Harnischwelse aus der Fischfamilie Loricariidae sind wegen ihres interessanten Aussehens und Verhaltens sowie ihrer oft kontrastreichen Färbung und problemlosen Pflege beliebte Aquarienfische. An Veröffentlichungen über ihre erfolgreiche Haltung herrscht deshalb kein Mangel – Berichte über ihre Habitate und Lebensweise in der Natur sind dagegen rar. | von Wolfgang Staeck

Harnischwelse, die noch nicht sicher bestimmt oder taxonomisch bearbeitet sind, werden mit sogenannten L-Nummern bezeichnet. Viele dieser Bezeichnungen werden in der Aquaristik aber auch dann noch weiterverwendet, wenn für die betreffenden Arten inzwischen ein wissenschaftlicher Name verfügbar geworden ist.
Sowohl der richtige Art- als auch der Gattungsname für den Atabapo-Schmetterlingsharnischwels, für den auch die Nummer L 52 verwendet wird, waren lange Zeit umstritten. Teils wurde er in die Gattung Peckoltia, teils in Zonancistrus gesteckt (Seidel 2009). Erst vor zwei Jahren stellten Silva & Rapp Py-Daniel (2018) schließlich fest, dass der Ichthyologe Kner diesen Harnischwels bereits 1854 als Ancistrus picta beschrieben hat, eine Art, die nach neueren Erkenntnissen aber in die Gattung Dekeyseria gehört. Jüngere Synonyme sind Ancistrus brachyurus Kner, 1854 bzw. Peckoltia brachyura oder Zonancistrus brachyurus sowie Ancistrus pulcher Steindachner, 1915 bzw. Zonancistrus pulcher oder Peckoltia pulchra. Ein Handelsname für diesen Harnischwels lautet „Butterfly Pleco“.

Die extensive Vermehrung eierlegender Aquarienfische gelingt bei durchdachter Einrichtung und Vergesellschaftung auch mit wenig Platzaufwand im Wohnzimmer – und mithilfe nur eines weiteren Beckens. Diese Fokussierung kann durchaus sinnstiftend wirken, wie unser Autor zeigt. | von Dirk Schulte-Tickmann

Im Folgenden möchte ich ein „aquaristisches Konzept“ vorstellen, in dessen Zentrum – in enger Anlehnung an Helmut Stallknecht (1994, S. 11) – die Idee einer aquaristischen Praxis steht, der es um ein tiefergehendes Verständnis von Aquarienfischen und ihren „Lebensprogrammen“ unter aquaristischen Bedingungen geht und das die Botschaft verbreiten will, dass es hierfür letztendlich nicht sehr viel braucht. Im Fokus steht eine Herangehensweise, die bei aller Vielgestaltigkeit der Heimaquaristik als ein Beispiel für eine nicht kommerzielle und nicht an „aquaristischem Renommee“ orientierte Haltung gedeutet werden kann.

Über die Nicht-Cichliden aus dem Oyapoque und dem Kapiri in Französisch-Guayana hat Stammautor Uwe Werner in DATZ 10/2020 bereits ausführlich berichtet. Hier soll es nun um Arten aus dem Kourou-Einzug gehen, einem Küstenfluss, der nordwestlich der Hauptstadt Cayenne in den Atlantik mündet. | von Uwe Werner

Wenn man in Französisch-Guayana von Cayenne aus auf der Nationalstraße 1 nach Nordwesten fährt, erreicht man über Tonate – auch Macouria genannt – den Abzweig zur D 15, die bis zur kleinen Ortschaft Guatemala führt, die direkt an der Kourou-Mündung liegt. Die Straße durchquert hauptsächlich Grasland, das als Weidefläche genutzt wird. Bei dessen Durchquerung kreuzt man kleine Bäche und stößt auf mehr oder weniger große, womöglich irgendwann einmal künstlich angelegte Tümpel, in denen sich der Fischfang für uns Aquarianer lohnt. Darin leben nämlich vor allem zahllose Augenfleckbuntbarsche der Gattung Heros, aber eben auch interessante Nicht-Cichliden.

Auch für ein Brackwasser-Aquarium gibt es Fischarten, die klein bleiben, unkompliziert in der Pflege sind, sich leicht züchten lassen und außerordentlich hübsch aussehen. Der Autor stellt zwei kleine Arten aus Afrika und Australien vor, die sich zudem gut vergesellschaften lassen: Pseudomugil cyanodorsalis und Pantanodon stuhlmanni. | von Florian Lahrmann

Mit Brackwasser assoziiert man als Aquarianer normalerweise Kugelfische, Segelflossenblätter, Schützenfische, Seenadeln und Ähnliches – jedenfalls zumeist Arten, die entweder sehr groß werden, besondere Ansprüche an die Ernährung stellen, sich im Aquarium nicht oder nur sehr schwer vermehren lassen oder sonst irgendwie schwierig sind. Es gibt jedoch auch kleine Arten des Brackwassers, deren Ansprüche gering sind und die sich leicht züchten lassen – und dabei noch so attraktiv sind, dass es sich lohnt, extra für sie ein kleines Brackwasserbecken aufzustellen.

Oryzias dancena und O. javanicus bestechen mit ihren attraktiven Körper- und Flossenformen, und sie sind auch gar nicht so unscheinbar, wie landläufig bei Reisfischen vermutet wird. Interessant wird es besonders bei der Balz und dem Imponieren, wenn sich die Männchen in ihrer vollen Pracht zeigen und ihre Augenfärbung regelrecht umschalten … | von Sebastian Wolf

Aus aquaristischer Sicht sind es Tausendsassas: nicht bunt, aber dezent schön. Lebhaft und zeigefreudig, aber nicht hektisch. Exzellent vergesellschaftungsfähig und mit interessantem innerartlichen Verhalten. Die Vermehrung ist einfach, aber ungewollt bzw. unkontrolliert kaum möglich. Es dürfen große Becken, kleine Becken, „leere“ Becken, Pflanzenparadiese, Aquascapes oder Riffbecken sein, denn sie können in süßes, brackiges oder salziges Wasser gesetzt werden – alles machbar je nach Gusto. In die Anlagen der Ökotoxikologen, Physiologen und Molekularbiologen haben Oryzias dancena und O. javanicus auch schon Einzug gehalten, vor allem in Asien. Wie viele andere Fischarten außerhalb der Gattung gibt es, auf die all das Genannte zutrifft?