Eine Quellhöhle, ein Bachlauf und ein Wasserfall im Garten? Heutzutage eigentlich kein Problem, doch wie so oft steckt der Teufel im Detail – und in den großen ­Vorbildern der Natur. Unser Autor schildert, wie er die Planung und den Bau eines außergewöhnlichen Lebensraums umgesetzt hat. | von Stefan Meyer

Teiche gehören zu den beliebtesten Gestaltungselementen vieler Gärten. Dabei steht der Fischteich an erster Stelle, Goldfisch und Koi lassen grüßen. Auch Schwimm­teiche werden immer gefragter, wohingegen größere „Biotop-Teiche“ und Gärten für Frösche und Molche eher die Ausnahme bleiben. Dabei stellen derartige – wenn auch künst­liche – Lebensräume in unserer aus­geräumten Landschaft wichtige Trittsteine für das Überleben vieler selten gewordener Tiere und Pflanzen dar.
In einer Welt aus Beton und Asphalt können wir uns in unseren Hausgärten mit etwas Naturverständnis und Toleranz eine eigene, kleine Oase schaffen. Oft erfolgt die Besie­delung mit Amphibien und anderen Tieren sehr schnell, da sie aus den die Dörfer und Städte umgebenden ­industriell bewirtschafteten Ackerflächen fliehen, sofern sie nicht regional schon ausgerottet sind …
Für jemanden, der sich von der sich einstellenden Artenvielfalt fesseln lässt, ist der Weg vom Biotop-Teich zum Natur- und Wassergarten mit Regenversickerungsbecken, Bachlauf und Wasserfall gar nicht mehr so lang. 1999 war es auch für mich endlich so weit, mit dem Haus wurde der unseren Garten dominierende Teich gebaut (Stawikowski 2015), gut 20 Jahre, nachdem ich Frickingers „Der neue Gartenteich“ gelesen hatte. Aber nach der Fertigstellung sollte es noch einmal 18 Jahre dauern, bis ich das Projekt Wasserfall angehen und verwirklichen konnte. Im Spätsommer 2017 hieß es dann: „Wasser, marsch!“ Doch alles der Reihe nach …

margin-right: 20px; margin-bottom: 10pxIn der Nähe von Gießen entstand im Frühjahr ein großer Schwimmteich mit vielen naturnahen Elementen. In unserem Beitrag wird die Bauphase beschrieben. | Von Hans-Peter Ziemek

Familie Raeder, zwei Kinder, wohnt in einem Gewerbegebiet in der Nähe von Gießen. Die ­Raeders betreiben seit vielen Jahren mit großem Erfolg ein Gartenbau­unternehmen. Matthias Raeder, Landschaftsarchitekt, hat schon viele naturnahe Teiche geplant und gebaut (www.kreativ-garten.de), in letzter Zeit oft auch Schwimmteiche. Nur der eigene Ba­detümpel blieb lange ein Traum. Nach ausgie­biger Planungsphase war es im Februar dieses Jahres aber endlich so weit, die Baugrube konnte ausge­hoben werden.
Das Vorhaben war ambitioniert: Ein 180 (!) Kubikmeter Wasser fassender Schwimmteich direkt am Haus –mit Wasserfall, einer Sitzecke, Unterwasserbeleuchtung, Brücke und großem Naturteichabschnitt – sollte entstehen.
Bei relativ mildem Wetter begannen die Erdarbeiten. Dank Maschinenpark und Mitarbeiter-Team konnten die grundlegenden Arbeiten profes­sionell erledigt werden. Der fertige Teich sollte 14 Meter lang werden, mit einer zwei Meter tiefen Schwimmzone.
Über mehrere aufwendige Arbeitsschritte wurde der eigentliche Schwimmteich mit den breiten Randzonen gestaltet. Die Grundlage bildet eine EPDM-Kautschuk-Teichfolie mit einer Stärke von einem Millimeter. Fast 400 Quadratmeter Folie wurden verbaut.
Auf die Folie wurde eine Bodenplatte gegossen. Die Seitenwände wurden aus Douglasienholz errichtet.

den vollständigen Artikel finden Sie in Ausgabe 9/2017

margin-right: 20px; margin-bottom: 10pxEin Gartenteich, sei er auch noch so klein, ist immer gut für Überraschungen, denn Wasserflächen ziehen die unterschiedlichsten tierischen Besucher geradezu magisch an. | Von Hubert F. Bollig

Meine Halbschnabelhechte der Gattung Nomorhamphus verwöhne ich bevorzugt mit Fliegen aus meinem Garten. Auch meine hübschen Tebera-Regenbogenfische (Melanotaenia herbertaxelrodi) sind ganz wild auf Zweiflügler, die ich ihnen ins Aquarium werfe. Sie sind ständig in Bewegung. Bei der Fütterung sind die Melanotaeniiden ziemlich zutraulich und warten immer gleich auf die nächste Fliege – eine Charakter­eigenschaft dieser Art, die auch Allen (1995) bestätigt. Die Halbschnäbler dagegen sind scheu. Sie sind Pirsch­jäger, die ihre Leckerbissen meist direkt an der Wasseroberfläche suchen. Oft lauern sie unter einem Pflanzendach, ihr Schwimmverhalten ist gekennzeichnet durch einen plötzlichen Schnellstart in Richtung entdeckter Beute.
Hält man beide Fischarten zusammen in einem großen Aquarium, dann haben die Regenbogenfische die Nase vorn, denn sie zögern nicht lange, sondern schießen aus mittlerer Wassertiefe sofort zur Oberfläche und schnappen sich ihre Opfer, seien es nun Fliegen oder – wenn es denn sein muss – Futterflocken.
Die Versorgung mit Flocken ist ­zurzeit die Regel – Fliegen, die sich in den Monaten März und April reichlich auf meiner Gartenterrasse tummelten, bleiben seit Mitte Mai plötzlich aus, trotz schönsten Sonnenwetters. Nicht einmal Wespen sind zu sehen!

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margin-right: 20px; margin-bottom: 10px„Im Ruhrgebiet ist es ja richtig grün!“ Wie oft habe ich den Satz schon gehört, dabei ist diese Erkenntnis ja gar nicht neu. Wie überraschend für viele „Pott“-Besucher mag da erst der Anblick ehemaliger Industrieflächen sein? Denn da tobt das Leben! | Von Rainer Stawikowski

Eine wunderschöne Sommernacht, kein Lüftchen regt sich, es ist immer noch angenehm warm. Der Himmel ist sternenklar, und der Mond leuchtet so hell, dass ich jeden Stock und Stein vor mir sehe. Im Wald beiderseits des Wegs ist es dunkler, aber es wimmelt von kleinen Lichtern, die zwischen den Bäumen umherflirren. Tausende von Glühwürmchen, Leuchtkäfer der Familie Lampyridae, sind um diese Zeit unterwegs, es geht auf Mitternacht zu.
Die letzten 100 Meter Aufstieg, den Wald habe ich hinter mir gelassen, rechts öffnet sich der Blick auf das Lohrheidestadion des SG Wattenscheid 09, links erhebt sich der flache Kegel des Spiralbergs auf der 40 Meter hohen Halde Rheinelbe mit der zehn Meter hohen, aus großen Betonblöcken erbauten Himmelstreppe im ­Gelsenkirchener Stadtteil Ückendorf. Schon lange sind sie zu hören, die Paarungsrufe der Kreuzkröten, denen mein Besuch gilt.
Es ist erstaunlich, welchen Lärm die höchstens acht Zentimeter langen Männchen von Bufo calamita ver­anstalten, sie sind die lautesten einheimischen Froschlurche. Doch dazu gleich mehr, vorher scheint es mir sinnvoll, kurz zu schildern, was es mit dieser Halde auf sich hat.
Ihr Kern besteht aus Abraum aus dem Steinkohlebergbau. „Damals, in der ersten Hälfte des vorigen Jahrhunderts, konnte die Kohle von dem tauben Gestein nicht sehr präzise getrennt werden, und so wiesen die Waschberge einen hohen Anteil von Restkohle auf. Unter dem ungeheuren Druck des aufgeschütteten Materials, verbunden mit der fehlenden Verdichtung und dem [...] hohen Sauerstoff­gehalt entstand ein gefährliches Produkt. Viele der so aufgeschütteten Halden fingen bald an, in ihrem In­neren zu brennen. Die Kohlereste schwelten [bei rund 400 °C]. Über 100 Jahre können solche Brände andauern, die Möglichkeit, sie zu löschen, ist sehr begrenzt. [...] auf Rheinelbe hat man durch Verdichtungen und ­Abtragungen die Brände jedoch unter Kontrolle bekommen (Godau 2007).
Spiralberg und Himmelstreppe wurden von dem 2008 verstorbenen Künstler Herman Prigann gestaltet und verstehen sich „als Teil einer zerstörten Landschaft, die als Folge der technischen Zivilisation überall Spuren hinterlassen hat“ (Godau 2007). Zu den Pflegemaßnahmen dieses ungewöhnlichen Industriekultur-Kunstwerks gehören das regelmäßige Entfernen der Vegetation und das Verfüllen der Erosionsrillen.

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margin-right: 20px; margin-bottom: 10pxWo noch vor einem halben Jahrhundert nach Steinkohle gegraben wurde, finden heute ­Naturschutz und Umweltbildung statt. | Von Rainer Stawikowski

Der fast 38 Hektar große Indus­triewald Rheinelbe im Gelsenkirchener Stadtteil Ückendorf ist die größte Projektfläche ihrer Art. Aber was hat es damit auf sich?
Die Informationsbroschüre „Industriewald Ruhrgebiet“, herausgegeben vom Landesbetrieb Wald und Holz NRW (2014), erläutert, worum es geht: „Der Industriewald Ruhrgebiet wurde ins Leben gerufen, um brachfallende Industrieflächen aufzufangen und über natürliche Entwicklungsprozesse zu Wald werden zu lassen. Ehemals ‚verbotene Stätten‘ werden den Menschen in der Metropole Ruhr gezielt als neue Er­holungs-, Naturerfahrungs- und Umweltbildungsräume zur Verfügung gestellt.“
Ein weiteres, nicht minder wichtiges Ziel ist der Naturschutz: „Gleichzeitig ist der Industriewald in seinen unterschiedlichen Entwicklungsstadien ein für Biotop- und Artenschutz ­herausragendes Refugium“ (Wald und Holz NRW 2014).
Das Industriewald-Projekt entstand im Rahmen der Internationalen Bauausstellung (IBA) Emscher-Park (1989–1999), die „… für die Erneuerung von Altindustrieflächen im nördlichen Ruhrgebiet durchgeführt wurde“. Dabei überließ man die betref­fenden Brachflächen ganz bewusst sich selbst, und in kurzer Zeit entstanden Lebensräume für eine Vielzahl
von Pflanzen und Tieren, in erster Linie Wald, aber auch Feuchtbiotope. Der Beitrag auf Seite 20 veranschaulicht, welche überraschenden Entwicklungen „Industrienatur“ nehmen kann.
Das Gelände der Industriewaldfläche Rheinelbe – das Steinkohle-Bergwerk „Zeche Rheinelbe“ wurde Mitte des 19. Jahrhunderts gegründet und war als „Zeche Vereinigte Rheinelbe & Alma“ bis in die 1960er-Jahre in Betrieb – ist Standort der größten Forststation des Ruhrgebiets. Untergebracht ist sie in einem der letzten erhaltenen Zechengebäude, dem ehemaligen Umspannwerk. Neben den üblichen Büros und Arbeitsräumen umfasst sie einen Tagungssaal und die Wohnung des Försters – mit Blick auf zwei naturnahe Teiche, gelegen direkt an dem Fuß- und Radweg, der an der Station vorbeiführt, für jedermann frei zugänglich.

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