Seltsamer Salmler
Einen der außergewöhnlichsten Salmler importierte Aquarium Glaser wieder einmal aus Paraguay: Markiana nigripinnis. Er bewohnt die Flussbecken von Paraná, Paraguay und Mamoré (Argentinien, Bolivien, Brasilien und Paraguay). Wegen ihrer subtropischen Herkunft brauchen die Fische kein beheiztes Aquarium. Im Sommer kann man sie gut im Gartenteich pflegen. Holt man sie im Herbst wieder ins Haus, zeigen sie herrlich leuchtende Farben. Die bis zu zwölf (selten 15) Zentimeter langen Tiere sind Allesfresser, die auch pflanzliche Kost verlangen.

Erster Lebendgebärender
Lebendgebärende Zahnkarpfen gehören zu den bekanntesten Aquarienfischen. Die erste Gattung und die erste Art wurden 1801 wissenschaftlich beschrieben: Poecilia vivipara. Im Jahr 1870 wurden in Hamburg erstmals lebende Tiere gezeigt, als Aquarienfische kamen 1904 die ersten Exemplare zu uns. Die Spezies bewohnt ein gewaltiges Verbreitungsgebiet, man findet sie von Argentinien bis Venezuela. So wundert es nicht, dass es viele Farbvarianten gibt. Leider wird dieser anspruchslose, aber ansprechende Fisch, der sechs bis acht Zentimeter lang wird, heute nur selten gepflegt.

Blaue Garnele
Aus Taiwan erhielt Aquarium Glaser tiefblaue Zwerggarnelen – „Fantasy Jelly“, vermutlich die Weiterentwicklung einer blassblauen Form, die vor etwa einem Jahr als „Sushi Blue“ auf den Markt kam. Im Handel werden die Tiere meist als Neocaridina heteropoda bezeichnet; wahrscheinlich muss man hier aber umlernen, denn N. heteropoda dürfte ein jüngeres, ungültiges Synomym zu N. davidi sein. Aber egal, aus der Wirbellosen-Szene ist diese kleine Garnele sicher nicht mehr wegzudenken. Frank Schäfer

Unempfindliche Langnase
Langschnäuzer-Panzerwelse gelten als empfindlicher und anspruchsvoller als ihre rundschnäuzigen Verwandten. Corydoras ellisae, das langnäsige Gegenstück zu dem wohl bekanntesten und beliebtesten aller Panzerwelse (C. paleatus), macht hier jedoch eine Ausnahme. Er ist ebenso pflegeleicht wie sein kurzschnäuziger Vetter. Dieser Panzerwels, den Aquarium Glaser regelmäßig aus Paraguay erhält, wird etwa sechs Zentimeter lang. Im Zimmeraquarium braucht er keine Heizung, die Wassertemperatur kann – je nach Jahreszeit – 16 bis 28 °C betragen.

Zwerg aus Indien
In DATZ 4/2014 wurde die Überarbeitung der Perlmuttbärblinge referiert, dort wurde auch erwähnt, dass der Zwerg-Perlmuttbärbling aus Kerala (Süd-Indien) als eigenständige Art – Horadandia brittani – bestätigt wurde. Sie taucht nun gelegentlich im Importhandel auf, teils gezielt, teils als Beifang zu anderen Fischen, etwa zum Zwergflugbärbling (Neochela dadiburjori). Dieser winzige Fisch – er wird nur zwei Zentimeter lang – ist eigentlich nicht sehr attraktiv. Doch hält man ihn im Trupp, entpuppt er sich als lebhafter, friedlicher Bärbling – ideal für kleine Aquarien mit zarten Pflanzen.

Alter Bekannter
Der Brillantsalmler ist bereits seit 1933 aquaristisch bekannt. Die Art lebt endemisch in der Umgebung des Valencia- Sees (Venezuela). Gewöhnlich ist sie als Nachzucht im Handel, nur selten kommen Wildfänge zu uns. Auf den ersten Blick wirkt Moenkhausia pittieri etwas unscheinbar, doch bei günstigem Licht glitzern und funkeln die Fische richtig und tragen ihren Namen völlig zu Recht. Aquarium Glaser hat den Salmler zurzeit als deutsche Nachzucht im Angebot, er wird etwa sechs Zentimeter lang. Frank Schäfer

Seltener Afrikaner
Die Fiederbartwelse (Gattung Synodontis) sind mit über 130 Arten eine formenreiche Gruppe, die ausschließlich in Afrika lebt. In ihrer Heimat sind die meisten Spezies geschätzte Speisefische, aquaristisch sind sie – bis auf wenige Ausnahmen – eher unbekannt. Zu den hübschesten und kleinsten Arten gehört Synodontis robertsi, den Aquarium Glaser kürzlich in geringer Stückzahl importierte. Die Art wurde erst 1974 beschrieben. Soweit man weiß, kommt sie nur im Lukenie-Fluss im zentralen Kongo-Becken vor. Ihre Maximallänge beträgt etwa zehn Zentimeter.

Speisefisch aus Asien
Manchmal verwaschen die Grenzen zwischen „Zier“- und „Speisefisch“. Der gescheckte Clarias wird in Südoastasien für die Küche gezüchtet. Er wächst schnell, ist anspruchslos bezüglich der Wasserqualität und kann wegen eines Hilfsatmungsorgans viele Stunden außerhalb des Wassers überleben. Ab und zu bieten die Züchtereien Jungtiere für die Aquaristik an. Man muss sich im Klaren darüber sein, dass dieser bis zu 50 Zentimeter lange Wels jeden Mitbewohner fressen wird, der in sein Maul passt. Dennoch können große Clarias richtig nette „Haustiere“ sein.

Ungewöhnlicher Südamerikaner
Wie Delfinwelse (Ageneiosus) entwickeln Trachelyopterus- Männchen zur Laichzeit einen riesigen Rückenflossenstachel, verdickte Oberkieferbarteln und ein penisartiges Begattungsorgan, das der inneren Befruchtung der Weibchen dient. Diese Merkmale verschwinden bei den Ageneiosus-Arten nach der Fortpflanzungszeit wieder, dann sind die Geschlechter äußerlich nicht auseinanderzuhalten. Wie das bei Trachelyopterus aussieht, ist nicht bekannt. Trachelyopterus fisheri wird zwölf bis 15 Zentimeter lang und ist ein friedlicher Aquarienbewohner. Frank Schäfer

Kleiner Bärbling
Rasbosoma spilocerca ist ein Zwergbärbling, der rund drei Zentimeter lang wird. Aquarium Glaser importierte die Fische, die vor ihrer Beschreibung 1987 für junge Scherenschwanz- Bärblinge (R. trilineata) gehalten wurden, aus Thailand; ihr Verbreitungsgebiet liegt im Einzug des unteren Mekong von Laos, Thailand und Kambodscha. Die Art ist völlig anspruchslos, was die Wasserbeschaffenheit (Härte, pH-Wert) angeht, und in jedem Leitungswasser zu pflegen und zu vermehren (Idealwerte für die Nachzucht: pH 7; 4° dGH). Die Wassertemperatur kann zwischen 22 und 28 °C liegen.

Ungewöhnliche Grundel
Die meisten Grundeln leben am Boden der Gewässer, nur wenige schwimmen frei im Wasser. Zu ihnen gehört die Rittergrundel aus Indien (Stigmatogobius sadanundio). Sie bewohnt Unterläufe von Flüssen und verträgt Süßwie Meerwasser; am besten pflegt man sie in Brackwasser (fünf bis zehn Gramm Salz pro Liter). Im Sommer laichen die Fische auf Steinen und anderen Substraten. Die Jungtiere sind winzig und benötigen Seewasser, sodass ihre Aufzucht im Aquarium bisher nicht gelang. Rittergrundeln werden acht bis zehn Zentimeter lang.

Wunderschöne Elritze
Es gibt zahlreiche Elritzen-Verwandte in Nordamerika, doch nur wenige wurden Aquarienfische. Anders als unsere Elritze (Phoxinus phoxinus) ist die Feuer-Elritze oder Amerikanische Rotflossenorfe (Cyprinella [früher Notropis] lutrensis) ziemlich anspruchslos und braucht auch nicht so niedrige Temperaturen. Sie lässt sich zwar im Gartenteich pflegen, gedeiht aber ausgezeichnet auch im Zimmeraquarium, das natürlich nicht beheizt zu werden braucht. Heute kommen diese Fische als Nachzuchten aus Singapur. Ihre Maximallänge beträgt sieben bis neun Zentimeter.  Frank Schäfer

Wilder Kampffisch
Betta smaragdina ist eng mit Betta splendens verwandt. Ähnlich wie der Siamesische ist der Smaragd- Kampffisch ein Schaumnestbauer, und auch sonst ähneln sich die beiden in ihrem Verhalten. Auf zu engem Raum bekämpfen sich die Männchen hartnäckig, wobei ihre Flossen arg in Mitleidenschaft gezogen werden. Betta smaragdina kommt ebenfalls aus Thailand, doch schließt sich das Vorkommen beider Arten aus, B. smaragdina lebt nördlich von B. splendens. Aquarium Glaser importierte herrliche Wildfänge.


Bunter Salmler
Die ursprüngliche Heimat von Megalamphodus roseus, dem Gelben Phantomsalmler, liegt in Französisch-Guayana, im Einzug des Maroni-Flusses. Dort gibt es zurzeit keinen Exporteur, denn aufgrund des hohen, mit Europa vergleichbaren Lebensstandards sind Fische aus dieser Gegend Südamerikas nicht mit Nachzuchttieren konkurrenzfähig. So sind wir darauf angewiesen, dass die schönen Fische dieser Region von Züchtern betreut werden. Der Gelbe Phantomsalmler gehört dazu, die Züchter leisten offenbar gute Arbeit.


Gescheckter Fransenlipper
Aus politischen und ökonomischen Gründen erfolgen nur noch sporadisch Exporte aus dem Kongo. Labeo cyclorhynchus, ein bis zu 16 Zentimeter langer Fransenlipper – meist wird die Art unter dem Synonym L. variegatus geführt – gelangt daher selten nach Europa. Aquarium Glaser organisierte kürzlich einen Import, der diese Fische enthielt. Möglicherweise sind wir aber auch hier künftig auf Nachzuchten angewiesen. Das wäre schade, denn die Variabilität der Tiere, wie sie Wildfänge aufweisen, ginge dann sicher verloren. Frank Schäfer