Die Biodiversitätsforschung in China hat in den letzten Jahren für eine ansehnliche Zahl neu beschriebener Süßwasserfische gesorgt. So gut wie unbekannt hierzulande ist die Vielfalt der Bitterlinge, die jedoch mehr Aufmerksamkeit verdienen, denn sie geben farblich einiges her! | von Sebastian Wolf

Das Auftauchen der 2017 beschriebenen, gleich in mehrfacher Hinsicht außergewöhnlichen Bitterlingsart Sinorhodeus microlepis (Li et al. 2017) entfachte mein Interesse an dieser Karpfenfischgruppe (Wolf 2019). Die Art war meines Wissens um den Jahreswechsel 2018/2019 herum über einen niederländischen Importeur nach Europa gelangt. Die Tiere wurden sicher auch verkauft, farblich machen die geschlechtsreifen Männchen ja doch einiges her – wirklich gehört hat man darüber hinaus allerdings nichts mehr von ihnen.

Es gibt faszinierende Fischarten, die fast jeder Aquarianer kennt, wenn sie auch nicht jeder pflegen kann. Ab nach Peru, auf eine Sammeltour im Regenwald zu den gepanzerten Riesen, die sich per Hand fangen lassen. | von Erlend D. Bertelsen

Er ist einer der wahren Giganten der Harnischwelsfamilie und faszinierte mich schon immer. Ich bin mir nicht sicher, ob es am rauen Aussehen liegt oder eben der Tatsache, dass er so riesig wird – ungeachtet dessen, was andere über den Elfenwels (Acanthicus adonis) denken: Es ist eine spezielle Art. Irgendwie wirkt sie „brutal“ mit ihren großen Knochenplatten voller spitzer, borstiger Odontoden (Hautzähnchen) entlang des Körpers. Kleine Augen, lange Brustflossen und schön ausgezogenen Filamente in der Schwanzflosse komplettieren die Erscheinung. Auf mich wirken sie wie Bulldozer.

Diskusfische aus Brasilien sind zwar nach wie vor sehr begehrt, aber dennoch sind die Fang­zahlen und die Anzahl der Fischer stark zurückgegangen. Unser Autor war mit einigen Berufs­fischern in Brasilien unterwegs und erlebte Spannendes! | von Walter Lechner

Aquarienfischfang hat am Amazonas eine schon lange Geschichte seit den 1930er-Jahren, mit einem Aufschwung in den 1950ern und dem Höhepunkt wohl in den 1980er- und -90er-Jahren. Diskusfische zählten immer schon zu den begehrtesten und somit auch zu den teuersten und für Fänger besonders lu­krativen Arten. Brasilien war der weltweit größte Exporteur wildgefangener Aquarienfische. Das hat sich aber geändert. Mit Einführung der Exportbeschränkungen seitens Brasiliens folgte ein jäher Einbruch in der brasilianischen Aquarienfischfangindustrie. Einen Großteil der alten Exportfirmen gibt es heute nicht mehr, und auch die Anzahl der hiesigen Importfirmen ist seitdem stark zurückgegangen.

Kolumbien war lange Zeit vor allem in seinen aquaristisch interessanten Regionen nur schwierig zu bereisen – dies hat sich jüngst gebessert. Dort trifft der schnorchelnde Aquarianer in oft wunderschönen und weitgehend ursprünglich erhaltenen Lebensräumen auf Arten, die teilweise auch in der Aquaristik bekannt sind. | von Wolfgang Staeck

Aquarianer, die Korallenfische pflegen, können sich den Wunsch, die von ihnen gehaltenen Fischarten auch einmal in deren natürlichen Lebensräumen unter Wasser zu beobachten, ohne Schwierigkeiten erfüllen – vom finanziellen Aspekt einmal abgesehen. Denn an allen tropischen Meeresküsten bietet sich in Touristenzentren die Gelegenheit, beim Schnorcheln oder Tauchen die dortige Fischwelt zu erkunden. Dagegen erweist es sich als erheblich schwieriger, Aquarienfische, die in Bächen, Flüssen oder Seen beheimatet sind, unter Wasser in ihren natürlichen Habitaten zu sehen. Denn Binnengewässer sind dafür im Allgemeinen viel zu trüb, weil ihr Wasser so große Mengen von Sedimenten und anderen Schwebstoffen enthält, dass die Sichtweite im Wasser manchmal nur wenige Zentimeter beträgt.

Von den heute sieben gültigen Arten der Gattung Dario wurden ganze sechs erst seit 2002 beschrieben – ein beachtlicher Artenzuwachs für eine Gattung, die zudem eine steile aquaristische Karriere hinter sich hat. Wer Charakterfische mit vergleichsweise geringem Platzbedarf sucht, findet in ihnen ein schönes Betätigungsfeld. | von Flair Wang

Viele Aquarianer in meiner Heimat Taiwan fragen mich, ob man Südamerikanische Zwergcichliden der Gattung Apistogramma in einem Kleinaquarium pflegen kann. Dies ist in der Regel natürlich nicht möglich. Eine gut geeignete, kleinere Alternative mit „Barschfaktor” kommt aus dem südlichen Asien. Einige Arten wurden in jüngster Zeit wieder angeboten, und dann ist da noch die Typusart der Gattung, Dario dario, die sich trotz gewisser Ansprüche in der Ernährung zu einem Dauerbrenner entwickelt hat.