Endler-Guppys gehören wegen ihrer geringen Größe, ihrer munteren Lebhaftigkeit und vor allem ihrer leuchtenden Farben zu den beliebtesten Aquarienpfleglingen. Da sie sehr variabel sind, tauchen immer wieder neue Farbformen auf. | von Uwe Werner

Seit etwas mehr als zehn Jahren kennen wir den Endler-Guppy (Poecilia wingei Poeser, Kempkes & Isbrücker, 2005) aus dem Nordosten Venezuelas. Fundorte liegen nahe der Campoma-Laguna am südwestlichen Fuß der nordostvenezolanischen Halbinsel und westlich der Hafenstadt Cumaná, etwa in der Laguna de los ­Patos am südwestlichen Stadtrand.
Staeck (2018) fand sie dort allerdings nur in einem drei bis vier Meter breiten, von Abwasser und Müll stark belasteten Bach, wo er eine Wassertemperatur von 34,8 °C (!) und einen pH-Wert von pH 7,6 maß. Durch die Vermischung des Bachwassers mit dem Meerwasser schwankte die Leit­fähigkeit dort zwischen 960 und 1.100 µS/cm.
Wegen des Sauerstoffmangels hielten sich die Guppys bevorzugt in der Nähe der Abwasserzuläufe aus den umstehenden Häusern auf, was zeigt, dass diese kleinen Kärpflinge äußerst anpassungsfähig und hart im Nehmen sind, sodass sie auch in unseren Aquarien problemlos zurechtkommen.

Neben Haien und Piranhas sind Rochen in allen größeren Schauaquarien beliebte ­Attraktionen, weil sie wegen ihres Rufs, besonders gefährlich zu sein, auf das Publikum eine große Faszination ausüben. | von Wolfgang Staeck

Im Unterschied zu den anderen beiden genannten Fischgruppen sind Rochen natürlich nicht wegen ihrer eindrucksvollen Zähne, sondern wegen der Giftstacheln gefürchtet, die viele Arten auf dem hinteren Teil ihres Schwanzes tragen. Rochen ziehen aber nicht nur wegen dieser ­gefährlichen Waffe, sondern auch aufgrunde ihrer ungewöhnlichen Körperform und Schwimmweise das Interesse jedes Betrachters auf sich.
Die meisten Rochen sind marine Organismen, die weltweit in allen Meeren leben (siehe Seite 18). Einige wenige asiatische Arten aus der Familie der Stechrochen (Dasyatidae) suchen auch Brack- und Süßwasser auf. Nur ungefähr 30 Taxa sind echte Süßwasserbewohner, die sich ausschließlich in Binnengewässern aufhalten und sich dort auch fortpflanzen.

Schon einmal – vor neun Jahren – befasste sich unser Autor mit Fragen zur Systematik dieser Fischfamilie. In der Zwischenzeit hat sich diesbezüglich einiges getan. | von Peter Ludwig

Heute werden dieser Knorpelfischfamilie fünf Gattungen ­zugeordnet. Paratrygon ist zurzeit noch monotypisch; die einzige Art – P. aiereba – ist im gesamten Amazonas-Solimões- sowie im Orinoco-Einzug zu finden. Bei diesem riesigen Verbreitungsgebiet ist es sicher legitim, die Mono­typie dieses Genus zu hinterfragen.
In der Tat arbeitet ein brasilianischer Ichthyologe gegenwärtig an einer Revision, die Beschreibung einer wei­teren Art ist in Arbeit.
Paratrygon spielt in der Aquaristik nur eine untergeordnete Rolle; mit ­einer belegten Scheibenlänge von 170 Zentimetern zählen diese Rochen zu den ganz großen.
Plesiotrygon ist eine Gattung der Extreme. Plesiotrygon iwamae ist mit einer Scheibenbreite von über 100 Zentimetern ebenfalls eine der größten Süßwasserrochen-Spezies. Im Jahr 2011 wurde das andere ­Extrem beschrieben: Plesiotrygon nana ist mit einer maximalen Breite von ungefähr 25 Zenti­metern einer der kleinsten Süßwasserrochen.

Auf den ersten Blick sieht man Rhyacichthys aspro die Zugehörigkeit zu den Grundelartigen gar nicht an. | von Maren Gaulke

Als ursprünglichste Gruppe innerhalb der Grundelartigen sind die Schmerlengrundeln (Rhyacichthyidae) die basale Schwestergruppe aller übrigen Gobioiden. Ein typisches Merkmal ist das gut ent­wickelte, vollständig durchlaufende Seitenlinienorgan, das den höheren Grundelartigen bis auf wenige Ausnahmen fehlt. Daneben verfügen Schmerlengrundeln über einen die Systematiker lange Zeit irritierenden Mix aus hochspezialisierten und primitiven Kennzeichen (Larson 2011).
Lediglich zwei Gattungen werden dieser Familie zugeordnet, das monotypische Genus Protogobius und Rhyac­ichthys mit zwei Arten. Proto­gobius attiti und R. guilberti sind nur aus einigen Flusssystemen Neukaledoniens bekannt, R. aspro kommt in Indonesien, Japan, Palau, Papua-Neuguinea, auf den Philippinen und in Taiwan vor.

Ancistrus, die zahlenmäßig größte Gattung der Familie Loricariidae, ist bei Aquarianern sehr beliebt und in allen Flusssystemen des subtropischen und tropischen Südamerikas verbreitet. Unüberschaubar ist die Artenfülle im Tiefland, doch auch in den Anden sind diese Welse vertreten – und zwar in größerer Zahl als bislang bekannt! | von Hans-Georg Evers

In den Jahren 2014, 2015 und 2016 hatte ich das Glück und die große Freude, auf mehreren Exkursionen in den Süden Perus im Flusssystem des gigantischen Río Madre de Dios nach Panzer- und Harnischwelsen suchen zu können. Dabei ging es jedes Mal für einige Tage in die Voranden, in den Einzug des Río Inambari, eines der größeren Zuflüsse des Madre de Dios.
Die kleine Ortschaft Quince Mil, Zwischenstation für Busreisende von Puerto Maldonado nach Cusco, war unsere Basis für diverse Ausflüge in die nähere Umgebung bis hinauf in die Hochanden, knapp unter 5.000 Meter.
Auf unseren Touren konzentrierten wir uns jedoch auf die Region bis etwa 1.500 Meter, da in höheren Lagen „nur noch“ mit Angehörigen der Welsgattungen Trichomycterus und Astroblepus zu rechnen ist. Unser Fokus lag aber auf den Loricariiden.