Das aquaristische Artenangebot an Großarmgarnelen ist überschaubar – gerne gepflegt werden sie dennoch, auch in Gesellschaftsaquarien. Bei einem durchdachten Vorgehen lassen sich Konflikte reduzieren, aber niemals ausschließen – ein Lehrstück. | von Sebastian Wolf

Garnelen mit Charakter, so können die Arten der Familie Palaemonidae (Großarmgarnelen) treffend bezeichnet werden: Das wird spätestens beim Beobachten des Fortpflanzungsverhaltens deutlich. Leider auch teilweise bei der Vergesellschaftung mit anderen Aquarientieren, bei der es – anfangs vielleicht noch überraschend – zu einem Schwund an Mitbewohnern kommt. „Wo sind eigentlich meine ganzen Neonsalmler hin?“, dürfte sich schon mancher gefragt haben, der eine daumennagelgroße Garnele eingesetzt hat, die ihre Länge innerhalb eines Jahres dann vervierfachte.

Einen Bachbiotop im Aquarium zu gestalten, ist eine attraktive Aufgabe – wenn es auch nicht ganz einfach ist, natürliche Fließverhältnisse nachzuahmen. Unser Autor beschreibt einen spannenden Weg der Planung und Konstruktion eines Strömungsbeckens für Fische und aquatische Skinke – inklusive automatischer Zufuhr an lebender Nahrung! | von Ben Mahlmann

Schnell fließendes Wasser, hohe Sauerstoffsättigung, kontinuierliche Frischwasserzufuhr und Nährstoffabtransport – Bachläufe sind ganz besondere Biotope, die attraktive Voraussetzungen für die Ansiedlung von Organismen bieten, diesen aber aufgrund der Strömung spezielle Anpassungen abverlangen. Solche Gegebenheiten zu imitieren, stellt auch eingefleischte Halter vor Herausforderungen. Zwar gibt es Spezialanfertigungen, um in entsprechenden Aquarien eine laminare, in eine Richtung verlaufende Strömung zu erzeugen, der Aufwand ist aber nicht ganz unerheblich. Dadurch bleiben solche Strömungsbecken vielen Hobbyaquarianern eher verwehrt.

Die süd- und mittelamerikanischen Buntbarsche der Gattung Kronoheros sind bereits durch ihre Größe außergewöhnlich. Ihre spannende Entdeckungsgeschichte, das Namenswirrwarr und die aquaristische Laufbahn der Tiere lohnen einen genaueren Blick allemal. Außerdem gibt es Vertreter dieses Formenkreises, die sich bislang noch nicht eindeutig zuordnen lassen – aquaristische Detektivarbeit! | von Michael Pilack

1913
Cichlasoma umbriferum wird anhand von bereits 1911 in Panama im Einzugsgebiet des Río Tuira (Darien-Region) gesammelten Tieren beschrieben (Meek & Hildebrand 1913). Typuslokalität ist der Río Cupe. Der Holotypus hat eine Länge von knapp 20 cm.

2018 wurde der aus dem Turkana-See in Ostafrika stammende, klein bleibende und leuchtend orangerote Cichlide erstmals exportiert. Unser Autorenduo aus Vater und Sohn kann ihn als Aquarienfisch wärmstens empfehlen und berichtet von seiner Haltung und erfolgreichen Nachzucht. | von Mario G. Schamel und Wolfgang W. Schamel

Seit langer Zeit sind wir begeisterte Halter von Cichliden aus dem Tanganjikasee (siehe z. B. Schamel 2005, 2007, 2014). Unser Interesse für diese Fische rührt von deren sehr unterschiedlichen Verhaltensweisen her, plakative Farben lassen sie manch­mal allerdings vermissen.
Anfang 2019 wollte Mario zur Abwechslung einen bunteren Fluss-Cichliden pflegen, Bedingung war jedoch, dass er zu unserem mittelharten Wasser passt. In unserem Lieblingsfischgeschäft „Unter Wasser“ in Freiburg erwarben wir ein wunderschönes Pärchen des kongolesischen Nanochromis parilus. Das 80 x 35 x 40 cm Becken war schon seit langer Zeit eingefahren, dicht bepflanzt sowie mit Ancistrus und Limia perugiae besetzt. Nach kurzer Zeit laichten die blauen Königscichliden in einer Kokosnussschale ab.

Es ist nur wenige Jahre her, dass eine ganze Reihe äußerst bunter Wildformen des Endlerguppys neu in die Aquarien gelangte, die das Potenzial hatten, ganz oben auf der Beliebtheitsskala zu landen. Warum liest man dennoch wenig über sie? | von Sebastian Wolf

Im August 2014 war ich mal wieder beim Zoofachhändler auf Erkundungstour. Aquaristikabteilungen im Sommer zu durchstöbern, hat ja durchaus Vorteile – dann sind sie nämlich fast (menschen)leer und man kann in Ruhe gucken. Ansonsten wären mir vermutlich auch die winzigen, smaragd-funkelnden und sehr lebhaft mit Balzen beschäftigten Männchen von Poecilia wingei entgangen, die offensichtlich frisch eingetroffen waren. Als „El Tigre“ waren sie ausgezeichnet. Im selben Becken schwammen ebenso die wesentlich größeren Weibchen. Für einen recht zünftigen Preis ließ ich mir zwei Männchen und vier Weibchen eintüten.