Auf den ersten Blick sieht man Rhyacichthys aspro die Zugehörigkeit zu den Grundelartigen gar nicht an. | von Maren Gaulke

Als ursprünglichste Gruppe innerhalb der Grundelartigen sind die Schmerlengrundeln (Rhyacichthyidae) die basale Schwestergruppe aller übrigen Gobioiden. Ein typisches Merkmal ist das gut ent­wickelte, vollständig durchlaufende Seitenlinienorgan, das den höheren Grundelartigen bis auf wenige Ausnahmen fehlt. Daneben verfügen Schmerlengrundeln über einen die Systematiker lange Zeit irritierenden Mix aus hochspezialisierten und primitiven Kennzeichen (Larson 2011).
Lediglich zwei Gattungen werden dieser Familie zugeordnet, das monotypische Genus Protogobius und Rhyac­ichthys mit zwei Arten. Proto­gobius attiti und R. guilberti sind nur aus einigen Flusssystemen Neukaledoniens bekannt, R. aspro kommt in Indonesien, Japan, Palau, Papua-Neuguinea, auf den Philippinen und in Taiwan vor.

Ancistrus, die zahlenmäßig größte Gattung der Familie Loricariidae, ist bei Aquarianern sehr beliebt und in allen Flusssystemen des subtropischen und tropischen Südamerikas verbreitet. Unüberschaubar ist die Artenfülle im Tiefland, doch auch in den Anden sind diese Welse vertreten – und zwar in größerer Zahl als bislang bekannt! | von Hans-Georg Evers

In den Jahren 2014, 2015 und 2016 hatte ich das Glück und die große Freude, auf mehreren Exkursionen in den Süden Perus im Flusssystem des gigantischen Río Madre de Dios nach Panzer- und Harnischwelsen suchen zu können. Dabei ging es jedes Mal für einige Tage in die Voranden, in den Einzug des Río Inambari, eines der größeren Zuflüsse des Madre de Dios.
Die kleine Ortschaft Quince Mil, Zwischenstation für Busreisende von Puerto Maldonado nach Cusco, war unsere Basis für diverse Ausflüge in die nähere Umgebung bis hinauf in die Hochanden, knapp unter 5.000 Meter.
Auf unseren Touren konzentrierten wir uns jedoch auf die Region bis etwa 1.500 Meter, da in höheren Lagen „nur noch“ mit Angehörigen der Welsgattungen Trichomycterus und Astroblepus zu rechnen ist. Unser Fokus lag aber auf den Loricariiden.

Als „Masken-Apistogramma“ kennen wir diesen Zwergcichliden bereits seit Mitte der 1980er-Jahre, damals tauchte er erstmals im Fachhandel auf. Vor fünf Jahren wurde er wissenschaftlich beschrieben und nach dem 2010 verstorbenen Biogeografen Paul Müller (Trier) benannt. | von Ernst Sosna

Die Umgebung von Iquitos im nördlichen Regenwald Perus ist ein wahrer Hotspot für Aquarienfische. Hier vereinigen sich, aus unterschiedlichen Richtungen kommend, die Flüsse Ucayali, Nanay, Momón und Itaya. Eine unvorstellbare Vielzahl von Bächen und Rinnsalen speist diese Ströme, die einen gewal­tigen Fischreichtum bergen. Die Zeiten, in denen die fanatischen Guerillas der Bewegung „Sendero Luminoso“ („Leuchtender Pfad“) hier ihr Unwesen trieben, sind vorbei. Jetzt stoßen die Fischfänger mit ihren Booten in die entlegensten Gebiete vor und überraschen immer wieder mit bislang nicht bekannten Arten.
Etwa 80 Kilometer südlich von Iquitos in Richtung Nauta, einer überschaubaren Siedlung, kreuzt die Straße mehrere Bäche. Hier lebt Apistogramma paulmuelleri.

Im dritten und zugleich abschließenden Teil unseres Blaubarsch-Artikelserie geht es um das stark ritualisierte Paarungsvorspiel, das Laichen und die Brutfürsorge der Badis-Arten. | von Uwe Manzke

Was ist eine Höhle? Eine Kokosnuss oder ein Blumentopf wohl kaum. Dennoch werden die Badis-Arten immer wieder als „Höhlenbrüter“ bezeichnet. Barlow (1964) nennt diese höhlenartigen Unterschlupfe infolge der Grabtätigkeiten und damit aktiven Gestaltung „Baue“. Ich halte es lieber mit Bork (2007) und anderen und bezeichne die Blaubarsche als Versteckbrüter und den Laichplatz als Nest; ob eigener Bau oder anderweitiger Unterschlupf, spielt keine Rolle.
Je nach Einrichtung des Aquariums suchen sich die Badis-Männchen ein für sie geeignetes Versteck als potenziellen Laichplatz. Gern nutzen sie bereits vorhandene, vom Pfleger an­gebotene Strukturen wie Kokosnuss-Schalenhälften, Blumentöpfe, hohle Äste, Bambus- oder Tonröhren. Oder die Männchen schaffen sich geeignete Verstecke selbst, indem sie unter dichten Pflanzenbüscheln, Falllaub, unter und zwischen Steinen und Wurzeln eine Grube ausheben (Weise 1951; van den Nieuwenhuizen 1958, 1959 a, b, 1984 a, b; Anonymus 1970).

In den weiteren Teilen dieses Artikels geht es um die Aquarienhaltung und das gattungstypische Verhalten der Badis-Arten. Dabei greift der Autor auf eigene Beobachtungen und Erfahrungen sowie auf die Beschreibungen anderer Aquarianer zurück. | von Uwe Manzke

Bereits unmittelbar nach der Einfuhr der ersten Exemplare von Badis badis nach Deutschland (1904) erkannten die damaligen Profis, etwa Paul Matte (Lankwitz-Berlin), schnell, dass die Männchen des Blaubarsches gern Höhlen besetzen. Dementsprechend gelangen die ersten Nachzuchten in Aquarien mit einer solchen „Höhle“, damals oft einem Blumentopf, aus dem der Boden herausgeschlagen war. In der „Wochenschrift“ und in den „Blättern für Aquarienkunde“ tauchte in der Folge immer wieder dieser neue „Barsch“ auf, und es stellte sich die Frage nach der Geschlechtsbestimmung, übrigens eine Frage, die auch mich manches Mal beschäftigte.
Männchen sind in der Regel größer, weisen eine konkave, also nach innen eingebuchtete Bauchlinie auf und sind farbenprächtiger. Zudem sind ihre Flossen größer und länger ausgezogen, vor allem die Rücken-, Schwanz- und Afterflosse. Weibchen sind meist weniger farbig, wirken oft blass, sind kleiner und weisen eine konvexe, also nach außen gewölbte Bauchlinie auf. Außerdem sind ihre Flossen nicht so groß und verlängert wie die der Männchen.
Zudem sind die Männchen inner­artlich aggressiver als die Weibchen. Das gilt mehr oder weniger für alle Badis-Taxa. Allerdings können die ­Tiere stimmungsabhängig, insbesondere Jungtiere, so aussehen wie das jeweils andere Geschlecht. Das beobachtete ich bei sämtlichen Arten, die ich ­gehalten hatte, vor allem bei B. ferra­risii (vergleiche die Fotos im ersten Teil). Mit zunehmendem Wachstum festigen sich die geschlechtsspezifischen Merkmale dann, vor allem in der Körperform.