Krabben genießen in der Meeresaquaristik einen schlechten Ruf – zu Recht oder zu Unrecht? Wie fast immer bei Verallgemeinerungen, passt auch hier kein Schwarz-Weiß-Denken … | Von Joachim Großkopf †

"Da ist eine Krabbe!“ Schon zuckt der Aquarianer vor seinem Riffbecken erschrocken zusammen. Schließlich gelten diese Krebse als gemeingefährlich. Viele sind tatsächlich üble Räuber, andere jedoch harmlose oder sogar nützliche Tiere. Laut Ng et al. (2008) gibt es 6.793 ­Arten, die an Land, im Süßwasser und – zum weitaus größten Teil – im Meer leben.
Die Echten Krabben (Brachyura) gehören zu den Zehnfußkrebsen (Ordnung Decapoda), ihre weitere Unterteilung erfolgt in Sektionen, Über­familien und Familien. Die Klassifi­kation der Dekapoden ist noch recht verworren und wird sich durch wei­-tere Untersuchungen der Erbinformationen (mtDNS) sicher irgendwann erheblich ändern.
In der Entwicklungsgeschichte sind die Echten Krabben relativ moderne Tiere. Die ältesten Fossilien von Brachyuren stammen aus geologischen Schichten von vor etwa 120 Millionen Jahren. Die meisten Funde datieren jedoch aus sehr viel späteren Zeiten, nämlich rund 40 bis 20 Millionen Jahren vor heute.
Der Körperbau der Krabben unterscheidet sich erheblich von dem
der langschwänzigen Zehnfußkrebse (Garnelen, Flusskrebse, Hummer, Langusten). Der Hinterleib (Abdomen oder Pleon) der Langschwanzkrebse (Macrura) endet (fast immer) in einem gefächerten Schwanz und besitzt zudem meist Schwimmfüße (Pleopoden) an der Unterseite. Viele Langschwanzkrebse können mittels ihrer Pleopoden oder des Schwanzfächers zumindest über kürzere Strecken schwimmen.

Scheinschnapper werden neun bis 35 Zentimeter lang. Zumindest von den kleineren Arten dürften sich etliche für die Haltung in Meeresaquarien eignen, doch wurden bisher kaum Pflegeerfahrungen publiziert. | von André Luty

Scheinschnapper (Familie Nemipteridae) leben in tropischen und subtropischen indopazifischen Schelfgebieten, meist in küstennahen Flachgewässern, aber auch bis in 400 Metern Tiefe. Sie kommen sowohl über sandigem Bodengrund als auch in oder in der Nähe von Korallenriffen vor. In einigen Ländern, etwa auf den Philippinen, in China oder in Japan, sind größere Arten wichtige Speisefische.
Die zurzeit 68 bekannten Taxa ­werden den Gattungen Nemipterus (27), Parascolopsis (zwölf), Pentapodus (zwölf), Scaevius (eine) und Scol­opsis (16) zugeordnet.
Die Nomenklatur der einzelnen ­Arten ist noch etwas verworren, da mehrere Spezies ähnliche Farbkleider oder ähnlich gefärbte Jungfische be­sitzen. Juvenile sehen fast immer anders aus als Adulti; obendrein gibt
es Arten mit bis zu drei Jugend-Farb­varianten. Die Alttiere sind dann oft blasser getönt.
Scheinschnapper sind in der Regel  schlanke Barschverwandte mit relativ großen Augen. Aber nur die Adulti sind dämmerungs- und nachtaktiv, die Juvenilen hingegen tagaktive, bodennahe Kleintierjäger. Viele erwachsene Nemipteriden, so auch der Schärpen-Scheinschnapper (Scolopsis bilineata), suchen zum nächtlichen Fressen Sandflächen auf. Tagsüber stehen sie im Riff meist ruhig in Gruppen in geschützten Winkeln, unter Überhängen oder in Höhlen.

Die Begegnung mit einer zuvor in der Umgebung von Safaga (Rotes Meer, ägyptische ­Festlandküste) nicht nachgewiesenen Schlangenmuränen-Art ist ein guter Anlass für
eine nähere Betrachtung der Aalartigen. | von Horst Moosleitner

Während eines Tauchabstiegs vor dem Coral Garden Resort bei Safaga, knapp 100 Kilometer südlich von Hurghada im Ro­-ten Meer, erblickte ich auf dem Sand­boden in ungefähr zehn Metern Tiefe ein eigenartiges, schlangenförmiges Tier. Neugierig näherte ich mich und erkannte, dass es sich um so etwas wie einen Schlangenaal handeln musste.
Der gefleckte, lang gestreckte Körper deutete jedenfalls darauf hin – auch der Sandboden, den diese Fische zu bewohnen pflegen. Doch das Tier verschwand nicht mit dem Kopf oder dem Schwanz voran im Sand, sondern blieb an der Oberfläche und schlängelte sich gemächlich weiter, bis es sich schließlich zu einem Knäuel zusammenlegte – obenauf der Kopf. In dieser Stellung verharrte es und sah mich mit großen Augen an.
Der Körperdurchmesser des Fisches betrug rund zwei, die Kopflänge fünf und seine Gesamtlänge ungefähr 55 Zentimeter. Der Anus lag etwa in der Körpermitte. Vorn an der Schnauze befanden sich zwei nach oben gerichtete, weiße, röhrenförmige Nasenöffnungen sowie jeweils eine rück­wärtige genau über der Augenmitte. Also hatte ich keinen Schlangenaal vor mir, denn die besitzen nur zwei – und zwar nach unten gerichtete – Nasenöffnungen an der Schnauzenspitze. Das hier musste eine Muräne sein!

Viele Süßwasseraquarianer liebäugeln irgendwann damit, das Abenteuer Riffaquaristik in Angriff zu nehmen. Stark ist die Anziehungskraft der vielfältigen Lebensformen und fantastischen Farben. Oft gibt es jedoch große Bedenken hinsichtlich des Aufwands, so auch beim Autor. Doch eines Tages … Von Lust und Frust mit einem Meerwasser­aquarium. | von Matthias Paulsen

Nur wenige Aquarianer können sich der Anziehungskraft von tropischen Korallen und Rifffischen, Krabben und Röhrenwürmern, Schlangensternen und Seeigeln entziehen. Bei Riffaquarien taucht man ab in ein Farbenspiel und eine biologische Vielfalt, die Süßwasseraquarien so kaum bieten können. Viele von uns haben daher zu irgendeinem Zeitpunkt schon darüber nachgedacht, ob sie so etwas nicht auch einmal ­verwirklichen könnten.
Seit nunmehr 25 Jahren bin ich Aquarianer mit großer Leidenschaft für Fische (insbesondere südamerikanische Zwergbuntbarsche, Salmler und Welse). Gleichzeitig bin ich grundsätzlich biologisch stark inter­essiert, und mich fasziniert das Leben unter Wasser in seiner Gesamtheit. Vor drei Jahren war es dann so weit. Mit der Unterstützung eines guten Freundes, seinerseits erfahrener Meerwasseraquarianer, füllte ich nach einem Umzug mein 160-Liter-Aquarium nicht mit Süßwasser, sondern mit Salzwasser.

Zahlreiche Quallen produzieren hochwirksame Gifte, die für den Menschen sogar tödlich sein können. Aber auch die harmlose Variante eines Nesselausschlags ist keine Lappalie. Wie verhält man sich bei einem Unfall mit giftigen Medusen? Der Beitrag liefert Tipps für die Erste Hilfe am Strand und beim Schnorcheln. | Von Heike Fesq und Martinus Fesq-Martin

Quallen gehören zu den anmutigsten Lebensformen, die die Evolution hervorgebracht hat. Der direkte Kontakt mit diesen Nesseltieren (Stamm Cnidaria) kann jedoch gravierende gesundheitliche Beeinträchtigungen hervorrufen – im schlimmsten Fall sogar tödlich sein. Jedes Jahr sterben weltweit Schwimmer nach der Berührung mit den Tentakeln tropischer Würfelquallen (Klasse Cubozoa). Im Vergleich zu Hai­attacken sind Quallenvergiftungen das weitaus größere Problem für ma­rine Wassersportler.
Umso erstaunlicher ist es, dass über die spezifischen Wirkmechanismen von Quallengiften immer noch vergleichsweise wenig bekannt ist. Es besteht nach wie vor toxikologischer Forschungsbedarf, denn aufgrund von Klimadynamik und Überdüngung der Plankton-Lebensgemeinschaften ist zu erwarten, dass sich zahlreiche Quallenarten zukünftig noch stärker ausbreiten werden.