Der erste Teil behandelte die Wuchsparameter „unter Wasser“. Nun geht es um den Energie-Lieferanten der Pflanzen: das Licht. | von Petra Fitz

Passen die Wasserparameter und Pflanzenauswahl zusammen, kann es noch an der Beleuchtung liegen, wenn die Aquarienpflanzen nicht wachsen wollen, denn auch sie muss „stimmen“. Licht ist nicht gleich Licht, und seitdem es LED-Beleuchtungen gibt, erst recht nicht.
Ein Leuchtmittel wird durch seine Lichtqualität und Lichtleistung beschrieben. Die Lichtleistung, die für ein Aquarium benötigt wird, wurde bisher meist in Watt pro Liter ange­geben.
Diese Faustregel lässt sich bei LED-Leuchtmitteln nicht anwenden, denn LED sind in der Regel effizienter. Das heißt, mit einem Watt Strom wird hier mehr Licht erzeugt als bei Leuchtstoffröhren. Besser ist es also, den Licht­bedarf von Aquarien(pflanzen) als direkte Lichtleistung (Lumen pro Liter) oder Beleuchtungsstärke in Wuchs­höhe (Lux) anzugeben.

Gut gedeihende Pflanzen bereichern jedes Aquarium. Klappt es mit dem Wachstum nicht so recht, gilt es, die Ursachen zu ergründen. | von Petra Fitz

In meinem Beitrag in DATZ 7/2018 („Algenfreie Aquarien …“) legte ich dar, dass das Wachstum der Aquarienpflanzen entscheidend dazu beiträgt, wie algenreich oder algenarm ein Aquarium letztlich ist. Die Grundlage für gut oder schlecht wachsende Wasserpflanzen ist immer die Nährstoffsituation in dem betreffenden Becken (pflanzenfressende Tiere einmal außen vor gelassen). Das auf Seite 54 oben abgebildete Schema kann dabei helfen, die Ursachen für Algenprobleme in bepflanzten Aqua­rien zu ergründen und dann Lösungsansätze zu erarbeiten.
Ziemlich einfach ist das Vorgehen bei Algen und gutem Pflanzenwuchs, also bei einem Überschuss an Nährstoffen. Hier kann man zunächst mit häufigeren Wasserwechseln und we­niger Düngergaben experimentieren. Sollte das keine Besserung bringen, reduziert man die Beleuchtungszeit (minimal zwölf Stunden) oder die Lichtzufuhr (Dimmen, Schwimmpflanzen).

Unter dem Motto „The Art of the Planted Aquarium“ feierte das Aquascaping im April 2018 sein zehnjähriges Bestehen. Ursprünglich in Hannover etabliert, fanden die Organisatoren nach der Insolvenz der TMS Event GmbH vor drei Jahren in Magdeburg ein neues Zuhause. Nach zehn Jahren ist das Aquascaping aktueller denn je. | von Christel Kasselmann

Takashi Amano prägte mit seinen ungewöhnlichen Vorstellungen zur Gestaltung von „Naturaquarien“ und seinen fantastischen Fotos das Aquascaping, worunter man das Einrichten von Landschaften unter Wasser versteht. Auch nach seinem Tod entwickeln sich seine Ideen weiter. Keineswegs nur in Deutschland, sondern weltweit gibt es Wettbewerbe um das schönste Aquarium. So finden etwa in den USA jährlich Veranstaltungen zum Aquascaping statt, in diesem Jahr von Aquatic Experience im Oktober in New Jersey und im Mai 2019 von der Wasserpflanzenorganisation AGA in Seattle ausgerichtet.
In Deutschland begann  Aquascaping 2008 in Hannover. Seitdem entwickelte sich die „Kunst der Pflanzenaquarien“ stetig weiter, und die Ausstellungen ziehen immer mehr Besucher an. Besonders interessant finde ich an dieser Entwicklung, welche Aquarienpflanzen in den vergangenen zehn Jahren eingesetzt wurden und wie sich das Wissen im Umgang mit den einzelnen Arten verändert hat.
Die ersten Gestaltungen waren nicht annähernd so schön wie die heutigen. Die Aquascaper haben auf der Messe nur wenige Stunden Zeit für ihre Präsentation, und es ist immer wieder erstaunlich, wie prächtig die Aquarien aussehen.

Bacopa monnieri in der Suppe, Limnophila aromatica als Gemüsebeilage und Lotos-Blüten­blätter im Kaltgetränk – unsere Autorin hatte kürzlich in Vietnam schmackhafte Erlebnisse mit beliebten Aquarienpflanzen. | von Christel Kasselmann

Auf tropischen Märkten herrscht ein für Europäer ungewöhnlich buntes Treiben. Die Menschen hocken hinter ihren Säcken und Schalen, aus denen sie – nicht in Plastik verpackt – Obst, Gemüse und Gewürze verkaufen. Fische werden vor den Augen der Käufer ausgenommen, frisch geschlachtetes Fleisch wird ohne Verpackung ausgelegt, Fliegen schwirren umher …
In Vietnam ist das Schlendern über die bunten Märkte ein ganz besonderes Vergnügen, denn die Vielfalt an Waren ist wahrhaftig groß. In kaum ­einem Land sah ich eine solche Auswahl an Gewürzen, die ich längst nicht alle zuordnen konnte. Nirgendwo sah ich in Garküchen und Restaurants so viele Insekten, Vögel und andere Tiere, die gekocht oder aber aufgespießt auf dem Grill geröstet wurden. Hundefleisch gilt als Delikatesse.

Rotala rotundifolia ist eine seit vielen Jahrzehnten kultivierte Aquarienpflanze. Unsere Autorin stellt eine neue, besonders zarte Wuchsform aus Indien vor, die sich von anderen Varianten der Art deutlich unterscheidet. | von Christel Kasselmann

Von den etwa 29 in Indien verbreiteten Rotala-Arten, die zur Familie der Weiderichgewächse (Lythraceae) gehören, sind in der Aquaristik R. macrandra, R. rotundi­folia und R. wallichii bestens bekannt; seit wenigen Jahren kommt zum Handelssortiment noch R. indica hinzu. Von diesen Arten lässt sich R. rotundifolia am einfachsten kultivieren, denn sie ist hinsichtlich der Wasser- und Lichtwerte besonders anpassungsfähig. Dagegen benötigen die farbenprächtigen Spezies R. macrandra und R. wallichii weiches Wasser und intensive Beleuchtung und gelten als anspruchsvoll.
Rotala rotundifolia ist von den genannten Arten am weitesten verbreitet und kommt von Indien bis Japan vor. Allein in dem riesigen Indien, das zehnmal größer ist als Deutschland, wurde die Art (Cook 1996) in 13 von 29 Bundesstaaten gefunden. Die in den letzten Jahren in der Aquaristik bekannt gewordene große Variationsbreite überrascht deshalb nicht.