Über die Nicht-Cichliden aus dem Oyapoque und dem Kapiri in Französisch-Guayana hat Stammautor Uwe Werner in DATZ 10/2020 bereits ausführlich berichtet. Hier soll es nun um Arten aus dem Kourou-Einzug gehen, einem Küstenfluss, der nordwestlich der Hauptstadt Cayenne in den Atlantik mündet. | von Uwe Werner

Wenn man in Französisch-Guayana von Cayenne aus auf der Nationalstraße 1 nach Nordwesten fährt, erreicht man über Tonate – auch Macouria genannt – den Abzweig zur D 15, die bis zur kleinen Ortschaft Guatemala führt, die direkt an der Kourou-Mündung liegt. Die Straße durchquert hauptsächlich Grasland, das als Weidefläche genutzt wird. Bei dessen Durchquerung kreuzt man kleine Bäche und stößt auf mehr oder weniger große, womöglich irgendwann einmal künstlich angelegte Tümpel, in denen sich der Fischfang für uns Aquarianer lohnt. Darin leben nämlich vor allem zahllose Augenfleckbuntbarsche der Gattung Heros, aber eben auch interessante Nicht-Cichliden.

Auch für ein Brackwasser-Aquarium gibt es Fischarten, die klein bleiben, unkompliziert in der Pflege sind, sich leicht züchten lassen und außerordentlich hübsch aussehen. Der Autor stellt zwei kleine Arten aus Afrika und Australien vor, die sich zudem gut vergesellschaften lassen: Pseudomugil cyanodorsalis und Pantanodon stuhlmanni. | von Florian Lahrmann

Mit Brackwasser assoziiert man als Aquarianer normalerweise Kugelfische, Segelflossenblätter, Schützenfische, Seenadeln und Ähnliches – jedenfalls zumeist Arten, die entweder sehr groß werden, besondere Ansprüche an die Ernährung stellen, sich im Aquarium nicht oder nur sehr schwer vermehren lassen oder sonst irgendwie schwierig sind. Es gibt jedoch auch kleine Arten des Brackwassers, deren Ansprüche gering sind und die sich leicht züchten lassen – und dabei noch so attraktiv sind, dass es sich lohnt, extra für sie ein kleines Brackwasserbecken aufzustellen.

Oryzias dancena und O. javanicus bestechen mit ihren attraktiven Körper- und Flossenformen, und sie sind auch gar nicht so unscheinbar, wie landläufig bei Reisfischen vermutet wird. Interessant wird es besonders bei der Balz und dem Imponieren, wenn sich die Männchen in ihrer vollen Pracht zeigen und ihre Augenfärbung regelrecht umschalten … | von Sebastian Wolf

Aus aquaristischer Sicht sind es Tausendsassas: nicht bunt, aber dezent schön. Lebhaft und zeigefreudig, aber nicht hektisch. Exzellent vergesellschaftungsfähig und mit interessantem innerartlichen Verhalten. Die Vermehrung ist einfach, aber ungewollt bzw. unkontrolliert kaum möglich. Es dürfen große Becken, kleine Becken, „leere“ Becken, Pflanzenparadiese, Aquascapes oder Riffbecken sein, denn sie können in süßes, brackiges oder salziges Wasser gesetzt werden – alles machbar je nach Gusto. In die Anlagen der Ökotoxikologen, Physiologen und Molekularbiologen haben Oryzias dancena und O. javanicus auch schon Einzug gehalten, vor allem in Asien. Wie viele andere Fischarten außerhalb der Gattung gibt es, auf die all das Genannte zutrifft?

Seit Jahren werfen militante Tierschützer den Aquarianern vor, sie rotteten Fischarten aus. Lange entbehrte diese Anschuldigung jeder vernünftigen nachprüfbaren Grundlage. Neuerdings gibt es jedoch Anzeichen dafür, dass in wenigen Einzelfällen die Gefahr besteht, dass sich der Vorwurf bestätigen könnte. Allerdings wird bereits sehr erfolgreich gegengesteuert.
| von Wolfgang Staeck

Der hier vorgestellte, für die Pflege im Aquarium uneingeschränkt empfehlenswerte Ma­lawisee-Buntbarsch wurde 1988 von Konings entdeckt und von ihm zwei Jahre später als Pseudotropheus saulosi wissenschaftlich beschrieben. Die späte Entdeckung der Fische erklärt sich dadurch, dass sie ein abgelegenes, isoliertes und extrem kleines Verbreitungsgebiet haben. Der chinesische Ichthyologe Li und Mitarbeiter (2016) überführten die Art später in die von ihnen neu aufgestellte Gattung Chindongo, die gegenwärtig elf beschriebene und etwa zwanzig noch unbeschriebene Arten enthält.

Der Import von Schnecken beschränkt sich heutzutage weitgehend auf kommerziell bewährte Arten. Aus Afrika wurden kürzlich jedoch zwei auffällige, wenig bekannte Vertreter der Gattung Potadoma eingeführt. Ihre Pflege hat sich als unkompliziert herausgestellt, und die Vergesellschaftung mit Fischen gelingt ebenfalls – die Nachzucht bleibt aber rätselhaft. | von Sebastian Wolf

Dicklippenschnecken der Familie Pachychilidae kennen die meisten Aquarianer in Form der sehr beliebten Tylomelania- und der nicht ganz so bekannten Brotia-Arten. Ansonsten herrscht in dieser Beziehung seit jeher aquaristische Flaute, dabei hat diese Schneckenfamilie noch so viel mehr zu bieten.
Die beiden letztes Jahr eingeführten Arten aus der Gattung Potadoma Swainson, 1840 stammen aus Afrika, laut Händler aus Westafrika – das ist schon recht ungewöhnlich. Potadoma freethi (Gray, 1831) ist laut anderen Quellen auch noch in Zentralafrika verbreitet und ein Fließgewässerbewohner; von dieser Art sind mehrere Unterarten formal beschrieben. Potadoma moerchi (Reeve, 1859) stammt ebenfalls aus Westafrika und bewohnt beschattete, schnell strömende Fließgewässer.