Viele Süßwasseraquarianer liebäugeln irgendwann damit, das Abenteuer Riffaquaristik in Angriff zu nehmen. Stark ist die Anziehungskraft der vielfältigen Lebensformen und fantastischen Farben. Oft gibt es jedoch große Bedenken hinsichtlich des Aufwands, so auch beim Autor. Doch eines Tages … Von Lust und Frust mit einem Meerwasser­aquarium. | von Matthias Paulsen

Nur wenige Aquarianer können sich der Anziehungskraft von tropischen Korallen und Rifffischen, Krabben und Röhrenwürmern, Schlangensternen und Seeigeln entziehen. Bei Riffaquarien taucht man ab in ein Farbenspiel und eine biologische Vielfalt, die Süßwasseraquarien so kaum bieten können. Viele von uns haben daher zu irgendeinem Zeitpunkt schon darüber nachgedacht, ob sie so etwas nicht auch einmal ­verwirklichen könnten.
Seit nunmehr 25 Jahren bin ich Aquarianer mit großer Leidenschaft für Fische (insbesondere südamerikanische Zwergbuntbarsche, Salmler und Welse). Gleichzeitig bin ich grundsätzlich biologisch stark inter­essiert, und mich fasziniert das Leben unter Wasser in seiner Gesamtheit. Vor drei Jahren war es dann so weit. Mit der Unterstützung eines guten Freundes, seinerseits erfahrener Meerwasseraquarianer, füllte ich nach einem Umzug mein 160-Liter-Aquarium nicht mit Süßwasser, sondern mit Salzwasser.

Zahlreiche Quallen produzieren hochwirksame Gifte, die für den Menschen sogar tödlich sein können. Aber auch die harmlose Variante eines Nesselausschlags ist keine Lappalie. Wie verhält man sich bei einem Unfall mit giftigen Medusen? Der Beitrag liefert Tipps für die Erste Hilfe am Strand und beim Schnorcheln. | Von Heike Fesq und Martinus Fesq-Martin

Quallen gehören zu den anmutigsten Lebensformen, die die Evolution hervorgebracht hat. Der direkte Kontakt mit diesen Nesseltieren (Stamm Cnidaria) kann jedoch gravierende gesundheitliche Beeinträchtigungen hervorrufen – im schlimmsten Fall sogar tödlich sein. Jedes Jahr sterben weltweit Schwimmer nach der Berührung mit den Tentakeln tropischer Würfelquallen (Klasse Cubozoa). Im Vergleich zu Hai­attacken sind Quallenvergiftungen das weitaus größere Problem für ma­rine Wassersportler.
Umso erstaunlicher ist es, dass über die spezifischen Wirkmechanismen von Quallengiften immer noch vergleichsweise wenig bekannt ist. Es besteht nach wie vor toxikologischer Forschungsbedarf, denn aufgrund von Klimadynamik und Überdüngung der Plankton-Lebensgemeinschaften ist zu erwarten, dass sich zahlreiche Quallenarten zukünftig noch stärker ausbreiten werden.

Wien, einst Hauptstadt der k. u. k. Monarchie und des österreichischen Kaiserreichs, hat seinen Besuchern etliche Kostbarkeiten zu bieten: architektonische Prachtbauten, naturwissenschaftliche und kunsthistorische Sammlungen, eine Kollektion geistlicher und weltlicher Schätze in der Hofburg und für Naturliebhaber aquaristische Raritäten im Haus des Meeres sowie im Aquarienhaus des Tierparks Schönbrunn. | Von Uwe Dost

Eine mir lieb gewordene Traditi­-on ist der Jahresausflug mit den Aquarianern meines Vereins „Nymphaea Esslingen e. V.“. Als Ziel 2017 hatten wir Wien auserkoren. ­Neben etlichen geschichtsträchtigen Sehenswürdigkeiten hat die österreichische Donau-Metropole zwei auch für Aquarianer höchst interessante und lohnende Ziele zu bieten: das Haus des Meeres und den Tierpark Schönbrunn. Beide Institutionen pflegen hinter den Kulissen eine Menge aquaristischer Schätze, von denen aber immer nur einige wenige dem Zoobesucher präsentiert werden.

Tierpark Schönbrunn
Hinter den Kulissen des Aquarienhauses Schönbrunn verbergen sich zahlreiche aquaristische Leckerbissen, ­darunter eine beachtliche Kollektion
von Quallen, weltweit die zweitgröß­-te. Dazu kommen seltene Fischarten, etwa Buntbarsche aus Afrika oder ­Eierlegende Zahnkarpfen, von denen einige Arten in der Natur stark bedroht oder sogar ausgestorben sind. Ende 2017 wurden in Schönbrunn 65 Quallenarten und eine Rippenqualle gepflegt und (fast alle) auch erfolgreich nachgezogen.

Wie schwerelos treiben sie durch die Weiten der Meere: zerbrechlich wirkende Geschöpfe
von teils atemberaubender, exotischer Schönheit. Doch der Schein trügt. Ausgestattet mit Millionen todbringender Explosionsgeschosse stellen sie eine Bedrohung für viele Organismen um sie herum dar. Ständig auf der Suche nach Nahrung, töten sie jedes Beutetier, das in ihre Nähe gerät. | Von Helmut Götheliber

Jedes Mal, wenn man als Taucher oder Schnorchler einer dieser ­bizarren Schönheiten begegnet, fragt man sich unwillkürlich, welche Laune der Natur diese Organismen ­geschaffen hat. Doch aus eigener Erfahrung wissen viele, dass ihre scheinbare Hilflosigkeit trügt. Quallen ge­hören zu den gefährlichsten Räubern oder – besser – Jägern der Meere!
Für ihren zweiten deutschen Namen, Meduse, stand eine furchterregende Gestalt aus der griechischen Sagenwelt Pate: die schreckliche Medusa, eine der drei Gorgonen, weib­liche Horrorgestalten mit Schlangen statt Haaren auf dem Kopf. Der Sage nach verwandelte allein ihr bloßer ­Anblick jeden Menschen in Stein. Selbst ihr abgeschlagenes Haupt hatte noch die Kraft, ihre Feinde zu ver­steinern.

Namen sind Schall und Rauch? Mitnichten! Wissenschaftliche Bezeichnungen dienen nicht nur der eindeutigen Benennung von Gattungen und Arten, sondern sie weisen auch auf Verwandtschaftsverhältnisse hin. | von Horst Moosleitner

In den letzten Jahren arbeiteten zahlreiche Wissenschaftler aus aller Welt fieberhaft daran, einen Katalog sämtlicher bisher bekannter Rochen und Haie unter dem Titel „Chondrichthyan Tree of Life Project“ zusammenzustellen. Alle Museen wurden nach Typus-Exemplaren durchforstet, Fischmärkte abgeklappert und DNA-Analysen von etwa drei Vierteln der Arten durchgeführt. Das Ergebnis ist eine Liste mit 633 gültigen Spezies.

Sie wurden nach der Veröffentlichung in diversen wissenschaftlichen Zeitschriften in Buchform zusammengefasst, mit farbigen Zeichnungen, Verbreitungskarten und genauen Beschreibungen versehen und 2016 unter dem Titel „Rays of the World“ herausgebracht.
Blättert man in dem fast 800 Seiten starken Werk, in dem jeder Art mindestens eine Seite gewidmet ist, bemerkt man sehr rasch, dass in der Systematik fast kein Stein auf dem anderen geblieben ist. Oft haben die DNA-Analysen neue Verwandtschaftsverhältnisse aufgedeckt und damit eine Umordnung in bestehende oder auch in neu aufgestellte Gattungen oder ­sogar Familien notwendig gemacht. Weiter wurden Arten, die bislang als weit verbreitet galten, in mehrere ­geografisch voneinander getrennte Spe­zies aufgeteilt, was eine neue Einstufung zuvor vertrauter Taxa nötig machte.
Nur wenige Namen blieben unverändert, so etwa der des bekannten Blaupunkt-Rochens (Taeniura lymma [Forsskål, 1775]). Allerdings wurde für die Form des West-Pazifiks (Neu-Guinea bis Fidschi-Inseln) ein neuer Name eingeführt: Taeniura lessoni (Last, White & Naylor, 2016). Dieser Art fehlen die blauen Längsstreifen am Schwanz.
Der dem Taxon T. lymma ein wenig ähnelnde, ebenfalls blau gepunktete Masken-Rochen (Dasyatis kuhlii) wurde in wenigstens vier Arten unterteilt, die man alle in die Gattung Neotrygon aufnahm. Zu N. kuhlii gehören nur noch jene Rochen, die bei den Salomonen-Inseln im Pazifik vorkommen. Die Population, die zwischen Indonesien und den Philippinen lebt, bekam den Namen „Orientalischer Masken­rochen“ (N. orientalis Last, White & Séret, 2016), und die Form im Indischen Ozean heißt nun „Blaupunkt-Maskenrochen“ (N. caeruleopunctatus Last, White & Séret, 2016).

den vollständigen Artikel finden Sie in Ausgabe 12/2017