margin-right: 20px; margin-bottom: 10pxZwar handelt es sich bei diesem südamerikanischen Dornwels um einen ausgesprochen ruhigen, höchst interessanten und wahrlich beeindruckenden Bartelträger, doch ist er nur für ganz große Aquarien geeignet. | von Joachim Kreis

Vor ungefähr 30 Jahren sah ich erstmals Oxydoras niger in einem Aquarium. Ich kann mich noch sehr gut daran erinnern, als ich den rund 50 Zentimeter langen Wels bei „Kölle Zoo“ in Stuttgart entdeckte. Als Wels-Fan hätte ich ihn zu gern ­gekauft, doch als mein Blick auf den Verkaufspreis fiel, war meine Euphorie gleich wieder verflogen: 690 DM! Aber das war auch gut so, denn meine Aquarien waren zwar für die dama­ligen Verhältnisse mit Kantenlängen von 180 und 200 Zentimetern schon ziemlich groß, aber wenn man bedenkt, dass diese Fische über 90 Zentimeter lang werden können, immer noch viel zu klein.
Dann verlor ich die Art aus den ­Augen, zum einen suchte ich nicht gezielt danach, zum anderen begegnete ich ihr auch bei keinem Händler mehr.
Im Juni 2016 verleitete mich ein verregneter Sonntag zum Stöbern in den Ebay-Kleinanzeigen, wo ich schon mehrmals auf interessante Fische gestoßen war, insbesondere auf Tiere, die Aquarianer sich unüberlegt zugelegt hatten und für die ihre Becken sich eines Tages als zu klein erwiesen. Den 50 Zentimeter langen Acanthicus adonis, den ich aus einem 120 x 50 x  50 Zentimeter großen Aquarium „rettete“, erwähnte ich ja schon einmal in einem Artikel. Einen Megalodoras irwini von knapp 40 Zentimetern Länge „befreite“ ich im Juni letzten Jahres aus einem 160-Liter-Bassin.
In der Anzeige eines Händlers fand ich ein Foto, das mich sofort in seinen Bann zog, zeigte es doch jene Welsart, die mich vor drei Jahrzehnten so begeistert hatte! Die angebotenen Tiere sollten rund 30 Zentimeter lang sein, und der Preis war, anders als vor 30 Jahren, ganz in Ordnung.
Schnell war der Kontakt mit Herrn Komnino hergestellt, und ich fuhr am 3. August mit zwei 25-Liter-Eimern nach Rügland in der Nähe von Nürnberg. Von den Räumlichkeiten und der Anlage war ich etwas überrascht, mein erster Eindruck: „Die Fahrt hättest du dir sparen können!“ Die Aquarien standen im Keller eines über 100 Jahre alten Hauses, dicht nebeneinander, über mehrere Räume und Gewerke verteilt. Die niedrige Deckenhöhe verstärkte das Gefühl der Enge.
Aber bei genauem Hinsehen erkannte ich, dass die Beckenformate der Zahl und der Größe der darin schwimmenden Fische durchaus angemessen waren. Die Behälter waren sauber, alle Tiere standen gut im ­Futter, und es waren nur gesunde Exem­plare zu sehen, von Buntbarschen wie Astronotus ocellatus über Großsalmler wie Salminus brasiliensis bis hin zu mehreren Arten von Süßwasserrochen jeglicher Größe; lauter Fische, die nicht bei jedem Händler auf der An­gebotsliste stehen.

den vollständigen Artikel finden Sie in Ausgabe 12/2017

margin-right: 20px; margin-bottom: 10pxIst von Kampffischen die Rede, denken die meisten Aquarianer an den Schaumnestbrüter Betta splendens, der durch Auslesezucht zu bunten Farben und großen Schleierflossen gelangt ist und aufgrund seiner Fähigkeit, in kleinsten Behältern ohne Sauerstoffzufuhr zu überleben, in oft erbärmlich winzigen Behältnissen zum Verkauf angeboten wird. Doch es gibt weitere „Kämpfer“, die es verdienen, beachtet zu werden. | von Ernst Sosna

Zur geografischen Herkunft des Smaragd-Kampffisches gab es längere Zeit verwirrende Angaben. Dietrich Schaller, der das Typusmaterial Anfang der 1970er-Jahre gesammelt hatte, lieferte zunächst aus nicht bekannten Gründen falsche Vorkommensangaben, die er später aber berichtigte. Heute gelten der Nordosten Thailands und Laos in der Umgebung von Nong Khai am Mekong als Verbreitungsgebiet von Betta smaragdina Ladiges, 1972.

margin-right: 20px; margin-bottom: 10pxSeit vielen Jahren pflegt Klaus Pröpper Fische aus kühleren Regionen, vorzugsweise Lebendgebärende, und so galt sein hauptsächliches Interesse während einer Reise durch das östliche Uruguay den dort vorkommenden Jenynsia-Arten. Es gelang, sie aufzuspüren und lebend mitzubringen. | von Uwe Werner

Die Angehörigen der Gattung ­Jenynsia (Günther, 1866) sind weder Poeciliinen noch – wie früher – Angehörige einer eigenständigen Familie (Jenynsiidae), sondern seit Parenti (1981) zusammen mit den Vieraugen in der Unterfamilie Anablepinae (Familie Anaplepidae) untergebracht. Diese Entscheidung wurde aufgrund einiger morphologischer und biologischer Übereinstimmungen getroffen, lässt aber andere Merkmale unberücksichtigt. Außerdem handelt es sich bei den Anableps- und Jenynsia-Arten um Fische mit ganz unterschiedlicher Gestalt, Größe und Lebensweise, sodass hier sicher noch nicht das letzte Wort gesprochen ist.
Außerdem trifft die Behauptung, dass es sich um „Onesided Livebearers“ („Einseitige Lebendgebärende“) handelt, nur bedingt zu. So kann man verschiedentlich lesen, dass das Gonopodium entweder nur nach rechts oder nur nach links geschwenkt werden kann und die Geschlechtsöffnung der Weibchen mit einer links oder rechts verlagerten Schuppe bedeckt sei, sodass die Begattung nur von einer bestimmten Seite erfolgen könne; ein Weibchen mit rechtsseitiger Urogenitalöffnung benötige daher ein Männchen mit einem nach links beweglichen Gonopodium und umgekehrt.
Nun untersuchten Ghedotti & Weitzman erst 1996 eine große Zahl von Tieren verschiedener Jenynsia-Arten – J. onca war allerdings nicht dabei – und stellten fest, dass die Geschlechtsöffnung der von ihnen betrachteten Weibchen weder seitlich ausgerichtet noch abgedeckt war. Das ist zwar bei Anableps der Fall, nicht aber bei Jenynsia; zur Begattung können die Männchen ihr Gonopodium allerdings tatsächlich nur nach einer Seite schwenken.
Als weiteren Unterschied zu den Anableps-, die man „Vieraugen“ nennt, weil ihre Pupillen – zumindest bei erwachsenen Tieren – horizontal geteilt sind, sodass sie mit der unteren Hälfte unter Wasser, mit der oberen über der Wasserlinie sehen können, besitzen die Jenynsia-Arten normale Augen. Im Gegensatz zu den Poecili­inen verfügen sie aber – wie ihre Anableps-Verwandten – über ein röhren- und nicht rinnenförmiges, unbeschupptes Gonopodium, das hauptsächlich aus dem dritten, sechsten und siebten Afterflossenstrahl gebildet ist.

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margin-right: 20px; margin-bottom: 10pxTropische Süßwasserfische in einem 6,5-Millionen-Liter-Tauchbecken erleben? Über 2.500 Fische aus Afrika, Asien und Südamerika warten darauf, hautnah bestaunt zu werden; ein neues Indoor-Tauchzentrum in Belgien macht es möglich. Bei 23 °C kann man in dem Bassin auf dem ehemaligen Minengelände schnorcheln und tauchen. Durch große Panoramafenster können Zuschauer, die nicht nass werden möchten, das Treiben unter Wasser verfolgen. | von Frank Rossow

Für begeisterte Aquarianer ist es ein erhebendes Gefühl, tauchend oder schnorchelnd die Bewohner der Seen und Meere dieser Welt aus nächster Nähe betrachten zu können. Gern träumen sie dann ­davon, zu Hause ein so großes Aqua­rium aufzustellen, in dem sie die dar­-in gepflegten Malawi- und Tanganjikasee-Buntbarsche hautnah beobachten können ...
Im Jahr 2016 fand ich im Internet den Hinweis, dass in Belgien ein Indoor-Tauchzentrum eröffnet würde, in dem es Malawi- und Tanganjikasee-Buntbarsche, aber auch südamerikanische Arowanas und Pacus geben sollte. Als Aquarianer stellte ich mir natürlich gleich eine Menge Fragen: Wie soll das funktionieren? Wie wollen die das Wasser klar halten? Kann es überhaupt gelingen, so unterschiedliche Arten aus drei Kontinenten zusammen zu halten? Und wie ­reagieren die Fische auf die Taucher?
Beim ersten Besuch (August 2016) der beiden Initiatoren des Tauchzen­trums TODI („Total Diving“), Wouter Schouvaarts und Dirk Heylen, war ich einfach überwältigt. Was sie da entstehen lassen wollten, war ein Mammutprojekt! Über zwei Stunden erklärten sie mir ihr Vorhaben, zeig­-ten mir die Filteranlagen und das ­ganze technische Drumherum.
Nach einem halbstündigen Rundgang standen wir dann am Tauchbecken. Wasser strömte in das Bassin, der Pegel betrug bereits zwei Meter, aber es würde noch knapp eine Woche dauern, um das 6,5 Millionen Liter große, bis zu zehn Meter tiefe Becken komplett zu füllen. Acht bis zehn ­Wochen sollte das Nass gefiltert und aufbereitet werden, bevor die ersten Fische einzögen. Riesige Sand- und Kiesfilter, Ozongeräte und UV-Klärer sollten eingesetzt werden, zwei Mit­arbeiter sich nur um die Fische kümmern. Fachlich beraten ließen sich Schouvaarts und Heylen vom Brüsseler Zoo und von zwei Großhändlern.
Anfang Oktober war es endlich so weit. Ich durfte noch vor der großen Eröffnung fotografieren und tauchen. Das Becken umfasst mehrere Themenbereiche, die den Besuchern Abwechslung bieten (Höhle, Grotte, Autowracks ...).
Mich interessierten natürlich vor allem die Fische. Wie verhielten sie sich, wie nahmen sie die Umgebung an, wo hielten sie sich auf, wo besetzten sie ihre Reviere?

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margin-right: 20px; margin-bottom: 10pxDie Parachromis-Arten sind Aquarianern bekannt als „Guapotes“. Unter diesem Namen sind sie recht beliebt, trotz des Umstands, dass sie beachtliche Größen erreichen, sodass sie für kleinere Aquarien weniger gut geeignet sind. Dessen ungeachtet war und ist die Gattung immer noch Gegenstand ungelöster Fragen und Probleme, die im Folgenden erörtert werden. | von Willem Heijns*

Den ersten Guapote, den ich besaß, kaufte ich in den frühen 1980er-Jahren in einem Geschäft in Amsterdam, das ihn als Cichlasoma managuense führte. Ich hielt diesen Namen für korrekt, bis ich ­eines meiner ersten Bücher über Buntbarsche, „Cichlids of the world“ von Robert Goldstein, kaufte, das ein Bild eines C. managuense zeigte, der mit meinem Fisch keinerlei Ähnlichkeit aufwies. Wie konnte das sein? Die Amerikaner mussten falsch liegen ...
Ein Freund von mir arbeitete seinerzeit als Kameramann für Naturdokumentationen des deutschen Fern­sehens und brachte mir eines Tages aus El Salvador einige Cichliden mit, die er als Petenia splendida bezeich­nete. Und siehe da: Diese Fische glichen bis auf das letzte Detail Goldsteins Bild eines C. managuense!
Nun war ich vollends verwirrt. Aber bald stellte sich heraus, dass P. splendida nicht der korrekte Name sein konnte, denn diese Art kommt in El Salvador gar nicht vor, im Gegensatz zu C. managuense, wenngleich lediglich als eingeschleppte Spezies. Also hatte ich endlich einen Namen für meinen salvadorianischen Buntbarsch.
Und der erste, mein ursprünglicher C. managuense? Damals, in den frühen 1980er-Jahren, kamen für mich nur zwei Guapote-Namen infrage: Cichlasoma dovii und C. friedrichsthalii (von C. motaguense hatte ich noch nichts gehört). Cichlasoma dovii konnte es nicht sein; die Unterschiede ­waren zu groß. Also kam ich zu dem Schluss, C. friedrichsthalii vor mir zu haben, und blieb eine ganze Weile bei dieser Überzeugung, wenn auch nur, weil bis dato niemand lebende Tiere dieser Art gesehen hatte; sie war schlicht noch nicht bei den Aquarianern angelangt.

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