In DATZ 3/2018 berichtete die Redaktion über einen Hautpilz, der tödlich für infizierte Schwanzlurche ist und in Westeuropa immer weiter um sich greift. Wie ist der aktuelle Stand? | von Hans-Peter Ziemek

Im Jahr 1989 fand in Canterbury der „First World Congress of Herpetology“ statt. Dort berichteten Forscherteams von einem rätselhaften Amphibiensterben in unterschiedlichen Teilen der Welt. Manche Arten waren bereits vollständig verschwunden. Die Ursachen waren erst einmal rätselhaft. Es dauerte einige Zeit, bis der Hautpilz Batrachochytrium den­drobatidis (Bd) als Verursacher identifiziert wurde.
Befällt er ein Amphib, kommt es zu einer Chytridiomykose mit tödlichem Ausgang. Die Atmung und die Regulation des Wasserhaushalts werden durch flächige Hautveränderungen gestört und letztlich komplett außer Kraft gesetzt. Äußerlich kommt es zu Verfärbungen und Blasenbildung.
Der Tod kann nach wenigen Tagen oder auch nur nach Stunden eintreten. Der Pilz ist hoch ansteckend, und seine Sporen können lange Zeit im Freiland überdauern.
Der Ursprung des Pilzes liegt wahrscheinlich in Asien und wurde bisher an rund 520 Amphibienarten in 56 Ländern festgestellt. Die weltweite Verbreitung erfolgte über den Handel mit Froschlurchen.
In Europa sind bisher kaum Krankheitsfälle bekannt. Allerdings wurden infizierte Tiere gefunden, wenn man gezielt nach ihnen suchte.

Die Verschiebung der Arteninventare in aquatischen Lebensgemeinschaften macht den Wandel der Biosphäre authentisch erlebbar. Unser Autor ist Biologe und beschreibt seine subjektive Betroffenheit angesichts seiner Erfahrungen in Bächen der bayerischen Alpen. | von Martinus Fesq-Martin

Vor exakt 30 Jahren trug ich den goldenen Krügerrand, den ich noch von meiner Konfirmation hatte, zur Bank und kaufte mir von dem Erlös und dem Rest meines Ersparten eine Nikonos 5, eine der besten Unterwasserkameras.
Mein erstes Fotoziel war im Frühjahr 1989 ein Bergbach nahe der ba­yerisch-tiroler Grenze. Damals erkundeten Studienfreunde und ich gemeinsam die Biodiversität des Auerbachs weitgehend autodidaktisch, indem wir ständig auf der Suche nach noch ungewöhnlicheren Fotomotiven waren – Mühlkoppen, Eintagsfliegen, Netzflügelmücken, Froschlaichalgen und vor allem Bachforellen (Salmo trutta forma fario) (Martin 1991).
An den tiefen Gumpen und dem meist kristallklaren Wasser hat sich bis heute nichts geändert, aber nach einer Unterbrechung von einem Vierteljahrhundert fehlen vielerorts die autochthonen Salmoniden mit den ­typischen roten Punkten.

In den letzten Jahren gab es immer neue Hiobsbotschaften über die Ausbrüche in Europa bislang unbekannter Krankheiten, die große Verluste unter heimischen Tierarten forderten. Begriffe wie Frosch-, Salamander- oder Forellenpest, um nur drei zu nennen, bestimmten die Schlagzeilen. | von Uwe Dost

Das Wort „Pest“ geht auf das ­lateinische pestis zurück und bedeutet „Seuche“. Es wird aber auch synonym für „Unglück“, „Qual“ oder „Leiden“ sowie für ungeliebte Personen oder Dinge verwendet. Früher, etwa im Mittelalter, wurden verallgemeinernd weitere Seuchen, etwa Pocken, Cholera oder Masern, ebenfalls als „Pest“ bezeichnet.
Die Pest ist eine hochgradig an­steckende Infektionskrankheit bei Mensch und Tier, ausgelöst durch das Bakterium Yersinia pestis. Vier Erscheinungsformen sind bekannt: die Beulenpest, die Pest-Sepsis, die Lungenpest und die abortive Pest. Die Übertragung auf den Menschen erfolgt meist durch Bisse von mit dem Bakterium infizierten Rattenflöhen, kann aber auch durch Tröpfcheninfektion erfolgen.
Yersinia pestis ist ein sehr anpassungsfähiges Bakterium, von dem es verschiedene Varianten gibt und das in bestimmten Regionen der Erde in Populationen verschiedener Nagetiere nachgewiesen werden kann, und zwar nicht nur bei Ratten, sondern beispielsweise auch bei Präriehunden, Eichhörnchen und Murmeltieren. Zwischenwirte, etwa Flöhe, können das Bakterium aufnehmen. Dort vermehrt es sich und wird dann beim Biss auf einen zuvor gesunden neuen Wirt, Mensch oder Tier, übertragen.

Eine Quellhöhle, ein Bachlauf und ein Wasserfall im Garten? Heutzutage eigentlich kein Problem, doch wie so oft steckt der Teufel im Detail – und in den großen ­Vorbildern der Natur. Unser Autor schildert, wie er die Planung und den Bau eines außergewöhnlichen Lebensraums umgesetzt hat. | von Stefan Meyer

Teiche gehören zu den beliebtesten Gestaltungselementen vieler Gärten. Dabei steht der Fischteich an erster Stelle, Goldfisch und Koi lassen grüßen. Auch Schwimm­teiche werden immer gefragter, wohingegen größere „Biotop-Teiche“ und Gärten für Frösche und Molche eher die Ausnahme bleiben. Dabei stellen derartige – wenn auch künst­liche – Lebensräume in unserer aus­geräumten Landschaft wichtige Trittsteine für das Überleben vieler selten gewordener Tiere und Pflanzen dar.
In einer Welt aus Beton und Asphalt können wir uns in unseren Hausgärten mit etwas Naturverständnis und Toleranz eine eigene, kleine Oase schaffen. Oft erfolgt die Besie­delung mit Amphibien und anderen Tieren sehr schnell, da sie aus den die Dörfer und Städte umgebenden ­industriell bewirtschafteten Ackerflächen fliehen, sofern sie nicht regional schon ausgerottet sind …
Für jemanden, der sich von der sich einstellenden Artenvielfalt fesseln lässt, ist der Weg vom Biotop-Teich zum Natur- und Wassergarten mit Regenversickerungsbecken, Bachlauf und Wasserfall gar nicht mehr so lang. 1999 war es auch für mich endlich so weit, mit dem Haus wurde der unseren Garten dominierende Teich gebaut (Stawikowski 2015), gut 20 Jahre, nachdem ich Frickingers „Der neue Gartenteich“ gelesen hatte. Aber nach der Fertigstellung sollte es noch einmal 18 Jahre dauern, bis ich das Projekt Wasserfall angehen und verwirklichen konnte. Im Spätsommer 2017 hieß es dann: „Wasser, marsch!“ Doch alles der Reihe nach …