In seinem Büchlen „Welse“ zählte Dieter Vogt Anfang der 1960er-Jahre auch diese Art zu den „beliebten Aquarienfischen und solchen, die es werden sollten“. Dabei kannte er die hier vorgestellte Albinoform noch gar nicht ... | Von Reinhold Wawrzynski

Aus der Familie der Schwielen- und Panzerwelse (Callichthyidae) waren mir die größeren, schlankeren Vertreter der Unterfamilie Callichthyinae immer lieber als die
bei den meisten Aquarianern häufig gepflegten kleineren, eher pummeligen Corydoras-Arten (Corydoradinae). Unabhängig davon, wie die Art nach wiederholten Revisionen und systematischen Neuzuordnungen auch hieß – „mein Fisch“ war hier immer der Gemalte Schwielenwels (Megal­echis thor­acata).
Zurückhaltend, scheu, schüchtern, nachtaktiv – das sind lauter ­Eigenschaften, die auf meine Welse nicht zutreffen. Sowohl als Jungtiere wie als fortpflanzungsfähige Adulti von zehn bis 14 Zentimetern Gesamtlänge wuseln sie die meiste Zeit durch das Aquarium und suchen nach Fressbarem, auch im freien Wasser schwimmend. Ihr spitz zulaufender Kopf eignet sich bestens dazu, den Bodengrund zu durchstöbern, um dort etwas zu finden, womit sie ihren schier un­ersättlichen Appetit stillen können. Die verhältnismäßig langen Bartelpaare unterstützen sie bei ihrer Suche.
Im Alter werden diese Welse etwas ruhiger – und korpulenter. Ausgewachsene hagere Exemplare von M. thoracata sah ich noch nie.

Die metallisch grün leuchtenden Smaragdpanzerwelse erfreuen sich bei vielen Aquarianern größerer Beliebtheit. Die ansprechend gefärbten und friedlichen Schwarmfische sind gesellschaftstauglich und als Restevertilger auch noch nützlich. Die ersten Exemplare sollen bereits 1938 durch den Münchener Tierpark eingeführt worden sein. | Von Ingo Seidel

Der Smaragdpanzerwels wurde 1855 von Francis de Castel­-nau als Callichthys splendens wissenschaftlich beschrieben. Typusfundort ist der Rio Tocantins im Bundesstaat Pará (Nordost-Brasilien). Der amerikanische Ichthyologe Edward Drinker Cope stellte 1871 die Gattung Brochis auf, der die Art später zugeordnet wurde.
Die Niederländer Han Nijssen und Isaac J. H. Isbrücker (1970) revidierten erst fast 100 Jahre später dieses ­Genus und stellten seine Charakteristika heraus. Brochis-Arten besitzen im Gegensatz zu allen anderen Panzerwelsen eine vergrößerte Rückenflosse mit zehn bis 17 verzweigten Strahlen. Die Angehörigen der Gattungen Aspidoras, Corydoras und Scleromystax weisen nur sechs bis acht Weichstrahlen in der Dorsale auf.

Wer kennt sie nicht, die beeindruckenden Bilder eines frontal drohenden Feuermaulbuntbarsches mit bis zum Zerreißen gespannten Flossen, weit abgespreizten Kiemen­deckeln und tief gesenktem, leuchtend rotem Mundboden? | Von Uwe Werner

Auch wenn viele Cichliden auf ähnliche Weise versuchen, ihre Gegner einzuschüchtern und sie über ihre in Wirklichkeit geringere Größe und Kraft zu täuschen, kann es keiner so perfekt und wirkungsvoll wie dieser mittelamerikanische Buntbarsch, dessen leuchtend rote Brust für seine aquaristische Popularität ein Übriges getan hat.
Der „Feuermaul“- oder „Rotbrustbuntbarsch“ (englisch „Firemouth cichlid“) gehört zu den ersten mittelamerikanischen Cichliden, die als Aquarienfische zu uns gelangten. Immerhin soll die Einfuhr bereits 1937 erfolgt sein, also etwa zu der Zeit, als auch die aquaristische Laufbahn des „Zebra“- oder „Grünflossenbuntbarsches“ begann (Amatitlania nigrofas­ciata).
Wissenschaftlich ist der ursprünglich als Unterart von Thorichthys helleri beschriebene Feuermaulbuntbarsch seit 1918 bekannt, allerdings wurde
er lange Jahre als Cichlasoma-Art geführt. Im Jahr 1983 begrenzte dann der schwedische Fischkundler Kullander diese Gattung auf wenige südamerikanische Arten.

Dass unsere Hoffmänner ein weiteres Mal über diese drei recht ähnlichen Salmler in der DATZ schreiben würden, haben sie selbst nicht erwartet. Wie schön, dass es immer noch Überraschungen gibt! | Von Peter und Martin Hoffmann

Jacques Géry (1917–2007), mit dem wir langjährigen Briefkontakt hatten, hätte es ganz sicher gefreut, wenn er noch einen Nachzuchtbericht über jenen Salmler ge­lesen hätte, den er gemeinsam mit ­einem Co-Autor 1964 zu Ehren seiner Ehefrau Georgie Petitella georgiae nannte (Meinken 1970).
Warum es sich bei diesem Fisch nicht auch um eine Hemigrammus-Art handeln soll, ist uns nicht ganz klar, wichtige Gründe finden sich wohl in der unterschiedlichen Form bestimmter Kieferknochen. Natürlich fehlt uns die Expertise, um das näher zu beurteilen. Jedenfalls handelt es sich bei Petitella um eine monotypische Gattung, die also nur diese eine Spezies enthält. Der erste Vertreter der drei sehr ähnlich aussehenden Salmler wurde bereits 1924 als Hemigrammus rhodostomus beschrieben.

Informationen über die Biologie und Ökologie südamerikanischer Salmler auf der Grundlage von Beobachtungen in ihren natürlichen Habitaten existieren insbesondere für Arten, die wegen ihrer Größe als Speisefische gefragt sind. Vergleichbare Berichte über die kleinen Vertreter der Familie Characidae, die sich in der Aquaristik großer Beliebtheit erfreuen, bilden dagegen eher die Ausnahme. | Von Wolfgang Staeck

In den letzten Jahren unternahm ich Reisen nach Kolumbien zum unteren Río Inírida, der einige ­Kilometer westlich der Stadt Puerto Inírida in den Orinoko mündet. Die Termine lagen immer zwischen Mitte Januar und Mitte Februar in der Peri­ode des Niedrigwassers.
Unter den Fischen, die dort im Überschwemmungswald in den Flachwasserzonen der Gewässer in großer Artenvielfalt leben, interessierte mich unter anderem der Rotkopfsalmler, der vor über 30 Jahren als Hemigrammus bleheri Géry & Mahnert, 1986 beschrieben wurde und seit langer Zeit zu den besonders beliebten Aquarienfischen gehört. Beobachtungen, die ich in den Lebensräumen dieses hübschen kleinen Salmlers während dieser Reisen machte, bilden den Inhalt dieses Aufsatzes.