Leider sind die in Französisch-Guayana und auch in den anderen Guyana-Ländern lebenden Crenicichla-Arten wissenschaftlich erst teilweise bearbeitet, und so werden die meisten dort vorkommenden Vertreter der „Saxatilis-Gruppe“ noch immer als Formen des Taxons C. saxatilis bezeichnet. | von Uwe Werner

Alex Ploeg (1991), der letzte Bearbeiter der ursprünglich als Sparus saxatilis Linnaeus, 1758 aus Surinam beschriebenen Art, umriss ein riesiges Verbreitungsgebiet, das Flüsse nicht nur in diesem Land, sondern auch im westlich angrenzenden Guyana, im sich östlich anschließenden Französisch-Guayana sowie weiter südöstlich in Brasilien, also jenseits des Oyapock, etwa im Amapá und im Araguari, umfasst.
Französischen Freunden verdankte ich eine Gruppe als Crenicichla saxatilis bezeichneter Hechtbuntbarsche aus dem Demerara River (Guyana), die alle Merkmale zeigen, wie sie in den Veröffentlichungen insbesondere von Ploeg (1986 a, b, c; 1987) erwähnt sind.
Schon um dem Leser einen Vergleich mit den beiden ausführlich vorgestellten Formen (Arten?) aus Französisch-Guayana zu ermöglichen, bilde ich sie hier ebenfalls ab und verweise auf meinen diesbezüglichen ­Artikel aus dem Jahr 2015. Diese als C. „saxatilis“ bezeichneten Hechtcich­liden schwimmen zurzeit ebenfalls in deutschen Aquarien.

Interessant ist es immer, Berichte zu neu aufgebauten Aquarien zu lesen, aber was passiert in den Jahren danach? Welche Probleme entstehen über die Zeit? Was verändert sich, wie sehen die Becken später aus? | von Joachim Kreis

Mich fasziniert es immer wieder zu sehen, wie Aquarien aufgebaut, eingerichtet und in Betrieb genommen werden, so auch bei „DMax“, dieser amerikanischen Fernsehserie. Wenn ich mir anschaue, wie hier die „Profis professionell“ an die Sache herangehen, kann ich mir ein Grinsen nicht verkneifen. Die Themen „Handhabung, Reinigung und Pflege“ scheint das Team auf „Priorität X“ geschoben zu haben. Ganz zu schweigen davon, wie die Plexiglasscheiben gereinigt werden sollen und wie sich ­deren Transparenz über die Jahre bei herkömmlichen Reinigungsmethoden verändert …
Über die Dekoration möchte ich mich hier nicht äußern, denn die Geschmäcker sind bekanntlich verschieden. Zum Aspekt „Einlaufzeit des Aquariums“ und „Einsetzen der Fische“ muss ich aber noch einen Satz verlieren. Wie war es doch gleich im antiken Rom? – „Morituri te salutant!“ „Die Todgeweihten grüßen Dich!“ Wasser ins Becken, Filter und Pumpen starten, und schon zehn Minuten später schwimmt der hohe Fischbesatz ohne große Wasserangleichung darin.

Im ersten Teil dieses Beitrags (DATZ 11/2018) ging es um Merkmale, Verbreitung, Habitate und Lebensweise von Günthers Prachtbuntbarsch. Hier folgen Informationen über Balz, Fortpflanzung und Brutpflege dieses außergewöhnlichen westafrikanischen Cichliden. | von Uwe Werner

Dieser ovophile Maulbrüter, der kaum mehr als 15 Zentimeter Gesamtlänge erreicht, zeigt ein besonderes Fortpflanzungsverhalten: Nicht die Mutter, sondern der Vater kümmert sich um den Nachwuchs.

Ganzjährig paarungsbereit
Auch zur Fortpflanzung von C. gun­theri, zu Geschlechtsreife, Laichzeit und Produktivität liegen interessante Untersuchungen aus den Küstenflüssen Ehania, Eholié, Noé und Soumié der südöstlichen Elfenbeinküste vor (Boussou et al. 2010). In den genannten Flüssen wurden die Brutpflege­­­aktivitäten von Juli 2003 bis März 2005 dokumentiert und ausgewertet.
Es stellte sich heraus, dass die Art auf keinen Fortpflanzungszeitraum festgelegt ist, sondern das ganze Jahr hindurch immer wieder, nahezu ohne zeitliche Präferenzen, laicht. In den Monaten August und September ließ sich allerdings ein leichter Anstieg der Reproduktionshäufigkeit beobachten.
Interessant ist, dass Männchen die Geschlechtsreife schon mit einer Standardlänge (SL, ohne Schwanzflosse) von 85,5 Millimetern erreichen, Weibchen hingegen erst mit etwas mehr als 100 Millimetern. Das war in allen ­untersuchten Flüssen zu beobachten und mag erklären, dass auch Paare laichen, deren Weibchen größer sind als die Männchen. Im Übrigen war die Zahl der festgestellten Männchen – außer im Soumié, wo das Geschlechterverhältnis genau 1:1 betrug – immer höher als die der Weibchen.
Erstaunlich sind auch die festgestellten Eizahlen, die von einem Minimum von 70 bis zu einem Maximum von 470 (!) reichten.

In Zeiten, in denen die Strom- und Wasserkosten immer weiter steigen, betreiben viele Liebhaber eher sparsame, kleinere Aquarien, sodass die dazu passenden Fische höchst gefragt sind. Auch die sehr artenreiche Gruppe der Panzerwelse bietet einige Zwergformen, die sich großer Popularität erfreuen. Unser Autor liefert eine Übersicht über die kleiner bleibenden Panzerwelse und schildert ihre Lebensweisen und Pflegeansprüche. | von Ingo Seidel

Ein Team aus britischen und brasilianischen Ichthyologen veröffentlichte 2011 eine Publikation über die Verwandtschaftsverhältnisse der Unterfamilie Corydoradinae der Familie der Panzer- und Schwielen­welse (Callichthyidae) (Alexandrou et al. 2011). Die Wissenschaftler untersuchten die Phylogenie dieser Fischgruppe erstmalig auf molekularer ­Ebene und verglichen dabei gleich zwei verschiedene Gene an sage und schreibe 435 Taxa!
Das Ergebnis war eine Aufteilung dieser überaus artenreichen Unterfamilie in neun verschiedene Abstammungslinien, die in Zukunft voraussichtlich Gattungsrang haben werden.
Den uns allen bekannten Namen Corydoras werden bald wohl nur noch die Angehörigen der Abstammungs­linie 1 tragen, zu denen die Typusart der Gattung, C. geoffroy, zählt. Dabei handelt es sich um die großen, lang­gestreckten und sattelschnäuzigen Panzerwelse.

Früher bezeichnete man das zeitweise gesteigerte Interesse an bestimmten Fischen als ­„Modeerscheinung“. Manche empfanden das Wort „Mode“ im Zusammenhang mit lebenden Tieren jedoch als deplatziert und verwendeten lieber die Bezeichnung „Trend“. Zurzeit ist das Aquascaping ein Trend, davor waren es die Mini-Aquarien und davor wiederum diverse kleine Krebse. Vor 35 Jahren kamen die Buntbarsche der ostafrikanischen Grabenseen „ganz groß in Mode“, und irgendwann gab es auch eine „Harnischwels-Masche“ … | von Ernst Sosna

Jenes „Wels-Fieber“ brachte eine Flut aquaristisch neuer Arten aus Südamerika zu uns. Auch Jahre danach ist man immer noch damit beschäftigt, neu importierte Welse zuzuordnen und zu benennen. Dabei behilft man sich bekanntermaßen mit der Vergabe von „L-Nummern“, um eine eindeutige Handelsbezeichnung zu haben. Über 500 vergab die DATZ-Redaktion im Lauf der Jahre.
Auch wenn das Fieber längst nachgelassen hat ist, sind die Harnisch­welse nach wie vor fester Bestandteil des Zoohandels. Die Kleinen unter ­ihnen musste man aber schon immer gezielt suchen. Sie gelangten und gelangen oft nur als Beifänge zu uns, niemals häufig. Für manche Arten
flog ich selbst in die Herkunftsländer, um sie dort zu fangen.