Rückmeldungen zur jeweiligen DATZ-Ausgabe

Sehr geehrter Herr Wolf, in seinem Artikel „Gesucht und gefunden - Schmerlen in Äthiopien“ schreibt der Verfasser: „Es besteht die Chance, dass [...] die Bilder die Abessinische Bachschmerle erstmalig lebend zeigen“ (S. 41). Aber im Mergus Aquarien Atlas Band 4 (1995), S. 145 und 146, befinden sich zwei Fotos von lebenden Nemacheilus abyssinicus (Mänchen und Weibchen), mit der Angabe: „Das Foto stammt aus dem Aquarium Moskau“. Freilich ist die Bemerkung: „Vorkommen: China“ falsch.   
Mit freundlichen Grüßen, Eliseo G. Lescún

Sehr geehrter Herr Stawikowski, mir ist aufgefallen, dass das Foto auf Seite 25 nicht die Schlangenhalsschildkröte Hydromedusa tectifera zeigt, sondern die Froschkopfschildkröte Phrynops hilarii, die in Argentinien sehr verbreitet ist.
Ich lese seit 30 Jahren die DATZ mit großem Interesse und freue mich auf jedes Heft.
Ihnen wünsche ich für die Zukunft alles Gute und vor allem Gesundheit.
Mit freundlichem Gruß,
Ralf Schwandt

Hallo Herr Stawikowski, herzlichen Glückwunsch zum Renteneintritt! Ich denke, Sie werden in Ihrem Ruhestand weiter aktiv sein. Es gibt in Ihrem Umfeld in der Natur sicherlich noch einiges zu tun.
Ebenso hat mich gefreut zu lesen, dass die DATZ weitergeführt und dass das „T“ im Namen wieder aktiviert wird. Trotz diverser anderer Terrarienzeitschriften, die auch im Natur und Tier - Verlag erscheinen, fehlte etwas. Ich besitze die DATZ-Ausgaben ab 1950 und lese heute immer noch gerne in den alten terraristischen Berichten.
In Ihrer „letzten“ DATZ ist ein kleiner Lapsus aufgetreten: Die auf Seite 25 dargestellte Schildkröte ist keine Hydromedusa tectifera, sondern Phrynops hilarii. Nicht nur damals war die Hydromedusa ein teurer Import, sondern auch heute noch gehört sie zu den seltener gehaltenen südamerikanischen Halswendern, während P. hilarii öfter und preisgünstiger zu bekommen ist. Leider gehört sie zu den Arten, die sehr groß werden kön­nen, denn sie erreicht bis zu 40 cm Panzerlänge. Wenn man die Tiere im Krefelder Zoo im Palmenhaus sieht, weiß man dann auch, wo die zu groß geratenen Spontankäufe landen. Ich selber halte ein Pärchen der Art in einem extra für sie gebauten Aquarium mit unterschwimm­barem Landteil in meinem Treibhaus. Sie gehören zu meinen „Lieblingswasserplantschern“.
Mit schildkröterischen und schuppigen Grüßen wünsche ich alles Gute für die weitere Zukunft,
Martin Leonard Voss

Das hier abgebildete Foto von einem „Frosch-Wrestling“ gelang mir am Teich für meine Gewöhnlichen Moschusschildkröten (Sternotherus odoratus). Es zeigt zwei Teichfrosch-Männ­chen (Pelophylax kl. esculentus), die sich über eine Stunde lang bekämpften, indem sie versuchten, sich gegenseitig über die Schulter zu werfen.
Der Teich liegt fast den ganzen Tag in der Sonne, das Wasser ist im Sommer dementsprechend warm. Dadurch ist er zu einem richtigen Hotspot für Frösche in der Umgebung geworden. Zeitweise sind rund 15 quakende Froschmännchen zugegen, und offenbar finden sich alle verfügbaren Weibchen zum Laichen hier ein. Trotz der Schildkröten kommen viele Kaulquappen bis zur Metamorphose durch.    
Jürgen Heßler

In der Oktober-Ausgabe berichtete Uwe Dost über seine Erlebnisse während eines Kreta-Urlaubs. Er stellte auch das Kreta-Aquarium vor, ein sehr empfehlenswertes Reiseziel für Meeresbiologen und Aquarianer.
Der „Thalassocosmos“, Griechenlands erstes großes Schauaquarium, wurde nicht ausschließlich als Institut zur Erforschung des Mittelmeers konzipiert, sondern auch als Beitrag zur Stärkung der lokalen touristischen Infrastruktur. Das Aquarium stellt Fische aus, in der Quarantänestation werden Wasserbewohner aufgepäppelt und Neuankömmlinge akklimatisiert, etwa verletzte Meeresschildkröten.
Der Biologe Dr. Panos Grigoriou erwähnte beim Besuch unseres Autors, dass die genesenen Schildkröten zu gegebener Zeit möglichst unter den Augen interessierter Zuschauer wieder ausgesetzt werden.
Bei der Suche nach Neuigkeiten bezüglich solcher Termine auf der Thalassocosmos-Homepage fand Uwe Dost nicht nur zwei bebilderte Berichte zu Schildkröten-Freisetzungen, sondern auch die Seiten seines DATZ-Artikels über den Besuch im Kreta-Aquarium – DATZ international!    
Redaktion

Elfriede Ehlers bespricht ein Buch, das sich umfassend mit dem gewollten und ungewollten Verschleppen von Krankheitserregern, Pilzen, Pflanzen und Tieren in fremde Regionen der Erde beschäftigt.
Mancherorts scheint noch nicht angekommen zu sein, dass das Aussetzen allochthoner Arten zu Problemen führen kann. Auch bei uns werden weiterhin Fehler gemacht, denn noch immer werden beispielsweise zahllose nicht heimische Gewächse in Gärten gepflanzt.
Beim Lesen der Buchbesprechung musste ich auch an das Ansiedeln von Guppys (Poecilia reticulata) noch in diesem Jahrzehnt denken. Sowohl in Brasilien als auch in Kuba wurden die Fische gezielt ausgesetzt, zum Bekämpfen der aquatischen Larven von Mücken, die als  Krankheitsüberträger bekannt sind.
In Brasilien geschah das im Jahr 2010, da in einigen Bundesstaaten das Dengue-Fieber ausgebrochen war und das Gesundheitsministerium über 100.000 Krankheitsfälle registriert hatte, von denen mindestens 21 tödlich endeten. Auf Anraten der landwirtschaftlichen Forschungsanstalt Empresa Brasileira de Pesquisa Agropecuária (Embrapa) wurden im Rahmen des Projektes „Projeto Dengoso“ im nordostbrasilianischen Bezirk Parnaiba Guppys angesiedelt, in der Hoffnung, dass die Zahn­kärpflinge die Larven der Mücke Aedes aegypti dezimieren. Bereits 2008 waren Millionenfische recht erfolgreich in der Stadt Uberlândia als „biologische Waffe“ (Suchanek 2010) gegen diese Mückenart eingesetzt worden.
In Kuba wurden die bunten Kärpflinge unlängst zum selben Zweck ausgewildert. Spiegel-Online titelte am 3. Oktober 2019: „Kubas Strategie gegen Dengue-Fieber. Guppys sollen Moskitos bekämpfen. Kuba setzt im Kampf gegen Moskitos auf Guppys – ein einzelner Fisch soll pro Tag bis zu 150 Mückenlarven vertilgen. Die Methode gilt als umstritten.“
Das Zentrum für Hygiene und Epidemiologie der Provinz Cienfuegos wirbt für das Aussetzen der Guppys vor allem im Zentrum der Karibikinsel, da dort die von Mücken übertragenen Krankheiten am häufigsten auftreten. Dass ein einzelner Guppy allerdings bis zu 150 Mückenlarven pro Tag vertilgen soll, ist weit übertrieben.
Mir stellt sich die Frage, wie weit die Bedenken von Biologen und Ökologen hinsichtlich der Auswirkungen des Aussetzens allochthoner Arten auf autochthone Spezies angesichts der massiven Ausbreitungen von Tropenkrankheiten als Folge der globalen Klimaerwärmung wirklich ernstgenommen werden.    
Michael Kempkes