Zugegeben, Fang und Verfüttern von Lebendfutter stellen in den meisten Fällen kein wirkliches Problem dar. Wasserflöhe etwa werden mit kleinen Küchensieben abgeschöpft, und auch der „Fang“ von Tubifex oder anderen Würmchen wie Enchyträen oder Grindal ist weitgehend stressfrei. Schwieriger wird es, wenn es sich um mikroskopisch kleine Futtertiere handelt, die wir mit bloßem Auge kaum noch wahrnehmen können. | von Roland Schreiber

Essigälchen (Turbatrix aceti) besetzen seit Langem einen festen Stammplatz auf dem Speisezettel meiner heranwachsenden Jungfische. Während die Kultur dieser sehr widerstandsfähigen und äußerst pflegeleichten Fadenwürmer (Nematoda) überaus einfach ist, stellt uns das Verfüttern der winzigen und heftig zappelnden Tierchen vor einige Probleme. Einerseits soll die bei der Jungfischschar beliebte Beute möglichst sauber ins Aquarium befördert werden. Der Eintrag der Kulturlösung, die neben dem Essig meist auch Zusätze von Zucker, Hefe und Unmengen an Essigsäurebakterien enthält, muss unbedingt vermieden werden. Andererseits lassen sich die Älchen aufgrund ihrer geringen Größe, des wurmartigen Körperbaus sowie ihrer flinken Bewegungen nur sehr schwer einfangen oder aussieben.

Der weltgrößte Wochenendmarkt Chatuchak in Thailands Hauptstadt ist ein Anziehungspunkt für Besucher aus aller Herren Länder. Auch wenn er nach einer Schließung für wenige Wochen zu Beginn der Corona-Pandemie wieder geöffnet wurde – reisende Aquarianer dürften es aktuell schwer haben, nach Bangkok zu kommen. Zeit für Erinnerungen an vergangenes Bummeln! | von Manuel Sacha

Die Hauptstadt Thailands ist eine der bestbesuchten Städte der Welt. Von den vielen Märkten der Riesenstadt steht der Chatu­chak Weekend Market für Aquarianer ganz weit vorne, er zählt zu den größten offenen Fischmärkten weltweit. Man findet ihn im Nordosten der Me­tropole, er ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln (z. B. BTS oder Skytrain) leicht erreichbar.
Am Wochenende füllt sich die Örtlichkeit mit Fischern, einheimischen Besuchern, Touristen und einer Vielzahl an Straßenhändlern. Ein abgelegener Teil des Marktes ist der Anziehungspunkt für Aquarianer, denn hier gibt es eine beeindruckende Sammlung exotischer Fische zu kaufen. Der Markt an sich besteht in der Mitte aus einem fest eingebauten Teil mit Geschäften sowie aus angrenzenden Verkaufsständen direkt am Rand der umgebenden Straßen. Es fällt schwer, das fischige Angebot kurz zu beschreiben – neben „gewöhnlichen“ Goldfischen bis hin zum astronomisch teuren Arowana sind auch viele seltene Arten zu finden.

Seit Langem werden Taufliegen als Futtertiere verwendet. Für die überwiegend gezüchtete Drosophila melanogaster haben Züchter im Lauf der Zeit eine Vielzahl an Kulturmöglichkeiten entwickelt, bereits mit den Empfehlungen für einen Futterbrei ließen sich ganze Bücher füllen. Wieso einige davon für die Kultivierung ungeeignet sind und Larven sowie Puppen dieser kleinen Krabbler völlig unterschätzt werden? Lassen Sie sich überraschen! | von Roland Schreiber

Die im Deutschen als Obst-, Essig- oder Fruchtfliegen bezeichneten Taufliegen (Drosophilidae) sind eine Familie aus der Unterordnung der Fliegen (Brachycera), die zusammen mit den Mücken (Nematocera) der Ordnung der Zweiflügler (Diptera) zugerechnet werden. Einer wörtlichen Übersetzung des bereits in den 1960er-Jahren im Englischen verwendeten Begriffs „fruitfly“ ist es vermutlich zuzuschreiben, dass sich die Bezeichnung „Fruchtfliege“ bisher so hartnäckig halten konnte. Viel sinnvoller ist hingegen, die auf ihre Etymologie zurückzuführende Bezeichnung „Taufliege“ (altgriech.: δρόσος drósos = „Tau“ und φίλα, phíla = „liebende“) zu verwenden, da die Tierchen meist während der Morgen- und Abendstunden aktiv sind, also während der Tau überwiegend entsteht.

Obwohl sie dieses Jahr bereits ihren 200-jährigen Geburtstag feiern, entdecken Wissenschaftler ständig Neues an Moina macrocopa (Straus, 1820). Hätten Sie geahnt, dass neugeborene Wasserflöhe nicht nur kleiner sind als frisch geschlüpfte Artemia-Nauplien, sondern bei richtiger Fütterung sogar einen höheren Nährwert besitzen? | von Roland Schreiber

Die Vergangenheit des Japanischen Wasserflohs wirkt aus menschlicher Sicht teils recht mies: In Frankreich wurde er anfangs als „Pou aquatique“ (= Wasserlaus) beschimpft. Seine erstmalige Beschrei­bung als Daphnia macrocopus war dem französischen Zoologen Hercule E. Straus-Durckheim gerade mal sieben Zeilen wert. Und nachdem von den untersuchten Tieren weder der Typenfundort bekannt ist noch ein Belegexemplar konserviert wurde, blieb er in den folgenden Jahrzehnten oft unerkannt, wurde mit anderen Arten verwechselt und mit einer Vielzahl an Synonymen versehen.

Unsere langjährige Autorin Petra Fitz unterzieht nicht nur neue Produkte einer kritischen Begutachtung und tüftelt gerne, sie betreibt auch ein eigenes Fachgeschäft in Dingolfing (Bayern). Ein Gespräch über die Freude am Testen sowie sinnvolles und auch weniger sinnvolles Aquarienzubehör | Interview von Sebastian Wolf mit Petra Fitz

SW: Frau Fitz, Sie haben in der Biotechnologie gearbeitet und 2004 eine Firma gegründet, in der Sie Beratung zu Aquarien geben, einen Einrichtungs- und Wartungsservice anbieten und in Ihrem Geschäft auch Fische und Pflanzen verkaufen. Was macht die berufliche Beschäftigung mit Aquaristik aus, das die Arbeit in ihrem studierten Aufgabenfeld niemals bieten konnte?
PF: Ganz ehrlich? Der Schritt, mein Hobby zum Beruf zu machen, hatte familiäre Gründe. Als Mutter von zwei damals noch kleinen Kindern konnte ich mir einen Wiedereinstieg ins „normale“ Berufsleben nicht vorstellen. Ich wollte flexibel und möglichst von zu Hause aus arbeiten. So kam es zur Gründung von Fisch&Fitz. Inzwischen sind die Kinder groß, und die Aquaristik ist zu meiner Leidenschaft geworden.
Meine Arbeit ist sehr vielseitig und gerade die Beratung bei Problemen und die Umsetzung von Kundenwünschen sind immer wieder eine Herausforderung. Ich lerne ständig dazu und kann technisch, beratend und gestalterisch kreativ sein. Auch der Umgang mit den Kunden gefällt mir – meistens!