Zwei Krebsarten aus dem Golf von Mexiko und dem Karibischen Meer wurden wissenschaftlich neu beschrieben, eine der beiden wurde nach dem Frankfurter Meeresforscher und Crustaceen-Experten Michael Türkay benannt, der im September 2015 im Alter von nur 67 Jahren gestorben war.
Wissenschaftler des Senckenberg-Forschungsinstituts und Naturmuseums, an dem Türkay gelehrt hatte, bearbeiteten die Spezies, die auf zwei Expeditionen aus Tiefen zwischen 522 und 1.162 Metern aus dem Ozean geborgen worden waren, und ordneten sie der Gattung Munidopsis zu. Oliver Mengedoht

den vollständigen Artikel finden Sie in Ausgabe 9/2016

Der treue Leser wird sich erinnern, dass ich mit Barbara, der Frau meines Freundes Werner, nach einer Autopanne auf der Transamazonica nach Humaita zurückgekehrt war, um Hilfe zu holen. Unsere Pannenhelfer lieferten uns bei einem kleinen Hotel ab, wo sie auch erklärten, dass wir für den nächsten Tag einen Auto-Elektriker brauchten, den der Hotelier zu besorgen versprach. Seine Frau begegnete uns eher mürrisch, denn Barbara trug Shorts, und sie gab ihr zu verstehen, das sei unziemlich. Sie solle sofort auf unser Zimmer gehen – die Dame hielt uns für ein Ehepaar – und sich zum Abendessen gefälligst etwas anziehen! Barbara bedeutete mir, nur nicht zu sagen, dass wir kein Ehepaar waren, und da sie eine lange Hose dabei hatte, bekamen wir sogar etwas zu essen. Am nächsten Morgen stand der Auto-Elektriker vor der Tur, und wir hatten nur noch das Problem, einen Taxifahrer zu überreden, uns zu unserem Pannenauto zu bringen. Auf einer rotstaubigen Erdstraße, versteht sich, was der Fahrer natürlich wusste. Sein jetzt noch außen und innen schwarzes Fahrzeug würde sich binnen kürzester Zeit in ein rotes verwandeln, und es würde gar nicht so einfach sein, die Originalfarbe wieder sichtbar zu machen! Doch mit gutem Zureden und Geld – vor allem Geld – kann man auch so etwas regeln, und schließlich waren wir unterwegs. Während wir im Wagen saßen, kamen mir Zweifel, ob es überhaupt möglich wäre, unser Auto instand zu setzen.

Seit 40 Jahren ist der Gillbach am Kohlekraftwerk Niederausem (NRW) für seine tropischen Fische bekannt (Kempkes et al. 2009; Jourdan et al. 2014). Mehrmals wurde über dort gesichtete Buntbarsche, Antennenwelse und Zahnkarpfen berichtet, auch asiatische Garnelen und pantropische Wasserpflanzen sind keine Seltenheit. Der Bach bietet ein ideales System, um Szenarien zum Einfluss invasiver Arten auf die einheimische Artenvielfalt zu erforschen. Diese Fragen gilt es zu klären, denn neue Erkenntnisse zur Ausbreitung invasiver Arten können im Kontext des globalen Klimawandels sehr hilfreich sein. Doch wo in Deutschland gibt es noch freilebende Guppys? Ist der Gillbach nur ein „Einzelfall“, oder ist Poecilia reticulata bei uns häufiger als bisher bekannt? Das möchten wir, Forscher vom Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei, in Kooperation mit der Gesellschaft für Ichthyologie, dem Erftverband und dem Guppy-Experten Michael Kempkes in Erfahrung bringen. Kennen Sie Stellen, an denen verwilderte Guppys oder andere tropische Fische vorkommen? Dann schreiben Sie uns bitte: guppy@ igb-berlin.de. Teilen Sie uns so viele Informationen über den Fundort mit wie möglich (GPS-Koordinaten oder genaue Schilderung). Unter allen Einsendern verlosen wir ein Exemplar des zweibandigen Werks „Die Guppys“ (Kempkes). Für die Verlosung werden alle Hinweise, die bis zum 31. August 2016 eingehen, berücksichtigt. Zudem planen wir, in einer späteren Ausgabe über die Ergebnisse zu berichten. Juliane Lukas und David Bierbach

Literatur Jourdan, J., F. W. Miesen, C. Zimm er, K. Gasch, F. Herder, E. Schleucher, M. Plath & D. Bierbach (2014): On the natural history of an introduced population of guppies (Poecilia reticulata Peters, 1859) in Germany. – BioInvasions Records 3 (3): 175– 184. Doi: 10.3391/bir.2014.3.3.07. Kempk es, M., U. Rose & F. Budesheim (2009): Ethoökologische Beobachtungen an einer Guppy-Population (Poecilia reticulata Peters, 1859) in einem thermisch belasteten Gewässer in Deutschland (online). – Westarp Wissenschaften, BrehmSpace, URL: http://brehmspace.de/?q=de/ node/371.

Das Bundesamt fur Naturschutz (BfN) startete ein dreijähriges Erprobungs- und Entwicklungsvorhaben, in dem erstmalig die mögliche Wiederherstellung der Bestände der einheimischen Europäischen Auster (Ostrea edulis) in der deutschen Nordsee eingehend im Freiland erforscht wird. Projektpartner ist das Alfred-Wegener- Institut Helmholtz-Zentrum fur Polar- und Meeresforschung (AWI) in Bremerhaven. Die Bestände der Europäischen Auster werden in ganz Europa als stark gefährdet eingestuft. Durch einen seit etwa 1850 intensivierten und andauernden massiven Fischereidruck kam es bereits im Lauf des 20. Jahrhunderts europaweit zu einem Zusammenbruch der natürlichen Austernpopulationen. Zusätzlich erschwerten schwindender Lebensraum, kalte Winter und Krankheiten die Erholung dieser langsam wachsenden Art. „In weiten Teilen Europas, auch in der deutschen Nordsee, gilt die Europäische Auster daher inzwischen als ausgestorben“, erklarte BfN-Präsidentin Beate Jessel. „Austernriffe sind jedoch ‚Hotspots‘ der biologischen Vielfalt, die eine wichtige Rolle im Ökosystem des Meeres spielen und daher unserer besonderen Aufmerksamkeit bedürfen.“ Austernbänke bieten Nahrung und Lebensraum fur viele Tierarten und dienen unter anderem als Kinderstube fur zahlreiche Fische. Durch ihre hohe Filtrationsleistung verbessern sie außerdem die Wasserqualität und können lokal zu einer Verringerung toxischer Algenblüten beitragen. Das im April gestartete Projekt basiert auf einer 2014 erstellten Machbarkeitsstudie des BfN zur potenziellen Wiederansiedelung der Europäischen Auster. Wissenschaftler des AWI werden nun Methoden und Verfahren zum nachhaltigen Wiederaufbau eines Austernbestands in der deutschen Nordsee entwickeln, modellhaft in die Praxis umsetzen und testen. Das Projekt wird fachlich durch die Abteilung Meeresnaturschutz des BfN betreut. Die dafür verantwortliche AWI-Wissenschaftlerin Bernadette Pogoda, ausgewiesene Expertin in der Austernbiologie, wird zunächst Erfahrungen internationaler Austern-Restaurationsvorhaben heranziehen, um Methoden und Technologien an die Situation in der deutschen Nordsee anzupassen. Anhand von Probennahmen und Daten-Recherchen sollen dann geeignete Wiederansiedelungsflächen in der Deutschen Bucht bestimmt werden. Eine wichtige Voraussetzung für die Eignung bestimmter Meeresgebiete ist der Ausschluss jeglicher Boden verändernder Aktivitaten, also Fischerei mit bodenberührendem Fanggerät oder Sand- und Kiesabbau. Nach erfolgreichem Abschluss der Eignungsprüfung sollen zwei oder drei Standorte für Wiederansiedelungsversuche ausgewählt werden. Für eine nachhaltige Wiederherstellung von Austernbänken werden zudem Besatz- und Monitoring- Konzepte entwickelt und erprobt sowie ein internationales Team kooperierender Institutionen aufgebaut. Im Zug dieses auf drei Jahre angelegten Erprobungsvorhabens soll die Basis fur eine langfristige Wiederherstellung der Bestände der Europäischen Auster in der Deutschen Bucht und der durch die Muschel gebildeten biogenen Riffe geschaffen werden. BfN

Es ist egal, welche Heimtiere man hält, man gewinnt sie lieb, wünscht ihnen ein langes Leben und möchte sie optimal ernähren. Das gilt auch für Aquarienfische, die man naturgerecht verpflegen und so konditionieren möchte, dass sie ein weitgehend natürliches Verhalten zeigen und sich nach Möglichkeit noch vermehren. Wer einmal mit offenen Augen durch ein Zoofachgeschäft geht, wird erstaunt sein zu sehen, welche Anstrengungen die Industrie unternimmt, um allen erdenklichen Ansprüchen unserer Pfleglinge gerecht zu werden. Wir lassen uns darauf ein, orientieren uns an Inhaltsstoffen und Vitamingehalt und hoffen, dass es sich tatsächlich um „gutes Futter“ handelt, was auf die meisten der etablierten Futtermarken sicher auch zutrifft. Was jedoch die Menge angeht, schießen wir oft übers Ziel hinaus und mästen unsere Lieblinge, ganz wie die nette Dame von nebenan ihren Dackel. Uwe Werner

den vollständigen Artikel finden Sie in Ausgabe 6/2016