Arten kommen und gehen seit Anbeginn des Lebens auf der Erde. Weniger die Natur, sondern zunehmend der moderne Mensch beeinflusst heute deren Verbreitung, oft mit ­unvorhersehbaren Auswirkungen und ungewissem Ausgang. | von Uwe Dost

Auf Urlaubsreisen, aber auch nah vor der Haustür begegneten mir schon mehrfach Tier­arten (auf Mikroorganismen, Pilze und Pflanzen achte ich weniger), die ursprünglich aus anderen Gegenden oder sogar von anderen Erdteilen stammen (Dost 2013; 2014). Erst jüngst, im Oktober 2018, beobachtete ich bei einem Ausflug direkt vor dem Neanderthal Museum (Mettmann) in dem Flüsschen Düssel etliche Signalkrebse (Pacifastacus leniusculus).
Wie sind solche Neuankömmlinge zu bewerten? An dieser Frage scheiden sich die Geister. Sie betrifft zwar nicht nur Vivarianer und Biologen, doch beschränke ich mich hier auf ­deren Belange.

Am 1. Januar 2015 trat die Verordnung 1143/2014 der Europäischen Union in Kraft. Das Dokument trägt den unverständlichen Titel „Prävention und Management der Einbringung und Ausbreitung invasiver gebietsfremder Arten“. Und es bringt etliche Einschränkungen, auch für Gartenteichbesitzer, Aquarianer und Terrarianer. | von Hans-Peter Ziemek

Im Juni 1992 trafen sich in Rio de Janeiro 20.000 Menschen, dar­unter fast alle Politikerinnen und Politiker, die damals Verantwortung trugen. Dieser „Erdgipfel“ beschäftigte sich mit der Zukunft der Erde und bestimmt unser Leben noch heute. Damals wurden die erste Klimakonven­tion verabschiedet, die Agenda 21 auf den Weg gebracht und die Biodiversitätskonvention von fast allen Ländern der Erde unterzeichnet.
Diese Vereinbarung ist heute die Grundlage jeder Maßnahme zum Erhalt der Artenvielfalt, lokal wie global. Die Dekade von 2011 bis 2020 ist dabei ein Höhepunkt der Weiterentwicklung der Biodiversitätskonvention. Bis zum Jahr 2020 sollen möglichst alle Ge­fahren für die Artenvielfalt zumin­dest identifiziert sein. Außerdem sollen die notwendigen rechtlichen Regelungen getroffen sein, um einen weiteren Verlust von Biodiversität zu verhindern.
Klingt alles sehr theoretisch, ist es auch. Aber die Konvention ist die notwendige Grundlage, um in einer Kommune oder in einem Schutzgebiet, ob in Deutschland oder in Indonesien, Gefahren für die dort vorkommenden Organismen und Lebensgemeinschaften abwehren zu können.

Lebendfutter, ja oder nein? Diese Frage wird in der Aquaristik seit jeher kontrovers diskutiert. Hier der Beitrag eines Futtertier-Verfütterers, dem allerdings keine nach wissenschaftlichen Maßstäben in reproduzierbaren Versuchsreihen ermittelten ­Vergleichsdaten zugrunde liegen. | von Uwe Dost

Mit industriell hergestelltem Futter in der den Pfleglingen angemessenen Partikelgröße und Darreichungsform, hergestellt aus hochwertigen Zutaten, richtig ­gelagert und nach kurzer Zeit verbraucht, lassen sich die meisten Aquarienfische ein Leben lang versorgen, ohne gesundheitliche Probleme zu bekommen. Nicht wenige Fischarten pflanzen sich bei einer solchen Alimentierung sogar fort.
Lebendfutter, überlagert oder aus zweifelhaften Quellen, wird kaum ­einen Vorteil gegenüber exzellenten Flocken, Pellets, Tabletten, Sticks und so weiter aufweisen. Allerdings ist man bei allen Futtergruppen auf die Redlichkeit und das Qualitätsbewusstsein der Hersteller, auf die Sorgfalt beim Transport und bei der Lagerung beim Vertreiber angewiesen.

Wussten Sie, dass Charles Darwin seine Forscherkarriere als Meeresbiologe an den Stränden Edinburghs begann? | von Martinus Fesq-Martin

"Charles Darwin? Ja klar, der Entdecker der Darwin-Finken und Erfinder der Evolutionstheorie!“ Der englische Naturforscher hat sein festes Image. Beschäftigt man sich eingehender mit Darwin, so entpuppt er sich als Spezialist für mari­ne Wirbellose. Besonders intensiv hat er Seepocken analysiert. An seinem Cirripedia-Projekt forschte Charles Darwin acht Jahre lang, bis er sich an eine Veröffentlichung wagte: „The Lepadidae; or, pedunculated cirripedes“ (1851) und „The Balanidae, (or sessile cirripedes); the Verrucidae“ (1854).
Auch über die Entstehung von Korallen-Atollen stellte Darwin eine bis heute überzeugende Hypothese vor: „The structure and distribution of coral reefs“ (1842) [„Über den Bau und die Verbreitung der Corallen-Riffe“ (1876)].
Seine ersten Schritte als Meereszoologe machte Darwin bereits als ­Jugendlicher. Besonders die Zeit von Oktober 1825 bis zum Frühjahr 1827, die der Teenager an der Westküste Schottlands verbrachte, scheint prägend gewesen zu sein.

In DATZ 10/2017 erschien ein kleiner Beitrag über das fast vier Jahre lang wegen Renovierung geschlossene und im vergangenen Herbst neu eröffnete Haus – mit dem Versprechen auf einen tieferen Einblick in die Meerwasser-Abteilung. Hier ist er. | Von Rainer Stawikowski

Im Aufenthaltsraum erzählen mir die dreiköpfige „Mannschaft“  der Meerwasserabteilung (die allerdings aus zwei Frauen und nur einem Mann besteht; in der Süßwasserabteilung arbeiten drei weitere Damen), und die Wasserrevier-Kuratorin Ma­rion Wille (siehe DATZ 10/2017) über sich, ihre Aquarien und ihre Arbeit.