Im Aquarium des Kölner Zoos ist es dank guter Netzwerke gelungen, aus Kanada mehrere madagassische Süßwasserfischarten zu importieren, die auch prompt für Nachwuchs sorgten. Ein Gespräch mit dem Kurator, Prof. Dr. Thomas Ziegler, über Zoos im Wandel, gelungene weltweite Kooperationen, die Bedeutung der Heimaquaristik – und „heilige“ erste Gelege. | Interview von Sebastian Wolf mit Thomas Ziegler (Zoo Köln)

SW: Thomas, als Kurator des Aquariums im Kölner Zoo bist du sehr vielseitig engagiert und interessiert. Was waren deine Anfänge bei Fischen aus Madagaskar?

Wer nicht nur im Unterwasserbereich das Ambiente einer Landschaft schaffen, sondern diese auch oberhalb der Wasserfläche weitergestalten möchte, der kann sich seinen Traum mit einem Aquaterrarium (Paludarium) erfüllen. Ein Profi, der sich auf die Anfertigung dieser Becken und ihrer Einrichtung spezialisiert hat, gibt hier ein paar Anregungen. | von Reiner Hoppe

Bei der Gestaltung eines Aquaterrariums sind der eigenen Fantasie kaum Grenzen gesetzt, sei sie einem Biotop nachempfunden, wie beispielsweise einer Amazonas-Uferlandschaft, oder eher dem eigenen Geschmack folgend mit einer optisch schön bepflanzten Landschaft im Hintergrund. Die nächste Steigerung wäre, in den Landbereich auch die passenden Reptilien oder Amphibien zu integrieren. Bei der dafür ausgelegten Einrichtung muss man aber meist darauf achten, dass solche Tiere, sollten sie einmal aus den oberen Ast- und Pflanzenregionen ins Wasser fallen, einige flache Ausstiegsmöglichkeiten vorfinden.

2019 sind globale Umweltprobleme in den Medienfokus gerückt – anteilsmäßig etwas zu wenig Aufmerksamkeit abbekommen hat leider die Biodiversitätskrise, also der bereits stattfindende oder noch drohende Rückgang vieler Arten. Trotz immer schwierigerer Rahmenbedingungen kann die Tierhaltung für bestimmte Spezies zur rettenden Arche werden – Zeit für einen gedanklichen Rundblick. | von Roland Schreiber

Die Aquaristik hat sich in den letzten 20 Jahren gravierend verändert. Viele der noch vor einiger Zeit erhältlichen Fischarten sind aus dem Handel gänzlich verschwunden oder nur noch schwer zu erwerben. Der Grund hierfür liegt häufig darin, dass sie im Washingtoner Artenschutzabkommen (WA) gelistet sind, das weitere Importe von Wildfängen oder sogar die Haltung bereits bestehender Populationen verbietet oder zumindest streng reglementiert. Als leidenschaftlicher Aquarianer mache ich mir Gedanken, ob die zunehmende Einschränkung der Haustierhaltung wirklich sinnvoll ist und was wir tun können, um die Aquaristik für zukünftige Generationen zu erhalten.

Auf Tiere im Aquaterrarium möchte man auch bei einem sorgsam gepflegten Pflanzenbestand nicht verzichten. Der DATZ-Redakteur stellt exemplarisch ein paar der bereits in den vorigen Artikeln dieses Titelthemas genannten und weitere geeignete Arten vor.
| von Sebastian Wolf

Es liegt in der Natur der Sache, dass sich bei einem selber gestalteten Becken mit Land- und Wasserteil verlockende Möglichkeiten ergeben, Tiere unterzubringen. Doch welche Kriterien entscheiden darüber, ob eine bestimmte Spezies wirklich dafür geeignet ist? Um einen roten Faden in dieses komplexe Thema zu bekommen, gehen wir bei der Auswahl der Arten zunächst von folgenden Annahmen aus:

  • Bepflanzung und Einrichtung werden nicht in Mitleidenschaft gezogen
  • eine Gefahr des gegenseitigen Fressens besteht nicht (oder wird toleriert!)
  • die Friedfertigkeit ist auch während der Fortpflanzungszeit gegeben
  • es besteht eine gewisse Zeigefreudigkeit und keine extrem versteckte Lebensweise
  • ein eher niedriger Wasserstand stellt keine Beeinträchtigung dar
  • auch konstant hohe Luftfeuchtigkeit wird gut vertragen
  • eine ungezügelte Vermehrung kann unterbunden werden

Auch in Fernost schätzt man ästhetisch gestaltete, üppig bepflanzte Becken. Unser Autor stellt eines seiner Schmuckstücke inklusive Fisch- und Garnelenbesatz vor, dem man im begrünten Zustand gar nicht ansieht, welcher Dekorationsgegenstand zentrales Element der Einrichtung ist. | von Luân Đôn

In meinem Heimatland Vietnam begeistern sich in den letzten Jahren immer mehr Aquarianer dafür, attraktive Schauaquarien zu erschaffen. Durch Teilnahme an Veranstaltungen und Austausch mit Gleichgesinnten in sozialen Medien holen wir uns Anregungen. Schon lange reizt mich aber nicht nur die Unterwasserlandschaft, sondern auch der Lebensraum darüber, da sich hier wieder völlig andere Möglichkeiten der Präsentation ergeben. Auch wachsen viele attraktive Landpflanzen unter den Bedingungen eines Paludariums besonders gut. Das Gelingen entscheidet sich bereits bei der Auswahl der „hardware“, also der Einrichtungsgegenstände. Die elementaren Aspekte meiner Methoden möchte ich im Folgenden erläutern.