Foraminiferen sind marine Einzeller, die eine ein- bis vielfach gekammerte Kalkschale bilden. In dem Projekt Forarex (FORAminifera Rocket EXperiment) bauten Studenten ein Mini-Aquarium, um zu untersuchen, wie Foraminiferen unter den Stressbedingungen eines Raketenstarts reagieren und ob sich die Schwerelosigkeit in ihrem Verhalten und in der ­Mineralisation der Kalkschale widerspiegelt. | von Katrin Hättig

Wie sich Organismen bei normaler Schwerkraft verhalten, können wir in unserem alltäglichen Leben feststellen. Für unsere Forschung an Foraminiferen sind die Bereiche der Gravitation interessant, die niedriger oder höher als die normale Erdanziehungskraft sind. Wie wirkt sich diese Kraft aus?
Der Organismus transportiert Elemente aus der Umwelt innerhalb seiner Zellen durch Komplexbildung an bestimmte Orte. Wie ist es möglich, die Elemente genau an die gewünschte Stelle zu bringen? Beeinflusst die Gravitation diesen Transport? Wirkt der Organismus im Weltall dem „Gravitationsentzug“ entgegen?

Im Kampf ums Überleben setzen zahlreiche Meeresbewohner auf Partnerschaften mit anderen, meist deutlich größeren Organismen. Besonders häufig werden Haar-, Schlangen- und Seesterne gewählt. | Von Helmut Göthel

Bei den meisten Bewohnern der „Meeressterne“ handelt es sich um kleine und farblich perfekt an ihren Wirt angepasste Arten, bei denen man schon sehr genau hinschauen muss, um sie zu entdecken.

Zehnfußkrebse
Die eindeutig größte Zahl von „Sternenbewohnern“ findet man unter den Zehnfußkrebsen, dort vor allem unter den Garnelen. Doch auch einige Krabben- und Springkrebs-Arten haben sich an das Leben auf den Sternen angepasst.

Manchmal ist es erstaunlich, wie sich Ansichten und Moden entwickeln, so auch in der Meeresaquaristik. Waren anfangs reine Fischaquarien die Norm, kamen mit der Zeit immer mehr Wirbellose hinzu. Entsprechend änderte sich die technische und biologische Ausstattung der Aquarien, denn in den ursprünglichen, fast sterilen Fischbecken hätten die meisten „Niederen Tiere“ nicht lange überlebt. Heute ist in Meerwasserbecken sehr vieles möglich, wenn auch noch längst nicht alles. | von Werner Baumeister

Aus der artenreichen Tiergruppe der Seesterne gibt es noch immer erstaunlich wenige Arten, die sich dauerhaft in Meeresaquarien halten lassen. Zudem sind von den haltbaren Arten bei weitem nicht alle für übliche Gesellschaftsaquarien geeignet.

Anders als auf den Sternen in den unendlichen Weiten des Kosmos, die mit Sicherheit kein Leben beherbergen können – allenfalls manche der sie umkreisenden Planeten –, findet man auf den Sternen der Meere eine Vielzahl unterschiedlicher Lebensformen. | von Helmut Göthel

Die ersten Naturforscher kannten nur wenige marine Lebensgemeinschaften, und zwar überwiegend solche, die auch nach dem Fang der Tiere – die damals übliche und einzige Art der Forschung – über deren Tod hinaus andauerten und an den Präparaten wissenschaftlicher Sammlungen erhalten blieben.
Ein Paradebeispiel ist die Symbiose zwischen verschiedenen Arten von Einsiedlerkrebsen und Seeanemonen. Da die Anemonen fest auf dem Gehäuse ihres Einsiedlers angeheftet waren und auch nach dem Fang nicht von ihren Partnern getrennt wurden, lag es nahe, zwischen beiden eine dauerhafte Beziehung zu vermuten. Aufgrund fehlender Lebendbeobachtungen nahm man irrtümlich an, die Seeanemonen seien Schmarotzer des Einsiedlerkrebses, was sich in ihrer wissenschaftlichen Benennung (para­-
sitica) niederschlug.

Schaut man in Neumondnächten in den Himmel, sieht man unzählige Sterne am Firmament. Aber auch in den Ozeanen unseres Blauen Planeten gibt es zahlreiche Sterne: die zu den Stachelhäutern gehörenden Haar-, Schlangen- und Seesterne. Sie besitzen zwar nicht die Leuchtkraft ihrer Vettern im All, doch begeistern viele von ihnen mit plakativen Farben und bizarren Gestalten.. | von Helmut Göthel

Gemeinsam mit den Seeigeln (Echin­oidea) und Seegurken (Holothuroidea) bilden die „Meeres-Sterne“ den Tierstamm der Stachelhäuter (Echinodermata), die mit ­mindestens 6.500 rezenten Arten ­ausschließlich marine Lebensräume bevölkern.
Die Systematik unterscheidet fünf rezente Klassen mit drei verschiedenen Erscheinungsformen: die sternförmigen Seelilien und Haarsterne (Crinoidea), die Seesterne (Asteroidea) und die Schlangensterne (Ophiuroidea) sowie die bereits erwähnten, mehr oder weniger halbkugeligen Seeigel und die walzen- bis wurmförmigen Seegurken oder Seewalzen.