Am 1. Januar 2015 trat die Verordnung 1143/2014 der Europäischen Union in Kraft. Das Dokument trägt den unverständlichen Titel „Prävention und Management der Einbringung und Ausbreitung invasiver gebietsfremder Arten“. Und es bringt etliche Einschränkungen, auch für Gartenteichbesitzer, Aquarianer und Terrarianer. | von Hans-Peter Ziemek

Im Juni 1992 trafen sich in Rio de Janeiro 20.000 Menschen, dar­unter fast alle Politikerinnen und Politiker, die damals Verantwortung trugen. Dieser „Erdgipfel“ beschäftigte sich mit der Zukunft der Erde und bestimmt unser Leben noch heute. Damals wurden die erste Klimakonven­tion verabschiedet, die Agenda 21 auf den Weg gebracht und die Biodiversitätskonvention von fast allen Ländern der Erde unterzeichnet.
Diese Vereinbarung ist heute die Grundlage jeder Maßnahme zum Erhalt der Artenvielfalt, lokal wie global. Die Dekade von 2011 bis 2020 ist dabei ein Höhepunkt der Weiterentwicklung der Biodiversitätskonvention. Bis zum Jahr 2020 sollen möglichst alle Ge­fahren für die Artenvielfalt zumin­dest identifiziert sein. Außerdem sollen die notwendigen rechtlichen Regelungen getroffen sein, um einen weiteren Verlust von Biodiversität zu verhindern.
Klingt alles sehr theoretisch, ist es auch. Aber die Konvention ist die notwendige Grundlage, um in einer Kommune oder in einem Schutzgebiet, ob in Deutschland oder in Indonesien, Gefahren für die dort vorkommenden Organismen und Lebensgemeinschaften abwehren zu können.

Lebendfutter, ja oder nein? Diese Frage wird in der Aquaristik seit jeher kontrovers diskutiert. Hier der Beitrag eines Futtertier-Verfütterers, dem allerdings keine nach wissenschaftlichen Maßstäben in reproduzierbaren Versuchsreihen ermittelten ­Vergleichsdaten zugrunde liegen. | von Uwe Dost

Mit industriell hergestelltem Futter in der den Pfleglingen angemessenen Partikelgröße und Darreichungsform, hergestellt aus hochwertigen Zutaten, richtig ­gelagert und nach kurzer Zeit verbraucht, lassen sich die meisten Aquarienfische ein Leben lang versorgen, ohne gesundheitliche Probleme zu bekommen. Nicht wenige Fischarten pflanzen sich bei einer solchen Alimentierung sogar fort.
Lebendfutter, überlagert oder aus zweifelhaften Quellen, wird kaum ­einen Vorteil gegenüber exzellenten Flocken, Pellets, Tabletten, Sticks und so weiter aufweisen. Allerdings ist man bei allen Futtergruppen auf die Redlichkeit und das Qualitätsbewusstsein der Hersteller, auf die Sorgfalt beim Transport und bei der Lagerung beim Vertreiber angewiesen.

Wussten Sie, dass Charles Darwin seine Forscherkarriere als Meeresbiologe an den Stränden Edinburghs begann? | von Martinus Fesq-Martin

"Charles Darwin? Ja klar, der Entdecker der Darwin-Finken und Erfinder der Evolutionstheorie!“ Der englische Naturforscher hat sein festes Image. Beschäftigt man sich eingehender mit Darwin, so entpuppt er sich als Spezialist für mari­ne Wirbellose. Besonders intensiv hat er Seepocken analysiert. An seinem Cirripedia-Projekt forschte Charles Darwin acht Jahre lang, bis er sich an eine Veröffentlichung wagte: „The Lepadidae; or, pedunculated cirripedes“ (1851) und „The Balanidae, (or sessile cirripedes); the Verrucidae“ (1854).
Auch über die Entstehung von Korallen-Atollen stellte Darwin eine bis heute überzeugende Hypothese vor: „The structure and distribution of coral reefs“ (1842) [„Über den Bau und die Verbreitung der Corallen-Riffe“ (1876)].
Seine ersten Schritte als Meereszoologe machte Darwin bereits als ­Jugendlicher. Besonders die Zeit von Oktober 1825 bis zum Frühjahr 1827, die der Teenager an der Westküste Schottlands verbrachte, scheint prägend gewesen zu sein.

In DATZ 10/2017 erschien ein kleiner Beitrag über das fast vier Jahre lang wegen Renovierung geschlossene und im vergangenen Herbst neu eröffnete Haus – mit dem Versprechen auf einen tieferen Einblick in die Meerwasser-Abteilung. Hier ist er. | Von Rainer Stawikowski

Im Aufenthaltsraum erzählen mir die dreiköpfige „Mannschaft“  der Meerwasserabteilung (die allerdings aus zwei Frauen und nur einem Mann besteht; in der Süßwasserabteilung arbeiten drei weitere Damen), und die Wasserrevier-Kuratorin Ma­rion Wille (siehe DATZ 10/2017) über sich, ihre Aquarien und ihre Arbeit.

margin-right: 20px; margin-bottom: 10pxMehr noch als weiße und rote gelten schwarze Mückenlarven als „Allzweckwaffe“ vieler Fischzüchter. Sie sind oft das letzte Mittel, um heikle Fische zum Fressen anzuregen oder eine selten gepflegte Art nachzuziehen. | Von Roland Schreiber

Stechmücken (Culicidae) sind die wohl meistgehassten und lästigsten Kerbtiere dieser Welt, denn sie haben sich nicht nur als ­Plagegeister, sondern auch als Überträger einer ganzen Reihe gefährlicher Krankheitserreger (Arboviren, Fadenwürmer, Protozoen) auf Mensch und Tier einen schlechten Ruf erworben. Beispielsweise verbreiten sie Malaria, Dengue-, West-Nil- und Gelbfieber, ­Filariasis oder Enzephalitis und ver­ursachen indirekt weltweit mehr Erkrankungen und Todesfälle unter den Menschen als alle anderen Organismen (Harbach 2013).
Innerhalb des Stamms der Insekten (Insecta) zählt die Familie Culic­idae Meigen, 1818 zur Ordnung der Zweiflügler (Diptera). Sie ist weltweit in allen tropischen und gemäßigten Regionen vertreten und umfasst zurzeit 3.557 Arten, die mit 113 Gattungen auf zwei Unterfamilien (Anophelinae und Culicinae) verteilt sind.
Zurzeit sind 488 Anophelinen-­Arten anerkannt. Ihre Larven lassen sich auf den ersten Blick anhand ihrer grün irisierenden Färbung, ihrer mit Schwimmkörpern ausgestatteten Eier sowie ihrer waagerechten Haltung ­direkt unter der Wasseroberfläche von den Culicinen unterscheiden. Außerdem besitzen sie kein Atemrohr, sondern nehmen den benötigten Luftsauerstoff über zwei am Hinterrand des vorletzten Segments befindliche Atemöffnungen auf. Adulte Imagines sind an der um 30 bis 45 Grad nach vorn geneigten Sitzhaltung einfach zu erkennen.
Die Unterfamilie Culicinae umfasst aktuell 3.069 Arten, verteilt auf 110 Gattungen. Erwachsene Tiere sind an ihrer Körperhaltung parallel zur Sitzfläche und am Atemrohr der Larven erkennbar, das dazu dient, atmosphärischen Sauerstoff aufzunehmen.
Die bekanntesten Gattungen der
52 einheimischen Stechmückenarten (Becker 2016) sind Culex, Aedes und Anopheles, wobei für Deutschland zurzeit sechs Culex-Arten (C. [Barraudius] modestus, C. pipiens, C. torren­tium, C. [Maillotia] hortensis, C. [Neoculex] martinii und C. [N.] territans) nachgewiesen sind.
Die am häufigsten anzutreffende Spezies ist sicher die Gemeine Stechmücke (C. pipiens). Genau genommen handelt es sich dabei nicht um eine einzelne Art, sondern um einen sehr umfassenden Komplex von Spezies, deren taxonomischer Status (Art, Unterart, Form oder Biotyp) nach wie vor umstritten ist.
Von den als „Malaria“- oder „Fiebermücken“ bezeichneten Anopheles-Arten sind in Deutschland mittler­weile ebenfalls sechs anzutreffen (A. algeriensis, A. atroparvus, A. claviger, A. maculipennis, A. messeae, A. plumbeus; Snow & Ramsdale 2017). Sie sind in den Tropen als Überträger einer Vielzahl gefährlicher Krankheiten (etwa Malaria) gefürchtet.

den vollständigen Artikel finden Sie in Ausgabe 1/2018