attraktiv. Die friedlichen Tiere haben eine normale, also waagerechte Schwimmhaltung, während die nah verwandten Hemiodus-Arten typische Schrägsteher sind. Die in der Literatur angegebene ­Maximallänge liegt bei ungefähr 25 Zentimetern (Standardlänge, also ohne Schwanzflosse).

margin-right: 20px; margin-bottom: 10pxGroßer Kampffisch
Der größte schaumnestbauende Kampffisch ist Betta simorum. Die sehr schlanken Tiere erreichen eine Standardlänge von über sieben und eine Gesamtlänge von fast neun Zentimetern. Sie leben in den Schwarzwassersümpfen der Provinzen Jambi und Riau (Sumatra) sowie bei Pontianak in West-Kalimantan (Borneo). Die Art ist sehr eng verwandt mit dem Kampffisch B. bellica, der ebenfalls auf Sumatra vorkommt (und zwar in der Umgebung von Medan), dessen Hauptverbreitungsgebiet jedoch in Malaysia liegt. Beide Spezies lassen sich optisch kaum ausein­anderhalten.

Winziger Wels
Gewöhnlich werden die „klassischen“ Welse mit langen Barteln ziemlich groß und darum häufig als „Raubwelse“ bezeichnet. Die Liebhaber solcher Fische verfügen über wirklich geräumige Aquarien, um ihre Lieblinge möglichst gut pflegen zu können. Es gibt allerdings eine Art in Paraguay, die sich sogar für Nano-Aquarien eignet. Bislang wurden aus der Natur noch keine Exemplare bekannt, die länger waren als rund vier Zentimeter: Microglanis carlae. Mit etwa 2,5 Zentimetern Standardlänge sind die Tierchen bereits geschlechtsreif.

Frank Schäfer

Prächtige Indianerbarbe
Wegen der ausgezogenen Flossenstrahlen, die erwachsene Männchen der bekanntesten Art der Gattung – Dawkinsia filamentosa – zeigen, werden sie auch als Indianerbarben bezeichnet. Die Rückenflosse erinnert an den Federschmuck eines Prärie-Indianerhäuptlings. Diese Fische sind auf den Süden Indiens und Sri Lanka beschränkt, manche sind sehr weit verbreitet, andere kommen nur lokal vor, und eine der seltensten ist D. rubrotincta aus dem Einzug des Cauvery-Flusses. Aquarium Glaser importierte sie erst kürzlich.

margin-right: 20px; margin-bottom: 10pxBrackige Grundel
Die Lehmgrundel (Batanga oder Dormitator lebretonis) wurde schon 1905 für die Aquaristik eingeführt. Seither hat sie immer ihre Freunde gefunden, war aber nie weit verbreitet. Das liegt wohl an der stattlichen Gesamt­länge, die die entlang der westafrikanischen Küste weit verbreitete Grundel erreichen kann (in der Literatur werden bis zu 15 Zentimeter angegeben), und daran, dass man glaubt, sie in Brackwasser pflegen zu müssen. Wie bei den meisten Brackwasserfischen ist allerdings weniger das Salz und vielmehr der pH-Wert wichtig: Grundsätzlich sollte er nicht unter pH 8 sinken.

Rare Prinzessin
„Prinzessinnen“ gehören zu den Favoriten aus der Vielfalt der Buntbarsche des Tanganjikasees. Die einfach gefärbten, aber eleganten Fische wirken auch deshalb so attraktiv, weil sie fast immer die Flossen schön gespreizt tragen. Man sollte sich von dem Populärnamen für den Formenkreis um Neolamprologus pulcher, N. brichardi & Co. aber nicht täuschen lassen. Die Fische sind weder besonders empfindlich noch zart besaitet, sondern durchsetzungskräftige Zwergbuntbarsche. Typisch für N. olivaceous sind die Längsstreifen auf den Körperseiten, die andere Prinzessinnen so nicht zeigen.

Frank Schäfer