Wer effektvolle Lichtszena­rien in seinem Aquarium generieren wollte, musste bei LEDaquaristik bisher meh­rere LED-Balken mit verschiedenen Lichtfarben miteinander kombinieren. Für weniger erfahrene Anwender war das mitunter schwierig, weil die Auswahl der mög­lichen Kombinationen sehr groß war.
Anfang 2019 erweiterte LEDaquaristik sein Produktspektrum um einen leistungsstarken LED-Balken, der dieses Problem löst. Die aquaLUMix ist ein Kompaktsystem, das viele Lichtfarben in einem Balken vereinigt. Die Farben sind zu vier ­einzeln ansteuerbaren Lichtkanälen zusammengefasst, und man hat nur noch die Wahl zwischen vier verschieden konfigurierten Balken:
• „Freshwater“ punktet mit sehr natürlicher Farbwiedergabe der Fische bei gleichzeitig gutem Wuchslicht für Pflanzen – ideal für Gesellschaftsaquarien;
• „Amazon-Grow“ legt den Fokus auf optimalen Pflanzenwuchs – helles Licht für stark bepflanzte Aquarien;
• „African-Sun“ ist für Buntbarsch-Freunde konzipiert – ein erhöhter Blauanteil im Licht verstärkt ihre Farben;
• „Seawater“ wurde für Meeresaquarien entwickelt – das kaltweiße Licht hat einen starken Blauanteil plus Rot, Violett und UV.
Die LED-Chips sind in ­einem massiven Aluminiumrahmen verbaut und wasserdicht versiegelt („ClearSeal­ing“). Gegen Verschmutzung und/oder Kalkablagerungen schützt eine abnehmbare dünne, transparente Kunststoffhülle. Alle Metallbauteile bestehen aus eloxiertem Aluminium oder V4A-Edelstahl.
Serienmäßig ist die aquaLUMix mit Anschlüssen für eine Wasserkühlung ausgestattet. Optionales Zubehör ermöglicht vielseitige Einbaumöglichkeiten.
Nach der Produktinfo zum Praxistest: Mein 120 x 45 x 65 Zentimeter großes Schauaquarium wurde bisher von einer „Pulzar HO dim“ der Firma Giesemann beleuchtet (1.070 Millimeter, maximal 65 Watt, 7.150 Lumen). Nun entschied ich mich für die aquaLUMix „Freshwater“.
Die passende Länge hatte das 115-Zentimeter-Modell. Mit insgesamt 390 verbauten High-Power-LED (5.730) erbringt sie eine Real-Lichtleistung von maximal 15.125 Lumen. Der Verbrauch beträgt laut Hersteller maximal 125 Watt. Bei meinem rund 350 Liter Wasser fassenden Aquarium käme ich also bei voller Leistung auf gut 42 ­Lumen Lichtleistung pro Liter. Damit sollten bei sonst guten Parametern die Pflanzen üppig gedeihen.
Mit einem passenden Netzteil (150 Watt) und Dimmer („Dimix 6“) war das Beleuchtungssystem komplett. Der Zusammenbau der einzelnen Komponenten (Netzteil, Dimmer, LED) war in der Infobroschüre bestens beschrieben. Da alle Bauteile mit passenden Steckern bestückt sind, war kein Werkzeug erforderlich.
Zunächst betrieb ich die LED bei voller Leistung, doch das war mir zu hell!
Um den subjektiven Eindruck zu quantifizieren, vermaß ich die Leuchte mittels „Seneye Reef“, einem ein­fachen System zur Bestimmung der Beleuchtungsstärke (Einheit Lux), Lichtfarbe (Kelvin) und fotosynthetisch aktiven Strahlung PAR (μmol/m²/s) unter Wasser.
Die Ergebnisse bestätigten: In 40 Zentimetern Wassertiefe maß ich noch knapp 5.000 Lux. Auch der PAR-Wert lag in dieser Tiefe noch bei beachtlichen 134 μmol/m²/s. Und weil ich schon beim Messen war, ermittelte ich auch noch die Lichtwerte in unterschiedlichen Tiefen (Grafik).
Um zunächst ähnliche Bedingungen für Betrachter, Insassen und Pflanzen zu schaffen, versuchte ich, mit der aquaLUMix ähnliche Lichtwerte einzustellen wie bei der bisherigen, mittlerweile sechs Jahre alten Beleuchtung: Eine Messung ­ihrer Werte ergab in 40 Zentimetern Tiefe eine Stärke von 1.830 Lux, eine PAR von 49 μmol/m²/s bei einer Lichtfarbe von 4.775 Kelvin. Die neue LED brachte also bei voller Leistung 2,7-mal mehr Licht ins Becken als die bisherige.
In solchen Fällen das neue Licht zunächst an die gewohnten Werte anzupassen ist sinnvoll, will man nicht ein verstärktes Algenaufkommen riskieren.
Daher mischte ich die ­Kanäle der aquaLUMix so ab, dass die Lichtfarbe 4.700 Kelvin betrug. Dann dimmte ich die Kanäle gleichmäßig, bis der Strombedarf der LED auf 52 Watt sank (gemessener Bedarf der Giesemann-LED). Die dann ermittelte Beleuchtungsstärke betrug fast exakt so viel wie bei der alten, nämlich 1.812 Lux. Die Effizienz (Lumen pro Watt) beider Systeme war also identisch.
Auf meinem Dimix markierte ich die eingestellten Positionen für diesen Lichtwert, und so betreibe ich die aquaLUMix seitdem.
Für die Lebensdauer der Leuchte ist es vorteilhaft, nicht die volle Leistung auszuschöpfen. Das Schöne für mich an der neuen Leuchte: Bei Bedarf habe ich noch viel „Luft nach oben“, was die Leistung betrifft. Sollte ich mich also doch einmal für anspruchsvollere Pflanzen entscheiden, ist eine Erhöhung der Lichtmenge pro­blemlos möglich.
Bezüglich der Lebensdauer bietet die aquaLUMix ein weiteres Plus: die Wasserkühlung. Mithilfe einer kleinen Pumpe lässt sich Aquarienwasser in den Kopfteil der Leuchte leiten. Es tritt nach Umströmen des Leuchtkörpers auf derselben Seite wieder aus (Testlauf DATZ 10/2019).
LEDaquaristik bietet verschiedene Controller für die aquaLUMix an. Mit dem „Sunriser 8“ beispielsweise sind alle denkbaren Tagesabläufe mit Sonnenauf- und -untergang, Wolken, Gewitter und Mond- oder Nacht-Licht simulierbar. Dabei kann ein Zufallsgenerator für täglich wechselndes Wetter sorgen.

Petra Fitz

LEDaquaristik GmbH
(www.ledaquaristik.de)

Die aquaLUMix ist für eine Lichtsteuerung optimiert, jede Variante ist mit vier separat ansteuerbaren Lichtkanälen ausgestattet. So sind neben Lichtfarben, die der Tagesbeleuchtung dienen, LED für Mondlicht und Sonnenaufgang integriert. Zudem sind eine Befestigung, ein Spritzschutz und eine bei Bedarf nutzbare Wasserkühlung inbegriffen. Ein passendes Netzteil und, wenn gewünscht, eine Lichtsteuerung oder Splitter sind separat zu bestellen. Die Variante „Freshwater“ sorgt für hervorragende Farbwiedergabe, ohne dass der Pflanzenwuchs zu kurz kommt.
Empfohlene Verkaufspreise: aquaLUMix „Freshwater“ (115 cm) 359 €; Dimix 6 49,90 €; High-Performance-Schaltnetzteil 12VDC 54,99 €; Anschlussset Wasser­kühlung 9,99 €

Fast alle LED-Beleuchtungen für die Aquaristik werden passiv gekühlt. Das heißt, die bei der Lichterzeugung entstehende Wärme wird über gut leitende Materialien nach außen abgeleitet. Meist wird dazu das Gehäuse von Leuchtbalken oben mit Kühlrippen versehen.
Dass die Abwärme der Leuchten abgeführt werden muss, hat zwei Gründe. LED-Dioden erreichen ihre ma­ximale Helligkeit (höchste Lichtausbeute) bei niedrigen Betriebstemperaturen (siehe Grafik). Bei ein und demselben Stromeinsatz ist beispielsweise eine rote LED (bei dieser Farbe ist der Effekt am stärksten) bei einer Dioden-Temperatur von 150 °C gerade einmal halb so hell wie bei Raumwärme. Der zweite Grund ist die Lebensdauer der LED: Die Alterung (Rückgang der Lichtleistung) schreitet umso schneller voran, je höher die Betriebs­temperatur liegt.
Einige Hersteller von LED-Leuchten bieten zusätzlich zur passiven Kühlung eine Wasserkühlung für ihre Produkte an. Beispielsweise werden bei den Modellen PRO2 und aquaLUMix von LEDaquaristik serienmäßig wasserführende Kanäle in das Aluminiumprofil inte­griert. Sie münden an bei­-den Enden des Balkens in Edelstahl-Schlauchtüllen.
Als Kühlmedium dient das Aquarienwasser. Zu seiner Förderung kann man eine kleine Kreiselpumpe benutzen. Eine weitere Möglichkeit besteht darin, den Rücklauf des Filters anzuzapfen: Mithilfe eines T-Stücks wird ein Teil des Rücklaufwassers für die Kühlung der LED abgezweigt.
In jedem Fall ist es wichtig, dass das Kühlwasser auch wirklich durch die LED gedrückt wird. Gerade bei der Bypass-Lösung muss das ab und zu kontrolliert werden. Hier kann es nötig sein, den Hauptwasserstrom hinter der Abzweigung zu drosseln, um das Wasser durch den kleinen Kanal mit dem höheren Strömungswiderstand zu zwingen.
Nun wird auch der dritte Vorteil der Wasserkühlung von LED-Leuchten offenbar: Das Kühlwasser bringt die Abwärme der Leuchte in das Aquarium, so spart man auch noch Energie. Die Homepage von LEDaquaristik bietet ein Tool, mit dem sich ganz einfach überschlagen lässt, welchen Heizeffekt die Wasserkühlung bringt (https://www.ledaquaristik.de/FAQ-Oft-gestellte-Fragen/#Kuehlung).
Einige Zahlen aus der Praxis. Über meinem Aquarium (120 x 45 x 65 Zenti­meter) ist eine 115 Zenti­meter-aquaLUMix Freshwater als Aufsatzleuchte in Betrieb (Testlauf folgt). Bei voller Leistung (125 Watt) hat der Balken nach einer Stunde eine Oberflächentemperatur von 51 °C.
Da die LED sehr leistungsstark ist, betreibe ich sie nur mit etwa 40 Prozent ihrer Leistung (52 Watt), dann liegt die Oberflächentemperatur noch bei rund 45 °C. Bereits nach zehn ­Minuten Kühlung durch 27 °C warmes Aquarienwasser (Pumpenleistung 300 Liter pro Stunde) wird die Oberflächentemperatur auf 29 °C gesenkt! Das Aquarienwasser am Austritt misst ebenfalls 29 °C und beheizt so das Aquarium mit.
Die sparsame Pumpe für die Wasserkühlung (zwei Watt) hängt zusammen mit dem Heizstab an der Zeitschaltuhr für das Licht. So läuft sie nur, wenn auch wirklich gekühlt werden muss. Die leichte Temperatursenkung über Nacht ist gewollt.
Selbst wenn Sie kein ­In­frarot-Thermometer besitzen, können Sie das Wärme-Management Ihrer LED-Leiste grob beurteilen: Die Oberfläche einer LED mit guter passiver Kühlung sollte auch nach längerem Betrieb problemlos anzufassen sein. Ab 80 °C verbrennt man sich die Finger sofort beim Berühren, unter 60 °C kann man die Hand dagegen schon etwas länger auf die Oberfläche halten.
Zusammengefasst bietet eine solche LED-Wasserkühlung drei Vorteile: Sie steigert die Lichtausbeute, sie erhöht die Lichtleistung (und damit die Lebensdauer der LED), und obendrein sie trägt zur Energieeinsparung beim Heizen bei.
Bleibt zu erwähnen, dass es für Meeresaquarien ein Titan-Erweiterungsset gibt und der Hersteller passende Schlauchbürsten zur Reinigung der Kühlkanäle anbietet.Petra Fitz

LEDaquaristik GmbH
(www.ledaquaristik.de)

Vorteile der Wasserkühlung: Die LED arbeiten im optimalen Temperaturbereich, was ihre Leuchtdauer und Leistung maximiert. Die Wärmerückgewinnung nutzt die Abwärme der LED und führt dem Aquarium warmes Wasser zu. Zwei integrierte XL-Kanäle ermöglichen hohe Durchflussraten, exzellente Kühleigenschaften und höchste Effizienz. Das System ist nahezu wartungsfrei und langlebig dank hochwertiger Komponenten aus Edelstahl und Silikon. Die Kühlungen mehrerer PRO²-LED-Leisten lassen sich miteinander verbinden (parallel oder in Reihe). Der Betrieb ist geräuschlos.
Empfohlene Verkaufspreise: Minipumpe 12,99 €; Anschlussset 9,99 €; Reinigungsbürsten 6,99 €; Erweiterungsset Meerwasser 19,99 €

Von der Firma Sera gibt es ein neues Filtermaterial: Sera crystal clear filter me­dium. Es soll selbst feinste Trübstoffe (bis zu einer Größe von zehn Mikrometern) aus dem Wasser filtrieren.
Laut Sera kann dieses Hochleistungs-Filtermedium dank seiner „innovativen, patentierten 3D-Faserstruktur“ selbst feinste Trübungen wie Schwebealgen oder Mulm innerhalb kürzester Zeit aus dem Wasser entfernen. Crystal clear wird als Feinfiltersubstrat in den ­Außenfilter eingebracht. Es kann mehrfach wiederverwendet werden, weil es auswaschbar und formstabil ist.
Das hört sich sehr gut an, also wollte ich das Medium gern einmal testen. Sein Einsatz kam, als mein Wandaquarium (90 x 20 x 25 Zentimeter) nach einem Wasserwechsel etwas trüb aussah, ich vermutete eine leichte Bakterien-„Blüte“.
Zuerst brachte ich in den Filter (Rohrreaktor im Kopfteil des Aquariums) als letzte Stufe normale Filterwatte ein. Nach einem Tag hatte sich darin zwar ein wenig Mulm angesammelt, doch die Trübung im Wasser blieb.
Nun kam das Sera-Filtermedium zum Einsatz. Sera empfiehlt, einen Ball für 30 Liter Aquarienwasser locker in die Filterkammer zu legen. Mein Aquarium hat etwa 45 Liter Volumen, so beschloss ich, nur einen solchen Ball einzusetzen. Ich brachte ihn als letzte Stufe in den Reaktor ein.
Damit das Material auch wirklich locker im Filter saß, wollte ich den Ball etwas in die Länge ziehen. Dabei wurde der Aufbau des Mediums deutlich: Die Ballform entsteht durch lockeres Aufrollen einer etwa fünf Zentimeter breiten Filtervlies-Bahn. Ich wickelte also etwa die Hälfte der Rolle ab und von der anderen Seite wieder auf. So entstanden quasi zwei miteinander verbundene kleine Bälle, die ich hintereinander in den Rohrreaktor legte.
Damit ich die leichte Trübung bildlich erfassen konnte, fotografierte ich das Aquarium der Länge nach (also von einer kurzen Seite aus), um einen Eindruck von der 90-Zentimeter-Wassertiefe zu erhalten. Ich weise ausdrücklich darauf hin, dass ich beide Bilder unter denselben Licht- und Belichtungsverhältnissen aufgenommen habe!
Das erste Foto zeigt den Ausgangszustand: Man sieht eine leicht milchige Trübung des Wassers. Auf der zweiten Abbildung ist das Aquarium 24 Stunden nach dem Einbringen des Filtermediums dargestellt.
Da es sich um eine nur leichte Trübung handelte, ist der Effekt nicht gerade spektakulär, aber man sieht bei genauem Betrachten der Bilder ganz deutlich, dass die Trübung nach 24 Stunden tatsächlich beseitigt war, das Wasser war also nach einem Tag kristallklar. Ich war beeindruckt, gerade weil es sich um eine derart feine, fast nebelartige Eintrübung gehandelt hatte!
Seit diesem Versuch blieb das Filtermedium in dem Rohrreaktor. Nun zeigte sich noch ein erfreulicher Effekt: Die Filterbälle scheinen nicht so schnell „dicht zu machen“ wie normale Filterwatte.
Bei meinem Wand­aqua­rium bemerkte ich bisher nach zwei bis drei Wochen einen deutlichen Abfall der Volumenleistung des Filters. Ursache war immer die verschlammte Filterwatte der letzten Filterstufe. Nach deren Austausch lief der Filter dann wieder mit voller Leistung. Mit den Sera-­Filterbällen dagegen war selbst nach sechs Wochen noch ein guter Volumenstrom des Filters gewährleistet.
Abschließend wollte ich noch sehen, ob sich die ­Filterbälle wirklich gut zum Auswaschen eignen. Ich entnahm den sehr verschmutzten „Doppelball“ und spülte ihn gründlich durch. Dabei geriet er zwar ein wenig aus der Form, blieb aber von der Struktur her locker, sodass ich ihn problemlos wieder einsetzen konnte.Petra Fitz

Sera GmbH
(www.sera.de)

sera crystal clear Professional. Hochleistungsfiltermedium zur mechanischen Filterung. Die patentierte 3D-Faserstruktur entfernt selbst kleinste Trübungen ab
10 µm in kürzester Zeit. Anders als herkömmliche Filterwatte sind die Filterbälle formstabil, mehrfach auswasch- und zu 80 % wiederverwendbar. Für Süß- und Meerwasseraquarien und alle Filtertypen geeignet. 12 St., Reichweite 360 l. Empfohlener Verkaufspreis 12,99 €

Eine kräftige Wasserströmung ist vor allem in Meerwasseraquarien essenziell. In salzigen Aquarien sollte eigentlich keine Zone komplett stagnieren. Mit einer gleichförmigen Wasserbewegung ist das kaum zu erreichen, denn selbst beim Einsatz mehrerer Pumpen ergibt sich innerhalb kürzester Zeit ein festes Strömungsmuster, das manche Abschnitte bevorzugt und andere vernachlässigt. Nur durch eine sehr kluge Anordnung der Geräte lässt sich dieses Problem in den Griff bekommen.
Einfacher wird es, wenn sich die Pumpen unterschiedlich ansteuern lassen. Dann kann man verschiedene Strömungsmuster erzielen, indem man die Aggregate alternierend oder, noch besser, mit abwechselnd ­höherer oder geringerer Leistung betreibt. Das kommt den Verhältnissen in den Korallenriffen mit variierenden Strömungsverhältnissen infolge der Gezeiten, aufgrund regionaler oder überregionaler Strömungen, durch Stürme und so weiter viel näher.
Die Strömungspumpen-StreamOn-Serie von Eheim gibt es schon länger. Zwei solcher Geräte habe ich in meinem Incpiria-300-Aquarium seit Jahren zu meiner Zufriedenheit im Einsatz. Wenn man sie gelegentlich reinigt, halten sie ausgesprochen lange und problemlos. Die Kon­struktion ist bis auf die Lagerung der Welle des Impeller-Rads verschleißfrei, doch eines war bisher nicht machbar: die Regelung der Pumpen.
Aber jetzt! Eheim hat nämlich eine komplett neue Serie von Pumpen auf den Markt gebracht. Dazu gibt es auch ein Steuergerät, das jedoch mit den Möglichkeiten der Pumpen nicht ganz mithalten kann, siehe unten.
Die neuen Strömungspumpen gibt es in drei Größen, und zwar mit 3.500, 6.500 und 9.500 Litern pro Stunde (maximale Umwälzleistung).
Der Aufbau der drei Modelle ist gleich. Das eigentliche Pumpenteil ist auf einer Kugel gelagert, die sich mit einem Ring mehr oder weniger stark fixieren lässt. Die Kugel wiederum ist mit dem Haltemagneten verbunden; außen an der Scheibe sitzt, wie beim Vorgängermodell, das Gegenstück.
Die gesamte Pumpe ist von einem Gitter umgeben. Ein Schieber vorn an diesem Gitter dient der manuellen Verstellung der Leistung. Mit einem Handgriff lässt sich das vordere Teil entfernen.
Die Strömungsrichtung wird über einen Stellring fixiert. Hat man die gewünschte Position gefunden, zieht man den Ring fest und arretiert damit die Einstellung.
Eine Kabelführung an der Pumpe ermöglicht die direkte Herausleitung des Kabels aus dem Wasser. Man kann sie aber auch ignorieren, wenn man die Pumpe um 180 Grad versetzt installiert, denn dann verlässt das Kabel die Pumpe ohnehin direkt nach oben.
Der zusätzlich erhältliche Controller wird, wie bereits angedeutet, den Möglichkeiten der Pumpen leider nicht ganz gerecht. Im Grunde handelt es sich dabei um zwei elektronische Schalt­uhren, mit denen man die Ge­räte beliebig lange und unabhängig voneinander ein- und ausschalten kann.
Ein „Food“-Taster ermöglicht das komplette kurzzeitige Abschalten der Pumpen während der Füt­terungen. Besser wäre hier meines Erachtens ein „echter“ Controller, der die Möglichkeit bietet, die Pumpen in der Leistung zu variieren, idealerweise kombiniert mit einem Soft-Anlauf beim Einschalten. Aber so, wie Eheim sein Engagement in der Meeresaquaristik zurzeit forciert, wird ein derart komfortabler Controller sicher auch bald kommen …
Werner Baumeister

Eheim
Eheim GmbH & Co. KG
(www.eheim.de)

StreamOn-Serie: Strömungspumpe (3 Modelle) für Aquarien von 35 bis 500 l; ideal zur Simula­tion natürlicher Wasserbewegungen; sichere Magnethalterung; ein­-
fache Justierung an der Scheibe; schwenkbar in alle Richtungen durch Kugelgelenk (3D-Funktion); stufenlos regelbar; leise und wartungsarm; geringer Stromverbrauch, hohe Energieeffizienz; inte­grierte Kabel­führung; 3 Jahre Garantie. Empfohlene Verkaufspreise: StreamControl 79,90 €; StreamOn+ 49,95 bis 89,95 € (je nach Größe)

Der wichtige Pflanzennährstoff Kohlendioxid wird dem Aquarium am ökonomisch­sten gasförmig zugeführt. Mittels geeigneter Technik muss dabei das CO2 im Aquarienwasser gelöst werden.
Am effektivsten gelingt das in sogenannten Reak­toren, die meist außerhalb des Beckens installiert werden. Hier wird das Gas in einem Behälter im Gleich- oder im Gegenstrom zum Aquarienwasser geleitet.
Dieser Behälter ist mit ­einem Medium (Kunststoffträger, Prallplatten) gefüllt, sodass es zu einer starken Verwirbelung von Gas und Wasser kommt. Dadurch wird das CO2 mehr oder ­weniger vollständig gelöst. Solche Reaktoren kommen meist bei größeren Aqua­rien zum Einsatz.
Als ich vor sechs Monaten die CO2-Reaktoren von Jörg Düren zum Testen bekam (zwei Modelle mit unterschiedlichen Schlauchanschlüssen), war ich zunächst etwas skeptisch, denn die Bauweise aus verklebten PVC-Teilen ließ keinen Blick ins Innere zu, und Öffnen konnte man die Geräte auch nicht. Alle Reaktoren die ich kenne, lassen sich zur Rei­nigung auseinandernehmen und sind einsehbar, sodass man ihren Betrieb kontrollieren kann.
Der Düren-Reaktor besteht aus einem zylindrischen Gefäß mit je einem mittig platzierten Schlauch-Anschlussstutzen oben und unten. Es gibt Ausführungen für 12/16- und 16/ 22-Milli­meter-Schläuche. Oben ist seitlich der Stutzen zum Anschluss eines 4/ 6-Millimeter-Standard-CO2-Schlauchs angebracht und mit einer Schlauchsicherung versehen.
Weil ich unbedingt wissen wollte, wie genau der ­Reaktor arbeitet und wo der Unterschied zu herkömmlichen Modellen liegt, recherchierte ich im Internet. Dort stieß ich auf Dürens Patent­anmeldung, in der Aufbau und Wirkungsweise des Reaktors beschrieben sind.
Kohlendioxid und Wasser gelangen von oben in den Reaktor (senkrechter Einbau ist wichtig). Das Wasser wird von einer Prallplatte waagerecht abgelenkt, sodass ein horizon­taler Ringwirbel entsteht. Die Gasblasen werden dabei zerkleinert und durch den intensiven Kontakt mit dem Wasser größtenteils in Lösung gebracht.
Der Wirbel sorgt auch dafür, dass das nicht sofort gelöste Gas im oberen Teil des Reaktors bleibt (Gasblase) und immer weiter mit frischem Wasser verwirbelt wird.
Das mit CO2 angereicherte H2O wird seitlich durch ein Gitter- und/oder Schwamm-System nach unten geleitet und tritt dort über den Auslassstutzen wieder aus.
Durch die Bauweise und Anordnung von Prallplatte, zentrischem Rohr und Gitter-Schwamm-System ist der Reaktor quasi selbstregulierend: Es wird umso mehr Kohlendioxid gelöst, je mehr Gas eingespeist wird. So brachte Düren mit dem vorliegenden Modell bei einer Pumpleistung von 500 Litern pro Stunde bis zu 5.000-CO2-Blasen pro Minute in Lösung. Das ist ausgesprochen viel für einen derart kleinen Reaktor (im Vergleich zu ­anderen Modellen mit ähn­licher Leistung).
Nun war ich natürlich ­gespannt, ob sich der Reaktor in der Praxis als so gut erweisen würde, wie es die Beschreibung versprach. Als Testbecken diente mein größtes Aquarium (200 x 60 x 60 Zentimeter, 720 Liter).
Bisher besorgte hier ein ­Dennerle-Maxi-Flipper (für Aquarien bis 600 Liter) die Lösung des Gases im Aqua­rienwasser. Der Flipper ist zwar nur für Becken bis 600 Liter ausgelegt, aber ich strebte keine hohen CO2-Konzentrationen an, eine Grundversorgung von etwa zehn Milligramm pro Liter reichte mir. Die dafür nötige Blasenzahl lag bei 140 pro Minute (9 °KH). Bei dieser Einstellung hatte ich den Eindruck, dass das CO2 fast vollständig gelöst wurde: Die im Flipper aufsteigenden Blasen wurden sichtbar kleiner, und oben kamen nur noch winzige Bläschen an.
An einer der beiden kurzen Seiten des Aquariums ist ein Drei-Kammern-Biofilter angebracht, den ich mit einer Pumpleistung von 1.000 Litern pro Stunde betreibe. Auf Rückfrage bestätigte mir Jörg Düren, dass die Leistung für den Reaktor in Ordnung sei, sodass ich nicht mit einem Bypass zu arbeiten brauchte.
Das Gerät mit einem Durchmesser von zehn und einer Höhe (ohne Stutzen) von 13 Zentimetern sollte in der Klarwasserkammer untergebracht werden.
Da hier der Platz leider sehr begrenzt ist, war der Einbau kniffelig. Der Reaktor ist ja so aufgebaut, dass der CO2- und der Wassereinlass von oben nach unten (im Gleichstrom) erfolgen müssen. Weil das Wasser in einem Biofilter jedoch von unten nach oben gefördert wird, ergab sich eine etwas umständliche Installation.
Die Konstruktion passte gerade so in die Filterkammer. Um die Übertragung von Vibrationen zu vermeiden, brachte ich Filtermattenstückchen als Polsterung ein.
Zunächst musste ich den Reaktor entlüften. Dazu nahm ich die Filterpumpe in Betrieb, der CO2-Anschlussstutzen blieb aber noch unbelegt. Erst als sämtliche Luft über den Stutzen ausgetreten war, schloss ich den CO2-Schlauch an. Es ist aber kein Problem, wenn noch ­etwas Luft im Reaktor bleibt. Jörg Düren versicherte mir, dass sie nach kurzer Zeit ausgetragen wird.
Wie bei jedem CO2-Düngesystem sind zwischen Gasflasche (mit Druckminderer und Feinnadelventil) und Reaktor noch ein Rückschlagventil und ein Blasenzähler zu installieren.
Zunächst behielt ich die bisherige Blasenzahl (140 pro Minute) bei. Nach zwei Stunden zeigten die Pflanzen deutliche Anzeichen für erhöhte As­similation. An den Blattunterseiten meiner Gefleckten Seerose (Nymphaea micrantha „Gefleckt“) bildeten sich zahlreiche Sauerstoffbläschen und perlten nach oben. Der Dauertest bestätigte dann, dass die gelöst CO2-Konzentration in dem Aquarium bereits von zehn auf rund 20 mg/l gestiegen war.
Am nächsten Tag lag der Wert bei 40 mg/l (Messung über den pH-Wert mittels Elektrode und über die Kar­bonathärte) – höchste Zeit, die Blasenzahl zu reduzieren! Zurzeit ist sie auf etwa 55 Blasen pro Minute ein­gestellt. Damit erreiche ich eine CO2-Konzentration von 20 mg/l, der Reaktor bringt das Gas also viel effektiver in Lösung als mein bisheriger Flipper.
Inzwischen ist der Reaktor seit sechs Monaten in Betrieb. Eine Wartung führte ich bisher nicht durch.
Jörg Düren bestätigte mir, dass eine Reinigung oder Entlüftung innerhalb seiner bisherigen Testphase (zwei Jahre) ebenfalls nicht nötig war und ­voraussichtlich auch weiterhin nicht sein wird. Will man dennoch reinigen, lassen die verbauten Materialien eine Behandlung mit heißem Wasser und Essig zu. Auch eine Rückspülung ist denkbar.
Bei einem Bekannten, der ein 2.500-Liter-Aqua­rium betreibt, sorgte bislang ein großer, über dem Bio­filterbecken installierter Außenreaktor für den Kohlendioxid-Eintrag. Nach der Montage des Düren-­Reaktors war auch hier ein geringerer CO2-Verbrauch feststellbar (die Zufuhr wird über den pH-Wert geregelt). Der lästige Wechsel der Flaschen braucht nun viel seltener zu erfolgen als früher.
Von Jörg Düren wollte ich wissen, ob er nicht einen kleinen Reaktor für mein Wandaquarium (90 x 20 x 25 ­Zentimeter) habe. Hier war ich mit ­allen bisher ausprobierten Eintrag­systemen nicht glücklich:
• Keramikfritten haben einen enormen Gegendruck und sind sehr schlecht einstellbar. Sie dosierten immer entweder zu viel oder zu wenig CO2.
• Bei einem passenden Flipper lag die Blasenverweilzeit quasi bei Null (beim Mini-Flipper von Dennerle braucht die Blase weniger als eine Sekunde, um von unten nach oben
zu gelangen), ­damit ist der Eintrag alles andere als effizient.
• Auch ein selbst gebauter Diffusor (Röhrchen mit Zigarettenfilter) war nicht optimal. Hier war zwar der Gegendruck vernachlässigbar gering, aber die Verweilzeit der generierten Gasbläschen infolge der geringen Aquarienhöhe auch sehr kurz.
Leider hatte Jörg Düren nur das eine große Modell. Weil ihm meine Anfrage aber keine Ruhe ließ, ent­wickelte er einen kleinen Reaktor, den er mir zum Testen überließ. Ich schloss das sechs mal acht Zentimeter große Gerät an den Auslass meines Rohrreaktors an. Seitdem lässt sich der CO2-Wert problemlos einstellen, und ich freue mich über einen viel geringeren Verbrauch! Dieser neue Mini-Reaktor ist laut Düren für Aquarien bis 1.000 Liter geeignet und löst bis zu 400 Blasen pro Minute.
Außerdem erweiterte Jörg Düren seine Produkt­linie um einen weiteren Reaktor („Midi“, 7,5 x 10,5 ­Zentimeter, für Aquarien bis 3.000 Liter, maximal 1.500 Blasen pro Minute).
Abschließend lassen sich die Vorteile des Düren-CO2-Reaktors wie folgt zusammenfassen: extrem hoher Wirkungsgrad selbst bei hohen Blasenzahlen; ge­ringer Strömungswiderstand; einfache, wartungsfreie und sichere Bauform; innerhalb (Biofilter) oder außerhalb des Aquariums installierbar; günstig in der Anschaffung.

Petra Fitz

Jörg Düren
Hans-Sachs-Str. 52
47445 Moers
www.JDAquatec.de

Der hier vorgestellte Reaktor zeichnet sich dadurch aus, dass er wartungsfrei und extrem leistungsfähig ist und dabei ohne Strom, Verschleißteile oder drehende Teile auskommt.
Empfohlene Verkaufspreise: Mini-Reaktor
(für Aquarien bis 1.000 Liter, bis 400 Blasen
pro Minute) 29 €;
Midi (2.000/3.000 Liter, 1.000/1.500 Blasen) 39 €; Maxi (6.000/10.000 Liter, 3.000/4.000 Blasen) 39 €