Gottesanbeterinnen erfreuen sich in der Terraristik ungebremster Beliebtheit. Dies spiegelt sich im Hobby im Auftauchen immer neuer Arten, deren Vielgestaltigkeit beeindruckend ist. Besonders attraktiv und skurril sind solche Vertreter, die Blattmimese betreiben – ein Überblick. | von Christian J. Schwarz

Gottesanbeterinnen (Mantodea) sind nicht nur beliebte Terrarientiere, sondern für Evolutions- und Verhaltensbiologen auch spannende Studienobjekte. Seit ihre Stammesgeschichte im Detail herausgearbeitet wurde (z. B. Svenson & Whiting 2009; Legendre et al. 2015; Schwarz & Roy 2019), erscheinen ihre vielfältigen Anpassungen an den Lebensraum in ganz neuem Licht. Es stellte sich nämlich heraus, dass viele Merkmale der äußeren Morphologie, die von Forschern im Lauf der Zeit als Hinweise auf nahe Verwandtschaft gedeutet worden waren, konvergent entstanden sind.

Kristallblaues Meer, türkisfarbene Buchten, weiße Sandstrände mit Kokospalmen und ein tropisches Klima mit üppiger Regenwaldvegetation: So stellen sich die meisten die Karibik vor. Doch Curaçao zeichnet sich durch ein wesentlich trockeneres Klima und eine daraus resultierende semiaride Vegetation aus – und hat über Wasser eine einzigartige und vielfältige Flora und Fauna zu bieten. | von Helmut Göthel

Zusammen mit Aruba, Bonaire und einigen weiteren Karibikinseln unterscheidet sich Curaçao hinsichtlich Klima und Vegetation sehr deutlich vom Bild der tropischen Karibik. Aufgrund ihrer geografischen Lage im Südosten der Karibik, vor der Nordküste Venezuelas, stehen die sogenannten „Inseln unter dem Wind“, die zusammen eine Gesamtfläche von 2.400 km² besitzen, nicht unter dem Einfluss des Nordost-Passats, der für das tropische Klima in der gesamten restlichen Karibik verantwortlich ist. Dadurch befinden sie sich auch außerhalb der berüchtigten Hurricane-Zone, wodurch Reisen in diese Region ganzjährig ohne Risiko möglich sind. Das ist auch der Grund, warum sich Curaçao und die Nachbarinseln durch ein wesentlich trockeneres Klima und eine daraus resultierende semiaride Vegetation mit eindrucksvollen Kakteen und Dornensträuchern auszeichnen.

Die Biodiversitätskrise ist ein Wettlauf gegen die Zeit: Nicht wenige Arten sterben aus, bevor sie entdeckt bzw. beschrieben wurden. Exkursionen und deren Auswertung nehmen Zeit in Anspruch, für darauf folgende Schutzmaßnahmen bedarf es der Erforschung der Verbreitung und des Populationsstatus. In Südostasien ist eine internationale Arbeitsgruppe einem sympathischen Panzerträger auf der Spur. | von Thomas Ziegler, Tao Thien Nguyen, An Vinh Ong, Cuong The Pham, Truong Quang Nguyen

Der „One Plan Approach“ der IUCN zielt darauf ab, für den Artenschutz verstärkt integrative Strategien zu entwickeln, die das Zusammenwirken verschiedener Expertengruppen sowie Maßnahmen vor Ort (in situ) und außerhalb (ex situ, z. B. Erhaltungszucht) befördern. Hier möchten wir über dessen Umsetzung bei einer erst kürzlich entdeckten Weichschildkrötenart berichten.

Taggeckos gehören nicht ohne Grund zu den häufig gepflegten Terrarientieren, und besonders schön sind die Phelsumen der Insel Mauritius im Indischen Ozean. Darunter befindet sich eine eingebürgerte Art, die im Hobby äußerst beliebt, aus ökologischer Sicht aber nicht ganz unproblematisch ist. | von Manuel Sacha

Die tropische Insel Mauritius wurde im Jahr 1598 nach dem niederländischen Prinzen Moritz von Oranien getauft. Die Franzosen nannten sie zwischenzeitlich „Île de France“. Sie hat eine Fläche von insgesamt 1.865 km2, der Berg Piton de la Petite Rivière Noire markiert mit 828 m ü. NN ihren höchsten Punkt.

Wasserskorpione sind interessante, wenn auch keine alltäglichen Pfleglinge. Im Aquazoo Löbbecke Museum wird eine Art aus Afrika erfolgreich vermehrt. Dazu braucht es viel frisches Wasser – und Steckschaum. | von Dieter Schulten

Dem zu Fangbeinen umgebildeten Vorderbeinpaar sowie einem vermeintlichen „Stachel“ am Hinterleib verdanken die eindrucksvollen Lauerjäger ihren Trivialnamen: Wasserskorpione. Das stabförmig verlängerte Hinterende ist aber kein Stachel, sondern ein Atemrohr, mit dem das Insekt, kopfüber an der Wasseroberfläche hängend, Luft holen kann. Es besteht aus zwei Halbröhren, die zu einem Rohr zusammengefügt werden können und dann als Schnorchel fungieren.