von Sebastian Wolf

Aus dem Hause Algova kommt gebrauchsfertig ein hochwertiges Lebendfutter, das sich nicht nur zum Einsatz in der Meerwasseraquaristik, sondern auch für Süßwasserarten eignet, insbesondere solche mit sehr kleinen Jungfischen. Es besteht aus den Nauplien des marinen Copepoden Acartia tonsa, die direkt in belüftetem Meerwasser bei Zimmertemperatur zum Schlüpfen gebracht sowie ohne vorherige Anreicherung verfüttert werden können.
Gut verpackt und ordentlich gekühlt kommt die wertvolle Ware an. Eine Anleitung liegt bei, die alles Wichtige von der Lagerung, Erbrütung und Verfütterung bis zur weiteren Aufzucht behandelt, sie steht auch online zur Verfügung. Ich habe geschätzt jeweils 0,3–0,4 ml der Lösung in 1 l Flüssigkeit (Osmosewasser mit 32–34 g/l Meerwasser-Salz) erbrütet, in Flaschen, die ich ansonsten für Artemien nutze. Das gelieferte Fläschchen enthält bei 25 ml Inhalt eine Million Eier.
Aufgrund der Kleinheit der Nauplien, die gerade einmal 70–110 µm groß sind (Herstellerangaben), ist es mir unmöglich, etwas zum Schlupfergebnis anzugeben. Empfohlen wird die Lagerung bei maximal 5 °C, da die Schlupfrate in den sechs Monaten nach Produktion stetig abnehmen soll (bei mir waren es 5 °C, also schon am oberen Ende). Die geschlüpften Jungtiere lassen sich mit einem 50-µm-Sieb von der Kulturflüssigkeit trennen. Diese Nauplien sind eine wertvolle Alternative zu den ansonsten im Süßwasser verfütterten Einzellern, insbesondere natürlich für anspruchsvolle Jungfische, die kein Kunstfutter annehmen.
Zum Testen spontan bereit erklärten sich meine Badis singenensis, die im Winter ordentlich in Fortpflanzungslaune waren. Nach dem Schlupf eines der Gelege entfernte ich die Tonhöhle ohne den Vater und setzte sie mit den anhaftenden Larven in ein vorbereitetes 15 l Becken, dessen einzige Einrichtung in einem Luftheberfilter bestand – Grund: Ich wollte sicherstellen, dass sich die Jungtiere nur vom gereichten Futter und nicht oder nur sehr begrenzt von anderen Kleintieren ernähren würden.
71 Fischlarven konnte ich anfangs zählen. Die Fütterung erfolgte ausschließlich mit den frisch geschlüpften, maximal 24 h alten Copepoden, zwei- bis dreimal täglich über die ersten vier Tage nach Freischwimmen, aus geschätzt jeweils knapp 200 ml ausgesiebter Kulturflüssigkeit (danach wurde anderes Lebendfutter gereicht). Aufgrund des geringen Wasservolumens führte ich zudem einen täglichen Wasserwechsel durch.
Ergebnis: 69 kleine Blaubarsche konnte ich am Ende des Zeitraums zählen. Badis-Jungfische nehmen an sich recht schnell nach dem Freischwimmen Artemia-Nauplien an, und die Testbrut war nach vier Tagen mit den winzigen Acartia-tonsa-Nauplien offensichtlich nur noch schwer satt zu bekommen, dafür sind Letztere dann doch zu klein. Die jungen Blaubarsche waren jedoch bis dahin jedenfalls fast ausnahmslos gut und auch gleichmäßig entwickelt, beim Fang der Copepoden verhielten sie sich so, wie man das auch bei der Fütterung mit Artemien beobachten kann – kurzem Betrachten der Beute folgt das ruckartige Vorschießen. Somit kann dieses Futter auch für Arten empfohlen werden, die nicht zwingend auf derart kleine Organismen angewiesen sind.
Ich verfütterte es zudem an frisch geschlüpfte Betta splendens (allerdings kombiniert mit anderen Futtermitteln), und auch diese wuchsen vorzüglich. Die Akzeptanz bei anderen karnivoren und omnivoren Arten dürfte ebenso gut sein. Vorstellbar sind etwa Jungtiere von Grundeln, Salmlern, Regenbogen- oder Zwergfadenfischen. Die beiden verfügbaren Verpackungseinheiten werden aber besonders für im größeren Umfang züchtende Aquarianer interessant sein – oder man teilt sie sich mit anderen Hobbykollegen, die in der Nähe wohnen.

Der Nährstoffbedarf von Wasserpflanzen lässt sich anhand ihrer stofflichen Zusammensetzung erklären (siehe auch den Beitrag „Grundlagen für einen guten Pflanzenwuchs“ in DATZ 8/2018): Die Trockenmasse besteht zu 35–50 % aus Kohlenstoff. Dieser wird in Form von gelöstem Kohlendioxid (CO2) und/oder Karbonaten (Karbonathärte - biogene Entkalkung) von den Pflanzen aufgenommen. Die weiteren Hauptbestandteile der Wasserpflanzen sind Stickstoff, Phosphat, Kalium, Kalzium, Magnesium und Schwefel.
Diese sogenannten Makronährstoffe werden üblicherweise in ausreichender Menge über das Leitungswasser (Kalzium, Magnesium und Schwefel) sowie über die Ausscheidungen der Aquarienbewohner (Stickstoff und Phosphat) zur Verfügung gestellt. Kalium ist neben Eisen die Hauptkomponente von Eisenvolldüngern. Diese enthalten dann auch noch die notwendigen Spurennährstoffe, wie Mangan, Kupfer, Zink und Molybdän. Den „Motor“ der Fotosynthese, das Licht, stellen wir inzwischen vorwiegend über LED-Leuchtmittel zur Verfügung.
Also passt alles, wenn man eine angemessene CO2-Versorgung bietet und einen guten Eisenvolldünger verwendet – könnte man meinen …
In Aquarien mittlerer Ausleuchtung (z. B. T8-Leuchtstoffröhren) mit starkem Besatz an Fischen sind genug Makronährstoffe vorhanden, das Wachstum anspruchsloser Wasserpflanzen ist meist nicht durch Nährstoffmangel limitiert. Eher führt der Überfluss an Makronährstoffen zu einem unerwünschten Algenwachstum!
Ein aktueller Trend in der Aquaristik geht mehr in Richtung anspruchsvolle Pflanzenaquarien (Aquascapes), also Unterwasserlandschaften mit vielen Pflanzen und geringem Fischbestand. Um den Pflanzenwuchs zu optimieren, werden diese Aquarien mit weichem Wasser, CO2-Düngung und starker Beleuchtung betrieben. Das Resultat: Durch die geringe Fischdichte und die niedrige Wasserhärte kommt es schnell zu einem Mangel an Makronährstoffen, der in Kombination mit einer hohen Beleuchtungsstärke nach meiner Erfahrung der Hauptgrund für das üppige Wachstum von Fadenalgen ist!
Um den Makronährstoffmangel auszugleichen, gibt es sogenannte NPK-Dünger, die die Makronährstoffe Stickstoff (N), Phosphat (P) und Kalium (K) in einem ausgewogenen Verhältnis verfügbar machen. Da nicht jedes Aquarium dieselben (Nährstoff-)Bedürfnisse hat, muss der Bedarf an Makronährstoffen nicht genau der Zusammensetzung dieser Dünger entsprechen. Dies führt zur Anreicherung von einem oder zwei Elementen. Dafür bietet der Handel ebenfalls eine Lösung an: Einzeldüngemittel. Damit kann gezielt der Nährstoff mit dem höchsten Bedarf nachgedüngt werden.
Zum Testkandidaten: In meinem Nano-Aquarium hatte sich Kalium angereichert. Leider war Kalium nicht nur in dem verwendetem NPK-Dünger enthalten, sondern auch im Stickstoff-Einzeldünger! Bei weiteren Recherchen stellte ich fest, dass das auch bei allen anderen von mir geprüften Anbietern und N-Düngern der Fall war – bis auf den von Aqua Rebell. Letztere Firma vertreibt die meines Wissens umfangreichste Düngeserie im deutschsprachigen Raum. Zugegeben, die Vielfalt der Düngemittel verwirrt anfangs (es gibt z. B. drei verschiedene N-Dünger: GH Boost N, Makro Basic Nitrat und Ma­kro Spezial N). Kommt „Makro“ im Namen vor, handelt es sich um Düngemittel mit Makronährstoffen, folgerichtig enthalten „Mikro“-Dünger Mi­kronährstoffe, darunter auch der Volldünger mit Eisen und Kalium (Mikro Basic Eisen). Nun kommen in den Bezeichnungen noch die Namen „Basic“ und „Spezial“ vor. „Basic“ steht für stark stabilisierte Düngemittel – sie können als Wochendünger (Stoßdüngung) verwendet werden, ideal für Aquarien mit mittleren Ansprüchen. Hohen (Nährstoff-) Ansprüchen werden dann die „Spezial“-Dünger gerecht, sie sind nur schwach stabilisiert, somit sofort pflanzenverfügbar und sollten täglich dosiert werden.
Warum nun der Unterschied zwischen Wochen- und Tagesdüngung? Bei der Wochendüngung hat man anfangs viele Nährstoffe im Wasser (mehr als dann von den Wasserpflanzen sofort aufgenommen werden können), weiter kann es nach Tagen zu einem Mangel einzelner Nährstoffe kommen, weil diese bereits verbraucht wurden – beides Nachteile für höhere Wasserpflanzen und Vorteile für Algen. Die Wochendüngung hat aber den Vorzug, dass sie einfach in der Anwendung ist. Das ist der entscheidende Nachteil der Tagesdüngung: Zumindest ich verliere nach wenigen Tagen die Disziplin und vergesse des öfteren die Zugabe. Vorteil der Tagesdüngung ist aber, dass die Nährstoffe täglich bedarfsgerecht zugeführt werden!
Die Düngemittelserie ist aufeinander abgestimmt und die Produkte können kombiniert werden. Eine gute Hilfe bei der Entscheidung, welches Düngesystem für mein Aquarium das Richtige ist, bietet der Dünge-Rechner von flowgrow.de. Tobias Coring von Aqua Rebell stellt hier sehr gute Tools zur Verfügung, um die Düngung zu planen und zu optimieren.
Ein Beispiel: Wie dünge ich ein Aquarium mit 200 l? Auf der Seite „Düngeempfehlung“ (https://www.flowgrow.de/db/calculator/basic) wird in einer Eingabetabelle zunächst das Aquarienvolumen angegeben. Dann wählt man aus, ob eine CO2-Versorgung vorhanden ist und Beleuchtung sowie Pflanzenmasse stark bzw. groß, mittel oder gering sind. In unserem Beispiel haben wir: CO2-Versorgung, mittlere Beleuchtung und Pflanzenmasse. Nach Klick auf den Button „Berechnung“ erscheinen ein Textfeld mit Erläuterungen und die Empfehlung der Düngemittel. Anhand des Beispiels ergibt sich (bei Wochendüngung), dass man 56 ml Makro Basic NPK und 14 ml Mikro Basic Eisen dosieren soll.
Als Grundlage für einen Düngeplan ist dieses Werkzeug sehr gut geeignet. Wichtig ist, die Nährstoffgehalte des Aquariums dann einige Wochen im Auge zu behalten (Tropftests). So wird schnell klar, ob man von einem Produkt mehr oder weniger benötigt. Kommt es zur Anreicherung oder zum Mangel einer Komponente, kann man die Düngemittel entsprechend anpassen. Da man nicht alle Düngerkomponenten mit einfachen Tropftests quantifizieren kann, sollte man regelmäßige, großzügige Wasserwechsel durchführen. So wird die Anreicherung einzelner Komponenten verhindert.
Nützlich ist auch die „Dosierberechnung“ (https://www.flowgrow.de/db/calculator/dose): Wieder müssen Aquarienvolumen und Dosierintervall (täglich/wöchentlich) eingegeben werden, in unserem Fall 200 l und „täglich“. Dann kann in einer Tabelle zu jedem Nährstoff – beispielsweise Nitrat – das Düngeprodukt ausgewählt werden. Schön ist dabei, dass nicht nur Produkte von Aqua Rebell, sondern auch eine große Palette anderer Hersteller ausgewählt werden können.
In unserem Beispiel wähle ich GH Boost N aus. Als Dosiermenge gebe ich 50 ml ein. Das Ergebnis erscheint in Tabellenform. Im Beispiel-Aquarium werden durch diese Dosierung folgende Nährstoffgehalte erreicht: Nitrat 18,7 mg/l, Calcium 3,78 mg/l und Ma­gnesium 1,37 mg/l. Kombiniere ich diese Düngung noch mit der Gabe von 10 ml Mikro Basic Eisen, so werden folgende Nährstoffgehalte erzielt: Nitrat 18,7 mg/l, Kalium 0,03 mg/l, Eisen 0,05 mg/l, Calcium 3,78 mg/l, Magnesium 1,57 mg/l.
Alles in allem können so die richtigen Düngemittel für unterschiedlichste Bedürfnisse gefunden werden! Noch ein Plus des Herstellers: Die Gebindegröße für jeden Dünger reicht von 0,5–5 l. Auch große Aquarien können so noch erschwinglich mit Nährstoffen versorgt werden.
von Petra Fitz

Algen kratzt man klassisch mit einem Scheibenreiniger ab. Früher waren das Rasierklingen, die an einem mehr oder weniger langen Halter befestigt waren. Damit wurde man dem Belag ganz gut Herr, nur dass man dabei stets nasse Finger bekam. Und immer wieder verletzte man mit den Ecken der Klinge die Verklebung der Scheiben. Gar nicht gut!
Dann kam man auf die pfiffige Idee, mit Magneten zu arbeiten. Der eine Magnet wurde mit einem weichen Stoff überzogen, der andere, der innen im Aquarium „klebt“, erhielt einen Überzug aus feinen Kunststoffhäkchen, die den Belag abschaben. Das funktionierte toll, solange die Algen nicht zu fest saßen. Reichte der Magnet nicht mehr aus, die harten Krusten zu entfernen, musste man doch mit einem Rasierklingenschaber ran.
Auf der Suche nach einem neuen Magneten stieß ich bei der alteingesessenen und immer innovativen Firma Tunze auf ein gänzlich anderes Konzept. Das musste ich ausprobieren.

Ganz anders
Und was da kam, war in der Tat anders als alle bisherigen Scheibenputz-Magnete. Das Kratzvlies aus Plastikborsten wird dort durch eine Art Klinge aus einem Spezialkunststoff ersetzt, die vom Magneten über die Scheibe geschoben wird. Diese Klinge ist enorm effektiv, die Beläge werden sauber und am Stück regelrecht abgeschält. Verrückt, denn selbst wenn man mit dem Finger drüberfährt, kann man sich kaum damit verletzen. Die Klinge kann man durch eine beiliegende schmälere austauschen, die durch den dadurch etwas höheren Anpressdruck noch etwas hartnäckigere Beläge wegschabt.
Und wenn dann doch mal ganz harte Kalkalgen auftreten sollten, gibt es für den Notfall auch noch eine Stahlklinge für die ganz schweren Fälle. Übrigens – sollte jemand ein Aquarium aus Acryl haben: Auch da kann man den Care Magnet noch einsetzen, ohne gleich alles zu verkratzen. Allerdings sollte man hier nur die kleine Kunststoffklinge verwenden.

Abstand halten
In Corona-Zeiten kennt man das ja, immer Abstand halten. Für das Scheibenputzen mit Magneten wäre das auch gut, denn öfter gerät mal ein Körnchen des Bodengrunds zwischen die Magnete und man verkratzt damit zuverlässig die Scheiben. Das passiert vor allem, wenn man die meist besonders hartnäckigen Beläge am Rande des Bodengrunds beseitigen will.
Auch da hat Tunze nachgedacht und den beiden Magneten einfach mehr Abstand gegeben. Der innere Magnet schwebt in gut 3 mm Abstand entfernt von der Scheibe. Eventuell dazwischenkommende Steinchen fallen einfach wieder herunter. Das klappt natürlich nur, wenn die Magnete sehr stark sind. Was sie teurer macht. Ich ziehe den Magneten regelmäßig durch den Bodengrund und nie ist auch nur ein Körnchen hängen geblieben. Es lohnt sich also, etwas mehr zu investieren. Auch die Silikonfugen der Aquarien werden geschont. Denn die Klingen sind am Rand rund und schneiden dadurch nicht in die Fugen. Trotzdem kommt man durch leichtes Schräghalten auch an die nahe den Fugen aufsitzenden Beläge heran.
„Care Booster“ – rutscht und schwimmt
Damit das Ganze auch schön „flutscht“, haben die Tunze-Ingenieure dem äußeren Magneten der beiden größeren Versionen einen sogenannten „Care Booster“ verpasst. Das sind Schalen aus einem festen Schaum, die auf den Klingenteilen angebracht sind. Am äußeren Magneten hat man ihnen eine schön glatte Lauffläche verliehen, mit der man ihn ohne merklichen Krafteinsatz über die Scheibe schieben kann.
Der innere Magnet schwimmt damit sicher und der äußere lässt sich angenehm mit der Hand halten und führen. Dank der mattschwarzen Oberfläche der Schalen stört es auch nicht, wenn man den Magneten ständig im Aquarium lässt. Meinen habe ich hinter einer Strömungspumpe versteckt. Die „Booster“ kann man natürlich auch weglassen. Dann ist das Ganze noch unauffälliger.
Wer besonders viel Wert auf Optik legt, der kann sogar die kleinen Plastikkappen links und rechts des Booster-Handgriffs in vier verschiedenen Farben auswählen. Blau passt im Meerwasser sicher am besten, Grün könnte man für Pflanzenbecken nehmen. Sicherlich eine Spielerei, die aber zeigt, dass man bei Tunze auch kleine Details wichtig findet.

Kurvengängig
Wie von den bisherigen Magneten gewohnt, schafft man es übrigens auch mit diesem Gerät, um die Ecken des Aquariums zu kommen. Mit der gleichen Methode wie bei ganz normalen Magneten: Einfach das Außenteil langsam um die Ecke führen, der innere Teil folgt meist. Und wenn nicht, schwimmt er oben und lässt sich mit einem Finger positionieren.

Fazit
Eine echte Innovation, die das Scheibenreinigen deutlich vereinfacht und verbessert. Das Handling ist perfekt, die Reinigungsergebnisse sind tadellos, vor allem, wenn man regelmäßig reinigt, damit schon gar keine hartnäckigeren Beläge entstehen können.
Den „Care-Magneten“ gibt es in fünf verschiedenen Ausführungen: „Pico“ (3–6 mm Glasstärke), „Nano“ (für 6–10 mm Glasstärke), die beide nur eine Kunststoffklinge im Lieferumfang haben und für die es keine Stahlklinge gibt. Die drei größeren Varianten („Care Magnet long“, „strong“ und „strong+“) reichen für 10–15 mm, 15–20 mm und 20–25 mm Glasstärke. Die Klingen sollen bis zu einem Jahr halten und können jederzeit nachgekauft werden.
Werner Baumeister

Korallensand ist der ideale Bodengrund für unsere Meerwasser­aquarien. Er entsteht durch den Zerfall von Kalkskeletten aller Art, vor allem von Steinkorallen, die mengenmäßig den größten Anteil in Riffnähe ausmachen. Wer schon einmal gesehen hat, wie manche Papageienfische das Riff zernagen und anschließend den fein zerkleinerten Korallenbruch wieder ausscheiden, der wundert sich nicht, dass Unmengen von Korallensand entstehen und eine „Ernte“ für aquaristische Zwecke in vernünftigem Maß kein Problem darstellen dürfte.
Bisher wurde dieser Korallensand in den Herkunftsländern in Säcke verpackt und kiloweise an uns verkauft. Umweltfreundlich war das nicht, denn es gibt zwar genügend Korallensand (der Bedarf bei uns ist vergleichsweise gering), aber er muss eben entnommen, gereinigt und verpackt sowie sehr weit transportiert werden. Letzteres dürfte vermutlich das größere Umweltproblem darstellen. Bislang ist mir zwar noch nicht zu Ohren gekommen, dass Umweltschützer diese Praxis bemängeln, aber man kann davon ausgehen, dass dies irgendwann wohl noch kommen wird.
Aus diesem Grund hat sich AquaMedic Gedanken gemacht und einen Bodengrund entwickelt, der natürlichem Korallensand nahekommen soll. Laut Werbetext entspricht er diesem sogar, sollte also weitgehend aus Kalzium-Magnesium-Karbonat bestehen. Das konnte ich nicht analysieren, aber einer Firma, die sich seit vielen Jahren erfolgreich mit der Meeresaquaristik beschäftigt, sollte man vertrauen können. Im Unterschied zum „Balisand“ derselben Firma werden die „Tonga-Pearls“ künstlich hergestellt, das Karbonat also „in Form“ gebracht. Wie genau, das ist allerdings das Geheimnis von AquaMedic.

Weiß und sauber
Viel wichtiger aber ist, wie sich der „künstliche“ Sand im Aquarium verhält. Daher habe ich den in meinem Aquarium hauptsächlich befindlichen Foraminiferensand ein Stück auf die Seite geschoben und die frei gewordene Fläche mit den „Tonga Pearls“ aufgefüllt.
Aber zuvor wurde das Substrat erst mal gewaschen. Wie versprochen war das Spülwasser in der Tat nach wenigen Durchläufen mit gutem Durchmischen im Eimer schnell sauber. Wer einmal neuen oder auch älteren Korallensand auswaschen musste, der weiß, wie lange es dauern kann, bis das Wasser nicht mehr schmutzig und trüb ist und wie viel Wasser dazu benötigt wird. Bei den „Tonga Pearls“ ist das schnell erledigt, schon mal ein Vorteil. Und natürlich ist durch die Herstellung unter kontrollierten industriellen Bedingungen eine Verschmutzung, z. B. durch organisches Material wie beim echten Korallensand, kaum möglich.
Nachdem der Sand ins Becken gefüllt worden war, machte ich gleich ein Foto. Er ist schneeweiß und reflektiert das Licht enorm. Aber würde er auch gut und zügig mit Bakterien besiedelt? Oder würde er erst stark veralgen? Würde mein Zitronen-Lippfisch ihn lieben oder sich lieber im „alten“ Bodengrund vergraben? Fragen über Fragen.

Dreimal: Ja
Die Antwort ist: Ja, ja und ja. Denn eigentlich passierte überhaupt nichts. Die „Tonga Pearls“ blieben weiß, veralgten, wenn überhaupt, kein bisschen mehr als der bisherige Bodengrund, der Zitronen-Lippfisch stürzte sich vom ersten Tag an in sie, als ob nichts gewesen wäre. Die ganz weißen „Tonga Pearls“ vermischten sich lediglich nach und nach mit meinem schon angegrauten Foraminiferensand. Ob darauf genauso viele Bakterien siedeln wie auf natürlichem Korallensand? Das wäre herauszufinden. Der Zitronenjunker jedenfalls adoptierte den schönen Sand ohne scharfe Kanten von Anfang an als seine nächtliche Schlafstätte. Und auch alle anderen Bodenbewohner akzeptierten ihn sofort. Na, wenn die das alle so positiv sehen, dann bin auch ich zufrieden.
Werner Baumeister

Bei der Naturzucht von Fischen ist man auf sauberes und klares Wasser angewiesen, um leicht eine Sichtkontrolle der Laichbürsten durchführen zu können. Auch der Keimdruck sollte möglichst gering sein, um dem Verpilzen der Eier vorzubeugen. In dieser Zuchtsaison wurden Produkte von Oase durch Aquatorium getestet. Das „Anti Algen ABC“-Produktensortiment wird von Oase folgendermaßen vorgestellt: „A“ stehe für „Wasserqualität verbessern“, „B“ für „Nährstoffe binden“ und „C“ für „Algen bekämpfen/vorbeugen“.
Für die Umsetzung benötigt man eine Kombination aus verschiedenen Produkten, die dem Volumen des Teiches angepasst sind. Zur Verbesserung der Wasserqualität braucht man mehr Sauerstoff im System. Das erreicht man mit mehr Bewegung der Wasseroberfläche und ausreichender Belüftung.
Im Test wurden dazu 1. die „Oase AquaMax Eco Classic 9000C“-Pumpe und 2. „Oase Oxy Tex Set 500“ eingesetzt. Um die überschüssigen Nährstoffe zu binden, wurde 3. „Oase PondLith“ getestet, ein aufbereitetes Zeolith. Für die Algenbekämpfung wurde 4. „Oase BioKick Care“ ausprobiert, eine Bio-Wasserpflege. Der Versuch konnte am 07.06.2020 gestartet werden. Bevor jedes Produkt detailliert vorgestellt wird, möchte ich kurz den Versuch selbst erläutern.
Versuchsvorbereitung: Zwei Wochen vor dem Test wurde der bis dahin verwendete Biofilter getrennt und dafür eine Luftpumpe (Leistung 200 l/h) mit Ausströmerstein eingesetzt. Die Fische wurden während der Vorbereitungszeit zweimal täglich mit Granulat gefüttert, während des Versuchs einmal täglich. Eine dichte Algenblüte wurde damit nach zehn Tagen erreicht.
Versuchsaufbau: Als Zuchtbecken diente eine graue Big Box von Schöller Allibert mit 500 l Wasservolumen, bestückt mit drei männlichen und zwei weiblichen Goldfischen. Als Laichsubstrat diente eine Laichbürste für Koi. Die „Oase AquaMax Eco Classic 9000C“-Pumpe wurde in der Box gegenüber der Laichbürste unter Wasser aufgestellt, der Controller wettergeschützt angebracht. Das „PondLith“-Mineral wurde für eine bessere Durchströmung in einem Außenfilter ohne weitere Filtermedien und als Bypass an der „AquaMax“-Pumpe angeschlossen. Um den Flusswiderstand im Bypassfilter gering zu halten, wurde das eigene Flügelrad herausgenommen. Die „Aqua Oxy 500“-Luftpumpe wurde mittels zweier Ausströmersteine betrieben.  
Versuchsdurchführung: Zu Beginn des Versuches hatten sich Schwebealgen so massiv vermehrt, dass man die Goldfische nicht mehr sehen konnte. Die „AquaMax Eco Classic 9000C“-Pumpe wurde auf 6 % Leistung eingestellt, was der empfohlenen einmaligen Umwälzrate des Wasservolumens pro Stunde entspricht, also 500 l/h. 2 kg (entspricht 4 kg/m3) ausgespültes „PondLith“-Mineral wurden für die Dauer von zwei Wochen eingesetzt, danach wurde das Mineral aus dem System entfernt. Am ersten, siebten und am 14. Tag wurden jeweils 25 ml „Aqua Activ BioKick Care“ in 2 l Leitungswasser gelöst und dazugegeben. Nach einem Monat, um genauer zu sein nach 770 Betriebsstunden (kann man am Controller ablesen), wurde der Test mit Erfolg beendet.

Beschreibung der einzelnen Produkte
„Oase AquaMax Eco Classic 9000C“-Pumpe: Diese Pumpe kann man sowohl unter Wasser als auch im Trockenen betreiben, dafür sollte man das Gehäuse ausbauen. Am Gehäuse selber findet man an der unteren Seite praktische Griffmöglichkeiten, welche die Handhabung der Pumpe erleichtern.
Der Hersteller gibt nur eine Pumpenkennlinie an, und zwar wie viel Liter in Abhängigkeit von der Förderhöhe die Pumpe schaffen kann. Aquatorium hat die Leistungsaufnahme in Relation zur einstellbaren Pumpenleistung in Prozent erstellt, siehe Diagramm. Für den Stromverbrauch bei 1 % Pumpenleistung wurden 24 W am Controller abgelesen, bei 100 % Pumpenleistung zeigte die Pumpe einen Stromverbrauch von 90 W an. Die Firma Oase gibt hier realistische Werte an, tatsächlich lagen die im Test gemessenen Werte sogar um 4 W unter den Herstellerangaben.
Bei einem Stromverbrauch von 66 W erreicht die Pumpe 66 % Leistung, was einer Effizienz von 1 % Pumpenleistung pro Watt entspricht. Diese Leistung wiederum entspricht ca. 5.000 l/h, und ab diesem Teichvolumen empfiehlt sich die „AquaMax Eco Classic 9000C“, für kleinere Teiche ist sie wirtschaftlich nur dann zu empfehlen, wenn zusätzlich zum Filter auch ein Bachlauf von der Pumpe gespeist werden soll.
Positiv war auch der leise Betrieb, die Fische zeigten sich ungestört von den Pumpenvibrationen und nutzten während der Kontrolle der Laichbürsten sogar das Pumpengehäuse als Versteck. Die Steuerung ist direkt am Controller oder über Bluetooth per App möglich und sehr einfach. Die App ist im App Store unter den neuen Namen „Easy Switch“ (und nicht wie in der Bedienungsanleitung „AquaMax Classic Control“) zu finden. Sollte man sich für die App entscheiden, muss man darauf achten, dass am Handy/Tablet „bluetooth“ und „Standort“ angeschaltet sind, ansonsten funktioniert die App nicht. Die Bedienung vom Handy aus erfolgt aber offline, sodass man sich keine Sorgen um gesammelte Standortdaten machen muss.
Bei der ersten Anwendung fällt der vorprogrammierte Selbsttest positiv auf, der einen Trockenlauf automatisch erkennt und unterbricht. Was man sich aber noch wünschen würde, wäre ein Notfallschalter. Die ganze Steuerung erfolgt über den Controller, und Elektronik kann anfällig sein. Auch hat man nicht immer eine Ersatzpumpe zur Hand – deswegen wäre es schön, wenn man für den Fall, dass der Controller ausfällt, die Pumpe über einen Überbrückungsschalter trotzdem am Laufen halten könnte.
Das zweite Produkt im Test war die starke „Aqua Oxy 500“-Luftpumpe. Die Kombination gibt uns eine gewisse Sicherheit beim Ausfall eines Gerätes. Das „Oase Oxy Tex Set 500“ beinhaltet die „Aqua Oxy 500“-Luftpumpe, Ersatzmembrane, Silikonschlauch, Y-Stück mit zwei Ausströmersteinen und eine Belüfterplatte, die man an einer Kunstpflanze befestigen kann. Damit die Fische in der Zuchtbox diese Kunstpflanze nicht als Laichsubstrat nutzen, wurde im Test auf die Belüfterplatte verzichtet.
Die Luftpumpe hat nur einen Ausgang und läuft leise. Der gemessene Stromverbrauch von 8 W stimmt exakt mit den Herstellerangaben überein. Sollte die Pumpenleistung nachlassen, ist ein Austausch der Membrane vorgesehen und ausführlich in der Bedienungsanleitung beschrieben. Originalteile werden unter www.oase-livingwater.com/ersatzteile angeboten. Mehr ist zu dieser zuverlässigen Pumpe nicht zu sagen, und so kommen wir zum nächsten Produkt, dem „Mineral Oase PondLith“. Dabei handelt es sich um grobes Material, das in Beuteln zum Einhängen fertig abgepackt geliefert wird. Die aktive Oberfläche ist bei dieser Körnung kleiner als bei feinerem Substrat, aber das grobe ist leichter in der Handhabung, rieselt nicht aus dem Beutel und zerstäubt nicht so stark.
Um das „PondLith“ effektiver zu nutzen, wurde es in einen Außenfilter gefüllt und zwei Wochen durchströmt. Dann ist die Bindungskapazität erschöpft, und das Mineral kann entfernt werden. Nach dem Herausnehmen sieht man sedimentierte Schwebealgen auf dem „PondLith“.
Obwohl das Wasser nach 14 Tagen noch nicht klar wurde, zeigte sich beim „PondLith“, dass auch das nächste Produkt, „Aqua Activ BioKick Care“, seinen algenreduzierenden Beitrag im gesamten System leistet. Von diesem Wasserpflegeprodukt schreibt Oase, es aktiviere das Teichwasser mit besonders wichtigen Bakterienstämmen (Milchsäurebakterien), es schaffe nachhaltig klares Wasser und unterstütze den Nitritabbau. Die Menge von 500 ml soll bei einer Teichgröße von 10.000 l für 25 Wochen reichen. Das entspricht der sonnenreichsten Jahreshälfte, in der auch die Algenprobleme auftreten, rein rechnerisch sollte man mit einer Flasche das ganze Jahr klares Wasser haben.
Der Hersteller empfiehlt zwei Dosierungen, eine vorbeugende, niedrige wöchentliche Menge und eine höhere bei akuten Problemen. In diesem Testlauf wurde Letzteres simuliert, weshalb die wöchentliche Anwendung 25 ml auf 500 l Wasser entsprach. Das „AquaActiv BioKick Care“ ist makroskopisch ein inhomogenes Pulver. Eine physikalisch-chemische Analyse ergab keine Änderung des pH-Werts und nur eine vernachlässigbar kleine Änderung der Leitfähigkeit. Es wurde auch kein Einfluss auf die Wasserhärte festgestellt, somit kann man das Produkt nicht als pH-Puffer verwenden. Aufgrund der enthaltenen Zuckerart schmeckt das Pulver süß und muss unbedingt kindersicher aufbewahrt werden, giftig ist es aber nicht.
Die mikrobiologische Analyse hat neben Bakterienstämmen auch Hefen gezeigt. Im Toxizitätstest mit Wasserflöhen zeigte das Produkt keine negativen Effekte. Auch Tests mit weiteren aquatisch lebenden Organismen, wie Eintagsfliegenlarven und roten Mückenlarven, verliefen positiv. Lediglich bei hoher Überdosierung wurde eine starke Sauerstoffzehrung festgestellt, die zum Tod der Wasserflöhe führte. Die physiologische Untersuchung beim zehnfachen Verdünnungsverhältnis (v/v) ergab eine isotonische Osmolalität. Bei normaler Anwendung besteht keine Gefahr von hypertonem Stress.
Im Produkt findet man auch feinen Sand, und Sand im Getriebe will keiner haben, da wir in jeder Pumpe bewegliche Teile vorfinden, die dann schneller verschleißen können. Bei Zugabe also die Pumpe(n) ausschalten!
Fazit: Durch die Kombination von vier sich gegenseitig ergänzenden Produkten von Oase wurde das Ziel – klares Wasser – nach 770 Betriebsstunden (ca. vier Wochen) erreicht. Der Hersteller wirbt mit Klarwassergarantie, wenn die Produkte und die Zusammensetzung von einem Oase-Mitarbeiter gewählt und empfohlen wurden. Oase hat das Versprechen eingehalten, obwohl keine mechanische Filterung vorhanden war. Zwar kam das „PondLith“ in den ersten zwei Wochen in einem Außenfilter zum Einsatz, aber zu diesem Zeitpunkt war das Wasser nicht klar. Erst gegen Ende der dritten Woche wurde das Wasser durchsichtiger, und nach der vierten Woche konnte man die Pumpe und die Fische am Grund erkennen. Wenn zusätzlich noch eine mechanische Filterung vorhanden wäre, könnte das Ziel vielleicht schon viel früher erreicht werden. Trotzdem zeigte sich, dass die ABC-Formel von Oase wirkt, und zwar nicht schlagartig, wie eine Chemiekeule, sondern biologisch und natürlich, was etwas mehr Zeit in Anspruch nimmt, aber für die Fische schonender und mit weniger Stress verbunden ist. Hier und da gibt es noch Verbesserungspotenzial, etwa das Entfernen von Sand aus der Rezeptur von „Aqua Activ BioKick Care“, häufigere Aktualisierung der Gebrauchsanleitungen, damit man als Kunde leichter die richtige App findet – aber der Test ist so überzeugend verlaufen, dass Aquatorium die besprochenen Produkte nur weiterempfehlen kann.
Ivan Simeonov