Die Begegnung mit einer zuvor in der Umgebung von Safaga (Rotes Meer, ägyptische ­Festlandküste) nicht nachgewiesenen Schlangenmuränen-Art ist ein guter Anlass für
eine nähere Betrachtung der Aalartigen. | von Horst Moosleitner

Während eines Tauchabstiegs vor dem Coral Garden Resort bei Safaga, knapp 100 Kilometer südlich von Hurghada im Ro­-ten Meer, erblickte ich auf dem Sand­boden in ungefähr zehn Metern Tiefe ein eigenartiges, schlangenförmiges Tier. Neugierig näherte ich mich und erkannte, dass es sich um so etwas wie einen Schlangenaal handeln musste.
Der gefleckte, lang gestreckte Körper deutete jedenfalls darauf hin – auch der Sandboden, den diese Fische zu bewohnen pflegen. Doch das Tier verschwand nicht mit dem Kopf oder dem Schwanz voran im Sand, sondern blieb an der Oberfläche und schlängelte sich gemächlich weiter, bis es sich schließlich zu einem Knäuel zusammenlegte – obenauf der Kopf. In dieser Stellung verharrte es und sah mich mit großen Augen an.
Der Körperdurchmesser des Fisches betrug rund zwei, die Kopflänge fünf und seine Gesamtlänge ungefähr 55 Zentimeter. Der Anus lag etwa in der Körpermitte. Vorn an der Schnauze befanden sich zwei nach oben gerichtete, weiße, röhrenförmige Nasenöffnungen sowie jeweils eine rück­wärtige genau über der Augenmitte. Also hatte ich keinen Schlangenaal vor mir, denn die besitzen nur zwei – und zwar nach unten gerichtete – Nasenöffnungen an der Schnauzenspitze. Das hier musste eine Muräne sein!

Viele Süßwasseraquarianer liebäugeln irgendwann damit, das Abenteuer Riffaquaristik in Angriff zu nehmen. Stark ist die Anziehungskraft der vielfältigen Lebensformen und fantastischen Farben. Oft gibt es jedoch große Bedenken hinsichtlich des Aufwands, so auch beim Autor. Doch eines Tages … Von Lust und Frust mit einem Meerwasser­aquarium. | von Matthias Paulsen

Nur wenige Aquarianer können sich der Anziehungskraft von tropischen Korallen und Rifffischen, Krabben und Röhrenwürmern, Schlangensternen und Seeigeln entziehen. Bei Riffaquarien taucht man ab in ein Farbenspiel und eine biologische Vielfalt, die Süßwasseraquarien so kaum bieten können. Viele von uns haben daher zu irgendeinem Zeitpunkt schon darüber nachgedacht, ob sie so etwas nicht auch einmal ­verwirklichen könnten.
Seit nunmehr 25 Jahren bin ich Aquarianer mit großer Leidenschaft für Fische (insbesondere südamerikanische Zwergbuntbarsche, Salmler und Welse). Gleichzeitig bin ich grundsätzlich biologisch stark inter­essiert, und mich fasziniert das Leben unter Wasser in seiner Gesamtheit. Vor drei Jahren war es dann so weit. Mit der Unterstützung eines guten Freundes, seinerseits erfahrener Meerwasseraquarianer, füllte ich nach einem Umzug mein 160-Liter-Aquarium nicht mit Süßwasser, sondern mit Salzwasser.

Zahlreiche Quallen produzieren hochwirksame Gifte, die für den Menschen sogar tödlich sein können. Aber auch die harmlose Variante eines Nesselausschlags ist keine Lappalie. Wie verhält man sich bei einem Unfall mit giftigen Medusen? Der Beitrag liefert Tipps für die Erste Hilfe am Strand und beim Schnorcheln. | Von Heike Fesq und Martinus Fesq-Martin

Quallen gehören zu den anmutigsten Lebensformen, die die Evolution hervorgebracht hat. Der direkte Kontakt mit diesen Nesseltieren (Stamm Cnidaria) kann jedoch gravierende gesundheitliche Beeinträchtigungen hervorrufen – im schlimmsten Fall sogar tödlich sein. Jedes Jahr sterben weltweit Schwimmer nach der Berührung mit den Tentakeln tropischer Würfelquallen (Klasse Cubozoa). Im Vergleich zu Hai­attacken sind Quallenvergiftungen das weitaus größere Problem für ma­rine Wassersportler.
Umso erstaunlicher ist es, dass über die spezifischen Wirkmechanismen von Quallengiften immer noch vergleichsweise wenig bekannt ist. Es besteht nach wie vor toxikologischer Forschungsbedarf, denn aufgrund von Klimadynamik und Überdüngung der Plankton-Lebensgemeinschaften ist zu erwarten, dass sich zahlreiche Quallenarten zukünftig noch stärker ausbreiten werden.

Wien, einst Hauptstadt der k. u. k. Monarchie und des österreichischen Kaiserreichs, hat seinen Besuchern etliche Kostbarkeiten zu bieten: architektonische Prachtbauten, naturwissenschaftliche und kunsthistorische Sammlungen, eine Kollektion geistlicher und weltlicher Schätze in der Hofburg und für Naturliebhaber aquaristische Raritäten im Haus des Meeres sowie im Aquarienhaus des Tierparks Schönbrunn. | Von Uwe Dost

Eine mir lieb gewordene Traditi­-on ist der Jahresausflug mit den Aquarianern meines Vereins „Nymphaea Esslingen e. V.“. Als Ziel 2017 hatten wir Wien auserkoren. ­Neben etlichen geschichtsträchtigen Sehenswürdigkeiten hat die österreichische Donau-Metropole zwei auch für Aquarianer höchst interessante und lohnende Ziele zu bieten: das Haus des Meeres und den Tierpark Schönbrunn. Beide Institutionen pflegen hinter den Kulissen eine Menge aquaristischer Schätze, von denen aber immer nur einige wenige dem Zoobesucher präsentiert werden.

Tierpark Schönbrunn
Hinter den Kulissen des Aquarienhauses Schönbrunn verbergen sich zahlreiche aquaristische Leckerbissen, ­darunter eine beachtliche Kollektion
von Quallen, weltweit die zweitgröß­-te. Dazu kommen seltene Fischarten, etwa Buntbarsche aus Afrika oder ­Eierlegende Zahnkarpfen, von denen einige Arten in der Natur stark bedroht oder sogar ausgestorben sind. Ende 2017 wurden in Schönbrunn 65 Quallenarten und eine Rippenqualle gepflegt und (fast alle) auch erfolgreich nachgezogen.

Wie schwerelos treiben sie durch die Weiten der Meere: zerbrechlich wirkende Geschöpfe
von teils atemberaubender, exotischer Schönheit. Doch der Schein trügt. Ausgestattet mit Millionen todbringender Explosionsgeschosse stellen sie eine Bedrohung für viele Organismen um sie herum dar. Ständig auf der Suche nach Nahrung, töten sie jedes Beutetier, das in ihre Nähe gerät. | Von Helmut Götheliber

Jedes Mal, wenn man als Taucher oder Schnorchler einer dieser ­bizarren Schönheiten begegnet, fragt man sich unwillkürlich, welche Laune der Natur diese Organismen ­geschaffen hat. Doch aus eigener Erfahrung wissen viele, dass ihre scheinbare Hilflosigkeit trügt. Quallen ge­hören zu den gefährlichsten Räubern oder – besser – Jägern der Meere!
Für ihren zweiten deutschen Namen, Meduse, stand eine furchterregende Gestalt aus der griechischen Sagenwelt Pate: die schreckliche Medusa, eine der drei Gorgonen, weib­liche Horrorgestalten mit Schlangen statt Haaren auf dem Kopf. Der Sage nach verwandelte allein ihr bloßer ­Anblick jeden Menschen in Stein. Selbst ihr abgeschlagenes Haupt hatte noch die Kraft, ihre Feinde zu ver­steinern.