Der Deutsche Angelfischerverband (DAFV) und das Bundesamt für Naturschutz (BfN) wählten in Abstimmung mit dem Verband Deutscher Sporttaucher (VDST) Platichthys flesus zum Fisch des Jahres 2017. Die Flunder ist ein ausgesprochen wanderfreudiger Fisch, der als Jungtier mitunter vom Meer in die Flüsse einschwimmt. „Mit der Flunder als Fisch des Jahres 2017 wollen wir gemeinsam darauf aufmerksam machen, dass die Meere und Flüsse untrennbare Lebensräume darstellen und vielen Fischarten durch Querbauwerke wie zum Beispiel Wehre die natürlichen Wandermöglichkeiten genommen werden“, so die Präsidentinnen des DAFV, Christel Happach- Kasan, und des BfN, Beate Jessel, in einer gemeinsamen Erklärung. Zudem werde mit der Wahl auf die Verschmutzung der Lebensräume in Küstennähe, die Gefahr von Überfischung durch die Berufsfischerei und die Folgen der Ausbaggerung der Flüsse hingewiesen, denn von den Veränderungen der Lebensräume durch Ufer- und Querverbauungen, Regulierungsmaßnahmen oder Schadstoffbelastungen ist nicht nur die Flunder, sondern sind auch viele andere Fischarten und weitere aquatische Lebewesen betroffen. Platichthys flesus ist primär eine marine Art, die an allen europäischen Küsten verbreitet ist.

Für sein Lebenswerk und seine großen Verdienste um den Artenschutz weltweit, insbesondere bezüglich der Reptilien, erhält Dietrich Jelden, scheidender Leiter der Abteilung „Artenschutzvollzug und Nagoya-Protokoll“ im Bundesamt für Naturschutz (BfN), eine herausragende Anerkennung von der internationalen Naturschutz- Organisation IUCN. Damit ist der Zoologe der erste Deutsche, dem die Auszeichnung „The SSC Chair’s Citation of Excellence“ zuteilwird. Schon lange vor seiner Tätigkeit im BfN beschäftigte sich Jelden, der 1951 in Vaihingen (Enz) geboren wurde, mit Reptilien und auch mit deren Schutz. Neben einem mehrjährigen Auslandsaufenthalt für die Welternährungsorganisation FAO war er unter anderem am Staatlichen Museum für Naturkunde in Stuttgart tätig, promovierte an der Universität Heidelberg über die Krokodile Papua-Neuguineas und war bereits in den 1980er- Jahren Mitglied der deutschen CITES-Delegation – auch hier zunächst schwerpunktmäßig im Dienst der Amphibien und Reptilien. Das Washingtoner Artenschutzübereinkommen (CITES) ließ Jelden auch in den Folgejahren nicht mehr los.

Wenige Tage vor der Druckfreigabe dieser DATZ-Ausgabe erreichte mich die entsetzliche Nachricht, dass Joachim Großkopf am 16. Oktober tot in seiner Wohnung aufgefunden worden war. Joachim, Jahrgang 1959, war einer der treuesten DATZ-Autoren und einer der kenntnisreichsten und engagiertesten Meeresaquarianer in Deutschland. Vor über 30 Jahren, im Oktober 1982, erschien sein erster Artikel: „Großkrebse im Aquarium. Über die Gattung Saron.“ Diesem Beitrag folgten allein in dieser Zeitschrift fast 40 weitere Veröffentlichungen, allesamt mit eigenen Abbildungen illustriert, denn Joachim war auch ein exzellenter Aquarienfotograf. Eine herausragende Publikation war seine sechsteilige Serie „Blumentiere – Fauna wie aus dem Garten Eden“, in der er 1985 seine praktischen Erfahrungen mit der Pflege von Leder- und Röhrenkorallen, Gorgonien, Scheibenanemonen, Steinkorallen und Krustenanemonen schilderte. Aber er interessierte sich nicht nur für Wirbellose, sondern schrieb auch über die verschiedensten Arten von Rifffischen, wobei es ihm stets ein Anliegen war, aktuelle Entwicklungen und Probleme des Natur- und Artenschutzes kritisch im Blick zu behalten. Leider sind Joachim und ich uns nur wenige Male persönlich begegnet. Umso mehr freute ich mich über seine Einladung, im November 1998 einen Vortrag ausgerechnet zum 100-jährigen Bestehen des traditionsreichen „Heros e. V. Nürnberg“ zu halten – „seines“ Vereins, den er seit eben jenem Jahr bis zuletzt als Vorsitzender leitete. Joachim hatte noch einiges vor. Erst vor wenigen Wochen schloss er einen Aufsatz über Meereskrabben ab, der in einer der nächsten DATZ-Ausgaben erscheinen wird. Ein weiteres Projekt – „Kraken: Meine Erfahrungen mit den intelligentesten Wirbellosen“ – konnte er nun nicht mehr verwirklichen. Rainer Stawikowski

Wenn früher abends mehrfach das Telefon klingelte, weil irgendwelche Aquarianer einen guten Rat brauchten, nervte es manchmal schon, und zwar auch die Familie. Das führte dazu, dass meine Frau etwas despektierlich von „aquaristischer Telefonseelsorge“ sprach. Ich selbst half und helfe dennoch gern und räume ein, dass solche Anrufe mittlerweile viel seltener geworden sind, weil man mich heutzutage per Mail kontaktiert. Die „Elektropost“ bietet den Vorteil, dass die Familie weitgehend außen vor bleibt, ich den Zeitpunkt meiner Antwort selbst bestimmen und zudem Bilder mitschicken kann, die oft mehr sagen als 1.000 Worte. Und manchmal kommt auch lieber Dank zurück … So aus dem Rheingau, von wo mich Herr A. kontaktierte, um sich genauer über die früheren Cryptoheros-Arten (heute Amatitlania) zu informieren, wobei es ihm in erster Linie um die Unterschiede zwischen A. septemfasciata, A. nanolutea und A. myrnae ging. Ich half, so gut ich konnte, wir schrieben mehrfach hin und her, und so war es Herrn A. ein Anliegen, mich mit einer „kleinen Geste der Dankbarkeit“ zu überraschen. Er schrieb mir, dass neben der Aquaristik seine Passion die Vermehrung von Gehölzen sei, mit einem Schwerpunkt auf Ginkgo biloba.

Im Jahr 1977 organisierten Liselotte Klammer, Generalsekretärin des Wiener Volksbildungswerks, Erich Brenner, langjähriger Präsident des Österreichischen Verbandes für Vivaristik und Ökologie (ÖVVÖ), und Max Kahrer, Vizepräsident von Basis.Kultur.Wien, das erste Internationale Symposium „Mensch – Tier – Umwelt“. Ziel dieser Tagung war es, den Erfahrungs- und Informationsaustausch zwischen Wissenschaftlern und Vivarianern zu fördern. Unter den politischen Bedingungen des Kalten Krieges entwickelte sich das Symposium aber rasch zu einer Begegnungsstätte für Aquarianer und Terrarianer aus dem Ostblock und aus westlichen Ländern, insbesondere aus der DDR und der Bundesrepublik Deutschland. Nach der Wende dachte man, das Symposium hätte sich erübrigt. Das Interesse nahm jedoch eher noch zu, und in den letzten 27 Jahren hat Evelyn Kolar das jährliche Treffen mit großem Engagement organisiert und durchgeführt. Für ihre Verdienste wurde ihr zu Beginn der diesjährigen Veranstaltung vom Ersten Präsidenten des Wiener Landtags eine von der Stadt Wien und ihrem Bürgermeister verliehene hohe Auszeichnung überreicht: der Goldene Rathausmann, eine Nachbildung der auf dem Turm des Wiener Rathauses stehenden Figur. Zum 40. Jubiläum des Symposiums waren 140 Teilnehmer aus Österreich, Deutschland, Frankreich, Slowenien, Tschechien und der Schweiz in das Veranstaltungszentrum „Europahaus Wien“ gereist, um sich vom 30. September bis zum 2. Oktober das thematisch weit gefächerte Vortragsprogramm anzuhören.