Mehr als „nur“ ein spannender oder beruhigender Blickfang: Dieses Becken ist Schul- und Therapie-Aquarium, es ist ein wichtiges Begegnungs- und Kommunikationszentrum. | von Rainer Stawikowski

Auf der Homepage der Helios ­Klinik im westfälischen Hattingen (www.helios-gesundheit.de/hattingen) finden sich ausführliche Informationen über die Behandlung erwachsener, jugendlicher und Kinder-Patienten, über Therapie-Angebote und über Sondereinrichtungen dieses bedeutenden Rehabilitationszentrums für Neurologie, Neurochirurgie und Neuropädiatrie. Auf der Website erfährt man jedoch nicht, dass es im Kinder- und Jugendhaus der Einrichtung auch ein Aquarium gibt.
Dabei hat dieses Süßwasseraqua­rium eine hochinteressante Geschichte, wie ich jedenfalls finde. Immer auf der Suche nach lohnenden Blickfang-Objekten, erzählte mir Andreas Bedmann, seit 2009 erster Vorsitzender der „Zierfischfreunde Roter von Rio Hattingen“ (siehe „Blickfang“ DATZ 5/2014), von dem Becken in der Obhut seines Vereins und schlug mir vor, es doch einfach gemeinsam zu besichtigen; dann könnte ich auch gleich ein paar Fotos für einen Artikel machen. Nur wenige Wochen später setzten wir seine Anregung um.

margin-right: 20px; margin-bottom: 10pxUnter ähnlicher Überschrift erschien in DATZ 12/2013 ein Beitrag über das Riffaquarium von Engelbert Kleinjohann. Zusammen mit Vereinsfreund Michael Stuckert betreibt er zudem eines der Schaubecken der „Zierfischfreunde Roter von Rio Hattingen“. | von Rainer Stawikowski

Über den aquaristischen Wer­degang von Engelbert Klein­johann und sein häusliches Riffbecken berichtete ich ausführlich im Dezember 2013. Engelbert gehört zu den unverwüstlich aktiven Mit­gliedern seines Vereins, die sich in den Kellerräumen des Gymnasiums Waldstraße in Hattingen eine sehenswerte Vivarienanlage leisten. Ein Terrarium, neun Süßwasser- und drei Meerwasseraquarien sind hier zu bewundern, hinzu kommt eine Hälterungsanlage für Börsen und Ausstellungen.
Das Terrarium beherbergt Pfeilgiftfrösche. Die Süßwasserbecken sind diversen Themen gewidmet (darunter „Regenbogenfische“, „Südostasien“, „Malawi- und Tanganjikasee“, „Piranhas“, „Killifische“, „Labyrinthfische“, „Mittel- und Südamerika“ sowie „Amazonas“). Die drei Riffaquarien sind ebenfalls unterschiedlich besetzt. Eines davon stellte ich bereits im Juli 2015 vor.
Die Aquarien und Terrarien des Roten von Rio werden privat betreut und bewirtschaftet. Das bedeutet auf der einen Seite, dass jedes aktive Mitglied eines oder auch mehrere der Vivarien ganz nach seinen persönlichen Neigungen gestalten und besetzen kann. Auf der anderen Seite heißt das aber auch, dass er oder sie für die Kosten aufkommen muss. Mit anderen Worten: Pflanzen- und Tierbesatz, Dekorationsmaterial und Strom (jedes Becken hat seinen Zähler) sind aus ­eigener Tasche zu bezahlen. Wer die Anlage der Zierfischfreunde kennt, wird bestätigen: So etwas kann nur ­gelingen, wenn eine gehörige Portion Begeisterung und ein gerüttelt Maß Beharrlichkeit dahinterstecken.
Auch für die Technik seines Aquariums ist jeder Betreiber selbst verantwortlich. Engelbert Kleinjohann hat Beleuchtung und Wasseraufbereitung des hier vorgestellten Riffbeckens erst kürzlich modernisiert. Das bot sich an, weil er sein Aquarium daheim mit neuer Technik ausgestattet hat, sodass er die bisherige an Michaels und seinem Vereinsriff installieren konnte.
Dieses Riffbecken steht in ­einer Ecke ganz hinten in den Räumen, davor ein runder Tisch mit zwei Stühlen, von wo aus man es bequem betrachten und genießen kann. Im rechten Winkel dazu schließen sich rechts die nächsten Aquarien an.

den vollständigen Artikel finden Sie in Ausgabe 11/2017

margin-right: 20px; margin-bottom: 10pxDas Aquarium von Michael Dickhut ist ein klassisches Gesellschaftsbecken mit Garnelen, Salmlern, Panzer- und Harnischwelsen, Lebendgebärenden, Schachbrettschmerlen und einigen weiteren Arten. Dazu gehören auch zwei Zwergbuntbarsch-Paare. | Von Rainer Stawikowski

Geboren wurde Michael Dickhut 1970 im äußersten Westen Nordrhein-Westfalens, in Geilenkirchen, unmittelbar an der Grenze zu den Niederlanden. Er wuchs aber
im Ruhrgebiet auf, nämlich in Essen, und seit 2000 lebt er in Gelsenkirchen.Im Stadtteil Buer bezog er mit Frau ­Petra und Tochter Frederike drei Jahre später ­seine jetzige Wohnung. Seit ­jeher fühlt er sich als „Ruhri“ (Ruhr­gebietler)!
Seine Leidenschaft für die Aqua­ristik entdeckte Michael bereits als Schüler, standen in seinem Gymna­sium doch immerhin fünf Aquarien! Begeistert und wissbegierig schloss er sich der schulischen Aquarien-AG an, die die Becken betreute.
Sein Wunsch, daheim ein eigenes Süßwasseraquarium zu besitzen, wurde schon bald erfüllt, er bekam ein 54-Liter-Bassin geschenkt. Als dieses erste Becken zu lecken begann, erbte er von Bekannten seiner Eltern ein 80 Zentimeter langes, 112 Liter großes Aquarium, ausgestattet mit HQL-Beleuchtung und Außenfilter, in dem
er Neonsalmler, Skalare und weitere „Klassiker“ pflegte.
Bundeswehrzeit und Studium sowie der damit verbundene Platzmangel verordneten Michael dann aber erst einmal eine aquaristische Aus­-zeit. Der Wunsch, irgendwann wieder Fische zu besitzen, blieb allerdings über die Jahre erhalten, doch sollte es eine Weile dauern, ehe er erneut erfüllt wurde.
Auslöser waren der am jetzigen Wohnort angelegte Gartenteich und Frederikes Wunsch, Löwenkopf-Goldfische hineinzusetzen. Weil diese Zuchtform die kalte Jahreszeit besser nicht im Freien verbringt, musste ein Winterquartier her, ein Zimmer-Aquarium. Was lag näher, als das Becken im folgenden Frühjahr – nach dem Umzug der Löwenköpfe in ihr Sommer-Domizil – mit anderen Fischen zu besetzen? Genau! Guppys zogen ein …
Da stand also endlich wieder ein Fischbecken in der guten Stube – wenn auch eher ein Provisorium. ­Familie Dickhut war sich bald einig: Ein „richtiges“ Aquarium musste her! Also suchte Michael den ortsansäs­sigen Fachhändler auf und fand in der Süßwasserabteilung von Burda’s Tierwelt einen kundigen Berater. Mitar­beiter Patrick Patzer empfahl
ein schmuckes und preiswertes Komplett-Set, nämlich das „Rio 125“ von der ­Firma Juwel. Das war in der Tat ein deutlicher Schritt nach vorn.

den vollständigen Artikel finden Sie in Ausgabe 10/2017

margin-right: 20px; margin-bottom: 10pxSehenswerte Schauaquarien in öffentlichen Einrichtungen gab es schon mehrfach in dieser Rubrik, etwa in Schulen, in einer Stadtbücherei oder in einem Krankenhaus. Hotels ­hatten wir bisher allerdings noch nicht. Hier also eine Premiere! | Von RAINER STAWIKOWSKI


S eit 2009 gibt es dieses Hotel im einstigen Verwaltungsgebäude der Dortmunder Union-Brauerei. Das eigentliche Brauereigebäude wurde 2004 abgerissen. Allein der ehemalige siebenstöckige Gär- und ­Lagerkeller, schon lange umgebaut zu einem Kunstmuseum, mit dem vier­seitigen, vergoldeten, beleuchteten und weithin sichtbaren Wahrzeichen der Brauerei, dem berühmten „Dortmunder U“, besteht noch. Auch die Biermarke „Dortmunder Union“ existiert nach wie vor, wird aber mittlerweile andernorts gebraut.
Ebenfalls seit 2009 gibt es unseren aktuellen Blickfang. Der erste Inhaber des Hotels ließ die Aquarienanlage, die aus fünf unterschiedlich großen Meerwasserbecken besteht, genauso bauen, wie sie sich heute noch darstellt. Er wollte etwas Außergewöhn­liches schaffen, einen Blickfang eben, der sich harmonisch in das Interieur einfügt: „Ganz im Stil eines Grand­hotels strebt das Haus mit Kronleuchter, Marmor und Messing danach, ­goldene Hotelzeiten wieder aufleben zu lassen“, heißt es auf der hotel­eigenen Homepage.
Zwei Jahre nach der Eröffnung übernahm die in Hamburg ansässige „Novum Group“ das Hotel mitsamt den Aquarien – sehr zur Freude von Direktrice Christina Kistner, die das Haus von Anfang an leitet: „Der französische Name ‚Unique‘ bedeutet ja ‚einzigartig‘, und unsere Riffbecken sind nun einmal ein Alleinstellungsmerkmal, sowohl in der Dortmunder Hotel-Landschaft als auch in der gesamten Novum Group.“
Ob Christina selbst denn auch Aquarianerin ist, möchte ich gern ­wissen. „Nicht mehr“, erzählt sie, „früher hatte ich tatsächlich ein ­Aquarium, allerdings Süßwasser.“
Naturbegeistert und biologisch ­interessiert ist sie aber nach wie vor, au­ßerdem eine begeisterte Taucherin. Das Große Barriere-Riff vor Australien hat sie bereits besucht, ebenso die eine oder andere Insel in der Karibik und Mauritius im Indischen Ozean, „immer mit Kamera, um zu beobachten, fotografieren und filmen“.
Island ist ihr nächstes Ziel, verrät sie mir: „Tauchen auf dem Mittel­atlantischen Rücken, zwischen der Nordamerikanischen und der Eura­sischen Kontinentalplatte.“ „Ist das Wasser dort nicht ein bisschen viel kälter als in der Karibik?“, frage ich. „Ja“, sagt Christina, „aber es ist auch fantastisch klar!“

den vollständigen Artikel finden Sie in Ausgabe 9/2017

margin-right: 20px; margin-bottom: 10pxLars Poding studiert Biologie, Schwerpunkt Korallenentwicklung im Klimawandel, und arbeitet daran, seine Leidenschaft zu seinem Beruf zu machen. | Von RAINER STAWIKOWSKI


Bereits als Kind interessierte sich Lars Poding, geboren 1993 im Dortmunder Stadtteil Hörde, für die heimische Natur, und als er zwölf war, erinnerte sein Vater Rainer ich einer früheren Leidenschaft: Er schaffte sich wieder ein tropisches Süßwasser-Aquarium an, dazu die ­entsprechenden Bücher und Zeitschriften. Das gefiel dem jungen Lars natürlich, mehr noch: Im zarten Alter von 13 oder 14 Jahren trat er dem „Aquarien- und Terrarienverein Triton Dortmund e. V.“ bei.
In der Anlage des „Triton“ teilte sich Lars mit weiteren Vereinsmitgliedern schon bald die Pflege eines Schaubassins mit Piranhas und Buntbarschen. Daheim besaß er mittler­weile ebenfalls ein Aquarium, ein 60- Liter-Gesellschaftsbecken.
Als Vereinsfreund Ludwig Drews (siehe Blickfang DATZ 7/2017) einen Helfer für die Betreuung seines großen Riffaquariums suchte, ließ Lars sich nicht lange bitten. So wurde Ludwig Lars’ väterlicher Vereinsfreund – und Lars Meeresaquarianer. Als die Population der richtig aktiven Triton-Mitglieder immer dünner wurde, kümmerte Lars, mittlerweile 17, sich um­-
so intensiver um die vereinseigenen Meerwasser-Becken. Und als Familie Poding ihr jetziges Domizil, ein schönes Häuschen in Dortmund-Asseln, fertig renoviert und bezogen hatte, konnte Lars in seinem Zimmer – endlich – ein eigenes Riffaquarium aufstellen, unseren aktuellen Blickfang.
Naturbegeistert schon als Kind, Aquaristik-versessen als Jugendlicher – da verwundert es nicht, dass Lars nicht lange überlegen musste und sich nach dem Abitur an der Ruhr-Universität Bochum für das Studium der Biologie einschrieb. Um es kurz zu machen: In der Bio-Fakultät der RUB gibt es eine Gruppe, die unter anderem die Entwicklung der Korallenriffe unter dem Einfluss des Klimawandels erforscht. Dort fühlt Lars sich bestens aufgehoben, wozu nicht zuletzt auch die Reisen beitrugen, die er im Rahmen seines Studiums unternahm.

den vollständigen Artikel finden Sie in Ausgabe 8/2017