In der Aquaristik findet von den klein bleibenden Barschartigen Asiens lediglich der Blaubarsch (Badis badis) eine größere Beachtung und Verbreitung. Dabei gibt es eine Vielzahl weiterer schöner Arten in dieser Gattung, die unser Interesse verdient haben – so auch die hier vorgestellte. | von Ernst Sosna

Der indische Exporteur bot die Tiere Ende 2014 noch unter dem Namen Badis tuivaiei an. Ein Jahr später beschrieben Valdesalici & van der Voort das Taxon B. autumnum, worauf Uwe Manzke mich aufmerksam machte, dem ich hier für seinen Hinweis danke.
Meine Tiere vereinen alle Merk­male, die für B. autumnum als typisch genannt werden, insbesondere die dunkle Zone hinter dem Auge in Kombination mit dem Fehlen des Schulterflecks, den die meisten anderen Gattungsvertreter zeigen, und ein schwarzes „liegendes T“ auf der Schwanzwurzel. Zudem kann jede Schuppe von einem roten Fleck geziert sein, was dem Fisch den Populärnamen „Rotpunkt-Badis“ einbrachte.

Einiges über die Arten der Gattung Badis, die „Blaubarsche“, die oft rotbraun aussehen … | von Uwe Manzke

Die ersten Blaubarsche (Badis badis) wurden bereits 1904 von Hans Stüve (Hamburg) nach Deutschland eingeführt (Bade 1905; Stüve 1905; Stansch 1914). Ihre Heimat wurde mit „Indien und Vorder­indien“ angegeben.
Schon in den ersten Berichten wurde auf die stimmungsabhängige und außerordentlich vielseitige Färbung und die damit verbundenen Farbwechsel dieses „neuen Nander-Barsches“  hingewiesen. Daher erhielt er auch den Namen „Chamäleonfisch“. Seine andere Bezeichnung – „Topfgucker“ – bekam er, weil die Männchen gern einen in das Aquarium gestellten Blumentopf besetzen und aus dem ­herausgeschlagenen Boden gucken.
Badis badis wurde bereits 1822 von Hamilton als Labrus badis beschrieben. Jüngere Synonyme sind Labrus fasciatus (Cichla fasciata) Swainson, 1839 und Badis buchanani Bleeker, 1854.
Gleichfalls von Hamilton und auch aus dem Jahr 1822 stammt die ­Beschreibung eines zweiten „Badis“: Labrus dario (heute Dario dario).
Ungefähr 100 Jahre nach der Beschreibung von B. badis wurde das dritte Badis-Taxon durch Schreitmüller als Unterart beschrieben: Badis badis ruber („Roter Badis“). Dieser Blaubarsch wurde 1936 von Ahl mit Bezug auf sein Vorkommensgebiet – Birma (= Myanmar, Burma) – als B. badis burmanicus bezeichnet.
Kurz darauf (1937) beschrieb gleichfalls Ahl den „Assam-Blaubarsch“ (B. badis assamensis).
Ende der 1950er-Jahre folgte der thailändische oder „Siam-Blaubarsch“ (B. badis siamensis Klausewitz, 1957).
Bis in die 1960er-Jahre waren damit fünf verschiedene Badis-Arten re­spektive Unterarten bekannt, wobei nur eine Spezies regelmäßig in den Aquariengeschäften angeboten wurde, der Blaubarsch (B. badis). Der „Rote Badis“ (B. ruber mit dem Syn­onym B. burmanicus) gelangte ab den 1960er-Jahren immer wieder einmal nach Deutschland. Badis siamensis hingegen wurde nur äußerst selten oder gar nicht in den Zoogeschäften angeboten.

Der hier vorgestellte Harnischwels ist aquaristisch bislang weitgehend unbekannt. Vermutlich wurde er von meinen Reisebegleitern und mir sogar erstmals eingeführt. Mol (2012) bildet die Art ab und bezeichnet sie als Ancistrus sp. „Reticulate“ – ein passender Name, der auf die Wurmlinienzeichnung des Kopfes und das Netzmuster des Körpers hinweist. Da es weitere Ancistrus-Arten mit ähnlichem Aussehen gibt, erhält die Art hier die L-Nummer 503. | von Karsten Schönherrann

Der Antennenwels Ancistrus sp. (L 503) kommt laut Mol (2012) im Mindrineti-Fluss im Saramacca-Einzug und im oberen Commewijne (Surinam) vor. Wir fanden die Art auch im Cottica, einem Zufluss des unteren Commewijne. In einem kleinen Cottica-Nebenfluss fünf Kilometer südlich des Städtchens Moengo kescherten wir 2014 zunächst nur ein einzelnes juveniles Männchen. Die hier abgebildeten adulten Exemplare stammen aus dem Oberlauf des Cottica; wir fingen sie im Oktober 2016 etwa 20 Kilometer südlich von Moengo und östlich der kleinen Siedlung Java.
Der Fluss führt zur Trockenzeit relativ wenig Wasser, es wechseln sich Abschnitte mit kaum feststellbarer und wenige Zentimeter tiefe Abschnitte mit mäßiger Strömung über grobem Kiesboden ab. An unserem Fundort gab es einiges an Totholz im Flussbett; insbesondere unter den Holzstämmen und Ästen fanden wir die Antennenwelse in allen Größen. Offenbar ist ihre Fortpflanzung nicht an eine bestimmte Jahreszeit gebunden.
Ancistrus sp. (L 503) kommt zusammen mit den Welsen Corydoras aeneus „Surinam“, C. punctatus, Trachelyopterus galeatus, Chasmocranus longior, Pimelodella cristata und He­logenes marmoratus vor. An weiteren Fischen fingen wir in tieferem Wasser unter anderem Blattfische (Polycentrus schomburgkii), Ziersalmler (Nannostomus beckfordi) und viele andere kleine Salmler.

In DATZ 11/2017 wurde der wunderschöne „Sechsstreifen-Salmler“ zusammen mit weiteren Neuimporten vorgestellt, damals noch ohne Nachzuchtmeldung. Nun haben unsere Autoren ihre Chance genutzt. | von Peter und Martin Hoffmann

Ursprünglich dachten wir, es handele sich um Moenkhausia agnesae, zumal die Tiere unter diesem Namen verkauft wurden. Sie wurde in der Vergangenheit auch von anderen Autoren und Salmler-Experten irrtümlich für diese Art beziehungsweise eine ihrer Standortvarianten gehalten.
Bei den hier vorgestellten Salmlern handelt es sich jedoch definitiv um Vertreter der Spezies Hyphessobrycon hexastichos Bertaco & Carvalho, 2005 (das Artattribut legt die deutsche Bezeichnung „Sechsstreifen-Salmler“ nahe). Die Wildfangtiere erwiesen sich in der Haltung als nicht ganz ­unproblematisch (siehe unten), meist eine Folge nicht optimaler Wasserverhältnisse.

Letzter Versuch
Von den fünf im November 2016 erworbenen Exemplaren, die nach jetziger Kenntnis mit einer Gesamtlänge von 53 bis 55 Millimetern in beiden Geschlechtern ausgewachsen sind, blieben bis Oktober 2017 nur zwei übrig.
Als in einem unserer Gesellschaftszuchtbecken (GZB, siehe Hoffmann & Hoffmann 2008) die abgesetzten Wildfänge von Hemigrammus coeruleus wieder einmal nicht laichen wollten, sollten sie Gesellschaft bekommen.

In den hintersten Winkeln der Verkaufsbecken fristen sie meist ein abgeschiedenes Dasein als graue und unscheinbare Ladenhüter. In Schulen und Kindertagesstätten sind sie dagegen die Stars. Was macht Zebrabuntbarsche so attraktiv für Jugendliche, Lehrerinnen und Lehrer? | von Hans-Peter Ziemek

Die ersten Zebrabuntbarsche wurden 1934 von einem Hamburger Händler nach Europa importiert. In den relativ kleinen Aquarien der damaligen Zeit fiel das streitbare Verhalten der Fische be­sonders auf. Die hohe innerartlicher Aggressivität der Tiere verhalf ihnen leider schnell zu einem schlechten Ruf. Zwar ließen sie sich einfach nachzüchten und zeigten auch ein hochkomplexes Verhalten bei der Fortpflanzung, doch für kleine Gesellschaftsbecken waren sie denkbar ungeeignet.
In „Knaurs Aquarien- und Terrarienbuch“ (1961) zählt Dieter Vogt diese Buntbarsche zumindest zu den harmloseren Arten. Aber ein harmonierendes Paar ist gnadenlos effektiv bei der Bewachung seiner Jungtiere, und so bekommt man bei einer Suchanfrage zu dieser Fischart bei Google schon in den ersten Treffern Beschimpfungen wie „Saubande“ oder „Miststück“ zu lesen.
Bis heute hat sich dieses üble Ansehen gehalten. Es gilt laut Literatur insbesondere für die weiße Farbform, die unter Handelsnamen wie „King Kong“ oder „Conga“ (offenbar nach ­einer Einheimischenbenennung, siehe Seite 16) vermarktet wurde. Heute findet man diese Tiere kaum noch im Handel. Wir halten die Form seit fast 15 Jahren im Buntbarschlabor der Justus-Liebig-Universität (JLU) Gießen und können im Verhalten keine Un­terschiede zu normal gefärbten Exemplaren feststellen.
Da sich kaum ein Aquarianer systematisch mit der Haltung der unterschiedlichen Arten und Formen der Gattung Amatitlania beschäftigt, gibt es im Zoohandel meist den Typus „Mischmasch-Zebra“ zu kaufen. Große, bullige Männchen und Weibchen mit sehr intensiver Streifenzeichnung prägen das Bild.
Fundortbezogene Aquarienstämme sind dagegen selten. Aber zum Glück konnten sich schleierflossige oder marmorierte Varianten in Europa nicht durchsetzen …