Alte Leidenschaft rostet nicht, besonders wenn es um Mitbringsel aus vergangenen Tagen geht. Unser Autor lässt seine Erlebnisse beim Keschern des hier vorgestellten kleinen Maulbrüters in Kenia sowie dessen Aquarienhaltung Revue passieren. | von Andreas Hartl

Einen magischen Moment in meiner über sechzigjährigen Aquarianer-Laufbahn erlebte ich in den Siebzigern des letzten Jahrhunderts in Kenia: Ich war mit dem Fracht-Charter-Flieger unterwegs (packen Sie mal Ihren Koffer für 1–14 Tage) und musste in der kenianischen Hauptstadt Nairobi etwas Zeit verbringen – es gab erheblich Schlimmeres.

Wie es der Zufall will: Kurz nachdem die beiden aquaristisch bekannten indischen Vertreter der kleinen Karpfenfischgattung in DATZ 10/2020 ausführlich vorgestellt worden waren, kam auch wieder einmal Oreichthys parvus in den Handel. Die zwergenhaften Tiere (Gesamtlänge um 3 cm) sind aus Thailand, Laos und Malaysia nachgewiesen. | von Sebasian Wolf

Interessant dabei ist, dass ganz unterschiedliche Gewässer als Lebensraum genannt werden. So besiedelt die Kleine Hochflossenbarbe (im Englischen auch als „Minute Carp“ bezeichnet) nicht nur Klarwasserflüsse in unterschiedlichen Höhenlagen, sondern im südlichen Thailand konnte sie auch im Abfluss eines Torfsumpfes, also in saurem Schwarzwasser nachgewiesen werden (Vilasri 2002). Die weite Verbreitung und die große Diversität der Habitate werfen natürlich die Frage auf, ob es sich nicht um mehrere, rein äußerlich kaum unterscheidbare Arten handeln könnte. Vielleicht ist der kleinste Vertreter der Gattung aber auch besonders anpassungsfähig?

Selbst wirklich jedem Aquarianer bekannte Fischgattungen halten noch Überraschungen parat – aus Bolivien stammt eine erst unlängst entdeckte, sehr schöne Harnischwelsart, die bereits vermehrt wird, für die aber bisher keine L-Nummer vergeben war. | von Daniel Konn-Vetterlein

Gut zwei Jahre ist es nun her, dass der hier behandelte Wels entdeckt, gefangen und erstmalig nach Deutschland eingeführt werden konnte. Eigentlich hatten wir geplant, nun wieder dort zu sein, wo wir ihn gefunden haben: in Bolivien. Und auch wenn das leider nicht geklappt hat, so beschäftigt uns der Wels doch weiterhin, und die verstrichene Zeit haben wir genutzt, um uns intensivere Gedanken zu machen und Pläne für das aktuelle Jahr zu schmieden. Dabei fiel uns einmal mehr auf, was die – so oft als „Einsteigerwelse“ bezeichneten – Vertreter der Gattung Ancistrus doch alles zu bieten haben, von dem wir noch nichts wissen.

Das Jahr fängt gut an für die Freunde der Harnischwelse: Die nächste L-Nummer ist zu vergeben – diesmal an eine schöne, kleine Art aus dem Rio Tapajós mit großem aquaristischen Potenzial. | von Ryuller Reis und Ingo Seidel

Die Harnischwelse der Gattung Hypancistrus erfreuen sich bei den Aquarianern aufgrund ihrer meist sehr ansprechenden Färbung und geringen Körperlänge größerer Beliebtheit, und sehr viele Arten sind in Wissenschaft und Hobby mittlerweile bekannt.
Hypancistrus sp. (L 518) ist ein aufregender neuer Harnischwels aus dem Rio Tapajós im brasilianischen Bundesstaat Pará. Die ersten Exempla­-
re wurden bei den Koordinaten 6°30‘55.96“ S, 58°19‘46.13“ W gefunden. Die Art war zunächst als Hypancistrus sp. „Jacareacanga“ bekannt, da sie in der Nähe der Wasserfälle dieser Stadt, im Mittellauf des Flusses, gefunden wurde.

Über die Nicht-Cichliden aus dem Osten Französisch-Guayanas wurde in DATZ 10 und 11 ausführlich berichtet. Diesmal geht es um Arten aus dem Sinnamary-Einzug, einem Küstenfluss, der den Stausee Petit Saut speist und auf halber Strecke zwischen St. Georges (am Oyapock) und St. Laurent (am Maroni) bzw. zwischen Kourou und Iracoubo in den Atlantik mündet. | von Uwe Werner

Fährt man auf der N1 von Kourou aus weiter nach Nordwesten, quert man nahe Sinnamary bei 5° 22‘ 60“ N und 52° 45‘ 24,2“ W den auf Karten meist nicht zu findenden Crique Soumourou und kurz darauf, bei km 106 und 5° 22‘ 60“ N und 52°54‘0“ W, den in besseren Karten eingezeichneten Crique Paracou (Parakou). Es sind kleine Flüsse, was das französische „crique“ (gebildet nach dem englischen „creek“, also „Bach“) schon andeutet.