Korallensand ist der ideale Bodengrund für unsere Meerwasser­aquarien. Er entsteht durch den Zerfall von Kalkskeletten aller Art, vor allem von Steinkorallen, die mengenmäßig den größten Anteil in Riffnähe ausmachen. Wer schon einmal gesehen hat, wie manche Papageienfische das Riff zernagen und anschließend den fein zerkleinerten Korallenbruch wieder ausscheiden, der wundert sich nicht, dass Unmengen von Korallensand entstehen und eine „Ernte“ für aquaristische Zwecke in vernünftigem Maß kein Problem darstellen dürfte.
Bisher wurde dieser Korallensand in den Herkunftsländern in Säcke verpackt und kiloweise an uns verkauft. Umweltfreundlich war das nicht, denn es gibt zwar genügend Korallensand (der Bedarf bei uns ist vergleichsweise gering), aber er muss eben entnommen, gereinigt und verpackt sowie sehr weit transportiert werden. Letzteres dürfte vermutlich das größere Umweltproblem darstellen. Bislang ist mir zwar noch nicht zu Ohren gekommen, dass Umweltschützer diese Praxis bemängeln, aber man kann davon ausgehen, dass dies irgendwann wohl noch kommen wird.
Aus diesem Grund hat sich AquaMedic Gedanken gemacht und einen Bodengrund entwickelt, der natürlichem Korallensand nahekommen soll. Laut Werbetext entspricht er diesem sogar, sollte also weitgehend aus Kalzium-Magnesium-Karbonat bestehen. Das konnte ich nicht analysieren, aber einer Firma, die sich seit vielen Jahren erfolgreich mit der Meeresaquaristik beschäftigt, sollte man vertrauen können. Im Unterschied zum „Balisand“ derselben Firma werden die „Tonga-Pearls“ künstlich hergestellt, das Karbonat also „in Form“ gebracht. Wie genau, das ist allerdings das Geheimnis von AquaMedic.

Weiß und sauber
Viel wichtiger aber ist, wie sich der „künstliche“ Sand im Aquarium verhält. Daher habe ich den in meinem Aquarium hauptsächlich befindlichen Foraminiferensand ein Stück auf die Seite geschoben und die frei gewordene Fläche mit den „Tonga Pearls“ aufgefüllt.
Aber zuvor wurde das Substrat erst mal gewaschen. Wie versprochen war das Spülwasser in der Tat nach wenigen Durchläufen mit gutem Durchmischen im Eimer schnell sauber. Wer einmal neuen oder auch älteren Korallensand auswaschen musste, der weiß, wie lange es dauern kann, bis das Wasser nicht mehr schmutzig und trüb ist und wie viel Wasser dazu benötigt wird. Bei den „Tonga Pearls“ ist das schnell erledigt, schon mal ein Vorteil. Und natürlich ist durch die Herstellung unter kontrollierten industriellen Bedingungen eine Verschmutzung, z. B. durch organisches Material wie beim echten Korallensand, kaum möglich.
Nachdem der Sand ins Becken gefüllt worden war, machte ich gleich ein Foto. Er ist schneeweiß und reflektiert das Licht enorm. Aber würde er auch gut und zügig mit Bakterien besiedelt? Oder würde er erst stark veralgen? Würde mein Zitronen-Lippfisch ihn lieben oder sich lieber im „alten“ Bodengrund vergraben? Fragen über Fragen.

Dreimal: Ja
Die Antwort ist: Ja, ja und ja. Denn eigentlich passierte überhaupt nichts. Die „Tonga Pearls“ blieben weiß, veralgten, wenn überhaupt, kein bisschen mehr als der bisherige Bodengrund, der Zitronen-Lippfisch stürzte sich vom ersten Tag an in sie, als ob nichts gewesen wäre. Die ganz weißen „Tonga Pearls“ vermischten sich lediglich nach und nach mit meinem schon angegrauten Foraminiferensand. Ob darauf genauso viele Bakterien siedeln wie auf natürlichem Korallensand? Das wäre herauszufinden. Der Zitronenjunker jedenfalls adoptierte den schönen Sand ohne scharfe Kanten von Anfang an als seine nächtliche Schlafstätte. Und auch alle anderen Bodenbewohner akzeptierten ihn sofort. Na, wenn die das alle so positiv sehen, dann bin auch ich zufrieden.
Werner Baumeister

Bei der Naturzucht von Fischen ist man auf sauberes und klares Wasser angewiesen, um leicht eine Sichtkontrolle der Laichbürsten durchführen zu können. Auch der Keimdruck sollte möglichst gering sein, um dem Verpilzen der Eier vorzubeugen. In dieser Zuchtsaison wurden Produkte von Oase durch Aquatorium getestet. Das „Anti Algen ABC“-Produktensortiment wird von Oase folgendermaßen vorgestellt: „A“ stehe für „Wasserqualität verbessern“, „B“ für „Nährstoffe binden“ und „C“ für „Algen bekämpfen/vorbeugen“.
Für die Umsetzung benötigt man eine Kombination aus verschiedenen Produkten, die dem Volumen des Teiches angepasst sind. Zur Verbesserung der Wasserqualität braucht man mehr Sauerstoff im System. Das erreicht man mit mehr Bewegung der Wasseroberfläche und ausreichender Belüftung.
Im Test wurden dazu 1. die „Oase AquaMax Eco Classic 9000C“-Pumpe und 2. „Oase Oxy Tex Set 500“ eingesetzt. Um die überschüssigen Nährstoffe zu binden, wurde 3. „Oase PondLith“ getestet, ein aufbereitetes Zeolith. Für die Algenbekämpfung wurde 4. „Oase BioKick Care“ ausprobiert, eine Bio-Wasserpflege. Der Versuch konnte am 07.06.2020 gestartet werden. Bevor jedes Produkt detailliert vorgestellt wird, möchte ich kurz den Versuch selbst erläutern.
Versuchsvorbereitung: Zwei Wochen vor dem Test wurde der bis dahin verwendete Biofilter getrennt und dafür eine Luftpumpe (Leistung 200 l/h) mit Ausströmerstein eingesetzt. Die Fische wurden während der Vorbereitungszeit zweimal täglich mit Granulat gefüttert, während des Versuchs einmal täglich. Eine dichte Algenblüte wurde damit nach zehn Tagen erreicht.
Versuchsaufbau: Als Zuchtbecken diente eine graue Big Box von Schöller Allibert mit 500 l Wasservolumen, bestückt mit drei männlichen und zwei weiblichen Goldfischen. Als Laichsubstrat diente eine Laichbürste für Koi. Die „Oase AquaMax Eco Classic 9000C“-Pumpe wurde in der Box gegenüber der Laichbürste unter Wasser aufgestellt, der Controller wettergeschützt angebracht. Das „PondLith“-Mineral wurde für eine bessere Durchströmung in einem Außenfilter ohne weitere Filtermedien und als Bypass an der „AquaMax“-Pumpe angeschlossen. Um den Flusswiderstand im Bypassfilter gering zu halten, wurde das eigene Flügelrad herausgenommen. Die „Aqua Oxy 500“-Luftpumpe wurde mittels zweier Ausströmersteine betrieben.  
Versuchsdurchführung: Zu Beginn des Versuches hatten sich Schwebealgen so massiv vermehrt, dass man die Goldfische nicht mehr sehen konnte. Die „AquaMax Eco Classic 9000C“-Pumpe wurde auf 6 % Leistung eingestellt, was der empfohlenen einmaligen Umwälzrate des Wasservolumens pro Stunde entspricht, also 500 l/h. 2 kg (entspricht 4 kg/m3) ausgespültes „PondLith“-Mineral wurden für die Dauer von zwei Wochen eingesetzt, danach wurde das Mineral aus dem System entfernt. Am ersten, siebten und am 14. Tag wurden jeweils 25 ml „Aqua Activ BioKick Care“ in 2 l Leitungswasser gelöst und dazugegeben. Nach einem Monat, um genauer zu sein nach 770 Betriebsstunden (kann man am Controller ablesen), wurde der Test mit Erfolg beendet.

Beschreibung der einzelnen Produkte
„Oase AquaMax Eco Classic 9000C“-Pumpe: Diese Pumpe kann man sowohl unter Wasser als auch im Trockenen betreiben, dafür sollte man das Gehäuse ausbauen. Am Gehäuse selber findet man an der unteren Seite praktische Griffmöglichkeiten, welche die Handhabung der Pumpe erleichtern.
Der Hersteller gibt nur eine Pumpenkennlinie an, und zwar wie viel Liter in Abhängigkeit von der Förderhöhe die Pumpe schaffen kann. Aquatorium hat die Leistungsaufnahme in Relation zur einstellbaren Pumpenleistung in Prozent erstellt, siehe Diagramm. Für den Stromverbrauch bei 1 % Pumpenleistung wurden 24 W am Controller abgelesen, bei 100 % Pumpenleistung zeigte die Pumpe einen Stromverbrauch von 90 W an. Die Firma Oase gibt hier realistische Werte an, tatsächlich lagen die im Test gemessenen Werte sogar um 4 W unter den Herstellerangaben.
Bei einem Stromverbrauch von 66 W erreicht die Pumpe 66 % Leistung, was einer Effizienz von 1 % Pumpenleistung pro Watt entspricht. Diese Leistung wiederum entspricht ca. 5.000 l/h, und ab diesem Teichvolumen empfiehlt sich die „AquaMax Eco Classic 9000C“, für kleinere Teiche ist sie wirtschaftlich nur dann zu empfehlen, wenn zusätzlich zum Filter auch ein Bachlauf von der Pumpe gespeist werden soll.
Positiv war auch der leise Betrieb, die Fische zeigten sich ungestört von den Pumpenvibrationen und nutzten während der Kontrolle der Laichbürsten sogar das Pumpengehäuse als Versteck. Die Steuerung ist direkt am Controller oder über Bluetooth per App möglich und sehr einfach. Die App ist im App Store unter den neuen Namen „Easy Switch“ (und nicht wie in der Bedienungsanleitung „AquaMax Classic Control“) zu finden. Sollte man sich für die App entscheiden, muss man darauf achten, dass am Handy/Tablet „bluetooth“ und „Standort“ angeschaltet sind, ansonsten funktioniert die App nicht. Die Bedienung vom Handy aus erfolgt aber offline, sodass man sich keine Sorgen um gesammelte Standortdaten machen muss.
Bei der ersten Anwendung fällt der vorprogrammierte Selbsttest positiv auf, der einen Trockenlauf automatisch erkennt und unterbricht. Was man sich aber noch wünschen würde, wäre ein Notfallschalter. Die ganze Steuerung erfolgt über den Controller, und Elektronik kann anfällig sein. Auch hat man nicht immer eine Ersatzpumpe zur Hand – deswegen wäre es schön, wenn man für den Fall, dass der Controller ausfällt, die Pumpe über einen Überbrückungsschalter trotzdem am Laufen halten könnte.
Das zweite Produkt im Test war die starke „Aqua Oxy 500“-Luftpumpe. Die Kombination gibt uns eine gewisse Sicherheit beim Ausfall eines Gerätes. Das „Oase Oxy Tex Set 500“ beinhaltet die „Aqua Oxy 500“-Luftpumpe, Ersatzmembrane, Silikonschlauch, Y-Stück mit zwei Ausströmersteinen und eine Belüfterplatte, die man an einer Kunstpflanze befestigen kann. Damit die Fische in der Zuchtbox diese Kunstpflanze nicht als Laichsubstrat nutzen, wurde im Test auf die Belüfterplatte verzichtet.
Die Luftpumpe hat nur einen Ausgang und läuft leise. Der gemessene Stromverbrauch von 8 W stimmt exakt mit den Herstellerangaben überein. Sollte die Pumpenleistung nachlassen, ist ein Austausch der Membrane vorgesehen und ausführlich in der Bedienungsanleitung beschrieben. Originalteile werden unter www.oase-livingwater.com/ersatzteile angeboten. Mehr ist zu dieser zuverlässigen Pumpe nicht zu sagen, und so kommen wir zum nächsten Produkt, dem „Mineral Oase PondLith“. Dabei handelt es sich um grobes Material, das in Beuteln zum Einhängen fertig abgepackt geliefert wird. Die aktive Oberfläche ist bei dieser Körnung kleiner als bei feinerem Substrat, aber das grobe ist leichter in der Handhabung, rieselt nicht aus dem Beutel und zerstäubt nicht so stark.
Um das „PondLith“ effektiver zu nutzen, wurde es in einen Außenfilter gefüllt und zwei Wochen durchströmt. Dann ist die Bindungskapazität erschöpft, und das Mineral kann entfernt werden. Nach dem Herausnehmen sieht man sedimentierte Schwebealgen auf dem „PondLith“.
Obwohl das Wasser nach 14 Tagen noch nicht klar wurde, zeigte sich beim „PondLith“, dass auch das nächste Produkt, „Aqua Activ BioKick Care“, seinen algenreduzierenden Beitrag im gesamten System leistet. Von diesem Wasserpflegeprodukt schreibt Oase, es aktiviere das Teichwasser mit besonders wichtigen Bakterienstämmen (Milchsäurebakterien), es schaffe nachhaltig klares Wasser und unterstütze den Nitritabbau. Die Menge von 500 ml soll bei einer Teichgröße von 10.000 l für 25 Wochen reichen. Das entspricht der sonnenreichsten Jahreshälfte, in der auch die Algenprobleme auftreten, rein rechnerisch sollte man mit einer Flasche das ganze Jahr klares Wasser haben.
Der Hersteller empfiehlt zwei Dosierungen, eine vorbeugende, niedrige wöchentliche Menge und eine höhere bei akuten Problemen. In diesem Testlauf wurde Letzteres simuliert, weshalb die wöchentliche Anwendung 25 ml auf 500 l Wasser entsprach. Das „AquaActiv BioKick Care“ ist makroskopisch ein inhomogenes Pulver. Eine physikalisch-chemische Analyse ergab keine Änderung des pH-Werts und nur eine vernachlässigbar kleine Änderung der Leitfähigkeit. Es wurde auch kein Einfluss auf die Wasserhärte festgestellt, somit kann man das Produkt nicht als pH-Puffer verwenden. Aufgrund der enthaltenen Zuckerart schmeckt das Pulver süß und muss unbedingt kindersicher aufbewahrt werden, giftig ist es aber nicht.
Die mikrobiologische Analyse hat neben Bakterienstämmen auch Hefen gezeigt. Im Toxizitätstest mit Wasserflöhen zeigte das Produkt keine negativen Effekte. Auch Tests mit weiteren aquatisch lebenden Organismen, wie Eintagsfliegenlarven und roten Mückenlarven, verliefen positiv. Lediglich bei hoher Überdosierung wurde eine starke Sauerstoffzehrung festgestellt, die zum Tod der Wasserflöhe führte. Die physiologische Untersuchung beim zehnfachen Verdünnungsverhältnis (v/v) ergab eine isotonische Osmolalität. Bei normaler Anwendung besteht keine Gefahr von hypertonem Stress.
Im Produkt findet man auch feinen Sand, und Sand im Getriebe will keiner haben, da wir in jeder Pumpe bewegliche Teile vorfinden, die dann schneller verschleißen können. Bei Zugabe also die Pumpe(n) ausschalten!
Fazit: Durch die Kombination von vier sich gegenseitig ergänzenden Produkten von Oase wurde das Ziel – klares Wasser – nach 770 Betriebsstunden (ca. vier Wochen) erreicht. Der Hersteller wirbt mit Klarwassergarantie, wenn die Produkte und die Zusammensetzung von einem Oase-Mitarbeiter gewählt und empfohlen wurden. Oase hat das Versprechen eingehalten, obwohl keine mechanische Filterung vorhanden war. Zwar kam das „PondLith“ in den ersten zwei Wochen in einem Außenfilter zum Einsatz, aber zu diesem Zeitpunkt war das Wasser nicht klar. Erst gegen Ende der dritten Woche wurde das Wasser durchsichtiger, und nach der vierten Woche konnte man die Pumpe und die Fische am Grund erkennen. Wenn zusätzlich noch eine mechanische Filterung vorhanden wäre, könnte das Ziel vielleicht schon viel früher erreicht werden. Trotzdem zeigte sich, dass die ABC-Formel von Oase wirkt, und zwar nicht schlagartig, wie eine Chemiekeule, sondern biologisch und natürlich, was etwas mehr Zeit in Anspruch nimmt, aber für die Fische schonender und mit weniger Stress verbunden ist. Hier und da gibt es noch Verbesserungspotenzial, etwa das Entfernen von Sand aus der Rezeptur von „Aqua Activ BioKick Care“, häufigere Aktualisierung der Gebrauchsanleitungen, damit man als Kunde leichter die richtige App findet – aber der Test ist so überzeugend verlaufen, dass Aquatorium die besprochenen Produkte nur weiterempfehlen kann.
Ivan Simeonov

Die Firma Oase hat ihren Dechlorinator zur Verfügung gestellt. Wer die eher gestauchten Blockfilter mit Aktivkohlepa­trone kennt, wird vom Design überrascht: Der Dechlorinator ist wesentlich gestreckter.
Die wichtigsten technischen Angaben sind gut sichtbar in Form kleiner Symbole auf die Kartusche aus Kunststoff aufgedruckt, an den Enden sind beidseitig 3/4“ Metall-Steckkupplungen zum Anschluss an die gängigen Schläuche angebracht. Alles wirkt äußerst robust, zudem liegt der Kunststoff rutschsicher in der Hand. Eine passende Halterung wird nicht mitgeliefert, diese kann man sich – z. B. für die Befestigung an einer Wand – aber selber basteln, falls gewünscht. Die Kartusche ist laut Hersteller mit Hochleistungs-Aktivkohle gefüllt, damit lassen sich 200.000 l Leitungswasser aufbereiten und Chlor, Ozon, Hormone, Huminsäuren sowie Schwermetall- und Arzneimittelrückstände entfernen.
Die Einsatzmöglichkeiten von Aktivkohle werden unterschiedlich bewertet. Man kann sich jedenfalls vor Augen führen, dass nicht nur altbekannte Substanzen im Leitungswasser den Aquarien- und Teichbewohnern Probleme bereiten – durch den immer weiter steigenden Verbrauch von Arzneimitteln und ihre Persistenz im Wasser kommen weitere Risiken hinzu. Wer Muße hat, lese sich einmal ein klein wenig durch die Befunde, zu welchen Auswirkungen auf aquatische Organismen Hormone fähig sind.
Da es als Privatperson schwierig bis unmöglich ist, viele der von Aktivkohle adsorbierten Substanzen nachzuweisen und ihre Konzentration zu ermitteln, gilt es auch a) Vertrauen in die Herstellerangaben zu haben und b) zu versuchen, in der Praxis mögliche positive Effekte über das Beobachten seiner Pfleglinge zu ermitteln.
Ich wollte noch einen vergleichsweise gut bestimmbaren Wert messen – den Gehalt an in ionisierter Form vorliegendem Kupfer. Dessen schädigende Effekte sind auch von anderen Parametern abhängig (etwa dem Karbonatgehalt), für Aquarienbewohner letale Folgen können aber bereits bei geringen Konzentrationen (0,1 mg / l) auftreten. Der Vorteil einer Kohlefilterung liegt darin begründet, dass solche hochtoxischen Elemente aus dem Wasser entfernt werden – bei Verwendung von Chelatoren (Wasseraufbereitern) ist das anders: Das Kupfer liegt dann in gebundener Form immer noch im Aquarium vor und kann wieder freigesetzt werden.
So hatte ich etwa in jüngster Zeit immer wieder Probleme mit Schnecken der Gattung Tylomelania, die sich auf einmal nach Wasserwechseln (25 %) offensichtlich unwohl fühlten. Normalerweise fangen die meisten dieser Arten danach an, lebhaft umherzukriechen – das war nicht mehr der Fall. Zu beobachten waren eine deutliche Verminderung der Aktivität sowie eine auffällige Schleimabsonderung nach dem Einfüllen von Frischwasser. Geringere Wasserwechsel (denn gar kein Wasserwechsel ist auch keine Lösung) brachten meines Empfindens keine echte Verbesserung. Die Inaktivität hielt teilweise mehrere Tage an, bevor sich alles wieder „normalisierte“, um sich dann beim nächsten Wasserwechsel zu wiederholen. Bei einigen schon länger gepflegten Importen kam es zu gehäuften Todesfällen.
Also kam der Dechlorinator ins Spiel: Nach Verwendung des gefilterten Wassers war rasch Schluss mit den geschilderten Problemen, die Schnecken zeigten sich agil wie früher – eine Beobachtung, die ich in mehreren Becken und mit sechs verschiedenen Arten machte. Seitdem nehme ich nur noch gefiltertes Wasser, und Schwierigkeiten traten nicht mehr auf.
Die Wasserleitungen aus Kupfer könnten eine Erklärung liefern – im über den Dechlorinator gefilterten Wasser war kein Kupfer mehr nachweisbar (Photometer-Test mit HI 748 Checker HC von Hannah Instruments, vor den Messungen kalibriert). In Frischwasser direkt aus dem Hahn dagegen maß ich schon Kupferkonzentrationen um 0,03 mg/l bei durchgespülter Leitung und mehr als 0,2 mg/l bei länger als 24 h in der Kupferleitung stehendem Wasser. Damit ist man prinzipiell in einem Bereich, in dem toxische Effekte auftreten können, nicht nur bei Schnecken.
Allerdings: Beim Teil(!)wasserwechsel werden solche Konzentrationen dann ja wieder verdünnt. Leider hatte ich beim Auftreten der Probleme noch kein Messgerät zur Hand. Nach Umstellen auf Kohlefilterung war (verständlicherweise) auch in den Aquarien kein Kupfer nachweisbar.
Für eine längere Verweildauer des Wassers im Kohlefilter sorgt die lang gestreckte Form – dies ist begrüßenswert. Wie effektiv die adsorbierende Wirkung bei der angegebenen Fördermenge von maximal 500 l/h noch ist, kann ich nicht beurteilen. Der Durchfluss lässt sich aber über den Wasserhahn problemlos sehr weit herunterregeln, womit das Wasser nur langsam durch die Aktivkohle fließt. Das angegebene Wasservolumen von 200.000 l bis zur Erschöpfung der Adsorptionsfähigkeit sollte natürlich bedacht werden, weshalb man sicher nicht verkehrt liegt, die durchgelaufene gesamte Wassermenge ansatzweise zu erfassen, z. B. indem das gefilterte Wasser nicht sofort ins Aquarium, sondern zuerst in einen extra Behälter geleitet wird. Unter Kenntnis des Behältervolumens und der Anzahl der Füllungen (Strichliste) hat man so einigermaßen einen Überblick.
Da die Kapazität eines Kohlefilters auch von der Menge gelöster Stoffe abhängt, die adsorbiert werden, ist es für Hersteller schwer, genaue Angaben zu machen. Deshalb dürfte es nach langer Nutzungsdauer empfehlenswert sein, den einen oder anderen Parameter zu testen bzw. testen zu lassen. Für die meisten Aquarianer und Teichbesitzer sollte das angegebene Filtervolumen (bei nicht zu starker Leitungswasserbelastung) aber eine befriedigend lange Nutzung ermöglichen.
Sebastian Wolf

Pipette XL
Die Überschrift ist durchaus ernst gemeint, denn in der Tat gelingt es in fertig eingerichteten Aquarien oft nur schwer, Fische gezielt herauszufangen. In Meerwasserbecken mit einem komplexen Korallenaufbau ist das ein fast aussichtsloses Unterfangen.
Nun hat Aqua Medic anscheinend die gute alte Fangglocke wieder aktiviert, die ich noch aus Ju­gendzeiten kenne. Damals waren diese Uten­silien aus Glas und damit recht empfindlich, wenn auch manchmal sehr hilfreich.
Doch bei Aqua Medic hat man nachgedacht und eine deutlich verbesserte Variante entwickelt. Sie ist wesentlich größer als die früheren Glas­glocken, auch Fische mit gut 10 cm Länge passen noch hinein. Zudem ist sie komplett aus Kunststoff, was sie sehr robust macht, auch wenn man beim Fangen mal in der Hektik an die Scheiben stoßen sollte. Da waren die Glocken von früher sofort kaputt!
Außerdem ist den Entwicklern ein guter Trick eingefallen, das Ganze noch praktischer zu machen: Auf etwa halber Höhe des Halterohrs befindet sich ein Loch, das es zunächst erlaubt, dass sich die ganze Glocke bis dahin mit Wasser füllt, weil die Luft entweichen kann. Hat man nun einen Fisch in der Glocke und zieht diese aus dem Becken, würde das Wasser aber normalerweise sofort herauslaufen. Drückt man allerdings den Finger auf das Loch, bleibt genug Wasser in der Glocke – und der Fisch immer unter Wasser. Natürlich muss man die Glocke dazu etwa waagerecht halten. Das ist um Klassen besser, als den Fisch mit einem Netz zeitweise trockenzulegen. Auch Schleimhautverletzungen, die mit Netzen vorkommen können, sind mit der Glocke ausgeschlossen. Und in dieser Fangglocke können sich die Fische nicht mit ihren Flossenstrahlen verhaken – so mancher Welsliebhaber kennt das Problem.
Aber kann man damit überhaupt Fische fangen? Das wollte ich auch wissen und habe es ausprobiert. Ich dachte mir schon clevere Strategien aus, z. B. wollte ich die Glocke an der Futterstelle ins Wasser halten und gleichzeitig etwas füttern. Doch schon beim ersten Versuch ganz ohne Futter hatte ich einen Clownfisch in der Glocke. Wie immer hungrig, kam er neugierig an die Futterstelle und schwamm fast von selbst hinein. Anscheinend sieht er sie nicht wirklich, denn ich konnte ihn mehrmals nacheinander über­listen! Natürlich kann man damit sicherlich nicht jeden scheuen Fisch aus verwinkelt eingerichteten Aquarien fangen. Aber einen Versuch ist es wert.
Diese Fangkelle eignet sich zudem ideal zum Abschöpfen von Jungfischen, Garnelen und Larven diverser Wirbelloser, die ja sehr empfindlich sein können. Kurz: Früher war nicht alles schlecht, und wenn man dann noch ein paar Ideen obenauf packt und weiterentwickelt, kann dabei etwas äußerst Praktisches he­rauskommen!
Werner Baumeister

Pipette XL
Vor vielen Jahren sah ich einmal den Sohn der Besitzerin eines Aquaristik-Fachgeschäfts mit überlangen Gummihandschuhen in einem Meerwasser­aquarium hantieren. Auf meine Frage, warum er das mache, hörte ich, dass er schon lange eine Allergie gegen Meerwasser habe. Das hatte ich noch nie gehört, aber er zeigte mir Stellen am Arm, die davon etwas abbekommen hatten. Und in der Tat waren die deutlich rot und entzündet. Seither habe ich nie wieder von einer solchen Allergie gehört. Anscheinend ist sie extrem selten. Und das ist gut so, denn schließlich wird in unseren Weltmeeren geschwommen, gesurft, getaucht …
Aber (nur) deswegen hat AquaMedic sicher nicht die neuen aqua gloves auf den Markt gebracht. Es gibt sie für kleinere Hände in Größe M und für große in XL. Nein, diese überlangen Handschuhe bewahren nicht nur den Aquarianer davor, bei jedem Hantieren im Aquarium nass zu werden, sie schützen auch die Bewohner des Beckens vor Verunreinigen, wie sie z. B. von eingecremten Händen herrühren können. Der Spruch: „Ein Tropfen Öl verschmutzt bis zu 1 000 Liter Wasser“ ist leider richtig und gilt natürlich auch für unsere Aquarien und deren Wasserqualität. Und da spielt es keine Rolle, ob es sich um Süß- oder Meerwasser handelt.
Und in Corona-Zeiten werden die Leute auch aufmerksamer und bewusster, wenn es sich um Krankheiten handelt, die man sich von Tieren „einfangen“ kann. Man nennt sie Zoonosen und sie können auch in Aquarien vorkommen – wenn auch selten tatsächlich etwas passiert. Häufiger aber verletzt man sich an spitzen Korallen, kommt in Kontakt mit Nesselzellen, wird wie ich häufig von Clownfischen gebissen oder holt sich ungewollt (z. B. beim Reinigen der Filterwatte) die nadelspitzen Borsten eines Polychäten, die gerne mal Entzündungen verursachen. Die Handschuhe verhindern auch dies. Nur gegen spitze Diademseeigel-Stacheln hilft das Gummimaterial nicht wirklich.
Wenn also das schnelle Überstreifen eines solchen Handschuhs, der nicht nur uns, sondern auch das Aquarienwasser vor uns schützt, so viel bewirkt, warum sollte man es sich dann nicht angewöhnen? Dafür gibt es die aqua gloves. Und da sie 75 cm lang sind, kann man auch wirklich bis zum Grund gelangen, ohne nass zu werden. Aus meiner Sicht sollte jeder Aquarianer ein Paar davon haben.

Werner Baumeister