Ute Schössler-Poßeckert (Jahrgang 1962) und Bernd Poßeckert (1961) lernten sich vor zwei Jahrzehnten über eine Aquarienzeitschrift kennen. Ute suchte als Anfängerin – sie war erst wenige Jahre zuvor durch einen Zoofachhändler an die Aquaristik geraten – Hinweise für die Pflege ihrer Mollys. Bernd – Aquarianer seit seinem zwölften Lebensjahr – war damals als Geschäftsführer der Deutschen Gesellschaft für Lebendgebärende Zahnkarpfen (DGLZ) zuständig für solche Fragen. Ute brauchte also Hilfe und fand sie bei Bernd – allerdings lebte sie in Düsseldorf, und er wohnte in Berlin! | von Rainer Stawikowski

A us der ersten Anfrage ergab sich ein lebhafter E-Mail-Wechsel, der in kurzer Zeit einen Umfang von mehreren Seiten pro Tag annahm. Dann kam eins zum anderen. Als Utes Hund zu ihrem Leid eingeschläfert werden musste, fuhr Bernd kurzentschlossen ins Rheinland, um sie zu trösten.
Nach einer kurzen Phase der Fernbeziehung ergab sich schon bald die Frage, wer denn wo die besseren beruflichen Chancen hätte. Beide hatten sie eine sichere Anstellung, aber der Arbeitsmarkt in Berlin war nach der Öffnung der Grenze kurz zuvor und bei der massiven Abwicklung von DDR-Firmen durch die Treuhand sehr überlaufen. Also überlegte Bernd nicht lange und siedelte in die Landeshauptstadt Nordrheinwestfalens um.

Seit seiner Kindheit ist Torsten Plösch Aquarianer. Seine Vorliebe: Fische aus dem tropischen Südamerika. | Von Rainer Stawikowski

Geboren 1969 in Bremen, aufgewachsen im eher ländlichen Delmenhorst – man könnte vermuten, dass es die gewässerreiche Umgebung war, die Torsten Plösch ­irgendwie vivaristisch beeinflusste. Aber nein, es war Vater Lothars Aquarium, das den Teenager seinerzeit prägte, ein 54-Liter-Gesellschaftsbecken im Wohnzimmer des kurz zuvor bezogenen Eigenheims. Das war Anfang der 1980er-Jahre, erinnert sich Torsten.

Natürlich war für diese Seiten ein „richtiger“ Blickfang-Artikel vorgesehen, doch höhere Gewalt – winterliche Unbilden in Gestalt von Eisregen und grippalem Infekt – machten uns einen Strich durch die Rechnung. Was nun? | von Rainer Stawikowski

Leider kommen die meisten Blickfang-Termine eher kurzfristig zustande, sodass sich selten die komfortable Situation ergibt, auf einen Vorrat an vorbereiteten Beiträgen für diese Rubrik zurückgreifen zu können. Die Redaktion lebt hier – jedenfalls zeitweise – „von der Hand in den Mund“. Der durchaus recht­zeitig vereinbarte Besuch bei einem Aquarianer in Norddeutschland musste aus Wetter- und Gesundheitsgründen zurückgestellt werden, ein Ersatz ließ sich auf die Schnelle nicht finden.
Die simpelste Lösung wäre gewesen, einfach einen anderen Artikel an diese Stelle zu setzen, doch das war mit dem Ehrgeiz, in jeder DATZ-Ausgabe einen „Blickfang“ zu präsentieren, nicht zu vereinbaren. Vielleicht einen alten Beitrag frech wiederholen? „Auf vielfachen Wunsch unserer Leser bringen wir den in Heft XY veröffentlichten Artikel über das Riffaquarium von Herrn Sowieso hier noch einmal.“ Nein, wir sind ja schließlich nicht beim Fernsehen. Also, was tun?

Es kommt nicht oft vor, dass es einem Vater gelingt, seinen Sohn für das eigene Hobby zu begeistern. Noch seltener reiten gleich drei Generationen dasselbe Steckenpferd. Im Hause Künne scheint Aquaristik eine Art Familienleidenschaft zu sein ... | Von Rainer Stawikowskisna

Als ich Künne Junior nach seinem Alter frage, wie ich es bei meinen Blickfang-Interviews zu tun pflege, legt er mir zu meiner Verwunderung seinen Personalausweis vor. Dort lese ich nicht nur, dass er am 21. Februar 1991 auf die Welt kam, sondern auch seine sämtlichen Vornamen: Erwin Rainer Leopold Fritz Alfred Anton Josef. In seiner Familie, erklärt Erwin (das ist sowohl sein Rufname als auch der Vorname des Großvaters väterlicherseits), sei es üblich, nach den Vorfahren benannt zu werden, sodass sich Uropas, Opas und ­Vaters Namen in seinem Ausweis finden. Drei davon, erfahre ich weiter, waren oder sind Aquarianer: Opa Erwin, Vater Rainer und natürlich Erwin selbst, womit wir auch schon beim Thema sind: Wann und wie fing das an mit der Aquaristik im Hause Künne?

Es ist gut, dass Detlev Flott alle wichtigen Daten über sein Aquarium aufgelistet hat. So bleibt mehr Zeit zum Erzählen, denn Stoff gibt es reichlich ... | von Rainer Stawikowski

Wo anfangen? Am besten vorn. Warum ist Detlev Flott Aquarianer? Was hat ihn derart geprägt, dass er immer – als Schüler, Auszubildender und Student, als Ingenieur, Ehemann und Familienvater – mindestens ein Aquarium betrieb?
Gewässer, erzählt Detlev (Jahrgang 1951), haben ihn seit jeher fasziniert. Noch heute erinnert er sich an ein Erlebnis, das er als Vier- oder Fünfjähriger in Indien hatte. Sein Vater betreute ein Staudamm-Projekt in Westbengalen. Eine Kopfverletzung infolge eines Unfalls, den Flott junior im heimischen Haushalt in Durgapur – damals war die 500.000-Einwohner-Metropole noch eine Kleinstadt – erlitten hatte, machte es erforderlich, einen Arzt in Kalkutta aufzusuchen.