Eine mit Regenwasser gefüllte Wagenspur im Wald, ein Restwassertümpel bei Ebbe an der Nordsee, eine Lache auf einer ehemaligen Bergehalde im Ruhrgebiet – es gibt etliche günstige Gelegenheiten für naturinteressierte Menschen, einen aquatischen Lebensraum auf einfache und bequeme Weise zu erkunden. | Von Andreas Spreinat

Besonders bemerkenswerte Habitate können Gezeiten- oder Spritzwassertümpel in den Uferzonen subtropischer und tropischer Meere sein. Gern erinnere ich mich daran, wie mein Vater und ich in den frühen 1980er-Jahren an der spanischen Costa Brava Fische für ­unser Mittelmeeraquarium fingen: kleine Brassen, verschiedene Blenni­iden und Grundeln sowie juvenile Lippfische, die in teilweise nur qua­dratmetergroßen Restwassertümpeln lebten und sich einfach mit Hand­keschern erbeuten ließen.
Interessant war für mich auch die Erkundung kleiner Wasseransammlungen in der Uferzone von Saumriffen am Roten Meer. Es ist höchst erstaunlich, welche Fülle an Organismen und welcher Artenreichtum mit etwas Geduld hier zu beobachten sind! Abgesehen von verschiedensten Wirbellosen konnte ich von kleinen Grundeln bis hin zu Muränen zahlreiche Meeresfische bequem und trockenen Fußes fotografieren. Eine aufgeschreckte Muräne schlängelte sich sogar ein gutes Stück über tro­ckenes Terrain, um auf der Flucht vor mir im nächsten kleinen Wasserloch zwischen abgestorbenen Korallenblöcken zu verschwinden.

Die Biologin Vanessa Schulz ist Mitarbeiterin des bundesweiten Feuer­salamander-Projekts an der Technischen Universität Braunschweig und dort unter anderem für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig. | Das Interview führte Rainer Stawikowski

DATZ: In der jüngeren Vergangenheit warst Du maßgeblich an Veröffentlichungen über die Entwicklung und den aktuellen Stand der Ausbreitung des Salamanderfresser-Pilzes (Batrachochytrium salamandrivorans, kurz Bsal) beteiligt (Literaturverzeichnis) und hieltest Vorträge zu diesem Thema (etwa auf dem Flora-Fauna-Tag der Biologischen Station Westliches Ruhrgebiet im Januar dieses Jahres in Essen). Erläuterst Du bitte kurz Deine Arbeit und Deine Funk­tion im Zusammenhang mit der Bsal-Forschung an der Technischen Universität Braunschweig?

Der Feuersalamander gilt als weit verbreitet, doch aktuelle Daten gibt es kaum. Wo kommt er tatsächlich vor, wie groß sind die Populationen? Im Rahmen eines Projekts der JLU werden in Hessen Bäche kartiert, um aktuelle Bestandsdaten zu erfassen. | von Laura Jung

Nicht nur sein charakteristisches Aussehen macht den Feuersalamander unverwechselbar, sondern auch sein Reproduk­tionsverhalten ist einzigartig. Die Paarungszeit von Salaman­dra salamandra erstreckt sich auf den Zeitraum von Spätsommer bis Herbst. Anders als die übrigen heimischen Schwanzlurche paaren sich Feuersalamander an Land statt im Wasser. Die Embryonen ent­wickeln sich anschließend vollständig im Mutterleib.

Vom Feuerlöscher und Comic-Helden zur bedrohten Art: Das Verhältnis des Menschen zum Salamander hat sich die letzten Jahr­hunderte hindurch grundlegend gewandelt. | von Anna-Katharina Wöbse

Der Feuersalamander hat sich in einem aus mensch­licher Sicht romantischen Lebensraum eingerich­-tet: Man findet ihn auf dem schattigen Grund der Mittelgebirge, in deren Laubmischwäldern kühle Quellen sprudeln und klare Bäche murmeln. Wo er diese Gewässer findet, ist er zu Hause – ob in West-, Mittel-, Süd- oder ­Südosteuropa.

Der „Salamanderfresser-Pilz“ breitet sich in Deutschland weiter aus. Studierende der Justus-Liebig-Universität Gießen untersuchen deshalb Feuersalamander in Privat­haltung, um einen eventu­ellen Befall frühzeitig zu erkennen. | von Lena Habich

Wie die DATZ bereits im März dieses Jahres berichtete, ist der als „Salamanderfresser“ bekannte Chytridpilz Batrachochytrium salamandrivorans (Bsal) endgültig in Deutschland angekommen. Das wurde bereits 2013 befürchtet, nachdem es erste Funde in den Nieder­landen nahe der deutschen Grenze gegeben hatte.
Nun kommen regelmäßig neue Fundorte infizierter Feuersalamander und anderer Schwanzlurche hinzu. Auffällig ist die offenbar sprunghafte Ausbreitung des Pilzes zunächst in Nordrhein-Westfalen und jetzt auch in Rheinland-Pfalz. Nach wie vor liegen die Fundorte teilweise über 70 Kilo­meter weit auseinander. Der genaue Übertragungsweg ist noch nicht geklärt.