Dass unsere Hoffmänner ein weiteres Mal über diese drei recht ähnlichen Salmler in der DATZ schreiben würden, haben sie selbst nicht erwartet. Wie schön, dass es immer noch Überraschungen gibt! | Von Peter und Martin Hoffmann

Jacques Géry (1917–2007), mit dem wir langjährigen Briefkontakt hatten, hätte es ganz sicher gefreut, wenn er noch einen Nachzuchtbericht über jenen Salmler ge­lesen hätte, den er gemeinsam mit ­einem Co-Autor 1964 zu Ehren seiner Ehefrau Georgie Petitella georgiae nannte (Meinken 1970).
Warum es sich bei diesem Fisch nicht auch um eine Hemigrammus-Art handeln soll, ist uns nicht ganz klar, wichtige Gründe finden sich wohl in der unterschiedlichen Form bestimmter Kieferknochen. Natürlich fehlt uns die Expertise, um das näher zu beurteilen. Jedenfalls handelt es sich bei Petitella um eine monotypische Gattung, die also nur diese eine Spezies enthält. Der erste Vertreter der drei sehr ähnlich aussehenden Salmler wurde bereits 1924 als Hemigrammus rhodostomus beschrieben.

Wer kennt sie nicht, die beeindruckenden Bilder eines frontal drohenden Feuermaulbuntbarsches mit bis zum Zerreißen gespannten Flossen, weit abgespreizten Kiemen­deckeln und tief gesenktem, leuchtend rotem Mundboden? | Von Uwe Werner

Auch wenn viele Cichliden auf ähnliche Weise versuchen, ihre Gegner einzuschüchtern und sie über ihre in Wirklichkeit geringere Größe und Kraft zu täuschen, kann es keiner so perfekt und wirkungsvoll wie dieser mittelamerikanische Buntbarsch, dessen leuchtend rote Brust für seine aquaristische Popularität ein Übriges getan hat.
Der „Feuermaul“- oder „Rotbrustbuntbarsch“ (englisch „Firemouth cichlid“) gehört zu den ersten mittelamerikanischen Cichliden, die als Aquarienfische zu uns gelangten. Immerhin soll die Einfuhr bereits 1937 erfolgt sein, also etwa zu der Zeit, als auch die aquaristische Laufbahn des „Zebra“- oder „Grünflossenbuntbarsches“ begann (Amatitlania nigrofas­ciata).
Wissenschaftlich ist der ursprünglich als Unterart von Thorichthys helleri beschriebene Feuermaulbuntbarsch seit 1918 bekannt, allerdings wurde
er lange Jahre als Cichlasoma-Art geführt. Im Jahr 1983 begrenzte dann der schwedische Fischkundler Kullander diese Gattung auf wenige südamerikanische Arten.

Die Microglanis-Arten sind in Südamerika lebende kleine Fadenwelse, die tagsüber am ­Gewässerboden zwischen Steinen und Holz ein verstecktes Dasein führen und sich in der Dämmerung oder gar erst in der Nacht auf die Nahrungssuche begeben. | von Uwe Werner

Die von Eigenmann 1912 auf­gestellte Gattung Microglanis umfasst über 15 wissenschaftlich beschriebene, sechs bis elf Zen­timeter lang werdende Arten, die in verschiedenen Regionen Südamerikas beheimatet sind. Im Deutschen nennt man sie wegen ihrer hell und dunkel alternierenden hübschen Zeichnung „Harlekin“- oder auch „Hummelwelse“ (was dem englischen „Bumblebee-Catfish“ entspricht).
Vertreter einer Microglanis-Art fingen meine Begleiter und ich in Uruguays Süden im Departamento Lavelleja im Solis-Einzug bei Aguas Blancas (wo sich ein gleichnamiger Campingplatz befindet). Von den dort im Arroyo ­Mataojo aus den Steinen geklaubten Exemplaren nahmen wir einige mit.

Informationen über die unterschiedlichen Lebensräume, die es im Rio Negro gibt, sind interessant und wichtig, weil sie die Heimat vieler bekannter und oft im Aquarium gepflegter Fischarten sind. | von Wolfgang Staeck

Im ersten Teil wurden Möglich­keiten der Fischbeobachtung sowie die Fischarten in der Falllaubschicht beschrieben. Im Folgenden geht es um Fische, die zwischen Totholz und an Sandstränden leben.

Uferabschnitte mit Totholz
Der eigentliche Lebensraum der meisten der im Einzug des Rio Negro verbreiteten Fische ist der Überschwemmungswald. Hier pflanzen sie sich während des Hochwassers fort, und hier wachsen später auch die Jung­tiere heran.

Aus dem Rio Negro (portugiesisch und spanisch = „Schwarzer Fluss“) stammt eine Vielzahl bekannter und beliebter Aquarienfische. Organisierte Bootsreisen ermöglichen den Besuch ihrer Lebensräume. | von Wolfgang Staeck

Mit einer Länge von beinahe 2.500 Kilometern ist der Rio Negro nach dem Rio Madeira der zweitgrößte Nebenfluss des Amazonas. Sein Wasser sieht wegen des hohen Gehalts an Humin- und Fulvosäuren, die aus den sandigen, nährstoffarmen, humosen Regenwaldböden seiner Umgebung ausgewaschen werden, dunkel rotbraun, teefarben aus. Es ist zwar stark gefärbt, aber überraschend klar, da es kaum Schweb­stoffe enthält. Nach seiner Mündung in den Amazonas (berühmt als Encontro das Aguas = „Zusam­mentreffen der Wässer“) ist sein Schwarzwasser vom trüben Weißwasser des Amazonas noch bis zu 30 Kilometer flussabwärts deutlich optisch
zu unterscheiden.