Kleine Echsen sind oftmals hart im Nehmen, schaut man sich die harschen Lebensräume an, in denen sie vorkommen. Besonders deutlich wird dies im südlichen Afrika, das eine bemerkenswerte Diversität an Geckos hervorgebracht hat. | von Mirko Barts

Nachdem ich mehr als ein Dutzend Reisen ins südliche Afrika unternommen habe, mit dem Hauptziel, verschiedene Geckoarten aufzuspüren, möchte ich im Folgenden alle Gattungen dieser Region und ihre besonderen Merkmale und Verhaltensweisen vorstellen. Fast alle Geckospezies aus diesem Teil der Welt sind zumindest in der (deutschen) Terraristik selten zu finden, auch wenn sich in geeigneten Lebensräumen in der Natur teilweise in kurzer Zeit Dutzende Exemplare aufspüren lassen.

Im Vergleich zu den „Echten“ Geckos sind Lidgeckos eine artenarme Gruppe – desto bemerkenswerter ist ihre disjunkte Verbreitung. Die Inselwelt Japans beherbergt ein paar besonders schöne, allerdings leider mehr oder weniger stark gefährdete Vertreter der Gattung Goniurosaurus. Über deren natürliche Lebensweise weiß man bis heute erstaunlich wenig. | von Masaya Aizawa

Während diverser Feldstudien wurde ich erstmalig auf eine faszinierende Gruppe von Inselendemiten aufmerksam, die ein typisches Faunenelement des Riukiu-Archipels darstellen, den meisten meiner japanischen Mitbürger allerdings gänzlich unbekannt sind. Die Einwohner Okinawas, die sie im lokalen Dialekt Asihabu oder Geehabu nennen, halten sie absurderweise für giftig, dabei sind sie natürlich völlig harmlos – einzig die oft rubinrot funkelnden Augen und ihre strenge Nachtaktivität verleihen ihnen etwas Geisterhaftes: Krallengeckos aus der nur in Südost- und Ostasien vorkommenden Gattung Goniurosaurus.

Gottesanbeterinnen erfreuen sich in der Terraristik ungebremster Beliebtheit. Dies spiegelt sich im Hobby im Auftauchen immer neuer Arten, deren Vielgestaltigkeit beeindruckend ist. Besonders attraktiv und skurril sind solche Vertreter, die Blattmimese betreiben – ein Überblick. | von Christian J. Schwarz

Gottesanbeterinnen (Mantodea) sind nicht nur beliebte Terrarientiere, sondern für Evolutions- und Verhaltensbiologen auch spannende Studienobjekte. Seit ihre Stammesgeschichte im Detail herausgearbeitet wurde (z. B. Svenson & Whiting 2009; Legendre et al. 2015; Schwarz & Roy 2019), erscheinen ihre vielfältigen Anpassungen an den Lebensraum in ganz neuem Licht. Es stellte sich nämlich heraus, dass viele Merkmale der äußeren Morphologie, die von Forschern im Lauf der Zeit als Hinweise auf nahe Verwandtschaft gedeutet worden waren, konvergent entstanden sind.

Kristallblaues Meer, türkisfarbene Buchten, weiße Sandstrände mit Kokospalmen und ein tropisches Klima mit üppiger Regenwaldvegetation: So stellen sich die meisten die Karibik vor. Doch Curaçao zeichnet sich durch ein wesentlich trockeneres Klima und eine daraus resultierende semiaride Vegetation aus – und hat über Wasser eine einzigartige und vielfältige Flora und Fauna zu bieten. | von Helmut Göthel

Zusammen mit Aruba, Bonaire und einigen weiteren Karibikinseln unterscheidet sich Curaçao hinsichtlich Klima und Vegetation sehr deutlich vom Bild der tropischen Karibik. Aufgrund ihrer geografischen Lage im Südosten der Karibik, vor der Nordküste Venezuelas, stehen die sogenannten „Inseln unter dem Wind“, die zusammen eine Gesamtfläche von 2.400 km² besitzen, nicht unter dem Einfluss des Nordost-Passats, der für das tropische Klima in der gesamten restlichen Karibik verantwortlich ist. Dadurch befinden sie sich auch außerhalb der berüchtigten Hurricane-Zone, wodurch Reisen in diese Region ganzjährig ohne Risiko möglich sind. Das ist auch der Grund, warum sich Curaçao und die Nachbarinseln durch ein wesentlich trockeneres Klima und eine daraus resultierende semiaride Vegetation mit eindrucksvollen Kakteen und Dornensträuchern auszeichnen.

Die Biodiversitätskrise ist ein Wettlauf gegen die Zeit: Nicht wenige Arten sterben aus, bevor sie entdeckt bzw. beschrieben wurden. Exkursionen und deren Auswertung nehmen Zeit in Anspruch, für darauf folgende Schutzmaßnahmen bedarf es der Erforschung der Verbreitung und des Populationsstatus. In Südostasien ist eine internationale Arbeitsgruppe einem sympathischen Panzerträger auf der Spur. | von Thomas Ziegler, Tao Thien Nguyen, An Vinh Ong, Cuong The Pham, Truong Quang Nguyen

Der „One Plan Approach“ der IUCN zielt darauf ab, für den Artenschutz verstärkt integrative Strategien zu entwickeln, die das Zusammenwirken verschiedener Expertengruppen sowie Maßnahmen vor Ort (in situ) und außerhalb (ex situ, z. B. Erhaltungszucht) befördern. Hier möchten wir über dessen Umsetzung bei einer erst kürzlich entdeckten Weichschildkrötenart berichten.