Es kommt nicht oft vor, dass es einem Vater gelingt, seinen Sohn für das eigene Hobby zu begeistern. Noch seltener reiten gleich drei Generationen dasselbe Steckenpferd. Im Hause Künne scheint Aquaristik eine Art Familienleidenschaft zu sein ... | Von Rainer Stawikowskisna

Als ich Künne Junior nach seinem Alter frage, wie ich es bei meinen Blickfang-Interviews zu tun pflege, legt er mir zu meiner Verwunderung seinen Personalausweis vor. Dort lese ich nicht nur, dass er am 21. Februar 1991 auf die Welt kam, sondern auch seine sämtlichen Vornamen: Erwin Rainer Leopold Fritz Alfred Anton Josef. In seiner Familie, erklärt Erwin (das ist sowohl sein Rufname als auch der Vorname des Großvaters väterlicherseits), sei es üblich, nach den Vorfahren benannt zu werden, sodass sich Uropas, Opas und ­Vaters Namen in seinem Ausweis finden. Drei davon, erfahre ich weiter, waren oder sind Aquarianer: Opa Erwin, Vater Rainer und natürlich Erwin selbst, womit wir auch schon beim Thema sind: Wann und wie fing das an mit der Aquaristik im Hause Künne?

Es ist gut, dass Detlev Flott alle wichtigen Daten über sein Aquarium aufgelistet hat. So bleibt mehr Zeit zum Erzählen, denn Stoff gibt es reichlich ... | von Rainer Stawikowski

Wo anfangen? Am besten vorn. Warum ist Detlev Flott Aquarianer? Was hat ihn derart geprägt, dass er immer – als Schüler, Auszubildender und Student, als Ingenieur, Ehemann und Familienvater – mindestens ein Aquarium betrieb?
Gewässer, erzählt Detlev (Jahrgang 1951), haben ihn seit jeher fasziniert. Noch heute erinnert er sich an ein Erlebnis, das er als Vier- oder Fünfjähriger in Indien hatte. Sein Vater betreute ein Staudamm-Projekt in Westbengalen. Eine Kopfverletzung infolge eines Unfalls, den Flott junior im heimischen Haushalt in Durgapur – damals war die 500.000-Einwohner-Metropole noch eine Kleinstadt – erlitten hatte, machte es erforderlich, einen Arzt in Kalkutta aufzusuchen.

Ein Besuch in der Aquarienanlage der „Zierfischfreunde Roter von Rio Hattingen e. V.“ lohnt immer. Erst recht, wenn es Neues zu sehen gibt. | von Rainer Stawikowski

Schon mehrmals stellte ich an dieser Stelle Aquarien aus Hattingen vor. Der Verein in der ­anheimelnden Mittelstadt am südlichen Rand des Ruhrgebiets mit ihren vielen Fachwerkhäusern im gut erhaltenen historischen Kern ist – das darf man wohl behaupten – einer der letzten richtig aktiven, zumindest im ehe­ma­ligen Kohlerevier, das ja einst als aquaristische Hochburg galt. Fast 80 Mitglieder zählt der „Rote von Rio“ und besitzt sogar – heute keineswegs selbstverständlich – eine Jugendgruppe (https://roter-von-rio.de/).
Dieses Mal bin ich mit Dirk Balzer verabredet, dem Geschäftsführer der Zierfischfreunde. Seit seinem 13. Lebensjahr ist er (geboren 1962) Aqua­rianer.

Das zwei Meter lange Meerwasseraquarium von Dr. Dirk Kunzmann ist ein imposanter und faszinierender Blickfang. Kurios? Ausgerechnet die Doktorfische haben es dem Unfallchirurgen angetan … | Von Patrick Lehmann

D ie Aquaristik gehörte schon immer zu Dirk Kunzmanns Leben. Bereits als Kind unterstützte er tatkräftig und gern seinen Vater bei der Pflege seiner Aquarien, für die er oftmals aufgrund seiner beruflichen Tätigkeit als Tierarzt nur wenig Zeit hatte. Damals – es waren die 1980er-Jahre – hielten die beiden ausschließlich Süßwasserfische. Häufig handelte es sich dabei um Maulbrüter, die mit ihren Verhaltensweisen immer wieder spannende Beobachtungen ermöglichten.
Auch später, während des Medizinstudiums, blieb Dirk der Aquaristik treu, pflegte nun bereits Diskusbuntbarsche und verbuchte sogar den einen oder anderen Erfolg in der Nachzucht.

Auch wenn Daniel Zaddach kein Hobby-Aquarianer ist – den Entschluss, mit zwei Riffbecken „mehr Farbe in sein Geschäft zu bringen“, hat er nicht bereut. | Von Rainer Stawikowski

Du bist doch ständig auf der ­Suche, ich habe ein schönes Aquarium für Dich!“ Solche Anrufe von Matthias Schiemann von „Burda’s Tierwelt“ (Gelsenkirchen-­Buer) bekomme ich gern, denn viel­versprechende „Blickfang“-Kandidaten kann ich immer gut gebrauchen.
Ein weiteres kurzes Telefongespräch, und der Termin steht: Montagnachmittag, Gladbeck, Innenstadt, Goetheplatz. „Du kannst das Hörstudio kaum verfehlen. Das große Riff­becken fällt auf, Du siehst es bereits von draußen“, hat Matthias mir noch gesagt. Das stimmt auch. Steht man vor dem Ladenlokal, kann man das Aquarium nicht übersehen, ein Blickfang im Wortsinn! Was mir allerdings noch vorher auffällt, ist die vergleichsweise hohe Zahl der in dieser Stadt ansäs­sigen Hörakustiker …