Die meisten von ihnen wirken auf den ersten Blick zerbrechlich. Ihre zum Teil sehr langen Antennen und die fünf Schreitbeinpaare sind dünn, ihre Scheren so zierlich, dass sich Fressfeinde von ihnen sicher nicht abschrecken lassen. Für viele Jäger stellen sie eine wehrlose Beute dar. Dennoch sind Garnelen höchst erfolgreiche Organismen. | von Helmut Göthel

Die Bezeichnung „Garnele“ beschreibt kein systematisches Taxon. Vielmehr fasst es verschiedene Vertreter der Klasse der ­Höheren Krebse (Malacostraca) zusammen, die zwar gemeinsame äußerliche Merkmale aufweisen, aber nicht direkt miteinander verwandt sind. Man spricht in diesem Zusammenhang von paraphyletischen Gruppen.
Der Garnelenkörper ist typischerweise zweigeteilt und besteht aus dem Kopfbruststück (Cephalothorax) und dem Hinterleib (Abdomen). Er ist langgestreckt, mehr oder weniger zylin­drisch geformt, bei den meisten Arten seitlich leicht zusammengedrückt und dadurch höher als breit. Oft ist der muskulöse Hinterleib doppelt so lang wie der Cepalothorax. Das Exoskelett der Garnelen ist nur gering mineralisiert und bei vielen Arten zumindest teilweise durchsichtig.

Diese Stachelhäuter spielen zwar keine sonderlich große Rolle in der Meerwasseraquaristik, aber zur Bodenaufbereitung vor allem in Tiefsandbett-Aquarien (DSB-System) werden manche Arten eingesetzt. | von Maren Gaulke

Als vorwiegend endobenthisch,  also im Meeresboden lebende Tiere sorgen irreguläre Seeigel durch ihre fortwährende Grabtätigkeit für eine Durchmischung und Auflockerung des Sediments, was der Bildung von schwärzlichen Fäulniszonen entgegenwirkt. Bei der Nahrungsaufnahme befreien sie den Sand von anhaftenden organischen Partikeln.
Generell gelten irreguläre Seeigel als recht haltbar und ausdauernd. Vor der Anschaffung sollte man sich aber unbedingt etwas näher mit diesen versteckt lebenden Stachelhäutern beschäftigen, da nicht alle Arten omnivore Detritusfresser sind, sondern es unter ihnen auch Nahrungsspezialisten gibt.

Die Inselwelt der Seychellen im westlichen Indischen Ozean begeistert nicht nur durch ihre herrlichen Palmenstrände und eindrucksvollen Granitfelsen, sondern auch mit ihrer interessanten Unterwasserwelt. Sie beherbergt eine Reihe von Fischen, die es nur hier gibt. | von Horst Moosleitner

Gleich bei meinem ersten Gerätetauchgang fielen mir die vielen Soldatenfische auf, die bei bedecktem Himmel auch tagsüber vor oder über den Riffen standen und dadurch mein besonderes Interesse weckten. Sie ähnelten Weißsaum-Soldatenfischen (Myripristis murdjan), schienen jedoch wesentlich längere Rücken-, ­After- und Schwanzflossenlappen zu haben. Dieser Eindruck entstand durch die farblos transparenten Flossenteile, die die markant gefärbten Flossenränder viel stärker hervorhoben und dadurch länger wirken ließen. Es waren eindeutig Seychellen-Soldatenfische (M. seychellensis), die es nur hier und um die benachbarten Inseln gibt.

Planarien-Invasionen beginnen oft unauffällig. Ein kleiner rotbrauner Punkt auf dem Riffgestein oder an der Scheibe wird übersehen oder als Kalkrotalgenfleck nicht weiter beachtet ... | von Uwe Dost

Die in vielen Meerwasseraqua­rien grassierenden „Roten Turbellarien“ sind marine Strudelwürmer der Ordnung Acoela, die zur Klasse der Plattwürmer (Plathelminthes) zählt. Ihr Körperbau ist recht einfach; sie besitzen weder eine Leibeshöhle noch Kiemenanhänge, die Atmung erfolgt über die Hautoberfläche. Bei der hier vorgestellten Spezies handelt es sich um einen Vertreter der Gattung Convolutriloba und zugleich um die in Meeresaquarien am häufigsten auftretende Strudelwurmart.
Die Rote Turbellarie ist längst nicht immer rot, vielmehr ist ihre Färbung von der Beleuchtungsintensität abhängig: Schwach beleuchtete Exem­plare können auch hellbraun oder grünlich aussehen. Mit steigender Lichteinstrahlung nimmt die Rottönung immer mehr zu, vor allem am Körperende.
Convolutriloba-Arten parasitieren normalerweise nicht an Korallen, sondern besiedeln im Aquarium vornehmlich den Bodengrund, das Riffgestein und die Scheiben. Sie werden teilweise von im Körper eingelagerten, einzelligen Symbiose-Algen mit Nährstoffen versorgt.

Sie ist einer der bekanntesten Vertreter der Unterordnung Nudibranchia und mit einer ­durchschnittlichen Länge von gut 20 und einer maximalen von 40 bis 60 Zentimetern eine der größten und schönsten Nacktkiemerschnecken. | von Maren Gaulke

Die Spanische Tänzerin besticht nicht nur durch ihre Farbenpracht, sondern auch durch ihre graziösen Schwimmbewegungen. Jeder, der einer durch das Wasser gleitenden Spanischen Tänzerin beim Schnorcheln oder Tauchen schon einmal begegnet ist, wird bestätigen, dass sie ihren Trivialnamen verdient hat.
Beim Schwimmen werden die Parapodien, die breiten Mantelränder, die bei kriechender Fortbewegung auf dem Meeresboden eingerollt getragen werden, vollständig ausgebreitet und in undulierende Bewegungen versetzt. Gleichzeitig wird der gesamte Körper schwungvoll auf- und abwärts gebogen. Mit diesen ausladenden Bewegungen seines Mantels erinnert das Tier an eine Flamenco-Tänzerin, die von ihrem Rock umwirbelt wird. Und auch in ihrer überwiegend roten Färbung entspricht die Spanische Tänzerin den Kostümen des Flamencos.
Der wissenschaftliche Gattungs­name bezieht sich auf die Zahl der Federkiemenbüschel; hex (gr.) bedeutet „sechs“; was allerdings irreführend ist, da die Zahl variieren kann. Das Art­-Epitheton spielt auf die Färbung des Tieres an: sanguineus (lat.) bedeutet „blutig“ oder „blutrot“.