Die nach wie vor monotypische Gattung Pristella ist offenbar nah mit Megalamphodus ­verwandt und soll eine Art Bindeglied zwischen Hyphessobrycon und Hemigrammus darstellen. In jedem Fall handelt es sich um ein quirliges Fischchen – und ein hübsches dazu. | von Ernst Sosna

In der älteren Literatur ist der Sternflecksalmler oder Wasserstieglitz häufiger als Pristella riddlei zu finden. Die Bezeichnung geht auf Meek zurück, der den Salmler 1907 unter diesem Namen beschrieb. Später fand man heraus, dass es sich dabei um denselben Fisch handelt, den Ulrey bereits 1894 P. maxillaris ­getauft hatte. Nach den Regeln der ­Internationalen Nomenklatur behält der zuerst vergebene Name seine Gültigkeit, jüngere Bezeichnungen werden zu Synonymen.
Die Heimat von P. maxillaris ist
das gesamte nördliche Südamerika. Sowohl in den Guyana-Ländern als auch in Venezuela bis hinunter ins Amazonasgebiet wurde dieser Salmler nachgewiesen. Die heute im Handel erhältlichen Tiere dürften allesamt Nachzuchten sein.
Der Sternflecksalmler besitzt einen hochrückigen, seitlich zusammengedrückten Körper mit (fast) transparenten Flanken. Je nach Lichteinfall wirkt der Fisch gelblich mit silbrigem Glanz. Damit bietet er leider nicht die farb­liche Extravaganz mancher anderen Salmler.

Seit einigen Jahren ist es gängige Praxis, L 102 und ähnliche Harnischwelse, die helle Punkte und schwarze Flossensäume zeigen, als Hypancistrus inspector zu klassifizieren. In jüngster Vergangenheit zeigte es sich, dass dieses Vorgehen nicht immer korrekt ist. | von Steven Grant, Jacqueline Heijmen Bennett-Leaver und Haakon Haagensen*

Im Jahr 2013 importierte die mittlerweile nicht mehr existierende Firma „Rare Aquatics“ (UK) einige ausgewachsene Harnischwelse als Hypancistrus inspector. Im folgenden Jahr erhielt „Pier Aquatics“ (Wigan, England) mehrere Tiere als L 102 (wie üblich, ebenfalls als H. inspector klassifiziert).
Einige der 2013 eingeführten Exemplare erwarb und vermehrte der eng­lische Aquarianer Nick Ridout, weitere aus einem 2014er-Import die Zweit­autorin (JHBL) dieses Beitrags. Als sie ihre Tiere nach gelungener Nachzucht genauer betrachteten, wurde deutlich, dass sich die Fische aus den beiden Importen sowohl hinsichtlich des Zeichnungsmusters als auch bezüglich der Größe so stark unterschieden, dass es sich nicht um Angehörige ein und derselben Art handeln konnte. Nick und Jacqueline waren vielmehr davon überzeugt, zwei verschiedene Spezies vor sich zu haben, die nicht mit L 102 identisch zu sein schienen.

Vom licht- und filtertechnischen Fortschritt der letzten Jahrzehnte hat auch die Süßwasser­aquaristik spürbar profitiert. Eine dauerhaft gesunde, artgerechte Ernährung unserer Fische sicherzustellen kann hingegen immer noch eine Herausforderung sein. | von Thilo Hanold

Veröffentlichungen zur Ernährung von Aquarienfischen lese ich mit großem Interesse, zumal dieses Thema immer aktuell ist und oft kontrovers diskutiert wird. Im Folgenden berichte ich über einige meiner Erfahrungen.
Noch gut erinnere ich mich an den Anfang meiner Beschäftigung mit Aquarienfischen. Das war Mitte der 1970er-Jahre und in der DDR. Das damals dort erhältliche und weit ver­breitete Trockenfutter bestand zu wesentlichen Teilen aus gedörrten Futtertieren wie Wasserflöhen, Mehlwürmern und Bachflohkrebsen. Dieses Standardmenü erweiterte ich gelegentlich um Tümpelfutter, Mücken­larven aus der Regentonne und hin und wieder einen Regenwurm. Doch das war eher die Ausnahme, denn bei selbst gefangenem Futter ließ sich das Einschleppen von Krankheitserregern und Schädlingen nie ganz ausschließen, und Regenwürmer waren ohnehin nur für größere Fische geeignet.
Ein weiteres, seinerzeit recht populäres Zusatzfutter waren Haferflocken, die vor dem Verfüttern meist ­eingeweicht wurden. Aber nicht alle Fische nahmen sie gern an.
Später ergänzten viele Aquarianer den Speisezettel um Warmblüterfleisch, vorzugsweise Rinderherz. Heute hat diese Kost an Bedeutung ­erheblich verloren, eine positive Entwicklung, wie ich finde.
Jungfischen bot ich in ihren ersten Lebenstagen früher oft hart gekochtes Eigelb und Eierkuchenmehl, immer in der Hoffnung, dass sie diese Ersatznahrung überhaupt annahmen.
Ein weiterer beliebter Notnagel hieß „Mekorna“ (Mehrkornnahrung). Das waren feine Flocken auf Getreidebasis, aus denen man sich einen Frühstücksbrei mischen konnte, also eigentlich eine Art Müsli und gar nicht für Fische gedacht.
Mit diesen Behelfsfuttermitteln funktionierte die Aquaristik jedoch ­erstaunlich gut, ich erinnere mich an viele gesunde und kräftige Nachzuchttiere, die ich mit solcher Kost aufgezogen hatte.

Der erste Teil dieses Beitrags (DATZ 2/2018) war der artenreichen Kollektion von Quallen und Rippenquallen hinter den Kulissen des Aquarienhauses im Tierpark Schönbrunn gewidmet. Neben der weltweit zweitgrößten Hohltier-Kollektion schwimmen aber auch etliche „fischige“ Kostbarkeiten in den Backstage-Aquarien. | von Uwe Dost

Der Tierpark beherbergt selten gepflegte und wissenschaftlich noch namenlose Buntbarsche aus Eritrea und Garra-Arten von der arabischen Halbinsel. Außerdem hat man sich in Wien der Erhaltungszucht bedrohter Fischarten, etwa des spa­nischen Valencia-Kärpflings und der Mittelmeer-Kärpflinge der Gattung Aphanius, verschrieben. Und nicht ­zuletzt hält man mehrere Arten Eier­legender Zahnkarpfen aus Nord- und Mittelamerika, darunter Vertreter der Genera Fundulus, Cualac und Cyprin­odon, um sie durch Nachzucht für die Nachwelt zu bewahren.

Habitatverlust und Artensterben
Bei einem Blick aus dem All erscheint die Erde bekanntlich als Blauer Planet, denn zwei Drittel seiner Oberfläche sind mit Wasser bedeckt. Nur scheinbar beherbergen die Regen­wälder der Tropen mit ihren riesigen Strömen gewaltige Mengen Süßwasser. Bei genauerem Betrachten erkennt man, dass über 97 Prozent der Wasservorräte unserer Erde mehr oder weniger salzig sind.
Lediglich etwa 2,5 Prozent beträgt der Anteil der Süßwasservorkommen, von denen wiederum etwa zwei Drittel, wenn auch infolge des Klimawandels ein immer weiter schwindender Anteil, in den Eiskappen der Pole und in den Gletschern der Gebirge gebunden sind. Der Großteil des übrigen Drittels liegt als Grundwasser im Boden verborgen.

Die Entdeckung einer wissenschaftlich neuen Fischart im Mittelmeer ist immer eine kleine Sensation – vor allem, wenn es sich um eine häufige Spezies handelt. | Von Robert A. Patzner

Die meisten interessierten Taucher, Schnorchler und Aquarianer wissen, dass es im Mittelmeer eine Grundelart gibt, die in Gemeinschaft mit Seeanemonen lebt, ähnlich wie die tropischen Clownfische.
Diese Anemonengrundel ist gegen das starke Nesselgift der Wachs­rose (Anemonia viridis) geschützt und kann sich deshalb in der Nähe ihrer Ten­takel aufhalten. Dabei handelt es sich allerdings nicht um eine echte Sym­biose (Mutualismus) wie bei den Anemonenfischen, da die Seeanemone durch die Grundel keinen erkennbaren Vorteil hat.