Kleiner Klassiker
Die Zwergbarbe (Pethia phutunio) erfreut seit ihrer Ersteinfuhr aus Indien (1906) die Aquarienfreunde. Das liegt nicht so sehr an ihrer prächtigen Färbung; sie ist hübsch, aber keine Farbwunder. Vielmehr passte das winzige Tier, das in der Natur nur zwei bis drei Zentimeter lang wird, wunderbar in die früher üblichen eher kleinen Aqua­rien. Da sie bei Temperaturen zwischen 14 und 30 °C lebt, war in geheizten Wohnräumen noch nicht einmal eine Aquarienheizung nötig. Und gefiltert und belüftet wurde damals ohnehin nur selten.

margin-right: 20px; margin-bottom: 10pxBunter Maulbrüter
Haplochromis aeneocolor kommt ausschließlich im Lake George (Uganda) und im Kazinga Channel vor, einem Kanal, der den See mit dem Lake Edward verbindet. Dort lebt er in den Papyrus-Dickichten der Uferregion, weshalb er auch als „Papyrus-Maulbrüter“ bezeichnet wird. Die Tiere werden acht bis neun Zentimeter lang, Weibchen bleiben sogar noch etwas kleiner. Man sollte allerdings das kämpferische Potenzial dieser Buntbarsche nicht unterschätzen und sie in geräumigen Aquarien in möglichst großen Gruppen pflegen, damit sich die Aggressionen verteilen.

Getarnter Räuber
Aus den Flüssen Thailands importierte Aquarium Glaser den Süßwasserkugelfisch Pao suvattii, der – als Stein getarnt – auf ahnungs­lose Beutefische lauert. Im Aquarium kann man ihn gut mit kräftigem Frostfutter von der Pinzette füttern. Die Art wird zwölf bis 15 Zentimeter lang und ähnelt verblüffend dem Kofferkugelfisch (Tetraodon miurus) aus Afrika. An dem breiten, dunklen V auf dem Rücken kann man P. (früher T.) suvattii aber sicher erkennen.Frank Schäfer

Frank Schäfer

Zwergiger Wels
Pseudomystus funebris wurde erst 2010 wissenschaftlich beschrieben und ähnelt extrem seinem auf Sumatra lebenden Verwandten P. heokhuii; beide Arten erreichen rund sechs Zentimeter Totallänge. Die Welszwerge sind friedlich und auch tagsüber nahezu ständig unterwegs. Die Gesellschaft von Artgenossen scheint den Tieren wichtig zu sein. Wenngleich weiches und saures Wasser keine unbedingte Notwendigkeit darstellt, gestaltet sich die Pflege dieser Welse (und die Kultur von Pflanzen) in einem solchen ­Milieu problemlos.

margin-right: 20px; margin-bottom: 10pxWinziger Blaubarsch
Rund zehn Jahre nach der aquaristischen Entdeckung wurde dieser Zwerg-Blaubarsch von Britz & Kullander 2013 wissenschaftlich beschrieben. Sie wählten den treffenden Namen Dario kajal, denn die schwarzen Augenstreifen sind ein gutes Erkennungsmerkmal der Art. Der Blaubarsch wird nur ungefähr zwei Zentimeter lang und stammt aus gebirgigen Gegenden Nordindiens, wo es gelegentlich ziemlich kalt (14 °C) werden kann. Darum pflegt man ihn am besten im un­beheizten Aquarium.

Ziemlich kleine Grundel
Aquarium Glaser erhielt erstmals Tiere der Art Lentipes ikeae aus Indonesien. Man kennt diese Grundel von Java und von Bali, sie wurde 2014 wissenschaftlich ­beschrieben. Die Maximallänge von L. ikeae liegt bei vier bis fünf Zentimetern. Es handelt sich um friedliche und gesellige Fische, die mit ihrem gut ausgeprägten, aus den Bauchflossen gebildeten Saugnapf gern einmal aus dem Wasser klettern. In der Natur überwinden sie auf diese Weise Wasserfälle. Im Aquarium sollte man für eine gute Ab­deckung sorgen, sonst könnte der Wandertrieb fatale Folgen haben.

Frank Schäfer

Schöner Wildschwertträger
Sieht man den schlanken, prachtvoll gefärbten Jalapa-Schwertträger erstmals, denkt man unwillkürlich: Das ist doch nicht Xiphophorus hellerii! Und doch lagen der Beschreibung dieser Art im Jahr 1848 genau solche Tiere zugrunde. Karl Heller hatte sie in klaren Bächen am Berg Orizaba in Mexiko (dem höchsten Berg des Landes und dem dritthöchsten Nordamerikas) gesammelt und war schon damals begeistert von der Farbenpracht der Fische. Aquaristik gab es allerdings noch nicht, so konnte der Österreicher seine Neuentdeckung nur tot und in Alkohol verblasst nach Wien schicken.

margin-right: 20px; margin-bottom: 10pxBizarrer Messeraal
In ganz wenigen Exemplaren erhielt Aquarium Glaser ­einen der außergewöhnlichsten Gymnotiden der Neuen Welt aus Peru: Compsaraia samueli. Die Männchen des „Pelikan-Messerfisches“ haben grotesk ausgezogene Schnauzen. Untereinander sind sie absolut unverträglich und kämpfen mit weit aufgerissenen Mäulern, wobei sie sich hin und
her schieben, wie kämpfende Hirsche. Die Maximallänge der Art, die erst 2009 wissenschaftlich beschrieben wurde, liegt bei etwa 23 Zentimetern. Männchen werden mit 19, Weibchen mit 15 Zentimetern Länge geschlechtsreif.

Netter Dornwels
Aus Peru stammt Tenellus trimaculatus, der an seiner Punktzeichnung gut zu erkennen ist: ein schwarzer Fleck an der Basis der Rückenflosse, zwei Tüpfel am mittleren Ansatz der Schwanzflosse. Der friedliche Wels wird etwa zehn Zentimeter lang. Im Verhalten ist er am ehesten mit Panzerwelsen zu vergleichen. Die sozialen Tiere schätzen die Gegenwart von Artgenossen. Darum sollte man immer mindestens fünf Exemplare gemeinsam pflegen. Fehlen artgleiche Gesellschafter, schließt Tenellus sich auch anderen, ähnlichen Fischen an.

Frank Schäfer

Attraktive Grundel
Bostrychus zonatus zählt zu den Schläfergrundeln und wird ungefähr 15 Zentimeter lang. Die räuberischen Fische sollten nur mit Arten gemeinsam gepflegt werden, die mindestens ihre halbe Körperlänge aufweisen, größer ist sicherer. Verbreitet ist die Grundel im Süß- und Brackwasser Neuguineas und des nördlichen Australiens. Es bietet sich darum an, sie ­gemeinsam mit Regenbogenfischen aus dieser Region
zu halten. Aquarium Glaser erhielt die Tiere aus Indo­nesien.


margin-right: 20px; margin-bottom: 10pxStachelige Schnecke
Die Nixenschnecken der Gattung Neritina erfreuen sich wachsender Beliebtheit, da sie hübsch aussehen, sich im Süßwasseraquarium nicht vermehren (ihre Larven entwickeln sich nämlich ausschließlich im Meer) und auch sehr harte, feste Algen abraspeln, die andere Süßwasserschnecken oder algivore Fische in der Regel verschmähen. Der Nachteil vieler Nixenschnecken ist, dass sie oft aus dem Wasser kriechen. Neritina juttingae von Borneo hat diese Eigenart nicht; sie verlässt das nasse Element äußerst selten.

Alter Bekannter
Der Rote Spitzschwanzmakropode (Pseudosphromenus dayi) ist ein Klassiker unter den Labyrinthfischen und fehlt vor dem Zweiten Weltkrieg in keinem Handbuch der Aquarienfischkunde. Seine Herkunft war rätselhaft, die Erstbeschreibung aus dem Jahr 1909 beruhte auf Aquaristik-Importen; heute ­wissen wir, dass er aus dem indischen Bundesstaat ­Kerala stammt. Es ist still um ihn geworden, da der ­anfangs oft scheue Fisch im Zoofachhandel kaum ansprechend zu präsentieren ist.

Frank Schäfer

Roter Schokoladengurami
Aus Indonesien erhielt Aquarium Glaser wunderschöne, sehr große und kräftige Schokoladenguramis (Sphaerichthys osphromenoides). Leider ist der genaue Fundort nicht bekannt, aber wir vermuten, dass sie aus Kalimantan, dem indonesischen Teil Zen­tral-Borneos, stammen. Auffällig an den Tieren ist ihr hoher Rotanteil in der Körper- und Flossenfärbung, der allerdings bei jedem Exemplar etwas anders ausfällt. Hoffentlich erweist sich dieser Stamm als gut pfleg- und nachzüchtbar; leider zählen die Schokoladenguramis immer noch zu den Pro­blemfischen.

margin-right: 20px; margin-bottom: 10pxSchwarzer Flusskrebs
Die Farbenvielfalt der Flusskrebse auf Neuguinea ist wirklich erstaunlich. Im Handel ist es oft problematisch, die Importtiere irgendwelchen Arten exakt zuzuordnen, da die Färbung auch innerartlich sehr variabel ist und nur selten alle Exem­plare eines Imports gleich aussehen. Das gilt auch für Cherax „Black Scorpion“. Tiere dieser Art werden zwölf bis 15 Zentimeter lang und sind, wie die meisten Flusskrebse Neuguineas, recht friedlich. Ein wesentlicher Teil ihrer Nahrung ist pflanzlichen Ursprungs.

Zwergiger Glasbarsch
Gymnochanda ploegi ist bislang nur aus West-Kalimantan bekannt. Die reine Süßwasserart lebt in sehr weichem, saurem Wasser. Die friedlichen Fischchen werden lediglich drei bis vier Zentimeter lang und leben im Schwarm. Ihre Pflege ist nicht schwierig, doch fressen sie, wie die meisten Glasbarsche, ausschließlich Lebend- und Frostfutter, Letzteres erst nach Gewöhnung. Am besten versorgt man solche kleinen Kostbarkeiten mit lebenden Artemia-Nauplien.

Frank Schäfer