Der Streifenhechtling ist ein gut bekannter, räuberisch lebender Oberflächenfisch. Lauert er zwischen Wasserpflanzen auf Beute, fühlt man sich bei seinem Anblick an den Hecht erinnert. | von Hans Esterbauer

Das ausschließlich auf dem asiatischen Kontinent vertretene Genus Aplocheilus wurde 1839 von dem britischen Mediziner und Zoologen John McClelland aufgestellt. Zurzeit sind sieben Arten gültig beschrieben. Der Gattungsname erklärt sich aus dem nicht vorstreck­baren Maul der Fische (gr. [h]aploos = „schlicht, einfach“, cheilos = „Lippe“).
Die linienförmigen Punktreihen auf dem Körper von Aplocheilus lineatus (Cuvier & Valenciennes, 1846) führten zu dem lateinischen Art-Epitheton („liniert“). Die Art ist ein Vertreter der Ordnung Cyprinodontiformes (Zahnkärpflinge), Unterordnung Aplocheiloidei, Familie Aplocheilidae (Hechtlinge).
Das natürliche Vorkommen des Streifenhechtlings umfasst die Ostküste Indiens und Sri Lanka. Darüber hinaus ist die Art in Birma und auf den Seychellen verbreitet. Dort lebt sie in stehenden und langsam fließenden Gewässern wie Bächen, Tümpeln, Gräben und überschwemmten Reis­feldern. Gelegentlich ist A. lineatus auch im Brackwasser anzutreffen. Im Jahr 1960 wurde der Fisch nach Hawaii eingeschleppt und hat dort einige lebensfähige Populationen gegründet.
In seinen natürlichen Habitaten soll der Hechtling maximal zehn Zentimeter lang werden, im Aquarium erreicht er höchstens acht bis neun Zentimeter Länge. Meine Tiere in einem Aquarium von 100 Zentimetern Kantenlänge wurden maximal acht Zentimeter lang.

In den letzten Jahren gab es immer neue Hiobsbotschaften über die Ausbrüche in Europa bislang unbekannter Krankheiten, die große Verluste unter heimischen Tierarten forderten. Begriffe wie Frosch-, Salamander- oder Forellenpest, um nur drei zu nennen, bestimmten die Schlagzeilen. | von Uwe Dost

Das Wort „Pest“ geht auf das ­lateinische pestis zurück und bedeutet „Seuche“. Es wird aber auch synonym für „Unglück“, „Qual“ oder „Leiden“ sowie für ungeliebte Personen oder Dinge verwendet. Früher, etwa im Mittelalter, wurden verallgemeinernd weitere Seuchen, etwa Pocken, Cholera oder Masern, ebenfalls als „Pest“ bezeichnet.
Die Pest ist eine hochgradig an­steckende Infektionskrankheit bei Mensch und Tier, ausgelöst durch das Bakterium Yersinia pestis. Vier Erscheinungsformen sind bekannt: die Beulenpest, die Pest-Sepsis, die Lungenpest und die abortive Pest. Die Übertragung auf den Menschen erfolgt meist durch Bisse von mit dem Bakterium infizierten Rattenflöhen, kann aber auch durch Tröpfcheninfektion erfolgen.
Yersinia pestis ist ein sehr anpassungsfähiges Bakterium, von dem es verschiedene Varianten gibt und das in bestimmten Regionen der Erde in Populationen verschiedener Nagetiere nachgewiesen werden kann, und zwar nicht nur bei Ratten, sondern beispielsweise auch bei Präriehunden, Eichhörnchen und Murmeltieren. Zwischenwirte, etwa Flöhe, können das Bakterium aufnehmen. Dort vermehrt es sich und wird dann beim Biss auf einen zuvor gesunden neuen Wirt, Mensch oder Tier, übertragen.

Die Verschiebung der Arteninventare in aquatischen Lebensgemeinschaften macht den Wandel der Biosphäre authentisch erlebbar. Unser Autor ist Biologe und beschreibt seine subjektive Betroffenheit angesichts seiner Erfahrungen in Bächen der bayerischen Alpen. | von Martinus Fesq-Martin

Vor exakt 30 Jahren trug ich den goldenen Krügerrand, den ich noch von meiner Konfirmation hatte, zur Bank und kaufte mir von dem Erlös und dem Rest meines Ersparten eine Nikonos 5, eine der besten Unterwasserkameras.
Mein erstes Fotoziel war im Frühjahr 1989 ein Bergbach nahe der ba­yerisch-tiroler Grenze. Damals erkundeten Studienfreunde und ich gemeinsam die Biodiversität des Auerbachs weitgehend autodidaktisch, indem wir ständig auf der Suche nach noch ungewöhnlicheren Fotomotiven waren – Mühlkoppen, Eintagsfliegen, Netzflügelmücken, Froschlaichalgen und vor allem Bachforellen (Salmo trutta forma fario) (Martin 1991).
An den tiefen Gumpen und dem meist kristallklaren Wasser hat sich bis heute nichts geändert, aber nach einer Unterbrechung von einem Vierteljahrhundert fehlen vielerorts die autochthonen Salmoniden mit den ­typischen roten Punkten.

Aquarianer entwickeln die unterschiedlichsten Vorlieben. Vor etwa 40 Jahren pflegte unser Autor seine ersten großen Buntbarsche aus Lateinamerika. Sie lösten bei ihm eine Faszination für die „Bullenklasse“ aus, der er sich bis heute nicht entziehen kann. | von Ernst Sosna

Auch wenn sich mein aquaris­tisches Interesse im Lauf der Jahrzehnte breit streute und mich heute vor allem die kleinen Buntbarsche begeistern, verlockt mich das Angebot bestimmter Großcichliden nach wie vor, und die alte Liebe zu den „Bullen“ flammt ­wieder auf. So ­erging es mir in den letzten Jahren mit den Südamerikanern Hoplarchus psit­tacus, Uaru fer­nandezyepezi und Cichla kelberi, die ich in dieser Reihen­-folge kennenlernte.

Papageienbuntbarsch
Von Hoplarchus psittacus (Heckel, 1840) hatte sich ein Bild in meiner Erinnerung festgesetzt. Es zeigte in der Zeitschrift „Tatsachen und Informa­tionen aus der Aquaristik“, Heft 29 vom März 1975, ein Exemplar dieses Buntbarsches in den Händen eines amazonischen Fängers. Das Tier besaß eine leuchtend rote Kehle, die sich von den dunkelgrünen Körperseiten mit dem hübschen schwarzen Zeichnungsmuster auffallend absetzte.

Dieser Cichlide gehört zu den ersten tropischen Fischarten, die aus Südamerika bekannt und beschrieben wurden. Heckel veröffentlichte seine wissenschaftliche Artbeschreibung bereits 1840. | von Wolfgang Staeck

Grundlage der Erstbeschreibung des Schokoladenbuntbarsches war ein einziges Exemplar, das aus der Umgebung von Marabitanas am oberen Rio Negro stammt. Da die Art eine sehr weite Verbreitung hat, die sich über Gewässer im Norden ­Brasiliens, im Süden Venezuelas und im Osten Kolumbiens erstreckt, ist es nicht verwunderlich, dass sich Exem­plare bereits in den ersten wissenschaftlichen Sammlungen befanden, die Europa aus Südamerika erreichten.
Auch Importe erfolgten früh, denn lebende Tiere wurden schon 1911 durch Siggelkow und 1913 durch Eimecke nach Hamburg eingeführt (Meinken o. J.). Fundorte sind aus dem ­oberen Orinoco, dem Atabapo, Inírida, Aguaro, Rio Negro, Trombetas, ­Tapajós, Maués und Uatumã dokumentiert (Kullander 2003).
Hypselecara coryphaenoides (Heckel, 1840) bevorzugt Schwarzwasserhabitate, die nicht nur extrem arm an gelösten Mineralien sind, sondern sich auch durch einen sehr niedrigen pH-Wert auszeichnen (Gesamt- und Karbonathärte um 1 °dH; elektrische Leitfähigkeit etwa 10 μS/cm; pH 4,3 bis 6,5) Die Wassertemperatur liegt in diesen Gewässern gewöhnlich zwischen 26 und 29 °C.