… gibt es nicht! Algen gehören in der Aquaristik einfach dazu. Wer ganz genau hinsieht, wird sie in jedem Aquarium finden. Ein Problem werden sie nur, wenn ihr Wachstum den Betrachter oder die Aquarienpflanzen verärgert. | von Petra Fitz

Betrachtet man Aufnahmen aus den Lebensräumen unserer Aquarienpfleglinge, wird klar, dass das von uns angestrebte saubere und algenfreie Aquarium nicht den natürlichen Verhältnissen entspricht. In allen Habitaten sind der Boden von Ablagerungen bedeckt und die höheren Wasserpflanzen mehr oder weniger von Algen besetzt. Deshalb ist die Aussage etwas irreführend, dass Algen auftreten, wenn das „biologische Gleichgewicht“ im Aquarium gestört ist. Besser wäre es zu sagen, dass Algen in unangenehmen Mengen gedeihen, wenn die Nährstoffsituation sowie der pflanzliche und tierische Besatz es begünstigen. Dazu ist es wichtig herauszufinden, welche der vielen Algenarten in dem Aquarium leben.
Im aquaristischen „Alltag“ wird zwischen Grün-, Rot- und Kieselalgen unterschieden (wissenschaftlich korrekt ist die Algensystematik in DATZ 2 und 3/2015 dargestellt). Cyanobakterien (früher „Blaualgen“ genannt) kommen dann noch hinzu.
Die Grünalgen sind in ihre Struktur sehr vielseitig und – nomen est omen – von grüner Farbe. Aufgrund ihres Erscheinungsbilds werden sie umgangssprachlich als „Punkt“-, „Fusel“-, „Pelz“- oder „Fadenalgen“ bezeichnet.
In der Einlaufphase von Aquarien tritt häufig die „grüne Scheibenpest“ auf, sehr schnell wachsende Grün­algen, die sich einfach von der Oberfläche entfernen lassen. Und wenn das Aquarienwasser plötzlich frisch grün aussieht, verursachen schwebende Grünalgen eine sogenannte ­Algenblüte. Eine Grünalge mögen fast alle Aquarianer gern: den Algen- oder Moosball (Aegagropila linnaei).

Ein richtig schönes Meerwasseraquarium mit bunten Korallen und Fischen ist fast wie Urlaub. Es sei denn, man kämpft gegen Algenwuchs oder Auflösungserscheinungen bei den Nesseltieren, das ist dann schlimmster Alltag. Üblicherweise werden in solchen Fällen allerlei Wasserwerte kontrolliert. Was aber, wenn es gar nicht an den üblichen Verdächtigen liegt? | Von Stephan Gohmann

Wie heißt es doch in der Werbung einer Baumarktkette so schön? „Wenn’s gut werden muss …“ Wer sich ein Korallenaqua­rium einrichtet, hat das natürlich zum Ziel. Dennoch klaffen zwischen Anspruch und Realität schon einmal arge Lücken. Selbst gestandenen Meeres­aquarianern passiert so etwas, und zwar ohne dass sie – allen Erfahrungen zum Trotz – immer sofort eine ­Lösung parat hätten. Was lange Zeit funktionierte, läuft plötzlich und ohne ersichtlichen Grund völlig unerwartet aus dem Ruder. Dann ist guter Rat ­teuer.
Üblicherweise kommt als Erstes die Frage nach den Wasserwerten auf. Während wir daheim nur einige wenige Parameter bestimmen können, was übrigens nach meiner Erfahrung häufig ausreicht, bieten darauf spezia­lisierte Firmen ICP-Analysen (Inductively Coupled Plasma) an, die gleich mehrere Dutzend chemischer Elemente umfassen. Das ist grundsätzlich nichts Falsches, doch sollte man ein paar Dinge im Hinterkopf behalten.
Bei dieser Analytik handelt es sich nicht um ein Standard-DIN-Verfahren. Jedes Labor hat vermutlich seine mehr oder weniger eigene Methodik ent­wickelt und kommt dementsprechend eventuell zu etwas anderen Ergebnissen. Bezüglich deren Reproduzierbarkeit und Messgenauigkeit kann ich keine sinnvollen Aussagen treffen, zumindest sind mir keine Daten bekannt, die ich für eine derartige Be­urteilung heranziehen könnte.