An dem großen Riffaquarium, das Sascha Bücker im Wohnzimmer betreibt, haben auch ­Ehefrau Kerstin, Tochter Celina und Sohn Robin ihre helle Freude. | von Rainer Stawikowski

Aquarianer war Sascha Bücker, geboren 1972 in Hagen am Teutoburger Wald, schon im Kindergartenalter. Offenbar hatte er das Hobby von seinem Vater geerbt, der war nämlich leidenschaftlicher Diskus-Züchter. Sascha ließ es sich nicht nehmen, Vater beim Wasserwechsel zu helfen und auf seinen Streifzügen durch die Natur zu begleiten. So verwundert es nicht, dass er schon früh sein eigenes Guppy-Becken besaß.
Später pflegte er weitere Süßwasserfische, Harnischwelse (Ancistrus sp.) etwa, die sich in seiner Obhut auch prächtig vermehrten.

margin-right: 20px; margin-bottom: 10pxTrautes Heim, Glück allein! Wer kennt ihn nicht, diesen Spruch, den viele Zeitgenossen als spießig empfinden? Aber trifft er manchmal nicht dennoch zu? Im eigenen Fischkeller etwa oder im vertrauten Kreis von Vereinsfreunden? | Von Rainer Stawikowski

Vereinseigene Aquarienanlagen habe ich – nicht zuletzt im Rahmen meiner „Blickfang-Hausbesuche“ – schon etliche gesehen: in Schulen, Gartenanlagen, Jugendheimen und weiteren öffentlichen, aber auch privaten Räumlichkeiten. Wohl dem Verein, der über einen solchen Treffpunkt verfügt! Einen Ort, an dem man sich zusammenfindet, Erfahrungen austauscht, Vorträge hört, Ausflüge und Feste plant, aber eben auch ­arbeitet. Schließlich sollen die dort stehenden Aquarien und Terrarien nicht nur etwas hermachen, sondern auch für die Vivaristik werben, denn: Welcher Verein freut sich nicht über den Besuch von Gästen? Und vielleicht ­gefällt es dem einen oder anderen ja so gut, dass er wiederkommt und am Ende selbst Mitglied wird?

Die Aquarienfreunde Herne 1909
e. V. sind ein eher kleiner Verein. Dennoch verfügen auch sie über ein eigenes Domizil, in dem sie sich regelmäßig treffen, sogar zweimal pro Woche, und zwar „in unserem Aquarienkeller, Bochumer Straße 45, 44623 Herne“, wie auf der Homepage des Vereins zu ­lesen.
Als ich diese Adresse zum ersten Mal aufsuche, bin ich ein wenig überrascht. Zwar hat mir Friedhelm Behnke (siehe Blickfang in DATZ 11/2013) die Örtlichkeit als unverwechselbares „älteres Haus mit einer Arztpraxis“ ­beschrieben (als ob die Hausnummer allein nicht gereicht hätte), aber nicht erwähnt, dass es sich um ein ansehnliches Gebäude aus der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert handelt. Schon die Jugendstil-Außenfassade mit den Weinreben- und Bacchus-Motiven und der luftig hohe Hausflur mit den massiven Rotkiefer-Türen sind beeindruckend. Und die liebevoll ausgeführten Gemälde auf den Flurwänden und auf dem Mobiliar, in erster Linie Wiesenblumen, sind sehenswert – und nicht zu übersehen, führt der Weg hinunter zum Aquarienkeller doch an diesen Blickfängen vorbei.
Später erfahre ich von der Eigen­tümerin, Ingrid Iwobi, dass sie es war, die die Stuckornamente hat auffrischen und die Malereien ausführen lassen, nachdem sie das Haus in den 1980er-Jahren erworben hatte.
Die Fachärztin für Allgemeinme­dizin im Ruhestand erzählt mir aber auch, dass sie noch vor wenigen Jahren eine richtige Tiernärrin war. So ­betrieb sie gleich mehrere Terrarien und Aquarien, darunter ein sage und schreibe 6.000 Liter großes Buntbarschbecken. Das schafft sie nun nicht mehr, geht sie doch mittlerweile auf die 77 zu. Heute besitzt sie – neben ihrem Gartenteich mit einigen Gold­fischen und Koikarpfen – „nur noch“ vier Katzen, drei Papageien und Paul, ihren treuen Boxer-Dalmatiner-Mischling.

den vollständigen Artikel finden Sie in Ausgabe 2/2018

margin-right: 20px; margin-bottom: 10pxAquarienfische gelten im Allgemeinen nicht als „Haustiere“ in dem Sinn, dass ihr Pfleger eine persönliche Beziehung zu ihnen aufbaut. Bei großen Welsen kann das anders sein, erst recht im Hause Wawrzynski ... | Von Rainer Stawikowski

Wenn ich höre, was Reinhold Wawrzynski über seine vivaristischen Wurzeln erzählt, habe ich den Eindruck, dass es sich kaum hätte verhindern lassen, dass er Aquarianer wurde.
Geboren 1950 in einem Dorf bei Stadthagen im heutigen Landkreis Schaumburg (Niedersachsen), wuchs Reinhold nicht nur in einer ländlichen Umgebung mit vielen intakten Gewässern auf – noch heute erinnert er sich gern an die Ausflüge in den Schaumburger Wald, in dessen klaren Bächen er mit seiner Mutter Kaulquappen und Stichlinge fing –, sondern er hatte auch das große Glück, in der Volksschule an eine junge Lehrerin zu ge­raten, die im Naturkundeunterricht mit ihren Schülern ein Aquarium einrichtete und mit Karauschen und Goldfischen besetzte.
Außerdem gab es in Stadthagen ein Café, in dem ein schmuckes, kleines Gesellschaftsbecken stand, ein beliebtes Ziel für sonntägliche Besuche in der Kreisstadt. Und nicht zuletzt besaß sein älterer Bruder Dieter schon in den 1950er-Jahren ein Aquarium. Wie hätte der kleine Reinhold sich ­diesen Einflüssen entziehen können?
So kam es, dass Reinhold im Alter von sieben oder acht Jahren selbst Aquarianer wurde. Sein erstes war ein gegossenes Vollglasaquarium, damals nichts Ungewöhnliches. Hinter den ­etwas gewellten, leicht verzerrenden Scheiben drehten einige Goldfische ihre Runden – und drei kleine nordamerikanische Katzenwelse (Ameiurus nebu­losus)! Für die damalige Zeit war auch das nichts Außergewöhnliches, begegnete man diesen Fischen doch in fast jeder Tierhandlung mit Aquaristik- oder Teichabteilung.
Rund ein Jahrzehnt währte dieser erste und so vielversprechende Abschnitt in Wawrzynskis Aquarianer-Karriere. Die wurde unterbrochen, als der Jüngling 16 oder 17 Jahre alt war, doch die hormonell bedingte Pause dauerte nur fünf Jahre.
Als gereifter Twen wagte der 22-Jährige, mittlerweile zum Einzelhandelskaufmann (Textil- und Modebranche) ausgebildet, einen Neuanfang mit einem 80-Zentimeter-Gestellbecken, das er zunächst als Gesellschaftsaquarium betrieb. Es dauerte aber nicht lange, bis er sich auf Saugmäuler und Bartelträger spezialisierte. Panzer-, Schwielen- und Harnischwelse zogen bei ihm ein, wobei er ein Faible für xanthoristische und albinotische (Zucht-)Formen entwickelte. In dieser Zeit sammelte Reinhold auch seine ersten Erfahrungen mit der or­ganisierten Aquaristik. Im nahen Bückeburg gab es einen regen Verein (Aquarienfreunde Bückeburg), dem er 1975 beitrat.
Den Welsen ist Reinhold heute noch treu. Zwar hat er eine Vorliebe für Arten aus Nordamerika – was auch damit zusammenhängt, dass er in den USA Verwandte hat, mit denen es sich prächtig Catfish angeln lässt –, aber Vertreter aus Afrika und Asien finden ebenfalls sein Interesse. Sogar einen 70 Zentimeter langen europäischen Waller hielt er einmal in einem Zwei-Meter-Becken. „Das würde ich aber nicht wiederholen, denn es gibt weitaus spannendere Arten als Silurus ­glanis“, resümiert er heute.

den vollständigen Artikel finden Sie in Ausgabe 1/2018

Mehr als „nur“ ein spannender oder beruhigender Blickfang: Dieses Becken ist Schul- und Therapie-Aquarium, es ist ein wichtiges Begegnungs- und Kommunikationszentrum. | von Rainer Stawikowski

Auf der Homepage der Helios ­Klinik im westfälischen Hattingen (www.helios-gesundheit.de/hattingen) finden sich ausführliche Informationen über die Behandlung erwachsener, jugendlicher und Kinder-Patienten, über Therapie-Angebote und über Sondereinrichtungen dieses bedeutenden Rehabilitationszentrums für Neurologie, Neurochirurgie und Neuropädiatrie. Auf der Website erfährt man jedoch nicht, dass es im Kinder- und Jugendhaus der Einrichtung auch ein Aquarium gibt.
Dabei hat dieses Süßwasseraqua­rium eine hochinteressante Geschichte, wie ich jedenfalls finde. Immer auf der Suche nach lohnenden Blickfang-Objekten, erzählte mir Andreas Bedmann, seit 2009 erster Vorsitzender der „Zierfischfreunde Roter von Rio Hattingen“ (siehe „Blickfang“ DATZ 5/2014), von dem Becken in der Obhut seines Vereins und schlug mir vor, es doch einfach gemeinsam zu besichtigen; dann könnte ich auch gleich ein paar Fotos für einen Artikel machen. Nur wenige Wochen später setzten wir seine Anregung um.

margin-right: 20px; margin-bottom: 10pxUnter ähnlicher Überschrift erschien in DATZ 12/2013 ein Beitrag über das Riffaquarium von Engelbert Kleinjohann. Zusammen mit Vereinsfreund Michael Stuckert betreibt er zudem eines der Schaubecken der „Zierfischfreunde Roter von Rio Hattingen“. | von Rainer Stawikowski

Über den aquaristischen Wer­degang von Engelbert Klein­johann und sein häusliches Riffbecken berichtete ich ausführlich im Dezember 2013. Engelbert gehört zu den unverwüstlich aktiven Mit­gliedern seines Vereins, die sich in den Kellerräumen des Gymnasiums Waldstraße in Hattingen eine sehenswerte Vivarienanlage leisten. Ein Terrarium, neun Süßwasser- und drei Meerwasseraquarien sind hier zu bewundern, hinzu kommt eine Hälterungsanlage für Börsen und Ausstellungen.
Das Terrarium beherbergt Pfeilgiftfrösche. Die Süßwasserbecken sind diversen Themen gewidmet (darunter „Regenbogenfische“, „Südostasien“, „Malawi- und Tanganjikasee“, „Piranhas“, „Killifische“, „Labyrinthfische“, „Mittel- und Südamerika“ sowie „Amazonas“). Die drei Riffaquarien sind ebenfalls unterschiedlich besetzt. Eines davon stellte ich bereits im Juli 2015 vor.
Die Aquarien und Terrarien des Roten von Rio werden privat betreut und bewirtschaftet. Das bedeutet auf der einen Seite, dass jedes aktive Mitglied eines oder auch mehrere der Vivarien ganz nach seinen persönlichen Neigungen gestalten und besetzen kann. Auf der anderen Seite heißt das aber auch, dass er oder sie für die Kosten aufkommen muss. Mit anderen Worten: Pflanzen- und Tierbesatz, Dekorationsmaterial und Strom (jedes Becken hat seinen Zähler) sind aus ­eigener Tasche zu bezahlen. Wer die Anlage der Zierfischfreunde kennt, wird bestätigen: So etwas kann nur ­gelingen, wenn eine gehörige Portion Begeisterung und ein gerüttelt Maß Beharrlichkeit dahinterstecken.
Auch für die Technik seines Aquariums ist jeder Betreiber selbst verantwortlich. Engelbert Kleinjohann hat Beleuchtung und Wasseraufbereitung des hier vorgestellten Riffbeckens erst kürzlich modernisiert. Das bot sich an, weil er sein Aquarium daheim mit neuer Technik ausgestattet hat, sodass er die bisherige an Michaels und seinem Vereinsriff installieren konnte.
Dieses Riffbecken steht in ­einer Ecke ganz hinten in den Räumen, davor ein runder Tisch mit zwei Stühlen, von wo aus man es bequem betrachten und genießen kann. Im rechten Winkel dazu schließen sich rechts die nächsten Aquarien an.

den vollständigen Artikel finden Sie in Ausgabe 11/2017