Geschätzte 75.000 Arten mariner Schnecken existieren – eine enorme Anzahl. Sie kommen überall im Meer vor, von den Ufern über das Flachwasser bis in kaum zugängliche Tiefen. Doch welche Arten eignen sich für das Aquarium? | von Werner Baumeister

Natürlich lassen sich Meeresschnecken nicht allein nach ihrem Vorkommen und bevorzugten Lebensraum, sondern auch nach ihrer Gestalt und stammesgeschichtlichen Verwandtschaft klassifizieren. Die früher häufig angewandte Unterscheidung zwischen Vorder- und Hinterkiemerschnecken gilt als überholt – einfacher ist die Systematik der Schnecken aber nicht geworden.
Für die Praxis können wir uns an Merkmale halten, die für die Pflege im Aquarium bedeutsam sind. Grob unterscheiden lässt sich beispielsweise zwischen Nackt- und Gehäuseschnecken. Unter den „echten“ Nacktschnecken (Nudibranchia, Nacktkiemerschnecken) gibt es nur sehr wenige Arten, die im Aquarium überleben können; die meisten sind zwar wunderschön, aber leider Nahrungsspezialisten. Dennoch werden sie nach wie vor eingeführt, wenn auch zum Glück immer seltener.

Ein Meerwasseraquarium, so eines mit bunten Korallen und Fischen, eines, das an Urlaub, Sandstrand, Palmen und Sonne erinnert, das wäre schon ein Wunschtraum für manch einen. Aber der Meerwasseraquaristik haftet der Ruf an, teuer und kompliziert zu sein. Ist das wirklich so? | Von Stephan Gohmann

Zum Betrieb eines Riffbeckens be­nötigen wir als Erstes, klar, ein Aquarium. Die Mindestgröße sollte bei 54 Litern liegen, dann dürfen wir auch kleine Fische darin halten. Alles darunter ist nur für wirbellose Tiere erlaubt. Solche Aquarien kann man als Komplettbecken oder als reines Glasbecken zum Selberausstatten erwerben, zuzüglich diverser Zwischenstufen. Sehr beliebt sind zurzeit sogenannte Pool-Becken ohne Glasstreben, ausgestattet mit einem Unterschrankfilter.
Den Nachteil solcher offenen und dadurch gefällig wirkenden Becken bemerkt man als Laie erst während des Betriebs. Eventuell springen Fische heraus, und arbeitet man darin, schwappt schon mal das Wasser über.
Gegen Letzteres hilft ein Trockentuch, bei den Fischen wird es schwieriger. Ein Abdecken mit Netzen ist ­lästig und unschön.

Während der Fortpflanzungszeit beginnen ihre Männchen damit, eifrig Pflanzenteile ­zusammenzutragen, Korallenbruch zu riesigen Hügeln anzuhäufen oder kunstvolle Muster im Sandboden anzulegen. Nestbauer, die ihrem Nachwuchs bis zum Schlupf einen effektiven Schutz vor Fressfeinden und somit Vorteile beim Start ins Leben verschaffen, sind unter den marinen Fischen eine Minderheit. | Von Helmut Göthel

Fische sind die einzigen Wirbeltiere, die ausnahmslos auf aquatische Lebensräume beschränkt sind. Die ersten Vertreter der ältesten Vertebratengruppe besiedelten bereits vor 450 Millionen Jahren die Meere. Sie umfasst mit über 34.000 Arten mehr als die Hälfte aller rezenten Wirbeltiere und stellt zugleich die artenreichste dar.
Kaum eine weitere Gruppe von Wirbeltieren hat derart vielfältige und so unterschiedliche Fortpflanzungsstrategien entwickelt wie die Fische. Während es bei fast ­allen anderen ­Vertebraten zu einer ­inneren Befruchtung der Eier kommt (eine Ausnahme sind beispielsweise die Froschlurche) stellt sie bei den Fischen eher die Ausnahme dar.

Foraminiferen sind marine Einzeller, die eine ein- bis vielfach gekammerte Kalkschale bilden. In dem Projekt Forarex (FORAminifera Rocket EXperiment) bauten Studenten ein Mini-Aquarium, um zu untersuchen, wie Foraminiferen unter den Stressbedingungen eines Raketenstarts reagieren und ob sich die Schwerelosigkeit in ihrem Verhalten und in der ­Mineralisation der Kalkschale widerspiegelt. | von Katrin Hättig

Wie sich Organismen bei normaler Schwerkraft verhalten, können wir in unserem alltäglichen Leben feststellen. Für unsere Forschung an Foraminiferen sind die Bereiche der Gravitation interessant, die niedriger oder höher als die normale Erdanziehungskraft sind. Wie wirkt sich diese Kraft aus?
Der Organismus transportiert Elemente aus der Umwelt innerhalb seiner Zellen durch Komplexbildung an bestimmte Orte. Wie ist es möglich, die Elemente genau an die gewünschte Stelle zu bringen? Beeinflusst die Gravitation diesen Transport? Wirkt der Organismus im Weltall dem „Gravitationsentzug“ entgegen?

Im Kampf ums Überleben setzen zahlreiche Meeresbewohner auf Partnerschaften mit anderen, meist deutlich größeren Organismen. Besonders häufig werden Haar-, Schlangen- und Seesterne gewählt. | Von Helmut Göthel

Bei den meisten Bewohnern der „Meeressterne“ handelt es sich um kleine und farblich perfekt an ihren Wirt angepasste Arten, bei denen man schon sehr genau hinschauen muss, um sie zu entdecken.

Zehnfußkrebse
Die eindeutig größte Zahl von „Sternenbewohnern“ findet man unter den Zehnfußkrebsen, dort vor allem unter den Garnelen. Doch auch einige Krabben- und Springkrebs-Arten haben sich an das Leben auf den Sternen angepasst.