Für den Meeresaquarianer sind sie eine der schlimmsten Geißeln, eine einzige Qual, eine endlose Pest – die Glasrosen! Man kann sie aber auch bewundern ... | von Rolf Hebbinghaus

Glasrosen begleiten die Meeresaquaristik vermutlich von Anbeginn an, mindestens jedoch seit 60 Jahren und damit weit länger als die ähnlich aggressive Feueranemone („Anemonia“ cf. manjano). Die Familie Aiptasiidae umfasst durchweg zarte, stark kontraktile, meist mehr oder weniger transparente Seeanemonen, darunter auch einige größer werdende Arten wie die gelegentlich importierte Glasperlenanemone (Bartholomea annulata), die einen Tentakelkranzdurchmesser von gut 30 cm erreichen kann.

Einsiedlerkrebse sind agile und in vielerlei Hinsicht reizvolle Aquarienbewohner, aber längst nicht alle eignen sich zur Vergesellschaftung mit Korallen und anderen empfindlichen Wirbellosen. | von Rolf Hebbinghaus

Ein Hauptmerkmal der etwa 15.000 Arten zählenden Zehnfußkrebse (Decapoda) ist das Vorhandensein von fünf Beinpaaren – doch wo sind das vierte und fünfte bei den Einsiedlerkrebsen? Ihre Angewohnheit, sich mittels Schneckenschalen zu schützen, ist unter den Dekapoden ziemlich einzigartig und führte bei den Einsiedlern zu einer Reihe körperlicher Anpassungen. Nur das erste, zweite und dritte Beinpaar sind bei ihnen normal entwickelt und dienen der Fortbewegung und Nahrungssuche. Das vierte und das fünfte Paar hingegen sind stark verkürzt und besitzen an ihrer Spitze Haftflächen. Sie werden gegen den Mündungsrand der Schneckenschale gestemmt, um sie in Position zu halten (Westheide & Rieger 1996). Zu sehen bekommt man sie meist nur, wenn sich der Krebs einmal weit aus seinem Gehäuse herausstreckt, wie es beim abgebildeten Gestreiften Einsiedler (Ciliopagurus strigatus) der Fall ist.

Sie sind so schön, dass nur ganz wenige Meerwasseraquarianer ihnen dauerhaft zu widerstehen vermögen: Sonnenkorallen. Jedoch fristen sie trotz ihres „sonnigen“ Namens in hell beleuchteten Riffaquarien fast immer ein nur kurzes Kümmerdasein. In an das Hauptaquarium angeschlossenen Becken dagegen lassen sie sich nicht nur erfolgreich pflegen, sondern sogar vermehren! | von Rolf Hebbinghaus

Das übliche Riffaquarium ist ein Gesellschaftsaquarium für Wirbellose und Fische aus der lichtdurchfluteten Flachwasserzone des Korallenriffs. In der Regel liegt der Schwerpunkt auf den zooxanthellaten Blumentieren: riffbildenden Stein-, Weich- und Hornkorallen, Krusten-, Scheiben- und Seeanemonen. Sie alle sind lichtbedürftig, da sie in hoher Zahl einzellige, symbiotische Algen in den Zellen ihrer inneren Zellschicht beherbergen. Von diesen Algen beziehen sie Nährstoffe, weshalb sie nicht oder kaum gefüttert werden müssen. Zwar nehmen sie auch organische Stoffe aus dem Wasser auf, jedoch überwiegt bei Weitem die Fotosynthese ihrer Symbionten.

Nein, die Titelhelden dieses Beitrags hat unser Autor nicht etwa in den Korallenriffen oder im Flachwasser von Stränden der Seychellen beobachtet, sondern auf den Seychellen. Genauer gesagt, auf Felsen am Ufer. | von Andreas Spreinat

Mein ältester Sohn und ich waren im April 2014 von einem Bootstauchgang in die geschützte Bucht, die den Naturhafen von Beau Vallon an der Nordwestküste der Seychellen-Hauptinsel Mahé bildet, gegen Mittag zurückgekehrt. Die Tauchbasis, deren Gäste wir waren, nutzte die Mittagspause, um weitere Taucher für den Nachmittag aufzunehmen und Pressluftflaschen zu wechseln. Derweil suchten wir Schutz vor der Sonne in einem kleinen, nahe am Anlegeplatz gebauten Unterstand. Das Ufer war mit kleinen Felsbrocken befestigt. Leider erwies sich das Wasser als ziemlich trüb, sodass wir, abgesehen von einigen oberflächennah schwimmenden Meeräschen, kaum einmal beflosstes Leben erkennen konnten – bis wir einen Felsbrocken entdeckten, auf dem sich etwa fingerlange, lang gestreckte Fischchen hüpfend hin und her bewegten. Und zwar über Wasser, denn der obere Bereich des Felsen lag oberhalb der Wasserlinie und wurde nur ab und an von einer Welle überspült.

So verschieden sie auch gefärbt sind, nach morphologischen Merkmalen und anhand ihrer Lebensweise sind sie überhaupt nicht voneinander zu unterscheiden. Selbst genetische Untersuchungen zeigen nur geringe Abgrenzungen der einzelnen „Farbformen“ voneinander, weshalb es sich nach klassischem Verständnis bei den Hamletbarschen um nur eine einzige Art handeln müsste. Doch neuere Untersuchungen belegen, dass es tatsächlich eigenständige Spezies sind. | von Helmut Göthel

Bei den Hamletbarschen der Gattung Hypoplectrus handelt es sich um maximal 15–20 cm lange, meist vergleichsweise auffällig gefärbte Fische, die der Familie der Sägebarsche (Serranidae) angehören. Ihr Verbreitungsgebiet erstreckt sich über den gesamten tropischen Westatlantik einschließlich der Karibik. Die Erstbeschreibung erfolgte bereits 1792 durch den deutschen Arzt, Naturforscher, Zoologen und Taxonomen Johann Julius Walbaum als Perca unicolor. Cuvier stellte diese Art 1828 in die Gattung Plectropoma und beschrieb mit P. puella und P. chlorurus zwei weitere Arten. Gut 30 Jahre später erstellte der US-amerikanische Ichthyologe Theodore Nicholas Gill 1861 die bis heute gültige Gattung Hypoplectrus, und der kubanische Naturforscher und Schriftsteller Felipe Poey beschrieb 1868 noch einmal sechs Arten.