Die Gattung Tanichthys bekam jüngst kräftig Zuwachs. Ob die neuen Arten teilweise bereits in unseren Aquarien schwimmen? | von Erwin Schraml

Das Sprichwort von der „Ruhe nach dem Sturm“ kann jeder deuten, aber das Interessantere ist eigentlich der Sturm, der zwischen zwei Ruhezeiten liegt. Gerade eben ist in taxonomischer und nomenklatorischer Hinsicht ein solcher Sturm über uns hinweggefegt und könnte auch uns Aquarianer betreffen. Es geht um den Kardinalfisch, auch Kardinal oder liebevoller Kardinälchen genannt. Von unseren Altvorderen wurde er auch schon mal als „Arbeiterneon“ tituliert, ein Name, der entstand, als der Kauf eines Pärchens des echten Neonsalmlers einen Wochenlohn verschlang.

Aus dem Inle-See in Myanmar stammen viele attraktive Kleinfische, die in der Aquaristik äußerst beliebt sind. Auch der hübsche, leicht vermehrbare Inlecypris auropurpureus ist wieder regelmäßig unter den Importen. | von Sebastian Wolf

Im Jahr 1918 beschrieb Annandale die hier vorgestellte schlanke, spindelförmige Art mit dem attraktiven Glanz als Barilius auropurpureus. Der Grund für die Zuordnung zu dieser Gattung wird wohl auf immer sein Geheimnis bleiben, eine Erklärung lieferte er in seiner Arbeit nicht. Howes (1980) überführte diesen Endemiten Myanmars u. a. aufgrund von Besonderheiten in der Kiefermorphologie in die eigens aufgestellte Gattung Inlecypris, Bezug nehmend auf das Verbreitungsgebiet in und um den See Inle.

Nach den großen und kleinen Salmlern aus dem Maroni-Fluss (DATZ 5 und 6/2021), der die westliche Grenze Französisch-Guayanas bildet, soll es hier nun um unterschiedliche Welse und weitere außergewöhnliche Fische verschiedener Familien gehen. | von Uwe Werner

Wie im vorigen Teil dieser Artikelserie erwähnt, waren wir eine Woche bei den Wayana in Kwenké am oberen Maroni und brachen jeden Morgen mit ihnen zum Fischen auf. Unsere Begleiter nutzten zumeist ihre Wurfnetze, während wir selbst vor allem im Bereich der Stromschnellen, wo die Felsen mit Mourera fluviatilis bewachsen waren, mit Schnorchel, Brille und Handkescher versuchten, kleinere Fische zu fangen, ansonsten aber auch mit unserem 10-m-Zugnetz die Uferzonen abfischten.

Es gibt eine wahre Schwemme an neuen, sehr attraktiven Salmlern aus Südamerika. Viele davon stammen aus Zentralbrasilien. Eine besonders schöne Art ist erfreulicherweise relativ einfach in der Vermehrung. | von Rainer Rausch

Wolfram „Paul“ Enders schwimmt in Glückseligkeit: Mitte Juni 2021 hielt ein kleiner Schwarm Hyphessobrycon notidanos „Yellow Devil / Red Eye“ Einzug in den Fischkeller des passionierten Salmlerzüchters. Knapp fünf Wochen später laichten die Tiere das erste Mal ab. 40 Eier und eine Schlupfquote von 90 %: „Richtig gut“, freut sich der 58-Jährige über den schnellen Zuchterfolg.
Hyphessobrycon notidanos stammt aus dem Igarapé Piracolina, einem im Mato Grosso verlaufenden Fluss. Im deutschsprachigen Raum hat die neue Art noch keinen offiziellen Namen. Enders nennt sie „Gelber Blaubandsalmler“, was auf die Färbung der Tiere hinweist.

Schmetterlings- sowie Jae-Barbe sind ideale Fische für ein heizungsloses Wohnzimmeraquarium. Sie begeistern durch ihr lebendiges Verhalten, stellen aber eine Herausforderung für die Züchter dar – und die Vermischung von Populationen hat eventuell nachteilige Effekte. | von Rudolf Suttner

Enteromius ist eine Sammelgattung wie es die Gattung Barbus war. Bei der Aufspaltung von Barbus entstand auch die Gattung Enteromius mit 216 gültigen Arten (Hayes 2020). Sie ist die zahlenmäßig größte Karpfenfischgattung Afrikas und umfasst weitere, unbeschriebene, kryptische Arten (Van Ginneken et al. 2017). Neue Forschungen machen sich aktuell an die Arbeit, diese polyphyletische Gattung in monophyletische Gattungen zu trennen. Molekularbiologische Techniken ermöglichen diesbezüglich gemeinsam mit morphologischen Untersuchungen eine bestmögliche Neuordnung.