Süsswasser
Vembanad-See: Die Gefährdung von Fischen muss nicht sein!
Der kleine Bundesstaat Kerala im Südwesten Indiens ist ein Paradies für Aquarianer. Hier treffen Zivilisation und Natur hautnah aufeinander, es öffnen sich Einblicke in das Leben und Überleben bekannter Aquarienfische. Wissenschaftliche Feststellungen fordern Menschen in Indien und uns Aquarianer auf, mit der Natur verantwortungsvoll umzugehen. | von Rudolf Suttner
Mit einer Länge von 96 km erstreckt sich der See Vembanad landeinwärts vom Norden nach Süden Keralas entlang der Malabarküste. Der See deckt eine Fläche von 2.033 km² ab. Zehn Flüsse aus den Biodiversitäts-Hotspots der Westghats füllen ihn mit Wasser. Seit 2002 ist er eines von zwei Ramsar-Gebieten in Indien (siehe Kasten). Interessant ist das Zusammenleben von 1,6 Millionen Menschen, die um den See wohnen, mit der Natur und speziell mit den Fischen.
Neue Zwergbuntbarsche aus der Gattung Apistogramma
Viele Apistogramma-Arten sind noch unbeschrieben, darunter finden sich einige, die im Hobby schon verbreitet sind. | von Wolfgang Staeck
Insbesondere für Aquarianer mit wenig Platz waren die unter den Bezeichnungen Zwergbuntbarsche oder Zwergcichliden zusammengefassten Fischarten schon immer von besonderem Interesse, weil sie keine allzu großen Becken benötigen.
Geheimnisvolle Buntbarsche aus Madagaskar (III): Ptychochromoides
Auf Madagaskar gibt es traumhaft schöne Cichliden, darunter die Paratilapia, die Jean-Claude Nourissat, der frühere Präsident der französischen Cichliden-Gesellschaft, von dort mitbrachte. Er reiste mehrfach, meist in Gesellschaft von Hugues Gellereau und Patrick de Rham, nach Madagaskar, um endemische Buntbarsche zu suchen. | von Uwe Werner
Viele Buntbarscharten Madagaskars sind aufgrund von Überfischung, Gewässerverschmutzung und Faunenverfälschung arg unter Druck geraten und stehen ganz offensichtlich vor der Ausrottung. Jedenfalls berichtete Jean-Claude von unsäglichen Schwierigkeiten, endemische Buntbarsche zu finden, die noch vor 40 Jahren reichlich vorhanden waren: Nahezu überall sah er massenhaft Tilapien, während ihm Endemiten nur in geringer Stückzahl oder gar nicht ins Netz gingen. Besonders schwierig gestaltete sich die Suche nach den Ptychochromoides Kiener & Maugé, 1966 …
Rote Nannostomus
Die unlängst neu eingeführten Nannostomus sind geradezu spektakulär gefärbt, und mittlerweile liegen auch Erfahrungen mit ihrer Vermehrung vor. | von Vladko Bydzovsky
Ich bin seit 1955 Aquarianer und habe seitdem Hunderte von Fischarten verschiedener Familien gehalten und vermehrt. Als ich 1962 zum ersten Mal Zwergziersalmler (Nannostomus marginatus) züchtete, wurden Schlanksalmler (Lebiasinidae) – zu denen die genannte Gattung gehört – neben Neonfischen zu meinem Haupthobby. Im März 2022 sah ich im Internet zwei wunderschöne mutmaßliche neue Arten (meiner Ansicht nach handelt es sich um gute Arten, und so bezeichne ich sie in diesem Beitrag auch) von bisher unbeschriebenen roten Ziersalmlern, bezeichnet als Nannostomus sp. „Super Red Amaya“ und Nannostomus sp. „Super Red Cenepa“, und sagte mir, dass ich diese Fische haben musste. Bei mir zu Hause schwammen bereits die beiden anderen Arten roter Ziersalmler, N. mortenthaleri und N. rubrocaudatus.
Die Gierige: Sinobdella sinensis
Aus China stammt einer der empfehlenswertesten Stachelaale fürs Aquarium, der sich als sehr robust erweist. Leider wurde er bisher nur ein Mal eingeführt. | von Sebastian Wolf
Sinobdella stellt die dritte Gattung der Stachelaal-Familie dar, die momentan als gültig anerkannt wird. Im Gegensatz zu Macroganthus und Mastacembelus ist sie monotypisch, enthält also nur eine einzige Art. Sinobdella sinensis ist aquaristisch quasi unbekannt. Das liegt vor allem daran, dass Importe chinesischer Arten immer noch selten sind. Zwar hat sich hier in den letzten Jahren ein wenig getan, die eingeführten Fischarten haben es bisher aber kaum zu größerer Aufmerksamkeit geschafft. Sinobdella sinensis ist darüber hinaus auch in Vietnam und von Taiwan nachgewiesen, von dort importiert man aber lieber allerlei andere Süßwasserarten. So war ich doch sehr überrascht, um nicht zu sagen begeistert, als Chinesische Stachelaale 2020 erstmals kommerziell eingeführt wurden. Ich wollte die Art unbedingt selber pflegen. Und nach drei Jahren im Aquarium lässt sich sagen: Sie ist ein wundervoller Pflegling.


