Kleiner Kärpfling
Micropoecilia-Arten stellen immer noch eine große Herausforderung dar. Obwohl die Pflege problemlos gelingt und die Tiere auch gewöhnlich ordentlich Nachwuchs produzieren, werden die Jungen von Generation zu Generation schwächlicher, und nur selten gelingt es, mehr als drei Generationen gesunder Tiere zu züchten. Die einzige Art der Gattung, die sich aquaristisch etwas zugänglicher zeigt, ist M. picta, von der Aquarium Glaser Nachzuchten einer Fundortvariante von der Insel Trinidad erhalten hat.

margin-right: 20px; margin-bottom: 10pxHübscher Saisonfisch
Ja, dieser hübsche Killifisch schreibt sich tatsächlich „palmqvisti“ und nicht, wie man meinen würde, „palmquisti“. Palmqvists Prachtgrundkärpfling (Nothobranchius palmqvisti) ist ein alter Bekannter, er wurde schon 1958 erstmals importiert und bald auch mit gutem Erfolg nachgezüchtet. Nothobranchius-Arten sind typische Saisonfische, deren Laich, der im Bodengrund abgelegt wird, eine Zeit lang trocken gelagert werden muss, bevor er wieder ins Wasser gegeben wird, woraufhin die Jungtiere sehr rasch schlüpfen.

Einheimischer Aquarienfisch
Das Moderlieschen (Leucaspius delineatus) ist ein perfekter Fisch für kleinere Teiche und Aquarien. Aufgrund seiner geringen Länge von normalerweise vier bis fünf, ganz selten acht bis zwölf Zentimetern eignet er sich für jeden noch so kleinen Gartenteich, der allerdings frostsicher sein muss. Das ­Moderlieschen wird aufgrund seiner Unscheinbarkeit oft übersehen, kann sich jedoch unter bestimmten Umständen rasant vermehren. Plötzlich erscheinen große Mengen kleiner Fische in Gewässern, in denen zuvor keine beobachtet wurden. Früher glaubte man, sie regneten von Zeit zu Zeit vom Himmel.

Frank Schäfer

Süße Krabbe
Heterothelphusa fatum gilt im Aquarium als eine der friedlichsten Süßwasserkrabben überhaupt. In Thailand kommt sie sowohl in fließenden (Bächen) als auch in stehenden Gewässern (Tümpeln) vor. Wichtig scheint lediglich eine ausreichend hohe Laubschicht auf dem Boden zu sein, denn sie ist das Hauptnahrungsmittel der Tiere. Leider sind die Lebensräume der Krabbe durch Abholzung und Landwirtschaft bedroht, weshalb sie auf der Roten Liste als gefährdet geführt wird. Der Fang für die Aquaristik hat aber keinen Einfluss auf ihre Bestände.

margin-right: 20px; margin-bottom: 10pxHübscher Saugwels
Mit fast 150 wissenschaftlich akzeptierten Taxa ist die Gattung Hypostomus (im weitesten Sinn) die artenreichste Gruppe der Saugwelse. Erfreulich einfach ist der gerade von Aquarium Glaser importierte H. rhantos zu erkennen, auch unter der Code-Nummer L 242 bekannt. Das feine Punktmuster und die ins Orange tendierende Färbung machen die Art nahezu unverwechselbar. Sie stammt aus dem oberen Orinoko in ­Venezuela, wird etwa 20 Zentimeter lang und ist ein typischer Aufwuchsfresser.

Friedlicher Kampffisch
Der durch und durch friedliche Maulbrüter Betta pi aus Südthailand ist auf torfhaltige Gewässer angewiesen. Mit dem Trockenlegen der Torfsümpfe und der Anlage endloser Ölpalmen-Monokulturen ist dieser Kampffisch – wie alle anderen Tier- und Pflanzenarten, die an dieses Habitat angepasst und gebunden sind – arg in Bedrängnis geraten. Leider ist B. pi nicht sonderlich prachtvoll gefärbt. Wozu braucht ein Pazifist auch eine Kriegsbemalung? Die Art wird etwa zehn Zentimeter lang.

Frank Schäfer

Kleiner Klassiker
Die Zwergbarbe (Pethia phutunio) erfreut seit ihrer Ersteinfuhr aus Indien (1906) die Aquarienfreunde. Das liegt nicht so sehr an ihrer prächtigen Färbung; sie ist hübsch, aber keine Farbwunder. Vielmehr passte das winzige Tier, das in der Natur nur zwei bis drei Zentimeter lang wird, wunderbar in die früher üblichen eher kleinen Aqua­rien. Da sie bei Temperaturen zwischen 14 und 30 °C lebt, war in geheizten Wohnräumen noch nicht einmal eine Aquarienheizung nötig. Und gefiltert und belüftet wurde damals ohnehin nur selten.

margin-right: 20px; margin-bottom: 10pxBunter Maulbrüter
Haplochromis aeneocolor kommt ausschließlich im Lake George (Uganda) und im Kazinga Channel vor, einem Kanal, der den See mit dem Lake Edward verbindet. Dort lebt er in den Papyrus-Dickichten der Uferregion, weshalb er auch als „Papyrus-Maulbrüter“ bezeichnet wird. Die Tiere werden acht bis neun Zentimeter lang, Weibchen bleiben sogar noch etwas kleiner. Man sollte allerdings das kämpferische Potenzial dieser Buntbarsche nicht unterschätzen und sie in geräumigen Aquarien in möglichst großen Gruppen pflegen, damit sich die Aggressionen verteilen.

Getarnter Räuber
Aus den Flüssen Thailands importierte Aquarium Glaser den Süßwasserkugelfisch Pao suvattii, der – als Stein getarnt – auf ahnungs­lose Beutefische lauert. Im Aquarium kann man ihn gut mit kräftigem Frostfutter von der Pinzette füttern. Die Art wird zwölf bis 15 Zentimeter lang und ähnelt verblüffend dem Kofferkugelfisch (Tetraodon miurus) aus Afrika. An dem breiten, dunklen V auf dem Rücken kann man P. (früher T.) suvattii aber sicher erkennen.Frank Schäfer

Frank Schäfer

Zwergiger Wels
Pseudomystus funebris wurde erst 2010 wissenschaftlich beschrieben und ähnelt extrem seinem auf Sumatra lebenden Verwandten P. heokhuii; beide Arten erreichen rund sechs Zentimeter Totallänge. Die Welszwerge sind friedlich und auch tagsüber nahezu ständig unterwegs. Die Gesellschaft von Artgenossen scheint den Tieren wichtig zu sein. Wenngleich weiches und saures Wasser keine unbedingte Notwendigkeit darstellt, gestaltet sich die Pflege dieser Welse (und die Kultur von Pflanzen) in einem solchen ­Milieu problemlos.

margin-right: 20px; margin-bottom: 10pxWinziger Blaubarsch
Rund zehn Jahre nach der aquaristischen Entdeckung wurde dieser Zwerg-Blaubarsch von Britz & Kullander 2013 wissenschaftlich beschrieben. Sie wählten den treffenden Namen Dario kajal, denn die schwarzen Augenstreifen sind ein gutes Erkennungsmerkmal der Art. Der Blaubarsch wird nur ungefähr zwei Zentimeter lang und stammt aus gebirgigen Gegenden Nordindiens, wo es gelegentlich ziemlich kalt (14 °C) werden kann. Darum pflegt man ihn am besten im un­beheizten Aquarium.

Ziemlich kleine Grundel
Aquarium Glaser erhielt erstmals Tiere der Art Lentipes ikeae aus Indonesien. Man kennt diese Grundel von Java und von Bali, sie wurde 2014 wissenschaftlich ­beschrieben. Die Maximallänge von L. ikeae liegt bei vier bis fünf Zentimetern. Es handelt sich um friedliche und gesellige Fische, die mit ihrem gut ausgeprägten, aus den Bauchflossen gebildeten Saugnapf gern einmal aus dem Wasser klettern. In der Natur überwinden sie auf diese Weise Wasserfälle. Im Aquarium sollte man für eine gute Ab­deckung sorgen, sonst könnte der Wandertrieb fatale Folgen haben.

Frank Schäfer

Schöner Wildschwertträger
Sieht man den schlanken, prachtvoll gefärbten Jalapa-Schwertträger erstmals, denkt man unwillkürlich: Das ist doch nicht Xiphophorus hellerii! Und doch lagen der Beschreibung dieser Art im Jahr 1848 genau solche Tiere zugrunde. Karl Heller hatte sie in klaren Bächen am Berg Orizaba in Mexiko (dem höchsten Berg des Landes und dem dritthöchsten Nordamerikas) gesammelt und war schon damals begeistert von der Farbenpracht der Fische. Aquaristik gab es allerdings noch nicht, so konnte der Österreicher seine Neuentdeckung nur tot und in Alkohol verblasst nach Wien schicken.

margin-right: 20px; margin-bottom: 10pxBizarrer Messeraal
In ganz wenigen Exemplaren erhielt Aquarium Glaser ­einen der außergewöhnlichsten Gymnotiden der Neuen Welt aus Peru: Compsaraia samueli. Die Männchen des „Pelikan-Messerfisches“ haben grotesk ausgezogene Schnauzen. Untereinander sind sie absolut unverträglich und kämpfen mit weit aufgerissenen Mäulern, wobei sie sich hin und
her schieben, wie kämpfende Hirsche. Die Maximallänge der Art, die erst 2009 wissenschaftlich beschrieben wurde, liegt bei etwa 23 Zentimetern. Männchen werden mit 19, Weibchen mit 15 Zentimetern Länge geschlechtsreif.

Netter Dornwels
Aus Peru stammt Tenellus trimaculatus, der an seiner Punktzeichnung gut zu erkennen ist: ein schwarzer Fleck an der Basis der Rückenflosse, zwei Tüpfel am mittleren Ansatz der Schwanzflosse. Der friedliche Wels wird etwa zehn Zentimeter lang. Im Verhalten ist er am ehesten mit Panzerwelsen zu vergleichen. Die sozialen Tiere schätzen die Gegenwart von Artgenossen. Darum sollte man immer mindestens fünf Exemplare gemeinsam pflegen. Fehlen artgleiche Gesellschafter, schließt Tenellus sich auch anderen, ähnlichen Fischen an.

Frank Schäfer