Bei den maulbrütenden Buntbarschen des Malawisees ist es üblicherweise Sache des Männchens, sich um Auswahl und Gestaltung des Laichplatzes zu kümmern. Sicher, man beobachtet in diesem See auch mehr oder weniger dominant gefärbte Männchen, die anscheinend ziellos umherstreunen und beim Anblick eines Weibchens ohne ­Umschweife losbalzen, um den Laichakt auf dem nächstbesten Untergrund einzuleiten. Doch sie sind eher Ausnahmen. | Von Andreas Spreinat

In der Regel findet man beim Blick durch die Tauchermaske standorttreue, Territorien verteidigende Cichliden-Männchen. Das Revierzentrum wird bei den Felsenbuntbarschen (Mbunas) häufig durch ein Versteck zwischen Steinen gebildet, das, sofern die betreffende Art in gemischten Sand-Fels-Zonen vorkommt, oftmals durch rege Grabtätigkeit erweitert oder in Form einer noch besser geschützten Höhle unter dem Stein angelegt wird.

Nestbau bei Fischen? Das klingt wie die Überschrift für einen Aprilscherz, ist es aber nicht! Nester sind auch für Wasserbewohner eine erfolgreiche Strategie, um dem Nachwuchs eine sichere Umgebung für die erste Lebensphase zu bieten. | Von Hans-Peter Ziemek

Wikipedia bietet zum Einstieg in das Thema die Definition des Begriffs „Nest“. Ableiten kann man ihn sowohl vom vorgermanischen nizdo („Niederlassung“) als auch vom lateinischen nidus („Nest“).
Für eierlegende Tierarten ist ein Nest die „Niederlassung“, um die Eier oder die geschlüpften Jungtiere für die erste Lebensphase in einem geschützten Raum unterzubringen. Das geschieht durch aktive Veränderungen der Umwelt.

Über die Aquarienhaltung von Süßwassermuscheln wird selten berichtet, dabei kann sie eine echte Herausforderung sein! Unser Autor schildert seine Erfahrungen. | Von Ingo Botho Reize

Im Oktober 2018 war der Wasserstand im Rhein sehr niedrig, sodass auf den freigelegten Sand­flächen Körbchenmuscheln (Corbicula fluminea) zu sehen waren. Einige Muscheln verfrachtete ich in ein 54-Liter-Aquarium und ernährte sie den Winter über mit selbst gezogenem Algenplankton (Chlorococcum) (siehe DATZ 4 und 6/2019).

In seinem Büchlen „Welse“ zählte Dieter Vogt Anfang der 1960er-Jahre auch diese Art zu den „beliebten Aquarienfischen und solchen, die es werden sollten“. Dabei kannte er die hier vorgestellte Albinoform noch gar nicht ... | Von Reinhold Wawrzynski

Aus der Familie der Schwielen- und Panzerwelse (Callichthyidae) waren mir die größeren, schlankeren Vertreter der Unterfamilie Callichthyinae immer lieber als die
bei den meisten Aquarianern häufig gepflegten kleineren, eher pummeligen Corydoras-Arten (Corydoradinae). Unabhängig davon, wie die Art nach wiederholten Revisionen und systematischen Neuzuordnungen auch hieß – „mein Fisch“ war hier immer der Gemalte Schwielenwels (Megal­echis thor­acata).
Zurückhaltend, scheu, schüchtern, nachtaktiv – das sind lauter ­Eigenschaften, die auf meine Welse nicht zutreffen. Sowohl als Jungtiere wie als fortpflanzungsfähige Adulti von zehn bis 14 Zentimetern Gesamtlänge wuseln sie die meiste Zeit durch das Aquarium und suchen nach Fressbarem, auch im freien Wasser schwimmend. Ihr spitz zulaufender Kopf eignet sich bestens dazu, den Bodengrund zu durchstöbern, um dort etwas zu finden, womit sie ihren schier un­ersättlichen Appetit stillen können. Die verhältnismäßig langen Bartelpaare unterstützen sie bei ihrer Suche.
Im Alter werden diese Welse etwas ruhiger – und korpulenter. Ausgewachsene hagere Exemplare von M. thoracata sah ich noch nie.

Die metallisch grün leuchtenden Smaragdpanzerwelse erfreuen sich bei vielen Aquarianern größerer Beliebtheit. Die ansprechend gefärbten und friedlichen Schwarmfische sind gesellschaftstauglich und als Restevertilger auch noch nützlich. Die ersten Exemplare sollen bereits 1938 durch den Münchener Tierpark eingeführt worden sein. | Von Ingo Seidel

Der Smaragdpanzerwels wurde 1855 von Francis de Castel­-nau als Callichthys splendens wissenschaftlich beschrieben. Typusfundort ist der Rio Tocantins im Bundesstaat Pará (Nordost-Brasilien). Der amerikanische Ichthyologe Edward Drinker Cope stellte 1871 die Gattung Brochis auf, der die Art später zugeordnet wurde.
Die Niederländer Han Nijssen und Isaac J. H. Isbrücker (1970) revidierten erst fast 100 Jahre später dieses ­Genus und stellten seine Charakteristika heraus. Brochis-Arten besitzen im Gegensatz zu allen anderen Panzerwelsen eine vergrößerte Rückenflosse mit zehn bis 17 verzweigten Strahlen. Die Angehörigen der Gattungen Aspidoras, Corydoras und Scleromystax weisen nur sechs bis acht Weichstrahlen in der Dorsale auf.