Ein Besuch in der Aquarienanlage der „Zierfischfreunde Roter von Rio Hattingen e. V.“ lohnt immer. Erst recht, wenn es Neues zu sehen gibt. | von Rainer Stawikowski

Schon mehrmals stellte ich an dieser Stelle Aquarien aus Hattingen vor. Der Verein in der ­anheimelnden Mittelstadt am südlichen Rand des Ruhrgebiets mit ihren vielen Fachwerkhäusern im gut erhaltenen historischen Kern ist – das darf man wohl behaupten – einer der letzten richtig aktiven, zumindest im ehe­ma­ligen Kohlerevier, das ja einst als aquaristische Hochburg galt. Fast 80 Mitglieder zählt der „Rote von Rio“ und besitzt sogar – heute keineswegs selbstverständlich – eine Jugendgruppe (https://roter-von-rio.de/).
Dieses Mal bin ich mit Dirk Balzer verabredet, dem Geschäftsführer der Zierfischfreunde. Seit seinem 13. Lebensjahr ist er (geboren 1962) Aqua­rianer.

Das zwei Meter lange Meerwasseraquarium von Dr. Dirk Kunzmann ist ein imposanter und faszinierender Blickfang. Kurios? Ausgerechnet die Doktorfische haben es dem Unfallchirurgen angetan … | Von Patrick Lehmann

D ie Aquaristik gehörte schon immer zu Dirk Kunzmanns Leben. Bereits als Kind unterstützte er tatkräftig und gern seinen Vater bei der Pflege seiner Aquarien, für die er oftmals aufgrund seiner beruflichen Tätigkeit als Tierarzt nur wenig Zeit hatte. Damals – es waren die 1980er-Jahre – hielten die beiden ausschließlich Süßwasserfische. Häufig handelte es sich dabei um Maulbrüter, die mit ihren Verhaltensweisen immer wieder spannende Beobachtungen ermöglichten.
Auch später, während des Medizinstudiums, blieb Dirk der Aquaristik treu, pflegte nun bereits Diskusbuntbarsche und verbuchte sogar den einen oder anderen Erfolg in der Nachzucht.

Auch wenn Daniel Zaddach kein Hobby-Aquarianer ist – den Entschluss, mit zwei Riffbecken „mehr Farbe in sein Geschäft zu bringen“, hat er nicht bereut. | Von Rainer Stawikowski

Du bist doch ständig auf der ­Suche, ich habe ein schönes Aquarium für Dich!“ Solche Anrufe von Matthias Schiemann von „Burda’s Tierwelt“ (Gelsenkirchen-­Buer) bekomme ich gern, denn viel­versprechende „Blickfang“-Kandidaten kann ich immer gut gebrauchen.
Ein weiteres kurzes Telefongespräch, und der Termin steht: Montagnachmittag, Gladbeck, Innenstadt, Goetheplatz. „Du kannst das Hörstudio kaum verfehlen. Das große Riff­becken fällt auf, Du siehst es bereits von draußen“, hat Matthias mir noch gesagt. Das stimmt auch. Steht man vor dem Ladenlokal, kann man das Aquarium nicht übersehen, ein Blickfang im Wortsinn! Was mir allerdings noch vorher auffällt, ist die vergleichsweise hohe Zahl der in dieser Stadt ansäs­sigen Hörakustiker …

Günter Lindenberg ist seit über 60 Jahren Aquarianer, seit gut 40 Jahren Mitglied in seinem Verein und seit 13 Jahren dessen erster Vorsitzender. | von Rainer Stawikowski

Es gibt Aquarien, deren Geschichte fast noch interessanter ist als ihr tierischer Besatz, das trifft auch auf unseren aktuellen Blickfang zu. Als sein Besitzer 1993 in das Haus seiner Ehefrau Gisela zog, erblickte er draußen, auf der Wiese im Garten, ein leeres Aquarium. Giselas Sohn Andreas hatte das 120 x 60 x 50 Zentimeter große Becken kurz zuvor stillgelegt. Diesen Anblick konnte Günter Lindenberg – seit seiner Kindheit leidenschaftlicher Aquarianer – nicht ertragen; das völlig intakte Bassin musste auf jeden Fall wieder in Betrieb genommen werden!

Nicht weniger als 150 Aquarien stehen in seinem Keller. Neben bekannten Fischen schwimmen hier auch einige Arten, die man nicht alle Tage zu sehen bekommt. | von Rainer Stawikowski

M it seinem Jahrgang – 1960 – gehört Klaus Pröpper zu jener Generation, deren Kinder (insbesondere die männlichen) im Grundschulalter sich in ihrer Freizeit oft und lange draußen herumtrieben und mit offenen Augen ihre Umgebung erkundeten. Und wenn sie in einem eher ländlichen Umfeld heranwuchsen, spielte die Natur dabei eine besonders wichtige Rolle. Vor allem die Gewässer übten auf neugierige und aufmerksame Knaben eine geradezu magische Anziehungskraft aus, gab es darin doch so viel zu entdecken! Hier spreche ich aus eigener Erfahrung ...
Klaus Pröpper erblickte in Balve, einer Kleinstadt im Tal des Flüsschens Hönne, das Licht der Welt. Er hatte nicht nur das Glück, seine Kindheit im schönen Sauerland zu verbringen, sondern auch einen höchst naturverbundenen Mentor: Sein Onkel Herbert war nämlich Waldarbeiter und Angler.
In dessen Pachtgewässer, einem klaren Bach, lebten unter anderem ­Forellen, Groppen und Elritzen. Hier stellte Klaus seine ersten Freilandbeobachtungen an, indem er Bachwasser in kleine Gumpen am Ufer umleitete, um darin selbst gefangene Fische aus nächster Nähe zu betrachten.