Seit Langem werden Taufliegen als Futtertiere verwendet. Für die überwiegend gezüchtete Drosophila melanogaster haben Züchter im Lauf der Zeit eine Vielzahl an Kulturmöglichkeiten entwickelt, bereits mit den Empfehlungen für einen Futterbrei ließen sich ganze Bücher füllen. Wieso einige davon für die Kultivierung ungeeignet sind und Larven sowie Puppen dieser kleinen Krabbler völlig unterschätzt werden? Lassen Sie sich überraschen! | von Roland Schreiber

Die im Deutschen als Obst-, Essig- oder Fruchtfliegen bezeichneten Taufliegen (Drosophilidae) sind eine Familie aus der Unterordnung der Fliegen (Brachycera), die zusammen mit den Mücken (Nematocera) der Ordnung der Zweiflügler (Diptera) zugerechnet werden. Einer wörtlichen Übersetzung des bereits in den 1960er-Jahren im Englischen verwendeten Begriffs „fruitfly“ ist es vermutlich zuzuschreiben, dass sich die Bezeichnung „Fruchtfliege“ bisher so hartnäckig halten konnte. Viel sinnvoller ist hingegen, die auf ihre Etymologie zurückzuführende Bezeichnung „Taufliege“ (altgriech.: δρόσος drósos = „Tau“ und φίλα, phíla = „liebende“) zu verwenden, da die Tierchen meist während der Morgen- und Abendstunden aktiv sind, also während der Tau überwiegend entsteht.

Obwohl sie dieses Jahr bereits ihren 200-jährigen Geburtstag feiern, entdecken Wissenschaftler ständig Neues an Moina macrocopa (Straus, 1820). Hätten Sie geahnt, dass neugeborene Wasserflöhe nicht nur kleiner sind als frisch geschlüpfte Artemia-Nauplien, sondern bei richtiger Fütterung sogar einen höheren Nährwert besitzen? | von Roland Schreiber

Die Vergangenheit des Japanischen Wasserflohs wirkt aus menschlicher Sicht teils recht mies: In Frankreich wurde er anfangs als „Pou aquatique“ (= Wasserlaus) beschimpft. Seine erstmalige Beschrei­bung als Daphnia macrocopus war dem französischen Zoologen Hercule E. Straus-Durckheim gerade mal sieben Zeilen wert. Und nachdem von den untersuchten Tieren weder der Typenfundort bekannt ist noch ein Belegexemplar konserviert wurde, blieb er in den folgenden Jahrzehnten oft unerkannt, wurde mit anderen Arten verwechselt und mit einer Vielzahl an Synonymen versehen.

Unsere langjährige Autorin Petra Fitz unterzieht nicht nur neue Produkte einer kritischen Begutachtung und tüftelt gerne, sie betreibt auch ein eigenes Fachgeschäft in Dingolfing (Bayern). Ein Gespräch über die Freude am Testen sowie sinnvolles und auch weniger sinnvolles Aquarienzubehör | Interview von Sebastian Wolf mit Petra Fitz

SW: Frau Fitz, Sie haben in der Biotechnologie gearbeitet und 2004 eine Firma gegründet, in der Sie Beratung zu Aquarien geben, einen Einrichtungs- und Wartungsservice anbieten und in Ihrem Geschäft auch Fische und Pflanzen verkaufen. Was macht die berufliche Beschäftigung mit Aquaristik aus, das die Arbeit in ihrem studierten Aufgabenfeld niemals bieten konnte?
PF: Ganz ehrlich? Der Schritt, mein Hobby zum Beruf zu machen, hatte familiäre Gründe. Als Mutter von zwei damals noch kleinen Kindern konnte ich mir einen Wiedereinstieg ins „normale“ Berufsleben nicht vorstellen. Ich wollte flexibel und möglichst von zu Hause aus arbeiten. So kam es zur Gründung von Fisch&Fitz. Inzwischen sind die Kinder groß, und die Aquaristik ist zu meiner Leidenschaft geworden.
Meine Arbeit ist sehr vielseitig und gerade die Beratung bei Problemen und die Umsetzung von Kundenwünschen sind immer wieder eine Herausforderung. Ich lerne ständig dazu und kann technisch, beratend und gestalterisch kreativ sein. Auch der Umgang mit den Kunden gefällt mir – meistens!

Im Aquarium des Kölner Zoos ist es dank guter Netzwerke gelungen, aus Kanada mehrere madagassische Süßwasserfischarten zu importieren, die auch prompt für Nachwuchs sorgten. Ein Gespräch mit dem Kurator, Prof. Dr. Thomas Ziegler, über Zoos im Wandel, gelungene weltweite Kooperationen, die Bedeutung der Heimaquaristik – und „heilige“ erste Gelege. | Interview von Sebastian Wolf mit Thomas Ziegler (Zoo Köln)

SW: Thomas, als Kurator des Aquariums im Kölner Zoo bist du sehr vielseitig engagiert und interessiert. Was waren deine Anfänge bei Fischen aus Madagaskar?

Wer nicht nur im Unterwasserbereich das Ambiente einer Landschaft schaffen, sondern diese auch oberhalb der Wasserfläche weitergestalten möchte, der kann sich seinen Traum mit einem Aquaterrarium (Paludarium) erfüllen. Ein Profi, der sich auf die Anfertigung dieser Becken und ihrer Einrichtung spezialisiert hat, gibt hier ein paar Anregungen. | von Reiner Hoppe

Bei der Gestaltung eines Aquaterrariums sind der eigenen Fantasie kaum Grenzen gesetzt, sei sie einem Biotop nachempfunden, wie beispielsweise einer Amazonas-Uferlandschaft, oder eher dem eigenen Geschmack folgend mit einer optisch schön bepflanzten Landschaft im Hintergrund. Die nächste Steigerung wäre, in den Landbereich auch die passenden Reptilien oder Amphibien zu integrieren. Bei der dafür ausgelegten Einrichtung muss man aber meist darauf achten, dass solche Tiere, sollten sie einmal aus den oberen Ast- und Pflanzenregionen ins Wasser fallen, einige flache Ausstiegsmöglichkeiten vorfinden.