Unsere Autoren gaben bereits mehrfach in der DATZ Tipps und Tricks aus ihrer Salmler-­Nachzuchtpraxis preis. Für das aktuelle Titelthema bieten sie erneut einen Einblick in ihre langjährigen Erfahrungen. | von Peter und Martin Hoffmann

Obwohl Teile dieses Artikels bereits vor über zehn Jahren in ähnlicher Form erschienen (Hoffmann & Hoffmann 2000, 2007, 2008), hoffen wir, den einen oder anderen interessierten Leser anzusprechen. Salmler gehören nicht gerade zu den populärsten Aquarienfischen, was wir natürlich nie verstanden.
Grundsätzlich führen bei der Vermehrung südamerikanischer Salmler viele Wege zum ­Erfolg. Wir geben hier eine Kurzanleitung, mit der wir in den vergangenen etwa 50 Jahren immer wieder gut fuhren, ohne Anspruch auf die einzig wahre oder beste Methode zu erheben.
Wer sich noch nie ernsthaft mit Salmlern beschäftigte, denkt vielleicht, dass es sich um besonders ­anspruchsvolle oder empfindliche Fische handelt. Von wenigen Ausnahmen abgesehen, trifft das aber nicht zu. Die Haltung von Salmlern ist in beinahe jedem Aquarium möglich. Wichtig sind neben der Beckengröße vor allem die anderen Insassen und die Wasserverhältnisse, die den Gegebenheiten in den natürlichen Lebensräumen so weit wie möglich entsprechen sollten.

Es gibt Salmler, die passen so gar nicht in das typische Erscheinungsbild schwarmfreudiger Fische, das wir gewöhnlich mit ihnen verbinden. | von Ernst Sosna

Der Raub-, Segelflossen- oder Prachtsalmler (Crenuchus spil­urus Günther, 1863) erinnert auf den ersten Blick an einen Eier­legenden Zahnkarpfen. Ihm fehlt die den meisten Salmlern typische Fettflosse.
Außerdem ist er ein Leisetreter im Aquarium, ein versteckt am Boden lebender Einzelgänger, der seine Scheu nur langsam verliert und sich in einer zu quirligen Gesellschaft unter Umständen niemals richtig entfalten wird. Seine bescheidenen Platzansprüche machen ihn aber zu einem idealen Pflegling im kleinen Artbecken, in dem sich alles auf seine Pflegeansprüche abstimmen lässt.
Im nördlichen Südamerika – von Kolumbien, Ecuador und dem nörd­lichen Peru im Westen bis zu den Guyana-Ländern im Osten – liegt seine natürliche Verbreitung. Schmale, verkrautete Bachläufe bewohnt er ebenso wie die Uferzonen von Restwasserseen oder -tümpeln.

Im ersten Teil wurden die besonderen Merkmale von Süßwasserstechrochen und ihre Biologie erörtert. Im Folgenden stehen die Artenvielfalt und die natürlichen Habitate im Mittelpunkt. | von Wolfgang Staeck

Zur Familie der eigentlichen Süßwasserstechrochen zählen vier Gattungen (siehe hierzu auch Teil 1) mit über 30 Arten, von denen mehrere erst in den letzten zehn ­Jahren beschrieben wurden. Mit 27 Formen ist Potamotrygon die artenreichste Gattung. Zu den übrigen drei Genera (Heliotrygon, Paratrygon, Plesiotrygon) gehören jeweils zwei Arten oder nur eine einzige Spezies.
Die Bestimmung der verschiedenen Süßwasserstechrochen ist oft mit erheblichen Problemen verknüpft. In der Natur oder mithilfe eines Fotos ist die Zuordnung eines Rochens zu ­einer bestimmten Spezies häufig sehr schwierig oder gar unmöglich.
Die Unsicherheiten bei Identifi­zierungsversuchen hängen damit zusammen, dass in vielen Fällen die ­Färbung ein wichtiges Bestimmungs- und Unterscheidungsmerkmal bildet. Bei zahlreichen Arten weisen die spezifische Farbe und die Muster ihrer Zeichnungen jedoch eine große inner­artliche Variabilität auf, sodass jedes Exemplar ein individuelles Aussehen haben kann. Hinzu kommt, dass Juvenile und Adulti vielfach verschiedene Färbungen besitzen (de Carvalho 2016 a) und dass es noch etliche un­beschriebene Arten und obendrein Naturhybriden gibt.

Endler-Guppys gehören wegen ihrer geringen Größe, ihrer munteren Lebhaftigkeit und vor allem ihrer leuchtenden Farben zu den beliebtesten Aquarienpfleglingen. Da sie sehr variabel sind, tauchen immer wieder neue Farbformen auf. | von Uwe Werner

Seit etwas mehr als zehn Jahren kennen wir den Endler-Guppy (Poecilia wingei Poeser, Kempkes & Isbrücker, 2005) aus dem Nordosten Venezuelas. Fundorte liegen nahe der Campoma-Laguna am südwestlichen Fuß der nordostvenezolanischen Halbinsel und westlich der Hafenstadt Cumaná, etwa in der Laguna de los ­Patos am südwestlichen Stadtrand.
Staeck (2018) fand sie dort allerdings nur in einem drei bis vier Meter breiten, von Abwasser und Müll stark belasteten Bach, wo er eine Wassertemperatur von 34,8 °C (!) und einen pH-Wert von pH 7,6 maß. Durch die Vermischung des Bachwassers mit dem Meerwasser schwankte die Leit­fähigkeit dort zwischen 960 und 1.100 µS/cm.
Wegen des Sauerstoffmangels hielten sich die Guppys bevorzugt in der Nähe der Abwasserzuläufe aus den umstehenden Häusern auf, was zeigt, dass diese kleinen Kärpflinge äußerst anpassungsfähig und hart im Nehmen sind, sodass sie auch in unseren Aquarien problemlos zurechtkommen.

Neben Haien und Piranhas sind Rochen in allen größeren Schauaquarien beliebte ­Attraktionen, weil sie wegen ihres Rufs, besonders gefährlich zu sein, auf das Publikum eine große Faszination ausüben. | von Wolfgang Staeck

Im Unterschied zu den anderen beiden genannten Fischgruppen sind Rochen natürlich nicht wegen ihrer eindrucksvollen Zähne, sondern wegen der Giftstacheln gefürchtet, die viele Arten auf dem hinteren Teil ihres Schwanzes tragen. Rochen ziehen aber nicht nur wegen dieser ­gefährlichen Waffe, sondern auch aufgrunde ihrer ungewöhnlichen Körperform und Schwimmweise das Interesse jedes Betrachters auf sich.
Die meisten Rochen sind marine Organismen, die weltweit in allen Meeren leben (siehe Seite 18). Einige wenige asiatische Arten aus der Familie der Stechrochen (Dasyatidae) suchen auch Brack- und Süßwasser auf. Nur ungefähr 30 Taxa sind echte Süßwasserbewohner, die sich ausschließlich in Binnengewässern aufhalten und sich dort auch fortpflanzen.