Allgemeines
Quo vadis, Aquaristik?
2019 sind globale Umweltprobleme in den Medienfokus gerückt – anteilsmäßig etwas zu wenig Aufmerksamkeit abbekommen hat leider die Biodiversitätskrise, also der bereits stattfindende oder noch drohende Rückgang vieler Arten. Trotz immer schwierigerer Rahmenbedingungen kann die Tierhaltung für bestimmte Spezies zur rettenden Arche werden – Zeit für einen gedanklichen Rundblick. | von Roland Schreiber
Die Aquaristik hat sich in den letzten 20 Jahren gravierend verändert. Viele der noch vor einiger Zeit erhältlichen Fischarten sind aus dem Handel gänzlich verschwunden oder nur noch schwer zu erwerben. Der Grund hierfür liegt häufig darin, dass sie im Washingtoner Artenschutzabkommen (WA) gelistet sind, das weitere Importe von Wildfängen oder sogar die Haltung bereits bestehender Populationen verbietet oder zumindest streng reglementiert. Als leidenschaftlicher Aquarianer mache ich mir Gedanken, ob die zunehmende Einschränkung der Haustierhaltung wirklich sinnvoll ist und was wir tun können, um die Aquaristik für zukünftige Generationen zu erhalten.
(Kleine) Tiere für ein Paludarium – Versuch einer Annäherung
Auf Tiere im Aquaterrarium möchte man auch bei einem sorgsam gepflegten Pflanzenbestand nicht verzichten. Der DATZ-Redakteur stellt exemplarisch ein paar der bereits in den vorigen Artikeln dieses Titelthemas genannten und weitere geeignete Arten vor.
| von Sebastian Wolf
Es liegt in der Natur der Sache, dass sich bei einem selber gestalteten Becken mit Land- und Wasserteil verlockende Möglichkeiten ergeben, Tiere unterzubringen. Doch welche Kriterien entscheiden darüber, ob eine bestimmte Spezies wirklich dafür geeignet ist? Um einen roten Faden in dieses komplexe Thema zu bekommen, gehen wir bei der Auswahl der Arten zunächst von folgenden Annahmen aus:
- Bepflanzung und Einrichtung werden nicht in Mitleidenschaft gezogen
- eine Gefahr des gegenseitigen Fressens besteht nicht (oder wird toleriert!)
- die Friedfertigkeit ist auch während der Fortpflanzungszeit gegeben
- es besteht eine gewisse Zeigefreudigkeit und keine extrem versteckte Lebensweise
- ein eher niedriger Wasserstand stellt keine Beeinträchtigung dar
- auch konstant hohe Luftfeuchtigkeit wird gut vertragen
- eine ungezügelte Vermehrung kann unterbunden werden
Akzente setzen – ein Paludarium für Bromelien und Fische
Auch in Fernost schätzt man ästhetisch gestaltete, üppig bepflanzte Becken. Unser Autor stellt eines seiner Schmuckstücke inklusive Fisch- und Garnelenbesatz vor, dem man im begrünten Zustand gar nicht ansieht, welcher Dekorationsgegenstand zentrales Element der Einrichtung ist. | von Luân Đôn
In meinem Heimatland Vietnam begeistern sich in den letzten Jahren immer mehr Aquarianer dafür, attraktive Schauaquarien zu erschaffen. Durch Teilnahme an Veranstaltungen und Austausch mit Gleichgesinnten in sozialen Medien holen wir uns Anregungen. Schon lange reizt mich aber nicht nur die Unterwasserlandschaft, sondern auch der Lebensraum darüber, da sich hier wieder völlig andere Möglichkeiten der Präsentation ergeben. Auch wachsen viele attraktive Landpflanzen unter den Bedingungen eines Paludariums besonders gut. Das Gelingen entscheidet sich bereits bei der Auswahl der „hardware“, also der Einrichtungsgegenstände. Die elementaren Aspekte meiner Methoden möchte ich im Folgenden erläutern.
Wasser und Land vereint hinter Glas
Reich bepflanzte, eingefahrene Paludarien sind eine Augenweide. Dem Betrachter erschließt sich ihr komplexer Aufbau allerdings nicht unbedingt auf den ersten Blick. Der Autor stellt ein paar seiner Miniaturlandschaften vor und gibt Einblick in seine Vorgehensweise bei Planung, Einrichtung, Pflege und Besatz. | Text und Fotos von Wolfgang Dörfler
Als gelernter Gärtnermeister interessieren mich die gestalterischen Möglichkeiten, Pflanzen harmonisch in eine Umgebung einzufügen, um anderen das Gefühl einer natürlichen Lebendigkeit zu vermitteln. Dabei habe ich auch ein Faible für das Kleine, auf den ersten Blick vielleicht sogar Unscheinbare entwickelt – über wie unter Wasser. Diese Schnittstelle ist es, die ich auf kleinem Raum einfangen und präsentieren möchte, und dafür bietet sich ein Paludarium (respektive Aquaterrarium) an, das wussten schon frühere Generationen von Aquarianern und Terrarianern.
Aquarienpraxis in der Deutschen Demokratischen Republik
Eine kleine Reise in die Vergangenheit mit Erinnerungen an erste aquaristische Erfahrungen in einem Land, das es nicht mehr gibt. | Von Thilo Hanold
Vor einiger Zeit sortierte ich mein Aquaristik-Zubehörlager, denn im Lauf der Zeit sammelt sich so einiges an. Zu meinem Erstaunen fand ich auch einige Teile, die aus der Anfangszeit meiner Beschäftigung mit Fischen stammen. Das war Mitte der 1970er-Jahre und in der Deutschen Demokratischen Republik. Fotos aus dieser Zeit besitze ich – leider – nicht, aber viele Erinnerungen an Fische, die ich damals in meinen Aquarien hielt und zum Teil heute noch oder wieder pflege.
Einige meiner Gedanken habe ich hier zusammengestellt. Sie kreisen um Fische, Literatur, Technik, um die Situation im Handel und ein paar Dinge mehr. Die Aquaristik war auch in der DDR ein Hobby mit vielfältigen Möglichkeiten. Ich weiß noch genau, dass es damals kaum Telefone gab, Schwarzweiß-Fernseher, aber noch keine Handys und Computer, stattdessen (fast) unbegrenzt Zugang zu Natur – und viel zu entdecken.