Übersichtliche, weil artenarme Fischgattungen sind nicht zwangsläufig langweilig. Und manchmal schaut man besser genauer hin, ansonsten merkt man vielleicht gar nicht, dass man eine wahrscheinlich unbekannte Art entdeckt hat. | von Erlend D. Bertelsen

Lasiancistrus ist immer eine von den meisten Aquarianern wenig beachtete Harnischwelsgattung geblieben – bei der Vielzahl an Konkurrenz eigentlich verständlich. Auf der einen Seite gibt es die einfach zu haltenden und zu züchtenden Arten der Gattungen Ancistrus, Hypancistrus, Panaquolus und Peckoltia, auf der anderen Seite die der „taffen“ und äußerst schön anzusehenden Leporacanthicus, Panaque, Pseudacanthicus und Scobaincistrus.

Die Auswahl zwergenhafter Fische für ein kleines Becken will gut überlegt sein: Nicht alle Arten bleiben tatsächlich unter 3 cm, und manche erweisen sich als territorial. Ein seltener Vertreter der südamerikanischen Salmler bietet sich aber an, auch wenn einer seiner deutschen Namen anderes vermuten lässt. | von  Flair Wang

In den Gewässern Südamerikas gibt es einige Salmler, die vor allem bodengebunden leben. Ungeachtet ihrer systematischen Zugehörigkeit, des Verhaltens und Lebensraumes nennen Aquarianer sie im Englischen auch „Darter characins“, in Anlehnung an die im Habitus ähnlichen Springbarsche (Darters) Nordamerikas aus der Gattung Etheostoma. Die Kleinste dieser Salmlerarten ist Odontocharacidium aphanes, im Deutschen auch Grüner Zwergsalmler oder Zorniger Zwerpfeilsalmler genannt. Sie wird nur 2 cm lang und ist damit ein waschechter Winzling. Die Augen wirken recht überproportioniert, was den Tieren gewissermaßen ein Kindchenschema verpasst, wenngleich die kontrastreiche Irisfärbung diesen Effekt zumindest wieder etwas aufhebt.

Zugegeben, kleine Aquarien lassen sich gut vermarkten – zumindest bezüglich des Platzbedarfs. Was ist aber dran an der Behauptung, die Wasserqualität in einem kleinen Becken sei schwieriger aufrechtzuerhalten als in einem großen? Eine Einschätzung ist mit ein paar fundierten Überlegungen möglich. | von  Andreas Spreinat

Es ist so ziemlich das Erste, was man Anfängern in der Aquaristik mit auf den Weg gibt: „Ein großes Aquarium ist leichter zu pflegen als ein kleines, denn es „verzeiht” viel eher Fehler des Aquarianers, wie eine übermäßige Fütterung oder einen übersehenen toten Fisch.“ Die oft zitierte Begründung: „Ein größeres Wasservolumen gleicht eine plötzlich eintretende Belastung besser aus.“ Auch ich bekam dieses Bild seit meiner Aquarianerjugend von verschiedensten Seiten vermittelt und gab es auch oft so weiter. Doch stimmt das wirklich? Und wenn ja, woran könnte das liegen?

Hin und wieder entdeckt man auf Fotos Äußerlichkeiten, die ansonsten nicht auffallen. In der Gattung Tylomelania treten sie bei Wildfängen und Nachzuchten auf. | von Sebastian Wolf

Zwei subadulte Exemplar meiner T. patriarchalis sowie Tylomelania sp. „Orange spot“ weisen interessante Fehlbildungen im vorderen Teil des Weichkörpers auf, die eine Abbildung wert sind.

Welche Fische wecken Kindheitserinnerungen? Sicher nicht immer nur tropische, sondern auch einheimische Arten waren früher beim Einstieg in die Aquaristik gang und gäbe, besonders solche mit bemerkenswertem Verhalten. Und so heißt es auch für gestandene Aquarianer hin und wieder: Zurück zu den Wurzeln! | von Roland Schreiber

Mit der Seifenkiste die Straße runterfahren, barfuß und nackt durch das hohe Gras laufen und Stichlinge im glasklaren Bach fangen. Es war mein Wunsch, die Zeit der Kindheit noch mal zurückzuholen. Nachdem mir meine Ehefrau von den ersten Punkten dringend abgeraten hatte, entschied ich mich erst mal für die Stichlinge. Ich wollte den bei uns heimischen Dreistachligen Stichling (Gasterosteus aculeatus) so „nebenbei“ mal im Aquarium züchten – bisher leider ohne Erfolg, aber so schnell werde ich nicht aufgeben. Warum das so ist? Lassen Sie sich überraschen!