von Sebastian Wolf


Im Herbst vergangenen Jahres war es so weit: Mit dem Umbau der Aquarienanlage musste ein neues Filtersystem her. Das alte, bestehend aus einer über jedem Becken eingesetzten, zentral von einem Kompressor mit Luft versorgten Eigenkreation (vom Prinzip her ein Rieselfilter), hatte aus verschiedenen Gründen ausgedient. Strombetriebene Innen- oder Außenfilter kamen nicht infrage, darum also die Suche nach guten Lufthebern. „Gut“ soll heißen: lange Laufzeiten, unkomplizierte Säuberung der Bauteile, die Luftblasen erzeugen, eine entsprechend hohe, auch durch Ventile einfach regelbare Förderleistung – und idealerweise möglichst geräuscharmer Betrieb. Denn nach Beginn der Mund-Nasenschutz-Ära konnte ich dank der selber gebauten, geräuschintensiven Filterung viele Besucher nur noch undeutlich verstehen, das wurde langsam anstrengend.
Da ich keine über die ganze Schmalseite der Becken laufenden Mattenfilter installieren wollte, kombinierte ich den unten beschriebenen Tschechischen Lufthebefilter (TLH) zudem mit einem Eigenbau. Das Ergebnis lässt sich am besten als „Schwimmender Tschechischer Lufthebefilter (STLH)“ beschreiben – Sie lesen hier also eine Kombination der DATZ-Rubriken „Testlauf“ und „Wasserdicht“, ein „Wasserdichter Testlauf“ sozusagen!

Ein innovatives Bauprinzip
Vorweg: Es geht hier nicht um quantitative Ergebnisse, also um exakte, vergleichende Angaben der geförderten Luft- und Wasservolumina (der unterschiedlichen Ausführungen oder im Verhältnis zu anderen Herstellern), sondern um eine qualitative Einschätzung im Hinblick auf die im ersten Absatz genannten Kriterien. Meine Wahl fiel auf die GN-Luftheber, diese gibt es schon seit ein paar Jahren (siehe Fitz in DATZ 8/2015). Auch wenn sie in der Funktionsweise den TLH ähnlich sind, so besteht doch eine bauliche Abweichung betreffend des Antriebsteils, also des untersten Abschnitts des Lufthebers, in dem die eingespeiste Luft in das Wasser eintritt. Dieses besteht aus zwei ineinander passenden Stücken mit gezahnten inneren Rändern. Sind beide Teile des Antriebes zusammengesteckt, ergeben sich die Luftlöcher durch Aussparungen in diesen Rändern. Die einzelnen Luftauslässe sind außerdem in unterschiedlicher Höhe im Antriebsteil angeordnet und größer als die anderer TLH – das Bild sollte einen Eindruck geben, zudem finden sich weitere Infos zum Bauprinzip auf der Herstellerhomepage. Versprochen wird dort ein TLH, der die Standzeit „üblicher“ TLH weit übertreffe. Ein Hauptkriterium für mich, denn die mir unliebste aquaristische Tätigkeit ist das Entnehmen, Auseinanderbauen und Säubern von Bestandteilen eines Filters.
Eingesetzt habe ich alle vier verfügbaren Modelle, die sich im Rohrdurchmesser (12, 16, 20 & 25 mm) und der Eintauchtiefe (15, 20, 25 & 30 cm) unterscheiden. Alle genannten Größen gibt es sowohl in einer gebogenen (Steig- und Auslaufrohr an einem Stück) als auch in einer gesteckten Ausführung (Steig- und Auslaufrohr sind durch ein Winkelstück verbunden). Letztere ist laut Hersteller etwas weniger leistungsstark, lässt sich aber platzsparender verbauen.

Vorbereitungen: der Weg zum STLH
Mit den neuen Lufthebern wollte ich Becken mit Fassungsvermögen zwischen 45 l und 600 l bestücken, entsprechend wählte ich für alle von bis zu 100 l die Variante mit 16 mm Durchmesser, für größere Aquarien die Variante mit 20 mm bzw. 25 mm Durchmesser. Teilweise kürzte ich die Steigrohre etwas – zum einen, um von vornherein zu vermeiden, dass der Gegendruck durch die Eintauchtiefe des Steigrohres zu einer starken Abnahme der geförderten Wassermenge führt. Zum anderen aber auch, da der Filter schwimmen und auch bei Wasserwechseln nicht auf dem Boden aufliegen sollte, denn diverse Fischarten entwickeln regelrecht selbstmörderische Tendenzen, was das Hineinquetschen zwischen Filtermatte und Substrat (oder Glaswand) bei Beunruhigung anbelangt.
Warum überhaupt ein schwimmender Filter? Ich fand es ganz praktisch, Filter einzusetzen, die sich an ändernde Wasserstände anpassen, die teils nützlich sind, etwa bei der Zucht von Labyrinthfischen oder wenn man Ausbruchskünstler (wie Stachelaale) neu einsetzt, die auf keinen Fall aus Neugier als Trockenfisch enden sollen. Oder auch, wenn man bei einer nötigen chemischen Behandlung (z. B. von Blaualgen) aus schwäbischer Sparsamkeit die Kosten der Heilmittel durch die Reduzierung der Wassermenge senken will. Was natürlich nicht heißen soll, dass sich bei mir Blaualgen und andere Unliebsamkeiten die Klinke in die Hand geben, es soll nur verdeutlicht werden: Ein TLH, der sich unabhängig von einem schwankenden Wasserstand betreiben lässt, kann nützlich sein!
Die Umsetzung dieses Vorhabens war leicht – als Schwimmer dienten rechteckige, 2–3 cm dicke Styroporstücke, die ja nach Becken- und Filtermattengröße zwischen 10 x 10 cm und 15 x 15 cm maßen. In diese schnitt ich Aussparungen ein, deren Breite etwas geringer war als der Durchmesser von Steig- und Auslaufrohr. Das Steigrohr wurde dann einfach mit sanftem Druck durch diese Aussparung eingefügt, das waagrechte Auslaufrohr kam auf der Oberseite der Platte zu liegen – das war es schon! Zu Reinigungszwecken lässt sich das Ganze wunderbar schnell auseinandernehmen.
Die aus einer Filtermatte erhaltenen Schaumstoffblöcke schnitt ich in etwas kürzeren Längen und Breiten zurecht als die jeweils verwendeten Schwimmer aus Styropor: Damit sollte sichergestellt sein, dass zwischen Glaswand und Schaumstoff keine allzu engen Spalten entstünden, die zur Todesfalle werden. Die Höhe der Filterblöcke betrug je nach Beckenvolumen zwischen 12 und 25 cm. Über zwei Drittel dieser Höhe wurde mit einem scharfen Messer ein Schlitz eingeschnitten, der zum Einführen des Steigrohres diente. Grundsätzlich eine sehr simple Methode, auch wenn die neuen Matten anfangs teils leicht auftrieben, nach Einlaufen lagen sie allerdings sehr gut im Wasser.
Der Schwimmer wurde im Lauf der Zeit leicht nach unten gezogen, dennoch liegt der Wasserauslass mit dieser Methode immer ca. 2 cm über dem Wasserspiegel. Den geringen Verlust der geförderten Wassermenge vernachlässige ich gerne zugunsten der Vorteile, auch deshalb, weil bauliche Maßnahmen zur Befestigung des Filters unnötig waren.

Er läuft und läuft … und läuft
Zurück zum TLH – nach fünfmonatiger Laufzeit kann das Fazit gezogen werden: Der GN-Luftheber überzeugt voll und ganz. Eine derart lange Laufzeit ohne Reinigungsmaßnahme des Antriebsteils habe ich noch bei keinem anderen TLH erlebt, prinzipiell hätte keiner der eingesetzten bisher dringend gereinigt werden müssen – unabhängig vom Modell, der geförderten Wassermenge und dem Besatz.
In reichlich besetzten Becken war erwartungsgemäß die Reinigung des Filtermaterials aber früher nötig als bei schwach bevölkerten, und so schaute ich mir diverse Antriebsteile beim Mattenputz gleich mit an. Bevor ich auf das neue System gewechselt hatte, mussten in meinem dauerhaft am stärksten gefütterten Becken (200 l, 25 Schachbrettschmerlen und zehn Bärblinge) die Antriebsteile und sonstigen kritischen Stellen des Filter-Eigenbaus, des klassischen Lufthebers wie auch des Motorinnenfilters nach spätestens 2–3 Wochen dringend gründlich gesäubert werden. Nach der Probereinigung des Antriebsteils von GN-Lufthebern dagegen konnte ich nur einen moderat stärkeren Wasserdurchfluss (+ ca. 15 %) im Vergleich zum dreckigen Zustand vorher feststellen - ein Hinweis auf lange Standdauer.
Mit einer kleinen Schlauchbürste lassen sich die beiden Hälften von anhaftendem Kalk und Biofilm befreien, das geht schnell und ohne viel Druck. Auch praktisch: Per kurzem Blick lässt sich hervorragend abschätzen, ob man gut geputzt hat. Nur beim Auseinandernehmen des Antriebes ist Vorsicht angebracht, um die Befestigung nicht zu zerstören. Bei adäquatem Wasserdurchfluss laufen die Luftheber ganz ohne große Spritzer, und der leise Betrieb ist eine Wohltat. Damit eignen sie sich auch für Wohnräume und sehr sensible Gemüter sowie für Konversationen von Maske zu Maske.

Auch der beste Luftheber ersetzt keine individuelle Vorbereitung und Planung
Bei der Filterung über Luft gibt es einiges, das unwissentlich falsch gemacht werden kann (es sei hier nochmals auf die Beiträge von Fitz in DATZ 8/2015 verwiesen, die einen gelungenen Überblick geben). Vor allem bei der Luftzufuhr, bei der so große Gegendrücke entstehen können, dass die Förderleistung miserabel wird.
Meine Anlage wird über einen Kompressor betrieben, an den Luftleitungen aus PVC-Rohren angeschlossen sind, die möglichst nahe an die einzelnen Regale heranreichen, um Strömungswiderstände durch zu lange, enge Silikonschläuche gering zu halten. Nach Inbetriebnahme musste über Absperrventile (Gardena 4/6 mm) teils noch die geförderte Luftmenge in vielen Becken reduziert werden, da sie so stark war, dass die geförderte Wassermenge dadurch wieder reduziert wurde.
Jeder baut seine Anlage nach seinem Gusto, damit sind die Anforderungen an die Filterung über Luftheber auch jeweils anders und müssen individuell geplant werden. Dankenswerterweise erhielt ich von einem der Entwickler der GN-Luftheber, Matthias Singer, von ihm ermittelte Pumpenkennlinien (gibt es diese eigentlich auch von anderen TLH?), von denen ich hier die zwei für die größeren Lufthebermodelle teilen möchte. Über diese lässt sich einsehen, wie viel Luft bei welchem Druck (in mbar, dies entspricht cm Wassersäule) gefördert werden muss, um den angegebenen Wasserdurchlauf zu erzielen. Und es wird erkennbar: Je tiefer das Steigrohr im Wasser liegt, desto größer wird die benötigte Luftmenge, damit die Luftheber gut arbeiten können. Beherzigt man diese Faktoren, lassen sich die GN-Luftheber optimal einsetzen und erfreuen mit einem geringen Reinigungsaufwand, sehr leisem Betrieb und einem tollen Preis, d. h. in Relation geringen Anschaffungskosten. Damit werden sie attraktiv für wirklich alle, die ihre Becken über Luft filtern wollen.
Meine Eigenkonstruktion hat sich übrigens schnell und ungewöhnlich deutlich als ein bevorzugter Aufenthaltsort für so manche Fischart herausgestellt – der Liegeplatz auf der Oberseite der Schaumstoffmatte, mit schützendem Dach aus Styropor relativ nah an der Wasseroberfläche, scheint vielen meiner Pfleglinge sehr zu behagen, und so wird er genutzt als Beobachtungspunkt, Versteck und Ort zur Eiablage. Das aber nur am Rande, der Platz reicht an dieser Stelle nicht für mehr …
Text und Fotos von Sebastian Wolf

von Sebastian Wolf

Aus dem Hause Algova kommt gebrauchsfertig ein hochwertiges Lebendfutter, das sich nicht nur zum Einsatz in der Meerwasseraquaristik, sondern auch für Süßwasserarten eignet, insbesondere solche mit sehr kleinen Jungfischen. Es besteht aus den Nauplien des marinen Copepoden Acartia tonsa, die direkt in belüftetem Meerwasser bei Zimmertemperatur zum Schlüpfen gebracht sowie ohne vorherige Anreicherung verfüttert werden können.
Gut verpackt und ordentlich gekühlt kommt die wertvolle Ware an. Eine Anleitung liegt bei, die alles Wichtige von der Lagerung, Erbrütung und Verfütterung bis zur weiteren Aufzucht behandelt, sie steht auch online zur Verfügung. Ich habe geschätzt jeweils 0,3–0,4 ml der Lösung in 1 l Flüssigkeit (Osmosewasser mit 32–34 g/l Meerwasser-Salz) erbrütet, in Flaschen, die ich ansonsten für Artemien nutze. Das gelieferte Fläschchen enthält bei 25 ml Inhalt eine Million Eier.
Aufgrund der Kleinheit der Nauplien, die gerade einmal 70–110 µm groß sind (Herstellerangaben), ist es mir unmöglich, etwas zum Schlupfergebnis anzugeben. Empfohlen wird die Lagerung bei maximal 5 °C, da die Schlupfrate in den sechs Monaten nach Produktion stetig abnehmen soll (bei mir waren es 5 °C, also schon am oberen Ende). Die geschlüpften Jungtiere lassen sich mit einem 50-µm-Sieb von der Kulturflüssigkeit trennen. Diese Nauplien sind eine wertvolle Alternative zu den ansonsten im Süßwasser verfütterten Einzellern, insbesondere natürlich für anspruchsvolle Jungfische, die kein Kunstfutter annehmen.
Zum Testen spontan bereit erklärten sich meine Badis singenensis, die im Winter ordentlich in Fortpflanzungslaune waren. Nach dem Schlupf eines der Gelege entfernte ich die Tonhöhle ohne den Vater und setzte sie mit den anhaftenden Larven in ein vorbereitetes 15 l Becken, dessen einzige Einrichtung in einem Luftheberfilter bestand – Grund: Ich wollte sicherstellen, dass sich die Jungtiere nur vom gereichten Futter und nicht oder nur sehr begrenzt von anderen Kleintieren ernähren würden.
71 Fischlarven konnte ich anfangs zählen. Die Fütterung erfolgte ausschließlich mit den frisch geschlüpften, maximal 24 h alten Copepoden, zwei- bis dreimal täglich über die ersten vier Tage nach Freischwimmen, aus geschätzt jeweils knapp 200 ml ausgesiebter Kulturflüssigkeit (danach wurde anderes Lebendfutter gereicht). Aufgrund des geringen Wasservolumens führte ich zudem einen täglichen Wasserwechsel durch.
Ergebnis: 69 kleine Blaubarsche konnte ich am Ende des Zeitraums zählen. Badis-Jungfische nehmen an sich recht schnell nach dem Freischwimmen Artemia-Nauplien an, und die Testbrut war nach vier Tagen mit den winzigen Acartia-tonsa-Nauplien offensichtlich nur noch schwer satt zu bekommen, dafür sind Letztere dann doch zu klein. Die jungen Blaubarsche waren jedoch bis dahin jedenfalls fast ausnahmslos gut und auch gleichmäßig entwickelt, beim Fang der Copepoden verhielten sie sich so, wie man das auch bei der Fütterung mit Artemien beobachten kann – kurzem Betrachten der Beute folgt das ruckartige Vorschießen. Somit kann dieses Futter auch für Arten empfohlen werden, die nicht zwingend auf derart kleine Organismen angewiesen sind.
Ich verfütterte es zudem an frisch geschlüpfte Betta splendens (allerdings kombiniert mit anderen Futtermitteln), und auch diese wuchsen vorzüglich. Die Akzeptanz bei anderen karnivoren und omnivoren Arten dürfte ebenso gut sein. Vorstellbar sind etwa Jungtiere von Grundeln, Salmlern, Regenbogen- oder Zwergfadenfischen. Die beiden verfügbaren Verpackungseinheiten werden aber besonders für im größeren Umfang züchtende Aquarianer interessant sein – oder man teilt sie sich mit anderen Hobbykollegen, die in der Nähe wohnen.

Der Nährstoffbedarf von Wasserpflanzen lässt sich anhand ihrer stofflichen Zusammensetzung erklären (siehe auch den Beitrag „Grundlagen für einen guten Pflanzenwuchs“ in DATZ 8/2018): Die Trockenmasse besteht zu 35–50 % aus Kohlenstoff. Dieser wird in Form von gelöstem Kohlendioxid (CO2) und/oder Karbonaten (Karbonathärte - biogene Entkalkung) von den Pflanzen aufgenommen. Die weiteren Hauptbestandteile der Wasserpflanzen sind Stickstoff, Phosphat, Kalium, Kalzium, Magnesium und Schwefel.
Diese sogenannten Makronährstoffe werden üblicherweise in ausreichender Menge über das Leitungswasser (Kalzium, Magnesium und Schwefel) sowie über die Ausscheidungen der Aquarienbewohner (Stickstoff und Phosphat) zur Verfügung gestellt. Kalium ist neben Eisen die Hauptkomponente von Eisenvolldüngern. Diese enthalten dann auch noch die notwendigen Spurennährstoffe, wie Mangan, Kupfer, Zink und Molybdän. Den „Motor“ der Fotosynthese, das Licht, stellen wir inzwischen vorwiegend über LED-Leuchtmittel zur Verfügung.
Also passt alles, wenn man eine angemessene CO2-Versorgung bietet und einen guten Eisenvolldünger verwendet – könnte man meinen …
In Aquarien mittlerer Ausleuchtung (z. B. T8-Leuchtstoffröhren) mit starkem Besatz an Fischen sind genug Makronährstoffe vorhanden, das Wachstum anspruchsloser Wasserpflanzen ist meist nicht durch Nährstoffmangel limitiert. Eher führt der Überfluss an Makronährstoffen zu einem unerwünschten Algenwachstum!
Ein aktueller Trend in der Aquaristik geht mehr in Richtung anspruchsvolle Pflanzenaquarien (Aquascapes), also Unterwasserlandschaften mit vielen Pflanzen und geringem Fischbestand. Um den Pflanzenwuchs zu optimieren, werden diese Aquarien mit weichem Wasser, CO2-Düngung und starker Beleuchtung betrieben. Das Resultat: Durch die geringe Fischdichte und die niedrige Wasserhärte kommt es schnell zu einem Mangel an Makronährstoffen, der in Kombination mit einer hohen Beleuchtungsstärke nach meiner Erfahrung der Hauptgrund für das üppige Wachstum von Fadenalgen ist!
Um den Makronährstoffmangel auszugleichen, gibt es sogenannte NPK-Dünger, die die Makronährstoffe Stickstoff (N), Phosphat (P) und Kalium (K) in einem ausgewogenen Verhältnis verfügbar machen. Da nicht jedes Aquarium dieselben (Nährstoff-)Bedürfnisse hat, muss der Bedarf an Makronährstoffen nicht genau der Zusammensetzung dieser Dünger entsprechen. Dies führt zur Anreicherung von einem oder zwei Elementen. Dafür bietet der Handel ebenfalls eine Lösung an: Einzeldüngemittel. Damit kann gezielt der Nährstoff mit dem höchsten Bedarf nachgedüngt werden.
Zum Testkandidaten: In meinem Nano-Aquarium hatte sich Kalium angereichert. Leider war Kalium nicht nur in dem verwendetem NPK-Dünger enthalten, sondern auch im Stickstoff-Einzeldünger! Bei weiteren Recherchen stellte ich fest, dass das auch bei allen anderen von mir geprüften Anbietern und N-Düngern der Fall war – bis auf den von Aqua Rebell. Letztere Firma vertreibt die meines Wissens umfangreichste Düngeserie im deutschsprachigen Raum. Zugegeben, die Vielfalt der Düngemittel verwirrt anfangs (es gibt z. B. drei verschiedene N-Dünger: GH Boost N, Makro Basic Nitrat und Ma­kro Spezial N). Kommt „Makro“ im Namen vor, handelt es sich um Düngemittel mit Makronährstoffen, folgerichtig enthalten „Mikro“-Dünger Mi­kronährstoffe, darunter auch der Volldünger mit Eisen und Kalium (Mikro Basic Eisen). Nun kommen in den Bezeichnungen noch die Namen „Basic“ und „Spezial“ vor. „Basic“ steht für stark stabilisierte Düngemittel – sie können als Wochendünger (Stoßdüngung) verwendet werden, ideal für Aquarien mit mittleren Ansprüchen. Hohen (Nährstoff-) Ansprüchen werden dann die „Spezial“-Dünger gerecht, sie sind nur schwach stabilisiert, somit sofort pflanzenverfügbar und sollten täglich dosiert werden.
Warum nun der Unterschied zwischen Wochen- und Tagesdüngung? Bei der Wochendüngung hat man anfangs viele Nährstoffe im Wasser (mehr als dann von den Wasserpflanzen sofort aufgenommen werden können), weiter kann es nach Tagen zu einem Mangel einzelner Nährstoffe kommen, weil diese bereits verbraucht wurden – beides Nachteile für höhere Wasserpflanzen und Vorteile für Algen. Die Wochendüngung hat aber den Vorzug, dass sie einfach in der Anwendung ist. Das ist der entscheidende Nachteil der Tagesdüngung: Zumindest ich verliere nach wenigen Tagen die Disziplin und vergesse des öfteren die Zugabe. Vorteil der Tagesdüngung ist aber, dass die Nährstoffe täglich bedarfsgerecht zugeführt werden!
Die Düngemittelserie ist aufeinander abgestimmt und die Produkte können kombiniert werden. Eine gute Hilfe bei der Entscheidung, welches Düngesystem für mein Aquarium das Richtige ist, bietet der Dünge-Rechner von flowgrow.de. Tobias Coring von Aqua Rebell stellt hier sehr gute Tools zur Verfügung, um die Düngung zu planen und zu optimieren.
Ein Beispiel: Wie dünge ich ein Aquarium mit 200 l? Auf der Seite „Düngeempfehlung“ (https://www.flowgrow.de/db/calculator/basic) wird in einer Eingabetabelle zunächst das Aquarienvolumen angegeben. Dann wählt man aus, ob eine CO2-Versorgung vorhanden ist und Beleuchtung sowie Pflanzenmasse stark bzw. groß, mittel oder gering sind. In unserem Beispiel haben wir: CO2-Versorgung, mittlere Beleuchtung und Pflanzenmasse. Nach Klick auf den Button „Berechnung“ erscheinen ein Textfeld mit Erläuterungen und die Empfehlung der Düngemittel. Anhand des Beispiels ergibt sich (bei Wochendüngung), dass man 56 ml Makro Basic NPK und 14 ml Mikro Basic Eisen dosieren soll.
Als Grundlage für einen Düngeplan ist dieses Werkzeug sehr gut geeignet. Wichtig ist, die Nährstoffgehalte des Aquariums dann einige Wochen im Auge zu behalten (Tropftests). So wird schnell klar, ob man von einem Produkt mehr oder weniger benötigt. Kommt es zur Anreicherung oder zum Mangel einer Komponente, kann man die Düngemittel entsprechend anpassen. Da man nicht alle Düngerkomponenten mit einfachen Tropftests quantifizieren kann, sollte man regelmäßige, großzügige Wasserwechsel durchführen. So wird die Anreicherung einzelner Komponenten verhindert.
Nützlich ist auch die „Dosierberechnung“ (https://www.flowgrow.de/db/calculator/dose): Wieder müssen Aquarienvolumen und Dosierintervall (täglich/wöchentlich) eingegeben werden, in unserem Fall 200 l und „täglich“. Dann kann in einer Tabelle zu jedem Nährstoff – beispielsweise Nitrat – das Düngeprodukt ausgewählt werden. Schön ist dabei, dass nicht nur Produkte von Aqua Rebell, sondern auch eine große Palette anderer Hersteller ausgewählt werden können.
In unserem Beispiel wähle ich GH Boost N aus. Als Dosiermenge gebe ich 50 ml ein. Das Ergebnis erscheint in Tabellenform. Im Beispiel-Aquarium werden durch diese Dosierung folgende Nährstoffgehalte erreicht: Nitrat 18,7 mg/l, Calcium 3,78 mg/l und Ma­gnesium 1,37 mg/l. Kombiniere ich diese Düngung noch mit der Gabe von 10 ml Mikro Basic Eisen, so werden folgende Nährstoffgehalte erzielt: Nitrat 18,7 mg/l, Kalium 0,03 mg/l, Eisen 0,05 mg/l, Calcium 3,78 mg/l, Magnesium 1,57 mg/l.
Alles in allem können so die richtigen Düngemittel für unterschiedlichste Bedürfnisse gefunden werden! Noch ein Plus des Herstellers: Die Gebindegröße für jeden Dünger reicht von 0,5–5 l. Auch große Aquarien können so noch erschwinglich mit Nährstoffen versorgt werden.
von Petra Fitz

Algen kratzt man klassisch mit einem Scheibenreiniger ab. Früher waren das Rasierklingen, die an einem mehr oder weniger langen Halter befestigt waren. Damit wurde man dem Belag ganz gut Herr, nur dass man dabei stets nasse Finger bekam. Und immer wieder verletzte man mit den Ecken der Klinge die Verklebung der Scheiben. Gar nicht gut!
Dann kam man auf die pfiffige Idee, mit Magneten zu arbeiten. Der eine Magnet wurde mit einem weichen Stoff überzogen, der andere, der innen im Aquarium „klebt“, erhielt einen Überzug aus feinen Kunststoffhäkchen, die den Belag abschaben. Das funktionierte toll, solange die Algen nicht zu fest saßen. Reichte der Magnet nicht mehr aus, die harten Krusten zu entfernen, musste man doch mit einem Rasierklingenschaber ran.
Auf der Suche nach einem neuen Magneten stieß ich bei der alteingesessenen und immer innovativen Firma Tunze auf ein gänzlich anderes Konzept. Das musste ich ausprobieren.

Ganz anders
Und was da kam, war in der Tat anders als alle bisherigen Scheibenputz-Magnete. Das Kratzvlies aus Plastikborsten wird dort durch eine Art Klinge aus einem Spezialkunststoff ersetzt, die vom Magneten über die Scheibe geschoben wird. Diese Klinge ist enorm effektiv, die Beläge werden sauber und am Stück regelrecht abgeschält. Verrückt, denn selbst wenn man mit dem Finger drüberfährt, kann man sich kaum damit verletzen. Die Klinge kann man durch eine beiliegende schmälere austauschen, die durch den dadurch etwas höheren Anpressdruck noch etwas hartnäckigere Beläge wegschabt.
Und wenn dann doch mal ganz harte Kalkalgen auftreten sollten, gibt es für den Notfall auch noch eine Stahlklinge für die ganz schweren Fälle. Übrigens – sollte jemand ein Aquarium aus Acryl haben: Auch da kann man den Care Magnet noch einsetzen, ohne gleich alles zu verkratzen. Allerdings sollte man hier nur die kleine Kunststoffklinge verwenden.

Abstand halten
In Corona-Zeiten kennt man das ja, immer Abstand halten. Für das Scheibenputzen mit Magneten wäre das auch gut, denn öfter gerät mal ein Körnchen des Bodengrunds zwischen die Magnete und man verkratzt damit zuverlässig die Scheiben. Das passiert vor allem, wenn man die meist besonders hartnäckigen Beläge am Rande des Bodengrunds beseitigen will.
Auch da hat Tunze nachgedacht und den beiden Magneten einfach mehr Abstand gegeben. Der innere Magnet schwebt in gut 3 mm Abstand entfernt von der Scheibe. Eventuell dazwischenkommende Steinchen fallen einfach wieder herunter. Das klappt natürlich nur, wenn die Magnete sehr stark sind. Was sie teurer macht. Ich ziehe den Magneten regelmäßig durch den Bodengrund und nie ist auch nur ein Körnchen hängen geblieben. Es lohnt sich also, etwas mehr zu investieren. Auch die Silikonfugen der Aquarien werden geschont. Denn die Klingen sind am Rand rund und schneiden dadurch nicht in die Fugen. Trotzdem kommt man durch leichtes Schräghalten auch an die nahe den Fugen aufsitzenden Beläge heran.
„Care Booster“ – rutscht und schwimmt
Damit das Ganze auch schön „flutscht“, haben die Tunze-Ingenieure dem äußeren Magneten der beiden größeren Versionen einen sogenannten „Care Booster“ verpasst. Das sind Schalen aus einem festen Schaum, die auf den Klingenteilen angebracht sind. Am äußeren Magneten hat man ihnen eine schön glatte Lauffläche verliehen, mit der man ihn ohne merklichen Krafteinsatz über die Scheibe schieben kann.
Der innere Magnet schwimmt damit sicher und der äußere lässt sich angenehm mit der Hand halten und führen. Dank der mattschwarzen Oberfläche der Schalen stört es auch nicht, wenn man den Magneten ständig im Aquarium lässt. Meinen habe ich hinter einer Strömungspumpe versteckt. Die „Booster“ kann man natürlich auch weglassen. Dann ist das Ganze noch unauffälliger.
Wer besonders viel Wert auf Optik legt, der kann sogar die kleinen Plastikkappen links und rechts des Booster-Handgriffs in vier verschiedenen Farben auswählen. Blau passt im Meerwasser sicher am besten, Grün könnte man für Pflanzenbecken nehmen. Sicherlich eine Spielerei, die aber zeigt, dass man bei Tunze auch kleine Details wichtig findet.

Kurvengängig
Wie von den bisherigen Magneten gewohnt, schafft man es übrigens auch mit diesem Gerät, um die Ecken des Aquariums zu kommen. Mit der gleichen Methode wie bei ganz normalen Magneten: Einfach das Außenteil langsam um die Ecke führen, der innere Teil folgt meist. Und wenn nicht, schwimmt er oben und lässt sich mit einem Finger positionieren.

Fazit
Eine echte Innovation, die das Scheibenreinigen deutlich vereinfacht und verbessert. Das Handling ist perfekt, die Reinigungsergebnisse sind tadellos, vor allem, wenn man regelmäßig reinigt, damit schon gar keine hartnäckigeren Beläge entstehen können.
Den „Care-Magneten“ gibt es in fünf verschiedenen Ausführungen: „Pico“ (3–6 mm Glasstärke), „Nano“ (für 6–10 mm Glasstärke), die beide nur eine Kunststoffklinge im Lieferumfang haben und für die es keine Stahlklinge gibt. Die drei größeren Varianten („Care Magnet long“, „strong“ und „strong+“) reichen für 10–15 mm, 15–20 mm und 20–25 mm Glasstärke. Die Klingen sollen bis zu einem Jahr halten und können jederzeit nachgekauft werden.
Werner Baumeister

Korallensand ist der ideale Bodengrund für unsere Meerwasser­aquarien. Er entsteht durch den Zerfall von Kalkskeletten aller Art, vor allem von Steinkorallen, die mengenmäßig den größten Anteil in Riffnähe ausmachen. Wer schon einmal gesehen hat, wie manche Papageienfische das Riff zernagen und anschließend den fein zerkleinerten Korallenbruch wieder ausscheiden, der wundert sich nicht, dass Unmengen von Korallensand entstehen und eine „Ernte“ für aquaristische Zwecke in vernünftigem Maß kein Problem darstellen dürfte.
Bisher wurde dieser Korallensand in den Herkunftsländern in Säcke verpackt und kiloweise an uns verkauft. Umweltfreundlich war das nicht, denn es gibt zwar genügend Korallensand (der Bedarf bei uns ist vergleichsweise gering), aber er muss eben entnommen, gereinigt und verpackt sowie sehr weit transportiert werden. Letzteres dürfte vermutlich das größere Umweltproblem darstellen. Bislang ist mir zwar noch nicht zu Ohren gekommen, dass Umweltschützer diese Praxis bemängeln, aber man kann davon ausgehen, dass dies irgendwann wohl noch kommen wird.
Aus diesem Grund hat sich AquaMedic Gedanken gemacht und einen Bodengrund entwickelt, der natürlichem Korallensand nahekommen soll. Laut Werbetext entspricht er diesem sogar, sollte also weitgehend aus Kalzium-Magnesium-Karbonat bestehen. Das konnte ich nicht analysieren, aber einer Firma, die sich seit vielen Jahren erfolgreich mit der Meeresaquaristik beschäftigt, sollte man vertrauen können. Im Unterschied zum „Balisand“ derselben Firma werden die „Tonga-Pearls“ künstlich hergestellt, das Karbonat also „in Form“ gebracht. Wie genau, das ist allerdings das Geheimnis von AquaMedic.

Weiß und sauber
Viel wichtiger aber ist, wie sich der „künstliche“ Sand im Aquarium verhält. Daher habe ich den in meinem Aquarium hauptsächlich befindlichen Foraminiferensand ein Stück auf die Seite geschoben und die frei gewordene Fläche mit den „Tonga Pearls“ aufgefüllt.
Aber zuvor wurde das Substrat erst mal gewaschen. Wie versprochen war das Spülwasser in der Tat nach wenigen Durchläufen mit gutem Durchmischen im Eimer schnell sauber. Wer einmal neuen oder auch älteren Korallensand auswaschen musste, der weiß, wie lange es dauern kann, bis das Wasser nicht mehr schmutzig und trüb ist und wie viel Wasser dazu benötigt wird. Bei den „Tonga Pearls“ ist das schnell erledigt, schon mal ein Vorteil. Und natürlich ist durch die Herstellung unter kontrollierten industriellen Bedingungen eine Verschmutzung, z. B. durch organisches Material wie beim echten Korallensand, kaum möglich.
Nachdem der Sand ins Becken gefüllt worden war, machte ich gleich ein Foto. Er ist schneeweiß und reflektiert das Licht enorm. Aber würde er auch gut und zügig mit Bakterien besiedelt? Oder würde er erst stark veralgen? Würde mein Zitronen-Lippfisch ihn lieben oder sich lieber im „alten“ Bodengrund vergraben? Fragen über Fragen.

Dreimal: Ja
Die Antwort ist: Ja, ja und ja. Denn eigentlich passierte überhaupt nichts. Die „Tonga Pearls“ blieben weiß, veralgten, wenn überhaupt, kein bisschen mehr als der bisherige Bodengrund, der Zitronen-Lippfisch stürzte sich vom ersten Tag an in sie, als ob nichts gewesen wäre. Die ganz weißen „Tonga Pearls“ vermischten sich lediglich nach und nach mit meinem schon angegrauten Foraminiferensand. Ob darauf genauso viele Bakterien siedeln wie auf natürlichem Korallensand? Das wäre herauszufinden. Der Zitronenjunker jedenfalls adoptierte den schönen Sand ohne scharfe Kanten von Anfang an als seine nächtliche Schlafstätte. Und auch alle anderen Bodenbewohner akzeptierten ihn sofort. Na, wenn die das alle so positiv sehen, dann bin auch ich zufrieden.
Werner Baumeister