Ein Klassiker mit langer aquaristischer Vergangenheit ist der Schwarzkehl-Maulbrüter. Aber auch bei alten Bekannten kann es Neues zu entdecken geben. In diesem Fall sind es gelbgrüne Männchen, die in puncto Attraktivität ihren altbekannten blauen Artgenossen nicht nachstehen. | von Thilo Hanold

Der Schwarzkehl-Maulbrüter (Astatotilapia burtoni) ist aquaristisch schon lange bekannt und für viele, die in den 1970er- und 1980er-Jahren mit der Aquaristik begannen, so etwas wie der Inbegriff des Maulbrüters. Die in etlichen Studien untersuchte Art war einmal ein häufig anzutreffender Aquarienfisch und in fast jedem Zooladen erhältlich. Benannt ist sie nach Richard Burton, ­einem der ersten Afrika-Entdeckungsreisenden, und unter den weiteren deutschen Namen „Burtons“, „Blaulippen-“ oder „Augenfleck-Maulbrüter“ bekannt.
Mittlerweile ist es etwas ruhiger um diesen einst so populären Buntbarsch geworden. Dabei haben wir es mit einem hübschen Fisch zu tun, der einfach zu halten und zu vermehren ist. Er wird mit etwa zwölf Zentimetern Gesamtlänge im männlichen Geschlecht auch nicht allzu groß, die Weibchen bleiben noch ein bisschen kleiner.

Früher einmal gehörte er zum Standardsortiment jedes Zooladens mit Aquaristik-Abteilung, heute muss man in der Regel nach ihm suchen, dem Vielfarbigen oder Kleinen Maulbrüter. | von Erwin Schraml

Vielfarbig? Überhaupt: Farbig? Unter ungünstigem Licht von oben, unklug ernährt, ist dieser Buntbarsch eine beigefarbene, viel zu große, aufgedunsene oder – gegenteilig, noch ungünstiger – graue, kränklich mickernde Kreatur. Warum sollte man einen solchen Ladenhüter ins Standardsortiment übernehmen?
Weil er auch anders kann! Dann nämlich, wenn er nicht zu üppig und mit ballaststoffreichem, vielleicht sogar lebendem Futter versorgt wird! Wasserflöhe, Cyclops und schwarze Mückenlarven sind gut, also Tümpelfutter, wie es unsere Altvorderen fast ausschließlich zur Verfügung hatten. Oder ein sehr gutes Flockenfutter, das zugleich an Eiweiß und an Ballaststoffen reich ist. Diese Fische fressen nämlich alles, sie sind absolut nicht wählerisch.

Im Jahr 1962 veröffentlichte der Verhaltensbiologe Wolfgang Wickler einen Artikel, in dem er eine Hypothese zu den auffallenden Flecken auf der Afterflosse mancher Buntbarscharten aufstellte. Er löste damit eine Diskussion aus, die bis heute anhält. | von Hans-Peter Ziemek

Wolfgang Wickler wurde 1931 geboren. Er studierte Bio­logie und wurde bei seiner Doktorarbeit über Grundfische im Max-Planck-Institut für Physiologie in Seewiesen von Konrad Lorenz betreut.
Wickler befasste sich in seinem Forscherleben immer wieder mit dem Verhalten von Fischen. Wie ein roter Faden zog sich die Frage nach den Kommunikationsformen unterschiedlicher Arten durch seine Tierbeobachtungen.
Anfang der 1960er-Jahre beschäftigten ihn verschiedene seinerzeit zur Gattung Haplochromis gezählte Buntbarsch­arten. Insbesondere studierte er jene Spezies, die damals als H. multicolor und H. philander bezeichnet wurden.

Günthers Prachtbuntbarsch ist ein westafrikanischer Cichlide mittlerer Größe, der schon vor gut einem halben Jahrhundert in europäischen Aquarien schwamm und ein außergewöhnliches Fortpflanzungsverhalten zeigt. | von Uwe Werner

In Ghana und in Kamerun begegnete ich neben vielen anderen Fischen mehreren Chromidotilapia-Arten, darunter C. guntheri, einem meiner ersten größeren Buntbarsche, den ich vor fast 50 Jahren – 1970 – vom heutigen DATZ-Redakteur geschenkt bekam. Damals dachte man – sowohl über Aquarien als auch über Aqua­rienfische – in viel bescheideneren ­Dimensionen. So glaubte ich, „Großcichliden“ zu pflegen, obwohl diese Westafrikaner kaum mehr als 15 Zentimeter Gesamtlänge erreichen. Ich halte sie nach wie vor für reizvolle Pfleglinge, und so brachte ich aus Ghana wie auch – ein paar Jahre später – aus Kamerun ein paar Exemplare mit.

Der Westafrikaner gehört zu den beliebtesten Aquarienfischen und wird mit den ­unterschiedlichsten Populärnamen belegt. Früher bezeichnete man den kleinen Buntbarsch als „Aquarien-Kribensis“ oder „Weinroten Prachtbuntbarsch“, heute spricht man in Anspielung auf seine hübsche Färbung vom Purpur-Prachtbuntbarsch oder Königscichliden. | von Uwe Werner

Bei Pelvicachromis pulcher (Boulenger, 1901) handelt sich um eine geradezu ideale Art, um erste Erfahrungen mit Buntbarschen zu sammeln. In so gut wie jedem Zoofachgeschäft ist sie zu erträglichen Preisen erhältlich, wird im männlichen Geschlecht nur etwa zehn Zentimeter lang (Weibchen bleiben rund drei Zentimeter kleiner) und lässt sich deshalb schon in einem 80-Liter-Aquarium pflegen und nachzüchten.
Die Fische sind – innerartlich wie gegenüber anderen Mitbewohnern – nicht sonderlich aggressiv, und da sie keine Pflanzen fressen oder ausbuddeln, kann man ihr Aquarium ansprechend grün dekorieren. Zu guter Letzt haben sich Aquarienstämme entwickelt, die derart „domestiziert“ sind, dass sie keine besonderen Ansprüche an das Wasser stellen und sich willig fortpflanzen. Und da die Brutpflege ein sehenswertes Schauspiel ist, kann man auch als alter Hase noch viel Freude an diesem monogamen Höhlenbrüter haben.