Weiße Mückenlarven sind das ganze Jahr über als Lebendfutter verfügbar. Ob sie sich kultivieren lassen und wie es um ihren Nährwert bestellt ist – auch darum geht es auf den folgenden Seiten. | Von Roland Schreiber

Von Wilhelm Busch stammt dieser Reim, den sicher viele von uns kennen:
Fortuna lächelt; doch sie mag
nur ungern voll beglücken;
schenkt sie uns einen Sommertag,
so schenkt sie uns auch Mücken.
Aquarianer sind an den kleinen Plagegeistern, die uns im Sommer mehr oder weniger heftig zur Last fallen, eher nicht interessiert. Anders verhält es sich mit ihren aquatischen Larven, einem wichtigen Glied im Nahrungsnetz vieler Gewässer. Von manchen Fischarten heißt es sogar, dass sie „nachgewiesenermaßen erst nach Fütterung mit Mückenlarven Laich ansetzen“ (Baensch et al. 1992).
Die Unterordnungen der Mücken (Nematocera) und der Fliegen (Brachycera) zählen zur Ordnung der Zweiflügler (Diptera), die weltweit über 144.000 Arten umfasst (Menzel 2017).
Aquarianer verwenden als Fischfutter vor allem die Entwicklungsstadien aus den Familien der Büschelmücken (Chaoboridae), der Zuckmücken (Chironomidae) und der Stechmücken (Culicidae), die uns als weiße, rote und schwarze Mückenlarven bekannt sind. Sie besitzen nicht nur einen hohen Nährwert, sondern sind auch fast das ganze Jahr über verfügbar und lassen sich teils sogar einfach kultivieren. Ich habe mich intensiv mit diesen Lebendfuttersorten befasst und gehe hier auf viele bisher weniger bekannte Details zur Formenvielfalt, zur Kultivierung dieser Tiere und zu ihren Nährwerten sowie auf weitere Besonderheiten ein.
Der erste Teil beschäftigt sich mit der Familie der Büschelmücken (Chaoboridae), deren Larven aufgrund ihrer hellen, oft transparenten Gestalt als „Glasstäbchen“ oder „weiße Mückenlarven“ bezeichnet werden.

Eiskalte Räuber
Büschelmücken sind, außer in der Antarktis, weltweit anzutreffen. Anders als die Stechmücken (Familie Culicidae) fallen sie dem Menschen nicht übermäßig zur Last, da ihre Imagines kein Blut saugen.
Deutliche Erkennungszeichen der aquatischen Larven sind ihre nahezu durchsichtige Erscheinung, ihre waagerechte Schwimmhaltung sowie die beiden Paare dunkel pigmentierter Tracheenblasen im Thorax und im siebten Hinterleibssegment. Diese mit verschiedenen Gasen (Sauerstoff, Methan, Stickstoff) gefüllten hydrostatischen Apparate befähigen die Larven, ihren Körper in einer horizontalen Lage zu halten, und sorgen für einen Druckausgleich in unterschiedlichen Wassertiefen (Burrows & Dorosenko 2014; Damant 1924; Krogh 1911; Teraguchi 1975). Der Gasaustausch, also die Sauerstoffaufnahme, erfolgt unabhängig davon ausschließlich über die Hautoberfläche.

den vollständigen Artikel finden Sie in Ausgabe 1/2018

margin-right: 20px; margin-bottom: 10pxDie am häufigsten in Aquarien gehaltenen Krebse sind Garnelen, doch selbst viele Aquarianer können nicht sicher sagen, woran man sie eigentlich erkennt und wie viele Arten es tatsächlich gibt. | von Uwe Werner

Fast jeder von uns glaubt zu ­wissen, was Garnelen sind, zumal sie ja auch als Delikatesse geschätzt werden. Auf deutschen Speisekarten findet man häufig ausländische Bezeichnungen. Kleinere Garnelen heißen dann oft (englisch) „Shrimps“ oder (falsch geschrieben) „Schrimps“, manchmal auch (französisch) „Crevetten“ oder „Krevetten“, größere „Prawns“. Auch hinter den regionalen (norddeutschen) Bezeichnungen „Granat“, „Porre“, „Knat“ und „Graue Krabben“ verbergen sich Garnelen.
Innerhalb der Ordnung der Zehnfußkrebse (Decapoda) gehören die Garnelen anders als die Krabben und die Flusskrebse, die man in der Unterordnung der Laufenden oder Kriechenden Krebse (Reptantia) führt, zu den Schwimmenden Krebsen (Natantia). Man erkennt sie vor allem an ­ihrem seitlich zusammengedrückten Körper, der höher als breit ist, wie auch daran, dass sie einen nur sehr dünnen Panzer besitzen. Damit sind diese Formen leichter als die mit dickeren Rüstungen ausgestatteten Flusskrebse (wie übrigens auch die Aegla-Arten, die aber in die Abteilung der Anomura gehören) und können schon deshalb besser schwimmen. Außerdem sind ihre Schwimmfüße, die Pleopoden, im Verhältnis zum Körper größer. Mit ihrer Hilfe sind sie in der Lage, sogar vorwärts zu schwimmen, was Krabben und Flusskrebsen nicht möglich ist.
Auch an ihren beiden Scherenbeinpaaren kann man die Garnelen erkennen: Krabben besitzen nur ein Scherenpaar, Flusskrebse dagegen drei Paare.
Bei den Großarmgarnelen (Familie Palaemonidae) sind beide Scherenpaare in unterschiedlichem Maß und für verschiedene Aufgaben vergrößert: Die ersten, kleineren sind Fress-, die zweiten, größeren Droh- oder Kampfscheren.
Bei den Fächer- oder Radargarnelen (Familie Atyidae) sind die Scherenarme zu Fächerhänden umgeformt, die die Tiere zum Fangen von Plankton benutzen (siehe unten).

den vollständigen Artikel finden Sie in Ausgabe 11/2017

Nach der Insolvenz der TMS Event GmbH im Juli 2015 bangten viele um die ­Fortsetzung des erfolgreichen Aquascapings in Hannover. Denn eigentlich wollten
die Ausrichter von „The Art of the Planted Aquarium“, Harald Soßna und seine Frau Tina, schon 2013 die Verantwortung abgeben. Jetzt setzen sie das Aquascaping in Magdeburg fort. | Von Christel Kasselmann

Im Jahr 2008 fand auf der Heimtiermesse in Hannover unter dem Titel „Die Kunst der Pflanzen­aquarien“ oder „The Art of the Planted Aquarium“ das erste internationale Championat der besten Aquariengestalter in Deutschland statt. Hinzu kamen kurz darauf ein Garnelen-Championat und später auch ein Wettbewerb um die besten Terrarien. Umrahmt waren die langen Wochenenden von einem umfangreichen Vortragsprogramm. Alle großen Aquaristik-Firmen kamen im Lauf der Jahre hinzu. Für die Bewertung der Scapes war ­jedes Mal eine internationale Jury ­geladen.
Die TMS Event GmbH und das Ehepaar Soßna von „Das Aquarium“ (Braunschweig) machten aus dieser Veranstaltung eine weltweit beachtete Erfolgsstory für das Aquascaping. Tausende pilgerten nur der beeindruckend eingerichteten kleinen und großen Aquarien wegen nach Hannover. Als dann 2015 in den Medien von der Insolvenz der TMS Event GmbH zu lesen war, hatten viele die große Sorge, dass die erfolgreiche Veranstaltung nicht fortgesetzt würde. Wieder war es Harald Soßna als unermüdlicher Motor, der dafür sorgte, dass es mit dem Championat weiterging.

 

den vollständigen Artikel lesen Sie in DATZ 2017-7

margin-right: 20px; margin-bottom: 10pxSind Aquarianer unterwegs – sei es auf einem Spaziergang, zu einem Ausflug oder im Urlaub –, ist immer der Gedanke dabei, dass sie etwas finden könnten, das sich zur Dekoration oder Pflege der heimischen Aquarien gebrauchen ließe. Bei mir ist das jedenfalls so. Ganz oft nehme ich irgendwelche Steine oder Wurzeln mit, und in meinem Sommerurlaub sammele ich regelmäßig Erlenzäpfchen. Nicht, dass ich die daheim nicht ebenfalls finden würde, aber auf dem Campingplatz in Südfrankreich, wo ich meist zelte, stehen einige Erlen direkt neben meinem Stellplatz. Zudem sind die Zapfen hier besonders groß und gut erreichbar. Innerhalb von zehn Minuten habe ich eine ganze Tragetasche voll. Das ist mehr, als ich im Jahresverlauf verbrauche, aber man kann ja auch Gleichgesinnte damit beglücken. Uwe Werner

den vollständigen Artikel finden Sie in Ausgabe 2/2017

margin-right: 20px: margin-bottom: 10pxHomo sapiens könnte an der Verbreitung des Rana-Virus beteiligt sein, das seit einiger Zeit weltweit Froschlurche befällt. Es ist hochansteckend, ein Ausbruch kann die gesamte Froschpopulation eines Gewässers – auch des heimischen Gartenteichs – dahinraffen! Um die Verbreitung des Virus zu untersuchen, sammelten britische Wissenschaftler Daten zu Frosch- Populationen im Vereinigten Königreich. Dazu griffen sie auch auf Daten von „Citizen Scientists“ zurück, also auf Hinweise von Laien-Forschern. Die Auswertung zeigte, dass das Virus sich in wohlhabenden, städtischen Gegenden am schnellsten ausbreitet. Als Grund vermuten die Forscher, dass die Menschen dort ihre Frösche häufiger transportieren, entweder zwischen Tierhandlung und Gartenteich oder von Teich zu Teich. Redaktion

Literatur Price, S. J., T. W. J. Garner, A. A. Cunningham, T. E. S. Langton & R. A. Nichols (2016): Reconstructing the emergence of a lethal infectious disease of wildlife supports a key role for spread through translocations by humans. – Proceedings of the Royal Society B. Biological Sciences. DOI: 10.1098/rspb.2016.0952.