Kolumbien war lange Zeit vor allem in seinen aquaristisch interessanten Regionen nur schwierig zu bereisen – dies hat sich jüngst gebessert. Dort trifft der schnorchelnde Aquarianer in oft wunderschönen und weitgehend ursprünglich erhaltenen Lebensräumen auf Arten, die teilweise auch in der Aquaristik bekannt sind. | von Wolfgang Staeck

Aquarianer, die Korallenfische pflegen, können sich den Wunsch, die von ihnen gehaltenen Fischarten auch einmal in deren natürlichen Lebensräumen unter Wasser zu beobachten, ohne Schwierigkeiten erfüllen – vom finanziellen Aspekt einmal abgesehen. Denn an allen tropischen Meeresküsten bietet sich in Touristenzentren die Gelegenheit, beim Schnorcheln oder Tauchen die dortige Fischwelt zu erkunden. Dagegen erweist es sich als erheblich schwieriger, Aquarienfische, die in Bächen, Flüssen oder Seen beheimatet sind, unter Wasser in ihren natürlichen Habitaten zu sehen. Denn Binnengewässer sind dafür im Allgemeinen viel zu trüb, weil ihr Wasser so große Mengen von Sedimenten und anderen Schwebstoffen enthält, dass die Sichtweite im Wasser manchmal nur wenige Zentimeter beträgt.

Von den heute sieben gültigen Arten der Gattung Dario wurden ganze sechs erst seit 2002 beschrieben – ein beachtlicher Artenzuwachs für eine Gattung, die zudem eine steile aquaristische Karriere hinter sich hat. Wer Charakterfische mit vergleichsweise geringem Platzbedarf sucht, findet in ihnen ein schönes Betätigungsfeld. | von Flair Wang

Viele Aquarianer in meiner Heimat Taiwan fragen mich, ob man Südamerikanische Zwergcichliden der Gattung Apistogramma in einem Kleinaquarium pflegen kann. Dies ist in der Regel natürlich nicht möglich. Eine gut geeignete, kleinere Alternative mit „Barschfaktor” kommt aus dem südlichen Asien. Einige Arten wurden in jüngster Zeit wieder angeboten, und dann ist da noch die Typusart der Gattung, Dario dario, die sich trotz gewisser Ansprüche in der Ernährung zu einem Dauerbrenner entwickelt hat.

Selber gefangene Fische sind die Krönung jeder Reise. Als eingefleischter Cichlidenpfleger stößt man dabei auch auf Arten, die erst im Aquarium richtig demonstrieren, was in ihnen „steckt“. Über Weibchen, die den Ton angeben – und lange Brutpflege. | von Michael Pilack

Eigentlich liegt mein aquaristischer Schwerpunkt auf der Pflege von Cichliden aus Mittelamerika. Aber es gibt Buntbarsche aus Südamerika, die sowohl hinsichtlich ihres Körperbaus als auch ihrer Ansprüche mit mittelamerikanischen Cichliden vergleichbar sind und mit diesen vergesellschaftet werden können. Dazu gehören auch die bereits jüngst von mir in der DATZ vorgestellten, noch unbeschriebenen kolumbianischen Vertreter der Gattung Kronoheros.

Übersichtliche, weil artenarme Fischgattungen sind nicht zwangsläufig langweilig. Und manchmal schaut man besser genauer hin, ansonsten merkt man vielleicht gar nicht, dass man eine wahrscheinlich unbekannte Art entdeckt hat. | von Erlend D. Bertelsen

Lasiancistrus ist immer eine von den meisten Aquarianern wenig beachtete Harnischwelsgattung geblieben – bei der Vielzahl an Konkurrenz eigentlich verständlich. Auf der einen Seite gibt es die einfach zu haltenden und zu züchtenden Arten der Gattungen Ancistrus, Hypancistrus, Panaquolus und Peckoltia, auf der anderen Seite die der „taffen“ und äußerst schön anzusehenden Leporacanthicus, Panaque, Pseudacanthicus und Scobaincistrus.

Die Auswahl zwergenhafter Fische für ein kleines Becken will gut überlegt sein: Nicht alle Arten bleiben tatsächlich unter 3 cm, und manche erweisen sich als territorial. Ein seltener Vertreter der südamerikanischen Salmler bietet sich aber an, auch wenn einer seiner deutschen Namen anderes vermuten lässt. | von  Flair Wang

In den Gewässern Südamerikas gibt es einige Salmler, die vor allem bodengebunden leben. Ungeachtet ihrer systematischen Zugehörigkeit, des Verhaltens und Lebensraumes nennen Aquarianer sie im Englischen auch „Darter characins“, in Anlehnung an die im Habitus ähnlichen Springbarsche (Darters) Nordamerikas aus der Gattung Etheostoma. Die Kleinste dieser Salmlerarten ist Odontocharacidium aphanes, im Deutschen auch Grüner Zwergsalmler oder Zorniger Zwerpfeilsalmler genannt. Sie wird nur 2 cm lang und ist damit ein waschechter Winzling. Die Augen wirken recht überproportioniert, was den Tieren gewissermaßen ein Kindchenschema verpasst, wenngleich die kontrastreiche Irisfärbung diesen Effekt zumindest wieder etwas aufhebt.