Meerestiere gelten nicht nur als Symbole in religiösen Zusammenhängen, ihr kulinarischer Genuss kann sogar einen ganz konkreten Trip in die Welt jenseits des Vorhangs bescheren. | von Martinus Fesq-Martin

Goldstriemen wirken eigentlich harmlos und vertauenserweckend. Beim Schnorcheln an den Felsküsten des Mittelmeers be­gegnet man ihnen unausweichlich. In dichten Schwärmen ziehen sie nahe am Ufer umher und weiden geduldig wie Seekühe den pflanzlichen Aufwuchs ab. In einigen Fällen wurde das Rendezvous mit Sarpa salpa (Familie der Meerbrassen, Sparidae) jedoch zum Horrortrip – allerdings nicht unter Wasser, sondern in der mediter­ranen Küche!

Aufgrund ihrer meist sehr geringen Größe und ihres zarten Außenskeletts, das kaum die ­Bezeichnung „Panzer“ verdient, ist die Zahl ihrer Fressfeinde riesig. Dennoch sind Garnelen in den Meeren und vor allem in tropischen Korallenriffen allgegenwärtig und gehören zu den artenreichsten Tiergruppen. Ein Grund dafür sind die zahlreichen Lebensgemeinschaften, auf die sich diese Zehnfußkrebse mit den unterschiedlichsten Meeresbewohnern einlassen. | von Helmut Göthel

Die absolute Mehrheit der Garnelen, die eine Lebensgemeinschaft mit anderen Organismen eingehen, gehört zur Infraordnung Caridea, der zweitgrößten Gruppe der Zehnfußkrebse. Lediglich bei den Scherengarnelen (Stenopodidea) findet man einige Vertreter, die ebenfalls auf das Erfolgsrezept Partnerschaft setzen, während bei den Geißelgarnelen (Penaeidea) keine zwischenartlichen Partnerschaften bekannt sind.
In zahlreichen Fällen ist über das genaue Verhältnis der Beziehung zwischen den Garnelen und ihren Partnern, im Folgenden als Wirte bezeichnet, nicht viel mehr bekannt, als dass es sie gibt. Bei anderen Garnelen-Partnerschaften weiß man dagegen, wie sie zustande kommen, wer von ihnen profitiert und wer nicht.

Die meisten von ihnen wirken auf den ersten Blick zerbrechlich. Ihre zum Teil sehr langen Antennen und die fünf Schreitbeinpaare sind dünn, ihre Scheren so zierlich, dass sich Fressfeinde von ihnen sicher nicht abschrecken lassen. Für viele Jäger stellen sie eine wehrlose Beute dar. Dennoch sind Garnelen höchst erfolgreiche Organismen. | von Helmut Göthel

Die Bezeichnung „Garnele“ beschreibt kein systematisches Taxon. Vielmehr fasst es verschiedene Vertreter der Klasse der ­Höheren Krebse (Malacostraca) zusammen, die zwar gemeinsame äußerliche Merkmale aufweisen, aber nicht direkt miteinander verwandt sind. Man spricht in diesem Zusammenhang von paraphyletischen Gruppen.
Der Garnelenkörper ist typischerweise zweigeteilt und besteht aus dem Kopfbruststück (Cephalothorax) und dem Hinterleib (Abdomen). Er ist langgestreckt, mehr oder weniger zylin­drisch geformt, bei den meisten Arten seitlich leicht zusammengedrückt und dadurch höher als breit. Oft ist der muskulöse Hinterleib doppelt so lang wie der Cepalothorax. Das Exoskelett der Garnelen ist nur gering mineralisiert und bei vielen Arten zumindest teilweise durchsichtig.

Diese Stachelhäuter spielen zwar keine sonderlich große Rolle in der Meerwasseraquaristik, aber zur Bodenaufbereitung vor allem in Tiefsandbett-Aquarien (DSB-System) werden manche Arten eingesetzt. | von Maren Gaulke

Als vorwiegend endobenthisch,  also im Meeresboden lebende Tiere sorgen irreguläre Seeigel durch ihre fortwährende Grabtätigkeit für eine Durchmischung und Auflockerung des Sediments, was der Bildung von schwärzlichen Fäulniszonen entgegenwirkt. Bei der Nahrungsaufnahme befreien sie den Sand von anhaftenden organischen Partikeln.
Generell gelten irreguläre Seeigel als recht haltbar und ausdauernd. Vor der Anschaffung sollte man sich aber unbedingt etwas näher mit diesen versteckt lebenden Stachelhäutern beschäftigen, da nicht alle Arten omnivore Detritusfresser sind, sondern es unter ihnen auch Nahrungsspezialisten gibt.

Die Inselwelt der Seychellen im westlichen Indischen Ozean begeistert nicht nur durch ihre herrlichen Palmenstrände und eindrucksvollen Granitfelsen, sondern auch mit ihrer interessanten Unterwasserwelt. Sie beherbergt eine Reihe von Fischen, die es nur hier gibt. | von Horst Moosleitner

Gleich bei meinem ersten Gerätetauchgang fielen mir die vielen Soldatenfische auf, die bei bedecktem Himmel auch tagsüber vor oder über den Riffen standen und dadurch mein besonderes Interesse weckten. Sie ähnelten Weißsaum-Soldatenfischen (Myripristis murdjan), schienen jedoch wesentlich längere Rücken-, ­After- und Schwanzflossenlappen zu haben. Dieser Eindruck entstand durch die farblos transparenten Flossenteile, die die markant gefärbten Flossenränder viel stärker hervorhoben und dadurch länger wirken ließen. Es waren eindeutig Seychellen-Soldatenfische (M. seychellensis), die es nur hier und um die benachbarten Inseln gibt.