Es ist nur wenige Jahre her, dass eine ganze Reihe äußerst bunter Wildformen des Endlerguppys neu in die Aquarien gelangte, die das Potenzial hatten, ganz oben auf der Beliebtheitsskala zu landen. Warum liest man dennoch wenig über sie? | von Sebastian Wolf

Im August 2014 war ich mal wieder beim Zoofachhändler auf Erkundungstour. Aquaristikabteilungen im Sommer zu durchstöbern, hat ja durchaus Vorteile – dann sind sie nämlich fast (menschen)leer und man kann in Ruhe gucken. Ansonsten wären mir vermutlich auch die winzigen, smaragd-funkelnden und sehr lebhaft mit Balzen beschäftigten Männchen von Poecilia wingei entgangen, die offensichtlich frisch eingetroffen waren. Als „El Tigre“ waren sie ausgezeichnet. Im selben Becken schwammen ebenso die wesentlich größeren Weibchen. Für einen recht zünftigen Preis ließ ich mir zwei Männchen und vier Weibchen eintüten.

Es gibt Fische, über deren Verbreitung sich viele Aquarianer wundern. Wenn solche Arten eher beiläufig im Kescher landen und man erst zufällig bemerkt, dass man eine mutmaßlich noch nie lebend fotografierte Art vor sich hat, kann auch eine kleine Bootsfahrt zum Highlight werden. | von Lawrence Kent

Für meine Arbeit musste ich im November 2019 von Kenia nach Äthiopien fliegen, um eine Reihe von Farmen zu besuchen, die eine neue Baumwollsorte angepflanzt hatten, und um an einer Konferenz in der Hauptstadt Addis Abeba teilzunehmen. Kurz nach der Landung wurde ich von den Behörden informiert, dass die Farmbesuche aus Sicherheitsgründen abgesagt wurden – ich hatte also bis zur Konferenz spontan drei freie Tage übrig. Als Aquarianer und Naturforscher arrangierte ich unverzüglich einen Inlandsflug nach Bahir Dar, einer Stadt am Ufer des Lake Tana, dem größten See des Landes. Ich war nämlich darauf aus, ein paar Vertreter der Großbarben, Gattung Labeobarbus, zu Gesicht zu bekommen.

Kommen Zierfisch-Zuchtformen zur Sprache, scheiden sich schnell die Geister, und Positionen werden vehement verteidigt. Besonders bei Kampffischen ist nicht nur die Farb-, sondern auch die Namensvielfalt für die einen ein Reizthema, für die anderen eben – reizend. Ein Blick auf neue Zuchtformen mit Namen, die man sich aber auf Anhieb merken kann ... | von Lou Herfurth

Was dem einen ein Herzensanliegen ist, wird gleichermaßen von anderer Seite abgelehnt: schreiend bunte Kampffische, die mittlerweile auch in der Aquaristk hierzulande erkennbar viele Anhänger haben – ganze Wettbewerbe werden ihnen inzwischen gewidmet, wobei sogar Weibchen vertreten sind. Die Entwicklung von Zuchtformen, bei denen auch die Weibchen wesentlich farbiger sind als zuvor, kennt man ja bereits vom Guppy (Poecilia reticulata).

Freilandaquaristik bietet eine willkommene Abwechslung bei der Pflege vieler beliebter subtropischer Arten, und mit den Mörtelwannen steht dabei ein sehr praktischer Behältertyp zur Verfügung. Einige Gedanken zu Planung und Umsetzung einer saisonalen Außenhaltung.
| von Felix Stadtfeld

Stichlinge waren meine ersten eigenen Fische, im Garten gehalten in Plastikwannen aus der Küche meiner Eltern. Zu dieser Zeit waren die großen Tage der Kaltwasseraquaristik allerdings schon lange vorbei. Meine nächsten Fische, Guppys, gehörten zu den Tropenfischen. So ging es drei Jahrzehnte weiter mit immer anspruchsvolleren Warmwasserarten – bis zum Kauf eines alten Hauses mit nicht beheizbarem Keller im Jahr 2005.

Hat man in diesem Hobby eigentlich nicht immer ein Aquarium zu wenig? Da trifft es sich gut, wenn es Fische gibt, mit denen man ausweichen kann – und das ist durchaus nicht nur als eine kurzfristige Lösung zu verstehen. | von Friedrich Bitter

Es muss im Herbst 2014 gewesen sein, da fragte mich mein Freund Fumitoshi Mori, ob ich mich nicht mit Medaka beschäftigen wolle, den japanischen Reisfischen der Gattung Oryzias. Die bis dahin in Deutschland verfügbaren Natur- und Zuchtformen der Arten O. latipes und O. sakaizumii konnten einen allerdings nicht wirklich vom Hocker reißen. Also war ich skeptisch, als mir einige Wochen später eine Postsendung mit Büchern zugestellt wurde. Die Abbildungen zeigten einige nette Medaka-Varianten, doch bei rund 2.000–2.500 Süßwasserfischarten und -zuchtformen, die im Hobby verfügbar sein sollen, benötigt man nicht wirklich noch mehr Auswahl fürs Aquarium.