Dieser Cichlide gehört zu den ersten tropischen Fischarten, die aus Südamerika bekannt und beschrieben wurden. Heckel veröffentlichte seine wissenschaftliche Artbeschreibung bereits 1840. | von Wolfgang Staeck

Grundlage der Erstbeschreibung des Schokoladenbuntbarsches war ein einziges Exemplar, das aus der Umgebung von Marabitanas am oberen Rio Negro stammt. Da die Art eine sehr weite Verbreitung hat, die sich über Gewässer im Norden ­Brasiliens, im Süden Venezuelas und im Osten Kolumbiens erstreckt, ist es nicht verwunderlich, dass sich Exem­plare bereits in den ersten wissenschaftlichen Sammlungen befanden, die Europa aus Südamerika erreichten.
Auch Importe erfolgten früh, denn lebende Tiere wurden schon 1911 durch Siggelkow und 1913 durch Eimecke nach Hamburg eingeführt (Meinken o. J.). Fundorte sind aus dem ­oberen Orinoco, dem Atabapo, Inírida, Aguaro, Rio Negro, Trombetas, ­Tapajós, Maués und Uatumã dokumentiert (Kullander 2003).
Hypselecara coryphaenoides (Heckel, 1840) bevorzugt Schwarzwasserhabitate, die nicht nur extrem arm an gelösten Mineralien sind, sondern sich auch durch einen sehr niedrigen pH-Wert auszeichnen (Gesamt- und Karbonathärte um 1 °dH; elektrische Leitfähigkeit etwa 10 μS/cm; pH 4,3 bis 6,5) Die Wassertemperatur liegt in diesen Gewässern gewöhnlich zwischen 26 und 29 °C.

In den 1990er-Jahren schwammen außergewöhnlich schöne Augenfleckbuntbarsche in ­unseren Aquarien, die wohl aus Guyana stammten und als Heros notatus bezeichnet wurden. Inzwischen sind weitere Arten dieser Gattung aufgetaucht, die in mancherlei Hinsicht an die damals gepflegten Tiere erinnern. | von Uwe Wernerr

Zurzeit pflege ich Augenfleckbuntbarsche, die den Exemplaren von damals stark ähneln, wenn auch nicht hundertprozentig mit ihnen übereinstimmen, die aber wohl korrekt H. notatus zu nennen sind, weil man inzwischen annimmt, dass diese Art viel weiter verbreitet ist als ursprünglich gedacht.
So spricht auch Dittrich (2017) über verschiedene Formen unterschiedlicher Herkunft, nämlich aus dem Rio Negro, aus der Umgebung von Manaus, aus dem Rio Branco und aus Guyana, wobei er eine Form aus dem Essequibo abgrenzt. Dazu führt er aus: „Die hier dargelegten Daten ­bestätigen nunmehr die Äußerungen Stawikowskis und Werners (1998), dass das Verbreitungsgebiet von Heros notatus größer ist als bisher angenommen. Somit erstreckt sich das Verbreitungsgebiet von Heros notatus von Guyanas Essequibo-System und wahrscheinlich auch anderen benachbarten Systemen über den Rio Branco zum Rio Negro südwärts bis hin nach Manaus, wo der Rio Negro in den Amazonas mündet.“

Leider sind die in Französisch-Guayana und auch in den anderen Guyana-Ländern lebenden Crenicichla-Arten wissenschaftlich erst teilweise bearbeitet, und so werden die meisten dort vorkommenden Vertreter der „Saxatilis-Gruppe“ noch immer als Formen des Taxons C. saxatilis bezeichnet. | von Uwe Werner

Alex Ploeg (1991), der letzte Bearbeiter der ursprünglich als Sparus saxatilis Linnaeus, 1758 aus Surinam beschriebenen Art, umriss ein riesiges Verbreitungsgebiet, das Flüsse nicht nur in diesem Land, sondern auch im westlich angrenzenden Guyana, im sich östlich anschließenden Französisch-Guayana sowie weiter südöstlich in Brasilien, also jenseits des Oyapock, etwa im Amapá und im Araguari, umfasst.
Französischen Freunden verdankte ich eine Gruppe als Crenicichla saxatilis bezeichneter Hechtbuntbarsche aus dem Demerara River (Guyana), die alle Merkmale zeigen, wie sie in den Veröffentlichungen insbesondere von Ploeg (1986 a, b, c; 1987) erwähnt sind.
Schon um dem Leser einen Vergleich mit den beiden ausführlich vorgestellten Formen (Arten?) aus Französisch-Guayana zu ermöglichen, bilde ich sie hier ebenfalls ab und verweise auf meinen diesbezüglichen ­Artikel aus dem Jahr 2015. Diese als C. „saxatilis“ bezeichneten Hechtcich­liden schwimmen zurzeit ebenfalls in deutschen Aquarien.

Interessant ist es immer, Berichte zu neu aufgebauten Aquarien zu lesen, aber was passiert in den Jahren danach? Welche Probleme entstehen über die Zeit? Was verändert sich, wie sehen die Becken später aus? | von Joachim Kreis

Mich fasziniert es immer wieder zu sehen, wie Aquarien aufgebaut, eingerichtet und in Betrieb genommen werden, so auch bei „DMax“, dieser amerikanischen Fernsehserie. Wenn ich mir anschaue, wie hier die „Profis professionell“ an die Sache herangehen, kann ich mir ein Grinsen nicht verkneifen. Die Themen „Handhabung, Reinigung und Pflege“ scheint das Team auf „Priorität X“ geschoben zu haben. Ganz zu schweigen davon, wie die Plexiglasscheiben gereinigt werden sollen und wie sich ­deren Transparenz über die Jahre bei herkömmlichen Reinigungsmethoden verändert …
Über die Dekoration möchte ich mich hier nicht äußern, denn die Geschmäcker sind bekanntlich verschieden. Zum Aspekt „Einlaufzeit des Aquariums“ und „Einsetzen der Fische“ muss ich aber noch einen Satz verlieren. Wie war es doch gleich im antiken Rom? – „Morituri te salutant!“ „Die Todgeweihten grüßen Dich!“ Wasser ins Becken, Filter und Pumpen starten, und schon zehn Minuten später schwimmt der hohe Fischbesatz ohne große Wasserangleichung darin.

Im ersten Teil dieses Beitrags (DATZ 11/2018) ging es um Merkmale, Verbreitung, Habitate und Lebensweise von Günthers Prachtbuntbarsch. Hier folgen Informationen über Balz, Fortpflanzung und Brutpflege dieses außergewöhnlichen westafrikanischen Cichliden. | von Uwe Werner

Dieser ovophile Maulbrüter, der kaum mehr als 15 Zentimeter Gesamtlänge erreicht, zeigt ein besonderes Fortpflanzungsverhalten: Nicht die Mutter, sondern der Vater kümmert sich um den Nachwuchs.

Ganzjährig paarungsbereit
Auch zur Fortpflanzung von C. gun­theri, zu Geschlechtsreife, Laichzeit und Produktivität liegen interessante Untersuchungen aus den Küstenflüssen Ehania, Eholié, Noé und Soumié der südöstlichen Elfenbeinküste vor (Boussou et al. 2010). In den genannten Flüssen wurden die Brutpflege­­­aktivitäten von Juli 2003 bis März 2005 dokumentiert und ausgewertet.
Es stellte sich heraus, dass die Art auf keinen Fortpflanzungszeitraum festgelegt ist, sondern das ganze Jahr hindurch immer wieder, nahezu ohne zeitliche Präferenzen, laicht. In den Monaten August und September ließ sich allerdings ein leichter Anstieg der Reproduktionshäufigkeit beobachten.
Interessant ist, dass Männchen die Geschlechtsreife schon mit einer Standardlänge (SL, ohne Schwanzflosse) von 85,5 Millimetern erreichen, Weibchen hingegen erst mit etwas mehr als 100 Millimetern. Das war in allen ­untersuchten Flüssen zu beobachten und mag erklären, dass auch Paare laichen, deren Weibchen größer sind als die Männchen. Im Übrigen war die Zahl der festgestellten Männchen – außer im Soumié, wo das Geschlechterverhältnis genau 1:1 betrug – immer höher als die der Weibchen.
Erstaunlich sind auch die festgestellten Eizahlen, die von einem Minimum von 70 bis zu einem Maximum von 470 (!) reichten.