margin-right: 20px; margin-bottom: 10pxIn den Meeren existieren weltweit rund 2.000 Arten von Seescheiden. Viele davon sind ­prächtig gefärbt und leben im Flachwasser tropischer Korallenriffe. Dennoch werden sie nur selten gepflegt, und vielen Aquarianern ist ihre Lebensweise weitgehend unbekannt.  | Von Rolf Hebbinghaus* und  James W. Fatherree


Die meisten vielzelligen Tiere ­besitzen keine Wirbelsäule. Sie zählen somit zu den Wirbel­losen, die jedoch keine systematische Gruppe darstellen, sondern sich auf rund 20 Tierstämme verteilen. Die Mehrzahl dieser Stämme ist auch im Meer vertreten, einige sind sogar rein marin.
Die sessilen Seescheiden (Ascidiacea) gehören zusammen mit den pe­lagischen (aquaristisch unbedeutenden) Klassen Thaliacea (Salpen, etwa 50 Arten) und Appendicularia (etwa 70 Arten) zu den Manteltieren (Tuni­cata). Die Manteltiere, die Schädellosen (Acrania: Lanzettfischchen) und die Wirbeltiere (Vertebrata) bilden gemeinsam den Stamm der Chordatiere (Chordata), dessen wichtigstes anatomisches Merkmal die Chorda dorsalis (stabförmiger Stützapparat im Rücken) mit dem Neuralrohr (oberhalb der Chorda liegender Nervenstrang) ist.
Wenngleich im Fall der Manteltiere die Chorda dorsalis nur bei den ­Appendicularien zeitlebens vorhanden ist, wogegen die Seescheiden und ­Salpen sie nur während ihres kurzen, pelagischen Larvenstadiums besitzen, haben doch ohne Zweifel alle drei – Manteltiere, Lanzettfischchen, Wirbeltiere – dieselben Vorfahren. Sich aber klarzumachen, dass ausgerechnet so schlicht anmutende Lebensformen wie die Seescheiden – Tiere ohne Augen und Beine, festgewachsen am Gestein – zu den Wirbellosen mit der höchs­-ten Entwicklungsstufe gehören, dürfte ­vielen Zeitgenossen schwerfallen.

den vollständigen Artikel finden Sie in Ausgabe 7/2017

margin-right: 20px; margin-bottom: 10pxAus der Distanz hat man Mühe, in einem Schwarm juveniler Korallenwelse einzelne Fische zu erkennen. Man sieht eine Masse, die über den Meeresboden zu gleiten scheint. Darauf spielt der Gattungsname dieser marinen Welse an: plotos (gr.) = „fließend“. | Von Helmut Götheli


Meine erste Begegnung mit Korallenwelsen liegt mittlerweile etwas mehr als 25 Jahre zurück, sie fand in Watamu Bay an der kenianischen Küste statt und verlief eher enttäuschend. Durch ausgeprägte Gezeitenunterschiede fiel die Bucht bei Ebbe fast völlig trocken, sodass sich das Schnorcheln im flachen Wasser zwischen den Seegrasbeständen stellenweise sehr mühselig gestaltete. Da auch die Sicht meist bescheiden war, entschied ich mich nach wenigen ereignislosen Schnorchelgängen, meine sperrige Unterwasser-Kamera-Ausrüstung nicht jedes Mal mitzuschleppen.
So kam es, wie es kommen musste. Beim ersten Schnorcheln ohne Kamera begegnete uns in einiger Entfernung vom Strand ein großer Schwarm acht bis zehn Zentimeter langer, juveniler Gestreifter Korallenwelse (Plotosus lineatus). Der Schwarm mit einem Durchmesser von ungefähr einem Meter streifte unermüdlich zwischen den Seegrasbeständen über den Sandflächen der Bucht umher und ließ mein Fotografenherz höherschlagen.
Nach kurzem Abwägen meiner Chancen, die Fische wiederzufinden, entschied ich mich, zum Strand zurückzuschnorcheln und schnell meine Kamera zu holen. Gut zehn Minuten später war ich wieder an dem Ort, wo ich die Welse verlassen hatte, doch trotz intensiven und systematischen Absuchens der Umgebung konnte ich die Korallenwelse weder an diesem noch an den restlichen Tagen unseres Kenia-Urlaubs wiederfinden. Über 20 Jahre bis zu einer erneuten Begegnung mit diesen einzigartigen Fischen sollten vergehen ...
Korallen- oder Aalwelse bilden innerhalb der ungefähr 40 Familien mit über 3.400 Arten umfassenden Ordnung der Welsartigen (Silurifomes)
die Familie Plotosidae. Der gebräuchlichere deutsche Name „Korallenwelse“ ist eigentlich der weniger zutreffende, da nur eine Art, nämlich der Gestreifte Korallenwels (P. lineatus), tatsächlich in Korallenriffen lebt. Die seltenere Bezeichnung „Aalwelse“ dagegen bezieht sich auf die charakte­ristische Körperform aller Plotosiden.

den vollständigen Artikel finden Sie in Ausgabe 7/2017

margin-right: 20px; margin-bottom: 10pxDie in den meisten indopazifischen Riffen zahlreich vertretenen rund 40 Arten ­umfassenden Buschkorallen (Familie Pocilloporidae) verteilen sich auf die drei ­Gattungen Pocillopora, Stylophora und Seriatopora, von denen die Seriatoporen hier vorgestellt werden. | Von James W. Fatherree

Ihre Populärnamen Nadel-, Dornen- oder Vogelnestkorallen beziehen sich auf die fein- und dicht­ästige, oft kugelförmige Stöcke bildende Wuchsform dieser Busch­korallen, deren Durchmesser 40 Zen­timeter selten überschreitet.
Seriatoporen sind vorwiegend Flachwasserbewohner. Sie sind weit verbreitet und kommen in den Riffen häufig vor, jedoch nicht, wie man es bei den Pocillopora-Arten oft sieht, in größeren, zusammenhängenden Ansammlungen, sondern als isolierte ­Kolonien.
Normalerweise lassen sich Nadelkorallen von anderen Steinkorallen-Genera gut unterscheiden. Eine Identifikation der einzelnen Arten (laut WoRMS sind es neun) ist hingegen weit schwieriger und allein anhand des äußeren Erscheinungsbildes, also ohne eine nähere Untersuchung der Koralliten, wenig verlässlich.
Im Unterschied zu den Angehö­rigen der beiden Gattungen Pocillo­pora und Stylophora wachsen die ­Polypen der Seriatopora-Spezies in deutlichen Längsreihen (lat. series = „Reihe“).
Außerdem besitzt die Mehrzahl dieser Korallen dünnere Äste, die sich mehr oder weniger stark verjüngen; bei S. hystrix enden sie meist regelrecht spitz (gr. hystrix = „Stachelschwein“). Ein weiteres Merkmal der Nadelkorallen besteht darin, dass sich ihre Äste, nachdem sie sich verzweigt haben, oft wieder miteinander ver­binden.

den vollständigen Artikel finden Sie in Ausgabe 6/2017

margin-right: 20px; margin-bottom: 10pxZwergkaiser- oder Herzogfische gehören zu den beliebtesten Fischarten für Riffaquarien, mit gutem Grund: Im Gegensatz zu ihren großwüchsigeren Vettern, den übrigen Falter- und Kaiserfischen, weisen Centropyge-Arten zahlreiche Eigenschaften auf, die sie für die Aquaristik besonders geeignet machen: Sie fressen weniger substratgebunden, sondern nehmen Nahrungspartikel im freien Wasser auf, sodass sie sich mit den meisten sessilen Wirbellosen gemeinsam pflegen lassen, ohne dass es zu Übergriffen seitens der Fische kommt. Sie bleiben handlich klein (unter 15 Zentimeter Gesamtlänge) und sind meist sehr attraktiv gefärbt. Frank Schäfer

den vollständigen Artikel finden Sie in Ausgabe 2/2017

margin-right: 20px; margin-bottom: 10pxMit einer Gesamtlänge von bis zu 20 Zentimetern gehört die Gelbviolette Sternschnecke (Felimare picta), die sowohl im Ostatlantik von Angola bis Spanien als auch im Westatlantik von Florida bis Brasilien vorkommt, zu den größten Nacktschnecken des Mittelmeers. Helmut Göthel

den vollständigen Artikel finden Sie in Ausgabe 2/2017