Etliche leben am Meeresgrund und graben sich bis zu den Augen ein, andere gleiten elegant durch das Wasser und scheinen fast zu fliegen. Viele Arten verfügen auf der Schwanzoberseite über einen oder mehrere Giftstacheln, die sogar dem Menschen gefährlich werden können. Wiederum andere produzieren zur Orientierung, zur Verteidigung oder zum Beuteerwerb unterschiedlich starke Stromstöße. Eines aber haben alle Rochen gemeinsam: einen abgeflachten Körper mit großen Brustflossen, die mit dem Kopf verwachsen und als solche nicht mehr zu erkennen sind. | von Helmut Göthel

Zusammen mit den Haien (Selachii) und den Seekatzen oder Chimären (Chimaeriformes) bilden die Rochen (Batoidea) die Klasse der Knorpelfische (Chondrichthyes). Dabei werden Haie und Rochen zur Unter- oder Teilklasse der Platten­kiemer (Elasmobranchii) zusammengefasst, während die Seekatzen als ein­zige rezente Gruppe der Unterklasse Holocephali zugeordnet werden, die die Schwestergruppe der Haie und ­Rochen darstellt.
Knorpelfische sind weltweit mit rund 1.200 Arten verbreitet: Laut Last et al. (2016) entfallen 633 Spezies auf Rochen, über 500 auf Haie und nur etwa 55 auf die wenig bekannten Seekatzen.
Gemeinsames Merkmal aller drei Gruppen, die sich äußerlich gut von­einander unterscheiden lassen, ist der namensgebende Besitz eines knorpeligen Skeletts. Dabei stammen die Knorpelfische aber von knochentragenden Vorfahren ab und haben ihr Knorpelskelett sekundär entwickelt. Ein weiteres gemeinsames Merkmal ist das Fehlen einer Schwimmblase.
Existierten die ersten Knorpelfische bereits vor über 400 Millionen Jahren, sind Rochen, erdgeschichtlich betrachtet, wesentlich jünger. Sie haben sich etwa zur Zeit der Dinosaurier – wahrscheinlich aus dorsoventral ­abgeflachten Haien – entwickelt und sind erst aus dem Oberjura vor 145 bis 160 Millionen Jahren durch Exemplare der als ursprünglich geltenden Geigenrochen fossil belegt.

Manche wirken filigran und zerbrechlich, etliche fallen durch ihre kompakte Gestalt und ­massive Panzerung auf. Die einen sind grell bunt, die anderen tragen ein unscheinbares Kleid, weitere sind so gut getarnt, dass man sie kaum erkennen kann. Viele führen ein Leben als Einzelgänger, ebenfalls nicht wenige setzen alles auf die Partnerschaft mit anderen Tierarten. So vielfältig das Erscheinungsbild von Krabben ist, so überraschend sind auch ihre Über­lebensstrategien. | von Helmut Göthel

Schon wenn man sich die Extreme bezüglich der Körpergröße unter den fast 7.000 weltweit vorkommenden Krabben-Spezies anschaut, wird deutlich, wie vielgestaltig diese artenreichste Gruppe in der Ordnung der Zehnfußkrebse (Deca­poda) ist.

Riesen …
Mit einem Körperradius von fast 40 und einer Spannweite der gestreckten Beine von 370 Zentimetern sowie einem Körpergewicht bis zu 14 – unbestätigten Berichten zufolge bis zu 20
– Kilogramm wird die Japanische ­Riesenkrabbe (Macro­cheira kaempferi) ihrem Namen völlig gerecht; sie ist der absolute Riese unter den Krabben. Sie lebt nur im Pazifik, vor allem in den Gewässern um Japan, in Tiefen zwischen 300 und 400 Metern und ernährt sich von Aas und von Wirbel­losen, etwa Mollusken, deren Schalen sie mithilfe ihrer Scheren öffnen kann.

Haben Sie schon einmal Krabben gegessen? Wirklich? Eher wohl nicht, denn diese Zehnfußkrebse werden in unseren Breiten normalerweise nicht zum Verzehr angeboten. Und wenn Sie ein „Krabbenbrötchen“ oder einen „Krabbencocktail“ bestellen, serviert man Ihnen Garnelen, die in Norddeutschland auch als „Granat“ oder eben – irreführend – als „Krabben“ bezeichnet werden. | von Uwe Werner

Was also sind Krabben? – Höhere Krebse, die in unterschiedlichen Formen auftreten und ganz verschiedene Lebens­räume besiedeln. Das gilt aber auch für alle anderen Zehnfußkrebse (Ordnung Decapoda), also für die Garnelen und Flusskrebse.
Grundsätzlich teilt man die Ordnung in zwei Unterordnungen: die schwimmenden (Natantia) und die laufenden oder kriechenden Krebse (Reptantia). Zu den Natantia gehören alle garnelenartigen Vertreter, umgangssprachlich „Garnelen“ genannt, während zu den Reptantia (neben ­weiteren Formen) die Echten Flusskrebse, oft einfach und falsch „Krebse“ genannt, und die Brachyura zählen, die man im Deutschen als Kurzschwanzkrebse oder Echte Krabben bezeichnet. Hierher gehören die Echten Süßwasserkrabben (Potam­oidea), die Springkrabben (Graps­idae), die Renn- und Winkerkrabben (Ocypod­idae), die Schwimmkrabben (Portun­idae) und die Landkrabben im engeren Sinn (Gecarcinidae).

Krabben genießen in der Meeresaquaristik einen schlechten Ruf – zu Recht oder zu Unrecht? Wie fast immer bei Verallgemeinerungen, passt auch hier kein Schwarz-Weiß-Denken … | Von Joachim Großkopf †

"Da ist eine Krabbe!“ Schon zuckt der Aquarianer vor seinem Riffbecken erschrocken zusammen. Schließlich gelten diese Krebse als gemeingefährlich. Viele sind tatsächlich üble Räuber, andere jedoch harmlose oder sogar nützliche Tiere. Laut Ng et al. (2008) gibt es 6.793 ­Arten, die an Land, im Süßwasser und – zum weitaus größten Teil – im Meer leben.
Die Echten Krabben (Brachyura) gehören zu den Zehnfußkrebsen (Ordnung Decapoda), ihre weitere Unterteilung erfolgt in Sektionen, Über­familien und Familien. Die Klassifi­kation der Dekapoden ist noch recht verworren und wird sich durch wei­-tere Untersuchungen der Erbinformationen (mtDNS) sicher irgendwann erheblich ändern.
In der Entwicklungsgeschichte sind die Echten Krabben relativ moderne Tiere. Die ältesten Fossilien von Brachyuren stammen aus geologischen Schichten von vor etwa 120 Millionen Jahren. Die meisten Funde datieren jedoch aus sehr viel späteren Zeiten, nämlich rund 40 bis 20 Millionen Jahren vor heute.
Der Körperbau der Krabben unterscheidet sich erheblich von dem
der langschwänzigen Zehnfußkrebse (Garnelen, Flusskrebse, Hummer, Langusten). Der Hinterleib (Abdomen oder Pleon) der Langschwanzkrebse (Macrura) endet (fast immer) in einem gefächerten Schwanz und besitzt zudem meist Schwimmfüße (Pleopoden) an der Unterseite. Viele Langschwanzkrebse können mittels ihrer Pleopoden oder des Schwanzfächers zumindest über kürzere Strecken schwimmen.

Scheinschnapper werden neun bis 35 Zentimeter lang. Zumindest von den kleineren Arten dürften sich etliche für die Haltung in Meeresaquarien eignen, doch wurden bisher kaum Pflegeerfahrungen publiziert. | von André Luty

Scheinschnapper (Familie Nemipteridae) leben in tropischen und subtropischen indopazifischen Schelfgebieten, meist in küstennahen Flachgewässern, aber auch bis in 400 Metern Tiefe. Sie kommen sowohl über sandigem Bodengrund als auch in oder in der Nähe von Korallenriffen vor. In einigen Ländern, etwa auf den Philippinen, in China oder in Japan, sind größere Arten wichtige Speisefische.
Die zurzeit 68 bekannten Taxa ­werden den Gattungen Nemipterus (27), Parascolopsis (zwölf), Pentapodus (zwölf), Scaevius (eine) und Scol­opsis (16) zugeordnet.
Die Nomenklatur der einzelnen ­Arten ist noch etwas verworren, da mehrere Spezies ähnliche Farbkleider oder ähnlich gefärbte Jungfische be­sitzen. Juvenile sehen fast immer anders aus als Adulti; obendrein gibt
es Arten mit bis zu drei Jugend-Farb­varianten. Die Alttiere sind dann oft blasser getönt.
Scheinschnapper sind in der Regel  schlanke Barschverwandte mit relativ großen Augen. Aber nur die Adulti sind dämmerungs- und nachtaktiv, die Juvenilen hingegen tagaktive, bodennahe Kleintierjäger. Viele erwachsene Nemipteriden, so auch der Schärpen-Scheinschnapper (Scolopsis bilineata), suchen zum nächtlichen Fressen Sandflächen auf. Tagsüber stehen sie im Riff meist ruhig in Gruppen in geschützten Winkeln, unter Überhängen oder in Höhlen.