In einem großen Aquarium im 2019 neu eröffneten Kölle-Zoo-Fachmarkt in Esslingen schwimmt neben weiteren spektakulären Fischen ein silbrig weißer, kleiner, 10.000 Euro teurer Alligatorhecht. Diese leuzistische Variante wird unter den Handelsnamen „Snow“ oder „Platinum“ vermarktet und war der Anlass für unseren Autor, sich etwas intensiver mit ­Knochenhechten zu befassen, waren ihm in Schauaquarien sowie auf Reisen in Mittel- und Nordamerika doch bereits mehrmals Vertreter dieser Gruppe begegnet. | Von Uwe Dost

Knochenhechte (Lepisosteidae) sind eine urtümliche Familie von Knochenfischen, die zusammen mit dem Kahlhecht oder Schlammfisch (Amia calva) die Gruppe der Knochen-Ganoiden oder Knochenschmelzschupper (Holostei) bilden. Die Gattung Amia ist übrigens nicht nur der letzte rezente Vertreter der Familie Amiidae, sondern auch der gesamten Ordnung der Kahlhecht- oder Schlammfisch­artigen (Amiiformes).

Die Mitarbeiter des Tierparks Schönbrunn verzeichnen bemerkenswerte Erfolge bei der Nachzucht vom Aussterben bedrohter Fischarten. | Von Uwe Dost

Bei einem Besuch des Wiener Tierparks durfte ich auch einen Blick hinter die Kulissen des Aquarienhauses werfen und war hellauf begeistert von den vielen aqua­ristischen Kostbarkeiten, die dort gepflegt werden.
Der Wiener Tierpark bemüht sich um die Erhaltung von Fischarten, die in der Natur ausgestorben oder stark bedroht sind, und hat etliche Nachzuchterfolge vorzuweisen. Beispielsweise wird dort ein Eierlegender ­Zahnkarpfen aus dem Mexikanischen Hochland gepflegt und vermehrt, dessen Bestände in seinem Habitat in­zwischen stark bedroht sind. Cualac tessellatus ist in der Aquaristik kaum bekannt und wird nur von wenigen Liebhabern gehalten, obwohl er keineswegs eine „graue Maus“, sondern ein durchaus ansprechender Fisch ist.

Der ganze Malawisee ist von agamen Maulbrütern besetzt. Der ganze Malawisee? Nein, ein unbeugsamer paarbildender Substratbrüter hört nicht auf, Widerstand gegen den Siegeszug der Maulbrüter zu leisten! | Von Andreas Spreinat

Das Leben ist nicht leicht für den Buntbarsch Coptodon rendalli (früher Tilapia rendalli). Natürlich, in den flachen sandigen oder verkrauteten Uferzonen, die zu seinen bevorzugten Lebensräumen zählen, sind die typischen Malawisee-Buntbarsche, die Mbunas und Nicht-Mbunas, nicht so häufig vertreten wie beispielsweise in den dicht besiedelten Felsbezirken.
Und doch lässt es sich für die Rotbrust-Tilapie, wie sie wegen ihrer charakteristischen Färbung genannt wird, in der Sand-Fels-Übergangszone trotz der zahlreichen dort ansässigen Maulbrüter recht gut paarweise leben. Anders sieht die Sache aber dann aus, wenn Nachwuchs ins Spiel kommt und das Gelege und die etliche hundert Köpfe zählende Jungfischschar gegen die Übermacht der Beutegreifer verteidigt werden müssen.

Insbesondere über eintönigen Sandgründen sind kegelförmige Erhebungen mit Höhen von 30 bis 50 Zentimetern sehr auffällig, denn man kann sie in dem klaren Wasser des Malawisees schon von Weitem gut erkennen. Umso erstaunlicher ist es festzustellen, dass die Konstrukteure jener manchmal 100 Liter Schüttgut und mehr fassenden ­Bauten nicht selten nur fingerlange Fischen sind. | Von Andreas Spreinat

Bereits in den DATZ-Ausgaben 8/1996 und 1/2002 berichtete ich über diese imposanten Bauwerke im Malawisee und wies darauf hin, dass derartige Sandburgen eher das Gegenteil eines geschützten Plätzchens zum Laichen darstellen. Die biologische Bedeutung dürfte darin bestehen, dem Weibchen zu zeigen, dass hier ein besonders potentes Männchen sein Revier abgesteckt hat.
Der Aufwand, ein solches voluminöses Haufwerk zu errichten und – ebenfalls bedeutsam – auch gegen die permanente Erosion durch Wellenschlag, Strömung, nivellierend wirkende Schneckenbewegungen im Untergrund und vor allem durch sand­siebende Buntbarsche instand zu halten, dürfte enorm sein und dem In­haber viel Energie ab­verlangen. Ge­rade sandsiebende Buntbarsche, die manchmal in Horden über eine solche Sandburg hinwegziehen, ohne dass der Revierbesitzer es verhindern könnte, hinterlassen ihre Fraßspuren nicht nur im Untergrund, sondern auch auf den Sandkratern. Ständige ­Reparaturarbeiten sind unabdingbar.

Bei den maulbrütenden Buntbarschen des Malawisees ist es üblicherweise Sache des Männchens, sich um Auswahl und Gestaltung des Laichplatzes zu kümmern. Sicher, man beobachtet in diesem See auch mehr oder weniger dominant gefärbte Männchen, die anscheinend ziellos umherstreunen und beim Anblick eines Weibchens ohne ­Umschweife losbalzen, um den Laichakt auf dem nächstbesten Untergrund einzuleiten. Doch sie sind eher Ausnahmen. | Von Andreas Spreinat

In der Regel findet man beim Blick durch die Tauchermaske standorttreue, Territorien verteidigende Cichliden-Männchen. Das Revierzentrum wird bei den Felsenbuntbarschen (Mbunas) häufig durch ein Versteck zwischen Steinen gebildet, das, sofern die betreffende Art in gemischten Sand-Fels-Zonen vorkommt, oftmals durch rege Grabtätigkeit erweitert oder in Form einer noch besser geschützten Höhle unter dem Stein angelegt wird.