Vom Feuerlöscher und Comic-Helden zur bedrohten Art: Das Verhältnis des Menschen zum Salamander hat sich die letzten Jahr­hunderte hindurch grundlegend gewandelt. | von Anna-Katharina Wöbse

Der Feuersalamander hat sich in einem aus mensch­licher Sicht romantischen Lebensraum eingerich­-tet: Man findet ihn auf dem schattigen Grund der Mittelgebirge, in deren Laubmischwäldern kühle Quellen sprudeln und klare Bäche murmeln. Wo er diese Gewässer findet, ist er zu Hause – ob in West-, Mittel-, Süd- oder ­Südosteuropa.

Der „Salamanderfresser-Pilz“ breitet sich in Deutschland weiter aus. Studierende der Justus-Liebig-Universität Gießen untersuchen deshalb Feuersalamander in Privat­haltung, um einen eventu­ellen Befall frühzeitig zu erkennen. | von Lena Habich

Wie die DATZ bereits im März dieses Jahres berichtete, ist der als „Salamanderfresser“ bekannte Chytridpilz Batrachochytrium salamandrivorans (Bsal) endgültig in Deutschland angekommen. Das wurde bereits 2013 befürchtet, nachdem es erste Funde in den Nieder­landen nahe der deutschen Grenze gegeben hatte.
Nun kommen regelmäßig neue Fundorte infizierter Feuersalamander und anderer Schwanzlurche hinzu. Auffällig ist die offenbar sprunghafte Ausbreitung des Pilzes zunächst in Nordrhein-Westfalen und jetzt auch in Rheinland-Pfalz. Nach wie vor liegen die Fundorte teilweise über 70 Kilo­meter weit auseinander. Der genaue Übertragungsweg ist noch nicht geklärt.

Übernehme ich die Verantwortung für einen Menschen, muss ich mich kümmern. Wie ist es, wenn ich die Verantwortung für den Erhalt einer Tierart habe? Am Feuersalamander können wir beweisen, wie ernst es uns mit dem Erhalt der Biodiversität ist. | von Hans-Peter-Ziemek

Das Bundesamt für Naturschutz hat im Jahr 2004 das Konzept der „Arten nationaler Verantwortlichkeit Deutschlands“ in die deutsche Naturschutzstrategie neu aufgenommen. Es sollte nicht mehr ­allein das Kriterium der Seltenheit ausschlaggebend für die Entwick­-
lung von Artenschutzkonzepten sein. ­Stattdessen sollten Spezies gezielt ­geschützt werden, deren weltweiter oder europäischer Hauptverbrei­tungsschwerpunkt in Deutschland liegt.

Um im Kampf ums Überleben zu bestehen, gehen viele Organismen Gemeinschaften mit ­Angehörigen anderer Arten ein. Die Natur dieser Lebensgemeinschaften ist höchst vielfältig und kann einem oder beiden Beteiligten Vorteile in Form von Nahrung, Wohnraum, Schutz oder anderem bieten, aber auch auf Kosten eines der Partner gehen. Einige solcher ­Koalitionen kann man zweifelsfrei einordnen. Bei anderen jedoch, auch altbekannten, muss man genau hinschauen, um zu erkennen, wer gewinnt und wer verliert – und vor allem: ­Warum? | von Helmut Göthel

Jedes Individuum einer Art steht in vielfältigen Beziehungen zu anderen Exemplaren seiner ei­genen Art und weiterer Spezies. Diese Kontakte können sehr unterschiedlich sein. Sowohl die inner- als auch die zwischenartliche Konkurrenz können sich auf die Nahrung und das Revier beziehen und weisen einen aggressiven Charakter auf.
Auch die bekannten Räuber-Beute-Beziehungen gehören zu den vielfältigen und oft vernetzten Kontakten eines Individuums zu anderen. Darüber hinaus gibt es eine Fülle von Kombinationen, die keinen aggressiven Charakter besitzen und mindestens einem
der beteiligten Partner Vorteile bieten. Außerdem gibt es Gemeinschaften, bei denen einer der Partner nur (meist geringfügig) geschädigt, in der Regel jedoch nicht getötet wird.

Besucht man das Schauaquarium in der schönsten Stadt auf Italiens zweitgrößter Insel, verspürt man rasch den Wunsch: „Schleunigst zurück in die Sonne!“ | von Rainer Stawikowski

Lichtdurchflutete Tunnels, die den Besuchern die Illusion verschaffen, sich unter der Wasseroberfläche und zwischen den tierischen Bewohnern eines großen Gewässers zu bewegen, sind bekanntlich „in“ (siehe etwa Seite 26).
Düstere Katakomben, „Aquarien-Grotten“, an deren Wänden sich spärlich beleuchtete Glaskästen reihen, gehören dagegen der Vergangenheit an, dachte ich jedenfalls.
Ein Blick in das Schauaquarium in Alghero an der Westküste Sardiniens belehrte meine Frau und mich im Mai 2018 jedoch eines Besseren.
Eigentlich war der Besuch dieses sardischen Aquarienkellers gar nicht vorgesehen, zumal die schönste Stadt auf Italiens zweitgrößter Insel wirk­-lich reichlich Sehenswertes zu bieten hat, die gotisch-katalanische Altstadt natürlich, die alte Stadtmauer mit den massiven Festungstürmen, die Kathedrale Santa Maria oder die ­Kirchen San Francesco, San Michele und della Misericordia. Diese und ­weitere Sehenswürdigkeiten sind es auch, die in jedem Reiseführer auf­geführt sind – das öffentliche Aqua­rium jedoch nicht.